Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-01-16 · Heft 1767 (16.1.1924) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1767 (16.1.1924)
Date
1924-01-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980850--17450-3004454
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

t Wrenev ftl Tfststner'ryM' 'M. 178? B '' "'. ■' frsiz Pilliil Alle Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Kredit-and Bankgeschäften VVieit, I. ZSltLekSSN« 4 (Eb‘Äte)S' Warengeschäfte Telephone: 60-4-82, 60-4*93, 63-4*85, 64*4*42. 68-4 78, 69-4-82 iww Telegrammadresse: Frapobank Seite 6 Wien. Mittwoch' . Gastspiel der Wiener Staatsoper in Amsterdam. AnläMch des Amsterdamer R i ch a r d - S t e auß - F e st e $ wird Kn; Ensemble der Wiener S'-aaisoPer am 24. und 2t'.. >d. des Meisters „A riadne a -u 7 9! a x 0 L"* in Amstendanl darstellen. An dem Gastsv'.K nehmen die Tameir Born, Gahersbach und Gerhart sowie die Herren Duhan '.Mid F i s cb c r-N iem-an n iei-l. Die Direktion deö Deutschen Volkstyeaters hat das neue zreiaftige Lust'viel „2L e ge na ch R 0 m" von Dr. Rudolf T g e r nur Aufführung in dreier Svielzeit angenommen. Das Neu-Strelitzer Landestheater ist durch eine ft c u e x Ltz v« n st v ö l l r g z e r st ö r t worden. Tos Haus ist bis auf die Grurrdma-uem uiederKcbranut. Der Dach'trchl und die Kuppel des Theaters stürstivu ins Innere des aus-gebvannten Gc-bäudes. Der größte Teil der Garderobe, die DKor-anonen unt" der gesamte Theat-ersund'.is sind Vernichter. Max Brods neues Lustspiel „Protest 'Bunrerbart" wurde im Königs der per neuen Schauspielhaus mit starkem Boifall aufa nomrnen. Das Stück ist ein Vorspiel zu ...Aarissas halbes Herz", eine Komödie, die auch in Wim mit Leopoldine Konstantin tu der Hauptrolle mir M'oßenr Erfola in Sz ne ging. Die deutsche Shakespeare-Gesellschaft Wt anr Gebu-rtsrage Shakespeares, am 23. April, zu Weimar ihre Haupt-versammluna ab. Den ftestvonraa über die Bacon-ftrage wird der Hamburger Do-eni Prof. Emil Wolff halten. Im Weimarer TliLat/r geht Shakespeares „Macbeth" in Szene. Mt Rücksicht aus die herrschenden Verhältnisse ist es noch nicht bestimmt, wann das diesmalige Jahrbuch der Gesellschaft erscheinet: wird. Arne Garborg gestorben. Einer der bekanne'.steu r:ordiichen Schriftsteller, der norwegische Romancier Arne Garbo ra. ist in Ehmstiania gestorben. Große Verbreitung fand sein Roman Müde Seelen". Auch sein Novelleubaub. .LZanernstndewen" wurde außerhalb seines Heimatlandes viel gelesen. Ursprünglich Lehrer, verlor der Dichter ans politischen Gründen seine Staatsernstellung. Garborg erlangte ein Alter von 73 Jahren. Ein indischer Dolksliederabend. Im Rahinerr der Ktuinrrbende, welche die Jüdische Tischgesellschaft Landstraße veranstaltete. sang iüngst Suse Etlinqer ein? sorgliche Auswahl jüdischer Lieder und wusste durch jenen feinen' abgetönten Vortrag loiort den innigen Kontakt mit den Z' l>bu:rn l-erzustellen. obwohl die Volkslieder ihres Programines zum größten Teil dem Publikum unbekannt waren. Es war' die Stimme des Volkes, die in diesen Lied am des Volkes laut wurde und den Wea zu den Herzen fand, Fräulein Etlmger wurde durch stürmischen Beifall ansgezsichn't. Vorher las Sioamund Haber, -'in vortroMicher Rezitator oMdisch-r .Dichtung.