Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1759 (8.1.1924)
- Date
- 1924-01-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9h. ro» Wien, Dienstag Wiener M^r<»en-eitunK. * Da- Neueste ist ... Das Neueste ist nämlich das Nationalheiligturn. Mit dem Worte ist keineswegs der Calafati gemeint, auch die Zwetschkenknödel und der gezogene oder ungezogene Apfelstrudel stnd nicht darunter zu verstehen, ebenso wenig wie jene hehren Stätten, au denen man allabendlich unter den Klängen von kaltem Aufschnitt und butterweicher Musik sein letztes oder doch vorletztes Kraul dem Dionyseö von PötzleinSdorf oder Grinzing opfert. Nein, um diese heiligsten Götter deS Wiener Besitzes handelt eS sich nicht. DaS National- Heiligtum Oesterreichs bilden vielmehr die beiden Staatstheater, und man muß zugeben, daß dar Wort ungemein glücklich gewählt ist. Ein Heiligtum ist immer eine Stätte, die der gewöhnliche Sterbliche nicht betreten darf, und tatsächlich hat ja die überwältigende Mehrheit der Wiener Bevölkerung sett Jahren das Tabu der StaatSoper und des BurgtheaterS geradezu angstvoll respektiert. Der Mittelstand hat sich an den Gedanken gewöhnt, daß „FigaroS Hochzeit" direkt für den Herrn Schieberles geschrieben ist und „Wilhelm Tell" als Drama der rumänischen Finanzwelt gelten darf. So wird auch die große Modenschau mit Musik, Theatre pare genannt, als durchaus stilgerecht gefunden und vom Wohlwollen der Bevölkerung getragen, die mit gerührtem Lächeln der Förderung von Handel, Gewerbe, Industrie, Ackerbau und Viehzucht durch die Kunst — die allseits verheißen wird — zusieht. Daß alles da§ chm Heiligtum gepflegt wird, erfreut das Herz deS Bürgers» und wüßte man auch noch, warum das Ding Nationalheiligtum genannt wird — na, dann wäre ja gar nichts mehr dagegen einzuwenden, daß man eS von dem zahlungskräftigsten „Fremdstammigen" bezahlen läßt. Kater Murr. * Der Mann mit dem Schiapnellzünder. Am 6. d. abends sah die Leiterin der Ankerbrotftliale in der Länqenfeldgaffe, Luise Hagen, vor Geschäftsschluß einen unheimlich auNehenden jungen Burschen vor dem Geschäftslokal herumstreichen. Sie sperrte dann daS Geschäft, hielt die Aktentasche, rn der sich die Tageslosung von 8,5 Millionen Kronen befand, in der Hand und machte sich auf dem Heimweg. Der Bursche folgte ihr unausgesetzt in einer Entfernung von drei bis vier Schritten. Fräulein Hagen war überzeugt, daß er es auf ihre Aktentasche abgesehen habe. Schließlich trat sie aus dem Sparkasiäplatz zu einem Wachmann, und ersuchte ihn um Anhaltung des Verfolgers. Der Mann wurde zur Ausweisleistung verhalten. Er legitimierte sich als der Wehrmann Leopold Kremser. Bei seiner Bisitierung fand man in der äußeren rechten Winterrocktasche einen Schrapnellzünder und eine Revolverpatrone. Er stellte in Abrede, der Filialleiterin aufgelauert und beabsichtigt zu haben, sie zu berauben. Bei ihm wurde kein Heller gefunden Bezüglich deS Schrapnellzünders erzählte er, daß fein Vater denselben vom Felde heimaebracht habe, daß er selbst ihn schon vor längerer Zeit in die Kaserne, wo er eine kleine Sammlung von Kriegsgedenken besitze, mitgenommen habe und ihn jetzt verkaufen wollte. Bei seiner neuerlichen Einvernahme am 6. d. gestand der Verhaftete, daß der Name Leopold Kremser falsch sei, und