Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1768 (17.1.1924)
- Date
- 1924-01-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 1T8S Wien, DonEStag Wiener Morgenzeitung. 17. Jenner 1924 Seite 8 6i» Kongreß der fephardische» Zuden in Salonttl. Für das Frühjahr ist nach Saloniki ein Kongreß aller sephardischen Juden emberufen worden, der sich speyl-ell mit der Organisierung der sephardischen Juden für die Beteiligung an de.r Palästina- Arbeit befassen soll. _ Sie Lebensmittelmörkte. In den Fleischpreüsen ist keine wesentliche Aendening emgetveten. Im Großhandel hat sich Rindfleisch abermals ve-rte-uert. Der Absatz stockt auif allen Marktgebieten. Etwas billiger wurde Fett-geislügel, das auf den Märkten bei guter Qualität nm 40.000 bis 42.000 K. Pro Kilogoamm zu hcchvn ist. Ver- Smzelt sicht man noch Preise von 48.000 K. pro Kilogramm angeschr'eben. Auch Kr leibende Karpfen beginnen die hohen Preise, die während der Feiertage Geltiung hatten, langsam abzubröckeln. Lebende Karpfen waren auf den MäMen u>m " 28.000 bis 38.000 K. pro Kilogramm zu halben. Mit Gemüse sind die Märkte msiolye deS Froftwotters nur äußerst spävlich beschickt; was angeboten war, war unanschnlich und gelfroven. Die KleinhandMpreise für Kartoffeln sind neuerlich gestiegen. Ein Kilogramm gelbe Kat raffe ln kostot bereits 2800 K. Butter ist wen über Bedarf aniaevoren, die Preise haben trotzdem keine weitere Senkung erfahren. Frische Eier koisten aus den MäMen 2800 bis 3900 K>, Kalkeier 2200 bis 3400 K. pro Stück. _ Frost andauernd. Der Fräst hat sich gegen vorgestern nicht verschärft. In der Dschecho-ÄlowaLöi und Sachsen schneit« es. Es ist mit Aw> däuern der kalten Qstströmung zu rechnen. Voraussage: Bei östllichen bis füldösttichen Winden Frostandauer, vorwiegmd tnülb, leichter Schyeesall. * Zionistisches Lokalkonlitee. Heute Donnerstag. 7 Uhr abends. 2. Bez.. Taborstraße 20 a, Schekelkomm iss ionssitzuna. * Gartenberg enthaftet. Wie wir er^hren, ist gestern der Chef der Herrenmodefirma Gartenberg, Herr Emanuel Garten borg, auf freien Fuß gesetzt worden. Die Revision der Geschäftsbücher durch die Wirtschaftspolizei hat kein belastendes Material gegen Gartenberg ergeben. * Der erste weibliche Rechtsanwalt in Oesterreich. Gestern ereignete sich der bemerkenswerte Fall, daß Bruder und Schwester zugleich sich zur Ablegung der Advokatenprüfung beim Oberlandesgerichte anmeldeten. Es sind dies die Geschwister Dr. jur. Georg Weisl und Frau Dr. jur. et Phil. Marianne Leih, die Gattin des Professors an der evangelischtheologischen Fakultät Dr. Leih. Sie war der erste weibliche Doktor juris, oer erste weibliche Rechtspraktikant, die erste Rechtsanwaltsanwärterin und wird nach Ablegung der Prüfung der erste weibliche Rechtsanwalt in Oesterreich sein. Frau Dr. Leih wird später die Kanzlei ihres Vetters Dr. Ernst Weisl übernehmen. * Keine paflive Resistenz der Sicherheitswache. Bon der Polizeidirektion werden die Mitteilungen, daß die Sicherheitswache mit der passiven Resistenz drohe, wenn die Frage der Nebengebühren nicht bis zum 12. Februar erledigt werde, als unrichtig bezeichnet. Mit der passiven Resistenz ist bisher nicht gedroht worden, dagegen bildet die Frage der Nebengebühren den Gegenstand eingehendster Beratungen und die Unzufriedenheit der Srcherheitswache wegen der bisher noch nicht erfolgten Erledigung kann nicht abgestritten werden. * Von den Hochschulen. An den Hochschulen herrscht jetzt Ruhe. An der Universität hat die Gegnerschaft gegen das Memorandum der de-utschvölkischen Studentenschaft bereits energisch eingesetzt. Eine Abordnung der deutschfveiheitlichen Studentenschaft erschien beim Rektor, um