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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-13 · Heft 1764 (13.1.1924) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1764 (13.1.1924)
Date
1924-01-13
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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1764 Wien, ©oirnftog Wiener Moraenzeitung. 13. Jänner 1924 Serie 13 Nordaus Werke in arabischer Sprache. Wie $. T. A. aus Jerusalem berichtet, hat der Direktor einer arabischen Schule in Jerusalem, Abd el Gabar, Max NordaUs Buch „Der Geist des Nationalismus" ins Arabische übersetzt. Eine Anzahl arabischer Schriftsteller in Aegypten übertragen jetzt Aufsätze und Feuilletons Max Nordaus, die in arabischen Zeltschriften in Aegypten zur Veröffentlichung gelangen. Aus den Matern. VolkSoper. Heute, 2 Uhr nachmittags, „D i e Fledermaus". 7,7 Uhr abends „Lohenqri n", mit Laurenz Hofer von der Staatsoper als Gast in der Titel- Partie. Morgen (Montagi „C a r m e n". . — Die Erstaufführung der komischen Oper „F ü r st i n T a n a g r a" findet nicht Dienstag den 22. d., sondern erst S a m s t a g den 2 6. d. statt. Deutsches Volkstheater. Am 26. d. findet die Erstaufführung von Hermann SudermannS neuem Schausviel „D i e D e n k m a l s w e i h e" statt. Der Dichter wird die Proben leiten und der Premiere beiwohnen. Raimund-Theater. Für Ende Jänner wird das Bolksstück in fünf Akten „Nebeneinander" von Georg Kaller, vorbereitet. Max Pallenberg wird den Pfandleiher, Anton Edthofer den Neumann spielen. Die Inszenierung leitet Dr. Rudolf Beer. Georg Kaiser wird der Erstaufführung beiwohnen. TheateranderWien. Frau Fritzi M a f s a r h beendigt ihr erfolgreiches Gastspiel in der Operette „D i e Perlen d e r K l e o p a t r a" von Oskar Strauß Dienstag den 15. d., da sie ein längeres Gastspiel in Fransfurt am Main zu absolvieren hat. Die Vorstellungen der Operette „D i e Perlen der Kleopatra" werden ab Mittwoch den 16. d. mit Hertha b. Türk-Rohn in der Titelrolle fortgesetzt. Ab Mittwoch treten wieder die normalen usuellen Abendpreise in Kraft. Apollotheater. Heute, 3 Uhr nachmittags, findet die erste Aufführung von Heubergs Operette „D e r O p e r nball* statt. _ Gerichtssaal. Die fidelen Trauergäste. Dom Baupolier Johann Kreisch ner war am 4. AuMist die Mutter gestovben, was Kr ihn den Anlaß bildete, sich mit seinen Verwandten und seinem Freunde Josef Karl nach dcm Leichenbegängnis in einem Wrvtshause in der Nähe des Zentralisriedhofes tüchtig anzuisausen. Auf de.ni Nachhausewege lbogann Krvtschner, dessen Mut durch den Wemgeuuß 'besonders angerget war, zu stänkern und schrie: bin Hakenkreuz!er und Frontkämpfer (der Mann ist 46 Jahre alt) und wenn wem was nicht recht ist, der soll es nur sagen, der soll nur Herkommen . . Allen war es recht. Das ärgerte den Kretschner wieder und so belästigte er mit seinen Stänkereien einen Fahrgast, der im Innern des Wagen saß. Beim Umsteigen stürzten sich der tatendurstige Vorkämpfer des Deutschtums mit, seinem Freunde aus den Mann, .den Brauergchilsen Franz H olle r, und Prügelten ihn blutig. Bei der Arretierung benahmen sich sowohl Kretschner als auch Karl wie Tobsüchtige und mußten schließlich geschlossen werden. In der gestern durchgeführten Verhandlung gaben die beiden an, daß sie 'betrunken gewesen feien und sich nicht erinnern konnten. Die Angeklagten wurden zu je 200.000 K. Geldstrafe verurteilt. , Der witzige KaffeehauSgast. Herr