Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1769 (18.1.1924)
- Date
- 1924-01-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 1769 Wiener Morgenzeitung Seite 8 Wien, Freitag 18. JLnmr 1924 Haft übernahm ein im Grenzort ansässiger Spediteur, der mit den Beamten der Grenzzollstation Hand in Hand arbeitete. Die Transitware hätte nun nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist das Burgenland wieder verlassen müssen. Tatsächlich wurde nach acht Tagen der Wein- und Spiritustransport unter ordnungsmäßiger Verzeichnung des Austrittes der Fässer aus dem ungarischen Zollgebiet über die österreichische Grenze geleitet. Die österreichischen Behörden entdeckten jedoch, daß die über die Grenze gebrachten Fässer statt mit Wein und Spiritus mit gelb und rot gefärbtem Wasser gefüllt waren. Der solcherart vcm Zoll befreite Wein und Spiritus wurde sodann von den Kaufleuten in Wien zu billigem Preis aus den Markt gebracht. _ Las Brot wieder teurer. Bei der dieswöchigen Errechnung der Gestehungskosten wurde von den Broterzeugern ein abermaliges Anziehen der Brotmehlpreise sestgestellt, das eine Erhöhung des B r o t p e i s e 8 um 100 Kronen zur Folge hat. Das Weißgebäck bleibt im Preise unverändert. In der kommenden Verbrauchswoche gelten daher folgende Verkaufspreise: Normallaib 8800 K. (Erhöhung 100 K.), Extrabrot 5960 K. (Erhöhung 100 Kronen). _ Erhöhung der Kohlendreise. Ab heute. Di« Preise für oberschlesische Kohle erhöhen sich (Mt 48 K. pro Kilogramm. Die neuen Preise betragen für Kohle in offen geladenen Furhen 92.900 K., für Kohle in plombierten Säcken 101.100 K. pro Kilogramm ab Rutsche flordbahn. Die Preise für Kohle in plombierten Säcken tmschließlich Abtragen franko Haus erhöhen sich auf 107.200 Kronen pro Kilogramm. Die Erhöhung ist zurückzuführen auf die in Oberichlesien für Bahntransporte zur Anwendung gelangenden erhöhten Umrechnungskurse und auf den Umstand, daß der größere Teil der Kohlensendungen über die t a r i f a r i s ch teuerere Linie via Oderberg nach Oesterreich «eführt werden muß. Ae «muhiae Erde. Neue Beben. Sie ist eine der merkwürdigsten Erscheinungen der letzten gelt. Seit dem vergangenen Herbst erfolgen in kürzeren Zeitckstanden immer wieder Erschütterungen der Erde; >on kleinen lokalen Stößen bis zrl umfangreichen Beben ganzer Landesteile wird immer wieder berichtet, lieber die Ursachen >ieser häufigen, alle Erdteile heimsuchenden Erschütterungen find ich die Gelehrten nicht einig und es kann mitgeteilt werden, »aß in verschiedenen geologischen und meterrologischen Anstalten »erzeit Untersuchungen über diese jetzt so massenhaft Vorkommen- >en Erscheinungen im Gange sind. In Zentralamerika. Wie auSRew-Dark gemeldet wird, wurden gestern im ÜdlichenKolumbien, an der Grenze von E k u a- \ o r, mehrere Erdstöße verspürt. In sieben Städten wurden größere Schäden angerichtet. Die kinwohner fliehen ins Freie. In Indien. Aus Bombay sind Nachrichten eingetroffen, wonach Mern in der ganzen Gegend von Bombay Erdstöße verspürt worden. Opfer an Menschenleben werden bisher nicht gemeldet. Mitteilungen aus dem Publikum. Jede mondäne Dame bezieht ihre Seide vom feidensoexfalhaus ▼ Richard Leltner Wien, IV. Margaretenstr. 