ihn an den im Vorjahre von dieser Studentengruppe vorgelegten Entwurf zu einem Studentenrecht zu erinnern. Die sozialdemokratische Stndentenaruippe hat erklärt, daß sie, im Falle durch die geplante Schaffung des Studentenrechtes die übrigen Gruppen der Studentenschaft verkürzt würden, den sozialdemokratischen Abgeordneten einen Entwurf vorlegen und so die Angelegenheit in den Nationalrat bringen werden. An der Technischen Hochschule werden in dieser Woche Verhandlungen zwischen dem Rektorate und den einzelnen Studentengruppen zur Erledigung der vorhandenen lokalen Streitpunkte stattfinden. Das allgemeine Farbenverbot an der Universität besteht noch in Kraft, ebenso das einseitige Farbenverbot an der Technischen Hochschule. Der Farbenbummel, der auf den Platz vor der Technik .verlegt worden war, ist bis auf weiteres von den Deutschnationalen eingestellt worden. * Der Lohnkampf der Versicherungsangestellten. Die Verhandlungen zwischen dem Verband der Versicherungsgesellschaften und dem Verein der Versicherungsangestellten sind gestern nach achteinhalbstündiger Dauer ergebnislos verlaufen. Die angebotene 20prozentige Erhöhung auf das Gehaltsschema tvurde von den Angestellten als unbefriedigend bezeichnet und auch die Erhöhung auf die Anstaltszulagen gefordert. In einer gestern abends abgehaltenen Betriebsräteversammlung der Versicherungsangeftellten wurden nach erregter Debatte die Vorschläge der Unternehmer abgelehnt und die Gewerkschaft der Versicherungsangestellten in einer Entschließung aufgefordert, die Forderungen mit aller Beschleunigung und mit möglichst energischen Mitteln durchzuführen. * Einziehung einiger Gattungen von Banknoten mit dem Stempel „Deutschosterreich". Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht einen Erlaß des Finanzministeriums, wonach die Banknoten zu einer, zwei, zehn, zwanzig, fünfzig, hundert Kronen (mit dem Ausstellungstage vom 2. Jänner 1912) und tausend Kronen (mit dem Ausstellungstage vom 2 Jänner 1902). eingezogen werden, die auf beiden Seiten das gleiche Notenbild und deutschen Wortlaut tragen, ferner die Banknoten zu tausend Kronen mit dein Ausstellungstage vom 2. Jänner 1902, die ans der Vorderseftdas Notenbild der bisherigen deutschen Sette und ans der Rückseite bloß Ornamentemnuster tragen. letzte Frist für die Einziehung dieser Banknoten ist der LI. Jauner 1924 festgesetzt. . * Die Sperrung des Nordwestbahuhofes. Mit 1. Februar vnrd der Wiener Nordwestbahuhof für den P e c s o n e n-, G epack. und Expreß gut erv er kehr sowie v " Mitteilungen aus dem Publikum. für den all Ausgabe und des Empfanges von Wagenladungsgütern auch weiterhin gewahrt. Ebenso wird der Bahnhof Jedlesee, da der fngsverkehr auf. die Nord bahn übergeleitet wird, für den erfüllen-, Gepäcks- und Exvreßgutverkehr zeitweilig gesperrt, jedoch im Güterverkehr wie bisher offen sein. * Wohnungen für wohnungslose Bundesangestcllte. Beim Oberlandesgerichte zirkuliert gegenwärtig ein Bogen, in den jene Iustizangestellle sich einzutragen haben, die Anspruch auf eine Wohnung in freigewordrnen staatlichen Gebäuden erheben. Auch die wohnnngslosen Bnndesangestellten anderer Behörden werden jetzt infolge einer Verfügung des Ersparungskoinmissärs Dr. Hornik bei Vergebung der Wohnungen in geräumten staatlichen Gebaut» ^-mMchligr werden. TRobefffjaus prnsfte ökkas’on in den neuesten fPanser 3/lodeVen cünborstr. 7 Wien, //. c&aborstr. 