Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1771 (20.1.1924)
- Date
- 1924-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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WM»««« tzeite 3 Wien, SonMg Bon Oberrabbiner Dr. Z. P. Chajes. ^Aut einer Rede bei der Chaluzfeier am 17. Jänner 1924.) Bor fast zwanzig Jahren, kurz nach dem Beginn meiner Lehrtätigkeit an der Universität in Florenz. hatte ich mit einem berühmten Lehrer an der dortigen Hochschule eine Untervednng. die mir unvergeßlich geblieben ist. Der Mann, mit dem ich diese Unterredung hatte — ich hoffe, daß er noch jetzt lebt und wirkt — ist ein weit über die Grenzen Italiens bekannter Gräcist und Pa-phrologe; nicht nur das tote Griechentum interessiert ihn, er versteht es auch, es zu beleben. Er ist ein Mann von so tiefem Verständnis für die Schönheit jeder Art, daß er sich, natürlich nicht darauf beschränken kann, Texte zu erklären und Papyri zu entziffern, sondern daß in ihm auch die ganze Schönheit des alten Hellas lebendig wird. Dieser Mann, ich kann auch seinen Namen nennen, Professor V i t e l l i, ist aber auch ein liberaler Mann in gutem, altem Sinn. In seiner Jugend hat er noch den epischen Kampf um die Einigung Italiens, den Kampf um das neue Italien miterlebt. Und er gehört jener alten Garde an, die. wirklich. ein einiges Italien schaffen wollte, einig nicht nur nach außen hin, sondern auch nach innen, einig im Denken und Fühlen. Ms ein wahrhaft freisinniger Mensch kennt er kein Vorurteil und der Jude ist für ihn ebenso wie der im Lande geborene und wirkende Nichtju.de ein Sohn Italiens. Nun hatte ich Gelegenheit, vor knapp zwanzig Jahren, kurz nach meinem Eintritt in die Fakultät, deren Ruhm und Zierde. Profesior Vitelli war und, wie ich hoffe, noch ist, mit ihm über die Judenfrage zu sprechen und habe ihm begreiflich zu machen versucht,, warum wir kein Aufgohen des Judentums oder irgend einer jüdischen Gruppe im Volke, in dem es lebt, wünschen. Er war darüber ehrlich betrübt und sagte mir: „Warum stören Sie unsere Kreise? Warum wollen Sie es verhindern, daß in Italien alle Söhne des Landes, Juden wie Nichtjuden, in allem und jedem sich nur als Söhne Italiens fühlen?" Und ich sagte darauf: „Sehen Sie, Profesior Vitelli, Sie sind ein Mann, der die Schönheit in jeder Art empfinden kann, die äschetische Schönheit und die sittliche Schönheit. Sehen Sie nicht, wieviel Schönheit in dem Kampfe des jüdischen Volkes und jeder einzelnen Gruppe dieses Volkes um seine Eigenart lebt? Empfinden Sie nicht, daß die Welt, die gegenwärtig. an Schönheit nicht gerade reich ist. einen Teil ihrer Schönheit einbüßen würde, wenn dieser Kampf besonderer Art aufhöven würde, ein Kampf, der in uns nicht aus dem Haß geboren ist. der von unserer Seite mit keinen anderen Waffen gekämpft wird, als mit den Waffen des Geistes, ein Kampf, der dazu führen soll, unsere Schönheit, unsere ererbte Schönheit, unsere Farbe und unseren Ton der Welt zu erhalten. Glauben Sie nicht, daß m der Harmonie der Welt etwas fehlen wurde, wenn diese Farbe, dieser Ton und diese Schönheit nicht mehr vorhanden wäre?" So sprach ich vor zwanzig Jahren. Ich würde auch heute, so sprechen, aber vielleicht mit einsr tieferen Berechtigung als es mir twr zwanzig Jahren möglich war, denn hätten wir unsere Unterredung fortgesetzt, so hätte ich auf diese Antwort gefaßt sein müssen: ,^Jst das aber doch nicht eine unproduktive Schönheit, ist das nicht eine Schönheit, die ins Museum gehört? Ist nicht das, was ihr erhalten -wollet, eben nur eine ererbte Schönheit? Was hcebt chr getan, um diese Schönheit zu einer lebendigen zu machen, sie fortzusetzen?" Vielleicht wäre ich in Verlegenheit gewesen, wenn er vor zwanzig Jahren an mich diese Frage g-stcllt hätte. Hente könnte ich viel ruhigereil Gewissens die Antwort geben. Heute köMen wir von einer wirklich produktiven Schönheit unseres Volkes sprechen, nicht nur von einer Schönheit, die ins Museum gehört, die ererbt ist, sondern einer Schönheit, die wir täglich neu schaffen. Und diese Schönheit liegt in unseren Chaluzim. Soweit meine Geschichtskenninis reicht — und sie reicht ziemlich weit —, kenne ich in der Geschichte der anderen Völker und — vielleicht darf ich es auch sagen — selbst in der Geschichte unseres Volkes nichts, was sich an sittlicher Schönheit dieser Erscheinung an die Seite stellen kann. Es handelt sich um Menschen, die in d'em alten Lande eine neue Welt schaffen wollen und nur deswegen, nur um diese neue Welt zu schaffen, um sie nicht für sich zu schaffen, sondern für künftige Geschlechter, nur aus diesem Grunde nach Palästina gehen und dort S-traßen bauen, Malaria bekämpfen und sonst alle Arbeit leisten, die sie zu Hause zu tun nicht gewöhnt waren. Ich weiß nicht, ob Sie bei irgend einem anderen Volke eine ähnliche Jugend sinden. Ich unterschätze den Idealismus der Jugend anderer Völker nicht. Ich weiß, daß wahrscheinlich auch heute noch bei allen Völkern ein Teil der Jugend bereit ist, für die Freiheit, für die höchsten Güter der Menschheit zu kämpfen. Aber daß fern von der Heimat, unter schwierigsten Verhältnissen, ohne für sich auch nur irgend etwas zu erwarten, einfach nur, um der Zu- Lunft zu dienen, um dem Volke eine neue Welt zu schaffen, Tausende und aber Tausende der wertvollsten Menschen diesen Dornenweg gehen, ich glaube nicht, daß es irgendwo in der Welt jetzt etwas Aohnliches gibt, ivas dem an die Seite zu stellen wäre. Und ich weiß auch nicht, so weit meine Geschichtskenntnisse reichen, was wir in unserer Vergangenheit dem an die Seite stellen können. Nicht einmal die Jugend zur Zeit der Makkabäer; denn die kämpften einen Kampf gegen den Feind, der sie bedrückte, sie kämpften für ihre Religion, sie kämpften gegen den Feind, der ihnen die Äele nehmen wollte, die sie zu retten hofften. Hier ist MEL MoEWelkir«8« c§ aber ein Kampf für das Volk, wobei die Jugend für ich nichts erwartet. Ich denke, das ist eine sittliche Schönheit, die wir wohl mit Recht eine lebendige Schönheit meimen müssen, eine Schönheit, die in höchstens Sinne produktiv ist. In den höchsten Regionen wird aber die Schönheit zur Harmonie und zur Wahrheit. Und diese Wahrheit drängt sich jedem auf: Eine kleine Episode diene zum Beweis: Ein höherer österreichischer Staatsbeamter, mit dem ich in Triest in den ersten Kriegsjahven öfter amtlich verkehrte und der den Inden nicht sehr freundlich gesinnt war. -hatte im Jahr« 1917 Gelegenheit, als Verwaltungsbeamter mit den österreichischen Regimentern nach Palästina zu gehen. Ms er im Jahre 1918 zurückkehrte, bestürmte er mich, ihm etwas von Palästina und von den Juden zu erzählen, von den Inden, die so mit dem Lande verwachsen seien, von den Studenten und von den Doktoren, die den Boden bebauen, einfach, weil sie ihrem Volke und ihrem Lande dienen wollen. Diese Erscheinung hatte alle, seine Ansichten über das Judentum auf den Kopf gestellt. Jeder, der Palästina besucht, ob Nichtjude oder ein ganz entfremdeter Sohn unseres Volkes, dessen He.