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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-02 · Heft 1753 (2.1.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1753 (2.1.1924)
Date
1924-01-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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’ RlL Irffif Sfliene* MsvftettzerkunF i Jenner 1924 mt t SMU NÄ Fahre tschrchoskowMche Fadnftrke. Bon unsere« Vrllnner 8. S.-Mitorbeiter. Me tschecho-siowakischo Industrie kann -Äauntlich h drei Gruppen einge teilt werden Die. erste MNifatzt jene Industriezweige. denen das Rohmaterial aus dem Inlands selbst zuHeführt wird (Zucker-, Bier-. Malz-, Spiritus. Starke-, Porzellan*, Glas- und Hotzinduftrie). Zur zweiten Gruppe gehören jene Zwerge, deren NcWsftarbett teil« weis« im Inland gedeckt wirft. zum Beispiel jene, in denen Stahl, Eisen, die meisten Metalle, Chemikalie«, Leder und Häute verarbeitet werde«. Die dritte Truppe schließlich bilde» jene Industrie», deren Rohstoffe durchwegs aus dem Auslands eingeführt werden: Textil-, Phosphat, und einzelne Metallindustrien (Kupfer und Nickel). Die wichtigsten Industriezweige, die LttösterveichS Ruf ans dem Weltmärkte bedingten, werden hrkanntlich zum allergrößten Teil aus dem Gebiet unseres Staates betriebe». Hier waren zu erwähnen: Textil», Glas-, keramische, Leder-, Maschinen- und Apparate«, Papier-, chemische Industrie, an die sich noch die oben angeführten landwirkschsst- Lchen Industriezweige, und hier insbesondere die Zuckerand Spirituserzeugung, anschließen. . Rach Friedensschluß war es, wie bekannt, unmöglich, die für die Industrie erforderlichen Rohstoffe einzuführen. So kam es, daß Vre Zweig« der erstgenannten Gruppe ihre Bedeutung bis zu einem gewissen Grade behaupten konnten, während die zweite Gruppe nur mit Unterbrechungen arbeiten, die dritte fast gar nichterzeugen konnte (Bauinwollindustrie). Aber auch diejenigen Industriezweige. die über die erforderlichen Rohstoffmergen verfügten, wurden durch den mit der MndestproduMon ivachfenbtjt Kohlenmangel ungünstig beeinflußt. Durch den Zerfall der Monarchie in eine Reihe selbständiger Nachfolgestaaten wurde ferner der Grund zu einer schweren Verschiebung zwischen Erzeugung und Absatz gelegt, die sich in voller Schärfe im Jahre 1922 auszuwirken begann. Der industriellen Produktion der Tschecho-Skowakei kam es da zum schmerzlichen Bewußtsein, daß der Inlandsmarkt auf ein Viertel der früheven Bevölkemngszahk zusammengeschrumpst sei (13,5 Millionen Giirwohner gegenüber 52 Millionen), während, wie erwähnt, in den wichtigsten Industriezweigen der altöster- «eichkfche ProduktionSapPavat zu ungefähr drei Viertel in unserem Staate betrieben wird. Da nun die Möglichkeit fehlt«, die überschüssige Erzeugung — wie es vor dem Kriege auf dem gemeinsamen zollgefchutzten JnlandSmarkte der Fall war — i» die konsumierenden Nachfolgestaaten — unsere früheren Hauptabnehmer — in gewohntem