10 Unerreicht billige Preise! eggs anbelangt, daß die Diagnose von Aerz'en jetzt lax geworden sei, so liegt hier eine subjektive Anschauung vor, die Hofvat Hochenegg beweisen wird. Hochenegg ist im allgemeinen konservativ und operiert nur dann, wenn operiert werden m u ß. Die Behauptungen über die Provisionswirtschaft stützt Hochenegg auf ein reichliches in seinen Händen befindliches Material über einzelne Fälle. Hochenegg selbst weigert sich über sein weiteres Vorgehen Mitteilungen zu machen, doch wird ier wohl den Wünschen der Aerztekammer auf Vorlegung seines Materials entsprechen." Gegenüber diesen Anschauungen kann nur darauf verwiesen werden, daß es ein Fehler Hocheneggs war, im allgemeinen den ganzen Aerztestand anzugreifen und daß er sein Anklagematerial vorlegen mutz, wenn er den Vorwurf, grundlose Pauschalverdächtigungen erhoben zu haben, vermeiden will. Wie mitaeteilt wird, ist Professor Hochenegg bereits damit beschäftigt, sein Anklagematerial zusammen zu st ell e n und der Aufforderung der Wiener Aerztekammer, es vorzulegen, noch vor der ihm gestellten Frist nachzukommen. Gin m» Grünfeld-Platz. In der am Mittwoch unter dem Borsitz des Bezirkstorstehers Wieninger abgehaltenen Sitzung der Bejirksvertretung Innere Stadt beantragte Bezirksrat Vr. Freu der (bürgerlich-demokratisch), nach dem verstorbenen Komponisten Alfred Grünfeld einen Platz »der eine Gartenanlage im ersten Bezirk zu benennen. Beüvksrat Klee bin der (Sozialdemokrat) begrüßt den Antrag namens seiner Partei und schlägt vor, den Ge weidemarkt, wo Grünfeld zuletzt wohnte, umzubenennen. Allerdings sprächen auch historische Momente bei Lösung dieser Frage mit. Als Bczirksrat Heigl (christlichsozial) dovschlug, den Republikplatz umzubenennen, kam es zwischen Christlichsozialen und Sozialdemokraten zu lebhaft e n A u s e i n a u d'e r s« tz u n g « n. Schließlich schlug Bezirksvorsteherstellvertreter Urbach (Sozialdemokrat) vor, es möge der Gemeindeverwaltung überlassen werden, welcher-Platz im ersten Bezirk den Namen Grünfelds erhalten soll. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Bei der Ernennung der Mitglieder des F ü r s o r g erates wurden die folgenden Tanten und Herren als Vertreter der Jüdischen Wahlgemeinschaft berufen: die Damen Rachele S o f e r und Sophie W a l t u ch sowie die Herren Josef Heller, Joachim Kn-oll, Siegfried K o r n m e h l, Leopold L a z a r, Max Lieber, Alexander L ö w Y, Adolf T a ch e r und Rudolf Weiß. Ae Anklagen Hocheneggs. Von ärztlicher Seite wird uns geschrieben: „Die Angelegenheit Hochenegg mutz auch von einem anderen SiandpuM als dem bisher allgemein erörterten betrachtet werden. Den Professor Hochenegg handelt es sich einzig und allein darum, daß er gegen seine Gegner auftveten mußte, die seit langem gegen ihn arbeiten und sich aus Kreisen der praktischen Aerzte rekrutieren. Hochenegg ist seiner politischen Stellung nach Ml'fllied der bürgerlich-demokratischen Arbeiterpartei. Die Behauptungen, das; er senil und nicht mehr fähig sei zu operieren, sind als Lüge hinzuftellen, Er operiert fast täglich. Was die Behauptung Höchenwesenden, mit Rücksicht auf die herrschende Wohnungsnot di« Errichtung eines, jüdischen A s y l e s für O b d a ch l o s e ehestens in Angriff zu nehmen, und versicherte den werktatrgen Beistand der Kultusgemeinde. Es liegen, drei verfchiedene,An>räg? vor, deren Prüfung Herr Oskar Goldschmiiedt. rm Einvernehmen rmt dem technischen Beirat und den Schrrftführern ermächtigt wurde. Es handelt sich um den Kauf oder Pacht eines Objektes,. damit