Moritz Huschak besitzt ein Weiteres Gemüt und erfreut seine Mitmenschen öfters fh durch klenre Scherbe. Es gibt aber Menschen, die die Witze des '^Herrn Huschak nicht verstehen wollen, und als er am 9. Novorüber in einem Kaffeehaus in der Inneren Stadt der Kasfeehaus'kassierin in Verbindung mit dem Worte „Flitsche n" eine Zweideutigkeit, z-urief, die nur eindeutig aufgesaßt werden konnte, gab ihm die Kassie rin eine Ohrfeige. Gestern saß der Herr Huschak nach seiner eigenen Augcibe zum 82. Male vor Gericht als Angeklagter. Hie und da war er aber auch Kläger gewesen. In der Verhandlung zeigte es sich, welch witziger Geist der Herr Huschak ist. Seine besondere Spezialität find Zweideutigkeiten und Wortspiele. So hat er einmal in einer Verhandlung von einem armen Teufel behauptet, er sei »Millenbeisitzer", er besitze qwei Villen: einen guten und einen schlechten Willen. Den Zeugen Rupiter sprach er mit „Jupiter" au,, was sich der Herr Rupiter energisch verbat. Rach durchgesührtem BÄveisve-rfahren verurteilte der Richter den zweideutigen Herrn Huschak zu 48 Stunden Arrest, wogegen der Verurteilte die Berufung anmeüdöte. In dieser Angelegenheit werden übri'gens noch drei weitere Ehrenbeloidigungsklagen das Gericht beschäftigen, so daß Herr Huschak noch Gelegenheit haben wird, seinen Witz und seinen Esprit zn zeigen. Aus den Geheimnissen der Bundesbahnen. Einen bemerkenswerten Verlaus nahm gestern beim Stvasbezirksgericht 1 eine Verhandlung über, eine ChrenbeleidiguugMage, die der Inspektor der Generaldirektion der Bundesbahnen Brosche k gegen seinen Amtskolle-gen Inspektor Klebinder erhoben hatte. Die Klage basiert darauf, daß der Angeklagte in einer Bertranensnlännerversammlung im kommerziellen Bureau der Bundesbahnen unter Hinweis aus einen Fall, wo ein in Disziplmaruntevsnchung gezogener Beamter nicht bestraft, sondern lediglich mit der normalen Abfertigung von 7,5 Millionen Kronen abgebaut wurde, «Märte: „Es geht nicht an, daß devMige, der gestohlen hat, abgebaut wird, während derjenige, Beamte,, der, ihn zum Diebstahl veranlaßt hat, im Amte verbleibt." Mit dieser Amßerung war nach dom Inhalt der Klag' der, Klägergemeint. In der heutigen Verhandlung bot der Verteidiger den Wahrheitsbeweis an und stellte den Antrag die Oeffentkichkeit auszuschließen, da die Generavdirektiou der Bundesbahnen den Angeklagten von der Verschwiegenheitspflicht, nur entbinde, wenn 'dom Antrag aus Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgogoben lverde. Der Richter sprach seine Verwunderung darüber aus, daß eine Behörde, bei der öffentliche Unordnung angeblich herrschen Falle, kein Interesse daranhabe, daß diese Zustände öffentlich besprochen werden. Der Richter lohnte den Antrag ab, worauf der Angeklagte zugab, die inkriniinierte Aeußeruug mit einer geringen Abweichung vom Text gemacht zu haben, es jedoch Mchnte, in diesem Stadium des Prozesses weitere Angaben zu . machen, da er mit Rücksicht auf die Entscheidung der GeneraldireMon befürchten müsse, in D isziplinaru nt ersuchun g zu kommen und ictoettfoiielt ohne Pension entlassen zu werden, wenn er den Sachverhalt genau davlegen würde. Dasselbe Schicksal konnte auch die Zeugen ereilen. Der Richter beschloß, die Verhandlung -abzubrechen und zunächst beim Justizministerium aniMsraaen, ob für Beamte der GeneraMrektion der Bundesbahnen tiibcr- Öt eine Verschwiegenheitsp'flicht bestehe, weiters für den einer bosaheniden Auskunft an die Generaldirektion der Bundesbahnen selbst die Anfrage zu richten, ob sie den Angeklagten und die als Zeugen geladenen Beamten der Verschiwiegenhoitspfsicht entbinde. A AUe Arten von Bankgeschäften Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram 1 .Bez., Johannesgane 3 Telegrammadresse: Frapobank Kredit- und Warengeschäfte I Gestempelte Krone — 0.0081 Centimes. Auszahlung Wie« ---- 0.0081 Lentimes. In Zürich notierte 12./1. ll./l. die österr. gestempelte Krone .... 