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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-24 · Heft 1775 (24.1.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1775 (24.1.1924)
Date
1924-01-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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msrnmmmmmmmmmmmmtmimmmmmmamswggm Seite 4 Mk», Dsimerstag Bon Jaffa nach Jerusalem. Von Dr. I. H. 5Krn«r. Noch dcm Wct^sipi-el am 8. d. waren wir fc-esm Niakka-bi (Tol-A-wiw) zu Gaste. Der Präsident düs Vereines Dr. L evi n- Epstein hielt an uns eine herzliche Ansprache. Die liebenswürdige Frau des Präsidenten sorgte für das reichliche Mahl, dcch mußte sie bald rr'äxlpsc die Ar'öeit an Häusler abzebtn, der qualllativ und quantitativ drn Wünschen seiner Kameraden Rechnung trug. Tie Ausur-erksamkeit unserer lieben und guten Brnd r erreichten ihren Höhepunkt damit, daß uns die älteste palästinensische Makk.rbi--Fahne z-um Gescheut überreicht wu-rde. Wir waren leider gezwungen, allzu früh aufz-u-brechen, da wir, uns für den am Abend stattfindenden Ball umzidhrn mußten. Aus allen Kvlonien kamen die jungen Inden und Jüdinnen -u diesem Feste, das erst mit Sonnenaufgang sein Ende nahm. Am 9. d. um 9 Uhr früh fuhren wir in Amos von Dil- Aw4w atb. Das Gepäck war auf Lastenautos verstaut. Wir nahmen von der Bevölkerung Jaffas einen zu Herzen gehenden Abschied, wobei wir das Versprechen neben mußten, im nächsten Jahr wiederzukommen. Lumek fährt auf der weiteren Palästina-Rsise mit. Dr. M a h l e r, der von Brindisi telegraphisch wogen Erkrankung seiner Mutter nach Hause zurückberufen wurde, über uns sofort nachreiste, als seine Mut-dcr außer Gefahr war, stand in Jaffa, gerade als wir abrevsen wollten, plötzlich vor uns. Die Fahrt durch Tel-Awiw gestalte!« sich zu einem Triumphzng, da die einheimische Jugend, die m zwei Reihen Aufstellung genommen hatte, uns znjubelte. Die Autotour mit 21 Wagen ging ununterbrochen durch 15 Minuten zwischen Orangenyävwn. Plötzlich tauchten vor ums Reiter auf, in denen wir Mb die Vorposten der Kolonie Wikweh- Israel erkannten. Dia herrlichen Cchomrin waren es, die rmS den ersten Willkommgruß entboten. Am Eingang zur Kolonie erwarteten amS die Schulkinder, um uns einen Strauß der herrlichsten Mumen zu üb er reichen. Wir wurden durch eine schone Palmenallee geführt und kamen an blühenden Rrsenftöcken vorbei im die laMvivtschaftlich« Schule. Dort b wunderten wir eine den modernsten Anforderungen entsprechende Hühnerzucht, wir sahen die verschiedensten Brutapparate und die tadellosen Stallungen. Die landwirtschaftlich» Schule besteht aus vier Klassen. In drei Klassen sind SchiLer und in einer Klasst Chainzim umtergobvacht. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit besuchten wir die DirrschaftSgeöäude, die Lehrer- und Arbeiterwohmmgen, dann kamen wir durch die Baumschule zum Monument deS Erbauers dieser KvloE, Charles Netter, der hier feine letzt« Ruhestatt« gestruden hat. Das Monument befindet sich inmitten von Zierpflanzen und Baumen. Nach herzlichem Abschied von den Bewohnern der fto* Kurie setzten wir dann unsere Fahrt fort. Neberall aus dm FÄdwn sahen wir fleißige Chailuzim an der Arbeit, die uns zujubelten. Nach einer fünf Mmu-ten dauepden