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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-20 · Heft 1771 (20.1.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1771 (20.1.1924)
Date
1924-01-20
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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«MMWWMMWM BSSSSpstwww Skkftz ITT Men, Tonnsag «r-----—— -- zu fragen u!ub zu erzählen haben würden, mein Amtszimmer. Aber schon nach wenigen Minuten hörte ich die verzweifelten Rufe des Amerikaners: „Mister Krausz, please, bitte, come in!" AlL ich wieder ins Zimmer trat, blickten mich die ^eLen Brüder hilfeflehend an. Die Konversation stockte, sie verstanden einander kaum, sie brauchten einen Interpreten. Der Amerikaner vermochte feinem Bruder noch einigermaßen zu folgen, denn dieser sprach ja noch immer dasselbe „Mameloschen", dieselbe Muttersprache wie anno dazumal, da sie noch beide in dem „verwogelten" galizi'chen Nest die Flucht ins ferne Dollarland ersehnten. Aber der galizische Bruder saß hckslos da. Er verstand das Zehnte nicht von dem, was sein amerikanischer Bruder zu ihm sprach. Wie denn auch? Er beklagt sich, daß er ihm wieoerholt geschrieben und keine Antwort erhalten habe. Der Amerikaner entschuldigte sich: „Sicher, deine letters senen nit zu mir gekommen, ich hob in die letzte Johrn zweimal gemufft." Der Galizianer sucht bei mir Hilfe. Ich rette ihn, tttbcm ich ihm sage, daß sein Bruder zweimal übersiedelt ist, die Wohnung gewechselt habe. (To move ist gleich übersiedeln.) Zögernd erkundigt er sich nun nach Onkel Luser, der gleichfalls nach Amerika ausgewandert ist und ist wieder betrübt, als er die ihm gleichfalls unverständliche Antwort erhält: ^,Mir gleichen sich nit mit Onkel Lais, er ist drüben an Olreitnik geworden." Woher sollte der galizische Bruder auch wissen, daß im amerikanisch-jüdischen Dialekt „gleichen" ftv'el bedeutet, wie „lieben, lieb haben", nach dem englischen Wort „like", das sowohl die Bedeutung von „gleichen, gleich sein", wie auch von „lieben und lieb haben" hat? Woher sollte er es ferner wissen, daß „olreitnik" eine Jargonbildung aus dem Wort all right ist und im Amerikanisch-Jüdischen etwa dasselbe bedeutet wie „Petitenik" im ungarisch-jüdischen Dialekt? Selbem ist auch der galizische Bruder glücklich in Amerika gelandet „macht dort ein Leben", denn sein Bruder hat ihm alles „gesettalt". So schrieb er mir in einem Gleiter" vor mehr als einem Jahr... Der jüdische Dolmetscher im Prozeß gegen Nuchim Schapira hatte es also wirklich nicht leicht. Er erschwerte sich allerdings seine Situation noch dadurch, daß er sich, wk es scheint, genierte, vor einem hohen Gerichtshof und voe dem überfüllten Auditorium zu „jüdeln" und sich daher bemühte, hochdeutsch-jüdischdeutsch zu sprechen. So verfiel er erst recht ms wirkliche „Jüdeln". Der Vorsitzende hatte deshalb seine liebe Mot mit diesem Dolmetscher. Unter schallender Heiterkeit des Auditoriums rief er schließlich: „Das geht so nicht weiter. Der Herr Dolmetsch versteht den Angeklagten nicht, der Angeklagte versteht den Herrn Dolmetsch nicht und ich verstehe beide nicht." Damit war der „Herr Dolmetsch" erledigt. Aber