^ ist, wenn er zuvückkommt, voll von Wonne und tiefstem menschlichen Mitgefühl, nicht im Sinne von Mitleid, sondern von erschütterndem MitMhlen mit diesem großen Werke, das unsere Jungen nt Palästina leisten. Es ist bekannt, wie sich die Sowjetregiewng t em Zionrsmns gegenüberstellt. Der Zionist ist dort fast genau so ein Verbrecher wie der Konterrevolutionär. Und als es nach schwerer Mühe möglich wurde, in diesem Sommer an der Ausstellung in Moskau die Ergebnisie unserer landwirtschaftlichen Arbeit in Palästina auszustellen, da äußerte sich spontan nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Nichtjuden ein« tief« Sympathie, die das kommunistische Glaubensbekenntnis uns sonst verweigert, beim Anblick dessen, was unsere Juden in Palästina geleistet ha-ben. Denn es ist in den letzten Monaten etwas wie eine leise Besserung zu spüren, wem di« Sowjetregierung die Chaluzimorganisationen legalisiert und wenn diesen Chaluzim sogar Boden zur Verfügung gestellt wird, um sich für ihren künftigen Berns als Landarbeiter vorzubereiten. Sie sehen darin etwas von jener Wahrhe.it, die auch solche bezwingt, die bewußt alles unterdrücken wollen, was von einer jüdischen Renaissance auflebt. Unter allen Waffen, die wir in den Jahrtausenden unserer Existenz zum Schutz unserer Ehre zur Verfügung hatten, gibt es keine so sichere wie die der Chaluzim in Palästina. Freilich — unter den jungen Menschen, die hinkommen mit dem Herzen voll von heißem Enthusiasmus, gibt es viele, die nicht seelisch und'physisch vorbereitet sind für eine solche Ausgabe. Aber daran sind wir schuld. Denn . die Chaluzim fühlen sich vereinsamt, sie fühlen, daß sie ihre Arbeit nicht für sich, sondern für andere tun, und daß jene, die ihnen diese Arbeit überlassen, ihnen nicht helfen. Die anderen Juden wissen noch nicht, ivas sie wissen müssen — daß nur dort diese sPachenlofe Schönheit vorhanden ist und nur dort sich jene Wahrheit zeigt, die wir als die sicherste Waffe erkennen. Unsere Welt, die ganze Welt, aber insbesondere die jüdische Welt ist an Schönheit nicht so reich, daß sie aus diese. Schönheit verzichten kann, und wir, di« wir überall, wo wir leben, von Haß und Verleumdung umgeben sind, sind nicht so stark, daß wir auf diese unsere sicherste Waffe verzichten könnten. Es ist unsere Pflicht, diese tiefste Schönheit, diese heiligste Waffe unseres Volkes 31t schützen. Versuchen Sie unseren seidenen 9dealstrumpf 370 /. TRATTNERHOf 2 (Grau n) ,ä-- , ...... ... . sa.s1,; rar,1— „bt: ] Mische ArislWe auf die arabische kntwiülims.*) Bon Uitiversitätsprofessor Adolf Strauß. Mekka ist der Mittelpunkt Arabiens. Dies dankt die Stadt ihrem Heiligtmne, der Kaaba, einem würfelförmigen Gebäude, an dessen einem Ende sich ein Meteorstein in der Größe eines Menschenkopfes befindet. Dieser ist der eigentliche Gegenstand der Verehrung, die noch lange vor dem Entstehen des Islam unter ben Arabern üblich war. Der Reichtum Mekkas wurde durch die Pilger begründet, sie gaben dem großen Karawanenhandel Nahrung. In der vormohammedanischen Zeit dominierte der kuraischitische Stamm in Mekka mit starkem jüdischen