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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-23 · Heft 1774 (23.1.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1774 (23.1.1924)
Date
1924-01-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ar. im Wien, Mittwoch *" ÜBttt&nfenb Mitglieder mit ihren Familien stehen in Obhut .des Vereines. Mehr als die Hälfte der Kriegsbeschädigten sind nicht, nach Oesterreich zuständig. Also wiederum das alte Lied: Oesterreich gibt nichts und die Sukzessionsstaaten sind diesbezüglich sehr verschlossen. Allerdings dürfte Polen die Unterstützungen seiner Staatsbürger bereits dem- »ächst aufnehmen. Der Verein steht seinen hilfsbedürftigen Mitgliedern in der Beschaffung von Prothesen, sonstigen Heilmitteln, momentanen Geldaushilfen, regelmäßigen Unterstützungen, Stellenvermittlung und in möglichen Fällen auch durch Bereitstellung der materiellen Grundlagen für Existcnzgründungen zur Seite. Selbstverständlich gehört auch die Beteiligung mit neuen Kleidungsstücken zu den Aufgaben des Vereines. Zuletzt wurden ungefähr 150 Familien mit neuen Kleidungsstücken versehen und diese Aktion wird weiter fortgesetzt. ' Die staatliche F«ürsorge erstreckt sich bloß auf die in der Republik Zuständigen in Form von Renten und Heilmittelzuwendung. Auch bei der Verleihung von Trafiken an Schwerinvalide wurde vollkommen objektiv vorgegangen und die jüdischen Mitbürger wurden hierbei nicht verkürzt- Die Invalidität bewegt sich bekanntlich zwischen 15 bis 75 Prozent. Bis 35 Prozent leistet der Staat keine Rente. Der Betroffene hat jedoch Anspruch auf Heilbehandlung. Zwischen 55 bis 65 Prozent kann man von Staats wegen derzeit auf ungefähr 180.000 K. monatlich rechnen, aber dafür muß man schon wenigstens ein Bein auf dem „Felde der Ehre" geopfert haben. Bis 75 Prozent beträgt die Rente zirka 200.000 K. Für jedes Kind beträgt der Zuschuß 10 Prozent der Rente in allen Kategorien. Die Witwe erhält etwas mehr. Solche, die als über 75 Prozent klassifiziert sind, erhalten den Hilf losen-Zuschuß und ein unglücklicher Blinder erhält über eine Million. Der Index mir?t sich auch hier aus. Wie inan »lso sieht, kann mau ruhig sagen: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Doch die nicht nach Oesterreich Zuständige» fallen bis nun dem Verein zur Gänze zur Last. In den ersten Jahren nach dem Umsturz wurden die Mittel hierzu hauptsächlich im Ausland aufgebracht, auch der Joint hat wirksame Hilfe geleistet. Im verflossenen Jahre mußten die notwendigen Gelder im Inlands gesammelt werden. Aach die Kultusgemeinde hat für die Vereinszwecke beigetragen. Der Verein hat eine Werkstätte in der Heinzelm a n n g a s s e, wo ziemlich wertvolle Maschinen und Werkzeuge für Schuster und Schneider vorhanden sind. Sie wurde im Jahre 1919 geschaffen, mußte jedoch gesperrt werden, als die Auslandshilfe ausblieb. Ein Betrieb der Werkstätie könnte in Verbindung mit einem eigenen Verkaufslokal vielleicht 200 Familien dauernde Versorgung sichern. Das Monatsbudget des Vereines bewegt sich zwischen 15. bis 20 Millionen. Der Leitung ist es gelungen, die staatliche Bewilligung zur Veranstaltung einer öffentlichen Lotterie zu erlangen, um der immer größer werdende» materiellen Schwierigkeiten Herr zu werden. Die Lotterie wird unter staatlicher Kontrolle stehen und die Kultusgemeinde dürfte das Patronat übernehmen. ES werden dreihunderttausend Lose zu 