daß er der Ajäbr'ige gewesene Wehrmann Franz Witte? sei. Wittek, der stellen- und mittellos ist, wurde, da der Verdacht des versuchten Raubes naheliegt, gestern oem Landesgerichte eingettefert. * Abgeordnete, bic ihre Zeche nicht zahle« wollen. Aus Berlin wird berichtet: In der vorletzten Nacht wurden zwei Polizeibeamte in eine Konditorei gerufen, weil zwei Gäste sich weigerten, ihre Zeche m der Höhe von W Goldmark (ZOOM) K.) zu bezamen. Als die Polizeibeamten die beiden zur Wache bringen wollten, leisteten sie heftigen Widerstand und beschimpften btc Beamten auf daS gröbllchste. Schließlich mußten sie doch den Weg zur Wache antreten, wo festgestellt wurde, daß cs sich um zwei Reichstagsabgeordnete handelte, den Abgeordneten Malzahn und Neu mann, beide Mitglieder der kommunistischen Partei. * Eine neue jüdische Zeitschrift in Belgrad. Milte Dezember erschien die erste Nummer des Halbmonatblattes „Ievrej § ki GlaSnik" in serbischer Sprache. Die Redaktion hat Ing: David Asriel übernommen. * Ein dänisches Zeitungsjubiläum. DaS in Kopen-- .Hagen erscheinende Arbeiterblatt .Ierlingske Tidende" begeht die Feier seines hundertfünfundsiebzig» fahrigen Bestandes. DaS Blatt wurde am 8. Jänner 1749 gegründet und erschien damals zweimal die Woche unter dem Namen „Danske Post Tidende". Kleine Chronik. * Die Hundertjahrfeier der jüdischen Presse. Der Verein Mischer Schriftsteller und JmirnaiUten in Warschau erläßt «men Ausruf an die Mische Presse der ganzen WM, in wachem dc-ronif hirvg«wiese,i wiivd, daß vor bumdevt Jahren, nn Dezember 1823. in Warschau, die erste Mische Zeitung ertfchvenen ist. (Wir haben, unseren Lesern im Dezember einen Abriß der hundeMährvgen GeWHt« der jüdiis^en Presse geaeben. — Anmerkung der Redaktion.) Die Machen Journalisten und all« Mischen Kulturorganisat ionen werden (mtiiwfotlbeti, dm Beginn des zweiten Jahrhunderts in der Geschichte der jüdischen Presse durch eine Feier zu 'beachen. di« sich zu «mer .Kundaelnrim für dir jüdische .Kultur gestatten soll. In den näcktst'n Monaden wiid ein Jüdisches Presse«l>bum herausae^ckben werden, in wM«m die jüdische»! Schriftsteller n>nd Presieder« trsber in der ganzen Wellt durch Photographien und FaPmiles vertreten fein werden. * Papierfilme. In England wurde, Mörternwld-nngen zujvtlge, kürzlich eine Erfindung in der Praxis erprobt, durch die es mögllch D. Papierfilme zu projizieren. Di« neuen Papierfllme sollen gegenüber den gewöhns.ich'n Zelluloidstrckistn mannigfache Vorteile <mf.weisen. Sie sind präpariert, vor allen Dingen unempfindlich gegen Feuer, brechen und -schmelzen «nicht und sind ungleich länger als solche a>'.ts Zelluloid verwendbar; dabei sind sie billiger in der Herstellung umd können durch die Post ails Drucksache versandt werdm. Der Bor. Dhrungsappamt selbst ist solide, billig und in der Hcmdhabnua so einfach, daß auch der Lai« damit operieren kann. Da jedes offene Licht ausgeschlossen ist und di« FKm« sellbst unverbrenndar sind, eignet sich der Apparat ausgezeichnet insbesondere für Hons- und Schutßtvecke. Daneben kann er au>ch vorzügliche Dienste als Riesenmikroskop leisten, da er die Ge>g:nstände mit m,v>vut«s«r Gena>uvgkeit und in Naturfarben wiide^öbt. * Infektiöse Milch. Schon vor Jahren machten deutsche Forscher ans -den Zusammenhang auiftn-ervsam, der sich zwischert Infektion,von Milchkühen und Fehlgeburten von Frauen, die infektiöse Milch tranken, bemerkbar machte. Du-rch Äpidem-isch <rustretend« Fehlgeburten in der Steiermark au«f-> mettsam.geworden, nahmen tzak!