wie gejagt, zum guten Teil ohne seine Schuld. Im nächsten Artikel will ich ein Erlebnis mit dem verstorbenen Komiker E i s e n b a ch als jüdischem Dolmetsch schildern. Zu seinem stetigsten Geburtstage. Von Prof. Dr. Sam. Krauß. Das Judentum feiert in diesen Tagen das Jubiläum eines seiner besten Söhne. Immanuel L ö w, der bekannte, ja berühmte Rabbiner von Szeged, der zweitgrößten Stadt in Ungarn, tritt am 20. Jänner 1924 in das 70. Jahr seines Lebens. Es ist das ein Leben voller Arbeit und Mühsale, doch auch voller Erfolge; als Mensch, als Seelsorger und als Gelehrter genießt er gleich hohe Achtung in den weitesten Kreisen. Erbe eines großen Namens (die Familie Löw leitet sich vom hohen Rabbi L ö w in Prag ab), schon in jungen Jahren Nachfolger seines Vaters im Nabbrnate von Szeged, hat er es verstanden, den Namen Löw mit neuem Ruhme zu bedecken »nd ihn in die Herzen und in die Annalen seines Volkes mit unverlöschlichen Lettern einzutragen. Seit mehr als 40 Jahren dient er seiner angestammten Gemeinde, mit der er sich innig verwachsen fühlt, und der er treu blieb, als der ehrende Ruf von Wien und anderen Gemeinden an ihn erging, und so trägt alles, was in Szeged jüdisch ist, den Stempel seines Geistes, sei es im Gottesdienste, sei es in der Schule, und seinen Ruhm kündet auch die großartige Synagoge, die mit erlesenem Geschmack und mit den Emblemen seiner Wahl erbaut, berufen ist, dem Synagogenbau neue Wege zu weisen. So hat er es auch verstanden, den verblaßten Nimbus des Räbbinerstandes zu beleben und in neuem Glanze erstrahlen zu lassen, und das ist wahrlich seiner Taten geringste nicht. Allem Trivialen abhold, atmen auch seine Predigten einen neuen Geist, und dies in einer Sprache, die das Entzücken eines jeden Magyaren bilden müßte, wenn man eben in Magyarien für edle Regungen noch Raum hätte.... Nur eines vermochte Löw nicht: Die dunklen Mächte des Hasses zu bannen, und es kam düs Unerhörte: Er, der glühende Patriot, soll sich verräterisch gegen sein Vaterland benommen haben, wo er doch nichts anderes als berechtigte Kritik übte. Er wurde in eine langwierige Untersuchungshaft gezogen, vor einigen Jahren erst, als er bereits dem Greisenalter nahestand. Das ganze Judentum schrie auf ob dieses Rechtsfrevels, uub wir waren völlig erleichtert, als endlich Vernunft und Gerechtigkeit obsiegten und er uns ungebrochen wiedergegeben wurde. Wiener MorftenzelLnnü. SO. Jänner 1924 Nr. 1771 Montag, 21 Jänner, 5 Uhr Die Miklassige Privatbandelsschule Deutsch im 9. Bezirk, Hörlaasse 12 «Ecke Lichtensteinstraße), Fernruf 14-2-12, eröffnet am 21. Jänner d. I. um 5 Ilhr nachmittags einen nennwöchcntiaSn SvezialkurS für Handel s-, Banku. Börsenwesen für abgebaute Beamte, Offiziere,Professoren,Lebrer, Ingenieure und Juristen. Um auch Herren, die beruflich bereits tätig sind, die Beffichsmöglichkeit zu bieten, ist die Unterrichtszeit dieses Kurses auf Dienstag und Donnerstag von 6 bis 8 Uhr abends und Samstag von 5 bis 7 Uhr angeseht. Trotz der kurzen Dauer dieses Kurses werden die heften Erfolge erzielt, da nur erstklassige, praktisch erprobte Lehrkräfte wirken, die sowobl in wissenschaftlicher, als auch in mekbodischer Hinsicht für den Unterricht her- «, vorrngend befählt sind. Tausende unserer Kursabsol- S venten und -ALow^iitimien sind bereits als definitive Beamte in den ' iros'-u. Mittelbanken, in Handelsu. Jndnst'riehäu'er!'