Umfang abzustoßen, mußte die erwähnte Absatzstockung Platz greifen, die m ihrer werteren Folge ein stetes Sinken der AuSftchvfahigkcit nuferer Industrie nach sich zog. Das schwerste Krifenjahr für u-vrstre Indnstvie war bekanntlich das Jahr 1SL2, dar sich infolge der Kronensteigevung mit den Depressionen der Borjahre auch nicht annähernd vergleichen ließ. Unsere Industrie hat in dieser Zeit sicherlich dadurch die größte Geistesgegenwart an den Tag gelegt, daß sie sich von dem einmal betretenen Weg der Ungleichung ihrer GrzeuHungswuise an die Friedenswirtschaft nicht abhringen ließ und selbst vor den groß- Ovstru nicht zurückschreckte, als sie erkannte, daß diese Opfer unsere Erzeugung und Ausfuhr auf jene Grutzlblage« stellen Mchten. die eine dauernde Konsolidierung der industriellen Verhältnisse gewährleisten konnten. Wenn wir heute rückblickend die Industrielage im Jahre 1923 kurz beleuchten, so kann dies nur km Rahmen der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse geschehen, bk in diesem Jahre in Erscheinung getreten sind. In der ganzen Republik waren die Bestrebungen in wirtschaftlicher Hinsicht darauf gerichtet, die Statten des Vorjahres zu heilen und für ein halbwegs mögliches Fortbe* stehen der bodenständigen Industrien Sorge zu tragen. ES muß hierbei ftstgcsteltt werden, daß eS den führenden Persönlichkeiten in Industrie und Handel überraschend gut gekungen ist, sich den wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie sich «ach.dem bekaüntien.Aufstieg der Krone ergeben haben, anzupassen und eS kann ruhig mrsgefprochen werden, daß der schwierigste Teil dieser Anpassung an. die gegebenen Bevhältnisie am Wde deS Jahre- 1923 hinter uns lag. Wenn wir uns dir Frage vorlegen, was unsere Indu^- strie benötigt, um ip der Zukunft bestehen zu können, so sind zwei wesentliche Punkte anzuführeu: Verharrung der Krone auf dem stabilisierten Stand und weitgehendste Anglrichung der ErzeugungSgruMagen an diesen Währüngsstand. Allerdings ist das Verlangen der Industriellen, tfo ihvevstits alles getan haben, um, ihre Erzvugu-H so rationell als möglich zu gestalten, berechtigt, daß seitens der übrigen Faktoren alles getan werde, um ihre Betriebe nicht dem AuSstevben zu überliefern. Es ist eigentlich überflüssig, alle die Forderungen, die eine Wiederherstellung der Industrie zum Zwecke haben, zum so und stvielien Male in Annwrkung zu bririgen. In der Hand des Staates, durch den der größte Teil!der ProduktionSerleichiemngen (Ermäßigung Stex Steuern und Abgaben, Kohlen- Und Frachttarife ustv.) geschaffen werden kan», wich es liegen, ob die Rückblick« an der Wende des Jahres 1923 m eine bessere Vergangenheit und ineine-lickkollsre - Zukunft werden sthweiferi können. . ' Der Znfammendnrch bet Batttznbmrk.' Der Äaramee ^.Mangen" meldet: Serkons der Direkt?M her BalkanÄv Banka wrnde dm» Zaqr^bor GockchtSbas eiir Angebot urr^-rrbreitet. Der DirM-iousrat eÄ-ast eine Summe von 10 Ätoen