5000 K.. also im Gesamtbetrags von 1,5 Milliarden, herausgegeben. Die Tresfersumme beträgt 300 Millionen, der Haupttreffer 70 Millionen. Der neue Sroßrabblner von Belgien. Aus Brüssel wird Ws berichtet: Infolge des W- Mns ixä Großvabbnrers Dr. Bloch schritt das jüdische Äon» sistorrum zur Wahl eines neuen GroßraKbiners. Die Parteien smiigten sich in der Person des Oberrabbin-erS von Genf, M. Ginsburger. Mose Wahl bedarf noch der Bestätigung des ZentralkonststormmS, die auch ohne Zweifel erfolgen wird. Morgens und abend«. Der fahle frostige Tag jagt mich auf und treM mich kn die Gaffen der Großstadt, damit ich ihre unbeschreibliche Musik hören kann in der eisharten Stille. Noch schläft der schwarze Ahorn mit dem Schneepelz auf meinem Hose, da ich ihn durchschreite, ich weiß noch nicht, wozu der Tag mich verführen wird, aber draußen — draußen vor dem .Haustor schon empfangen mich der Arbeit erste Takte, die sich zu einem Chor von Gleichgültigket und stumpfe» Ertragen des Alltags sammeln. Einzelne Milchwagen humpeln über das Pflaster, während die Kutscher übermüdet dahintertrotten. Kellner schreiten ihren Arbeitsstätten zu. Laufburschen rattern die Rollbalken in die,Höhe. In Gruppen eilen die M>enscheu zu den Haltestellen der Tramway. Die Sonne kann kaum blinzeln durch die kristallverwehte Morgenluft, »»bestrahlt sind die frühen Fußgänger. Was ist geschehen? Fürwahr, man kann es nicht anders sagen: die Stadt ist ertvacht. Die Türen schlagen ihre Augen uuf, Fenster werden aufgerissen und füllen sich mit Polsterzeug und mit» den Gesichtern der Dienstmädchen, indes sie Ausdünstungen der Nacht aus den musfigstickigen Stuben fliehen. An der Peripherie der Stadt speien die Häuser Meufchengewürrn aus, um es in die Kanäle zu gießen, die in den Schoß der Kaufläden und Kontors münden. Und das Wunderbarste: die lieblichen Geschöpfe der Vorstadt mit ihren frischgewaschenen Blusen und hoffnungsvoll erhellte» Gesichtern, die zarten schlanken Beine in schwebendem Gang übers schneebreiige Pflaster setzend» blond gestutzt, schwarzgeringelt, ganz der Wahl des SchauenS überlassen. An ihren Armgelenken baumeln die wohlseilen Leder- und Stofftüschchen, die karg und schmächtig Gabelfrühstück und Mittugsbrot bewahren, manchmal auch nichts anderes als ein zerlesenes Buch, das man in heimlicher Arbeitspause unter dem Schreibtisch hervorzieht. Und die knechtischen Stunden des Tages rollen ab, eine wie Wiener Mornenzeitung. 23. Jänner 1924 Beit« 8 äs~Verfahren gegen Äowosad eingestellt. Der Mörder als irrsinnig erklött. Der zwanzigjährige Mittelschüler Rudolf N o v o s a d hat Mitte Juni des Vorjahres seinen Freund Konrad Karger den Schädel eingeschlagen und ihm dann noch ein Messer i n d e N R ü ck e n g e st o ß e n. Er wurde verhaftet und g estand, den Mord im Auftrag einer nationalsozialistischen Gehet in truppe ausgeführt zu haben, die den Karger wegen eines geplanten oder ausgeführten Verrates an der heiligen Sache des deutschen Volkes bestrafen wollte. Im Zuge der Untersuchung wurden fünfzehn andere junge Leute, die mit den beiden zusammen eine Terrorbrigade gebildet hatten, dingfest gemacht. Es ist seinerzeit ausführlich über diese Affäre berichtet worden, die den österreichischen Nationalsozialismus von seiner bösesten Seite zeigte. Walter Riehl weinte und beschwor alle Welt, doch nicht die rein auf politische Ziele und ideelle Propaganda eingestellte Partei des Mordes