Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1763 (12.1.1924)
- Date
- 1924-01-12
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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OkKe'S_Wen, Ättiswtz SMtssaal. Sei»« in he» VechAiMe« begrünGet . . . Vor t*m NrHelrichter Obsvlandesgerichisrot Werner hatt» sich eteikrii der ifrLherr Präsidem des Vereins der ssverreichifchen Rechnmrgsbeamten, Paul Zimmer, toaaem DcrHrechenS der Der - urttremnig M verantworten. Dsnr Beschuldigjtzn wurde wc L^st aelt'öt, daß er int Vorjcchre aus der Kasse der Verbandes, deren Führung er sich flWt übertragen hatte, durch fortgLs-etzte 'Angriffe insgesamt 16 Millionen Kronen angjeeigtwt habe. Der Schaden wurde später von Zimmer HutgemÄhtt Innrer der« anwortete sich dcchm, daß er Kr ,L)rgattts-2tions-; wecke" und alle möglichen mit seiner Täivgkett zusEmcnhängenden Agenden Aufwendungen gemacht habe, so daß der grüßte Teil des Geldes hierfür därmrsyoga-ngen sei. Zrujtz: Rechnungsdirektor R u >b r i g schilderte die merkwürdige Äeöarung im Verbände und kömmt auch daraus zu sprechen, daß der Angeklagte mit denr in der OeffenÄichckeit seinerzeit öfter oenamtten Mazur eng ^befreundet. war. — Drrt.: Es ist doch .ruffallend, daß dieser Mozur. der angeblich mit dem Rechnungsrat Zimmer gemeinsam gearbeitet und -auch ^SpelrLattonsreisen in die TschechElow'^i" gemacht hat (es waren Balu'ugeschästc). von hohen Staatsbeamten .wie dem Hofrat Reisner. immer gedeckt wurde. Wie Komm: das? — Zeuge: Leider ist das in den Verhältnissen begründet. — Richter: Ich werde der Sache nachgehen und die Staatsanwaltschaft ivick die rrötiqen Schritt? unternehmen. ES muß doch auch ein DiSziPlinavakt im Ackerbaumnisterium vorliegeu. — Zeuge: Güwiß, aber da wird nicht viel herausschauen. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Devbrechens irr Ber-untreuung unter Anwerüdung des außerordentlichen Milderungsvechdes zu zwei Monaten schweren Kerkers, verschärft mit einem harten Lagw im Monat. Der Bevteidiyer meldet« die R-ich° ttgkeitsbeschwerde und .die Dernfung an. JuwelierSgatti« und SindermSche«. Wie erinnerlich, stand die Juweliersgattin Rosa Schwarz im Mittelpunkt einer Straßenszene auf dem Stephansplatz, welche seinerzeit unter den Passanten großes Aufsehen hervorgerufen hatte. Bor dem Geschäftsladen ihres Mannes soll sie ihr Kindermädchen Aloisia Kubitschek mit Schlägen traktiert haben, wer! diese das Kind der Schwarz mißhandelt haben soll. In fortgesetzter Verhandlung hatte sich gestern Frau Schwarz beim Strafbezirksgerichte 1 zu verantworten. Daß Kindermädchen war vor dem Geschäfte von einem Herzkrampf befallen worden, wobei der Wagen mit dem. Kinde nmkippte, welches dadurch in Gefahr geriet. Mehrere Zeugen gaben an, Frau Schwarz habe nun, ohne sich zunächst um ihr Kind zu kümmern, das Kindermädchen mißhandelt und sogar mit Tritten bearbeitet. Das letztere wurde von anderen Zeugen in Abrede gestellt. Frau Schwarz wies auch hakenkreuzlerische Drohbrieft rmd solche mit obszönen Zeichnungen vor, die sie nach der ersten Verhandlung erhalten hatte. Der Richter verurteilte die Beschuldigte im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von einer Million Kronen, eventuell zu 48 Stunden Arrest, wobei er als mildernd die Aufregung der