Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1760 (9.1.1924)
- Date
- 1924-01-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1TW Wien, Mittwoch Die Vorfälle beim ßescheyhestqngnss Alfred GriinfeldS. Der Vorstand her Wiener KnltuSgemeinde versendet an die Blatter folgende Erklärung: Gegenüber den Nachrichten über daS Leichenbegängnis deS verstorbenen Dirmosen Ulsred Grün selb, nach welchen dessen Beerdigung in dem von der Stadtgemeinde Wien gewidmeten Ehrengrabe ans der katholischen Abteilung de» Zentralfriedhofes „im Einvernehmen mit her Israeli, tischen Kultusgemeinde in Wien" erfolgt sei, stellt der Vorstand der Israelitischen Äul-tusgemeinde Wien fest. daß er 1. dem verstorbenen Künstler Alfred G r ü n f e l d sofort nach dem Bekanntw.'rden seines Ablebenein Ehrenarab auf der indischen Abteilung deS ZentralfriedhofeS ge, widmet und bereitgehalten hat, dieses Angebot von den nach, jten Verwandten des Verstorbenen vorerst auch angenommen wurde; ' % daß es vollkommen unrichtig ist. daß die Beerdigung Alfred GrnnseldS auf der katholischen Abteilung des ZentralfriedhofeS in dem von her Kommune Wien gewidmeten Ehrenorabe „im Einvernehmen mit der Israelitischen Kultnsgemeinde" erfolgt Ift, sondern ans Grund eines nach der von der KultuSaemelnde erboten Widmung vom Bevollmächtigten der Familie, HgyS Müller, ausdrücklich gestellten Perlangen»: . . .. . « 3. daß die Israelitische KulluSgemvinde trotz drescS Verhaltens des Bevollmächtigten dem großen Inden Alfred Grünseld im Sinne seiner ihr bekannten Gesinnung in althergebrachter Weise die letzten Ehren erwiesen hat. Wr drucken diese Erklärung ab, die sich mit der Darstcllung der „Wiener Morgenzeitung" vollkommen deckt und auch unsere Mitteilung über das aufdringliche Tazwischentreten Hans Müllers in dieser Angelegenheit bestätigt. Sin Brief der Familie Grünfeld. Wir erhallen folgende Zuschrift: Die unterfertigten Geschwister Wred Goilnf ldß legen Wert darauf, festzuistellen. daß Ihre heurigen Bemerkungen über die Beisetzung detz V rewigren irr ümlich sind. Ursprünglich bedachten wir, daß eine letztwillige Verfügung über Art und Ort de? Begräbnisses sich vorfiuden könnte; da die» aber nicht der Fall war, stand dr Annahme des von der Sradt Wien gewidmeten Chrengrabes nichts mehr im Wege. Wrr empfanden diese dom Toten zngcdachte Ehrung äks ein« Ehrung des gesamten Judentums; und ihn dort beiaef tzt zu wissen, wo seine großen Meister Beethoven. Mozart. BrcchmS. Johann Strauß ühre Grsbstätten haben, erschien unS als eine dein Künstler geschuldete Pietät. W'nn unser Freund Dr. Hans M-üller die Durchführung deS Begräbnisses seinerseits sichern half/ so hat er nicht ohne unser Wissen und nicht ohne unsere Ztistiimmung, sondern mit unserem vollen Einverständnis g handelt. Im Sinne deS Toren also, der nicht nur ein treuer Irrde. srndern auch ein treuer Freund gewesen ist, und dri rauend auf Ihre Lovalität, dürfen wir erwarten, daß Sie diesen unseren Aufklärungen wörtlich, in vollem Umfang, Raum gewahren werden. Mit vtzvbirrlkchsten Dank Kn voraus, in vorzüglichster Hochachtung &mmot Grünf-cld. Professor Heinrich G r n n f e l d, Adelheid Grünfeld-Andree, LiMvlg Grünfeld. Oberst d. R. Ernst Grünseld, Helene Grünseld. » Wie man sich hier überzeugen kann, besteht zwischen