Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1769 (18.1.1924)
- Date
- 1924-01-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 8 Wiener Mornenzeitung. 18. Jänner 1924 Nr. 176Ö Wien, Freilvg Strautz-PremieiL in Madrid. Wie die spanischen Mauer 'MMm. erziehe die Erstauffühnurg «des „R-osenkavalicr" '-im Teatro Real zu Madrid einen auß-ewodeiMche-n Erfolg. Der.Zmchauerraum dos großen Hanfes, welches bis auf das ' letzte' Plätzchen gchullt war. bot ein glänzendes Öitfb. Der Hof war vollzäbia erschienen. Die überaus oekmaene Auffühmny wuvd-e vorr dorn u,n die deutsche Kunst sei; Jahren verdienten Diniaenien Walter Ra-bl gollovlor. Aus den Theatern. B u r g t \) c a t c r. Morgen, 7 Uhr, „Antonius « tt d Cleopatra". Akadeniiethearer. Morgen, lf.ß Uhr, „I o l a n=> das letztes Abenteue r". V o l k 8 o v e r. Heute „F a u st". — Morgen „Die 'H f rikanerin". Im Deutschen VolkStheater wird gegenwärtig als nächste Neubeit Hermann SudermannS vieraktiges Schauspiel „Die DenkmalSweiüe" vorbereitet. Der Verfasser, der in Wien weilt, wohnt den Proben bei. Theater an der Wien. Die Aufführungen der Iobann Straußschen komischen Oper „Eine Nacht in Venedig", welcher seinerzeit wegen früherer Verpflichtungen der Direktion unterbrochen werden mußten, werden ab Montag den 21. d. in der Premierenbesetzung wieder ausgenommen. Im Neuen Wiener Stadttheater beginnt Sonntag den 20. d.. 3 Uhr nachmittags, ein Volkssnickzvklus, Lessen künstlerische Leitung in den Händen des bekannten Oberregifleurs Karl Kneidinger liegt. Als Eröffnungsstück gelangt Karl Costas Volksstück mit Gelang „Bruder M a r-> t i n" mit Karl Kneidinger in der Titelrolle zur Aufführung. Im Rabmen des ZvkluS gelangen in weiterer Folge Sonntag den 27. d. Anzengrubers „K r e u z e l s ch r e i b e r". 2. Februar „H e r g o t t 3 t ö t e r" von Maximilian Hartwich, 3. Februar Anzengrubers „Der Pfarrer von Kirchseld" und am 17. Februar Rudolf HawelS „Mutter Sorge" zur Ausführung. Ein Teil des Reinerträgniffes dieser Vorstellungen fließt dem unter dem Protektorate des Bürgermeisters stehenden Hawel-DenkmalsondS zu. ImIohannStrau ß-T bester gelangt Sonntag als Nachmittagsvorstellung die Operette »Der Zigeunerprimas" von Emmerich Kalman zur Aufführung. Im Lustsvieltbeater beginnt Cbarlorte A u d e r vom Köniqgrätzer Tbeater in Berlin heute ibr Gastspiel in der Schauspielnovität „Die innere Stimme" von Dario liccodemi. Die männliche Hauptrolle spielt Josef Jarno. Gerichtssaal. Die Bonromiste» von Reidenburg vemrteilt. Der Ort Reihenbürg in Ostpreußen lvar, toi-c mehrfach gsmelldet wurde, in een letzten Jahren wiHÄerholt Schauplatz schwerer AuZschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung; diese nahmen im OAvibe-r 1928 den Charakter eines regelrechten Pogroms an, durch den die jüdischen Bewohner des Ortes sAvar geschädigt wurden. Die An- Mer dieser Exzesse, der Vorsitzende des düutschvölSischen Landesverbandes WocheLer Kry-fel und der Kaufmann Hellmnh Eh Herr, hatten sich », wie I. T. A. aus Königsberg ^berichtet, vor dem dortigen Schöffengericht wegen Anstiftung.zu diesen Ausschreitungen zu vevanÄr-orten. Tie beiden HauptpogromNen wurden zu je drei Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Sechs wegen dieses Pogroms ebenfalls a-ngeklagie Personen echieLtm GÄditrafen vorr mehreren hundert Mark. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende!der ^Schöffen, die Ausschreitungen gegen einen Teil der Bevölkerung ssirn verwerflich; aber in der Hoffnung, sie würden künftig unterbleiben. sehe das Gericht von schärferen Strafen ab. Sine AreßNane der Gemeinde Me». Ter eruierte Verfasser eines >,Reichspost"-Artikels. Die Staatsanwaltschaft hat in Vertretung der Gemeinde Wien gegen den verantwortlichen Redakteur der „Reichspost", Schiffleiihner, wegen Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge eine Preßklage erhoben. Die „R-eichöpost" halte in einem Artikel unter der Überschrift „Züchtung ansteckender - Krankheiten in einer Kinderheilanstalt" behauptet. daß in der von der Gemeinde Wien im Grinzinger Barackenlager nach «dem Umsturz errichteten Kinderherberge skandalöse Zustände herrschen und infolge der Mißwirtschaft in der Anstatt ansteckende Krankheiten geradezu gezüchtet tverden. In dem Artikel wurden namentlich drei Fälle angeführt, in welchen angeblich Kinder, die mit infektiösen Krankheiten behaftet waren, von den übrigen Kindern nicht isoliert waren, daß die Krankheiten dieser Kinder in der Anstalt nickst richtig erkannt wurden und daß ein Knabe, der an Ruhr gelitten habe, im Kran-. kenzimmer der Anstalt mit anderen Kindern gehalten wurde,' bis er ins Withelminenspit-n abgegeben wurde, woselbst er auch an Ruhr gestorben sei. Bei der gestern staiigefuudener: Verhandlung wurde m Durchführung des vom Anoeklagten angeborenen Wahrster-sbeweises nach der Einvernahme der früher in der Anstalt beschäfiigt gewesenen Pflegerin Erna Dann in per Frau Marie Wa'llner vernommen, welche bis Mai 1023 durch ein Jahr Pflegerin in der Anstalt war und wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten entlassen wurde. Sie gab an, daß sie :rach erfolgter Kündiaung sich an den ehemaligen Lehrer der Anstalt, Hermann Kalbert, gewendet und ihn ersucht habe, über die Mißstande im Spital einen Artikel zu schreiben, der in der „Reichsvost" veröffentlicht werden sollte. Kalbert habe dann tatsächlich einen Artikel geschrieben, der in der Redaktion der „Reichspost" nach Einvernahme einiger Zeugen umredigiert wurde. Die übrigen Angaben der Zeugin, besonders die über die Ruhrerkränkung eines Knaben, der im gemeinsamen Kranlensaal der Anstalt gehalten worden sei, bis er an der Ruhr starb, wurden vom staatsonwaltschaftlichen Funktionär berichtigt. der erklärte, nach den gepflogenen Erhebungen sei der genannte Knabe nicht an Ruhr, sondern an Lungenentzündung und Masern erkrankt und im. Spital auch an Masern gestorben. Die Zeugin Anna Weigand, die seit dein 1. OktobM 1920 als Pflegerin in der Anstalt bedienstet ist. gab an, daM ihr von den genannten Uebelständen nichts bekannt sei. Mit Rücksicht auf die Aussage der Wallner stellte der staa sanwaltschaftliche Funktionär den Antrag, den Akt dem Landesgericht abzurreten zur Erhebung der Anklage wegen Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre gegen Hermann Kalbert, der den inkriminierten Artikel verfaß t, und gegen die Wallner, die diesen Artikel inspirier.' habe. Ter Richter gab diesen-. An;rag Folge und beschloß, auch uu vorliegenden Akt dem Laude.st/.rlchtL abzutreteu. 