Dinar und soll aus devseÄbrn s-cWie </»% dem Vorimmen der Bank se>M den Eüttepnu eine Oowte. allen MrMn Tläu^iiger.» ckne Owt-c ö-frt 50 Prvysn-t ansarglM werden. Die Liarttdation-rn wechoir die EnnAsche Handelsbank, d?.e Iimos'wvische Van? :md . dis Mmernsimr dmM'"chren, doch sibervcHmr» diüse lckme Garantie Wr die 'AussaMn«, der Ouottn. Di« A«Ä;cdnvi ersMt in vier halb» Mvitann- Raten, Vorn Te^s der R-echÄ'vafL V:S NlSMchS- 'aeschvÄes gerechnet. Die BErnKV' Baiulks feWst bei'H^eßt in ck.ner mcherock^^rlüben Genera?tveiMn!M''ilMr die MsuZdatnm. Die IeKmansPa Bcr'NVa 8t icdoch mit dies«» Ärraniqe>menj nicht omverstanden un!d hat RMrS erhoben, und fitowr deShaHb. Werl die drei aenoimttn Banken nicht «ich die IodrvnÄV Barcka in das KorchovtiMn zur FinalisiciWrtzg des AuWeiches «chrchmen wollen. MchMe» « «e «kd«Mo» RnVInnllfil eiQnliiflnOCn 9nfBW|ltwlt1l wtUt Stets Mteoe», S« f«nft %ftt« B«mt- »•n «•«Ittitf» v»-t«tz»»s»»«!w RSckf-nd««- »MM c«9»f(t« ftw». Die jugoflawisch-rumSnischen Handelsbeziehungen. Au- Belgrad, A. DeMnbkr, meMt-st Ä>ala: Auf DerLanffe» d«S Hau^'lsmim.'üsteviüMs wich bic Bclarader Regstevum», da die AMtellMa ÄmS Genvrch'MwrifS vom PaÄwnent noch nicht eÄchigt ist. cm die B u karrst er Regievima wegen In« kvcvfrftNkmg eines MiinimaiktarifeS für die L«S- «nd E«infuhr Kviifchen den bsüden LLnvern hsrantvete«. Gründung einer französische» Donau-Gchiffahrtsgesellkchasi. Im Sinne-der Frvcbrn-°>v«rtt>ü^ von Trianon ^>und Wmt-Govumi« wMvon vom SchUSporE der Do.n«u-Dü7npfschillchritLstcheUchaft und der ungcmiiichen und Seesch:'s>fckhrt§!ZSsellschast 80 Schilepper unid 15 RomorWre Fvankchich ApgetM. We nun ans Budapest berichtet wird, beiabsichi'iiB die franiMsche Reiaierung, sine Do-müu^Schiffahrt8geftWchcht zu grikchen- und mit dem zugetMten SchUsparL den BerMr zu bestreiten. Das WGerikolpvdal der GcheÜschaft tyich 100 MMonen Franken betragen, von Venen 75 Pw.zent dvr Staat arrfbrrmt mch 28 Prozrnt zur WEchen Ieichw.mg gebracht werbru. Die OpkiM für die «t zorchmÄde« Mkien wurde der foamSsifthm Firma DrehftkS erw'ck. Die' -«entz^ SchWchrt-M-eUchckt LEichtW. Aachen OÄad mch Wien Poösonen* mch stayoewe-rSchr üvMmMn und sich «uff «-inrn große» ko-ntiinentale« Frvchtenverikchr «uMvichten. Die GeisMchaft wich der Donau-DamMchiMchrtSMMchaft nnd der unmrMen Mß- und SeeßchWahÄSgeftlllschöft gvoße ÄoMvrrenz verursachen. Mtteilnnge« des Kredttorenvereines von 187V. Das gerichtlich« Ausgleichsverfahren wurde eingeleitet rOesierreichr Fischer Josef, Kaufmann. Me«. Lewwwiez Sakomon, Kaufmann. Wie«. Balaba» Josts,. Gemischtwaren, Wien. ^Drrna", HandekSficsellschaft m. b. H. für WarenmStaNsch, Wien. Drab Heinrich, Kanfmarm. Wien. Sengge L Cie., J«b. Alerander Äengge, elektrotechnische Maschinen. Wie«. Haldschek Adslf. Händler, Wien. HslnSka Felh? L Cs., Inh. Alfred Barak. Gemischtwaren, Wien. KaSznar Ferdinand & Co., Handel mit HotesttnrichtnnsSgegenstände». Wien Käufer & Co.. Jnd. Rosa