Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1763 (12.1.1924)
- Date
- 1924-01-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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te, tm _ _ W'M, Sümstcktz __ überfliegen, könne im Mai oder Juni mit einer nach den Erfindungen bet* letzten Zeit verbesserten Ausrüstung wiederholt werden. Die Fahrt soll von Spitzbergen ausgehen. Amnndsen Hesse, in etwa 24 bis 26 Stunden den Nordpol überfliegen zu können. Eine Landung auf dem Pol selbst Hangs von den Verhältnissen ab, die er dort an» treffen werde. Das Schiff Amundsens, die „Maud", befinde sich bereits c>n der Abfahrtsstelle und ein Stab von Technikern sei an der Arbeit, das Unternehmen nach jeder Richtung sicher zu stellen. . Der Flug werde mit ztvei deutschen Dernier-Flugzeugen unternommen werden, die diesmal nicht nur mit Schneeschuhen, sondern auch mit Booten ausgerüstet sein lverden, um nicht bloß auf Schnee und Eis, sondern ebenso auf beut Wasser niedergehen zu können. In der Begleitung Amundsens werde sich auch ein amerikanischer Marineoffizier befinden Wenn die Expedition AmundsenS von Spitzbergen abfahve, werde sich gleichzeitig von Alaska, also von der anderen Seite des Poles aus, ein amerikanisches Schiff in Bewegung setzen, um ihn: entgegen zu fahren. Me Moral des Defraudanten. Der Ghmnasialdirektor atz Tugendbold. In Frankreich enunziert man sich über leinen recht peiukichen Vorfall. Starb da vor Üurjcrn in Toulon der 56jährige pensionierte Mittelschuldirektor Lutierr T r o u v e r e a u.. Der Verstorbene, der nur wenige Jahn: in Toulon gewirkt hatte, genoß in der Provinzstadt großes Ansehen, denn er galt als da8 Prototyp der Tugendhaftigkeit, der nicht nur mir Worten, fordern auch durch reiche Stiftungen zur Stützung der persönlichen und öffentlichen Moral sich den Namen eines „Tugendhelden" erwarb. „Das Weltübel liegt darin, daß die Menschheit nicht mehr tugendhaft ist und der Moralität den. Rücken gekehrt hat. Diesem Uebel will ich'durch die Tugendpreise steuern." Das Leichenbegängnis gestaltet« sich zu einer Huldigung für den roten Moralisten und der Bürgermeister, der die Trauer der Stadt verdolmetschte, tröstete die Trauergemeinde, daß „die große, tugendhafte, jedem Laster abholde Seele unter uns fortleben und unseren Geist beleben" werde. Nach der Leichenbestattung wurde die Inventarisierung' des Nachlasses des tugendhaften Trouvereau vorgenomrnen und, fürwahr, es toar eine furchtbar« Offenbarung. Aus den Vorgefundenen Schriftstücke»: ging nämlich in unanfechtbare: Weise hervor, daß Trouvereau früher in Versailles lebte und eigentlich Adolphe Poulain hieß. Hier hatte er viele Unannehmlichkeiten, weil er mit mehrererc verheirateten Frauen Verhältnisse anknüpfte, die zu großen St'andalaffären führte;:. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1921 wurde ihn: die Leitung der Lebensmittelversorgung der Stadt anvertraut. In dieser seiner Stellung defraudiert« er 400.000 Franken öffentliche Gelder und entfloh in Begleitung seiner Thpistin. Die Polizei suchte ihn überall und konnte ihn »richt finden. Während er in Toulon als Luvten Trouvereau die höchsten Ehre:: als Hüter der öffentlichen Tugend einheimste, erfolgte in Versailles seine Verurteilung als Adolphe Poulain in contumaciam zu lebenslänglicher Zwangsarbsit. Und Toulon