^einige Enmhlungen Schalem A'lejchems in Mischer Sprach-. Dieser Abend Himersiek beit besten Eindruck. Richtigstellung. In unserem gvstrsten Referat über Jolandas letztes Menwuer" soll es statt ..ins K 'misthH uÄiig „ins Kosmische" heißen. Aus den Theatern. B s l k 8 0 v e r. Heute ,.D i e S t u m m e 0 0 n P 0 rt i c imit ftrau Weingartner als Gast in der Titelrolle. — Ter italienische Tenor Aleffcmdro B 0 n c i absolviert ein kurzes Gastspiel an der Volksoper, u. zw. Mittwoch den 6. Februar als Richard in „M a s k e n b a l l" und Samstag den 9. Februar als Rudolf in der . B h e m e". Deutsches Volkstheaier. Montag den 21. d, V»7 Uhr abends, Raimunds „Verschwender" in der neuen Inszenierung Friedrich Rosenkhals mit Herrn Klitsch inder Titelrolle. E arltheater. Montag den 21. d., 7 Uhr abends, 30. Aufführung der Operette „G l ü ck b e i F r a u e n". Gerichtssaal. SMfchkeitrvstchler mit Stinkbomben und Gummitnütteln. - Der leitende Ausschuß der Fron'kämpferveveinigung sendet uns die folgende Berichtigung: „Sie haben in Ihrer Nummer 1761 vom 10. Jänner d. I.. Seite 5, 3. Spalte, unter Gerichtssaal einen Verhandlungsbericht mit der Ueberschrift: „Sittlichkestswächter mit Stinkbomben und Gummiknütteln", gebracht, in welchem cs heißt: „selbstverständlich ist der schneidige Wächter der gefährdeten Sittlichkeit auch Frontkämpfer." Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß der erwähnte Realschüler Rudolf Schwander nicht Mitglied der Frontkampfervereinigung ist." Wir bemerken dazu, daß die Zugehörigkeit dieses Schwander zur FroMkämpserpereinigung durch den Gang der Verhandlung nachgewiesen wurde. Schwander hat, ehe er sich zur Borststlung der Tänzerin Villany begab, vor dem Theater den Befehl zum Stänkern und die dazu gehörige Stinkbombe erhalten. Die Spielhölle in der Hausbesorgerwohnung. Die Polizeidirekt ion wurde im Vorjahre wiederholt darauf aufmerksam gemach:, daß in der Wohnung des Hausbesorgers Rudolf H a n s ch l i k.' Laurenzerberg. eine geheime Spielhölle in Betrieb sei. daß daselbst fast allnächtlich bis in die frühen Morgenstunden Hasard gespielt werde. Am 13. Oktober 1923 gelang es der Polizei, in die Hausbesorgerwohnung einzurügen. In einem Zimmer dieser Wohnung waren um einen h rviehisch 20 Personen bei einem Spi"! anwesend, das nach :i'. Beobachtungen des Polizeikommissärs das Hasardspiel ..Sn,ß" war. Unter den Spielern brach, als sie die Polizeiorgane erblickten, eine große Panik aus. Viele Spieler suchten,. e die auf dem Spieltische befindlichen Geldbeträge einzustecken. Es . wurde von den Polzeiorganen ein Betrag von rund. fünf Millionen Kronen saisieri. Von den perlustriertcn Spielern waren die meisten polizeibekannte Hasardspieler, die ' auch sonst Vorstrafen hatten. Gestern hatten sich die damals' perlustrienen Personen, zwanzig an der Zahl, vor dem Straf-- bezirksaericht 1 wegen Hasardspieles zu verantworten. Samt- ' liche.Angeklagte leugneten, in der Wohnung des Hausbesorgers das Hasardspiel „Stoß" gespielt zu haben. Auf Grund der Aussagen der Polizeiorgane ging der Richter mit einemr Schuldspruch, der Mehrzahl der Angeklagten vor, und zwar wurden die: Personen zu. ic 14 Tage Arrest und zu einer Geldstrafe von je zwei Millionen Kronen, vier Personen einer Geldstrafe von je zwei Millionen Kronen, vier Personen zu -iner Geldstrafe von je einer Million Kronen verurteilt, lieget: drei Personen wurde außerdem, da sie Ausländer sind, auch auf Abschaffung erkannt. Gegen zwei Angeklagte wurde ’ das Versahrcn ausgeschieden, während die übrigen Angeklagten sreigesprochen wurden. Sämtliche Verurteilten - meldeten gegen Schuld und Strafe die Berufung au. — Es wäre zu wünschen, daß dieselbe Energi--, die' g-geu bi : i(einen Stoßspieler angewendet wird, auch g.,-,ar'-a -- -i .i.-l.