oder der Verführung der Jugend zu beschuldigen. Die Mitteilungen der Polizei ergaben freilich einen fast lückenlos geschlossenen Tatbestand, dessen merkwürdige Aehnlichkeit mit der Ermordung des Studenten Bauer in München und des Lehrers C a d o w in Mecklenburg auffallen uiußte. Es traten auch Merkmale zutage, die auf die unterirdische Tätigkeit bayrischer Instruktoren Hin- Wiesen. Der Oberleutnant Lechner verschwand aus Wien, ein anderer gewesener Offizier namens Freund wurde unter dringendem Verdacht festgenommen. Aber im Laufe der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft bröckelte der Tatbestand langsam ab und nun ist Nowosad irrsinnig und kommt auf den Steinhof. Die Behörde ließ seinen Geisteszustand prüfen. Die Psychiater Professor Höwel und Dr. Schopfhagen, der Direktor der Irrenanstalt Gugging, beobachteten ihn drei Monate hindurch und legten dann ein Gutachten von mehr als 60 Druckseiten vor, wonach Nowosad wegen Jugend Irrsinns der Vernunft gänzlich beraubt sei! Er sei dies schon zur Zeit des Verbrechens gewesen. Der Verteidiger Dr. Stieglandt beantragte nun die Einstellung des Verfahrens und der Staatsanwalt Dr. Kralik stellte es ein. Auch gegen Nowosads Freunde wuÄe das gleiche Verfahren beobachtet. Sie werden nur wegen Geheimbündelei verfolgt. Bei allem Respekt vor dem Gutachten der Psychiater bleibt doch die Frage offen, wieso sie feststellen konnten, daß Nowosad auch am Tage seiner Tat irrsinnig war. Und wenn schon ein Gutachten vorliegt, muß es schon eine ausreichende Stütze für die Einstellung des Verfahrens ergeben? Weshalb stellte man diesen Burschen samt seinen Kumpanen nicht in den Gerichtssaal? War er irrsinnig, dann hätte sich. daS doch rasch und sicher auch vor den Geschwornen gezeigt. ES ist ein sonderbares Verfahren, das die Staatsanwaltschaft einschlägt, sonderbarer noch, wenn man die sonstige Milde in Betracht zieht, wenn es sich um Hakenkreuzler handelt, am sonderbarsten, wenn man an die schweren Strafen denkt, die an, sagen wir, Nichthakrnkreuzler freigiebig auSgeteilt werden. $ Die grauenhafte Ermordung deS Karger ist noch in aller Erinnerung. Im Juli 1923 lockte Nowosad seinen Freund in den H a s p e l w a l d bei Neulengbach, überfiel den Schlafende« mit einer Beilpicke und tötete ihn durch Schläge auf den Kopf. Nowosad begann ein Grab zu schaufeln, doch erfaßte ihn hierbei Eckel, und er flüchtete, nachdem er die Leiche in eine Mulde geworfen und mit Zweigen zugedeckt hatte. Beide waren Hakenkreuzler und Karger stand angeblich im Verdacht, die Hakenkreuzlerpläne verraten zu wollen. Der Staatsanwalt hat auch gegen die übrigen Mitbeschuldigten das Verfahren wegen Mill schuld am Morde eingestellt und nur den Straf antrag wegen Geheimbündelei aufrechter h a l t e n. Aus dem Bekanntenkreise deS Ermordeten wird uns mitgetettt, daß das Gutachten und die Entscheidung der Staatsanwaltschaft großes Erstaunen hervorgerufen habe, da niemand den Nowosad für geisteskrank hielt. Nowosad könne den Mord unmöglich allein begangen haben, es müssen Komplicen vorhanden sein. In der Angelegenheit ist vor allem unergründlich, wieso die Staatsanwaltschaft auch gegen die Mitschuldigen das Verfahren einstellen konnte. Hierüber müßte Wohl Genaueres mitgeteilt werden, zumal die Staatsanwaltschaft doch dem Vorwurf wird entgehen wollen, daß hier gegen Hakenkreuzler eine Milde geübt wird, die nicht anr Platze ist. Das Gutachten. Das