. in Stellung, viele verdanken ibre Betätigung in selbständigen Berufen der Absolvierung unserer Kurse; aber auch zur Verwaltung eigener Vermögen ist der Besuch unserer EinsührungSkurse in das Bankmtb Hanklsfach von großem Vorteil. Ausführliche Prosvekte, Auskünfte und Anmeldungen durch die Direktion (8 bis 12 und 8 bis 7 Uhr). (Neunwöchige Vormittags-Bank- und Handelskmse für Absolventinnen von Mittelschulen beginnen soeben!) 14 Tage 14 Tage 1 SaSlochkr, zweiflammig .ft. 189.000 1 WiiCiocfn-r, zweifla,,imig. 2 Wciterkochrr.ft. 968.000 1 BaSkocbcr, dreiflammig, 2 Weiterkocher.ff. 896.000 1 Ga dackrobr G. W.ft. 30 *.000 1 ©.irni ur, Gareisen, 2 Siagel. 2 ENen. 1 Erk-itzer . ft. >'00.000 1 Garherd, dreiflammtg, 1 Bratrodr, 1 Röstraum aufm, von K. i,49ff.OOO Sassen .aufm, von ft. L7,>.0. 0 Freie Besichtigung! Teilzahlungen werden gewährt! Siegfried Glück L Co,IX. Spezialgeschäft für SauS- und Küchengeräte» GlaSnnd Porzellanwaren 787 ROTER SÜSS WEIN ALTBEWÄHRT - STETS BEGEHRT IN ORIGINALFLASCHEN ÜBERALL ZU HABEN ENGROS-VERSAND: THEODOR ETTI k W. BERGEL A. G. WEINKELLEREIEN, WIEN, XIX. 500» M Begrüßung der Hakoah in Tel« Atvitv. Ansprache des Bürgermeisters Difengoff. In Tel-Awiw wurde die ReWieiMschaift der Hakoah» die dort oim 8. d. o'mbraf, von der gIsamliön jüdischen Bevölkerung und den SchuMudorin feiettOid) ömHstcmgen. Aus der Tevvasse des NaihaiuiseS begriüßte Büvgevm:!i>ster D >i s e n g o s f die Wiener Gäste mit einer hckbräischvn Ansprache, die allen zu Her-en ging und in «in stürmisch auifgenominrenes ,Mcha»lom Hakoah!" au>skla»nig. Er stlyde unter andevom: „Aus einem sermem WiiM der Diaspora kamt ihr zu uns und in euren Her^n brennit die Schmt'ucht wach dem Laute, in wellchem wir y.rm Volke würdem, zu einem Vo«bke, das uuist-eübliche Kuilurwevte Ms-chcvfsen Hai. Ihr wolltet mit euren Füßen dm Boden betrekn, auf wefchsm so viel Bbut unlservr Väter vengoffen wurde in den Kuiogen der MMabäer und dcan Kampf gegen die Römer, a>u»f dessen Bergen uiifere Pvckphetsn und Schar den Wckliiftieden -wüschen Mimischen und Völkern gepredigt haben. Ilhr kamt mit eurem giyenien Auigen das zu sehen, was die Pioniere des modernen JWud in ihrer Arbeit für den Ausbau des Landes und die Wvederychuvt des VoWes geleistet ha»'ben. Kanm, daß ihr den Boden dos HEyen lcmdes «betreten habt, und siche, da gälanZiist. ihr in eine Stiadit, die pamz hebräisch ist. und in deren Mimen und im Namen aller Over Führer und Leiter ich mich beehre, Sie hier anif das HenzSlichifte zu begrüßen und euch zu sagen: Geisegnat die Anikomnvenden im Namen des Herrn, geisegnst die Ankommenden im Namen unseres anifepstcherdm Landes! Hier in Tel-Hllwiw werdet ihr sehen, «was die jüdische Energie in so kurzer Zeit vollbringm konni'e, sdbalid man unS wicht an der Arbeit hindert. Mes was ihr hier sehet, Häuser, Straßen, Gärten. Fabriken, gemoinnütziae Jnstitiwtiivnen lchw., alles das wurde durch eigene Arbeit vor MHhen BevMernwg hier