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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-14 · Heft 1765 (14.1.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1765 (14.1.1924)
Date
1924-01-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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A/i J -1 L / %nzehnmmerK700 Wien: Znm Abholen in der Expedition,!I„ T aboratr. 1 -3, oder in einer Verschleisstelle (Trafikl monatl. K 28.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschm5edt,I.Bez., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Tscbech o-Sl owakei: Mon. K17. jusfoslawien: Mon. Dinar50. Polen: Mon. polnische Mark 2,200.000, Deut acht.: Mon. Gold“ mark 3.—, Frankr., Belgien: Mon. Fr cs. 10 MP Naeb*«hluB»en bei Prelsarhohun^en vorbehallea Nr. 1765 Wiener ITA [Bit drei lein «Meiste ^Tvaoaai orgen;eitung PoieBipoU.100.006 Italien: Monatl. 12 l.ir«, Rumänien Mon. 130Lei, Bulgarien Mon. 75 Lewa, Schwei z und das übrige Ausland monatlich Fres. 3 Redaktion u. Administration Wien, H„ Taborstrassei—S Telephone: 44-0*38,43'3-l9, ab 6 Uhr abds. 19-483,25-282 T eU Adr.: „Morgenzeitung* Wien BMW Oesterreichisc'ücs Poatspa:4 kassen-Konto Nr. 150.69 mssmsmsR Wien. Montas. 14. Fänner 1924 6. Fahrgavz Rach der Mark — der Franken. Zer andauernde Sturz der sranzUfchen Valuta. Ausländem aus Paris. Ausweisung von New-Aork, 13. Jätmor. Der frangöfrsche Franken hat hier am SamKtwg einen matten R ekenr dti es stand erreicht, indem öo-fftr nnr noch 4,64 Cent bezahlt Werder: gsgmüber 20 Cent in der Vorkriegszeit. Kampf gegen die Baissespekulation. Paris, 13. Jänner. Die Pariser Pollitzer hat gestern neun Ausländer, sieben Russen und zwei Griechen, a-usgÄviesen, weil sie an der Pariser B ö r s e Baissespekulationen in französischen Frauken getrieben haben. Die Teuerung. Paris, 13. Jänner. Nach einer Statistik des Arbeitsministermms belief sich der Großhandelsindex, wenn 100 die Gvnndziffer für 1914 bedeutet, im September 1923 ruf 433, im Oktober aus 429 und im November ans 452. Set Abba« des Ausuahmszustander. Berlin, .13. Jänner. Die Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 17. DezenchH .Mer-.-ie-Mchlsu-uivg^ M- -- nvisilu-wg von Straftaten, durch die die öffentliche Ordnung besonders schwer beeinträchtigt, wird, wird im Februar d. I. außer Kraft gesetzt werden. Aue Rede Stresemauns. . Berlin, 14. Jänner. (Tel. d. „Wiener Morgentzeituug".) Reichtza ußenministe r Dr. S t r e s e m a n n wird am 17. -d. zur R e i ch s g r ü n d u n g s f e i e r de r deutschen V olks Partei nach Hamburg fahren und dort tvahrischeinlich eine längere Rede halten. Die Differenzen zwischen dem Reich und Thilrlngen beigelegt. Berlin, 14. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Wie der „Montag-Morgen" zu melden weiß, ftitb die Verhandlungen zwischen der Reichsvegicrnng und der thüringischen Staatsregierung endgültig zum Abschluß gekommen. Das Reick) verzichtet auf die Entsendung eines Reichskommissä r s, sowie auf die übrigen geplanten Exekutiviu a ß ii ahme n. wogegen die thüringische Regierung gewisse Verpflichtungen eingegangen ist. Sowohl die Reichsregierung, wie die chürmgische Regierung werden die gegenseitigen Vereinbarungen im Laufe deL morgigen Tages veröffentlichen. Blutige