1 I-Billiger als überallsie Selben« u. ZettUttmten (»“*« «wn«i engiiMe «iemtiftoffc «. Namenmodewaren Größte Answahl in Fntterwaren 3)V Tief reduzierte Invsnturpreise ' Richard EvrimerVl" 32-34 Telephon Nr. 1 .», »0 M04 I Organisation „HECHALUZ“, Wien Heute Donnerstag den .17. Jänner um l/2S IJhr abends im Festsaale des Hotel Continental, 2. Bez., Taborstrasse 8 Chaluz-Feier FESTREDE s Oberrabbiner Prot. Dr. H. P. Chajes AM KLAVIERS Prot. Wolfsohn Jüdischer Gesangsverein, Oberkantor Margulies, Frau Mirjam Schnabel-Hoeflich, Dr. B. Ben-Schem, Aechkenasxj u. andere Karten: Aida, Landeskomitee. Hochschulausschuss, B'nai- B’rith und an der Abendkassa «d Seefische billiger iu den Filialen der -Nordsee HOTEL NEW YORK Wien, II. KI. Speflg., 5 Minuten oom Stadtzentrum mit allem Komfort auagesiattetes Familienhotel (geeignet für längeren Aufenthalt), 100 Zimmer mit fliessendpm Kalt- und Warmwasser, Bäder, Dampfheizung, Halle, Schreib- und Lesezimmer. — Rituelle Küche. — Massige Preise Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt ■ Mittwoch den 23. Jänner - i 8 Uhr abends ■ in Olympiasälen I. Rotgasse 3 PROGRAMMS Festrede: Dr. loset Löwenherz — Frl. Berta Swertlin (Stadtheater, Riga): Jüdische Lieder — Isak Deutsch (Jüdische Volksbühne): Ernstes u. Heiteres — Martba Blank (Volksoper) — Hans Kol i sch er Leopoldl-Wiesenthalj — Kammerschauspielerin Lotte Witt Max Brod (S:rauss-Theater) Kapelle Geiger — Tanzarrangement: Prof. Singer — Serpentinen« u. Koriandolischlacht Vorverkauf. Brüder Schiffmann, II. Taborstr. 48. „Wiener ■ Morgenzeitung“, II. Taborstr. 1, Buchhandlung Löwit, £ I. Roienturmstrasse 22 me? n Jede mondäne Dame bezieht ihre Seide vom $ eidensoezlalhaus i Richard Lettner Wien, IV, Margaretenstr. 10 Unerreicht billige Dreisel IK= 5^08 «■«■■■in aanHsiM na ■■■■oian ■■■■■■■■ ssaiaa * Aus den Geheimnissen der Bundesbahnen. Die Generaldirektion der Oesterreichischen Bundesbahnen teilt zu dem Berichte über den Ehrenbeleidigungsprozeß des Bunbahninspektors Proschek gegen den B,mdesbabninsmkwr Klebinder mit, daß die den Ausgangspunkt dieses Prozesses bilden - den dienstlichen Vorgänge noch die Zeit vor Errichtung der Generaldirektion betreffen und daß für die Verwaltung keinerlei Anlaß besteht, die öffentliche Austragung dieser Angelegenheit irgendwie zu Verbindern. Die Generaldire'tion hat daher in Abänderung der ohne Vorwissen des zuständigen Direktors nur bedingt erteilten Enthebung von der Verschwiegenheitspflicht sowohl den Beklagten sowie auch die eventuell als Zeugen zu führenden Bnndesbahnangesiellten vorbehaltslos von der Verschwiegenheitspflicht enthoben. * Privatistenprüsung aus israelitischer Religion. T'.e Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Bürgerschulen für das erste Semester des Schuljahres 1923-24 finden durch die zuständigen Religionslehver in den Sammelstationen statt. Die Termine für Vie Prüfungen können bei den zuständigen Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1. Bez., S-eitenstettengasse 4, 3. Stock, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags ab 18. Jänner 1624 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt derzeit 20.000 K. pro Semester. Der Betrag ist im vorhinein an der Kasse der israelitischen Kultuspemeinde, 1. Bez.. Seitenstettengasse 4, 1.'Stock, oder bei den Bezirksämtern, 15. Bez.. Turnergasse 22, 16. Bez., Hubergasse Nr. 8, 18. Bez., Schopenhauerstraße 39. und 21. Bez.. Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags zu erlegen. Die Quittung ist dem prüfenden Religionslehrer bo* der Prüfung zu übergeben. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Personalnachricht. Rena Pfisfer-Lax, die bekannt und beliebte Opernsängerin. ist am 4. d. im Sanatorium Dr. Löw einer Tochter entbunden worden und wird demnächst wieder ihre Bühnen tat igkei t aufnehm-en. Rur noch 3 Tage haben Sie Gelegenheit, im Rahmen der „Weißen W o ch e* im Warenbaus Brüder Schiffmann. 