-r-.: gehei'neu Klubs gezeigt würd^. Die Frauenleiche in der Viehtränke. Am 15. November 1923 fand der Wirtschafrsbesitzer Josef Falmann in: Stalle die bei ihm bedicnstete Stallmagd Franziska Frühwald tot in einem großen Wasserbehälter, der als Viehtränke diente. Die Gendarmerie stellte fest, daß die ftrühwald nicht durch einen Unfall verunglückt war, sondern daß sie das Opfer einer gewaltsamen Handanlegung geworden und daß ihre Leiche in den Viehtrog geworfen worden war. Am rechten Scheitelbein der Leiche befand sich eine klaffende Wunde. Es wurde auch. festgestellt, daß die Getötete sich im vierten Monate der Schwangerschaft befunden hatte. Als Tater wurde der 28jährige Bauernsohn Ignaz Gcrstl, der mit der Getöteten ein Liebesverhältnis unterhalten hat^e. verhaftet. Bei der gestrigen Verhandlung vor dem Schwurgerichte St. Pölten gab Gerstl an, das Mädchen habe nach der Liebesszene im Kuhstall verlangt, daß er sich des Kindes annehmen möge. Er sei darüber derart in Aufregung geraten, daß er mit -der Faust auf die Geliebte einschlug, diese habe einen Schrei ausgestoßen und sei in den Bottich gestürmt. Die G"schworncn verneinten die Frage auf Mord und bejahten die Frage auf Totschlag, worauf der Angeklagte zu vier Jahren schweren, verschärften Kerkers verurteilt wurde. Von der Anklage wegen verbotener Rückkchr sreigesprochen. Der stellenlose Haüdelsagmt Jakob S. wurde :m Vorfahre nach Verbüßung ainer drsimouaiigen Kerkerstrase als Ausländer a b geschasst, und da er als polnischer Slaatsangehör.iger nach Polen fahren wollte, an die tPch-echische Grenze gebracht. Seinem 'Ansuchen, ihm Roisedokumien-te zu verschaffru, wurde von der PolUze^. nicht Folge geqsben. Von einem tschechischen Grenzgendarmen tvegen des Nichtibesitzes von Reiseldokumeuren arretiert, wurde er nach zehntägiger Hast tvieder an die österreichische Grenze überstellt und fuhr nach Wien zurück. Hier wurde er weoirn verbotener R ü ck i e c) v ange-klagt. Bei der gestrigen BerhaM-uug erklärte er. daß er nicht freiwillig nach Wien gekommen sei. sondern znrückkehren mußre, da er ohne'DMmvrntL sein RÄWel Polen nicht erreichen könne. Der Richter sprach ihn frei, da er zwangsweise nach Oesterreich zurückgekchrt fei und daher der S t rasa u sschlie ß n ng sgrn nd des n nw idc rsteh- Eichen Zwanges vorliege. Der tapfere Hakenkreuzler. Vor dem Oiberilandesgevichte srand gestern der Tra-fikenverschlsißer WÄhelm Jünger unter der Anklage des Verbrechens der gesähMchen Drohung, begangen durch folgende Asußeruna. die er einem Mechaniker gegenüber über den NationasoKiailistrn Map gemacht haben soll: Ich laste dem May sagen, daß chm, wenn er nach Sause kommt, die Finger abgehackt wenden. R-udols May war nämlich als Mitglied der Hakenkreuzlevgesellschaift. die m Spillövn einen Burschen erschoff>n hatte, in Haft gesetzt worden. Bei der gestvMn BerhaMung gab der"V-crter des Mav an, er habe,sich.. wegen'dieser Aeußevung an das Polmzeikommistaria-t Osttakring um.Schutz gewendet, sei jedoch mit seinem Ansuchen abgöwiesen wpvdcn, weshalb er die Anzeige bei der Äaatsanwaltschast . erstattete. Äw 22sShrige Pr-ivalbeamte Rudolf M a y gab an/ e r ha.be^Grnud zur Furcht gehabt, weÄ er schon - oft. geprügelt wurde. Er habe auch fetzt noch Furcht, weil vt seit -dem Falle won Spillern vechaßt sei. Er gab zu. daß er in Spillem einen Revolver mit hatte, ohne einen Wasffcnpaß zu besitzen. Der Angeklagte wurde aus Grund der Aussage des Zeugen, daß'dieser wegen der erwähnten Aeußerung sich gefürchtet habe, zu--zwei Monaten strengen Arrests, jedoch bedingt mit dreijähriger Bewährungsfrist veruwcilt. . Die Veruntreuungen im Wilhelminenspital. Der Verwalter-und Kassier des Wilhelminenspitals Alfred Wittig haste ' sich vor einem Schöffensenate wegen A m t s v e r u ntreuung zu verantworten. Wittig, ein ehemaliger KavallerieoffiziLr. machte seit dem Jahre 1919 Börsengeschäfte. Seit-dem Herbst 1922 waren diese Geschäfte jedoch sehr verlustreich für ihn.