Angeklagten zur Zeit der Tat sowie das Geständnis annahm. Ein falscher Hakoahuer. Dem Strafbezirksgericht 1 tourde gestern aus der Haft der stellenlose Steindruckergehilfe Heinrich Beisser vorgeführt, um sich wegen mehrfacher Betrügereien zu verantworten. Der Angeklagte wurde am 6. November v. I. j in einem Kaffeehauje über Aufforderung eines Bankbeamten arretiert, weil er dem Anzeiger nach dessen Angabe unter der Bor- -'Siegelung, ihm Line Wohnung zu beschaffen, im März vorigen Jahres einen Betrag von 150.060 K. herauSgelockr hatte. Hierbei hatte sich Beisser, wie der Anzeiger angab, als Bruder des Htadrrates Breitner ansgcgeben. Nach Erhalt des Geldes ließ sich Beisser nicht mehr blicken. Im Besitze des Verhafteten fand man einen vom österreichischen Konsulat in Alborg r Jütland) ausgestellten Reisepaß auf den Namen des bekannten Hakocch-Fußballspielers Maximilian Gold. Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß Beisser, der seinerzeit hier Fußballspieler war, jedoch vom Oesterreichischen Fußballverband wegen reiner Vorstrafen, die er wegen Eigentumsdelikte erhalten hatt^ lebenslänglich disqualifiziert worden war, bei verschiedenen ausländischen Fußballvereinen sich als der Fußbüllspieler Gold von der Hakoah ausgegeben und unter diesem Namen mehrere ausländische Fußballvereine in betrügerischer Weise geschädigt habe. Beisser gab in der gestrigen Verhandlung die ihm zur Last gelegten Betrügereien im wesentlichen zu. Bei den ausländischen Fußballvereinen sei er unter dem Namen des Hakoah-Spielers Gold aufgetreten, da er als ver« iemter Fußballspieler unter seinem richtigen Namen bei keinen Fußballverein hätte Aufnahme finden können. Den Reisepaß auf den Namen Maximilian Gold habe er ohneweiiers auf Grund feiner eigenen Angaben über die ihm bekannten Generalien des Gold vom österreichischen Konsul in Alborg erhallen. Ter Richter verurteilte den Beschuldigten im Sinne der Klage p: drei Wochen, strengen A r r - st s. j Das Recht auf den Haustorfchlüffel. Diese Frage öeichäsiigre gestern in zweiter Instanz das Zivillandesgericht. > Das Haus Jagdgassc 1 im 10. Bezirk Hai ein Haustor, welches innen ein Borhängschloß hat, daher nur von innen, nicht aber van außen, zu offnen ist. Die in diesen: Haus wohnende Dbsthändlerin Katharina B a a t brachte daher gegen die Hauseigentümer eine Klage ein, ihr entweder einen Haustorichlüssel iür einen zweiten Hauseingang auszufo'igen, oder das Hausror 'derart adaptieren zu Lassen, daß es mit einem ihr auszu-- io-genden. Haustorschlüssel auch von außen geöffnet werden' könne. Das Bezirksgericht Favoriten entschied in diesem Sinne. Die Zeiten des ^Sverrsrchserls" seien längst vorbei, nach den Vorschriften der Verordnung des Bürgermeisters vom 27. Jänner 1023 sei der Hausbesitzer verpflichtet, jedem im Hause tvohnenden Mieter einen Harrsrö-fchlüjsel gebührenfrei zur Verfügung zu stellen. Bei der gestrigen Berufungsverhandlung vor den: Zivillandesgerichte erklärte der Berufungsvertreter, die Klägerin könne. ”xt bann einen Haustorschlüssel erhalten, wenn sie die Kosten der Adaptierung des Haustores trage/ Der BernfungSsenat bestätigte das erstrichterliche Urteil mit der Abänderung, daß der Klägerin der Haustorschlüssel nur für den Hauseingang Jagdgasse 1 auszufolgen sei. Die Adaptierung des Haustoreö sei Sache des Hauseigentümers, denn' er sei verpflichtet, das Tor so einzurichten, daß es von innen und von außen aufgesperrt werden könne. Die Kosten?