trauert jetzt von neuem um das Hmscheiden einer schönen Illusion. Nur in einem hatte Trouvereau-Poulain recht: „Das Weltübel liegt daran, daß die Menschheit nicht mehr tugendhaft ist." Sine nette Irgllnisativu der thowtrenen Zuten» schast Deutschlands. Aus Frankfurt an: Main wird uns berichtet: Am 26. Dezember erfolgte hier unter Beteiligmrg zahlreicher führender Persönlichkeiten aus allen Teilen, des Reiches die GrmÄmng eines „B erbau de s ge setzes treuer Juden Deutschlands", der den Namen „Achduth" führen wird. Die neue Organisation will Me diejenigen Gesetzestreuen umfassen, die sich zur Einheit der gesamten jüdischen Gemeinschaft bekennen; in religiöspolitischen Fragen will sie es aber jedem einzelnen fr ei stellen, den rechten Weg selbst zu finden. In den Referaten der Herren Dr. Albert Sondheimer. Rabbiner Dr. Unna (Mannheim) und M. A. Loeb (Berlin) kam zum Ausdrucke, daß diese nerve Veveinigung jeden: thoratreuen Juden offenstehen soll, ohne nach seinem Betkenntui» zu einem von bestimmten religiösen oder nationaler: Tendenzen getragenen Verbände zu fragen. Die Verhandlungen brachten weiter zum Ausdruck, daß die praktische Lösung der brennenden Gegenwartsfragen entpolitisiert werden müsse. Aus diesem. Grunde wurde ausdrücklich e:e Entschließung angmommen. die den Vorstand autorisiert, sich mit anderen Organisationen zur gemeinsamen Arbeit zusammenzutun. , Die Versammlung gab auch einhellig den Willen kund, daß sich die Achduth den: Problem des Wiederaushaues Pälastinas zuwende solle. Die gründende Versammlung der neuen Bereinigung nahm ein Statut an, welches sie zu einer durchgegliederten Organ: s fl t i o na u f demokratischer B a s iS stempelt. In mehreren Städten Deutschlands, wie Berlin, Breslau, Köln, Hamburg, Würzburg, find bereits Ortsgruppen gegründet, in anderen stehen sie kurz vor der Konstituierung. Den Ortsgruppen wurde ein Wahlrecht zur „Hauptversammlung" eingcräumt, deren erste voraussichtlich anfangs September 1924 stattsinden wird. Unterdessen leiten ein Vorstand und ein weiterer Ausschuß die Arbeit. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Albert Sondheimer (Frankfurt a. M) gewählt, zu stellvertretenden Vorsitzenden die Herren: Rabbiner Dr. Unna (Mannheim). Prof. Adolf Frankel Marburg), Moritz A. Loeb (Berlin). Dem Vorstände und Ausschüsse gehören eine Reibe von bekannten Persönlichkeiten der jüdischen Oeffentkichkert Deutschlands an. Äe Alpine MontavgesrMoft nimmt leine Wischen Arbeiter ans. In der letzten Zeit hat die Alpine Montangesellschaft großen Bedarf an . Arbeitskräften für ihr Werk in Donawitz. Nun habe;: sich, wie uns mehrfach unten Vorlage von Beweisstücken rmtgeteilt wurde, in d:r letzten Zeit verhältnismäßig oft Fälle ereignet, daß selbst hochqualifizierte Arbeitskräjtr i'id-tf aurgmomiueu wurden, tvsil.ste Inden sind. Uns ist soge ein' mtf.' .«-r.-iu.'-r geworden, daß ein Arbeiter mit glän- Wie«tt! Morge«,ettun«. 12. Wimm 1984_grtte t KineMereBefteuenmg der Kaufmannschaft Brrschiirsnna der Knlommenfteaerbeftimmnngk«. - Wammmsassnna mit der - SinWruna einer Lermösenrstenrr. - Habe Mrsenftener». - Die Verkehrs« «nd Sn». dftatsstener. Durch die In den »wichsten Dagen soll dsm Nat-ionailrat der End-;Mvf der Perfonalsteuernovelle gugehe»:. Die Regierung veröffentlicht den von: Finanzministerium an die Be» rufsovgan-ifat-wne»: versendeten Referentenentwuvf, der zu sinenn großen Teil bereits aus den Aeußemngen des Ministers Dr. Kienböck bekannt geworden ist. Im Laufe der an: Dienstag im FnvmMuSschuß begvmvenden Generaldebatte über das Budget wird der Minister seine' Refornnpläne im evivzülnen erörtern. Nach der Emlertung guin: Rsftven>de:verrt>wuvf hat man anfangs den EnÄwuck, als ob die Steuer ermäßigt werden tvüvde. So wird das steuerfreie Minimum erhöht und die höchsten Emkonmrensätze auf 45 Prozeivt erniedrigt. Tatsächlich sind aber diese Ermäßigungen von geringem Belange, tvenn -man die lausend: B e r m ö g e n s st e u e r hinz-u-mnunt, wonach sich eigentlich die EiuLonvrnensteuer in den meisten Fällen durchschnitt-Iich aus das Vierfache erhöht. Die EinLorrrmenbche'Uerunz der Dienstbozüge erfährt die Neuerung, daß diese bis zur Höhe von 12.000 Stcuevomhömen (bisher 6000 Et'.cherten) drrrch den Steuerabzug voll erfaßt werden. Bei der allgemeinen Erwerb st euer besteht die Ilauptfächlichiste Neuernug darin, daß, der EinKeluinternchmer in HrMrnft u-nr ein Bekenutnis und ein Mandat oder ei neu Zahlungsauftrag für Eirrkommeri-- und Erwerbsteuer erhalte»: wird. Die Uuternchlrmngen zerfallen »»ach der Miiwirt'ung des Kapitals in zroe: Gruppe»». Br: den Urtter- »»chrnnrrgr»:, die insbesondere di« freien Berufe und di: kleinsten g^verblicher: und HandelLbririeb» umfassen, wird der Steuerfuß 6 ProHrnt, bei X'r zrv-eireu. 10 Pr-ozertt betrage::. Die dLeuordn-ung der Steuerkomu'.ifsivnen besteht dar-ür, daß sie die Verarrlagung der Ei-rttounnc»'^ und Erwerbsteuer -besorgen werden, der UntersHied zwrMan Eiük«nmen-. und Erwevösteueri'onrmission hör: auf. Von der lau senden Vermögenssteuer find Personen befreit, deren Reindermöge:: 15.000 Steuer-ernhetten 'N-ich: übersteigr. Das steuerpf>lichiige Vermögen ist bei der Land- und Forstw-irLschasj das ISstlche. bei Gr>u ndn nd Gebäude zig-c n4 um das 20fache, bei Erwerbsunrernchmungen das lOixache uird bei Kapitalsvermügen das Mache des Ertrages. Die Steuer belauft sich auf 3, 2, 1 oder 0,5 Proinille, je nachdem: das Bermögen. 300-000. .150.000 .oder 50.600 Stener- «mHeötrv -beträgt. Den: Zeichner - der Zwangsanleihe wird ein-: Bsgmrstigung emgeräniru. indem ihm die Hälft-: der AwaNigsorckeihL wie eine gezahlte Vermögenssteuer in Verrechnung gebracht Wird. Der Entwurf Mt ferner die Frage «der Bsfte-ucou-ng von Deräußerungsgewinen und Bezugsrechtru. Die Strwelle schrämt di« EmLoiMnenLeslsuevung aus SpstulationsgLwvnne ein, tvobei der BegM des SpekulÄionHgeschäftes scharfer aLgegrardz: wird. Merkmale eines Spekulaiionsgeischüftes bilden Zun: Beispiel die Erwerbn-ng eines Bermögensckbjsktes aus Kredit sowie ein: Basitzdau-er. BeröiußerniWn nach zchnftihr-iger Bssitzdauer gölten nicht als Spekuilatzionsgeschäfte. Die Novelle erklärt -cursdrüMch, daß durch die Erhöhung des Mtven,wertes oder durch die Ausübung oder Beräuß-eru-ng von Mbienbszugsrechten ein istmerpflichtiges EinLonMen rvicht eirtstehi. Aushebung des zweiten Voreiuzuhlmrgsgejetzes Wird viele»: Beschwerden Rechnung getragen. Ms Uvbevgang^ Stimmung bleibt für größere Steuerträger (mehr M 30 Millionen Kronen Steuer im Vorjahre) die sogenannte ergdqende BoroinzcchlmLg aufrecht, das heißt, die VorMchkung, die Differenz zwischen der nach der letzten Vorschreibuug gslvisteten Borein-zchlung und der nach den: Bekenntnisse entfalle»^ Steuer rnn-erhM der BeKemrt-nisfrijst einzugahlen. Was die TaggrLer anbewiB, kommt die Steuerfreiheit nur jenen To^ ge-ldrv»: Zu, die von simr Protorollierten Bairkfirura ein«' anderen Protokollierten Bankfivma in österreichischer Währung für chm: Zeitraum von höchstens fünf Tagen, ohne Deckung durch Wertpapiere und svnst'ge Deckung zu einen: den jeweiligen Esk-ompt-eziusfuß der Orsterreichifchen Nationalba-uk «.icht oder nicht erheblich Mevsteigeniden Zinsfuß: «rtei-' toerden. Die bi-Ä-erige Steuerpfiicht-igker: des Tausches von Valuten gegen Devisen wird dahir: abgeäirdert, daß der Tausch von Devisen gegen Valuten der gleichen Währung der Steuer nicht unterliegt, wenn Wege»: dieses Tausches ein Geldumsatz nicht stattfinder. Beim Tausche in anderer Währung wird der Steuerfast auf ein Fünstel des normale»: Ausmaßes herabgefetzt. - Fermrwird eine BezugsrechLssteuer und eine Kotier-un-sgebühr emgesührt. Die Steuer beträgt 400 Ä. von je 10.000 K. der Erm-itt-b» ngsgomrdlag:. Ms Er- ' m-ittlungLgrundlagr hat der Wert aller von der Gesellschaft ge» tvähvten BezugsrechLe Zu diene»:. Die Syndikatsst-euer soll an Stelle der Bezugs-- rechtsteuer in jetten Fällen emgehoLtzn werden, in de»»«« amc hilärchsische Akbiengefelbschafi aus Anlaß emr.7 Kapidailsverme.hvu»:g neue Wien an Personen oder Perforvengruppen begibt, denen oiu Bezugsrecht auf Grund ihres Besitzes von eckten Aktien entweder überhaupt nicht -oder nur hinsichtlich oines Teiles de», an sie -begebenen neuen M-ien Wsteht. Eine Befreiu-ng von der SyndAatsfteuer tritt ein, wenn als erster Nehmer der »reu ausgsge!ber»en Wkien eine Person auf« tritt, die das Bezugsrech: vom Berechtigten erworbe»: hat, oder ein GaraniiefyndÄrt, das die Wmen, die auf die rächt ausgeWten Bezugsrechtr nach den Bezugsbedingungsn ervt-- fallen wi'rrden. nach Ablauf der Bezugsffüft übernimmt. Eine Ausnahme von der Steuer t-rit-r ferner o»n, wenn die Begebung neuer Wien öchufs Durchführung einer Fnsi-oi: vorgervomrnen wird. Als Ausmaß der Steuer ist ein Satz von 12 Prozent der EvmÄÄungsgruNdlage vorgesehen. Die ErmiÄlungsgruMag: bAder der Urrjevschied zwischen dem Ge-- samt-werte (Uebernahmsprsife) und dem Betrage, der sich «r-- gibt, wenn der Wer: aller neuen Mien auf Grund des Börsenkurses der M-ien der Gesellschaft bsrechnet ivird. Auch ist eine Erhöhung der Kotierungsgebühr für die Bewilligung der Notierung der Mien auslärrdifcher Gesellschaften vorgesehen. Die Effektrnumsatzstetter wir-o verdoppelt, sie öe-tvägi .Mo bei Geschäfte»: mir Divb dendenpapisren (Mtien) 5 Promille, bei Geschäften mit Schuüdvevschrsibungen der Republik Oesterreich 0,2 Promille. zenden Qualifikationen, dem schon die Aufnahme in Dorrawitz zu gesichert war,, als er sich zur Aufnah»»»« »neldete von den Aufnahnrsbeamten kurzerhand abgewiesen wurde, rmchdem sie erfahren hatten, daß er Jude sei. Diese Vorfälle Zeigen deutlich, wie der Stinms-Grist sich in der Stinnes-Nntevnehmung festgesetzt hat. AerMicher Aerusrkamvs. Verleumdung«« gegen Professor Hocheuegg. Der bekannte Chirurg Professor Karl Hoch er: egg, Vorstand der ersten chirurgischen Klinik an der Wiener Universität, hat gestern bei Beginn seiner Vorlesung seinen Hörern mitgeteilt, es sei ihm durch Freunde und Bekannte zu Ohren gekommen, daß er vielfach chirurgischen Kranken oder ihren Familien als ein altersschwacher, arbeitsmüder Greis geschildert werde, dessen Härrde so zittern, daß er kaum eine Feder, geschweige denn das Messer sicher zu führen imstande sei »rnd dein man daher eine Operation aus allen diesen Gründen nicht inehr Übertrager: könne; diese Verleumdungen seien so verbreitet, daß schon ziemlich allgemein von seiner (Hocheneggs) Minderwertigkeit als Chirurg gesprochen werde. „Ich möchte Ihnen" — führte Prof. Hocheuegg zu seine»: Hörern weiter aus — „auch die Beweggründe für eine solche planmäßige Unterwühlurrg meines Rufes als Operateur darlegen. Ich stehe nicht an, als einzig klar zutage liegendes Motiv für derartige Berleu»»:dungsbestrebungen die! seit dem moralischen Zusammenbruch der Nachkriegszeit besonders gesteigerte Sucht r»ach Geld er tv erb in allen Formen hmzirstelle»:. Ein eine spezialistische Beha»»dlung benötigender Patient wird jetzt vielfach »urr jenen Spezialisten zugesührt, welche noch Provision für die Uebec-- V.'dnüiö des Patienten zahlen. Der Grad der Eignung des be-! schickten Spezialisten spiel» oft für den Vermittler eine »mr Untergeordnet« Polle. Nur die Höhe der zu erw arieirden Permittlertaxe ist ausschlaggebend! Ebenso ist vielfach die Jndikationsstellung für ei»:en operativen Eingriff sehr lax geworden. Es ist rrun selbstverständlich, daß die Anständigen unter uns — »rnd es gibt zum Glücke noch solche unter den Spezial¬ und praktischen Aerzten — ein derartiges Schmiergelderunwesen als^ standesunwürdig »rach wie vor ablehnen und es geradezu für einen Betr»:g an dem kranken Publikum halten, zu dem sie ihre Hand nicht bieten. Die finanzielle Schädigung für den Kranken liegt »rämlich darin, daß zunächst ein Spezialist, der die hohen Provisionen (bis zu sünszigProzentdes Operationsho»:orars!) an den Vermittler ausfolgen »nuß, seine Honoraransprüche hoher taxieren muß, als wenn das „Geschäft" ohne Vermittler zustande gekornmen wäre, unb weiters darin, daß der Hausarzt (recte „der Vermittlers, da er doch de»»: Patiertten gegenüber der: Erhalt der Provision verschweigt, seine eigene Tätigkeit, wie z. B. Konsiliu»n mit dem Spezialisten, Anwesenheit bei der Operation und Nachbeha»:dlung deL Patienten außerdem noch i»t Rechnung stellt. Um nun das kranke Publikum von aller: jene»: ältrnodffche»: und rückständigen Spezialisterr, die es, wie gesagt, unter ihrer Würde halten, Provisionen zu zahlen, fernzuhalten, wird die Zuziehung dieser unter allen möglichen Praktiken verhindert. Bei Klunkern, die verinöge ihrer amtliche»:,- also öffentlicher: Tätigkeit doch nicht gut als „leider vor: Wie»: abwesend", „telephonisch absolut nicht erreichbar", „selbst erkrankt und daher nicht berufbar" bezeichnet werden können, übt man ein anderes Verfahren, um sie von vornherein auszuschalten, man dichtet ihnen alle »»»öglichen Defekte an, die es geradezu gefährlich erscheinen lassen, wenn man ihnen der: Eingriff übertragen würde! So werde ich, von dem bekannt ist, daß ich keine Provisionen zahle, und der schon zu wiederholten Malen derartige Zumutungen kategorisch ab gewiesen habe, so oft mich ein Patient oder seine Farnilie verlangt, als halb erblmdeter, zittemder Greis beschriebe»:, dem man sich nicht mchr aiwertrauen darf. So , wie mir geht es gewiß auch anderen Kollegen, doch habe ich »nich