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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-14 · Heft 1765 (14.1.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1765 (14.1.1924)
Date
1924-01-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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I Beck'8 mH mmH ' Wienev Morstenzeltung. künde zugewendet und auch hierfür eine Dozenlllr erhalten. Obwohl er auf gesellschaftlichen Verkehr großen Wert legte, war an ihm doch ein Zug zur Melancholie bemerkbar, und es heißt, daß man den hochgewachsenen, auffallend schönen jungen Mann selten fröhlich gesehen habe, daß er fast immer ein ernstes Wesen zur Schau trug. Währet des Krieges lvar er zu militärischer Dienstleistung eingerückt und in dieser Zeit mehrten sich seine melancholischen Anwandlungen in einer Weise, so daß seine Vorübergehende Unterbringung in einer Heilanstalt notwendig wurde. Alle Personen, insbesondere jene, die als Patienten mit ihn: in Berührung kamen, schildern ihn als einen Mann von bestrickender Liebenswürdigkeit. Es wird hervorgehoben, daß er sich seinen Patienten mit großer Hingebung gewidmet und sich namentlich alten Leuten, die das .Hauptkontingent der Kranken an den Augenkliniken darstellen, mit besonderer Sorg-faÄ angenomnren habe. Do7.'nt Dr. Bach sie tz leugnet aufs entschiedenste, an den Verfehlungen der Frau Kadinetzauf irgendeine Weise teilgenommen zu Hpben, und es ist bemerkenswert, daß auch in seiner intimeren Umgebung von einer krankhaften Veranlagung nichts wahrgenommen wurde. Die Anoeleaendekt Hnchenezg. Die Aerztekammer greift ein. Wie voranszusehen lvar, haben die Behauptungen des Prof. Hochcnegg großes Aufsehen hervorgerufen. Verschieden Gruppen der Aerztekammer werden morgen in einer Sitzung der Kammer eine Untersuchung über die Beschuldigungen verlangen. Tie Ärztekammer wird Professor Hochenegg auffordern, die Tatsachen für seine Beschuldigungen vorzulegen. Sollte es sich Herausstellen, daß die Beschuldigungen ungerechtfertigt sind, wird sich der Disziplinarrat der Aerztekainmer mit der Angelegenheit befassen. Prof. Hochenegg hält seine Anklagen aufrecht. Er erklärt hierüber u. a.: Ich lasse mich nicht durch die Kritik, die meine Anschuldigungen gefunden haben, beirren. Die Veröffentlichung über die unhaltbaren Zustände in der chirurgischen Praxis ist selbstverständlich im vollen Bewußtsein meiner Verantwortung erfolgt, und ich habe für meine Mitteilungen das Forum meiner Studentenschaft deshalb für zweckmäßig gehalten, weil es mir vor allem darum zu tun gewesen ist, der bewußten Untergrabung meines wissenschaftlichen Rufis und meines Renommees als Chirurg mit aller Schärfe und Deutlichkeit entgegenzutreten, wobei es allerdings;u einigen unangenehnren Enthüllungen für einen Teil meiner Kollegen kommen mußte. Schließlich erklärt Hochenegg, er habe seine Stellungnahme genügend genau dargelegt, so daß er auf eine Aus-' forderung. sich näher zu äußern — und wenn diese auch von derärztlichenStandesvertretung a u s g i n g e —, nicht reagieren werde. MserchahmmgM am Arlberg. Innsbruck, 13. Jänner. Nach einer Mitteilung der Lkrndesbahndirektion Innsbruck entrollten infolge Reißens der Zngsknppelung in den Morgenstunden vier, zehn beladene Wagen eines in der Station Lauge» am Arlberg stehenden Güterzugrs talwärts. Bei dem starken Gefälle erlangten die Wagen eine bedeutende Geschwindigkeit, durchfuhren die Station Danofen und konnten erst in Dalaas Konzerts. )cdny von Friedrich Smetanas sym- . .. -stuni-S ' ''ein Vaterland" gab den Auftakt zu rv. :rf:ßlich Smetanas 100. Geburtstag. .... 