Käufer und Leo Kohn, FmchwareudandlMg, Wien. Krvnstllner Marie HandelSsra», Wien. LSwy Franz, LebenSmittelhändler, Wien. PiM Franz. Tischler, Wien. Dollak Felix. Kaufmann, Wie«. Smarak Fanni. HanbelSfrav, Wie«. Smejdovec Hans, KolzhSnder, Wien. Spatny Ferdinand, Gemischtwaren, Wien. Spitz Karl, Kaufmann, Wien. Turkisz K., Jnb. Klara TürkiSz, Handelsfrau, Wien Breitenleer Eisenindustrie» Ges. m. d. H., Breitenle« d. Wien Marsch Fritz, Ingenieur nnd Jnb. d. Kontinentalwerft, Klosternenburq. Gananser Hans. Kaufmann, Wr.-Reustadt. Polousky David, Schnhware«. Gmünd. Lode Lewiy, Kaufmann- Linz-Urfahr. Langmeier Alois, Viehbändler, Mauerkirchen — Tfchecho-Skov akei: Brüder Rößler, Jnb. Karl Rößler, TerMvaren. Döhm.-Trüban Hornik Saks, Kaufmann. Oderbrrg. Schwathe Franz Jvstf, Kaufmann, FreNdenthak. Brichte Jsstf ck Sohn, Kauflente, BanSka Bystriea. Gold Heinrich, Wäscheerzeugung, Karez bei Zberow. «Jkob*. Ges. m. S. H., Jndustriekamin- und Ofenba«, Gest Olbmar Grimm, Ing. Anton Breinl, Ing. Alfted Reichman«, Karlsbad. Ing. Grsmm Othmar, Karlsbad. Palland Heinrich, Kaufmann. Lewi«. Wbal Johann, EifenhSudler, Müglitz. Gakffi KiklauS und Jds Galffi. aeb. BartaloS, Kaufleute, Padanh. Kroupa Franz, SchnittwarenyLudler, Patzau. Brüder Lohn, Zuh. Jakob Sohn, Lederbandlnng, Pistk. ^Dendep", Gef. «».' b. H., zahntechnilche Bedarfsartikel. Prag. Frechimann S., Kaufmann, Presvv. Brüder Wvdak, Kauflente, Prsßnitz. Gasparec Amalie, aeb. Turcan, Gemischtwaren, Nadvan. Dorner Karl, Schuhmacher, Turn. —- N « g a r n. Rappsport Lajor, Schneider, Budapest. — Jugoslawien: GoSpodärSka zavroizvadianje gestve, Weg. — Jtalieur.Kasiovits Daniel. Kaufmann,Fiume. — Der KvuknrS wurde v'erhüngtr Desirrreichr Reich MostS, Saufmmn, Wien. Wunder Franziska/ Gasthan», Liefiugta! bei St. Michael (Ob.-Steiermark^ Bnider Kahr, Inh. Hans Und Karl Kahr, Lustenau. — T f ch e ch o- Slowakei: PlandorFranz und Marie, Fabrikanten. Habruwka bei Witkowitz. Niklas Heinrich. Kaufmann, Pretzburg Backe Johann. Kaufmann, Windig-Jenikmr. Sauer Ferdinand. , Kaufmaun, Soli«. Jelinek Ignaz, Grmtschtwaren. Uhrsitz bet! Zaraschitz. 6»x7^r'.. - tSg». .1. La«78chaft»C*V«rla»f, 13«rlin. SM Moses. Nachdem? »«rdotnt. «S.,S»ttptz!t»S>. Roman von Scheck»« «sch. Einen Augenblick lang tat es ihm wohl und er ließ sich küssen. Doch ball» protestierte sein Mannesstolz gegen die unschuldigen kindkchen Küsse. Er wollte Mascha umfassen und auf den Mund küssen, wie ein Mann eine Frau Nßt, doch ihre Tränen hielten ihn zurück, denn die Tränen mochten sie kindlich und er brgchrte danach, dar Frau in ihr zu küssen... So löste er ihre Arme von seinem Nacken und schob sie sanft fort. ,,Du vergißt, Mascha, daß du 8oin Kind mchr bist; du. bist ei» erwachsenes Mädchen." Mascha wurde rot vor Scham. Ihre Tränen blieben m den Augen hängen und sie blickte unschlüssig und hrlst. ü»S wir feuchten Augen den Onkel an. ,MÜst du nach Haust gehen?" fragte sie der Onkel. „Ja." Mascha