von den Psychiatern Professor H o e v e l mb Doktor Schröpfhagcn erstattete Gutachten vergleicht zunächst Nowosad mir Karl Sa r»d, der tm Jcchw 1819 nach der Wartburgfeier dcr deutschen Burschenschaften den Schriftsteller und russischen Staaisrat K o tz e b u e erstochen hat. Sand sei später, nach seiner Hnrrichtima, als geist-eskrankcr Schwärmer erkannt worden. DaS Gnitachten staut sich in seinem weiteren Inhalt aus die aroßsprecherMieu Schwatzereien des Bnrsästn aus die es zur Grundlage des Irrsinns-Urteils erhebt. Solche Phantastereien, wie sie im Nachfolgenden erzählt 'werden, erzählt jeder Jun^e. ohne daß es bcMwlfi jemandem einsallen wurde, ihn als abnormal hinznstel^^.Jn dem dicken Band, in den wir Einblick g e n v :t hasten, verweilen die Psychiater mit besonderer Aussnh ' ":it /bei einer gewissen okkultistischen Veranlagung Noivosads. Sie besprechen seine wohl nur für. Gerichts;'sychiatcc auffälligen Wachiräume, die ihn nach seiner Bchauptuna in ständigen Verkehr mit den Astralleibern Hingeschiedener großer Eroberer, darunter besonders mit seinen Lieblingen Bismarck und Wallenstsin, erhielten. Mit diesen besprach tr alle seine Plane, holte sich Rat und nahm Aufträge entgegen. Diese Stimmen -der Abgeschiedenen treten, wie Nowosad 'behauptet, sogar störend aus. Diese wichtigen Ereignisse und Erscheinungen traten schon im Oftbbsr 1921 auf, als er zum ersten Male BiSmarck, mit dem er sich feit jeher besonders beschäftigt hatte, als gelblichen Elsensteinkops, umgeben von einem Lichtschatten, im Halbschlafe sah und sprechen hörte. Später versuchte er. diese Erscheinung ans autosuggestivem Wege heraufzubeschwören. In einem Brief an seinen Verteidiger bezeichnet er sich als Kommandanten der Beschwerde für „Frei-Recht". In einer Beschwerde an den Völkerbund verlang er sein« Auslieferung und.erklärt selbstbewußt, daß er die schärfsten diplomatischen Mittel deswegen anwenden werde. Dies sind weitere, natürliche Kehrseiten des ihm auhaftenden Größenwahnsinns in Form krankhafter Eigenbeziehung bis zum Verfolgungswahn. Er behauptet auch, in der Lage zu sein, si^ der Justiz durch Selbstmord und „Uebersiedlunq seines Geistes" in einen anderen Körper, so wie es schon zwischen dem Offizll Werenalb und Nowosad der Fall war, zu entziehen, Nowosad erklärt, daß er eigentlich gar nicht Nowosad, das Kind ferner Eltern, sei, sond.wn. daß er hier nur bei Verwandten wohne und, wie er es schon vor dem Delikte bchaupict hatte, ein preußischer Offizier und deutscher Flüchtling namens Werenalst fei, der die Kämpfe im Baltikum, an der Wesifrom und sogar den Kapp-Putsch mitgemacht habe. Diese Spaltung seiner Person, die zuerst sogar noch eine vollkommene und au Li bewußte war, so daß der Beschuldigte auf seine Genossen b.’’: Eindruck eines schwindelhaften, anmaßenden Hochstaplers machte, der sogar seine Dokumente fäflfdjie, verschwand allmählich ganz. Der ddowosad wurde in seinen! Körper inuner mehr zugunsten des geistig viel höher stehenden Werenalst verdrängt und spielt jetzt seit langem keine Rolle uvehr. Aus dieser Quelle schöpft Beschuldigter auch seine Uebsrzsngmtg, mv der Erledigung des Verräters Karger eine große, gute und gerechte, unbedingt notwendige Tat zu vollführen. Diese in Uestevvinstrnvmung mti der klinischen Ersahruug von ihm erlangten Aufklärungen über sein Innenleben und den diesem entsprechenden Zusammenhänge der Dinge, lassen die Wachträume, Pseuishallunzinationen, echte