-Um seine Verluste zu decken, entnahm er der ihm-anvrrtrauten Kasse Betrage, die zuletzt eine Höhe von 140'Millionen Kronen erreichten. Gleich nach der Verhaftung Wittigs langten an ihn von seinem Bruder 2000 Dollar aus Mexiko ein. Sie waren schon längst avisiert, das Geld aber infolge der Wirren in Mexiko erst später eingelangt. Auch waren die Börsenpapiere, die Wittig um die IGO Millionen gekauft hatte. - gestiegen, so daß die Spitalsverwaltung nicht den ', geringsten Schaden erlitten hat. Wittig war vollkommen geständig. Der- Gerichtshof verurteilte ihn zu acht Monaten schweren - Kerkers. -. - Außerordentliche Session des Verfassungsgerichtshoses. In der Zeit vom 21. bis 26. d. findet vor dem Verfästungs-: gHrichtshof eine außerordentliche Session zur Erledigung - der Nationalratswahlbeschwerden statt. ^Am 21. d. findet die-Verhandlung in der Wiener Krenratoriumsangelegenhei t (zwei Anfrage des Bundeskanzlers) statt, am 23. d./die Verhandlung über die Wahlbeschwerde des Lastdb-u n de s für Oesterreich wegen Ungültigkeitserklärungder für den Landbuind für Oesterreich (Tiroler Bauernbund) abgegebenen Stimmen, über die Waljlbeschwerde der sozialdemokratischen Partei im Wahlkreise 17 und - im Wahlkreisverband 3, und über die Wafflbeschwerde des L a n.dbu rrd.e s für Oesterreich wegen der für den Wahlkreisverband dys '.Bürgenlandes und der Länder Steiermark und : Kgrrsten erfplgten Verteilung der Mandate im zweiten Ermittlungs-. verfahren. Arrr 24. d. findet die Verhandlung über die W'a-H.lbeffch-werde der sozialdemokratischen Partei für den-Wahlkreis'-Graz auf Nichtigkeitserklärung der Wahl -des- Dr. W e i d e rr h 0 f e r in den Nationalrat statt. Diesem Perha-ndlnug wird die interessanteste werden, da die.Sozialdemokraten-angeben, ein beweiskräftiges Material gegen Doktor Weidesthofer zu besitzen. Am gleichen Tage wird auch die-Ver-' Handlung über die Wahlbeschwrrde der sozialdemokratischen . Partei-(Wahlkreisverband Niederösterreich) gegen die Wähl'des Dr. Ernst S t r e r u w i tz in den Nationalrat geführt.^ Am 25. d.xist die Verhandlung über zwei Wahlbeschwerden. des; Vorarlberger Landbundes wegen Ungültigkeitserklärung, der Stimmzettel für die Nationalratswahlen. Bei den Beschwerden in dex Frage Weidenhofer und Streruwitz handelt es sich um die Erbringung des Nachweises, daß diese beiden Vertreter der Industrie nur -infolge Geldzuwendungen der Industriellen für die Christlichsozialen auf die christlichsoziale^ Abge0rdnetenliste gelangten, so daß dstc Grunds atz der reinen Wahlen in diesen beiden Fällen ver-- {e i' i von/tr. 7 Lolkswirt. SrfteMpelte Krone -- 0.0081% Senkt««, ««rzotzlnng Wien — 0.0081% Sentim«. In Zürich notierte ih.fi- 14./1. die österr. gestemvelte Krone . v * » 0.0081*4 0.0081 die österreichische Krone . . » . . . 0.0081Vf 0.0081 die tschechische Krone .... « 16.80 16.80 die Mark.pro Milliarde £oncitt& •••«•»••<>* . . . 214.60 216.40 « 1 o 0 t . . . 578.60 578.- London »«»»»»-«»» 24.69 24.56 Paris »»,»,«»«»» . , 0 26.80 26.85 2)' Clilotlb «»»«OG«»« . . . 26.60 25.75 Belgrad •«•••••••e . « , 6.66 « 6.50 Bukarest . . . 2.90 2.90 Sofia .»»»,«,,»» . . . 4.10 4.12 Budapest.. » . . . . . 0.0207 0.0207 Warschau. —.