d-r Darstellung der Familie und der amtlichen Erklärung de8 Vorstandes der Kultusgembinde ein Widerspruch, der sich aber unschw r aus der Auffasiuug der leidtragenden Familie »Iber ihre Freundespflicht erklären läßt. Wir veröff.'n-l'lichen den Brief, der au unsere Loyalität appelliert, sind aber zu unserem Bedauern nicht in der Lage, unser Urteil über die Einmsngung deS Herrn Müller zu revidieren, die so peinliche- Aufsehen erregt hat. Sabre 1823 geleistet? Rückgang der Anforderungen. Bs! der Bemtung der VenwalttMgkgrtt>PPe für WchuumgKwos-en Md So-ialpolttik im Geme'ndcnat gab amlWhrsr^r Stadtvat Weber ein awschatckicheS Bild über bht Tät'xksii des Wiener WHmdtV-amt«-. ES wavrn Gr.de D«WNkkr rumd 36.000 WohtmwgKst,ch-.He als dringend voyrcancrkl. Davunöer befanden sich ungefähr 806 Faei-'Mn umd Cintz^personen, deren Wohn« bcldarf äußerst drimgend ist, weil sie entweder beveitS obdachlos sind oder vom der Obdachlosigkeit bcdr.cht si.d. Da wrt Jahve 1924 die ®omcir.ft» Wien für Wohnumigs» Lauten vü,n<d 666 Mrlliaiden bereit gestellt hat, so werden m dioseMt Jahve ungefähr 7666 Wohnungen vom Wchwumgramte verycken werden, so daß diese Notstar.dr-fall« im den nächsten Monaten bö'erligr sind. Di« Gemeind« hat auch im Jahre 1923 ein nmßingveichcS Bäu«. Prog.vamm erstellt und es wlirdrn 2175 Wohnung«» neu gsbaut Md bereits vergeben. Ge^wärtig sind vom, Bauprrtzvamm des vergangenen JcvhveS nrch 1869 Wohnungen Mvollv! det; sie werden bis längstens Mai 1924 fertig fein. Doi-t dc-m Jahre 1919 hat die Gerne-mde Wien inKoosamt 7256 Wohniumigen gobamt. Außerdem wurden durch daS Ablosevorfahren dem DohwumgSamtt« 154 Wohnim» gen zur Verfügung gestellt. Im Jahve 1923 siitd un,/efähr 13,3 Millialden Kronen an Ablöseibetväigcn für überzähiige, meist zur Zutvoiisiung nicht geeignet« Wohnrärmie geleistet worden. Die Gemeinde hat dann außerdem dem WohmvwFamte durch die Ensatza>u>fsü,hru'ng«n, die jedoch von der HruMsitzern nicht Vovgerrommen wurden. _Wiener Movoenzeltunst. 1210 WolMMgen, 52 GeschäftÄoküike und drei Werl» statten crWtßn. Durch hie Anfpr - erung? n Huchen 4555 Wcibnu.n'sen un>d W^hnräume ersaßt. Die Zahl der Anfordevimgen ist infolge des verschlechterten Anfochevusig-gchtzes beträchtl'ch zursicksegangen. Gcgenüher d?m Jahre 1922 wurden um rund 3066 Anforderungen weiniger d-urchgeführt. Durch die Uchersiodlu^shilft, di« im Jahre 1923 eMsführt wo.den ist, ko nute das Wchnumg^antt 75 Wohnungen -Meisen. Diese Emvicsitiumg ist vor allem wagen ihrer guten moralischen Seite fchr begrüßenswert. Stark zugenonimen hat im vorgan'g'Uwn Jqhre guch dr Hphnnngstausch. Bm 1. Jämmr W gtW 81. OftMr 1923 wnrd:n 16.6Ä WohnuWSroufOainstlck'eu und Wohm,WS, lM^chvc'ilbwnigrn durckp>o?ührt. In jed:m Gememdehezrrk wuche eine Schlichtungßstefte eppichtet. Diofe stellen erhielten his Ervd- Oktober 1998 Msgc>famt 13.358 An5l»chen,.von denen 4798 durch Bevg>>ich und 7126 durch Boventscheidumig eoledlgt weiden konnten. Nie MWqr-rnin'«st»m einer ^-rMrma. Battistcl verhaftet. — Der Angestellte ass Strohmann. Varrnver'chlcudcrungev. Das Verschwinden deS Kaufmannes Heinrich Battistel hat, wie vorauszusehen, in der Textilbranche großes Airffehen hervorgeruseir. Der Umfang feiner Verbindlichkeiten läßt sich noch nicht gelwn übersehen, doch wird die i^chadenSsumme