Fahrt erblickten wir zwei geschmückte Autos. Die Blau-Weißen von Rischonle-rZ ion waren uns entgeyenigekommen, um uns zu begrüßen. Nach ganz kurzer Fahrt trafen wir auf eine Kolonie berliner Schomrim. die vor miS einher galoppierten. Bor der Kolonie hatten die Schulkinder mit chrer MustKopelle Aufstellung genommen; di« Chaluzrm bildeten Spalier und der greife Direktor Meyerowitfch empfing uns an der Spitze jener Männer, die vor vierzig Jahren diese Kolonie errichtet hatten. Direktor Meyerowitfch führte ums durch die w iten Kellereien, deren Größe .und Ausdehnung auf uns einen nachhaltigen Eindruck machte. Die Einrichtung ist ganz modern und dir Instandhaltung kann als musterhaft bezeichnet werden. Von den gesamten Kolonisten begleitet, zogen wir zum Ge« meidchcms, wo uns ein« große Tafel mit den auserlesensten Weinen, Likören, Orangen, Feigen, belegten Broten und Bäckereien erwartete. Die wunderschönen jüdischen Mädchen bewirteten uns. Herzliche Begrüßungsreden wurden gehalten. Dr. Körner, Direktor Basch und Frau Piowati dankten für die herzliche Aufnahme, feßfa sangen gemeinsam die Tikwäh und nahmen dann von diesen Henrik,ichrn Menschen -bewegten Abfchisd. Die Dchomvim beoleiteten ums hoch zu Rotz noch bis 'zur Straßenkreuzung. Bon den Fsld'vn grüßten ums die hier arbeitenden Jemeniten und wiesen uns di« Kolonie Nachlath« Iehuda. Die Fahrt ging weiter durch ^Orangengärten mid Olivenhainen, an blühenden Foldern, arabischen Dörfern mit schmierigen Lehmhütten vorbei. Dann durchquerten wir das Sttädt-chen Ra m l e h und diarabischen Siedlungen G e z e r, B e t h- Chorom und Emmaus, bis wir zur Kolonie Kirja-th- A n a v i m (TM) kamen. Hier wurden wir von vielen Herren aus Jerusalem erwartet. Unter diesen befand sich unser aller Freund Dr. Egon Michael Zwerg. Diese Kolonie, die aus dem Boden d>'8 Keren Kajemeth errichtet ist, wird für uns all« eine bis ans LsösnZende dauernde Erinnerung blliben. Der Keren Kajemeth pflan-t« zur Erm.noru>ng an unsere Reifeinen H akoah.Garten, und jeder von unS und den Mitveisenden pflanzte mit eigenen Händen den aurf feinen Namen lautenden Daum. Jeder HakocHner nahm Erde feines BaumeS vom diesem heiligen Boden. De BegrüßumgSworte des ObmonneS der Siedler und,des Dr. Zwc-ig rühr-ten uns bis zu Thränen, so daß keiner von ums antworten konnte. Unsere Gefühle verdolmetschte der kräftige Händedruck, den wir mit jedem der prächtigen Burschen wechselten. U>^ber die zum Schutze gegen die Avckbercmgriffe enoichteten Schützengräben begaben wir uns zu den Holzhütten der Kolsuistün. Der einzige Ziege^bau war der Stall.' Ueberall herrschte Reinlichkeit und peinliche Ordnung wie im besten Sanatorium. Im WirffchaftZrmiin wurde uns in Blechtöpfchen der Kolonisten Tee und gutes Bauernbrot kredenz. ES kostete Wiener Morgenzeituv«. wahrlich große Mrche, um unsere Reisegesellschaft zmn Besteigen der Zlntomobile zu bewegen. Stumm verabschiedeten wir ums von dieser! heroischen Kämpfern u-nd erst der «msetzende Regen rieß unS auS dem träumenden Nachdenken. Die Straße steigt in wunderbar an-?!.legten Serpentinen an. Obwohl wir auf den herrlichen Ausblick wegen des drüben Wetters verachten mußten, war die Fahrt durch die dichten Wolken doch sehr romantisch. Wir wollten die Kolonie Mozgah ohne Nuftn'thalt passieren, aber die Kolonisten waren viÄ stärker als uns. re- Autos. Bei einem Triumphbogen mußten wir ballen und wurden dann in b'§ offizielle Gebäude dieser landwirtschaftlichen Siedlung geleitet. 