«rio!logisch-hhg>isni!sckn: Institut« erneut die Forschung auf und stellten fest, daß gloichzeckig mit den Fehlgeburten ein epidemisch auftretendes Bcrwerstu bei d'n Kühen komtatierbar war. Spesia-lbeo-bachl^iNLssälle ergaben das MtMngen m dem Publttum. Tüobefftjaus (froste OJ'knston in d*n nevesten ^Porise* fMorie^h borstr. 1 ‘Wien, II. %aborstr. 1 Unserem lieben Schwesterchen Fraulein Helen« Stempler zu ihrer Verlobung mit Herrn Sa Wechsler gratulieren wir aufs herzlichste, viel Glück wBnschend Familie P. Stemplet*, Wien ve2 „Wienea“ 733 H . OBERE nONAi’STRASSH 91 €»>össtei streng; 'ny>Fe«taurant unter A"f«-cht rt»s E^rw Rahh-nats der >'ch:ff«chul rbelftsmintel Soh'osseeanzGge, ttind acken9 eto. MV «ien,VII.Burpga8 e I.T#1.3I«0»25 Stadtniederlaee: I., Schottenring 19 Tel. 13-2-3I sm Sensationelles unerreichtes Angebot la Satin de Chine in allen Farben, beste Kleiderseide. 85 cm . . . . Bf 76.000 CrOoe de Chine in allen Farben. 100 etn K 98.000 la Pongls in allen Farben, für Wäsche, Lampenschirme etc., 93 cm.K 62.000 Seidenreste spottbillig! Seidenbaus Ri'kiri Leitner Wien IV.. Margaretenstrasse 10 5008 überraschende Resultat, daß der in Frage kommende B a n a° sche Bazillus vom Sner auf dm Kuh üibertvagm wird, bej dieser Fehlgeburt auslöst und nun durch die MAch — diese Erscheinung war bisher nnbskaunt! — ans Frauen über-> tragen ivird und hier ebenfalls Fehlgeburten zur Folge hat. Es gehört zu den Seltenheiten in der Medizin, daß KaimÜbertragungen beim Menschen dieselben Kraukheitserschsinungen wie beim Tier verursachen. * Der Dogenpalast in Venedig. Der Doyenipailast von Venedig samt den anliegenden Gefängnissen wird nach Dckschlutz des Mmistervatzes vmn ttcrliHnischen Staat der Stadtaemeinde von Venedig abgetreten. Diese hatte >em be-ü-gl'i'beS Gesuch über das laugiährige Beströben der venazian^chen Büxgevsckwft vom historischen uud patriotischen Gösichtspunikt 'begründet. M»sio!l'm stimmte p.t und der Min-ist'rvai will-mte einstimmig «in. Gleichzeitig wird die Gemeinde Murano mit Beneidig vereinigt. (Srachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Be;.. Reindorfgasse 42. Gute, moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abendS. * Sensationelles, unerreichtes Angebot im SeidenhauS Richard Leitner, 4. Bez., Margaretenstraße 10. 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Ausgabe der Schekel- und Parteisteuerblocks. — Zionistische Sektion 6-8. Heute Dienstag. 8 Uhr abends, im Sektionsheim. 8. Bez., Bennovlatz 1. Bortrag Dr. Max Meißner: „Die Sprache der Augen, Anschließend musikalisch-deklamatorische Darbietungen. Mhne und MO. Apolkatheater. Leo Falls Operette „D e r s ü ß e K a v a N e r" wurde unter persönlicher Leitung des Komponisten und in dev Prcmievenbesetzung zum 25. Male anf-gesührt. Mahrsche-inlich. weil dieise Operette weit geschmackvoller und amüsanter ist, als zahlreiche andere marktgä-rügi-ge Produkte der Wiener Operetteni'ndustrie ließ man es bei etwas schlichtent Lorbeer bewenden und -die Bühne verwandelt« sich nicht in jenen Bl-mneu>hain samt Uebcrreichung von zahsreichsn Geschenken, wie cs sonst bei Jubiläumsauffnhrunflen von Operetten üblich ist. Uebri-genS ist diese Aufführung -gan^ ausgezeichnet. Ler diente SchauMeler und favwse Tänzer _ 8. Jänner 1924 Gelte 6 'Harald Pauls« n ist ein« Klaffe für sich. Charlotte SM* dow. die unvergleichliche Parodistin, und Oskar Szabo. ein Komiker von Rang, sorgen für Amüstment. Emmh Sturm als süßer Kavalier ist reizend uud di« übrigen Hauptdarsteller stnd sehr angenehm. Es gab starken Beifall. Mnrle 8asza! Mer AchemlchowE. Aus Budapest wird UNS berichtet: Die gefeierte Tragödien des Nationaltheaters Marie I a s z a i las dieser Tage im Rabme.« eines vom Redakteur des „Mult es JövS" Josts Pa iah veranstalteten Tschernichowski-Abend Gedichte dieses großen jüdischen Poeten in ungarischer Uebevsetzung. Ueber den Eindruck, den die hebräische Poesie und ganz besonders Tschnnichowstt aus die maghavischL Künstlerin geübt haben, äußerte sie sich unter anderem wie folgt: „Die. hebräische Poesie kenne ich natürlich nur aus den Uebersetzungen. Sie gehören schon längst zu meiner Äieblingslektüre. Die hebräische Antolrgre VM Patah wirkte auf mich wie ein EAebnis, durch welches sich mir eine bis heute für diÄe gebildete Menschen verborgen gebliebene reiche Poesie offenbarte. Auch bei der Lektüre der hebräischen Dichter des Mittelalters stieß ich verwundert da und dort aus einen Dichter, in dem ich den Vorgänger erm.s Heine oder eines P e t ö f i gefunden zu haben glaube. Ich denke an die Dichter der stets wiederkehvendeu allgemeinen menschlichen Probleme, an Halevy, Manuels, diese auch noch nach unseren Begriffen modernen Dichter, vor denen die Zeitsern« zusammenschrumpft und in deren Dichtkunst di« Patina vergangener Jahrhunderte, durch neue Farben bereichert, den kommenden Genevatlonen das reiche Erbe ihrer Poesie übermittelt. Der begeisterte Hellenismus Tsch«rnichcwskls erinnert mich an ein wenig gekanntes Gedicht des Autors der „Tragödie des Menschen", Madach, ,Mc alte, und die neue Zvit". Auch TschernicbowSki tväuntt sich stnsuchtAr-oll in die Klarheit des hellenischen Himmels, in die von Lebensfreude erMt« heiße, heidnische Welt zurück wie Madach oder Byron. Ich schätze es als eine meiner schöitzsten Aufgaben. Tschernichowski dem ungarischen. PM-i- Lum zu vermitteln. Theatre pare m -er StaatSoper. Die ungchsuven Spesen, welch' der Theaterb«trie.b den Direktionen verursacht, habe« es mit sich gebracht, daß jetzt die Ausstattung des Stückes vielfach der Privatinitiative oder, deutlicher gesagt. >der Reklame überanttvortet wird. Bisher überließ man allerdings bloß die Emkleidnng der mitwirkenden Schauspielerinnen, seltner der SchaurviÄer, einzelnen Firmen. Nm den Chor kümmerte mam sich n'cht. Anläßlich des am 14. Jänner in der Staatsoper ftati* findenden Theatre pare macht man in dieser Richtung den letzten Schritt. Di« Firmen Blum, Goldmann a. Salais-ch. Gmnbgum, Hartwich-Decker. Humbal, Klein u. Krankl. Knize u. Co.,, Mayer u. Teppel. Prix, Rothberaer, Wilhetzm haben die An-' fertiguna der gesamten Kostüme Kr Solo und Cbor übernam» uren und di- BükmenauDattuug dem Fundus der Oper gratis zur Verfügung gestellt. Georg Kaiser» „Nebeneinander". Wie nur aus München -berichtet wird, hat Georg Kaisers Zettsative auf Schieber-- und Spießer.unn, b<m! her sehr flotten und gediegenen Darstellung in den Münchner Kammerspielen eine sehr freundliche und beifällige Aufnahme gefunden. (Das Werk wird bekanntlich demnächst in Wien im Raimnnd-Theater zur Aufführung gelangen.') Gerhart Hauptmann in Rußland« Gechart Hauptmanu ivird Elche Lanner in Petersburg eine Reihe Bor-- lesungen über moderne deutsche Literatur halten. Wahrend seiner Amvsfenhett wird auch „Die versunken« Glocke" in russischer Sprache zur UraufMvllng gebracht werden. Die Bereinigung rMscher Bubnenschrrftsteller wird aus Anlaß der Anwesenheit Gerhart Haupttmmns in Petersburg einen Festabend veranstalten. Ein berühmter „Li«kS"-Geiger gestorben. Der berühmte .Links"-Geiger Richard Barth, einer der bsten Schüler Joachims, ist M MaÄbidvg im Mer von 78 Jahren gestcwben. Er war seit 30 Jahren in Hamburg als Dirigent mid Lehrer foe§ KopserdatormmS tätig. BaldnngS „Judith", ein berühmtes Gemälde V'S Meisters, tttm ihm signiert und 1505 datiert, wurde vom Germanischen Museum in Nürnberg erworben. HanS Balduug-Grien war der deutsche Hauptmaler Straßburgs in der Renaisianc-Zeit. Der Künstler hat den lebenSaroßen Frauenakt in seiner plastischnachdrücklichen Weise offenbar nach dem lebenden Modell gemalt. Diese Judith mit dem Hauptdes HcklostrneS ist von. Italien nach Frankreich und Holland gewandert und kehrt setzt in die deutsche Heimat zurück. DaS Verlagsrecht der Werke OSkar Wildes. Oskar Wildes Wevke sind nach seiner Verurteikmg in England lanas Zeit nicht in englischer Sprache erschienen und erst in fünfter Zeit bgann eine der größten Verlagsfivmen Londons, Methuen et Co., mit der Herausgabe fmn-tlicher Werke Mildes. Inzwischen sind auf dem Kontinent von den verschiedensten Berlagssteller^ Wildesche Werke in englischer Sprache '^schienen. Daraus w'vde i dor Schluß Mo^en, daß die Werke Wildes nicht mvr in Eng' land frei sind, sondern übevhmrpt nirgends Antorenschutz genießen. Aus ein'm aktuellen Streit um das Verlagsrecht einer Pantomime, die Wilde einem seiner Freunde <?um Geschenke genracht hatte, stellt die obengenannte London-r Vecklagsfirma auf Grund eines inristischen Gutachtens fest, daß es eine durchaus würdige Auffassung sei, daß Oskar Wilde mfofrte seiner damaligen Verurteilung das StaatSbürgerrecht verloren habe und daß demnach^ st ft 'erke frei für jedermann wären. Im Sinne der englische:. «setze, könne davon keine Redsein und daS Autorenrecht besteht hinsichtlich der Werke Wildes genau so fort, wie wenn er niemals verurteilt worden wäre. DaS englische Autorenrecht sichert das Verlagsrecht eines Werkes i 'ner Person, die über dassdvbe zur Zeit des Inkrafttretens des englischen Gesetzes über den Autorenschutz zu verfügen hatte. Dieses Recht besitze die genannte Londoner Firma M'thuen et Co. für die Dauer von 50 Jahren vom Todesjahre Wildes, d. i. 1900 an gerechnet. Aus den Theatern. Burgtheater: Morgen. 7 Uhr, Medea". Akademietheater: Morgen, hach 8 Uhr. ^Diö Fahrt ins Blaue". VolkSoper: Heute „Rigoletto". R a i m u n g - T h e a t« r: Donnerstag ErstaufstchAmt der Vorstadlleg.'nde „Liliom" m-ii Max Pallenberg. Del Dickster Franz Molnar, der zu den Proben van der „Roten Adühle" im B'urg::hL'gjer cingelrosfen ist.- wird der Bursrellnuß bülwohnen.