Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1775 (24.1.1924)
- Date
- 1924-01-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 1775 _Men, DonMrsÜag_ Vereinbarung zustande, in der der Minister sich bereit erklärte, die Invalidenämter anzuweisen, bis zur Novellierung des Gesetzes die Invalidenrente wie bisher zur Auszahlung zu bringen. Auf Wunsch des Abgeordneten Sever wurde diese Zusage schriftlich formuliert. Wie w-ir erfahren, mußte der Minister bei der Unterredung harte Worte über sich ergehen lassen, da die Invaliden ihm vorwarfen, daß er sich überhaupt nicht um ihre Notlage kümmere. Die Vereinbarung wurde einer neuerlich zusammengetretenen Versammlung in der Säulenhalle des Parlaments mitgeteilt, worauf sich die Invaliden zurückzogen. Eine amtliche Erklärung. Schon das Jnvaliden-Emschädigungs-geseh, das der verstorbene Staatssekretär Hanusch im Jahre 1919 dr konstit-uiereniden Nationalversammlung vovlegte. en>!hä>lt im § 28 die Bestimmung, daß nach Ablauf einer Uebergangszeit die Heilbehandlung der Invaliden, soweit sie Pflichtmitglieder oiuor Krankenkasse sind, an dies« überzugehrn hat. Diese Uebergangszeit währte ursprünglich bis zum 80. Juni 1932. Unter BundeSminiister Schmitz wurde sie bis 31. Dezember 1828 verlängert. Die Durchführung des § 38 bedeutet sonach in keiner Weife irgend eine Neueinführung. Die Auszahlung der Renten hat mit dem 8 38 überhaupt nichts zu tun, sondern erfolgt, wie bjSher, ausschließlich durch di« staatlichen Stellen. Es mag sein, daß in der allerersten Zeit b:§ gesetzlichen Zustandes gemäß § 38 in dem einen oder anderen Falle ungswollte Schwierigkeiten entstehen, insbesondere wo es sich um Verheiratete handelt, die wogen ihres Leidens in AnMtspflege sich begeben mußten. Um auch solche Fäll« aus der Bfctt zu schaffen, hat Bundesminister Schmitz sofort die entsprechenden Anordnungen im Sinne der von ihm der Abordnung im Parlament gegebenen Erklärung getroffen. Eine Zuschrift der Kriegsbeschädigten. In einer Mitteilung der Kriegsbeschädigten wird erklärt, daß die Erregung der Invaliden vor allem deshalb sehr groß ist, weil die Rentenversorgung nur einseitg geregelt ist und ganze Gruppen von schwer bet roffenen Invaliden eine äußerst geringe Rente beziehen, so die E l t e r n r e n t n e r, die ihre Söhne im Felde verloren haben und bloß 57.000 K. monatlich erhalten. Das Ministerium für soziale Verwaltung hat die Wünsche der Kriegsbeschädigten, besonders nach Erhöhung ihrer Renten, bisher nicht erledigt. Es gibt seit 1. Jänner Kriegsbeschädigte, die schwer krank im Spital liegen, ohne daß ihre Frauen und Kinder das gesetzlich gebührende Krankengeld erhalten. Eine der gestrigen Forderungen betraf die sofortige Auszahlung der kürzlich vom Kriegsgeschüdigtenfonds bewilligten 500 Millionen nach dem bestehenden Verteilungsschlüssel. Die Verhandlungen mit Minister Schmitz gestalteten sich ziemlich erregt und eS dauerte zwei Stunden, bis eine Einigung zustande kam. Forderungen der Bankbeamten. Fünfzchnprozentige Gehaltserhöhung. Der Reichsvereln der Bankbeamten hat dem Bankenverband eine Reihe von Forderungen überreicht. Sie lauten r 1. Sämtliche regelmäßigenundaußerordentlichenEntlohnungen. Monats-und einmalige Zulagen, die im Iahte 1929 ausbezahltwurden, müssen alSZahlungSgrundlage für da- Jahr 192t anerkannt werden. Es sind dies r das Urlaubsgeld, die zwei ÄnschaffungSbeiträge, eine Remuneration und eine sogenannte RetablterungSzulage. 