'ki: A'b b: ^olcvng das Wiener TonMntsÄer- - reitete, dirigierte auch diesmal mit der E' ' ( Urmusikanten, der von Musik durch if erfüllt ist, sein starkes Temiperament begegnet ' m dem seines Landsmannes Smetana, dessen starker ./ythmns und volkstümliche slawische Melodik den tschechischen Nationalkomponisten kennzeichnet, ,der in seinen Opern noch nachhaltiger wirkt als in seiner Konzertmusik. Sein aus sechs symphonischen Dichtungen bestehender Zyklus „Mein Vaterland" schildert alle Reize der Berge und Täler des Böhmerwaldes, Hain und Flur leuchten im jungen Maiengrün und die Moldau plätschert unter fröhlichen Bläserklüngen vergnügt zu Tal. Wie ein nationaler Strritgesang durchzieht der düstere Choral die Dichtung „Tabor", und wenn schließlich die siegreichem Ritter vom Berge .Mlanik" heraufsteigen und den neuen Glanz und Ruhm des Böhmerwaldes verkünden, so erscheint uns Smetana heute wie ein in die Zukunft blickender Prophet. Ein Prophet, der mit so überzeugender Klangfülle eine bessere Zukunft verkünden konnte, mußte auch in seinem eigenen Vaterlande Glauben finden. Nach einem frohen Leben verschied Smetana als Tochzigjähriger in Taubheit und Wahnsinn, Max Reger, .m-lcher sich in seiner Arbeit vorzeitig verbrauchte, starb :!? Dreiundvierzigjähriger an einem Herzleiden. Er fiurevließ der musikalischen Nachwelt ein riesiges Erbe uub seine Witwe und seine Kinder leben in bitterster Not. Künstlerschicksal! Letzhin dirigierte Leopold Reichwein, Wiens treuester Reger-Vorkämpfer, auswendig die vier Negerschen Tondichtungen nach Böcklin-Bildern. Der geigende Eremit, der sich in seiner Zelle fern von sinnlicher Liebe der Musik hingibt, erscheint uns wie ein Selbstbekenntnis Max Negers, der auch nur seiner Kunst lebte und ohne Rast und ohne Ruh' Werk auf Werk schuf bis an sein frühes Ende. Auch die Unlsiunlichksit hat Negers Musik mit seinen! Eremit gemeinsam. Wie keusch und rührend fingt dessen Ge-ige, wie feierlich weltfern erdurch die Geistesgegenlvart des Fahrdienstleiters Türk durch Zurückstellung einer Weiche angehalten werden. Die Borbautendes Bahnhofgebäudes inDalaas wurden schwer beschädigt, zum Teil zertrümmert. Der Materialfchade ist bedeutend. 'Die Ladung der Wagen erlitt hingegen verhältnismäßig geringe Beschädigungen. Auf den Wagen befanden sich fünf Zugsbegleiter, die vergeblich versuchten, die Wagen durch Anziehen der Bremsen znm Stehen zu bringen. Zwei dieser Bremser sprangen in der Station Danofen ab, die anderen sichren bis DalaaS, wo sie bei dem Anprall herabgefchlcudert wurden. Die Verletzungen aller fünf Zugsbegleiter sind verhältnismäßig leicht. Die AufräumnngSarbeiten wurden raschestcns in Angriff genommen, so daß der Verkehr im früheren Umfang um die Mittagsstunde wieder ausgenommen werden konnte. Der Hautztmann-Rechnungssührer als Iefmudimt. Das Bngadelommando Nr. 1 für das Vnraenland zeigte am 12 d. M. dem Silierheitsbureau an. daß der Hauptmann-Nechnunqsführer Heinrich S lanina, 3. Bezirk. Keilgasse 4 wohnhaft, sich Unterschlagungen schuldig^ gemacht habe. Hauptmann Slanina wurde daraufhin verhaftet. Er war von seinem Bataillon jüngst nach Wien verseht worden. Vom Bataillon hatte er vorher den Auftrag erhalten, landwirtschaftliche Maschinen, die