getan, ohne irWÄteiine phiktanithropilsche HAse von außen, Alles wurde aus der gesunden GrunÄerge der PvÜv2tlm>i«t>io>iibe und der goaenlsei «!y?n HiHe m'Hpcbaut. Wir sind ütberrzeuiK, daß diche erste Mische Stadt, die erst vor etwa droigckhn Jahren gegründet wurde, sich eirtwickeiln und wachsen und eine Mdnische Großstadt Pailäst'incr-s werden wird. Ihr kommt zu uns, um>d aus eurer Stirrne Wicht der Lorbeer vuver glänzenden Siege, wodurch ihr dokumentiert habt, daß ihr nicht nur Kinder des „Bvllkes des Buches" seid, sonder« daß ihr auch eiserne Muskeln und felsenfeste Au staue x hoNd. Und so schr wir auch dem üw'ügen Gmnblsatz huffdigem: icht durch Krast und nicht durch Macht, sondar« durch den Ge «ist" wird wnser Endsieg kommen, wenn die ganze Erdöberstäche vom Worte Gottes erfüllt sarn wird, so sind wir doch sehr erfreut, Lvwte aus unserem VvWe zu sehen, die durch ihren Mut und ihre Kraft sich mit ihrer! Gegndm aus dom FM: der Ehre messen können »nd in ihrem Lebe« den uralten Grundsatz „eine gesnwde Seele in einevn gssuntden Körper" oeuwirklich-t halben. Ihr werdet in unseren Städten und Kolonien wandern und unsere Brüder an der Arboit begrüßen; überall werdet ihr die Chaluzlim unserer KrlouiisatwonHarbMt finden, die für den Aufbau unseres nation'alen Heims ringen. Der Kampf ist schwer, die Hm'deririsse sind zalchlmeich, alber wir stchen in der Karnpsreihe mibt fester Z-ulvcrsicht uitzd mtit unechchil-töerllichem Bevtrcmlen, daß wir ei>ne große historische Roll« erfüllen,, alle, Doch von Löw, dem Gelehrten, gilt es zu sprechen, und wir sind zeitlich und örtlich gerade an richtiger Stelle, denn Löws neuestes Werk, das größte, das er geschrieben, das wertvollste auch, dessen sich die jüdische Literatur seit Jahren zu berühmen hat, ist endgültig in jener Haft entstanden und ist hier in Wien herausgegeben worden, dank der hochherzigen Stiftung des Herrn G. A. Kohut in New-?)ork, der, Sohn eines ehemals ungarischen Rabbiners, damit, daß er das Andenken seines Vaters zu ehren sucht, zugleich unsere brachliegende Literatur mächtig fördert. In dem, worin Löw seiner engeren Heimat dient, ist er getrennt von uns, ja, er mag Anschauungen haben und eine Richtung einhalten, die nicht die unserigen sind und die wir nicht billigen können, aber mit seiner Wissenschaft gehört er uns allen, und hierin gibt es nur eine Stimme der Anerkennung, da trägt er Siege davon, für die wir ihm, in einem ihm genehmen Bilde gesprochen, die Palme reichen müssen. Soll ich, darf ich es wagen, in kurzen Strichen die ungemein reiche Forschertätigkeit Löws darzustellen? „Reich" ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn es gibt welche, die viel mehr schreiben als er, aber Breite und Weite ist es nicht, was ihn kennzeichnet, sondern Tiefe und Schärfe, und „reich" ist er nur an Erfolgen. Um es kurz zu sagen: Löw ist der glücklichste Erforscher der Realien in Bibel und Talmud, ja, der einzige Erforscher dieser Materie, und wenn es in jüngster Zeit welche gibt, die dasselbe tun, so kann man getrost sagen, daß sie von Löw angeregt worden sind, von ihm unterstützt werden, und zumindest sich an seine Methode anlehnen. Löws Methode