Wohl an vier Milliarden heranreiche«. Geschädigt sind mehrere große Firme» der Branche. Ein Angestellter deS flüchtigen Battistel, Josef Czingeli, wurde, da er über die Machenschaften seinebisherigen Chefwußte, vorläufig in Verwahrungshaft genommen. Czingeli wurde zu mancherlei Aufträgen verwendet, auch zu solchen, die mit der BetrugSaffäre im Zusammenhang standen. Nach den Angaben CzingeliS ging das Geschäft deS Battistel halbwegs gut. Er hatte früher in Innsbruck a's Kaufmann gelebt und hatte auS dieser Zeit noch mancherlei Verbindlichkeiten. AlS er sie nicht erfüllte, kamen im September vorigen Jahres Gläubiger nach Wien und drängten auf sofortige Bezahlung der Schulden. In dieser Zwangslage mußte Vattistel Waren verkanfen. Dabei war Czingeli der Mittelsmann. Er kam im Aufträge der Battistel zu einer großen Firma der Textilbranche in her Inneren Stadt nnd trug Muster an. Er machte auch einen ziemlich guten Abschluß, doch wollte sich die Firma nicht zu sofortiger Bezahlung verstehen, sondern wollte den Termin hlnausschleben. Darauf kam da- Geschäft nicht zustande, weil Battistel infolge des Drängender Innsbrucker Gläubiger sofort Geld brauchte. So mitßte denn Czingeli neuerdings mit der Firma unterhandeln und st,« den Fall sofortiger Bezahlung neue Bedingungen eutgegennehmen. die für Battistel ruinös waren. Die Waren wurden in großen Mengen bizur Hälfte, ja bizu einem Drittel de- AnschasfungSwerteS an die betreffende Firma verkauft. Aber »»och ehe der Verkauf vollkommen abgeschlossen war, stiegen dem Käufer Bedenken darüber auf, er könnte zur Verantwortung gezogen werden, wenn er von einer Firma, die möglicherweise insolvent wurde, Waren, die so weit unter dem Marktpreis standen, kaufe. Um die Bedenken zu „beschwichtigen", machte er den Vorschlag, daß er den Kauf nicht bei der Firma Battistel, sondern bei Czingeli abschließe, so daß der Beamte der Firma alS Verkäufer fungiere und er gedeckt fei. Czingeli meldete auch diese Vedingirng Vattistel und dieser erklärte sich damit einverstanden. Er bev oll machtigte Czingeli zum Verkauf, der dann auch auf die geschilderte Art abgeschlossen wurde. Um neuerliche Vedenken deS Käufers zu beschwichtigen, wurden die Fakturen gefälscht, indem die einzelnen Posten umgeandert wurden. Die Menge der verkauften Ware wurde geringer, der Preis der Einheit höher ongesetzt, so daß man nicht erkennen konnte, daß die Waren so weit unter dem Werte verkauft wurden. Der Käufer zahlte aber nicht sofort, sondern verteilte die Zahlungen auf mehrere Monate. WeiterS wurde bekannt, daß wenige Tage vor der Flucht BattistelS auS seinem Geschäfte Waren weggeschafft wurden. Man vermntei, daß sie verschiedenen Lieferanten zurückgestellt wurden. Bei der Firma, die von dem Hause Battistel so billig gekauft hatte, wurden zwei Waggon- Textilwären im Fakturenwerte von 1.S Milkiorden, der freilich.hinter dem wahren Werte weit zurück bleibt, sicherge stellt. Die Erhebungey werden fortgesetzt. vattistel verhaftet. Abends wird «ns berichtet: Gestern nachmittags wurde der Kaufmann Battistel in Wien verhaftet. Man vermutete, daß er noch nicht aus der Stadt geflohen ist, sondern sich nur verborgen halte. Nachmittags brachte die Polizei in Erfahrung, daß sich der flüchtige Kridatar in einem Hause in der Lederergasse