Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-01-09 · Heft 1760 (9.1.1924) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1760 (9.1.1924)
Date
1924-01-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980843--17367-3004364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

VM-N MttWvH Tntente festzu stellen und sich darüber schlüssig zu werden, ob dieses Staat SbündniS in der bisherigen Form anfrechterhalten werden kann. Die kleine Entente wird auch ihr Verhältnis y« Italien einer Revision unterziehen müssen, schon im Hinblick auf Jugoslawien, da Italien mit wachendem Mißtrauen die Vergrößerung des französischen Einflusses auf dem Balkan verfolgt. Eine Politik d e r m i t t l e r e n Linie» so wird in diplomatischen Kreisen der kleinen Entente versichert, fei gegenüber den Großmächten für die kleine Entente nicht durchführbar und sie könne sich auch an den großen Fragen nicht desinteressiert erklären. Dr. Benesch wird den franzosisch-tsckecho-slowaki« schen Vertrag der Konferenz zur Begutachtung vorlegen. Man erwartet, daß Iugosiawicn sich an die Seite der T'checho-Slowakci stellen und mit Frankreich e'nen ähnlichen Bündnisvertrag schließen wird. Für den Fall, daß Rumänien den Vertrag mit Frankreich nicht bMgt und aus der kleinen Entente stills-bwei^end austret-n sollte, würde der Eintritt Griechenlands in den Bnnd m Erwägung gezogen ivcrden. Festliche Stimmnnz ka Vrlgrird. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Dekarad. 8. Jänner. Der Umstand, daß heute der dritte Taa des iugollawischen Weibnachtsfestes ist und d'" Ertrarmna Ankunft der Außenminister der kloinen Entente gibt Belarad ein fcfttirtVcS Gevräiie. SVm M'nisterium bcö Aeußern neben die Vlakmacker der Gäste, d'e zuaeteilten Beamten und die zahlreich erschienenen Zeitiinaskorrelvoridenten ein. und aus. Amerikanische. enali'cke. franrosiscke und italienisch« Ieurnalisten sind bereits aestern hier einaetroffen. ebenso die Vertreter drr ö'terreicki'chm. tlckeck'scken und deutschen Vreffe. Auch die ständigen Belarader Vertreter der fremden Zeitungen sind vollzäblia ans ihrem Platze, alles äußere Zeichen» welche außenvolitische Bcdeutuna dieser Belarader Konferenz von der Oeffentlichkeit beixmessen wird. Obgleich nicht aeleuamt werden kann, daß bei dieser Gelegenheit stör wichtige politisch« Fragen besprochen tverden sollen, so dürfte die Konferenz sedock nickt wenia Ueberraschunaen bringen, wie man überall zu erwarten scheint. Zweifelsohne wird der politische Bericht des tschechischen Ministers des Aeußern Dr. Benesch für feine Kollegen von der kleinen Entente das interesianteste Thema sein, kommt ia Dr. Bene'ch soeben mit dem Text des neuen französisch-tschechischen Abkommens in die Verbündete Hauptstadt und wird sich bekanntlich von bier sofort nachLondon begeben. Daß man diesen Umstand in der ganzen Presse lebbast. kommentiert, ist weiter nicht Wunder zu nehmen. Die Oeffentlichkeit wird i'edoch sich einae Tage, wo^cks'.nlick bis zum. letzten Tage, der Konferenz, in Geduld fallen müssen, bis sie näheres über die Details der Konferenz erfährt. An Communiques wird es nicht fehlen, wie es bei solchen Gelegenheiten üblich ist. Es wird di« Frage der ungarischen Anleihe aufgerollt werden wie auch über die