zur landwirtschaftlichen Ausbildung der Mannschaft benötigt und bezogen worden waren, zu bezahlen. Er behauptete auch, sie bezahlt zu haben. Als aber bei Jahresschlnß die Bezahlung von den Firmen urgiert wurde und Hauptmann Slanina darüber befragt wurde, erklärte er zunächst, er sei am 28. November v. I. mit 3 6 M i ll i o n e n nach Wien gefahren, das Geld sei ihm jedoch während einer Straßenbahniahrl gestohlen worden. Später gestand er. daß er das Geld veruntreut habe. Dieses Geständnis wiederholte er auch im Sicherheitsbureau. Danach reichen feine Verfehlungen bis in das Jahr 1921 zurück. Damals mußte sich seine Frau in einem Sanatorium operieren lassen. Slanina konnte die ausgelaufenen Kosten aus eigenem.nicht bestreiten und so vergriff er sich an den ihm an vertranten Geldern. Er bestreitet bloß, dach er die ganzen 36 Millionen für sich verwendet hat; es sollen nach seiner Darstellung nur 10 Millionen gewesen sekn. Er glaube, daß er in den letzten Monaten infolge der Aufregung Belege über geleistete Zahlungen verloren habe, wodurch sich der Fehlbetrag vergrößert habe. Slanina wird dem Landesgerichte eingeliefert werden. * Mikado Goldband-Feigenkaffee mit Rabattmarke ist die beste Kaffeewürze. (Entgeltlich.) Schach. Dr. S. G. Tartakower: Die hypermoderne Schachpartie. Zu gleicher Zeit, da Dr. Tartakower im Schlechter- Gedemturni>ve den ersten Preis erstritt, ist im Verlag der „Wiener S chachzeitung" die erste Folge eines Werkes dieses Meisters erschienen, dos zweifellos einen viel größeren Erfolg für ihn bedeuten wird als sein jüngster TurnieMeg. Zögernd und mit einenr gewissen Mißtrauen nahmen wir das Buch in die Hand. Scheint doch der Titel eine der ganzen modernen Richtung feindselige Haltung anzudeuten, steht die Toteninsel und wie unsinnlich und gezwungen erscheint dagegen das Turbulente des Bacchanals. Die warme sinnliche weltliche Melodie war Negers Sache nicht, um so üppiger erklingt sie in Verdis Schaffen. Es muß nicht gera'de eine Oper sein, man begegnet ihr ebenso in seiner Totenmesse, die er dem Andenken Manzonis widmete. Sein Requiem ist keine Jenseitsmnsik im herkömmlichen Sinne. Es hält an der sinnlich-blühenden Melodik der Aida fest und entzündet die Todesfackel an dem heißen Atem der Bardischen Opernkantilene. Wenn noch Herr Titte l mit seinem Uebermaß an Eifer das Sym- Phonieorchester und den Wiener Eisenbahngesangsverein anseuert und von der Budapester königlichen Oper die ganz vortrefflichen Solisten Anna Medek, Rosßi Marsch a l k o, Dr. Franz Szeekelhodh und Franz Szende beigestellt werden, ist die richtige Verdi-Temperatur erreicht. * Eine Reihe bekannter Opernsänger hat wieder im Konzertsaale gastiert. Man hört sie auf dem Podium meist mit gemischten Gefühlen: Singen sie Opernarien, so vermißt man die Szene und singen sie Lieder, so fehlt meistens die überzewAende lyrische Grundierung! Vera Schwarz, sang eine Anzahl Arien ihres Opevnvepertoires, schwierige Stücke, die sic mit ausgeseilter Kunst im Technischen vortrug, ohne recht warm zu werden und zu wärmen. Auch Herr Friedrich S ch o r r, der in Wien so rasch beliebt gewordene Wagner-Sänger, um dessen Besitz sich die großen Opernhäuser streiten, vermag im Konzertsaale, trotz intereffanter Programme und ganz ungewöhnlicher Intelligenz nicht recht zu fesseln. Seine Kraft der Darstellung ist auch im Liede stark, er hat seine eigene Auffassung, der Ton ist mächtig und