'Nach der Begrüßung servierte man uns herrliche Milch rmd ausgezeichn-te Butterbrat?. Wir konnten nur dadurch wciierkommen, daß wir das Verspreäjen obgaben, sie nochmals p besuchen. Wir fuhren bei der von Dr. Herzl und Wolfsohn im Jahre 1P93 eigenhändig angelegten Ban-mpfiauZung ,Herein" vorb.i. Der älteste Kolonist P a l ä st i n a s. der greise Samuel Broza, illuminierte seine Musterfarrn, um uns zu ehren. Der Regen wurde immer heftiger. Trot^dm kamen uns aus Jernstvlem zahlreiche Au-toS entgegen. Da wir verspätet einwaftn, kamen wir um den offiziellen Empfang; -über im heftigsten Regen begrüßten uns in Jerusalem Taus nde von Juden mit überschwenglichar Freude. Wie stark unsere Wiener Morgenzeitung" hier gelesen wird, konnten wir am-basten daraus ersuchen, daß die Jugend von Jerusalem uns nicht wie ihre Väter mit „Schalom Hakoah", sondern mit Schalem HÄpevn, Scheuer, Katz und Neuifold begrüßt«. ■ Sie Spernredonte. Wer gestern abends das Opernisteaber -betrat, konnte wohl mein-en. wir leibten im schönsten Fr'eden d?r Vorkriegszeit und alles Le.id der letzten zehn Jahre wäre nur ein böser Traü-m gewesen. Schon rings um die Oper stauten sich Kolonnen von Autos, denen in Pelz geihüllte Damen mit ihren Kavalieren entstiegen. Wenn man a-n elegant schwarz-gelb galonierten Dienern vorbei über die sonst verschlossene Prunk treppe, die früher nur vom Hofe benützt wurde, in den Saal gelangte, so war man zunächst von einem Meer von Licht goblendet, das von don Lc-'en und den an der Decke befestigten Lustern herabstrahlte. Durch Stufen war die Bühne mit dem Zuscha>ue.rraum, ans dem die Sitze entfernt ttxu-en, zu einem einzig schönen Prachtsaale verkünden, die Bühne fettst, in ihrer gangen Tiefe geöffnet, stellte ein von Noll-crs Meiste.rf-and entworfenes riesiges Zelt vor, das i-m Hintergründe von einem tiefblauen ste.rnenbedsckten Tropenhimmel abgeschloflen wurde. In diesem Märchenland aus Taufendundeiner Nacht drängten stch in oft beängstigender Enge festlich gekleidete Damen und Herren, zwischen denen sich nur -lancsam und zaghaft ein bewegteres Redoutentreiben entwickelte Zum Intrigieren war das vornehm pvunkhafte Milieu zunächst nicht recht geeignet und die ebenso zierlichen wie unbequemen und unzeitgemäßen Mak>ken wurden von der Damenwelt bald abgelegt. Der Tang konnte infolge des Massenbesuches nicht zu seinem Rechte gelangen, wiewohl eine Anzahl von MusMapellen auf der Hinterbühne und in der großen Mittelloge unermüdlich nicht nur Walzer, sondern auch Shimmy jazz, Java und andere mondäne Tänze anstimmbe. Die Damen, die ebenso wie beim Dheatve pare „sehr wenig warm angezcgen ware.n", gleisten und glitzerten in allen Farben: Seid« und herrlich gestickter Samt, Gold und Silber, Perlen, Straß und PleuveUsen, mondäne Toiletten und St-iMeider in allen Farben, vom einfachen Weiß, das sich in der letzten Zeit immer häufiger hevvorwagt, bis zum Purpur und zur Topas- und Smaragdfarbe. gaben im Vereine, mit den Weißen und drn farbigen Perücken, die den Toiletten angepaD