8 P Alle Arten von Bankgeschäften Kommandite der Kroatischen Eskomptebank. Agram Wien, I. Seitzergasse 4 Kredit- und Warengeschäfte Telephone: 60-4*82, 60*4*93, 63*4*85, 64*4*42. 68-4 78. 69*4-82 10465 Telegrammadresse Frapobank Bolkswirt. Gestempelte Krone ---- 0.0081'/« Centime». Anriahlnng Wien --- 0.0081V; Sentlme». In Zürich notierte 17./1. 16./1. die österr. gestempelte Krone ...» 0.0081*4 0.0081»/, die österreichische Krone .. 0.008125 0.008125 die tschechische Krone . 16.80 16.833/* di- Mark. pro Milliarde —.— 215 90 215.50 Netv-Pork.. ..... 573.25 578.— London s ..... 24.61 P«? Paris. 27.25 26.62 Mailand 25.30 25.20 Belgrad....... ...... 6.65 6.65 Bukarest .. ..... 2.87 2.85 Costa . 4.12 4.15 Budapest ...... 0.0205 0.0205 Warschau ...... J ♦ o * * — **■*.— Sie Wiener BSrie gegen die strhöhnng der ßffeltennmsaWeuer. Tie Haussezeit ist vorüber. — Tie Herabsetzung der Bankenkonditionen. — Die Gefahren für den Wiener Marki. Dia Wiener Dörsträimn-er hat anläßlich d:s Entwurfes einer Novelle zrmr Effottenumsatzstenerges^tz folgen'».' Eingabe an das Bundesnnmsterinm für Finanzen gerichtet: . Die Wiener Börfekammer muß in Wahrung der ihr auverrraiuten wichtigen. ösfenÄichen Interessen von einer so weitgehenden Uebersteuerung «deo Börssgeschäst-es, wie sie die Erhöhung der Effektenumsatzsteuer -bildet, ernstlich warnen. Die Zeit der außer ordentlichen Mrsbewegungen. die ihren hauptsächlichsten Jnchuls aus der Geldentwertung und der Unübersichtlichkeit aller für tzst Effektenbewertung matzgckbrndLn Momente geschöpft hat, nähert sich sichtlich immer inehr ihrem Ende. Damit ist unverkennbar auch eine wosenÄiche Einengung des Geschäftes <m der Börse verbunden, das schon bei den heutigen Spefenfätzen den Interessenten nicht mehr genügenden Anreiz -z: bisteu schein:. Eben deshalb wird seitens 'der Banken und Finnen eine Herabsetzung der Konditionen, örvcits sei: längerer Zeit ernstlich '.in' Betracht gezogen, trotzdem die schon heute kaum mehr -erträgliche Belastung dieser Steller: mit Steuern, und Regien es'ihnen außerordentlich sch W e r nt a ch r, in dieser Richtung der Klientel entgegenzukmnmett. Bon maßgebendem Einfluß ans die Stellungnahme der Banken und Firmen war hierbei auch der Wunsch, den Wi ener Platz im Konkurrenzkämpfe mit den aufftr-ebeudeti. Börsen d:r Nachbarstaaten II durch Abbau der bedeutend größeren Spesenbelastung des Geschäftes in Wien .zu verteidigen. Durch die so weit gchend? Erhöhung der EffeAemrmsatzstcuer würden nun' alle diese Bestrebungen zunichte gemacht und es würde eine bedenkliche Abdrängung des Efskttenhandvlß von Wien, .erfolgen. 'Es sai an dieser Stelle auf die gleichen. Echchvungen. idic' in: .Handel nvi Devisen und Bältu-ten gemacht wurden,.hi-ngowres-rn. -Lo wird durch rrbevmätzlge M-euievbtLasmng Wen,. .das im Begriffe war, einer der ersten Valut en Handel splätzc zu werden, gu-Funsten anderer Märkn. .vollständig aus seiner 'Stellung 'orrdräng: wurde — -eine Tatsache, .die sogar der Entwurf für Äe BalutenstMernovelle würdig: —, so .wird cö a«%• attf dem Geb-ier-e -des Effekte«.