Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1772 (21.1.1924)
- Date
- 1924-01-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Geiie? Sßten, Moniiüg Die Cuunueckys können nicht begreife-, »atz er weiter in Haft behalten wird, da dem Untersuchungsrichter selbst das Belastungsmaterial nicht ausreichend erschien und er sich über Ersuchen deS Anwaltes Chlmneckys, Dr. Rudolf Eisler, für die Enthaftung ausgesprochen habe, anderer-- seits aber keinerlei Kollusionsgefahr vorliege und auch eine Flucht ausgeschlossen sei, da Chlumecky* mit seinem Vermögen und mit seiner ganzen Existenz in Wien wurzle. Leopold Chlumecky hat in den vornehmsten Gesellschaftskreisen Wiens eine, große Rolle gespielt. Einen furchtbaren Schlag muß seine Verhaftung für den neunzigjährigen Vater bedeuten, den einstigen Minister Johann Chlumecky. Leopold Chlumecky, der in den Fünfzigerjahren steht, hatte sich seinerzeit als politischer Beamtoc, namentlich als Bezirkskommissär in Spalato, eine sehr genaue Kenntnis der Verhältnisse an der Adria erworben. Er galt als hervorragender Kenner der südslawischen und italienischen Frage, hatte mehrfach warnende Berichte über das Treiben der Jrredenta nach Wien gesandt und dadurch die Aufmerksamkeit des Thronfolgers Franz Ferdinand auf sich gelenkt, zu dem er später als Ratgeber und Freund in engste Beziehungen trat. Er wurde der Leibpublizist Franz Ferdinands. Leopold Chlumecky ist kinderloser Witwer. Er besitzt etrf Haus in Meran, eine Villa in Aussee, wo er sich einen großen Teil des Jahres aufhielt, und mehrere ansehnliche Objekte in Wien. Dys Haus Ecke Singer- und Kärntnerstraße hat er vor einiges Zeit an den Inhaber des Modegeschäftes, das sich dort befindet, für einige Milliarden verkauft. * Di« Sperrung des Bankhauses Ultnrann. Gestern vormittags. intervenierte das von der Versammlung der Einleger' deS Bankhauses Ulimcmn gewählte zchngliedrige Gläubigerkomitee, daS über hindert Gläubiger mit mehr als vierzehn Milliarden Einlagen, somit Wer dreiviertel derselben vertritt, bei der Wirtschaftspolizei, um die Aushebung der polizeilichen Sperre und den Weiderbetrieb des Bankhauses durch den Inhober unter Mitwirkung und Kontrolle des Gläubigerkomitees zu verlangen. Die Gläubiger betonten, daß nach ihrer Ueberzeugung eine Schädigungsabsicht seitens Ultmanns nicht vorli-ege. Das Komitee wird heute neuerlich vorsprechen, um die Entscheidung der Wirtschaftspolizei zu erfahre)!. * Mazzotherzeugung. T-er Vorstand der Wiener Kultusgemeinde teilt mit: Im Sinne des Geset-es vom 21. März 1890 untersteht die Erzeugung und der Verschleiß von rituellen Osterbroten der Aufsicht der israelitischen Kultnsgemeinde. Jene Mazzotherzeuger, welche.für das Jahr 1924 M'azzoth zu erzeugen beabsichtigen, werden aufaefordert, sich unverzüglich mit dem Sekretariat der israelitischen Kultusgemciude wcgen Erlangung der Aufsichtsbewilligung und Festsetzung der Modalitäten ins Einvernehmen zu setzen. * Tin neues Verfahren zur Bekämpfung der Krebskrankheit. Bisher hat man zur' Bekämpfung der Koobskrancheit das Radium hcmvtsächtich ä u ß e r l i ch anpewendet, wobei aber leicht sehr bösartige Verbrennung m entstehen. Bereits vor mehreren Jahren hat Dr. F. W. Fa lila intravenöse JrrjMionen von radioaktiven Stoffen, besonders von Polonium zur Bekämpfung imrerer Krankheiten erprobt. Run empfiehlt der Professor an der Universitär Graz. Dr. Viktor F. Htzß. die Anwendung intravenöser Injektionen von Radiumlösunge <n. Dieses