waren, einen berauschen,den Farbenzufammenklang. Man sah reiche, tief in der Stirn sitzende Diademe und allerlei phantastisch orientalischen Kopfputz, diel Straußft-dern und fa-bellhaft« Juwelen, die das ,-verarmte" Oesterreich Lügen straften. — Die Herren waren ganz vorschriftsmäßig im Frack mit Zylinder und Stock evschienen. Dielen mag es nicht leicht gewesen sein, noch am letzten Tage den modernen -matten Zylinder zu erstehen, der in den, meisten Geschäften bereits ausverkanft war. Man sah auch alte glänzende Zylin-der und weite «bequeme Fracks und evlannte an ihnen die Freikartle-r zrrm Unterschied von den bereits mondän gewordenen neuen Neichen. Unter den Anwesenden -bemerkte man, wie man in der DoÄriegsg-eit sagt«, Jn-duftriekapitän« und Bankmagnaten, Alt« und neue Reiche, zwischen denen das beste Einvernehmen herrscht«, Gesellschaft un.-d Lebewelt und viele Angehörige der Kunst und der Bühn«. Wenn man stch im Saal«, mit Flirten und Kokettieren allmählich e.chitzt hatte, ging es -zum fashionablen Buiffe-t, wo man stch für 1,200.000 K. an einer Flcvsche Mumm gütlich tun konnte und auch sonst für sehr viel Geld und geduldiges Warten die herrlichsten Lcckcvbisien belkanu Da'bei wurde die Stimmung animierter, der Shimmy lockte, die Paare fanden sich. Hoffnungen blühten auf, und man mußte an diesem Opernabend, der die letzte Qpernre.doute an Glanz weit ubevtraf, nicht befürchten, daß durch eine Plötzliche Absage der Abend gefährdet werde, wie dies, sonst so oft in der Oper vorkommt. Hin Fahr Kerker für Mißhandlung von Flüchtlingen. Aus Jassy meldet I. T. A.: Der Adjutant des beßarabischen Militärlommandwttcn P o p o v i c i, Kapitän ^Murdaric, wurde vom hiesigen Militärgericht wegen Mißhandlung von Flüchtlingen und sonstiger Mißor'tief)' zu einem.Jahr Kerker ucruvkiü. 24. Jänner 1924 Skr. 1778 - 1 _ ...."V Amtliche Sperre einer GeldÄerweisangMuk, Hauser in Mm-Vork. Die Hanptgeschädigten — galizische Einwanderer. Aus New-Aork wird uns berichtet: Gwße Pani! unter den jüdischen Einwanderern aus Galizien ries die vor einigen Tagen erfolgte amtliche Sperre des Bankhauses Garfinkel & Taster hervor. Die Firma, welche auf 67 Clayton street ein zwei Stockwerke umfassendes Bankgeschäft führte, wurde hauptsächlich von g a l i z i sch e n E i nwanderern begünstigt, die ihre Spareinlagen der Bankfirma anvectrauten und durch diese die Geldübenveisung an ihre Verwandten in Galizien besorgen ließen. Eine Revision in de:n Bankhaus ergab, daß das Hauptaktivum in irer.losen Wechseln besteht, so daß die Geldc'.nleger nur geringe Aussicht haben, auch nur zum Teil schadlos gehalten zu werden. Tie Firma,' die erst seit vier Jahre:: besteht, gehört zu den kleinen Winkelbankeu, wie sie in den großen Städte» Amerikas fast täglich aus dem Boden wachsen und schon viele kleine Existen-ea ruiniert haben. Der Zusammenbruch dürste darauf z-urückzuführen sein, daß einer der Fivmeninhaber, der letzten Sornmer in Europa weilte, großq Summen in P o l e n m a r k angelegt und bei Geschäften mit Rußland r'esige Verluste erlitten hat. Das ganze galizische Viertel von New- Dort ist irrMitl e i d e n s ch a f t gezogen; die Einleger umlagern das Bankhaus. Die Höhe der ungedeckten Passiven wird erst durch die im Zuge