= .Sandals gesch-eh-en, w'nu der Börse zu schwere St-euerlasterr zugemutet werden. Die Wiener Börse und der Wiener Effakienkoutmiffiottshandel sind nach ö-ettt ruhigen und überdachten. Urteil drr Wiener Bvrjek<nmner, troy der Uieber-legerrsheii ihres technischen, mckariellen und persönlichen Mfbäues ciper' weiteren Prägradientng durch St-euerl-asten -n-ichr-mshr gewachsen und es wäre, -b-ffonderS in einer Zerr einschrreidender Veränderungen in den Grundlagen dds Geschäftes, für sie geradezu deohängniSvoll, wenn der Entwurf in vollem Ausmaße Gesetz würde. Wie überall, würde auch im vooliegendrn Falle durch übermäßige Stouetzbelastit-ng der fiskalische Zweck, n-LmNch der eines echöhten Steuererfolges, nicht -erreicht w-tiden. In: Gegenteile, cS würde — abgesehen von den höchst -rvachteÄigen softalen Wirkungen einer Geschäftsstaanatron an der Börse für die irr: Bank- und Börsenbe-triebe beschäft-ig- :er: Angestellten sowie für die kleinen und rnrttleren solbstständigen Erwerbstätigen — nicht nur der Ertrag der Effektenumsatzsteuer selbst, sondern auch der der übrige:: sehr 'bedtivtenden Steuerleistungen der Börse in: weitesten Sinne stark zu rück ge Herr. Insbesondere für die Kulisse, die -gerade an der Wiener Börse historisch und organisatorisch zu einem für den Markt unent-bchrlichei: Faktor geworden ist, wäre der Natur ihres Geschäftes yach, dqs auf der Ausnützung der klomewn Tagesschlwan>kungen aufgebaut ist, die Verdoppelung -ihrer Steuer unerträglich, trotzfiÄm 'chre derzeitige Begünstigung durch- -den Entwurf proßen--- iüell nicht geändert wird. Di-.' Bedenken, welche -die Wiener Bör-sakammer mit dollem Rechte gegen die geplante Erhöhurtg hegt, werden noch durch die Bestimmung des Entwurfes verstärkt, welche -dem-?Sun-deLministermm für Fiuam-zen die Ermächtigung zu noch weiteren, sogar wiederholten Erhöhungen bis zum Einein^ halbfachen des St.'uersatzes gibt. Dem gegenüber gibt dis gleichzeitige Ermächtigungen zu Ermäßigungen der Börse selbstverständlich keine Beruhigung. Es ist ohne weiteres klar, daß für das volle Gelingen des Wied:raufbautverkes die Erhaltung der Wieurer Börse : als eines großen internationalen Effektenmarktes miit regelmäßigen Umsätzen von ausschlaggebender Bedeutung ist. Denn die Ausbringung der -ung heuren für die Ret-ablierungs- und J-nvestit-ionstätig?-.'it erforderlichen Mittel ün Inlands und ebenso im Auslände ist erfahrungsgemäß h:ute — und wohl noch auf lange Zeit hinaus — nur auf dem Wege von Aktienemissionen möglich. Dies hat aber die Sicherung der jedrrzeit-igen leichten U m s a tz m ö g l i chke-it an einer glatt und richtig funNoniwnden Börse zur nubedingten Boransfetzung. Durch allzu schwere Steuer« belastung würde jedoch iu verhängnisvollster Weise der Wiener Effektenmarkt gestört, eingeengt und zu«r Erfüllung seiner wirtschaftlichen Aufgabe untauglich gemacht rverdm. Auch das Ausland stellt seine Kapitalhil-fe der österreichischen Wirtschaft nur im Vertrauen auf das geordnete Weiterfunktionieren aller Verkehrseinrichtun-geu, zu deren wichtigsten sicherlich auch die Wicner Börse gehört, zur Verfügung und cs mutz daher alles vermiaden werden, was dieses Vertrauen erschüttern könnte. Die Wiener Börsekamm-er richter sohin an das Bundcsministeriunl für Finanzen das dringende Ersuchen, im Interesse der Wiener Börse und darüber hinaus zum Schutze d-?r wichtigsten Belange der gesamter: österreichischen Volksw i r r s ch a f t die geplante Erhöhung der Effektenunffatzst-euer falle:: zu lasser: oder, wenr: dt:8 im Sinne des Finanzplanes unmoalich