der Melodiebogen weit gespannt. Gleichwohl empfindet man hier mehr als ans der Bühne . das Flackern des Tones, die mangelhafte Pianokultur und eine gewisse Oberflächlichkeit im Gefühlsmäßigen, man merkt die Absicht und wird verstimmt! Malva Szterenhi, früher Mitglied der Staatsoper, fühlt sich im Vollbesitze ihres reichen Materials und trägt oft stärker auf als es dem zarten Gewebe des Liedes gut tut. Anders wieder Maria Bartsch-Jonas, sie hat Geschmack und Kultur, nur gelegentlich im ariosen Gesänge gar zu wenig losgeherffches Temperament. Erwähnen wir noch 1.4. Jänner 1924 . Nr. 17gg die nur einem Schachlchrbuch, das den Schachvidbhabsr fo Den gegenwärtigen Stand unserer Kunst einführen soll, nuf aNraglich sein kann. Aber wir müssen gestehen. daß wir freudig enttäuscht wurden. Nichts zoigt den Wandel bet Zellen, bn: ungeheure Umwälzung der Schachkunst innerhalb ^letzten Jahre so sehr, als govade Tartakowers „Dchachlehr- und -lesebuch". Derselbe Autor, der noch vor Mi Jahren über die Modernen schrieb ihr Grundsatz laut«: Credo, "guia absurdum est, bemüht sich, der neoromantischen Schule gerecht zu werden und ist voll des Lobes für täte Müister. In seinem Vorwort spricht bx Autor von eiiner neuen, Plastischen zustvebenden Methode, di« seinem Werke zuliege. Diese Absicht, durch eine möglichst plastische .. vethode zu wirken, ist ihm vollständig gelungen. Gleich die erste Abhandlung: „Wie eröffne ich die Schachpartie?" zeigt dem Leßir das Grnndwosen der Eröffnung und den. untevchied zwischen klassischer und moderner Anschauung in bildhafter und förmlich greifbarer Art. Die Studie über di« „A lj -ech 'ine-Eröffnu n g" ist schlechthin ein Mvistertvark. Und nun znm Wichtigsten: Zur Partieglossisrnng. Hier zeigt sich die Originalität des Autors in ganz besonderem Maß:. Zu seiner „plastischen" kommt auch «ine psychologische Methode; die Gedanken und Absichten, ja die kleinsten Regungen der kämpfenden Meister erstrahlen in der Beleuchtung des ErklärerS; die einzelnen Partiephafen werden berdeutlicht: in einer Einleitung und einem Epiloge zur einzelnen Partie werden Grundgedanke und Kampfesführung beleucht: t: So lebt und blüht die glos.ierte Partie als wundervoll dargestelltes Kunstwerk. „Sich am Glanze der gewählten Partien sonnend, hofft der Glossator belehrend zu wirken" schreibt Dr. Tardakower. Die Warte: „sich am Glanze sonnend" zeigen die Mode, mit der er sich in die Partieen versenkt hat, und dieses Gefühl ergreift auch den Nachspielen« den Leser. Uitb dies ist das höchste Lob, daS dem Glostator zu teil werden kann. Eine eingehende Würdigung kann erst erfolget!, wenn, das Work zur Gänze vorliegt, rlber soviel kann schon jetzt gesagt werden: Das Buch ist nicht nur geistvoll und prickelnd, nie langweilig oder eintönig — was ja alles bei Dr. Ta rtakower nicht erst hervorgehoben werden müßte —. es ist auch von elementarer Gründlichkeit und der strengste Kritiker' wird hier unmöglich tadeln können. Di« Essays übsr die einzelnen Meister tragen viel zur Mastik des Schachlehr- und Lesebuches" bei. Decken sich hiebei auch nicht überall unftre Ansichten mit denen des Autors (so b,ci Lasker, den wir durchaus nicht als Schachphilosophcn anseben), w ist das selbstverständlich nicht als Tadel gedacht. Wir schließen mit den Worten d:s Autors: In seinem Buche lveht der befreiende Hauch des hypormodernen Schachs! Aus dev Schachwett. DaS Turnier zu Hastings endete