Beziehungen zu Sowietrußland und die Revarationssraa« gesprochen wird wie über jenes volle Maß der wirtschaftlichen Aufgaben, die zu erledigen sein werden. Es wäre iedrck verfehlt, am Vorabend der Konferenz der kleinen Entente mehr zu sagen, während die Minister des Aeußern noch im Eisenbahnwagen sind. Die Ankunft Tr. Benesch' mit Gemahlin wird für rrwrgen früh um 8 Uhr, die des Ministers Du ca für 9 Uhr an^kündigt. Ta man wegen der großen Sckneefälle mit ZuaLveri'pätunaen rechnet, ist für den Vormittag des ersten Tages kein Programm festgesetzt. Mittags sind die Minister (Häste des Ministers des Aeußern N i nc i c. nachmittags. 4 Uhr. wird die Konferenz eröffnet. Abends 10 Uhr ist Hofball zu Ehren des Geburtstages der Königin Maria. Neuer MSgans de; Franke«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 8. Jänner. Der französische Franke« ist nach der zeftrige» Knrsbeffernng wieder stark gefalle«. DeS Pfnnd wurde heute früh mit 87.35 und der Dollar mit 20.35 notiert. Die öffentliche Meinung wird durch diese Entwicklung immer unruhiger. Finan,minister de Lasteyrie unterrichtete heute dr» Ministerrat von den Maßnahme», die er zur Bekämpfung der Valutaspekulation getroffen habe. Rach Schluß der Zitzmrg gab der Minister eine Erklörung ab, tu der er feststem, daß der Pessimismus, dessen Folge der Frankensturz gewese« lei. weder innere, ncch Süßere Berechtigung hat. Dt« wahre Ursache de« Frankensturzes sei die Tatsache, daß sich große Frankeubetrage i» ausländischen Hände» befinden, so z. B. habe der Rückgang de- Cterlin^uffeS zu großen Dollarkaufe» Anlaß gegeben, zu welchem Zwecke Franke« verkauft worden seien. Außerdem hatte« die Deutsche« gegen den Franken operiert, in der Hoffnung. Potncare dadurch zu« Ausgeben der Ruhraktion z« bewegen. So sei z. B. am 6. Rodrmber ln Frankfurt eine Versammlung von Vertretern der Banken des besetzten Gebietes zusammengetreten» wöbet die Parole anSgegeben worden fei. mit allen Mitteln den Frankenstnrz herbeizuführe«. Es seien Zirkulare beschlagnahmt worden» t« denen geraten wird, die französischen Renteupaptere zu verkaufen und an deren Stelle tnternotioualr Verte zu kaufen. Gegen diese Manöver werde die Regteruug Vorgehen. Auch bet der Festsetzung des MtttellurseS an der Börse bestünde« Nebel« stände, die abgestellt werde« müsse«. Die Regknmg werde ferner Maßnahmen gegen verdächtige ausländisch« Elemente w Französische Kammer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) , Paris, 8. Jänner. Heute wurden die Kammer und der Senat wieder eröffnet. Die Sitzung des Senats wurde vom Alterspräsidenten Gustave Demis mit einer Ansprache eröffnet, in der er unter anderem ouSführte, daß sich Frankreich schweren Problemen gegenüber befände, nämlich den hohen Steuern, der Teuerung, der Währungskrise und dem Versagen Deutschlands, dessen unbezahlte Schulden fast unerträglich auf den französischen Finanzen lasteten. Dagegen kenne Frankreich die Arbeitslosigkeit nicht. Im Auslande sei die politische Atmosphäre nicht wolkenfrei. In England haben die jüngsten Wahlen eine trübe Lage geschaffen, die eine Prophezeiung der künftigen Haltung der englischen Negierung unmöglich mache, doch gebe die traditionelle Starrheit der englischen Politik der Hoffnung