Einschlag. Innerhalb der Mauern der Stadt änderte sich der Geist, es entstand Wohlhabenheit, Kultur und Luxus. Die Kausleute von Mekka wußten aus dem Handel mit dem Heidentum Nutzen zu schlagen. Sie hoben Zölle ein und verdienten Geld durch die vor der Kaaba abgehaltenen Gebete. Die Beduinen unterwarfen sich vollkommen der Ueberlegenheit der Kaufleute von Mekka. Aelter als Mekka sind die südarabischen. Städte, die sich in früherer Zeit zu großem Reichtum entfalteten. Hier wurde bereits im Altertum, wie erwähnt, die Herstellung und der Handel mit Parfüm und Myrrhen betrieben. Auch entwickelte sich hier ein gewisses *) Siehe „Wiener Morge-lHaiituivg" vom 36. Dezsmiber 1623. 1. nrch 12. Jänner 1924. All. Jauner IM M. LM Geistesleben. Hervorragend war, wie bereits erwähnt, bc5 Königtum von Saba. Unter den südlichen Arabern entstand zuerst ein geläuterter Gottesglaube. Sie waren zuerst in beträchtlicher Anzahl Anhänger des Judentums. Der Herrschaft der Saba folgte die Herrschaft der H i l m i a r i t e n. Sie nannten die Könige Tubba. Der berühmteste unter ihnen war! Assad Kami!. Unter seiner Herrschaft verbreitete sich daS. Judentum über ganz Arabien und arabische Stämme traten zum Judentums über. Im nordwestlichen Teile Arabiens wohnten bereits viele Juden, so in Chaibar, Teima und Feidak. Medina besiedelten die Araber erst später; sie lebten zunächst mit den dort herrschenden Juden in Frieden. Erst ein späterer arabischer Führer, M a l i k, drängte die Juden mit fremder Hilfe zurück. Dies geschah wahrscheinlich auf die Weise, daß die Niederlage nicht nur die Juden, sondern ganz Medina berührte. DaS. Judentum wurde infolge der geänderten Verhältnisse von den zur Uebermacht gelangten Arabern zurückgedrängt und mußte sich unter ihren Schutz begeben. In dieser Zeit finden vielfach. Verschmelzungen zwischen Juden und Arabern statt.' Als die Araber in Medina zur Herrschaft gelangten, verblieben noch die jüdischen Stämme Nadir und Kuraja im Besitze ihrer Macht. Diese Stämme verbündeten sich kurz nach der Ankunft Mohammeds in Medina mit den Arabern von Medina gegen den gemeinsamen Feind. Bei vielen arabischen Stämmen dieses Gebietes war es zweifelhaft, ob sie arabischen oder jüdischen Ursprungs waren. Der innere Zusammenhang zwischen Juden und Arabern in der alten Zeit war so eng, daß man den Ursprung oft nicht unterscheiden konnte. Der wichtigste Unterschied lag in der Kultur. Die Juden waren der Schrift kundig, die Araber nannten sie auch das „Volk des Buches" (ahlu-l-kitab). Alle Juden konnten schreiben und kannten die heilige Schrift. Die Araber lernten von den Juden den Ackerbau, Gartenbau und die Baukunst. Namentlich waren sic in der Goldschmiedekunst hervorragend. Es ist bekannt, daß König Hira die Tochter des jüdischen Goldschmiedes Fadar zur Frau nahm. Zahlreiche Juden gelangten zu großem Reichtum und viele zeichneten sich als arabische Dichter aus. Aber trotz aller Blut- und sprachlichen Verschmelzung hielten die Juden treu zu ihrem Glauben und übten dadurch große Wirkung auf das heidnische Arabertum aus. Der jüdische Glaube wirkte stark auf die Araber von Medina und Deinen. Diese Durchdringung bereitete den Boden für den Islam vor. Der Geist in Medina war bereits vor Mohammed ein günstiger Boden für die Aufnahme des Eingottglaubens. Dies erklärt es auch, daß Medina bereits vor Ankunft Mohammeds Anhängerin