3. Die Gewährung einer IVprozentigen Erhöhung des nach Hinzurechnung der erwähnten Zulagen sich ergebenden Gesamtbetrages. 3. Die V e r t r a g S b e a m t e n, die seit Jahren ihren Dienst bei den Banken als normale Bureaukräfte versehen, müssen' P r a g m a t i s-s i e r t wc den 4. Eine neue PensionSregulierune. Die Verhandlungen werden anfangs nächster Woche beginnen. Die Behauptung, daß der Reichsverein ein Ultimatum gestellt habe, ist vollkommen unrichtig. Die Aerjteordnung. Gestern erschienen in Vertretung deS Ge- /chäftSauSschusses der österreichischen Aerztekammer der Präsident der Wiener Ärztekammer Dr. T h e n e n und der Präsident des RelchSverbandeS österreichischer Aerzteorganisationen D r. S t r i tz k o beim M inisterfürsozialeBerwaltungwegenRückspracheüber die mit demEntwurf einer Aerzteordnnng zusammenhängenden Fragen. Minister Schmitz sagte ihnen zu, daß zwischen dem Ministerium für sozial« Verwaltung und den berufenen Vertretern der Aerzteschaft. schon in d e r n ä ch st e n Zeit e i ngehende Verhandlungen über dieRegierungSvorlage beginnen werden, wodurch der Aerzteschaft Gelegenheit geboten werde, zu den einzelnen B estimmungen der Gesetzentwurfes Stellung-» nehmen. Kn Borttag der S aatranwaltes Formanek. Wie wir erfahren, wird der vor kurzem in den Ruhestand getretene Staatsanwalt Dr. A o.r m a n e k am 24. Februar ins neuen Saale der .Hofburg einen Vortrag über da- Thema: „Stellung und Aufgaben des Staatsanwaltes" halten. Dieser Vortrag ist nicht tm durch, das Thema, sondern vielmehr noch durch die * Wsener Morftenzeliiinpk. "" An unsere P. 1 Abonnenten! Am 1. Februar 1924 beginnt ein neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitima" Infolge nambaster Steigerung der Regien sehen wir uns aleich den anderen Wiener Tageszeitungen aenötigt, unwesentliche Erhöhunaen der BemaSaebtibren vorzunehmen. Wir erlügen, die BezuaSaebübren rechtzeitig ein,»zahlen, damit die Zustellung deS Blattes keine Unterbrechung erleide. BezuMMbren ab 1. Februar 1924: Abonnement für Wien (zum Abftoken im Exvedit oder in einer Derfchleldstelle) monatlich.SU* 35.000.— Verschlesßpreise füt Wien ab 28. Jänner. Moch-nlnosnnmmer, auch an Montagen.. K. 12on Sonntaaa'saabe.... 1400 DaS Abonnev"'nt wolle aefällinst rechi'eitia in >>er Nächstliegenden suerschleiststelle erneuert und die Bezugsgebühr gleichfalls dorttelbst erleat werden. vetterrei«ch monatlich.a. 3\001.— Dserkechn-SloMastet monatlich. . . . llch-ch. 18.- flUrte» monnllitt» . (tnoottnmien rfvnickttch.... .... Dinar sa.- Donlstblanb monnMch .... . . . Goldmark 4.— Rumänien monnllich. .9e\ 13a.- Holland moniMch. .... holl. l». 1.50 Italien monallr-b. 12.- Schweis monallick» .... Schwerer rvransten 4.— Frankreich monatlich .... lranq. rvxqn^en 12- Bslaien monatlich. . belg. rrran»««» 1».- Knaland mono'llch. . . . Schilling 3.- Amerika monaliich. 1.- MlVen: Oetterreich'tche«; <Nottsparka^enllon*o löst.693. Tfchecho-flowakifches PoMvarkaflenkonlo (Prag) 59.531 Nolnikches Voninarkal'enkanlo <Wart<stan> 190.227. Deutsches Pvttschechstvnta (Berlin Bit 7) 108.722. Rumänien und Bukowina : vstbank A. G. und deren Mlialeir. Schweige Schweizer Bolkobank in Ss. 1?aN-n. rruaoilawivn r ^vstlporsto^enhonto <Jaaveb> 40.085 Mallen: Soeieta di Eredito Commerelale Triefte, Bia Wazzini 30. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, >1.. Taborstroße 1—3 Telephon 44.038. 43.319. * "i v" . , 1 Person des Vortragenden interessant. Es ist noch in allgemeiner Erinnerung, daß Staatsanwalt Formanek vor aller Oeffentlichkelt erklärte, sein Gehalt reiche nicht aus, um ihm eine halbwegs auskömmliche Existenz zu ermöglichen und'er sei deshalb genötigt, aus dem Staatsdienste zu scheiden. Der Bortrag dürfte so manches Unbekannte auS der Tätigkeit der Staatsanwälte bringen.? Nodauernder Frost. In Wien sielen oesiern vereinzelt Schneeflocken, in den Alvenländern war die Bewölkung mäßig. DieTemveratur ist stark gefallen und blieb auchmittaas fünf Grad unter Null, moraens batte es vielfach minus lOGrad (Wien minus 7 Grad. Die Kälte- Periode dürfte länaere Zeit (i tt « e r it. Voraussage: Mäßige, veränderliche, dabei abnehmende Bewölkung. Frost einige Zeit andauernd. Sie Lebensmlttelmikrkte. Die Belch^cknua der Grünwareumärkte bat dnrch daS Frostwetter iebr aelltten. Da aber die Nachfrage infolge der hoben Rrelle der Gärtneraemüst stbr erring ist, aeuügte auch daS kleine Anaebot zur Deckung des Bedarfes. Die Preise blieben unverändert. , Auch in der Großmarktballe sielen die Zufuhren wesentlich schwächer aus. Rer Babn sind oestern nur neun WaaaonS eingetroffen. Die NreiSlme blieb stir Fleisch vollkommen unverändert, obwohl die Brette für lebende Rinder auf dem letzten Rindermarste in St. Marr zurück^eoangen sind. Sveck hat sich im Großhandel um 100n .<?. pro Kilogramm verteuert. Billiaer wurde Fettgesiügel. Fettenten und Fettgänse kosteten auf den Märkten 3T000 bis 4°.000 K. pro Kilogramm. Die Buttervrette neben nicht weiter zurück, obwohl das Angebot auf den Märkten im Vergleiche zur Nachfrage plel zu groß ist. _ i * Geschlechtskranke Kinder. In einer gestern abgehaltenen Sitzung des Gemeideratsansschnsses für Wohlfahrtswesen und Jugendfürsorge berichtete S^adtrat Prof. Tandler über die traurigen Verhältnisse der Behandlung der geschlechtskranke» Kinder. Er beantragte, daß die Gemeinde Wien in /inem Pavillon des Zentralkinderbeimes eine eigene Abteilung für geschlechtskranke Kinder errichten soll, da sich in dem Kinderheimen der Gemeinde geschlechtskranke Kinder befinden. Dieser Pavillon kann in sehr kurzer Zeit so weit ausacstaltet sem, daß ungefähr 250 Kinder ausgenommen werden können. Schon am Tage der Eröffnung werden ungefähr 150 geschlechtskranke Kinder nntergebracht werden. Es handelt sich rnm größten Teile um elf- bis zwölfjährige, gonorrhoekranke Mädchen Der Ausschuß hat den Antrag einstimmig angenommen. * Die ermäßigte Autctaxe. Bei einer im Rathause stattgefundenen Besprechung mit den Vertretern der Genossenschaft der Lohnfuhrwerker, der Polizeidirektion und der Handels- und' Gewervekammer wurde Vorgoschlagen, eine sechstausendfache Maximaltaxe für die Autotaxi zu hewilligen. Es wird daher der erste Kilometer Autotaxifahrt 7200 K. kosten und jeder weitere Kilometer 6000 K. Für eine Fahrt zum Trabrennsahren wird ein Zuschlag von 6000 K. und für eine Fahrt zum Rennen werden drei Zuschläge eingehoben Für die E i ns p ä n n e r bleibt der sechstausendfache Betrag, der im Frieden für Nachtfahrten bezahlt wurde, aufrecht. Es kostet der erste Kilometer mit dem Einspänner 6000 K. und jeder weitere Kilometer 3600 K. Auch der F i a k e r t a r i f bleibt unverändert, wobei aber eine Zeittaxe vorgeschlagen wurde, nach der für die ersten zehn Minuten Fahrt 10.000 K. und für rede weiteren zehn Minuten 7000 K. zu entrichten sind. Es wurde ausdrücklich festgestellt, daß cs sich durchwegs um Maximaltarife handle, die nicht überschritten werden dürfen. Die neuen Tarife werden am Montag den 28. d. wirksam. ' 24. gfrmw 1924 '_Sette s Kleine Chronik. * Die jüdische DrivatsekretLrin MacdonaldS. Das Lon doner Blatt „London Star" kommt in einem Artikel über Mae» donald auch auf dessen Privatsekretärin Miß Rosenbera, eine Jüdin, zu sprechen. Ihre Fähigkeiten und politische Klugheit werden sebr hoch eingeschäht, so daß der Autor des Artikels zu dem Schlüsse kommt, daß, wenn Maedonald wirklich au die Spitze der englischen Regierung gelangt — was sa inzwi chen geschehen ist —, auch der Sekretärin Miß Rosenberg eine bedeutende Rolle zufallen wird. * Amerikanische Negerschrkststeller für die jüdische Naiionalbibliothek. Aus New-Aork wird uns berichtet: Die Redakteure der Monatsschrift für Neger „The Messenger", Philipp R a n d o l p h und CH. Owen, haben dem Präsidenten W e i zm a n n angeboten, eine Sammlung aller von Negerschriftstellern erschienenen Werke als Nationalspende der amerikanischen Neger an das jüdische Volk der jüdischen Nationalbibliathek in Jerusalem zu überweisen. Die Redakteure bitten, daß dieser Sammlung m der jüdischen Nationalbibliothek ein entsprechender Raum gewährt werde und versichern, daß die Slnnahme dieses Anerbietens die freundschaftlichen Gefiihle des Neger-- Volkes zu dem jüdischen Volke verstärken würde. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" ftm entgeltlich.) Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. Heute moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abends. * Sensationelles, unerreichtes Angebot im Seidenhaus i ch a r d Lettner, 4. Bez., Margaretenstraße 10. Crepe de Chine, Satin de Chine, Vonais usw. in feinster Qualität zu 62.000 bis 98.000 K. pro Meter. Seidenstoffe für Lampenschirme usw. spottbillig. Seteine Vorträge und Versammlungen. ZtonlftischeBezirkSsektionBrigtttena«. Heute, */»8 Ubr abends, dringende Sitzung des erweiterten AuschusieS. — Kulturgruppe der zionistischen Bezirkssektion Brigittenau. 