AusammenMe bei einer kommnnWscheu Feier in Hamburg. Hamburg, 13. Jänner. Bei einer kommmnsflschen Feier wurde der komuluiniistische Führer 1l r b ahne verhafte t. Die von der Menge bedrohte P o l i z c i machte von der Schußwaffe Gebrauch, wobei eine Perf o n g-e-totet "-nd zwei Verl e-tz t wurdeir. Das digoslawisch-italienische Bündnis. Belgrad, 14. Jänner. (Tel. der ,/Wiener Atorgenzeitung".) Das Tagesgespräch der hiesigen politischen Kreise ibrDvt unaufhörlich der Abischluß des' Bündnisses mit Italien, dessen formeller Abschluß, schon in den nächsten Tagen erfolgen wird. Wie verlautet, besteht der Vertrag aus sechs Artikeln und halte sich in einem e>ngvren Rahmen als der französischtschechische Bimduisvertrag. In der Einleitung erkennen Jtatieil und Südslawien übereinstimmend die NvtlMNdrMt der Echaltung-des Friedens an, das Bnirdnis habe somit' ofsentsichtlich den Charakter e i n t $ S ch n tzw e r b a ndTs >md richte' sich nicht gegen Dritte. Die Verständigung in der Frage von Fiume sei in einem besonderer Vertrag niedergelegt worden, trennauch - beide Uebereinkommen gleichzeitig abgeschlossen worden feien. Nach den: Austausch der Ratifikationsnrtünden werde eine Begegnung Mn ssol in is mit Päfic und im .Anschluß daran, als Ausdruck der Freundschaft ztrifcheu beiden Staaten, eine solche der beiden Monarchen stattfrnden. Die Antwort an Deutschland. Berlin, 13. Jänner. Der deutsche Geschäftsträger in Brüssel Dr. Rödiger ist heute i>n Berlin eingstroffen. Der Geschäftsträger m Paris v. H o l, der seine Abreise wegen leichter Erkrankung verschieben mutzte, wich vorauHsichMch Dienstag früh hier eintr-chfen. Die den deutschen Geschäftsträgern in Paris und Brüssel am Freitag ülberwichten Mtworten ans das deutsche Mmoranldnm vom 24. Dezember 1923 sind inzwi,schert durch Kurier m Berlin eingelangt. Beratung der Botschafterkonferenz über die MilttSrSontrolle. Paris, 13. Jänner. Die Bolschafterkouferenz wird sich anfangs dieser Woche versamlwln, MN über die Note der deutschen Regierung betreffend die Wiedevansnahlne der Militärkantrolle in Deutschland §it beraten. Diese Note ist heute in den Zeitungen veröfftn flicht worden. Sesterreich und die dentschen Reparationen. Paris^ 12. Jätmer. NM eifern Kommunique machte zwischen der Reparationskommission und der deutschen Regierung über die Interpretierung des Artikels 260 des Vertrages von Versailles der deutsche Vertreter Professor Part sch geltend, daß die im Artikel 260 Deutschland anferlegten Pflichten sich nicht auf die österreichischen S n kzes sions stauten beziehen. Gemäß Artikel 260 soll Deutschland alle Gu thabell seiner Staats angeh origelt, soweit es sich um Unternehmungen, denen öffentliches Interesse zukommt, oder um Konzessionetl in Gebieten handelt, die von Deutschland oder seinen Verbün* deten abgetreten wurden, erwerben und derRepa ra 1 ionskomm issi on abliefern. Professor Partsch führte ans, es handle sich nur um Gebiete, die in Gemäßheit des Vertrages von Versailles abgetreten wurden, nicht aber auf Grund anderer Verträge. Deutschland sei Verbündeter Oesterreich-Ungarns gewesen, aber nicht des neuen Oesterreich, das den Vertrag von St.