Verfahren wird in Amerika bereits mit Erfolg angewendet. * Hundert jüdische Opfer des Dampferunglücks im Schwarzen Meer: Wie aus Konstantinopel berichtet wird, sind bei dem Untergang des amerikanischen Dampfers der Conoios Ocean Line in der Nähe des Hafens von Traperml unter den 300 umgekommenen Passagieren mehr als und er 1 Juden ums Leben gekommen. (I. T. A.) * Mikado Goldband-Feigenkasse mit Rabattmarke ist die beste Kaffewürze. (Entgeltlich.) * Versammlung der Interessenten der Leipziger Mustermessen. Am 23. d. findet um 8 Uhr 30 Min. nachmittags in der Handelskammer. Wien. 1. Bez.. Stubenring 8. im großen Saale, eine Besprechung über die Leipziger Frühjahrsmesse (2. bis 8. März) statt, wobei Herr Kommerzialrat Friedrich Rotter einen auftlärenden Vortrag halten wirb. (Entgeltlich.) _Wiener Morflerize?turift. _ Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Hautpflege bei Säuglingen. Wenn mau .Gelegenheit hat, viele Säuglinge und kleine Kinder zu beobachten, so findet man, wie mangelhaft und falsch die Pflege und Wartung dieser Kinder selbst in solchen Kreisen ist, denen für die Neugeborenen eine 'eigene Pslegeperson zur Verfügung steht. Nicht daS schöne Steckkissen, die feine Wickelbinde oder die zierlich aufgesteckte Seidenmasche sind ein Zeichen für die verständnisvolle Pflege des Kindes. Aus diese Aeußerlichkeiten kommt es nicht allein an. Man braucht oft nur das Kind von seinen vielen Umhüllungen zu befreien, und schon kommt dem Beobachter ein abscheulicher Geruch in die Nase. Ist der Säugling gerade naß. dann hat die Mutter oder die Pflegerin gleich eine Entschuldigung bei der Hand. Dieser unangenehme, in die Nase stechende Geruch rührt von der Zersetzung des kindlichen Harns her, der normal geruchlos ist. Saugt sich aber der Harn in den Windeln und den übrigen Umhüllungen ein, so tritt eine ammoniakalische Gärung ein, von der die durchnäßten Stücke nur durch Auskochen in siedendem Wasser befreit werden können. Meist werden aber Windeln und Polster nur mit warmen Wasser und Seife gewaschen,, mangelhaft getrocknet und es bleibt in ihnen die bakterielle Gä-rung weiter wuchern, so daß ^rotz häufigen Wechselns der Unterlag, flösse der unangenehme Geruch dwrch den frisch gelassenen, sich gleich zersetzenden Harn entsteht. Diesen Zusammenhang hat. man lange nicht erkannt. Den scharfen Geruch brachte man bald mit der erschwerten Zahnung, bald mit der Rachitis (Englische Krankheit) in .Verbindung, während er tatsächlich nur die Folge mangelhafter Reinigung der kindlichen Hüllen ist. Es ist klar, daß der scharfe, zersetzte Harn ans die empfindliche, reizbare .Haut des Kindes schädlich wirkt, insbesondere wenn die Ausscheidungen der Blase und des Darmes lange mit der kindlichen Haut in Berührung bleiben, was eben bei mangelhafter Aufsicht und Wartung der Fall ist. Es entstehen die verschiedenartigsten Hautaffektionen in erster Linie an den am meisten betroffenen Stellen, an den Gesäßbacken und in der Leistenbeuge. Das Wundstill kennzeichnet sich durch Rötung, Abschilferung und Blasenbildung der Haut. Das Kind wird infolge der Schmerzen unruhig, schläft schlecht, schreit viel. Die unerfahrene Mutter, die den Zusammenhang nicht erkennt, führt die Unruhe des Kindes auf Hunger zurück, es tritt daun meist ^ine Ueberfütterung hinzu, die eine Darmstörung, mit zahlreichen, die kranke Haut neuerlich reizenden Entleerungen im Gefolge hat. Der Säugling verliert an Gewicht und ist ernstlich gefährdet. Der Kreis der