bev.its in den nächsten Wochen eine Unter! uns ts st eile für Obdachlose geschaffen werde Die hierzu notwendigen Kapitalien sollen über § £>errn CTSfot (^olbfcfymiobt burtf) RcidynuuQ toit unverzinslichen Anteilscheinen aufgebracht werden. Sie Ileberstnndenentlohnung bei der Sicherheitswache. Heber die Forderungen der Sicherheitswache wird uns berichtet: Die Sichecheitswache, die wie alle anderen BunldesbeamtenkaltogoriLn auf dir siebenstündige Dienstlefftu-ng — in manchen Aemtern wird jetzt noch sechs Stunden täglich gearbeitet — Anspruch hätte, hat sich, der Eigenart ihres Dienstes Rechnung tragend, einverstanden erklärt, acht Stunden täglich Dienst zu leisten. Aus dem Umstand, daß der großstädtische Sichecheitswachdienst ununterbrochen, also auch zur Nachtzeit, geleistet werden muß, ergibt» sich jedoch die Notwendigkeit, über die 48 Stunde n-Moch« hinaus Dienst zu versehen. Diese Mehrdienstleistung wurde nun mi: Bewilligung des Fmauzministerinms in Form von Ueberstmtdeu nach den bis vor kurzem für alle Bundesangestellren gültigen Satze von 1600 K. bis 2250 K. entlohnt. Diese Gelbührenverrechnung wurde nun der Sicherheitswache gestrichen und an deren Stelle die Verrechnung von Nachidienistzulagen von 14.000 K. pro Nachtdienst bewilligt. Die Nachtdienstzullage bei Post, Telephon, Telegraph usw wurde jedoch mit 18.000 K. faftgcfetzt. Die Sicherheitswache ist mm darüber erregt, daß man sie schlechter behandelt als den unqualifizierien Angestellten. Deshalb haben die am 11. und 16. d. in der Volkshalle des Rathauses stattgefundenen Vollversammllnngen der Wiener Sicherheitswache einmütig und energisch gegen die finanzielle Zurücksetzung der Sicherheitswache protestiert und bis zum 12. Februar die Verdreifachung der Uebevstundengebühr — in derselben Weise wie bei Post, Telephon nnd Telegraph — gesondert. Sollte es nötig sein, von den schärfsten gewerkschaftlichen Mitteln Gebrauch machen zu müssen, dann imrfb dafür gesorgt werden, daß die Bevölkerung nicht zu Schaden kommt. ziemlich heiter und Tauwetter. Eiue bereits vorgestern in der Höhe der Alpengipfel wehende Südwestströmung hat in Mitteleuropa warmeLuft herangeführt und zum Boden herabgegriffen. In den Alpentälern herrschte morgens noch Frost. Tagsüber meldeten auch die übrigen meteorologischen Stationen leichtes Tauwetter. (Wien +1 Grad.) Es besteht Aussicht, daß das wärm ere Wetter einige Tage andauern wird. Voraussage: Ziemlich heiter, vielleicht leichter M o r g e n f r o st, tagsüberTau- Wetter. Ae Lebenrmittelmiirtte. In der Groszmarkthalle haben sich gestern die Vreise für Rindfleisch um durchschnittlich 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm erhöht, die Preise der übrigen Sorten blieben unverändert. Der Absatz hielt sich in bescheidenen Grenzen. Auf den Gemüsomärkten hat sich die Beschickung gebessert. Die Preise blieben im großen und ganzen unverändert, nur Karotten haben sich etwas verbilligt. Wahrend die Butterpreise unverändert blieben, baben die Preise für frische Eier weiter angezogen, so daß gestern ein Stück 2900 K. kostete. __ * Probevortraa. Heute Freitag, viertel 6 Uhr abends, und morgen Samstag, halb 9 Uhr vormittags, findet über Einladung des Vorstandes der Kultusgemeinde im großen Leopoldstädter Tempel (2. Bez.. Tempelgasse 3) ein Probevortrag des Herrn Oberkantor Simon Weiß ans Philadelphia statt. * Ein jüdisches Asyl für