-Germain Unterzeichnete, noch lveniger der neuen Türkei, die Krieg mit den Westmächten ohne jede Teilnahme Deutschlands führte und mit der der Friede von Lausanne geschlossen wurde. Ueberdies könne man die Gebiete der neu entstandenen Snkzcssionsstaaten nicht als von Oesterreich abgetretene Gebiete bezeichnen. Die Tscheche-Slowakei lind das neue Jugoslawien seien durch Revolution, nicht durch den Friedensverträg cilistandcn und feien von den Westmächten längst anerkannt gewesen. Die Schwierigkeiten Frankreichs in Syrien. Ans Genf wird uns geschrieben: Es ist bekannt, mit welchem Entgegenkommen di.- verschiedentlichen arabischen Delegationen. die ans Palästina in die politischen Zentren Enrosms entsendet wurdet:, um gegen England- und das Palästina-Mandat zu intrigieret'., von gewisfetl französislhen Kreisen behandelt wurdet!. Tie Verstimnmug in dem Verhältnis zwischetr Lotldon und Paris ist znm T>:il auch darauf zurückzuführen, daß man in London genaue Kenntnis davon hatte, daß die antienglische Politik der nationalistischen Arabersichrer in Palästina in ossizielletr französischen .Kreiset: starke Stützpunkte hat. Man glaubte atu Quai d'Orsay, durch solche Winkelzüge.sich die Umcrstütznng der Araber m Syrien 51t sichern. Diese Politik Frankreichs hat offenbar Schiffbruch erütien: dieenglische Regierung hat, dank ihrer Energie den arabischen Nationalisten gegenüber die j ch ti> 0 r st e K r i s e i n P a l ä st i n a überwunden, der Verständigungspro-eß schreitet, wenn auch langsam und auf Grund von Zugeständnissen, die nicht ganz den: Geiste der Balfour-Deklarntion nud des Alandats ettt-spreä-et;, vorwärts, während in Syrien die „DAegationspolrtik" erst jetzt in die Halme schießl -und den Franzosen schwere Sorget: bereite:. Erst vor weniger: Tagen tvrrr-de die europäische Politische Oefsenflichkeit durch ein Nie-> uioranduu: des Präsidenten der syrischen Dflegaiion in Europa, Err: i r S ch e k i b A 0j a n, alarmiert. Hat matt auch allen Grund, Memorarideil und Propa-gandaschrisren von Delegationen aus dem Orient gegenüber große Vorsicht Watten zu lassen, so kann man doch an det^Denkschrift Schekib-Arsans nicht achtlos vorübergehen, weil sie nicht nur im allgemeinen die Schädlichkeit der fr-anzösischen Verwaltung für die syrische:: Stämme nachztrweisen sucht, sondern auf Grund von Daten, die erst noch widerlegt werden müßten, gegen die französische Regierung die schwere Anklage erhebt, >daß. sie in Syrien ein Sch recke ns reg: me etabliert habe. Die französische Okkupation soll iti Syrien ein Räuber- und Mordbrenuertmivesen gezeitigt haben, das seinen Höhepunkt -im abgelaufenen Jahr 1923 erreicht haben soll.. Infolge dessen fei der Handel, der Verkehr und das ganze tvirtfchastliche und gesellschaftliche Leben lahmgelegt tvorden. Im Libanon, an der G r e n z e v 01: Palästina nnd Syrien, feien in einer Woche in einem einzigen Bezirk dreißig Morde verübt worden. In: Libanoner Gebiet und in: Beirnter Bezirk st: es nach der Ankunft des Generals Weygand vorübergehend etwas besser geworden, in den inneren Landesgebieten hingegen habe sich die Lage seither noch verschlimmert. In den Bezirken Baalbek, Aleppo und Antiochia sollen Räuberbande:: und französisches Alilitär miteinander in dauerndem Guerillakrieg stehen, in dem französische Soldaten zu Dutzenden ihr Leben lassen. Diese Zustände seren in letzter Zeit