20. Bez.. Karl Ästeißlstraße 5. HrMe. V,8 Ihr abends. Literaturkurs (Mendele Mocher Sfartm). Samstag 6 Uhr, Jüdischer Geschichtskurs. — Zionistischer akademischer Landesverband. Sonntag den 27. d., 9 Uhr vormittags (ohne akad. Viertel). Beginn de? historischen Seminars unter Leitrrnq des Herrn Dr. Baron. Ort: Jvria-Bude, 9. Bez.. Glaserqaffe 4 a. — ZtonistischeSektion VI/VIII. Heute, präzise 8 Uhr abends, im Restaurant Zitahof, 7. Bez., Mariahilferstraße 88 a, Vortrag von Oberbabnrat Dr. I. Brüll: „Der jüdische Mtz^. Hierauf humorvolle Rezitationen (Herr Samuel Strauß). — Z eire MiSrach i, 2. Bez., Praterstraße 43. Heute, 7 Ubr abends, AnSfchußsitzung. * Dorlrag Dr. Schilder. Mittwoch den 30. d. spricht Doz. Dr. Paul Schilder .tot Neuen Saale der Burg über „G e- Hirn nitb. See l e". Freiwilliqe ReUnngSgefelllchafl. Der Samariterkurs Nr. 941für Frauen und Mädchen beginnt am Montag den 28. d. um 6 Ubr nachmittags und wird an iedem Montag und Donnerstag von 5 Bis 7 Uhr abends stattsinden. Persönliche Vormerkungen in der Rettuugsgesellschaft, 9. Bez., Radedkyftraße 1, 1. Stock. Chamischah-Asiar-Feier. Die ziomstisch« Sekdi-on Pra-t«r vownsEete am 20. d. in ihrem nemeröffneten Lokal eine wcch'gel'uuig-ene Clhamffchajh-Assar-Feier. U>nl 5 Uhr nachmöttaHS fand eine Kinderfeier statt, die einen rührenden Verlauf nahm. Die Lehrer dvr hebräischem Schule der Sekdion sprachen zu den Kindern über die Dedeulurng des. Feistes, worcnvf die Kinder nationale Poesien umd Dieder vortruqe>n. Zu späterer Stunde fand die Feier für die Eltvachsenen statt. Dr. CH. Tartakower hie>l>t eine tichgründige nnd zu Herzen sehende Gelealenheitsrede. worauif Dr. Rubi nowies (Palästina) öder dem Sinn dieses Festes der Heima!- erde sprach. SMießlich vichtöie die Gatitin des Göleihrten sine Ansprache a.n die Felfltversammlung im Sinne einer Wischen Jlloenderziehnng. Ein Roman pds der jüdischen Gesellschaft Bndapest5 DieHeimatloten von Wilma v. Vukelloh Zlvet Dinge vor allem lassen diesen Roman bemerkenswert und segelnd aus der Reibe der vi'lrn bervortreten: die üb>'rrasÄende Kraft, m t der das soziale MN einer Zelt und eine» Kreise» aeaeben und die «nbekümmerie «übnhett und erschütternde Ehrlichkeit, mit der f in Gegenstand gedr -cht wird. Pwm* Prals geheftet K 44.000 In Halbleinwand K 82.000 Za bos<»n«n dnreb jede Bachhandlane oder direkt vom Verla,, DentBCh-Oesterreicbischer Verlag, Wien, I. Fl6chorgtiefre Bühne und Kunst. „Der Moralvrediger." (Jüdisch« Bühm.) Ich habe mich eimn ganzen Abend königlich amwsiert. Nachher kam die N-eaktlon: Die dort o>ben spielen herrlich Komödie (keine Uobertreibung oder VoreingenonMenheit, man gehe hm und überprüfe mein Urteil), wissen ein bemerkenswert gutes Unterhaltimgsstück mit überraschender Kunst der Pointierung, der Gestaltung köstlicher Typen, mit wohlerwogener tSeigerung der Wirkungen zu spielen, hüllen ihr Publikum in eine Atmesphäre watMen, wohligen Humors — und sind. Gott sei's geklagt, vom jüdischen Publikum schmählich verlassen... M. Goldberg, der Autor, ist ein starkes Talent. Diese Komödie überrascht durch e.ine Fülle heiterster Situationen und durch einen feinen parodistifchen Ton. I. Re iß mann gibt einen Ehemann im gefährlichen Alter und in tausend Aengsten. Umchört, wie er mit beredtem Mienervspiel die verschieden-tlichen Leutchen studiert, denen er in diesem Stück begegnet, wie er sie mit rückwärts gefalteten Händen und höchst lebendigen Augen zu ergründen sucht. Sehr weise und zum Schreien zutreffend sind seine wortlosen Beobachtungen und Urteile. Außerordentlich, schon in der Erscheinung bezwingend, ist das Gauner- Paar der Herren B e l l und K l i n g e r, Ter eirre in seinem