nickte mit dem Kopf. Der Onkel löschte das Licht aus/ verschloß sorgfältig die Türen und ging, ohne, sich um Mascha umzusthen, als rvära sie gar nicht hier. Bevor er sie vor chrem Haust ab- 'etzie, sprach er: . ..Ser unbesorgt DLascha, was ich für dich tu» kan«, vörde ich tun, wie für alle meine Landsleute und Dernrand'en". Damit fuhr er fort. Zu. Harrst warteten „Pa" ^»nh «Ma^ in A^gst und ÄauM <ruf Mascha. Doch Mascha beantzwortete ihre fra- ^ndeu Micke nicht und ging sofort in khr Zimmer. Aavan sie, '.mr sie nach dom Ergebnis der Unterredung - zu fragen, doch feine Frau zog ihn Leim Aermel und flüsterte ihm zu: ..Latz sie gehen, heute frage sie nicht!" Aaron sah ein. haß ferne Frau recht hatte wir iunM. Masche lag die ganze Nacht schlaflos. In der Nacht wurde ihr Lar. daß sie kein Recht mehr auf Glück hatte» daß eine Schmrr um ihren Hals lag. daß sie verkauft war, alz sie noch ein Kind war» verkauft, für die BequewllchAr dev Elter« und alle« ihrer Verwandten. Sie erinnerte sich an dis Zeit in der HoMnsstreet, ehe sich der Onkel ihrer an genommen hatte, als sie noch daL „HauLmütierchen" gewest» war. Sie löckelst. als sie sich erinnerte, wie sie den SWWWNWSSNWSS«»S«SVWS»WWS»UWSWW»»SSSWS>SSWSSS DebiLrtesseichändler und den Mklhsr mit dem Zauberwort „Papa arbeitet schon" bewegen hatte, «vinnsrte sich, wie sie den Pater heimgeschleppt hatte, als er vom Haust fortgelaufen war, «nv anderer ähnlicher Szenen. Sie sah ein. baß sie bis heute , nicht aüfgehört hatte, die Rolle oeö Hausmüttevchens zu spielen. Und diest Rolle durfte sie nicht mehr aufgeben. Sie sah das „Schafott" — Schfafzrmnrer mit dem blauen, roten, und gelben Licht: . vielleicht war es das Schsfott, der OpstrÄtür, der sie anzog... Sie hatte Furcht vor dem bläuen Schlafzimmer und es zog sie doch zu dem blauen Schlafzimmer. Sie konnte nicht davon lassen, an das bl<w«. Zimnrer zu Venkem Es zog sie mit derstHen Kraft an wie der Tod den Schwerkranken. Am Morgen sagte sie zur Überraschung aller dem Vater, er möge dem Onkel sagen, daß sie ihre Worte bedauere und — Doch der Onkel ließ nicht mit sich reden. Gr'wollte nichts hören und nichts wissen. Aavon Melnik und seine Frau kamtzn und flehten rhu an, er Möge mit ihrem Kinde Mitleid haben und ihr junges Leben nicht zerstören — doch der DhM wünschte, daß Mascha selbst zu ihm komme und ihm sage» was sie zu sagen hatte. Dann ivexde er sshen, was zu tun' sti. Und er fügte hinzu:, ,Meast, tut mir den Gefallen und zwingt sie «ich! um eures Stückchen Brotes willen, etwas zu tun, waS sie nicht will." Mascha fühlte die Erniedrigung, welche der Onkel ihr äntat. -i ndr m er wünschte, daß sie stlbsi ihn bi Mn komme. In den wenigen Tagen war ^d:s Gefühl von Achtung «ttb' kindlicher Liebe, daS in der Zeit, da.der Onstl sich mit Mascha abgab, rtt ihrem Herzen gewachstn war, in ihr erstorben. Sie. empfand nur. mehr Verachtung, Ekel gegen ihn. Doch sie könnt^ den bitstMn, bettelnden Blicken von Pa- «Ol Dw, ihrer Prüder. rmd.SHyesiern nicht widevste^n, welche stumm flehten: üfeit* etiwtis siir uns. Sie war däs Mütterchen"- .