seines Glaubens war. Die Gegner seines Glaubens waren es nicht aus Gründen religiöser Natur, sondern aus politischen Gründen. Im fünften Jahrhundert nach Christus war die jüdische Religion in Dernen allgemein verbreitet. Der jüdisch-arabische Stamm, der sich mit Viehzucht, Handel und Gewerbe befaßte, wurde der gesellschaftliche Lenker der miteinander in stetem Kampfe stehenden, der ethischen und moralischen Kraft entbehrenden Araber. Das Judentum aber blieb auch inmitten der späteren mohammedanischen Welt erhalten. Die Hauptursache dessen ist trotz allem und allem in jener führenden Autorität zu suchen, welche die jüdische Religion auf das arabische Empfinden ausübte und in jenem rassenverwandtschaftlichen Bewußtsein, welches zwischen beiden Völkern lebte. Christentum und Islam sprossen beide aus dem jüdischen Glauben. Die Brüder konnten sich miteinander nicht vertragen, aber die Urreligion wurde von beiden doch mehr oder weniger geschätzt, vom islamitischen Arabertum mehr, weil dieses durch Blutsverwandtschaft ihm nahe stand. Wie anders das Arabertum die jüdische Herrschaft der Hilmiariten empfand als die der Christen, geht daraus hervor, daß die Araber die jüdische Herrschaft nicht abschüttelten, während die Christen von ihnen vertrieben wurden. Es ist bekannt, wie die Araber, Mauren und andere Afrikaner sich bis nach Gibraltar verbreiteten, wie sie von den Westgoten nach Spanien gerufen wurden, wie Tarik spanischen Boden betrat und Herr Spaniens wurde. Auf spanischem Boden trieb arabische Kultur ihre wunderbarsten Blüten. Die arabische Macht war auf dem Punkte angelangt, daß sie, sich über die pyrenäische Halbinsel verbreitend, Herrin über die ganze damalige Welt werden konnte, da zwang Karl Martett im Mittelpunkte von Frankreich, nördlich von Poitiers, die Araber in blutiger Schlacht zum Rückzuge. Nachdem das Arabertum auf spanischem Boden seine höchste geistige Blüte erlangt hatte, aber infolge der Zwistigkeiten unter feinen Fürsten zurückgedrängt worden war, kehrten die Araber im 16. Jahrhundert nach Afrika zurück. So wunderbar arabische Macht und Bildung emporgeblüht waren, so traurig sanken sie in den Staub. Mohammed hat sein Prophetentum, seine göttliche Sendung und den Gottesglauben vom Volke Moses übernommen, er organisierte jedoch die Nation, der Natur des ArabertumO entsprechend, in kriegerischer Richtung. Wie Moses organisierte er die Nation auf religiöser Grundlage, aber seiner eigenen Individualität entsprechend, gelangte er weder zur Selbstverleugnung, noch zur Vollkommenheit des nationalen und menschlichen Ideals. Durch die bewaffnete Ausbreitung seiner Religion schuf er die Grundlage für die mohammedanische Welt. Das erhabene Beispiel eines reinen nationalen Daseins, das ' mit sich selbst zufrieden ist, die Harmonie mit anderen Rationell sucht, den übrigen Völkern ein ideales Vorbild ist, konnte er nicht bieten. Es erging dem Arabertum unter der Einwirkung Mohamnteds so, wie einer Nation, die mit bewaffneter Hand der Menschheit ihren Geist und Willen aufzwingen wollte. Eine solche Nation kann wohl ein großes Reich zustande bringen, kann andere Völker zur Annahme ihres Glaubens veranlassen, je weiter aber ihre Wirkung reicht, um so weniger vermag sie ihre nationalen Züge zu bewahren, die auseinander strebenden Kräfte werden immer stärker und zum Schluffe sinkt das Gebäude in den Staub.