mft einer gwtzeN Ueberraschuna. Ter junge holländische Meister Euwe errang mit 7,5 Punkten (aus 9 Partien), den ersten Preis: vor Maroczy 7, Colle und Dates je 6 Punkte. Mieses endete unplaciert. Mit der Veröffentlichung von Partien werden tvir wieder in der nächsten Nummer beginnen. Aus der Schachsektion Hakoah. Das Klubmeisterschaststurnier wird von nächstem Donnerstag an wieder m vollem Gange sein. Die Teilnehmer werden im Interesse einer klaglosen Abwicküing ersucht, ihre Partien regelmäßig zu absolvieren. Blitzturnier. Im letzten Blitztuivnier, das sich einer vegen Teilnahme orfreute, teilten die Herren Beutum und Rosen bäum den ersten Pveis. Auch diesen Dienstag findet, wie von nun ab allwöchentlich, ein Blitztuiru'ier, das mit Preisen dotiert ist, statt. Beginn präzise 8 Uhr abends. Gäste hsrlliich willkommen! Bereinswettkampf. Sonntag den 20. d. findet der Wettkampf der ersten Klaße Hakoah-L and st ratze im Cafe Staudigl, 3. Bez., Radetzkystvahe, jtatt. Die in Betracht kommenden Spieler, die noch verständigt lverden, müssen pünktlich um 9 Uhr vormittags erscheinen! Zuschriften sind an die Schachsektion Hakoah, Cafe Rabel. 1. Bez., Wallnerstraße 4. zu richten. den Kamnrerfänger Franz Steiner, diesen erlesenen Vortvagskünstler, dessen kleines Matevial geistig und technisch in ganz Vollender Weise gehandhabt wird. In Liedern und in Zwiegesängen von Hugo Wolf, in demn seine Schülerin Hedda Kux mit hübscher Wirkung die Sopmnftimme sang, holten sich beide Künstler lebhaften Beifall. Auch Rosa Hamburger hatte mit ihren hübschen Kopftönen Erfolg. * Eugen d'Albert veranstaltete sein erstes diesjährige!! Klaviergewitter: Er ist noch immer der einzige, wenn es sich um den großen klastischen Klavierstil handelt, sein loderndes Temperament sprüht Funken, Genieblitze leuchten auf, doch es entwickeln sich auch starke Rauchwolken, die den klaren Ausblick hindern. Mit Kleinigkeiten nmg er sich nicht cübge-ben, und für Debustys Neme. impressilouistische Spielereien ist er mit feiner großen Austastung nicht der rechte Interpret — da lob ich mir meinen Gieseking —, als Be.echcven-Spieler freilich wird man nicht bald sei^nesgleichen hören. Mit vornehmer pianistifcher Kultur spielte, der junge Friedrich Wührer im Abonnementkonzert des Konzertvereins Schumanns KoMvtftück fik Kla-vier und Orchester op. 92, Käthe Horner-Travnieek gab in Stücken von Brahms und Reger mehr eigenwilliges Erleben als rein pianistisches Können, Henriette Ruinen-Dubois trug gemeinsam mit Paul Weingarten mit feinem Verständnis eine flotte, durchaus nicht atonale zweisätzige Violinfonate von Paul Hindemith vor. Das G o t t e s man n-Quartett und das Klaviertvio LamPl-Baltz-Schneider sind als vorzügliche Kammermusikvereinigungen hinlänglich bekannt. Der ausgezeichnete Cellist Friedrich B u x b a u m errang an einen: eigenen Abei:d nrit seinem beseelten Cellogesang einen starken Erfolg, ebenso der Agramer Cellist Juro Tkalcic, der mit Virtuosität und Gefühlswäwne fein Instrument meistert. Von dem fleißigen Pianisten und Komponisten Dr. Eduard Chiari hörten wir das Vorspiel zu seiner Oper „Die Stürmerin"; das Stück stürmt durchaus nicht, in gomächlichem Tempo legt es sie'vne spärlichen Reize bloß, deren musikalische Dürftigkeit^ mit ^brillanten Effekten gleich wie mit billigen Schönheitspslasterchen aufgeputzt i[tr Erwin 8-4her, dom ' grund

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