aufhalte. Dort wurde er verhaftet. . * Dom Kreditorenverein von 1876 erhalten wir folgende Mitteilung: Ueber Einschreiten des KreditorenvereineS ist es gelungen, an Mehreren Orte» Waren s i ch e r z u st e l l e n, so daß für die Gläubiger, während es früher den Anschein hatte, als ob sie ganz leer ausgehen werden, jetzt doch die Möglichkeit besteht, einen materiellen Erfolg zu erreichen. In der gestern abgehaltenen mehrstündigen Gläubigerversammlung, der mehr als die Hälfte der Gläubiger anwchute, wurden neue Wege zur Sicherung von Waren und Werten gewiesen und ein Glänbigerkomitee gleichzeitig bestellt. Die meisten der nicht erschienenen Gläubiger haben bereits den Anschluß an das Konsortium des KrcditorenvereiueS erklärt. _6. Jänner 1924 Veite 8 Erhöhung *ct Kohlenprelse. Wie die Korresvondem Herzog 'Meldet, .«.rh ö h e n sich die Preise für oberschlcstsche ö' ’**• ttnh betragen für Koble in offen qeladvnL» Fuhre» 88.100 K., für Kvble in vlombierten Säcken 68.300 K. vro 46« .ab Rutsche Nordbahn. Die. Preiie für Kable in vlambarten Säcken betraaen einschließlich 'Abträgen», fnmlo DaN», 10?.E ft. fttt 169 Kilogramm. Die Erhöhung kff --«rückzuführe» auf die mit 1. d. in Kraft getretene Erhöhung der E i l e nbahntar i f e i n £) b erschle s i e n u n d O e ft 11* t e i ch, auf die Erhöhung der Nutlchenmietzin^ mi* den Wiener Bahnhöfen nnd auf die Berdovpelung der Warenum^atzsieuer. Bei der Er'-echmmg der Kohlenvresi«. franko Hans, mußte» überdies noch die .erhöhten Löhne berücksichtigt werden. (Nachfolgende Notizen biß zu der Rubrik „Vereine« sin» entgeltlich^ Brachte» Sie die Prelle für Leinenwareu 4m W arenh an» Brüder § ch i f f m a u «, L V e z.. L a b o r st r a ß e 48. Webe ..vro Meter 10.5.00 SL 8.WW St Chiffon ...... pro Meter 13.000, 11.000 ft. 6.800 , Etreifaradl. ......... . pro Meter 10.800 ft. 17.?>00 m Damast . ... . ..pro Meter 22.800 -ft. 18.500 , Znlet .pro Meter 14.800 m Mollno .......... - . . . pro Meter 8.600 m Bett»e«ae ... pro Meter 15.800 ft. i^.p^ m Batistchiffo« .pro Meter m Matratzengradl........ pro Meter ^.000 ft. 24.0<>0 v Bettücher... 28.500 ft. 16.800 . Tllchlücher...48.000 # Kaffeegormtmen .. 68.000 # Gläsertü^er .. . 8.000 „ * Tansinsti'nl Hermann Br«». 14. vez^ Reindorfgaffe 42 . Alle Lauste «er ru ea im Lhor r .Die beste Seife ist Kagor." Drrrtnr. DortrZgr oud Nersammlmge«. ZionistifcherakademisckerLandervem verband. Heute, 7 Nbr abend», 2. Bez.. Taborstraße 20», wichtige Sitzung. Tagesordnung: Referate de» Herrn Dr. Otto A b e t« ß und Herrn Tr. Natron ft 0 r n. Le'elaal usw. Vorher, utl Udr. Schekelkommiffäre sämllicher ftorvorationen, Ausaabe der Schekel und Parteisteuerblocks. — Zionistische B e» zirk»!ektion « V/v. Heute. 8 Uhr abend», im Tempel- Verein. b. De»., Siebenbrunnengaffe 1, Aurschußsitzung. Tagesordnung : Organisierung der Arbeit. Referent Dr. W a l dmau«. — IüdischeTifchgefellschaftLandstrotze. Heute, 'l,6 abend», im Cafö Ilion, Volkslieder »ur Laute: Fräulein Su^e Etlinger; Schriftsteller S. Hubert Vorlesung ou» Schnlem Aleicheni» Werken. — Jüdischer Verein Nordost, 2. Be»., Taborstrahe 21». Heute, vräzise 8 Uhr abend», im eigenen VereinSlokale »weiter Vortrag: Vrofeffor Artur Freud über DaS Judentum als Kulturfaktor. Gäste willkommen! — ZionistischeFrauen» organisation. Heute, 6 tthr abend», im Lolale. 