0.0081 0.0081 die österreichische Krone ...... 0.0081 0.0081 die tschechische Krone ....... 16.77'/, 16.77'/, die Mark.pro Milliarde Holland 216.76 216.90 New-Bork.. 676.62 676.25 ßonbott ••«**••••• 24.61 24.65 Paris .. 27.45 27.65 M ailand 25.80 24.92 Belgrad. .••»»«»»•••» 6.46 6.42'/, Bukarest . . . . . . . . . ■ 2.90 2.90 4.10 4.15 Budapest ......... 0.0210 0.0205 Warschau ........... —.— —.— Lestenetchs Handels- und Zahlungsbllam. Nach den letzten Ausweisen des Handelsstatisdischen Amtes weisen die letzten Monate des vorigen Jahres größere Defizite in der Handelsbilanz auf. So ist, um nur ein Beispiel zu nennen, das Handelsbslantzdesizit von 141,6 Millionen M Monat Oktober auf 169 Millionen Goldkronen im Monat November gestiegen. Es ist schon jetzt ein offenes Geheimnis, daß die HandolsbÄa-nz Oesterreichs für das gesamte Jahr 1926 viel größere Deftzitza'hlen Ausweisen wird als das Jahr 1922. Damit ist nur neuerlich die schon bisher bekannte Tatsache erwiesen, daß die Handelsbilanz Oesterreichs auch weiterhin trotz Sanierung der Sitaatsfinankzen eine passive bleiben dürfte^ Trotzdem ist kein Grund, darüber unbedingt zu verzweifeln. Es ist nicht richtig, daß die VoWerbundainleihe in erster Reihe zur Deckung dieser HandelsbilanFdsfiFite verwendet wird. Nach die Handelsbilanz ist für die tatsächlichen Wirtschaftsverhältuiffe eines Gebietes in seiner Relation zum-Ausland maßgckend, sondern die Zahlungsbilanz. Di« HandelSbilcing ist nur ein - Posten dieser Zahlungsbilanz, und es hängt ganz und gar von der Rolle ab, welche das be« treffende Land als VerkchrSmittÄpuM und FremdenzentiMm spielt, welches Gewicht die Handelsbilanz, in der Zechlungsbilanz ausübt. Di« Schweiz hat regelmäßig eine passive Handelsbilanz, da sich in ihrer: Bergen nicht allzu viel Exportpwdukte erzeugen lassen. Und dennoch ist ihre Zahlungsbilanz aktiv. Die vielen Fremden, welche nach der Schweiz kommen und ihr Geld als Reisende hmterlegm, bringen der Wirtschaft mehr ein, als es die größten Exporte erreichen können. Auch Euglankds Handelsbilanz ist in der letzten Zeit - keine allzu günstige. Dennoch wird niemand zu «Mären wagen, daß -seine Handelsbilanz eine ungünstige wäre. Die Handelsgewinne, die für das Handelszentrum der Welt durch den Verkauf .der Waren von dem einen Ende der Erde -nach dem anderen einheimst, bringen so viele Gewinne, daß jedes Passivum dar Handelsbilanz damit wettgemacht werden kann. . . Und so darf auch nicht das BÄauzpassivum Oesterreichs unbedingt als beunruhigendes Symptom angesehen werden. Von seinem Handel und seinem Fremdenverkehr kann es tvotzdem seine Zahlungsbilanz so günstig gestalten, daß es damit jedes Handelspossivum ohne Schwierigkeiten decken kann. Allerdings hat sich in großen Wirtschastskreisen Österreichs, ja selbst in den der Sozialdemokratie nahestehenden Wirtschaftsorganen die Meinung festgesetzt, daß nur durch die Hebung der österreichischen Produktion und durch die