Berechtigung, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ändern keine Veränderung erfahren würden. Am Schluffe seiner Rede verwies der Alterspräsident auf die Rolle des Völkerbundes, dessen Aufgabe es sei, den Weltfrieden herbeizuführen. Es sei wohl möglich, daß cs dem Völkerbunde eines Tages gelingen werde, auch daS unglückliche Rußland aus dem Abgrund zu ziehen. Ae Vorbereitungen der Parlamentstaguug. Um die parlamentarische Maschine wieder in Gang zu bringen, hat Bundeskanzler Dr. Seipel vorgestern abends zunächst mir den Führern der sozialdemokratischen Opposition im Nationalrat, Bürgermeister Seitz, Vizepräsident Eide r s ch und Akg. Dr. Da nn e b e r g, die Besprechungen über das ArbeitZprogramm und die Arbeitsmethode des heute beginnenden neuen Sessionsabschnittes des Nationalrates ausgenommen. Die Negierung hat sich die Situation ein wenig erl-sichle«, indem der Fman Minister wm VAkerHuMammissär Dr. Z i m m e r m o n die Genehmigung einholte, die Mehrfordevungen für die erhöhten BeEeNbezü-ge eini'iiweAen aus dm Dovaus'/chiirmg^i aus die Einst>mm>:risteu?r zu decken. Aus diese Weife gewinn' d'? Regierung Ze't für die BchAiMng der Ab^aihen'te'lDmdZL'mivelle deren Er-traa den Mehvauistvcmd für die Beamten decken soll. In drr heuit^n NatLonalrcrrssitzung will man rvomÄFKL die erste Lösung der Abgo'benteilun-Zs-n-ovelle beenden und dann eine kurze Berar.un-.'spcvuse ein-rreten kassrn, die nur durch eine Sitzung deS Hawpt-- ouSschusseS am Donnerstag und eine kurz< Sitzung des Naciionalrates am Freitag unterbrochen wenden soll. Der Hauptausschuß. dem jetzt die Funvlionen deS m'SwLntigrn Ausschusses zugetei.lt wovdrn sind, wird Gelegenheit haben, em cmßnffzolitffcheS Expose der Regierung über alle ak!«uellen Fragen der auswär'ügen Pol'i.'Ä en-tgegen-'Mchmen. J-n der Dobatt« westdm u. a. die Dn'wicküunz der Dinge in Deutschband, das Verhältnis Oesterreichs zu den Nachbarstaaten, insbesondere zu Italien und zur Tschecho-Skowake', der tschechtsch-französrsche Vertrag und di? Zustä-nd? in Dew.ßchsüldffvol bespwchrn werden Die Frei^agSfitzung deS Nationalrates ist drr Erledigung kleinerer Vorlagen und deS Wiener Stadtbahngesetzes gcwiLmet. Die sozialdemokratischen Obstruk-llonSdrohungen werden von der Mehrheit nicht besorders tragiisgrnmnmen. W>M ist die TLgesJrdinwng deS HcmseS durch füni erste Lesungen verlegt, man fr# aber doch, sich mir der Lippo-sirion in ein ertrLKicheS DerhA-tuis setzen zu Knuen, so daß die beginnende ParlamrmSiagnnig mit fnochibringenlder. gssetzgeberiischer Arbeit — die Rogiemng denkt an die Erledigung der BerwoltungSreform und an die Gvsetzwcrdung einiger mit dom Wiederaufbau und der Sanierung -'«sammenhänAeEer Vorlagen — auSgef-üllt werd.'n kann. Vor der heurigen Haussitzung wird die Obmönnerkorrferonz die letzten Enffchaidungrn über die ArbeitSointeAmg treffen. Es ist geplant, in der nächsten Woche keine HauSsitzungen a«bzuhalren, u-m den Ausschüssen Zeit zur Aufarbeitung der ihnen S'M^iosrnen RegierungSvorlog.'n zu geben. Gestern rag'« die chrisKichsozral« Beroin'gung, am houtigen Vormittag werden noch der groß» douffche uüd der sozialdemokratffche Kluib zusammentreten. Berrögeruug ia drr Aurgabe de« Hartgeldes. Auf die neuen Bronze, und Nickelmünzrn, die bekanntlich