Obdachlose. Dienstag den 16. d. fand -im Sihnngsfaale der Kultusgemeinde die Nearkonstituierung des Borstandes des Jüdischen Asylvereins statt. Es wurden gewählt: zum Obmann: Prof. Dr. Max Eisler'; -als dessen Stellvertreter: Oskar Golds chmiodt und Direktor Stein: zu Kafsi.'ven: Michael Honig und Josef Brody; zu Schriftführern: Rabbiner B^la Fischer und Julius Fritz; als technischer Beirat: Ingenieur Kornfein. Gemeinderat Dr. PLaschöes, der dem Vorstände d s Asylvereins amebört. richtete einen warmen Appell an die Anv ™ Kein Streik der Bäcker. Wie uns rnitgeteilt wird, sind die Meldungen über einen bevorstehenden Streik in den Klembäckereien unrichtig. Die Lage ist wohl ernst, jedoch vorläufig nicht derart, daß von einem nahen Streik gesprochen werden kann.. Der Grund bcS Konflikts ist politischer Natur. Die Wiener Bäckergenoffenschaft hatte mit dem Zentralverband der Lebens- und Genußmittelarbeiter einen Kollektiv- Vertrag abgeschloffen, dessen Bestimmungen sie nicht cinhielt, da sie auch mit der christlichsozialen Lebensmittelarbeitervereinigung einen besonderen Vertrag abschloß. Eine Bertrcmensmännerverfammlung der Wiener Bäckerbetriebe, die sich für die Kündigung des Vertrages aussprach, beschloß, am Sonntag den 21. d. in allen Bezirken Versammlungen -abzuhalten, in denen eine Urabstimmung über die Kündigung des Vertrages vorgenommen wird. Erst wenn die Wiener'Bäckergenosssnschaft auch „dann noch sich weigern .sollte, dem Zentralverband die paritätische Arbeitsvermittlung zuzugestehen, kann Ende dieses Monats die Lage kritisch werden. * 65 Millionen Belohnung. Wie berichtet, wurde bei der Pelzfirma Moritz. Rot Hst ein in der Mariahilferstraß« in der Nacht zum 14. d. ein Einbruch verübt, bei dem wertvolle Pelze um etwa eine halb «Milliarde gestohlen wurden. Auf zweckdienliche Angaben, die an das Kommissariat Mariahilf (Polizeirat Dr. Büngemr) zu richten sind, ist bei Ermittlung der ganzen Beute eine Belohnung von 65 Millionen ausgesetzt. * Verhaftung eines Brillantenneppers. Die Brillanienneppsr sind Leute, die sich Muneist an Fremde heranmach.cn und ihnen geschliffene Glassteine als echte Brillanten anhüngen, wobei den HineimgeleFLen stets eine ganze Komödie vorgespielt wird. Mitglieder einar soibchen Bande machten sich kürzlich an einen durch Men reisenden Holländer heran. In einem Etui wurden dem Fremden fiiruf> Glasstem« gezeigt, wobei ein „zufällig" des Weges kommender Mann den „Fachmann" spielte. Er „prüfte" die Steine, fand sie schr ,-wortvoll" und erbot sich, gemeinsam mit dem Holländer die Steine zu kaufen. Der Abschluß kam zustande, der Verkäufer erhielt zehn Millionen Kvomn von dem Holländer, da der andere Fremde „zufällig" ksin Geld bei sich hatte. Während der Mann mit den zehn Millionen verschwand, gingen der Holländer und sein „Kompagnon" durch die Stadt. Hierbei wurde das Benehmen -des letzteren so auffallend, daß der Holländer, dem inzwischen allerlei Bedenken über die „Brillanten" aufillieyen, den Mann verhaften ließ. Es ist der. Schloss-evaehiGe Hermann B a u « r, der dem Lawdesaerichr eingeliefert wurde. * Der Bortraq Radie abgesagt. Der für heute angekündigte Vortrag des kroatischen Abgeordneten Stjepan R a d i c. der im Saale des Klubs der Eisenbahner ftctttfiuben sollte, wurde abgesagt. Als Grund hierfür wird Unpäßlichkeit des Vortragenden angegeben., Tansinstitui Hermann Braun, 14. Bez., Reindorsgasse 