starke Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz der österreichischen Wirtschaft auf jeden Fall aufgehobfen werden könnte. Es wird dabei genau berechnet, wieviel die österreichische Industrie erzeugen könnte. Es wird versucht, die Agrikultur Oesterreichs zu heiben, um den Bezug ausländischer Produkte möglichst zu verringern. Gerade so wie auch der Ausbau der Wasserkräfte in erster Reihe diesem Zwecke dient, um dadurch Oesterreichs Kohlevbezüge aus dem Ausland zu verringern, und diese Bilanzposten, die das Passivum in erster Reihe verursachen, erheblich zu verringern. Es ist 'selbstverständlich, daß solche Bemühungen der österreichischen Wirtschaft nur nützenkönnet. Es soll auch.nicht geleugnet werden, daß eine aktive Handelsbilanz. zweifellos, die Zahlungsbil-anz, selbst wenn sie auch sonst gut wäre, noch erheblich besser stellen würde. Es wird aber bei allen diesen Wirtschaft spolftikeirn eines übersehen, daß . es nicht gcht, die österreichische Produktion ad inftvitum zu vergrößern. Nicht vielleicht deswegen, weil Oesterreich nicht so viele Fabriken haben könnte, Mi das zu erzeugen, was feine Handelsbilanz unbedingt aktiv gestalten könnte, sondern ganz einfach aus dem Grnude, weil nicht das Absatzgeb>iet fü.r eine nnbeschränk 1 fr 'Produkttonstätigkeit vorhanden ist. Die ft-üheveir Absatzlgeb'iete Oesterreichs, die Nationalstaaten, halben ihre eigenen Industrien, haben ihre Zollschutzlgesetze, durch die sie ihre Industrien unbedingt schützen wollerr und sich einfach nicht als Absatzgebiet für fremde Industrien hergeben wollen. Nur durch schr große Kompensationen in Handelsvevträgein läßt sich «in beschränktes Absatzgebiet für österreichische JndustrieprodMe schassen. Oesterreichs Wirtschaft muß zufrieden sein, wenn seine bisherigen Industrien Voll beschäft'igt sind und tatsächlich all ihre Produkte cibsetzen können. Trotzdem bleibt noch immer die Frage, ob dadurch die Handelsbilanz aktiv wird werden können. SchlieWch bleibt doch noch immer ein großer PassivPostM: die Einfuhr von Lebensmitteln. In absehbarer Zeit wird es nicht gelingen, eine so intensive Bewirtschaftung durchzuführen, daß tatsächlich all die felsigen Alpengegenden Weizenurtb Kartoffelfelder sein werden. In der Theorie ist wohl manches hülpsch. In der Praxis läßt es sich alber doch wicht durchführen. Wso ht es wahrscheinlich, daß die Handelsbilanz wenigstens für die nächsten Ichre weite.r passiv bleiben wird. Und dennoch hindert all dies wicht, daß Oesterreichs Reich« tum wächst. Dies kann einfach dadurch geschehen, daß es sich Mühe gibt, ernstlich seine Zahlungsbilanz zu verg r ö ß e r n. In dieser Hinsicht wird manches von den offiziellen Kreisen verbrochen. Handel und Fremdenverkehr sind die Stützen, durch welche die Wirtschaftsbilanz Oesterreichs unbedingt aktiv werden kann. Soll aber dieser Zweck erreicht werden, so muß in erster Reihe sowohl der H a n d e l als auch der Fremdenverkehr eine viel größere Förderung erfahren, als es bis jetzt der Fall gewesen. Es darf nicht jede Abgabe nur auf den Handel abgewälzt werden. Man muß dem Kaufmann unbedingt Atem Möglichkeit verschaffen. Es darf nicht geglaubt werden, daß deswegen, weil der Handel die wichtigste verdienende Schichte Oesterreichs zu werden sich anschickt, er auch unbedingt alle Lasten tragen muß. Oesterreich als Handelsstaat muß sich noch sehr entwickeln, um tatsächlich volle Geltung auf dem Weltmärkte zu haben. Wenn der Außenminister Oesterreichs in dieser Woche im Nationalrat einige hübsche Aeußerungen darüber gemacht hat, so genügt dies noch lange nicht. Es muß in jeder Hinsicht dem Kaufmann die Existenzmöglichkeit in Oesterreich geboten werden. Er muß nach außen hin geschützt und gefördert werden. Da kann ruhig gesagt werden, daß von Seite des christlichsozialen Regimes dies heute nicht geschicht. Offen muß erklärt werden: Der Träger des Handels ist sett jeher der Jude. Will Oesterreich seine Handels- und Zahlungsbilanz verbessern, müssen seine Behörden endlich mit ihren antisemitelnden Praktiken unbedingt aufhören. Da muß die jeweilige Regierungspartei ihr antisemitisches Kleid ablegen und sich fügen, wenn sie an der Sanierung Oesterreichs mithelfen will. Bisher hat man nicht viel dadoir gesehen. - a. Reform der Ausgleichsordnung. Die Abteilung für Wirtschaftsrecht des Niederösterreichischen Gewerbevereins beschäftigte sich mit der Frage der Reform der Ausgleichsordnung. Ueber das Ergebnis dieser Beratung erstattete Präsident Kommerzialrat Kraus« in der gestern abends stattgeftindenen Plenarversammlung des 'Gewerbevereins Bericht und führte aus, daß sich in dem Sinne eine Uebereinstimmung ergab, daß die Ausgleichsordnung nn großen und ganzen Wohl als ein gutes Gesetz zu bezeichnen ist, daß jedoch ihre Handhabung in verschiedener Hinsicht §u wünschen übrig läßt. Der Hauptzweck der Ausgleichsordnung, den Konkurs mit seinen großen Kosten zu vermeiden und die wirtschaftliche Existenz des Ausgleichsschuldners, bezw. seines Unternehmens, Wenn irgend möglich, zu erhalten, ist zwar voll und ganz anz-uerkennen, doch müffen andererseits auch die berechtigten Interessen der Gläubiger besser als es bisher der Fall ist g eschützt werden. So sollte z. B. die in der Ausgleichsordnung enthaltene Bestimmung, daß der Ausgleichs-Verwalter das Geschäft des Ausgleichsschuldners ganz oder teilweise an sich ziehen könne, öfter beachtet ^werden und es sollte zu diesem Zweck die in dieser. Hinsicht nicht völlig klare Fassung der Ausgleichsordnung dadurch verbessert werden, daß das erwähnte Recht des Ausgleichsverwalters ausdrücklich im Gesetze angeführt wird. Selbstverständlich wird dev Ausgleichsverwalrer zu einem solchen Schritte die Zustimmung des gerichtlichen Ausgleichskommissärs bedürfen. Viel umstritten ist die Frage der Mindestguote in einem Ausgleich. In der diesbezüglichen Aussprache in dev Abteilung für Wirtschaftsrecht kam als herrschende Meinung zmn Ausdruck, daß der ^rsglekch^ schuldner den Gläubigern mindestens eine Quote von 25 Prozent ihrer Forderungen anbieten muffe, wenn das Ausgleichsverfahren eröffnet tverden soll. Ein weitever Vorschlag bezieht sich darauf, daß die Gläubiger von ihrem Recht, einen Vertrauensmann zu bestellen, Gebrauch machen sollen.- Ferner wurde über die Entschädigung des AusgleichsverwalterS gesprochen und über die Möglichkeit eims für die Gläubiger nicht günstigen Einvernehmens zwischen dem Verwalter und dem Schuldner. Um hier Unzukömmlichkeiten zu vermeiden, sollte die Bestimmung der Ausgleichsordnung, welche die Schaffung eines Tarifs für den Ausgleichsverwalter vorsieht, endlich durchgefrihrt werden und ein solcher Tarif vom Justizmini, sterium verlautbart werden, zuinal di« Gründe, tvelche bisher die Erlassung des Tarifs vereitelten, namentlich die fortschreitende Geldentwertung, nunmehr glücklicherweise w Wech- < 8981399519485975

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