£§ Schlüssels, die von der Partei entrichtet werden, seien nur eine Kaution, welche bei fceg MsotvrrbUlmffeL' Mückznstellkn ist; Wiener ftttpyuewatfituttfr iS. Iäntt'tv 1924 Ute. 176$ ~~ -r--—- - - ~ ' .—_ SMiMMM fiiü Pillik «mssxa Konnnflndltc dsr Krostisch^n Eskompt^bsnk, Aorsm ----sov»-.' Alle Arten von » « m _ Kredit* ttttd. Bankgeschäften WlöHf 1» BfiXi, JohfllMOf 88f HS 3 Warengeschäfte Trtejrrotmiisflraase: Cnpobink ata-JBiiiiia Bolksvitt. «efttmwtte «m« 9.M81 «entiaMS. «miailHiig »Jen — 1.(081 fenttmif. 3« Zürich notierte HA. 10./1. die österr. gesiemprlte Krsuo . » w . 0.0081 0.0081 die österreichische Srsne . . , « . 0.0081 0.0081 di« tschechische Krone .... . , , 1«.77VS 16.73% die Mark ...... pro Milliarde —.— Holland. ... 216.90 316.90 New-Aor? ......... 576.25 575.28 London »»«»»«,,,» 24.65 24.72 Paris .......... 97.06 28.25 Mailand ......... ... 24.98 34.87% Belgrad. ... 6.42% 6.42% Vnkarest ......... 9.90 2.92 Sosia «..».,»».» ... 4.15 4.12 Budapest .... ».»», . * 0.0906 0.0210 Warschau ........ . . . vliRPlfUr wuiiQUiBKiKQU Budapest, anfangs Jänner 192ti. Die Ausländsanleihe und die an sie. geknüpften Folgerungen bilden gegenwärtig den Stoff für lebhafte Diskuffionen in allen volkswirtschaftlichen Zusammenkünften und Sitzungen. Obwohl der Zeitpunkt des Errichtens der ungarischen Notenbank noch unbestimmt ist-und auch das Maß der Inlandsanleihe absolut nicht feststeht, sowie auch die Modalitäten der letzteren unbekannt sind, hat der Zwist zwischen den wirLschaftlichen Faktoren schon begonnen. Jeder fordert, daß seine Interessen gewahrt werden» namentlich Kaufmannschaft und Agrarierkreise, sowohl Großwie Kleingrundbefttz, haben den härtesten Kampf angekündigt. Die wirtschaftliche Lage hat sich im allgemeinen nicht gebessert, sie Teuerung ist aus Anlaß der Weihnachten erheblich gestiegen und, wenngleich die Feiertage schon abgelaufen sind, auf dem erhöhten Niveau geblieben. Zum Ueberfluß find die Post- und Telephongebühren alk Neujahrsgeschenk abermals erhöht worden. An der Börse ist die Tendenz starr: der Stand der Börse bilde! übrigens schon seit lanM Zeit nicht nur das ständige Thkma, sondern sozusagen da?, brennendste Problem fast, des orsarnten städtischen Publikums, da ja ungefähr 99 Prozent der kkinwohwecfchsfr an der Börse interessiert sind. Wer es nicht unmittelbar ist, bekommt vs aus Umwegen zu koMn. Das Kostgeldsystem har auch die Aufmerksamkeit der Behörden erregt. Laut einer behördlichen Verfügung ist nämlich ° der Schuldner bei Zirlüberschreittrng verpflicht?.!, pro Monat 10 Prozent an Zinsen zu vergmen, was wöchentlich 2,33 'Prozent glrichkommr. Für den Monat Jänner find vier Börsentage pro Wöehr bestimmt wor'oer?. Banken nutz AktüenKefellschaften. . Stammkevital-Erhöhu:r gen: Hauptstädtische Bsnk-A.-G. auf 4&j, Ungarisch-italienische Bank von 700 guf 1000, Trautzdanudia von 260 auf 100, Erste Budapefter Dampftnüyle von 340 aus 4290, Cellini Silderwarrnwerke aus 200, litttf. Salamifabrik brnt .r<00 aus 10'», Gire'la. Chemische Jndustrie-A.