sein sollte, sich mit einer wesentlich geringeren Erhöhung zu begnügen. Die tzrholann der sranzSMen Franken. Dis Banken intervenieren. — Neuerliche Abbröckelungen bevor» stehend. An sämtlichen internationalen Plätzen läßt sich eim merkliche Besserung des französischen Franken feststellen. In Zürich ist er von 26.62 auf 27.25, also um zirka dreiviertel Schweizer Franken gestiegen. Die Pariser Banken haben ganz offen auf den einzelnen Plätzen eingegriffen. Es scheint dies auf Einwirkung der französischen Negierung geschehen zu sein, welche die Absicht hat, sich für die parlamentarische Frankenkampagne günstige Vorbedingungen zu schaffen. Dazu hat auch gestern die Bank von Frankreich den Lombardsatz von 5,5 auf 6 Prozent erhöht, um das fremde Kapital, anzuzieheu. Trotzdem scheinen diese Maßnahmen reinen dauernden Erfolg zu versprechen. In den Nachmittagsstunden begann bereits der Franken neuerlich zu sinken. Die internen Stützungsmaßnahmen. Parts, 17. Jänner. (Havas.) In einem unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand abgehaltenen Ministerrat wurde,: die gestern in der Sonderkonferenz zur Hebung des Franken beschlossenen Maßnahmen genehmigt. Diese Maßnahmen sind: 1. Unterdrückung der verschiedenen Betrügereien an dem Fiskus durch eine strengere Kontrolle der mobilen Werte und eine Verschärfung der Strafen. 2. Unterdrückung der Spekulation. mit . Franken, und Staatsrenten. S. Einführung eines neuen Zuschlages auf alle Steuern. 4. Ermächtigung, im Perordnungswege Maßnahme,: auf dem Gebiete der Verwaltungsreform zt: treffen, die notwendig sind, um eine Ersparnis von einer Milliarde tnt Budget ourchzuführen. Die Regierung wird bezüglich dieser verschiedenen Pläne die Vertrauensfrage stellen. Sie wird die Kommissionen auffordern, über sie unverzüglich Bericht zu erstatten, damit sie von Dienstag.an erörtert werden können. Ueber Vorschlag des Handelsministers beschloß der Mitüstcrra:, einen Gesetzentwurf vorzulegcn, durch den die Regierung ermächtigt wird, im Verordnungswege die: den nationalen Notwendigkeiten nicht entsprechenden Einfuhrbewilligungen oufzuheben. Die Machinationen der ungarischen Devisen« zentrale. Intervention des tfchecho-slowakischen Gesandten. — Drohung des Budapester Börsenratcs. Budapest, 17. Jänner (Tel.-Komp.) Gestern abends, erschienen auf der Oberstadthauptmannschaft zwei Funktionäre der tschechischen Gesandtschaft in Budapest und ließen sich genau über die Eiuzelheiten der Verhaftung des ' Direktor-Stellvertreters Paul Karls informieren. Karls ist tschecho-slotvakischer Staatsbürger. In Börfeukreifen rechnet man mit einer diplomatischen Intervention zu seiner Freilassung. Wie weiters bekannt wird, erschien gestern nachmittags eine dreiköpfige Delegation des Börsenrales unter Führung des Vizepräsidenten der Budapester Börse, Koloman Freh, bei dem Stellvertreter des Finanzministers und teilte ihm mit, daß, wenn die in Verwahrung genommenen Kommissionäre nicht unverzüglich auf freien Fuß gesetzt werden, ein. Börsenkrach von größtem Umfang unausweichlich sei. Auf dieses Einschreiten des Börsenrates wurden dann sämtliche Verdächtigten, mit Ausnahme des Direktors Paul Karls, auf freien Fuß geset?.t 7'm„i‘ ist jede Gefahr für die Regulierung am I^cntinen et. ■, ■ : - gelegt. 9985396519685905