bösen Folgen ist noch nicht ganz geschlossen. Ein solch mangelhaft oder falsch gepflegtes Kind leidet auch dauernd unter den unangenehmen ammouiakalischen Dämpfen, die mangels genügender Lüftung der Räume sicherlich zur Entwicklung der Rachitis beitragen. Diese verursacht wieder die verspätete Zahnung, so daß die ungenügende, ungeeignete Reinigung der kindlichen Umhüllungen das Kind in die schwerste Lebensgefahr bringt. Um den Schäden vor.zubeugen, muß die Wäsche jedesmal gründlich ausgekocht, das Kind täglich, üm besten des Abends, gebadet werden. (In dieser Badewanne darf die schmutzige ^Wäsche nicht gereinigt werden.) Nach jeder Durch- In der Zeitschckst „Gazette musicale" äußerte sich Mst Franz Liszt über sein und Berlioz' Ideal von romantischer Kirchenmusik in folgender Weise: „Aus Mangel an besserem Ausdruck können wir dirr neue Musik ganz gut Humanitär nennen. Sie muß fromm, stark und drastisch fein, nach einem kolossalen Maßstab das Theater und die Kirche verbinden, Dramatisches und Sakrales, Hevrliches und Einfaches, Feuriges und Freies, Stürmisches und Ruhiges, Klares und Gefühlsmäßiges." Diese Zeilen schrieb Atzzt im Jahn; 1834, drei Jahre später komponierte Berlin sein Requiem, bald darauf Liszt seine Graner Festmeffe, und das mächtige Pathos der großen Oper Mayorboerß umfaßt denselben Zeitabschnitt. Ueberall die kolossalen Mittel — für die Apotheose der Margarete am Ende von „FaustS Verdammung" fordert Berlioz gleich einige hundert KiWerftimmen —, überall die Verbindung von Theater und Kirche! Daher kommt es wohl auch, daß uns Berlioz theatralisches Requiem heute nicht mehr recht zu packen vermag das höchst unkirchliche Höllenthea der des „Tuba mintm", in dem eine Ueb>:vmacht von Posaunen mit den Pauken um die Wette dröhnt, bleibt eben Theater, und wenn man sich von den Schrecken des jüngsten Gerichtes erholt hat, so fühlt man das Mißverhältnis zwischen ausgehäuften Mitteln und erreichter Wirkung. Berlioz nannte sein Requiem bekanntlich „das größte musikalische Werk, das, wie ich glaube, jemals geschrieben worden ist," und b.'richtet weiter: „Schumann, der schweigsame Schumann, ist ganz elektrisiert von dem Offertorium meines Requiem-; er stand anderen Tages zum großen Erstaunen derer, welche ihn kennen, offenen Mundes da, um mir, mome Hand ergreifend, zu sagen: Dieses Öftertorvum. übenvagt alles." Heute freilich hat uns der schweigsame Schumann nt seinen Miniaturen mehr zu sagen als der redselige Berlioz in seinen Mamirmtgebilden. In einer von Leopold Re ich wein geleiteten, Wohl vorbereiteten Aufführung deS Requiemim Gesellschaftskonzert wirkten der disziplinierte Chor deS Singvereins und das' Symphonieorchester mit, Herr Trajan Grosavescu sang mit seiner großen eindringlichen Stimme das Tenorsolo. Im Monnementkonzert des Ton künstle vorchesters dirigierte Klemens Krauß Negers „Romantische Suite" uud Bruckners Dritte Symphonie. Negers „Romantische Suite" wird von den Wiener Dirigenten stiefmütterlich behandelt, obwohl man sie zu Negers dankbaren Wmken zählen könnte. Wie so viele Rogers che Kompositionen ist sie von einer gang starken Innerlichkeit beherrscht: Notturno, Scherzo und Finale erklingen nach malerischen Eichendorf-Bersen, dds Reger mehr zu innsver Empfindung als zu äußerer Malerei anvsgen, sie sind ebenso reich an überkompliiziertien thematischem Gewebe und fast unübcsehbaver motivischer Kleinarbeit wie an Farben und Stimmungen. Namentlich das im Mondschein glänzende Scherzo, in