befindliche Revision der Bücher festgestellt werden können. Der Laib Brot um 250 K., das Kleingebäck um 10 K. teurer. Die grstritigr Errechnung der G e st e h u n g k o st e n ver> anlaßt die Broterzeuger zu e i n tz r nicht unbeträchtlichenErhöhung der Brotpreise und auch zs einer Steigerung der Preise für Weiß'ges b ä ck. ES wird erklärt, daß die Mehlpreise eine ganz bedeutende Erhöhung erfahren haben und auch dt« Spesen, insbesondere die Fuhrwerkskosten, gestiegen sind. Die ungewöhnliche Verteuerung der Mehlpreist hat einen Grund auch wohl darin, daß die Vorräte schon auSverkauft sind. Zur allgemeinen Verteuerung der Materialpreise dürfte Mch die Erhöhung der Frachttarif» auf den ungarischen und österreichischen Bahnen beigetrage» haben. Für die kommende Woche gelten folgende Verkaufspreise r Normallaib 7050 St ^bisher 6800 K., Erhöhung 250 K.), Rabatt 270 K. Extrabrot pro Kilogramm 6200 K. (bisher 5960 K., Erhöhung 240 K.). Rabatt 270. K. Weiße Wecken 3300 K. (bisher 3200 K., Erhöhung 100 K.), Rabatt 150 K. K l e i n g e b ä ck 460 K. (bisher 450 K., Erhöhung 10 K.), Rabatt 30 K. _ , eine Lemonstratlon der Fnvallde« im Parlament. Besetzung deS Parlamentsgebäudes. Gestern vormi-ttags besetzte eine größere Zah! von Invaliden, über 200 Mann, das Parlamentsgebäude, um gegen die bisherige Art der Auszahlung ihrer Gebühren, zu protestieren. Dit Invaliden, die bei einer Krankenkasse versichert snrd, sollen nach den neuesten Verfügungen ihre Bezüge von der Krankenkasse erhalten und nicht mehr vom Invalid e n a m t. Es hat sich nun herausgestellt, daß dies» Invaliden weder vom Jnvalidenamt, noch von ihrer Krankenkasse Geld erhalten. Infolgedessen gerieten sie in große Erregung. Sie erschienen gestern auf Grund einer geheim gefaßten Entschließung ohne Wisseir des Zentralverbandes der Kriegsbeschädigten vor dem Parlament und drangen ungehindert in das Gebäude ein, wo sie sich namentlich in der großen Säulenhalle aufhielten. Dort hielten sie eine Versammlung ab, die sich sehr stürmisch gestaltete. W o l f m ü l l e r vom Zentralverband der Kriegsbeschädigten sicherte ihnen zu, daß die Vertreter des Verbandes mit dem Minister für soziale Vevwaltung, Schmitz, sprechen und Abstellung der Bestimmung verlangen werden, die die Invaliden an die Krankenkasse weist. Die Ueberrnmpelung des Parlamentsgebäudes durch die Invaliden war dadurch möglich geworden, daß die Polizei auf Grund falscher Nachrichten das Jnv«/ lidenamt statt des Parlaments besetzt hatte. Während der Versammlung, bei welcher Jnvalidenrat Schulz vom Rainer-Spital daraus hmwies, daß man kranke Leute, Krüppel und Amputiertezwinge, aufdieStraßezugcheu. war der sozialdemokratische Abgeordnete Sever erschienen, der beruhigend e i n w i r k t e und eine Deputation zu dem inzwischen herbeigehölten Minister Schmitz führte. Im Ministerzimmer kam es ^u einer ziemlich lebhaften Auseinandersetzung, in der die-Invaliden ihre Not vortrugen. Der Minister versprach durch Einbringung einer Novelle im Parlament deil Konflikt bezüglich der Krankenkassen zu erledigen. Die Deputation gab sich damit nicht zufrieden^ sondern verlangte, daß sofort Hilfe geschaffen werde. Nach, länaerer Debatte ^kam eine m

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