42. (Entgeltlich.) Vereine. Borttgge nnd Bersammlnngen. Zionistischer akademischer Landesver^ b a n d. Die Eröffnung de8 Seminars findet nicht am 20-d., sondern am 27. d. statt. Set neue Palästina - Fil m wird Samstag den 19. d., 10 Uhr abends, im Schönbrurnrer Schloßkiuo, 12. Bez., Schönbrunner Schloßstraße 4-8, vorge- Mrt. Restliche Karten 15. Bez., Herklotzgasse 211, eventuell noch an der Abendkasse. — Schutzaktion für Kronenwerte. Heute, 7 Uhr abends, in den Eichensälen, 10. Bez., Favoritenstraße 77, allgemein zugängliche Massenversammlung. — Vortragszyklus der Hakoah. Morgen bcu 19. d., 8 Uhr abends, spricht Herr Dr. Baron im Eafe Nabel, 1. Bez., Wallnerstraße über das Themar „Palästina, Diaspora, ein geschichtlicher Ueberblick." Eine Kranke Mav'erlehrerin, welche durch ihr Leiden nicht imstande ist, ihren Beruf nachzugehen, befindet sich, heute völlig erwerbslos, in bitterster Not. Wir machen auf diesen Elendsfall aufmerksam: Auskünfte erteilt unsere Redaktion und nimmt auch Spenden für die Arme entgegen. Die Attand Re-oule. In sämtlichen KonzertbauSsälen findet morgen Samstaq die Alland-Redoute statt. Unter 8tücksichtnahme auf die zahlreichen, aus den besten Kreisen an das Alland- Komitee gerichteten Ersuchen, hat das Komitee beschlossen, Herren den Eintritt auch in Smoking zu gestatten. Damen erscheinen in Balltoilette mit Maske. Die Ausgabe der Eintrittskarten und restlichen Logen erfolgt heute im Burau des Alland-Komitees, 3. Bez., Hauptstraße 1/1., Tel. 16-69. von 9 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Eintrittskarten gelangen auch an der Kaffe des KonzerthaufeS, bei Kehlendorfer, Gusti Schmidt, im Hotel Bristol (altes und neues Haus), Grand Hotel, Hotel Imperial und Hotel Sacher zur Ausgabe. _ Bühne und Kunst. Vorzeitige Beerrdigung des Orska-Gastspleles. Frau Orska tritt nicht mehr in ver R-LMssaince-Oüyne auf. Ihre Roll« in Kalt-en-eTers „Schwestern" chat^ Frau .8v ov ska übernommen. Bekanntlich hatte di« Künstlerin an dieser Bühne noch in einigen Rollen gastieren sollen. Die Verhandlnmie-it zwischen Direktor Rckbevt und Frau Orska schemlen nun ein jähes Ende gefunden zu haben, denn es wutzde' nicht angekün-digt, daß ihre Rolle in die Hände eines Eusenrble- Mi!'§lirdes überg-che. Eine Maler-Familie. Die Berliner Malerin Sa- Lepsius, die Tochter Gustav Graefs und öine v. . a Witwe Reinhold Lepsius', vollendet . am lo. d. dav 60. Lebensjahr. Die Künlstlerin studierte bis zu ihronr zwanzigsten Jahre Musik an der B-erliner Hochschnle u-nd widmete sich dann der Malerei. Ihr« Äeihrer„waren zunächst^ ihr Vater und Kavl Gussow. Später atzbeitet-e sie in Paris in der Akademie Julian bei Leifevre und Constant. Es folgte ein fahrelan-aer Äufen-thalt in Italien, besonders in Ronl. 1892 ver- ««l>t« sie sich/ nnd die Kunst ihres Gatten wirkte stark auf P zurück. Mit Reinhold Lepsius war Sabine MitOied der SeHession von der Gründung bis zerr Spaltung. Bekarlnt tvovden sind namentlich ihre Porträt« von Frau v. Helinholtz, Professor Lassar, Theodor Mommfen, unter ihren zaihlreichen Kinde üb ildnissen das ihrer Tochter in der Nationälgallerie. — Di« Feinheit nnd Zartheit ihrer Malerei ist oft bewundert worden. Die Ki'rnstlertradrtion der Familie ist »n bis i» die dritte G e n « r a t i o n lebendig gebliciben; von den drei Töchtern des Ehepaares Lepsius üben zwei erfÄMeich bk fa deude Kunst aus.