— Ser erste dieriShrige Nationalbankansweir. Verminderung des Notenumlaufes. — Formelle Steigerung des Barschatzes. Wer: man den gestern publizierten Wocheiransweis der Oesterreichischen Nationcklbank pro 7. Jänner 1924 mit dem letzten Ausweis pro 31. Dezember 1963 vergleicht, so Ml vor allem die beträchtliche Steigerung des Papierkronenwertes des Barschatzes um rund 462 Milliarden auf 4367 Milliarden ans. Diese Steigerung ist daraus znrückzusühren, daß für die Bewertung der Barschatzbestände nicht mehr der Durchschnittskurs des zweiten Halbjahres 1922, sondern der erheblich höhere Durchschnittskurs des zweiten Halbjahres 1923 maßgebend ist. Ware der Edelmetall- und Dsvisenlb.stand des Barschatzes unverändert geblieben, so hätte sich eine Steigerung des Papiers kronenwertes der Barschatzbestände mn rund 478 Milliarden ergeben müssen. Da diese Steigerung aber bloß rund 452 Milliarden -beträgt, so folgt daraus, daß der Barschatz in der ersten Jännerwoche faktisch eine Verminderung um rund 26 Milliarden erfahren hat. Der Stand des Eskon-iporiesenilles .hatum rund 75 Milliarden abgenommen und beträgt 1248 Milliarden Die Davlehensschüld des Bundes hat durch die planmäßige Rückzahlung eine Reduktion um eine Milliarde erfahren. Auf der Aktivseite ergibt sich -somit eine effektive Verminderung um rund 102 Milliarden, der auf -der Passivsolle eine gleich hohe Abnahme der Gesamtzirku-lation ent spricht. Der effektive Notumlauf hat um 316 M'-lliarden abgenommen und betragt 6809 Milliarden. Die bevorstehende Reform der BZffmstener». Stellungnahme des Verbandes der Wiener Bank- und Kom- " missionsfirmen. Der Verband der Wiener Bank- und Kommissionsfirmcn hat in der Frage der im Referentenentwurf, vorliegenden No- - vette zu den Umsatzsteuern nachstehende Resolution gefaßt: Der Verband anerkennt, daß die im Entwurf enthaltenen: Aenderungen der Valutenumsatzsteuer einige Milderungen des gegenwärtigen Rechtszuständes enthalten,' welche den oft und oft vorgetragenen Argumenten der beteiligten Kreise Rechnung tragen. Es handelt sich , hier um die Korrektur steuerrechtlicher Uebertreibungen, die nicht nur den Börsenhandel schwer schädigen, sondern, wie auch die Finanzverwaltung jetzt eingesehen hat, das Steuerergebnis selbst beeinträchtigen. Allerdings berechtigen' diese geringfügigen Reformen nicht zu der Hoffnung, daß durch sie. der.rnfolge der Ueberspannung der Valuten- und Bankenumsatzsteuer zum großen Teil vom Wiener Platze verscheuchte internation ale Devisenverkehr wieder nach Wien gelenkt werde. Leider sind aber diese geringfügigen Erleichterungen weitaus wettgemacht durch die im Entwurf vorgesehene Verdoppelung d e r E f f e k t e n u m s a tz st e.u e r^Dieser geplanten Verdoppelung muß als schwerer Bedrohung des Wiener Börsenhandels entschieden entgegengetreten, werden. Wird sie zur'Wirklichkeit, dann muß die sö hervorgerufene Verteuerung der Börsenumsätze* unwillkürlich zu einer Einschränkung des Effektengeschäftes führen Der Einwand, daß das Geschäft solche steuerliche Belastungen vertrag e, g i l t n i ch t m c h r. Im Zuge der Stabilisierung sind auch die Kursschwankungen an der Börse immer geringere geworden. Die großen Kurssprünge, die noch vor einem Jahre zu verzeichnen waren, haben aufgehört. Werden aber die Kursdifferenzen kleiner, dann verträgt das Geschäft nicht mehr die außerordentliche steuerliche Belastung, wie si» ^ürch die neue Abgabe droht. Die Verdoppelung der Offeldnumsatzsteuer würde dann nicht nur das Effektengeschäft an oer SBMenotf Börse zum Absterben bringen, was, wie heute schon allgemein eingesehen wird, auch vom allgemein volkswirtschaftlichen Standpunkt eine schwere Schädigung bedeutet, es würde mit dem Steüerobjekt selbst, das erschlagen wird, auch' das Erträgnis der Steuer gefährdet werden, Damit wäre aber das Gegenteil des angestrebten Erfolges, bet; *- \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.