drin die nächtliche Natur Wendig wird und sin entzückendes Leuchten und Flimmern cmhebtzeitigte starken Eidruck, woran die vorzügliche Medergabe ihren Anteil hatte. Ein vorbildliches Programm, dessen Reize nur von Feinschmeckern ganz gewürdigt werden können, boten Otti Hey und Rosette Anday an einem Arien« und Duettenabend, der neben anderen gewählten Stücken aus den alten Schatzkammern von Pergolese, Carissimi, Bach uud Händel auch eine Auswahl von .Handels Londoner Kammerduetten in der Bearbeitung von Brahms brachte. Die strebsame Otti Hey war dcr glänzenden, sinnlich warmen Stimme ihrer Partnerin lange nicht ebenbüttg, doch hielt sie in den Duetten tapfer stand. Anna R. H a rdorff zeigte an ihrem Liederabend eine mehr aus geistigen als aus matc'.icliein Duellen schöpfende vornehm kultivierte Stimme. Als Novität sang sie zwei hübsche Gesänge von Hans Ewald Heller, dessem in einfach volkstümlicher Melodik gehaltenes Lied „Uni Mitternacht" besonders gefiel. Der Liederabend Dr. Gustav Huber brachte einen Hofvat des Eisenbahuministeriums aufs Podium. Hofrat und GasangSpovt dazu, dessen warme kleine Baritönstimme und geschmackvoller Bortvag Beifall fanden. Konyerte des Böhmischen. Streichquartetts sind immer ein künstlerisches Ereignis. Spielt es auch nicht in $1. MriMv 1924 M. i77>s nässmig des Kindes muß dessen Haut durch vorsichtiges Einfetten mit reinem Baselin und Bestreuen mit irgeildeinem guten Streupulver vor ungünstigen Einflüssen geschützt werden. ■ Nach dem täglichen Bade soll das Kind gut abgetrocknet und womöglich am ganzen Küvper eingesettet werden. Was die Bekleidung betrifft, so» müssen die Hüllen und Windeln weich sein und die Verdunstung der Feuchtigkeit nicht behindern, weshalb die üblichen Gummistoffe eigentlich ungeeignet sind. Man verwende an deren Stelle gut aufsaugende Flanelle. Der geringste Grad von Wuudsein »verdient Beobachtung, da sich das Hautleiden sonst von den unteren Regionen über den ganzen Körper ausbwitet uud dann eine lange Behandlung erfordert. Bisweilen verträgt das Kind essigsaure Tonerdeumschläge bessser als Salbenverbände. Die Hauptsache bleibt d'.e peinlich reinlichste Durchführung aller solcher Prozeduren. Von einem anderen Hautleiden, dem Grind am Kopfe und denk Gesichtsekzem, dem ^Vierziger", haben die Frauen gleichfalls eine sonderbare Vorstellung. Die Kinder neigen in den ersten Lebensmonaten zu starker Talgabsonderung, insbesondere an der Kopfhaut. Eutfemt man diese fettigen Schuppe:: nicht gleich bei ihrer Bildung durch gründliche Seisenwaschnngen — viele Mütter fürchten unbegründeter Weise eine Verletzung der weichen Schädeldecken oder der Kopftücken — so entsteht eine mit Haaren verfilzte, graue Kruste, die bei gewaltsamer Entfernung näßt und blutet. Dieses Ekzem verbreitet sich dann über Stirn und Wangen und entstellt das Kind in häßlichster Weise. Man beobachtet, daß gerade gut genährte Brustkinder von diesem Leiden befallen werden «nd daß fick» beim Eintritt einer fieberhaften Krankheit das Ekzem oft von selbst zurückbildet. In Laienkreisen hält mau vielfach dieses Hautleidennicht für eine örtliche Erkrankung, sondern für den Ausdruck einer allgemeinen inneren Krankheit, deren schlechte Säfte au die Oberfläche der Haut ausgeschieden werden. Daher vertreiben viele Mütter den Hautausschlag nicht und lassen ihn unbehandelt lange stehen, was für das Kind sehr nachteilig ist. Dieses Ekzem führt im Gegenteile zu Schwellungen der Hals- und Nackendrüsen und in der