2. Bez., Taborstraße Nr. 48, Leinen. Chiffon, Webe, Batiste, Damast- und Atlasgradl, Haus¬ und Küchenwälche sin guten Qualitäten zu sehr mäßigen Preisen zu kaufen. Besichtigen Sie die zahlreichen Schaufenster dieser Firma und beachten Sie die besonderen Angebote. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorf, gasse 42. Heute moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abends. * Sensationelles, unerreichtes Angebot im Seidenhaus Richard Lei tue r, 4. Bez., Margaretenstraße 10. Crepe de Chine, Satin de Chine, Ponais usw. in feinster Qualität zu 62.000 bis 98.000 K. pro Meter. Seidenreste für Lampenschirme usw. spottbillig. Vereine. Borttiige «nd Versammlungen. Kulturgruppe der Zionistischen Sektion Brigittenau. 20. Bez., Karl Meißlstraße 5. Heute, */s8 Uhr abends, Literaturkurs (Mendele Mocher Sfarim). Montag den 21. d., V,8 Uhr abends, Geschichtskurs. Referent Menezer. — Zionistischer akademischer Landesverband. Sprechstunden im Sekretariat, 2. Bez., Taborstraße 20 A, Montag. Mittwoch und Freitag von 6 bis 7 Ubr abends. Heute, 8 Ubr abends, Sitzung der Natioualfoudskommissäre. Sonntag den 20. d., 9 Uhr vormittags, Beginn des Seminars. — Zionistische Bezirkssektion Leopold st ad t, 2. Bez., Taborstraße 20 A. Sprechstunden im Sekretariat täglich mit Ausnahme von SamStag und Sonntag von 6 bis 7 Uhr nachmittags. — Zionistische Bezirkssektion XV1/XVH. Heute. 8 Uhr abends, im Heime, 8. Bez., Bennoplatz 1, Vortragsabend. Referent Dr. Back: „Jüdische Geschichte" I. Frl. Suse E t l i n g e r: „Volkslieder". — Der neue Palästina-Film wird Samstag den 19. d., 10 Uhr abends, im Schönbrunner-Schloßkino, 13. Bez.. Schönbrunner Schloßstraße 4-8, vorgeführt. Restliche Karten 15. Bez., Herklotzgaffe 21/1, eventuell noch an der Abendkaffa. — Zeire Misrachi, Wien, Heute, 7 Uhr abends, dringende Ausschußsitzung. 8 Ubr abends Versammlung der Reiseteilnebmer an der Fahrt nach Preßburg. Unbedingtes Erscheinen der Teilnehmer erforderlich. — Jüdischer Verein Nord- Ost, Wien, 2. Bez., Taborstraße 21a. Samstag den 19. d., 5 Uhr nachmittags, findet im Vereinslokale die 6. ordentliche Generalversammlung statt. — Vortragszyklus der H a k o a h. SamStag. den 19. d., 8 Uhr abends, spricht Herr Dr. Baron im Cafö Nabel, 1. Bez., Wallnerstraße über das Thema; „Palästina, Diaspora, ein geschichtlicher Ueberblick." * Elisabethheim-Redoute. Das seit mchr als einem Bierisljährihuwdert bestche-nlde El-i-säbeGheim für Kriegswaiseii, Lchr« mäldchen und Arbeiterinnen veranstaltet auch Heuer iit beit SopihiensÄlen eine Redauie. Unter der Leintng der Gattin des Veremspräsidenten ObevmeibizinaHrates Dr. Krüger mib Frau Bella Ehren reich hat sich ein Komitee geibilldet, das noch eine Anzahl Damen und Herren kooptieren wird. Das gesamte Reinerträgnis wird für die Perpflegung, der Jm Müdcheuwaiseuhaus untevgsbvachte-n jüdischen KviegswaiM und Lehrmädchen gewidmet. Anmeldungen sind zu richten an das Komitee der Elisabechheim-Rodoute. 2. Bez., Leopoldsgasse 16, oder an Herrn Dr. Heinrich Horbatschek, 2. BezirE Pratevstraße 13. Danksagung. Die überwältigende Fülle von Beileidskundgebungen, welche aus Anlaß, 'des Ablebens unseres geliebten BruderS Alfred Grünfeld uns zngckommen sind, setzt uns leider außerstande, jeder Körperschaft und jedem Freunde, wie wir gerne möchten, besonderen Dank zu sagen. Es sei uns daher auf di.'sem Wege gestattet, allen, die des Verewigten treu gedacht, die in unseren schweren Stunden uns Beistand geleistet haben, ans tiefebcwegtem Herzen innig zu danken. Ludwig Grünfeld, Emma Grünseld. Pros. Heinrich Grünseld und Frau, Oberst i. R. Ernst Grünfeld und Frau.