«nd hatte Kraft.- das Gefühl ihrer Msitterlichstit zu besiegen, welches feit ihrer Kindheit ln ihr We.^ v. . . ....,..... In diestv Zeu sirchie sie -Charlis auf;- sie erwartete nicht, von chM.ein.Mrt zu Mn» das chr Kraft gäbe, den ' .'Mpf zu bestehen, sondern sie wollte sthen, ob ihr viel- . '.cht stin Anblick mchr Kyafr und Hoffnung geben könnte. Sir verabrchetr mit ihm «in Rendezvous und wieder ginge» beide den ganzen Dag auf der fünften Avenue und im Zen« tvalpavk spazieret:, Wieder sprach Charlie UnaüMrlich von großen Ängen. Von der Befreiung der Welt, dom Sinn des Lebens, erzählte von stinem Man. einen Streik beim Onkel zu orgamfieren. Doch für sie. für ihr Leben, für ihre Interessen hatte er kein Wort. Genau so wie das erste Mal interessierte sich Charlie für dis ganze Welt, nur nicht für Mascha, genau wie früher sah er sie nicht. Mascha war schon bereit, ihm alles zu erzählen und ihn zu bitten, er möge ihr Hessen, stark zu sein, daß sie Kraft finde', ihr Leben auf eigene Verantwortung zu beginnen, er möge ihr hälfen, sich auf eigene Füße zu stellen. Doch Charlie war mit st großen Weltproblemen beschäftigt, daß Mascha nicht wußte, wie sie eigentlich mit ihm über sich und über ihr kleines Leben sprechen sollte. Es schien ihr. es sei für Charlie z« geringfügig, sich mit st kleinen Privaten Angelegenheiten abzugeben. * Von tfcm Spaziergang mit Charlie kam sie noch w lasstner und einsamer heim, als sie gegangen war. Sie hatte kein Wort über sich mit ihm gesprochen und Charlie war eS gar nicht ausgefallen. Dann versuchte Mascha, sich allein selbständig zu machen; sie ging auf Grund eines Zeitungs" inserates eine Stelle suchen. Zu Haust herrschte traurige Stimmung, die stummen Blicke der Schwestern und des Vaters bebten hilflos. Wad lag daran — langst schon liegt die Schnur auf vcm Hals. Mt der Schnur auf dem Hals war Mascha geboren worden. Sie ging zum Onkel. Nur Ekel und Verachturrgempstnd sie gegen ihn — doch sie ging. Sie verstand u>nv empfand deutlich, waS dieser Gang bedeutete und was er für ein Ergebnis haben würde. Sie sah das blaue Schlafzimmer mit dem Be.tt auf der» Piedestal . . . Und vielleicht war es das blaue Zimmer und das Bett auf, dem Piebeftal, welche sie dazu brachten, alle Erniedrigung und alle Gefühle zu verargen und selbst zum Onkel bitten zu gehen, daß er sst heirate. Es war. als hatte sie das blaue Zimmer verzaubert. Fürwahr, sie hatte Sehnsucht nach dem blauen Zimmer, insgeheim, in der Stille, kref in sich hatte sie Sehnsucht nach dem blauen Zimrner mit all stinen geheim» nisvollen hichtsfftkten. Ihre Phantasie webte um ÄrS blaue Zimmer und gaukelte ihr verschiedenartige Schreckbilder vor. Und düs blaue Zimmer zog sie zu sich wie der Tod de» Jtatfttat .,. GsttsttzUW stlßtä

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