in Stücken zu 100, 2f>0, 1000 und 2000 Kronen in Umlauf gesetzt werden sollen, wird die Bevölkerung noch geraum« Zeit warten muffen. Beide Münzgaltungen will die Regierung, wie man jetzt erfährt, erst im Sommer d. I. in Verkehr setzen. Noch länger wird es dauern, bevor man de neuen Silbermünze n. den halben Schilling zu 5000, den Schilling zu 10.000 und d:n Doppelschilling zu 20.000 Kronen, zu Gesicht bekommen wird. Es wird wahrscheinlich Herbst werden, bis das Silbergeld in Umlauf gelangt. Em Termin für die Ausgabe der Schillinge ist in >dem vom Nationalvat beschlos'cnen Gesetz nicht bestimmt worden. Die Taffache aber, daß der Finanzminister sie erst im Herbst herauSgebrn will, zeigt, wie daS der Regierung nahestehrr.-d« Wiener Hakenkreuzlerorgan ausführt» daß sich di« Regierung von der f i n a n z 1 e ch n ischen Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme drch n'cht ganz überzeugt fühlt. Der Finanzminister wolle zunächst die Ergebnisie des heurigen entscheidenden Sanieru.ngSjah-e§ noch abwarten, ehe er die für den Staat mit großen Kosten verbundenen Silbermünzen in Verkehr setzt. Wenn die Regierung auch nur 60.000 Kronen, also sechs Schillinge pro Kopf unserer Bevölkerung auSpräg:» will, so muß si« doch das hierzu «ötipe Silber um teures Geld in London einkaufen und muß tz'bei gewärffg sein,,daß dieses ganze Silbergeld in überraschend kurzer Zeit aus dem Verkehr verschwunden sein wird, denn bei allem Zutrauen, das das Ausland vielleicht in unser« Sanierung setzt, werdm ihm . metalliverffge Silberschillinge als ZahlungSmitie! willkom^ « mener Hein als die Lfberrelchischen Papierkrouen. Jedenfalls _8. «flnm 1921 _ Nr. IM lind all« dies« imb noch mehr andere Gründe dafür maßgebend^ daß wir vor dem Herbst 1924 kein « Silberschillinge zu sehe« bekommen, und auch dann noch wird es sehr von den Berhaltnissrn abhängen, ob sich di« die Regierung zurAusgabd dieses Geldes tatsächlich entschließt. Ural gegen Seidel. Im Tiroler Landtag beantwortete gestern der LandeSa Hauptmann eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Pembanp und Genossen, die diese, betreffend die Erklärung des Bunde SkanzlerS über die Stellungnahme des Tirol«t Landtages zur Italianisierung der Südtiroler deutschen Volksschulen gestellt hatten. Der Inhalt dieser Anfrage war, ob in dieser Angelegenheit die Bundesregierung oder der Bundeskanzler mit dem Landeshauptmann in Fühlung getreten sind, und was dieser zu unternehmen gedenke, um die autonomen Rechte deS Landes zu wahren und derartige Aeutzerungen, die nach außen den Eindruck von Zurechtweisungen erwecken, für di« Zukunft hintanzuhalten. Der Landeshauptmann erklärte, daß eine Fühlungnahme der Bundesregierung oder des BundeskanztrrS mit chm über die erwähnte Aeußerung nicht stattgefnnden habe. Er habe umgehend dem Bundeskanzler vom genauen Wortlaut der Atlsiag« Kenntnis gegeben, und er ließ ihn des weiteren auch wissen, e S könne u n m ög l i ch v'»m T i v o l c r S c n b t .i;i ald gesetzlicher Vertretung deS Tirole.' Volkes verlangt werden, daß er sich in Angelegenheiten, die für jeden Tiroler von größter Wichtigkeit und Bedeutung seien und sein vaterländische- und völkisches Empfinden und Fühlen bis in den Kern berührten, jeder Meinungsäußerung