Sinnestäuschungen, Bewußtseinsspaltungen und schließlich wähnhafte Umwandlung der ganzen Persönlichkeit als die Wurzel seines schrankenlosen GÄLungsdranges, seiner Sekbstvergöltemng und Wetterlösungsideen erkennen, deren wohnhafter Charakter nicht mehr zweifelhaft sein kann. Die Psychiater kommen schließlich zum Ergebnis, daß sich diowosäds gesamtes BechMen lückenlos aus der schleichenden Psychose dieses jugeMichen Paranoikers, dessen epileptische Veranlagung auf seine Disposition zu extatischen Zustande» schließen läßt, und die hier auch das Schlüssslergebuis für die kranGafte Umbildung seiner Persönlichkeit bildet, erklärt. Beschuldigter ist sonach wegen Geisteskrankheit (.Jugendirresein paranoider Form) der Vernunft ganz beraubt. er war es auch schon M Zeit des mkriminierten Deliktes, und bedarf wegen seiner Gemeingefährlichkeit der Internierung in einer Irrenanstalt. die andere, ohne Unterschied, wenn die Busenknospen, dahinter die ungestillten Wünsche des Herzens pochen, sich au die Schreibmaschine, an das Verkaufspult, an den Nähtisch drängen, die Finger teilnahmslos über dis Tasten hüpfen oder mit Modekinkerlitzchen spielen, zum Abend hin, der Ruhe, Erholung, Erfüllung bringen soll. Rasch nbermaunt uns die nervöse Dämmerung, die sentimentaler ist als alle Stunden des Arbeitstags. Schade um die Sehnsuchtgedauken, die daS junge Volk auf dem Heimweg verströmt, wenn Häuser und Plätze sich verdunkeln, ins Firmament die barocken Silhouetten der Zinspaläste sich hineinmalen, als wären sie eben angekommen, bis Sterne und Mond da sind, verspätete Meteore mitz süßer Plötzlichkeit über den Abendhimmel knistern und spitzes Schneegestöber die Erschöpften durch die verlassenen Borstadtgärten treibt. Laßt uns vergessen, laßt uns von neuem hoffen! Die Kleider werden leichter, die Herzen schwerer, die Borne gefesselter. Wieviele solcher Abende stehen uns noch bevor? Käuflich« und schenkende Liebe streichen über den Gürtel der Stadt. Wählet: Unflat der Gosse oder abgegriffene und dennoch vom Glanz der Ewigkeit umhauchte Worte werden dort draußen geflüstert. Die Mütter drücken sich um kahle, tvövmende Herde, hinter Haustorerr wird getuschelt, Betrunkene gröhlen m,ä den Weinhallcn. Entscheide dich t'ür Lust oder Entsagung. Mes ist bereit. Und alles drängt dem Augenblick zu, in dem ein zitterndes Lippenpaar, ein schwieliges Händepaar sich zu kurzem, armseligem, seligem Rausch findet. Oskar R o s e n f e l d. Stolper »«d Federn kontra Nekessp. Die Anwälte des Chefredakteurs Emmerich Bekessh, Dr. Valentin Roseufe! d und Dr. Walter Rode, ersuchen uns unl die Aufnahme folgender Erklärung: Die Herren Dr. Gustav Stolper und Malter F t-- der» machen den Versuch, den mit unserem Klienten geschlossenen Vergleich so darzustellen, als würde es sich um eine einseitige Erklärung des Herrn Bekessy handeln. Dies entspricht, wie aus dem objektiven Prozeßbericht hervovgeht, nicht .den Tatsachen. Der Bergle-ich besteht aus zwei geirennien Erklärungen, die die Prozeßgegner. einander gegenseitig abgegeben haben. Ucberdies haben sich beide Teile verpflichtet, Kommentare zu dem Vergleich zu unterlassen. Die heutige Erklärung der Herren Doktor- Stolper und Walter Federn bedeutet daher nichts anderes als einen groben Bruch eines vor Gericht geschlossenen Vergleiches. Dr. Valentin R o s e n f e l b Dr. Walter RoH«,

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