so arg geworden, daß selbst der letzte amtliche französische Bericht zugrücn mußte, daß der Geschäftsverkehr infolge des Unwesens der Räuberbanden brach liegt und große Berkehrsstratzet:, wie. z. B. die von Beirut nach Damaskus, einfach ungangbar geworden sind. Gegenüber der französischen Beyanptung, daß diese Zustände von der eingebornen Bevölkerung verschuldet und heranfbeschworetl tvorden seien, beruft sich Emir Schekib-Arsan darauf, daß vor. derZranzösifchen Okkupation die Berwäflnng - gut funktionierte und die vfsentliche SicherlMt t:ichttz m wünschen übrig ließ. Weder die l-ürkifche Propaganda im Norden noch die arabische im Süden Syriens seien schuld an der allgemeinen Unsicherheit, sondern die französisch» s ch lech : e V c r in a l t u « g. Die Franzosen verwalten nicht, sondern machet: Politik. Dies habe die Bevölkerung auf den Gedanken gebracht,'daß Ruhe und Ordnung gar nicht in ihrem Interesse, sondern im Interesse Frankreichs gelegen sei, und das führte schließlich zur Sabotierung -der französischen Mano.itöven Paltut'.g. TagesbeM. Jüdischer Sammeltag (20. und 31. Mm,er). lästern sSvtttttag) vormittags fand in der Kuluisaemein-de die erste Vollversammlung der Institutionen für die j ü d i s ch c Jugendfürsorge statt, für welche der am 20. und 21. Jänner stattsindende jüdische Sammeltag bestimmt ist. Professor Dr. Max Eisler legte -nach der Begrüßung durch -den Präsidenten Wachtel den Organisationsentwurf für die Sammelaktion vor,, sodann begrüßte Ober' rabbiner Dr. CHajes in überaus herzlichen Worten die Gemeinsamkeit der sozialen Arbeit und hob die Noiwendigk-eil des Samtnettuges durch den Hinweis -ans die unbedingt dringliche Arbeit in bisher völlig brachliegettden Zweigen der Kindersürsorg-e (wie Sänglingssürsorge, Fürsorge für verwahrloste Kinder^ hervor. In eingehender Debatte kam vor: a!t:u Seiten die Bereitwilligkeit zu geme-instimer Arbeit für die allen Teilen der jüdische!! Bevölkerung gleich nahestchende Fürsorge zur Linderung des K-inderr-lends zum Au?, druck, das trotz der scheinbar besseren'Verhältnisse noch inuitcr stark tunt intim. Es wurde beschlossen, das gesamte Wiener Gebfl: in S amm-el spr-engel einzuteilet:, deren ans allen Gruppen zusammetlgesetztc Äonntees S a m m t l p a a r e für die Arbeit zusanlenstellen. Die einhellig zutage getretene Uebcr.zeug'.rng von der A'otwendigkeit >:mfasset:d organisierter Fnrsorgearbeit läßt ein günstiges Ergebnis des Samm?lt-ages erwarten. Die Affäre Bachffetz. Wie berichtet, hat sich die StaÄsaltwalrsctwft der» anlaßt gesehen, den in der Affäre der Frau Kadinctz kompromittierten. Dozenten Dr. Ernst Ba chst-etz tvcgei: Teilnahme an den Verfehlungen dieser Dame in Hast zn nehmet:. Wie wir erfahret:, et:tftammt Dr. Buchste tz einer sehr angesehenen Familie. Sein Tiater war Konsul im diploniatischen Dienste und trach dessen Tode lstit seine Mutter ein.Mitglied der österreichischen Hocharistokratie geheiratet. Dr. Bchchstetz hat immer in den beiten gesellschaftlichen Kreisen verkehrt. Schot: als Student war er äußerst strebsam und hat einen seltenen Fleiß an den Tag gelegt. Er hatte zunächst beim Pathologen Prof. Dr. W e i ch 1 e l b a n m acarbeitet sich Gäter der Änaen.!'..'--

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