enthalte, wie '.nan cnch nicht erwarten dürfe, daß der Tiroler Lanotag in solchen Belangen eine Zensur erträglich fände. Ja« Aufwertungsgesetz. Die in der »letzten Zeit mehrfach kolportierte Nachricht, daß das Auswertungsgesetz verschleppt werde, eutsprtcht, wie wir von gut informierter Seite erfahren, nicht den Tatsachen. Das Aufwertungsgcsetz wird von der Regierung sofort nach seine» Fertigstellung im Nationalrat eingebracht werden. Reise Seipel« «ach Bukarest. Bu>ndeÄta>n>zl-er Dr. Serpel w'vd Mtbe Februab. seine Projektierte Reis« nach Bukarest a-ntreten, um mit. d:n dortigen kompetenten PevsoEchikeiten di« Wirtschaft«' lichrn Bevhanvliungen Aw'ffchsn Oesterreich urnd Rnmälr en öinzrÜLi'tLtt. La«esbericht. Ser Boraufchlaa der Wkeuer jü-ifche» Gemeinde. Zur heutiizen B rdaetberatang. Wie angekündigt. findet heute eine Sitzuirg des Boo standes der Wiener jüdischen Kultusgemeinde statt. Zur Beratung gelangt der Voranschlag für dar Jahr 1924. lieber das Budget erfahren wir: Der veranschlagte Betrag für Einnahmen und Ausgaben betrug im Jahr« 1928 15 Milliarden. Tatsächlich auSgtzgcten wurden in elf Monaten mehr als 22 Milliarden. Der Voranschlag für daS Jahr 1924 sieht für Einnahmen und Ausgaben den Betrag von 28 Milliarden vor. Aus der dem Verstände vorliegenden lieber sicht seien di« folgenden interessanten Ziffern hervorgeheben: Einnahmen AuSgaLev in Milliarden *) Kultus und rituelle Anftekeqenbelten . . . 2°4 2 S L) Schul-, Unterrichtsu. Bibltothekangelegenbeiten... 048 18 r) Friebof- und BeerdigungSwesen ..... 7'13 3 6) ^ürloraewesin...3 8 e) Matrikelwesen.. 012 0 22 f) KultnSsteuer ... 1063 — f) Gemeindeverwaltung (Gebäude).015 4 b dl Außerordentliches.. . . 1 5 4 78 i) FriedhoferweiterungSfondS.2 6 3 Zur Bedeckungsfrage sei erwähnt, daß dis Post f) (Kultuesteu«r) im Jahre 1923 gegenüber dem Prä« liminrerten Betrag von 6 Milliarden tatsächlich nahezu 8 Milliarden e'mbmchte und daß für 1924 mit drm Eingang der im Boransch^aige angenommenen Summe von 10,6 Milliarden aus diefem Titel infolge größerer Rück stände sicher gerechnet wird. Dies ist jedenfalls ein höchst erfreuliches Zeichen, daß die seit Jahren von schwersten finanziellen Krisen heimqesuch!« Wiener jüdische Gemeinde heute bis zu einem gewissen Grade als saniert gelten kann. Im Jahre 1924 dürften die A-usaaden gegenüber dem Voranschläge eine Erhöhung um 20 Pri-zent ausweisen, aber einer v-rsichtigen Budgetierung wird es gelingen, auch dieses Mehr zu decken. Um die Sanierung zu beenden und zu sichern, wird e§ notwendig sein, die durch natürliche oder andere Gründe in der Beamtenschaft entstandenen Lücken durch hochqualrfifferten Ersatz auszufüllen. Man wird aber auch darauf achten müffen. durch den Abbau aller nur irgendwie entbehrlichen Angestellten, vor allem in den Fürsorgeanstalten, ein« Entspannung hcrbeizuführen. * Die öffentliche Beratung des Voranschlages 1924 findet heute (Mittwoch), 7 Uhr abends, im Sitzungssaal der Wiener Kultusgemeinde, 1. Bcz., Seitenstettengasi« 4, 2. Stock, statt. ch Klubsihung. Die zionistischen KultuSräte wollen heute, halb 7 Uhr abends, zu einer äußerst dringende» Klubsttzurgz im Präsidium der Kultusgemeinde vollzählig und pünktlich erscheinen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.