2. Bez., Taborstraße 26 », Sitzung. - Beth-Waad laiwrim. Heute, V,8 Udr abends, im Bürgercaft. 2. Be».. Praterstrabe 11» Dottraq Pros. Samuel ft r au ß: Antike Svuagogen indes Ländern de» Osten». - Verein TikwatbJehuda, 8. Be».. Bennovlatz 1. Heute, vräzill 8 Uhr abend», Vortrag: Proseffor Dr. Otto Aron: Die jüdischen Salon» in Berlin zu Anfang de» XIX. Jahrhunderts. Heinrich Resin von der Hölle, vortragskünstler j Toni Reifer, Humorist. Anschließend Tan^ — ZeireMisrochi. Wien. Samstag, 7 Uhr abend», Vortrag Dr. Ben-Israel iPalästina» über Palästina als Zemralidee de» Judentum». Anschließend Teeabend. Gäste willkommen. Sonntag den '.'6. d. Ausflug nach Preßburg (Besichtigung der jüdischen Sehenswürdigkeiten) sodann Chamlscha-Assar-Feier de» Preßburger Zeire-MiSrachi-Vereine». Teilnehmer wollen sich täglich »wischen 7 und 8 Uhr obend» im Bureau, 2. Bez., Pratersttaße, bei Herrn Jul. P i n k a» oder H. Engelmann melde«. — Iugendverein Ahawath Zivn, 2. Be»., Glockengasse 36. Heute, '/,8 Uhr abend», Vortrag Dr. W. Stein: Da» Werden de» jüdischen Volkes. O e st e r r e i ch i s ch e S Museum, 1. Bez, Vollzeile 45. Morgen Donnerstag, 7 Uhr abend». Dortrag de» UniversitätSvrofeffor» Dr. Heinrich Glück: „Tie indischen Miniaturen im Oesterreichischen Mv'eum und in Cchönbmnn/ Karte« beim Pottier, 1. Bez., Stubenring 5, und abends an der ftaffa. Bühne und Kunst. Derer' »Re Nacht auf dem alten Marti" (Bevorstehende Aufführung ln Moskau ) Die Moskauer jüdischen Kamnterspiele bereiten eine intereffante Premier« vor. Eines der bedeutendst'« und eigen* arüMen Bühnenwerke des ostjüdischen Dichters I. L. Perez. „Die Nacht auf dem alten Markt", wird auf bi:f t jüdischen Bühn« in Szene stehen. DaS chasiidische Traumspiel ist für den Regiffeur eine harr« Ruß nnd wohl deshalb unseres Wissens niemals über di« Breiter gegangen. Bekattnllich hat der cd!« Hugo Zuckermann, dcx ein Opfer des Welrkriestks wurde, dieses dramatische Gedicht in deutscher Sprache nachgeschaffrn, und Perez selbst hat diese Nachdichtung alS mustergültig bezeichnet. (ES wäre eine dankbare Ausgabe, e-rnes Reinhardt würdig, die Zuckermaunsche Bearbeitung herauszubringen.) In Moskau wird daran gedacht, dies« mystische Legende, die ans dem Ma'.ktplatz eines Iudenstädrchen spielt, spä'« hi» ans einer Freilufrbühne aufzusühren. Der jüd sche Musiker Kro« hat für daS Traumspiel die Beolei'musik geschaffen und der jüdische Maler Volk die Dekorationen und Kostüm« entworfen. Philhamoaische» Konzert. ES galt drr Borseier des 60. Geburtstages Richard Strauß', welcher in die philharmonische Ferienzeit Mt und darum schon jetzt mit einer festlichen Anfführung von Strauß' F-Moll-Symphonie, Op. 12, begangen wurde. Heute ist man darüber überrascht, daß der klassische Meister der unklassischen symphonischen Dichtung auch einmal Symphonien komponiert hat. Und doch war dieses Jugendwerk eines Zwanzigjährigen schon seine zweite Syniphouie» sie ist formal, thematisch und instrumental ganz meisterhaft gearbeitet und erinnert den oberflächlichen Hörer mehr ün Schumann und Mendelssohn als an l r.hard Strauß. Der gestrenge Johannes Brahms beurteilte sie wohlwollend mit den Worten: „Ganz hül s^ ' ■ Monn", und bald vermochte sich der junge Mann n-.d sei -.n oa:-.: