Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1754 (3.1.1924)
- Date
- 1924-01-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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o,y> » . IkÜH Men, Donnerstag Wiener Morgeuzertung. T» ... 3. Jümter 1324 SM, Feine Damenstrümpfe und Herrensocken *u niedrigsten Preisen * idealstrumpf h TRATTNBRHOF 2 (Graben) 370 Zionftflscbt Bez(rk$$tktion CtopoMitadt °vcbctt Donnerstag fiir Mitglieder und eingeführte Gäste w a n alose 3 u f g tu tu e n r ü u f t e . Döltnerilas den 3. Jänner präzise 8 Uhr abends, im Wimr viirgrvcsfi» 2. Bezirk, Praterstrane 11. der Herrn Professors Artur Freud: „Li»' Lnt- «lelrlung-ss-cSttlN« «iS» Zionismus." Voranzeige! Am lO. d. M, Vortrag Pr. S. Bear zu lei^hen. 'beWihu-ngLweise an der Regierung selbst teilzun eh men. Zum Borsitzrn>k>2tt des Pavteivorstandes wurde Mgeordneter Daszynsk', zu dessen Stellvertretern die Mgeovdneten, Diamant und Zulawskr gewählt. Kim außerordentliche zionistische Konserenz. London, 1. Jänner'. (I- T- A.) Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation hat für den 3. Jänner eine Zusammenkunft des Präsidiums des großen Aktionskomitees sowie je eines Bertretecs der anerkannten Fraktionen der Zionistischen Organisation nach London einberufen. Auf dieser Sitzung soll die allgemeine politisch^ Lage in Verbindung mit einem möglichen Wechsel in. der englischen Regierung sowie die durch den Mcktritt Dr. Sol ow eit sch iks geschaffene innerzionistische Situation besprochen werden. Andlnft Beuiselos' itt Griechenland. Bolttabstimmurtg über die Staatsform. Paris, 2. Jänner. (Del. der „Wr. Morgenzeitung".) Dem .Jntransigeant" zufolge hat Veniselos, der morgen in Griechenland eintreffen wird, an die Athener Regierung ein Telegramm gerichtet, in dM er diese zur Vorbereitung einer Volksabstimmung über die Staatsform ansfordert. Athen, 2. Jänner. der „Wr. Morgenzeitung".) Die Tagung der Nationalversammlung hat begonnen. Minister- Präsident Gonatas Mnitstgte dem Parlament die Demission des Kabinetts an. Athen, 1. Jänner. (Hovas.) 144 Republikaner und Liberale haben in Mndersitzungen «beschlossen, in der uwrgigen Sitzung der NatsEW-ersammlung einen Antrag ans Absetzung der Dynastie zu unterbreiten: Die AbgeoMieten schloffen ferner, die BMdu-ng eines Senats zu verlangen, der feit dem Jahre 1864 in Griechenland nicht mehr bestcht. 91 liberale Abgeordnete haben jede Zusammenarbeit mit den RePuMVanvvn abgelchnt und bsabsichtigen, sich wter Veniselos neu 8** gruppieren. Stephan FrlÄtichs MeMftgeschikfte. Budapest, 2. JümMr. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Der gewesene Hauptmamr Johann Bakonyi hat gegen den gewesenen Mnristerprästdenten ALg. Stephan Friedrich und gegen die türkischEgarische Handels- Ä.-G., deren President Fkiedvich ist, die Strafanzeige wegen Betruges und Bernntveuung erstattet. In der Anzeige wird ausgeführt, daß Mkonyi als Budapester Vertreter der Nürnberger Bleistiftfabrik Kurz dem gewesenen Minrsterpmsrdeuten Friedrich 12 Kisten mit Bleistiften im Gesamtwerte. pon 3000 Dollar übergeben hat, damit sie in der Türlei verkauft werden. Die Ware wurde nach Smyvtm gebracht und dort von beit Vertretern der tüvkrsch-iüngavkschen Handels-.A.-G. im Aufträge Friedrichs um 600 türkische Pfund verpfändet. Trotz wiedecholter Urgenz ftrotffc Bakonyi bisher weder die Ware noch den Gegenwert erhalten. Die Staatsanwaltschaft 'beantragte auf Grund der Anzeige dL Saisierung 'bet Korrespondenz der Handels-A.-^G. und Ne Aufhebung der Immunität Friedrichs. Friedrich veröffentlicht eine lange Erklärung, worin er die Richtigkeit der Anzeige beistreitet. Ein Kalifat in Kasan? Nach den letzten Berichten aus Konstantiuopel und Anfle-ro ist man in offiziellen türkischen Kreisen sehr besorgt über die Zusammenkunft von König Hussein von Hedscha mit seinen beiden gekrönter! Söhnen, den Königen von Transjordanien und Irak. Was die Türkerl befürchten, ist weniger eine panarabische Föderation, sondern die llebertragung eines Kalifats auf den Herrscher! von Mekka mit all den wichtigen Attributen und die Kontrolle über die. heiligen Orte drs Islams. Der Riß in den tüMch-rnssischen Beziehungen, der sich besonders im Kaukasus bemerkbar macht, hat die ovienralische Abteilung des Moskauer Auswärtigen Amtes veranlaßt, den Plan der Errichtung eines Kalifats, in Kasan, dem intellektuclleit und propagandistischen Zentrum der russischen moslemitischen Welt, auszuarbesten. Die Palästina-Frage. Sin Dortras der gewesene» NvittonnnWrr Sir Windham Derber. Bor kttMnr rveüte der frühere Chef der palästiiMisischen Ziviwerwaltung S i r W t n dh a rn D e e d e s in Holland, wo er als Gast hervorragender, an der Spitze des ^holländischen Koren Hajessod stehender Persönlichkeiten l^egenstmch mancher Ehrungen war. In eineut zweistündigen öffem'lichen Vortrag, über welchen die großen holländischen Blätter ausführlich berichten, besprach Sir Deedes die gesamte Palästina-Frage und daS zionistische Problem, er schilderte mit großer Bsgersternng den tdeälen Charakter der zionistischen Bewegung und das „einzigartige" Werk der Chalnzim. Auch die Schwierigkeiten der arabischen Frage benrteNe Sir Deedes söhr. optimistisch. Der Redner preist sich glücklich, daß er durch drei Jahre den Zionismus i u P a Iä sti na für de r n könnte und erklärte: Die Ausgabe, der sich die britische Regierung unterzogen hat, ist einzigartig in der Geschichte. Sie soll zum Nutzen der ganzen Welt ein Land leiten, das in der Geschichte eine wichtigere Rolle gespielt hat als irgendein anderes, sMst als Griechenland, ein Land, das die Heimat war vorc zwei großen Religionen und heilig ist einer dritten, und das auch noch, durch seine geographische Loge dazu bestimmt ist, ein äußerstes Bollwerk westlicher Kultur unter den rreuem.standenen nationalen Gemeiuschaflen im Osten zu bilden. England wird ferne Aufgabe so. erfiillen, daß Palästina sich zum Mittelpunkt aller geistigen Strömungen entwickelt. Juden und Christen müssen dazu mit-arbeiien. Das Mandat — vollzogene Tatsache. Aus London wird uns berichtet: Der Jerusalemer Korrespondent der „Times" gibt in diesem. Blatte einen längeren Bericht über die Lage in Palästina, die nach feitwm Urteil allmählich'in ein ruhiges Stadium übergcht. Daß bei den en!glische»r Wahlen die Palästina-Frage kein: Rolle gespielt habe und «daß die arabische Agitation in England nichts erreicht, sondern viel eher die arabischen Bestrebum- >gen diskreditiert habe, all das beweise, daß das englische PalästinaMandat als vollzogene Tatzsache anzusehen ist, was auch die offizielle Dekamrt-gabe des neuen St-aatsrates (Advifory Council) nachdrücklich zeige. Me arabischen Gegnerschaften verlieren allnMlich ihre anscheinmde Wichtigkeit und die Araber scheu allmählich ein, daß zum Beispiel der Widerstand gegen das RutheEergsche Elektrifitzieruugswerk nicht vernünftiger sei, als wenn sie sich weigern würden, ivvt War« zu kaufen, wo sie am billigsten ist. Mn Wechsel des Oberkommissärs wurde die Lage der Araber nur verschlimmern, denn es sei anzuinchmen, daß ein nichtsüdischer Oberkommissär gsgerrüber der cmtiiMschen HMmg dsr Araber vi«l w «n iget. «achsbchtly wäre. AvkrWNMMNNtz fln vaniatt. Rom, 1. Jänner. (Tel. der ,Wiener Morgetizeiturug".) «Die Zeitungen veröffentlichen leine offenbar aus vatikanischen Kreisen rnspirierte Not^, in welcher die Art, wie der Tag des Einzuges der alliierten Truppen in Jemstrlem gefeiert wurde, kvWert wird. Es wird berichtet, General StorrS Jjatie in seiner Rede gesagt, «die Feier solle der Berbrüderung der drei Reliigionen — der christ- Achen, jübWm uM> m-usÄmamschen — dienen, unter Führung der onAikamschen Kirche. An der Feier haben weder der lateinische Patriarch, «Monsignore Barlassina, noch die Konsuln Italiens, Spaniens und Polens teilyenommen, so daß man .den Eindruck einer Demonstvatwn gege-n die lateinischen und «katholischen Mker gewinnen könnte. Vatikanische Kreise, heißt es z«n Schluß, bekommen immer mähr dm EiAruck, als ob EnGaulv in Palästina die Position der anglikanische« Kirche zu verstärken und «divjemge der KcrchoMn gn «schwächen .sucht, um in solcher Weise chr politisches ProEorat 'm Palästina zu rschtfertigvrk. Emir Abttullah. Londons 1. .Jänner. (I. T. A.) In einem Brief an die „Morning Post" vour A. Dezember äußert sich Lord Raglan z^l «bei: itt dieser Zeitung erörterten Frage der Möglichkeit eurer Regentschaft des transjordanischen Gimrs Abdullah in Palästina folgendermaßen: Daß Abdtrllah fähig tväre, sich zu verkaufen, daran zweifelt niemand, der ihn kennt, das würde ober sicherlich rächt zu einem dauernden Jrieiden führet!. Erst kürzlich halben wir mit einem Üeträchtlichen Verlnst an Menschen leben einen AMtand seiner mMfriedenen Untertanen in Transjordanirn Niederdrücken müssen. Um ihtr auf deut Thron tzu halten, brauchten wir sicherlich eine iveit größere Besatztmg. Abschredsbernkett der Bukowinaer Zionisten für den englischen Konsul John Cameron. Die Bukowinaer Zionistische Äandesorganisation veranstaltete zu Ehren des englischen Konsuls Cameron, der dieser Tage Czernowitz verlassett hat, um sich an s-einen neuen Wirkungskreis in Detroit (Nordamerika) ztc begeben, ein W« schiedsbankett. Der scheidende. Kotrsttl wurde vom Präsidenten der Organisation, Dr. Mayer Ebner, dem Leiter des Czernowitzer Palästina-Amtes Professor Jnllimr Silbe ob u sch und dem Präsidenten des hebräischen Landesschtllverbandes „Sasah ibriah", Dr. Joses Vierer, als Freund und Förderer der zionistischen Sache begrüßt. Der englische Konsul hat sich um die Beförderung der Chaluzitu rtäch Palästina Mit auch tun die anberett jüdischett Emigranten sehr bemüht. Konsul John C a m e r o tt'dankte in warmen Worten: für die Begrüßttugen tittd führte ans: „Da England nach dem Mau datsvertrag die Aufgabe hat, Palästina unter solche Bedkngnngen zu stellen, daß in diesem Lüde e ine jüdische Heimst ä 11 c sich entwickle, hatte ich die Arbeit der Zionistischen Organisation im Hinblick auf Palästina so zu fördern, wie «r meinen Jnftrnttionen entsprach. Ich tat dies, gern und ich kann seststellen, daß mir meine Tätigkeit durch das harmonische Zusammenarbeiten ver Zionistischen LandeSovganisat i o it und des Palästina-Amtes mit dem Konsulat sehr leicht gemacht wurde." Da« »alüftinenstsche Raturalisatiousgesetz. Jerusalem, 2t>. Dezember. (I. T. A.) Di« palästinensisch« Regierung stellt gegenwärtig eilten Gesetzentwurf über die Erwerbung der Palästtin>einsischen Nationalität fertig. Laut dirsent Entwurf könnett alle in Palästina wohnenden ehemaligen türkischen Untertanen ohne weiteres s o s o r t n a t u r a l i s i e r t werden, neu Zuziehende nach zwei Jahrerc. Entgegen den Bestimmungen von Artikel 7 des Palästina-Mandats sind für Juden, die die palästinensische Staatsangchvrigkeit erwerben wollen, keine Erleichterungen vorgesehen. Neu aufgenormnene palästinensische Staatsangehörige, die das Land innerhalb fünf Jahren verlasftn, verlieren ihre erworbenen Staatsbürgerrechte. Der Entwurf über das palästinensische Naturalisarionsgesetz liegt der Zionistischen Organisation zur Mnsicht vor. Die stzrisch-palüftinenfische krekutive gegen dar syrische Mandat. Kairo, 26. Dezember. (I. T. A.) Das ExekuLivkonriiec des syrisch-palästmensischen Kongresses irr Aegypten hat die folgende Botschaft an den Völkerburrd gesandt: Das Exekutivkomitee des syrisch-palästinensischen Kongresses möchte die Aufmerksamkeit des Völkerbundes darauf lenken,.daß die allgemeine ruck insbesondere die wirtschaftliche Lage S yr ie ns sich durch die Ratifizierung des'Mandates außerordentlich verschlimmert hat. Wir bitten den Völkerbund, die politischen, wirtschafllichen und allgemeinen Bedingungen Syriens einer gründlichen.Prüfung zu unterziehen. Die Prüfung wird sicherlich ergaben, daß das Mandat die eigentliche Ursache des Niederganges vmt Syrien ist. »er Nrsuch König Huffeln« in Tranrsordanien. Palästina nn Hedschas^Bertrag. Me I. T. A. a«8 Jerusalem berichtet, hat König Hussein in BchlMtmy seines Außemnmiste-rs. und einer Eskorte Mekka beritS veÄasten. Don dort aus hat er im Namen der avabischerr Bevölkerung und chrer Länder eine „Botschaft an die edle britische Nation" erlassen, in der er erklärt, die arabische Mnheit sei im Widerspruch zu den Zusagen Enatands m Stücke geschlagen und die arabischen Länder feien zerissen Kdb rÄupiert. Hltsfern stellt die Lage der Araber „vor dw AMn des' britischen Volkes, damit sie '(die Araber) keitt Tadel treffe, wenn sie ohne Mcksicht auf die Folgen Mittel ergreiftn tzverden, mn aus der tiefsten Erniedrigung, die ihre glorreiche Geschichte befleckt, k^rausEÜkommrn". Der Aufruf schließt: „Ich drohe nicht, ich warn« nur. Ich vertraue darauf, daß da§ britische Volk alle sÄne Verpflichtrtngen erfüllen und seinen treuen BesbÄridelm, den Avadsrn, GerochtigkÄt widerftchven LHen würde. Bo« Mekka begab sich Hussein itach Jckdda, von wo « eine Schiffsrr^e eMmrg der Küste von Hodschas unternommen hat. Husiems Scchn Emir Abdullah empfängt seinen Vater offigiett in Maan, von ivo sie sich gemeinsam wach Amman begÄben. Dorthin hat die fvcnyosische MxrndatShchövde in Syrien eine Offtziersabopdnunig entsandt, um KbNitz Hussein zu begrüßen. Der paWsttnensrsche Oberkommissär Sir Herbert Damiuel, ivslcher Mitte Dezember nach Aegypten gereift ist, dürste arrf dem Rückweg mit Hussein zuisommenkommen nrrd mit ihm und Emir Mdnllcch die Lage, besprechen. Wir gut informierte Kreise ersahven, bezweckt der Besuch des Königs Husseins in Amman eine Besprechung über den englisch-arabischen Vertragsentwurf. Gle-chgSitig verlautet, daß ztvei wichtige MrtterluTvgen seitens der englischen Regierung in Verbindung mit dem Vertrag gegeben worden sind, mch War: 1. Palästina soll nur in dem Falle in-den Vertrag mit Hedschas auifgenmmnen tverden, wenn die Balfour-Deklaration als angenommen und ratifiziert angesehen wird. Die Dekbaration soll jedoch, wie offiziell eEärt worden ist, nicht die Errichtung einer Mischen Regier-ung in Palästina zum -Jlchall haben, fonldem Palästina soll in UeberLtnstimmuttig mit der im englischen White Paper medergelegten Politik den iJuden eine n a t i o n a l e H e i m st ä t i c, fein,, wohin sie kommen dürfen, wenn sie es wollen. 2. Sollte darüber kein Ernverrrchnrvn erzielt werden, so soll Palästina irr dem Text des Bert-vages liLbrchaniPt nicht erwähnt wevdeu. Der Vortrag soll dann nur eine arabische Ko n föde ra t i o n zw 4 s ch e n Hebschas, Irat und Transjordanien-znnt JnWt haben. Wie man hört, will König Hnffei'n die -Beschlüsse dieser Konferenz abwarten, um sich dann wegen der UnterzÄchnnug 'des England-Hedschas-Verträges endgültig zu entscheiden. Seiden-, Futter-, Damenstoffe M!LL!m.iMW U