-G. von tz auf 60«) Millionen. . Dividenden.' Die Leiter der Großbanken hielten jjrngst eine Besprechung ab, deren Haupttherna eine Aenderung der Di'oidendenpolitit' war. Dem Pernehmen nach wurde be- Hlossen, mit dem bisherigen System, den Aktionären Graiisaftien zukommen zu lassen, aufzuränmen, dagegen 100- bis L60p',:ozennge Dividenden »uszuschütten. Jnbustikie-, Export- und JmporLuachrichte«. , Die Ziegülfabriken haben zufolge des Äüfschjounges, den die Bautätigkeit nahm, niel zu tun: sie verkauften' im verflossenen Jahre 55 Millionen Ziegel, womit jedoch ihre Kapazität oeiweitenr nicht ausgenützt ist, da sie in der Lage sind, viel mehr, auch über 209 Millionen Stück, herzuslellen. Die Z:r ck e t i n b u fi t i e ist ebenfalls in einer günstigen Siluarinn. Allerdings hat der inländische Verbrauch nachgelassen, indem von 11.000 Waggons, die die Jahresproduktion betrug, bloß »800 Waggons Absatz fanden, doch ist es gelungen, den Rest iw. Auslände zu placieren. Als das beste Absatzgebiet zeigte sich Indien, da dasselbe, nachdem Java allen Rohrzucker »ach England exportierte, selber zur Einfuhr genötigt war. Die Kohlengruben decken bereits den ganzen Bedarf Rumpfungarns, die Produktion geht ungehindert vor sich, l?W nennenswerten Streiks ist nichts zu hören, da die Bergleute gegenwärtig als die bestdotierte Schichte der Arbeiterschaft. gelten. Der Import ist nur für die zum Heizen der Eilünd Expreßzüge verwendete Kohle notwendig. Die Waggonfabriken sM Merans stark mit Bestellungen versehen, die Orders aus Jugoslawien, Rumänien und Polen allein geben ihnen vollauf zu tun. Die neuesten Industriezweige machten in der letzten Zeit gewaltige Fortschritte. Die Zagjvapalfalvaer GläLs a b r i L ist derart I>eschäftitzt und so leiftLNASfähig, daß sie bei?. Betrieb um 100 Prozent ausdehnte. Die Textilindustrie hat sich ebenfalls in großem Maße entwickelt. Derzeit ist das Land nicht mehr auf die Einfuhr in diesen Artikeln angewiesen, vielmehr werden solche schon exportiert. Der SchiffahrtSverkehr war bis zum Eintritt der Fröste überaus lebhaft, gegenwärtig ruht derselbe natürlich; der Csepeler Handelshafen bietet den Schiffen für den Winter hinreichenden Schutz. . Die Leipzigersche Fabrik, die seit einigen Mo naten auch Zucker erzeugt, wird als Aktiengesellschaft weitergeführt; die Aktien bleiben einstweilen in den Händen der Familienmitglieder. Laut MeÜrung des Statistischen Landesamtes hat die Einfuhr im Monate November jene der Ausfuhr um 9,5 Millionen Goldkronen überragt. Der verfehlten Exportpolitik der Regierung ist es zu ver^ danken, daß Aepsel zu Weihnachten geradezu unbezahlbar hohe Preise hatten. Cs wurde nämlich so viel ausgeführt, daß zu dem Import aus Polen Zuflucht genommen werden mußte, doch konnte der größte Teil der Ladungen wegen des Eintrittes der Fröste nicht mehr hereinkommen. Den Mühlen, ebenso wie den Zuckerfabriken wurde wieder die Ausfuhr ansehnlicher Quanten gestattet. Wie aus Kolonialwarenkreisen verlautet, isi der Import von italienischem Reis wieder erlaubt. Um vprmltmlMLwnfümuW MPMüttUWaNlm Aus Fimmzkreisen wird uns geschrieben: In Börsen» kreisen hat es einiges Auffehen erregt, daß, trotzdem die sin- Aklnen Petroleumwert-e nur ganz geringe Besserungen aufzuweisen hatten, die Galicia -Aktien dennoch an der vor« gestrigen Börse und ebenso gestern um je 300.000 K. an einem, Tage in die Höhe gingen. Es wurde bald festgestellt, daß es sich um ein einfaches Spekulationskonfortium han--^ beit, welches dev Galicia-Berwaltung selbst nahestehi und nur! das Bestreben hat, einen größeren Posten Galieia-Aftien zu! höheren Kursen loszuschlagen. Zu diesem Zwecke wurden verschiedene Gerüchte über angebliche günstige Teilungsmodulationrn propagiert. Wie in Fachkreisen verlautet, entbehren die. Gerüchte über ein Schillingsbegugsrecht vorläufig jeder Grundlage. In polnischen offiziellen Petroleumkreisen Hai man sich mir dieser Idee gav nicht befaßt und ist es gar nich; gewiß, ob solche merkwürdige Schillingsbezugsrech^ durchgr führt werden, da dies der bisherigen Wirtschaftspolitik ent schieden widersprechen würde. Es handelt sich 5>ier um ein großzügiges Spckulationsmanöver von .. interessierte'.- Seite, das schon gestern einen Teil seiner Gewinne zu einem um 000.000 K. höheren Preis realisiert hat. , -o» Sftrneichischr Aogtingentabtommen mit Lngarn. Em provisorisches MoN«tS»berei»komme«. — DW gegenfeitrM Mißtrauen. Das mir Gültigkeir vom 1. Jänmr abgeschlosjenL tolingeni-abkommen mit Ungarn hat eine sehr wechftlvolle Vor--, geschichte. Ungarn hat die letzten Jahre hindurch alles daraiq - eingestellt, sich industriell möglichst selbst zu versorgen. Diese Einstellung ging so wcir, daß man in Budapest geradezu schwerindustriclle Hoffnungen für die industrielle Euiwickluna Ungarns hegte. Dieses vorwiegend agrarische Aarld mii den weilen, fruchtbaren Ebenen mußte zusehen, wic die unverantwortlichen und unverständigen Letter der Volkswirtschaft" liehen Geschicke ihrer Börsen.rnteressenrents und ihrer diverser. VerwsltungSratö- und Prästdentenstellen wegen ivtal die agrarischer: Exporrinteressen vernachlässigt haben. Man hatte die längste Zeit in Ungarn geglaubt, daß z. B. Oesterreich ohne ungarische Nahrungsmitttlexporie nicht existieren kann.! Ganze landwirtschaftliche Zweige Ungarns sind vor eine Katastrophe gebracht worden. Nun ist das Koni ingentabkommen abgeschlossen worden. Dabei ist jedoch hervorzuheben, daß, obzwar «§ auf sechs Mo nate lautet, es doch von jedem der Kontrahenten jederzeit gelöst werden kann. Besonders bemerkenswert ist aber, daß die vereinbarten Kontingentenur ' monatlich zur Verteilung kommen können, was hauptsächlich in dem gegenseitigen Miß trauen seinen Grund hat. Das Abkommen ist zweifellos ein Fortschritt in den gegenseitigen wirtschaftlichen Bezichunger» Ein Jdealzustand ist es aber, nicht und in allen Branchen wird über die vielen Schikanen, insbesondere aber über die Schwierigkeiten geklagt, die die ungarische Devisenzentrale bereits Uushedmls Hott kiusuhkverbotrnknLeutschland. Bekanntlich hat die deutsche Regierung im September vorigen Jahres das bis dahin in Geltung stehende scharfe Ver> .. botSsystem gelockert und mit dem Abbau der Außenhandelsvorschrfften und der Außenhandelskontrolle begonnen. Bis zum 27. September 1923 bestand in Deutschland ein allgemeines Ausfuhr- und ein allgemeines Einfuhrverbot, von welchen nur wenige, in einer Ausfuhr«, bezw.. Einfuhrfreiliste zusammengefaßte Waren ausgenommen waren. Außerdem gab es ein weitgehend detailliertes Auöfuhrabgabensystem, nach welchem für die meisten Waren AussuhrabKibensätze von 1 bis 11) Pro-