besteht aber darin, den Dingen auf den wahren Grund zu sehen, dieselben zuerst sachlich, dann aber auch sprachlich zu erkennen. Auf diese Weise hat er in erster Reihe das große Reich der im jüdischen Schrifttum vorkommenden Pflanzen erforscht, doch hat er auch aus dem Tierreich große Partien,' wie Schlangen, Lurche und Fische, erforscht, und es ist zu hoffen, daß gerade so, wie er in dem vorhin angedeuteten Werke „Die Flora der Juden", die Pflanzenforschung zu einem gewissen Abschluß gebracht hat, er auch die Fauna der Juden in ihrer Gänze bearbeiten wird, eine Arbeit, die, ich wiederhole es, nur von ihm geleistet werden kann, denn niemand unter uns, außer ihm, besitzt die nötige Sach- und Sprachkenntnis^ arbeitet auch nach einer richtigen Methode, um eine solch gewaltige Arbeit vollbringen zu können. Als vor mehr denn 40 Jahren Lötvs erste große Arbeit, die „Aramäischen Pslanzennamen", erschienen war, tat sich den erstaunter Forschern eine neue Welt auf, die Welt der Realie» des vielfach verranuteu und zur Seite geschobenen Talmud, und man sah, daß man von km gut erkannten Talmud auch zu der gut erkannten Bibel gelange, und man beeilte sich, die verfehlten Ansichten zu revidieren und heute gibt es kein ernst zu nehmendes biblisches Wörterbuch mehr, in welchem die Löwschen Pflanzenerklärungen nicht ausgenommen worden wären. Aber Löw selbst wußte am besten, daß die ganze Arbeit noch bei weitem nicht geleistet worden ist, und so arbeitete er all die 40 Jahre und mehr unausgesetzt weiter, biS wir fast auf den Monat genau, knapp vor seinem 70. Geburtstage, die Löwsche „Flora" bekommen haben, die alles überragt, was auf diesem Gebiete bislang geleistet und gelehrt worden ist. Was gibt es denn, so wird man fragen, gar so viel zu er-' klären in Schriften, mit denen sich bereits Tausende und aber Tausende beschäftigt haben? Namentlich kann das auffallend sein in bezug auf die Bibel, in der es ja schließlich eine gar große Anzahl von Pflanzen nicht gibt und in der ja das meiste schon längst erklärt sein muß? Nichtig, aber immer wieder stößt sich der menschliche Geist an dem, was noch nicht erforscht ist. Nehmen wir nun den schönen, oft vernommenen Satz im Hohenliede; die Schäferin spricht: Ich bin lrie Lilie Sarons, die Rose im Tal; die hebräischen Worte habazeleth und schos ch a n n a so übersetzt, ist beides unrichtig, vielmehr ist erstereS die Herbstzeitlose, letzteres die Lilie. Man kränkt sich nun wohl, daß dadurch ein Stück Poesie des Alten Testaments verloren gehe, denn „Herbstzeitlose" klingt gar nicht dichterisch. Aber nur für uns, im rauhen Norden; hier kündet nämlich die Herbstzeitlose das Absterben der Natur; anders für den palästinischen Bauern, der diese Blume erscheinen sieht, wenn der erste ersehnte Herbstregen niedergegangen, und die „Zeitlose" ist in Palästina in der Tat schön und farbenprächtig. Und die Schwester dieser Blume, die Lilie, s ch o s ch a n n a, hat sie nicht dem schönen Fraucnnamen Susanna Leben gegeben? Und in wie vielen Variationen der europäischen Sprache» lebt diese- Susanna weiter, ohne daß sich die schönen Trägerinnen bewußt

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