Folge zu deren Vereiterung, welche sowohl durch eine' etwaige operative Behandlung als durch eine Allgemeininsektion das Kind in Lebensgefahr bringen. Die Kopfhaut soll also gründlich mit warmem Wasser, Seife und Schwamm gereinigt werden. Bei Krustenüildung erweiche man dieselbe durch Oelumschläge und verwende nach Entfernung der Auflagen für die nässenden Stellen eine vom Arzte verordnete Salbe. Die sachgemäße Pflege der Haut der kleinen Kinder und ihre Gesunderhaltung ist v^u ausschlaggebender Bedeutung für deren weitere Entwicklung, weshalb es Pflicht der Mütter und Pflegerinnen ist, sich von veralteten, überholten und abergläubischen Anschauungen freizuwachen. Amtlicher Fragekaften. Nervenleidend. Aus dem gewählten Motto ist zu ersehen, daß Sie Ihre Baschwrrden selbst für nervös halten. Sie sollten doch wissen, daß sich Ihr Zustand nicht brieflich wird de. handeln lassen. Sie können nur Winke erhalten, einen Arzt rechtzeitig auftusuchen, zm Behandlung müffen Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens wenden. — Frida. Diese Geschwüre bedürfen einer länger dauernden ältlichen Bclnn-dlunp. Mit Spülungen allein erreicht man nichts. — Broder. Di« Aknepusteln treten in den Pubertätsjahren aus. Verwenden Sie SchwefÄseifen, eventuell Höhensonnobe« strahlung. der durchgeistigt abgeklärten Art der Rose-Leute, so bringt es dafür um so stärkere mustkautisch sinnliche Fähigkeiten mit. Seit din Tagen, da Nedbal am Bratschenpulte saß, hat sich manches geändert, aber das Zigeunerhafte, Rhapsodische, das starke Erleben und Genießen des Augenblickes ist den Musikern geblieben, und ihr urwüchsig mitreißen, des Temperament und ihre noch immer unverbrauchte Jugend bewährten sich neuerlich machtvoll in Quartetten ihres großen LandSmanneS Smletana wie auch in Werken von Schubert und Ravel. Mit kleinem Ton, sauberer Technik und mädchenhaft derschüchternen Gestalten spielte Piroska Goitein MendelsohnS Violinkonzert, mit außerordentlicher Geläufigkeit und starker Musikalität beherrscht die nordische Cellistin Ruch TermoeS ihr Instrument. In dem jungen Mädchen scheinen noch starke Energien zu schlummern, rnit de von Erwachen auch das künstlerische Eigenleben schärfer hervortreten dürfte. Auch Walter Kl ei necke, der bekannte Solocellist der Phicharmoniker, erfveute in seinem eigenen Konzerte durch sein reifes und virtuoses Cellospiel. Weniger erfreulich war die Bekanntschaft mit elinem neuen Cellokonzert von Lio Hans, das Kleinecke zur Anführung bruchte. Lio Hans ist der Deckname ainer bÄannten Dame der Gesellschaft, di« auch in ihrem nerven Cellostück die gesellschaftlichen Formen ivahrt und routiniert zu plaudern versteht. Leider bevorzugt sie konventionelle Phrasen und geht der gründlichen musikalischen Auseinandersetzung, welche die Konzertfornl verlangt, aus dem Wege. Die dürftige Harmonie und gleichförmige Melodik lassen cher auf sine ^komponierende Dame" als auf einen „weiblichen Koinpomsten" schließen. Einige Pianisten, die den Mllsikalischen Durchschnitt kaum überragen. Men nur kurz erwähnt: Anna Licho, deren begvönzte Empfindung für die Gestaltung kbeinever Stücke gorade auSreicht, Emil Salzberger, dessen piamstisches Können durch anscheinend unüberwindliches Lampenfreber beeinträchtigt wird, Charlotte v. R e c s e Y, welchir modern« Stiick« von Bela Bartok ganz schmissig anfaßte, und Alice Rohrw.asser» die in Piecen von Bach u>nld Niameau durch die Farbigkeit ihres Spieles angenehm aufsiel. ^-«win Felder.