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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-02 · Heft 1753 (2.1.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1753 (2.1.1924)
Date
1924-01-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Men, MeE MopgeWelkSW^ 2. ILnster IM Vfo IM Die Palästina-Reise der Hakoah. Von Dr. I. H. Körner. zu werfen, da man hier bereits das Meer schert konnte. Dir Stimmung der Hakoahner wurde sichtlich gedrückter, so daß ich Brindisi, 29. Dezember. Ich brauche wähl beit Hakoahnern nicht zu versichern, daß!mr über den uns bereiteten Mschied nicht nur erfreut, sondern von chm auch tjef ergriffen waren. Es erfüllte uns mit Genug- Äumg, daß die breite Masse der Sportenthusiasten die Politische Bedeutung unserer Reise erkannt hat. Die erste Teilstrecke ms zum semmering wurde in recht animierter Stimmung zurück- Megt. wobei mancher unserer Fußballer die triumphale Rücker nach einer ununterbrochenen Kette von Siegen in bett schönsten Worten vormalte. Am Semmering wurden wir von ZErrn und Frau Baltaxe und vielen -anderen 8mutbeit unseres Berems begrüßt. Dort schlossen sich sechs weitere Palästinasahrer unserer Gesellschaft an. An Schlaf war vorläufig nicht zu denken, da nun die Reisevorräte ausgapackt wurden/wobei me komischesten Verwechslungen mit den Besitztümern an der Tagesordnung waren. Unter anderem hatte es sich unser mrückgeblrebener Ehrenkapitän Willi Halpern nicht nehmen 'lassen, unfern. Lrebesgabenpake: mitzugeben. Grünwald nahm dieses m Empfang, war aber nun. als man die Herrlichkeiten ent- Hullen wollte, nicht zu finden. Nach eifrigem Suchen traf man ihn.endlich m einem entfernten Waggon, doch fehlten bereits vre schmackhardeften Bissen. Der Uebermut der jungen Fuß- Eler fand in Gold das gewünschte Zielobjekt. Der Hakoah- Verterdiger mußte nämlich die am Bahnhof gehaltenen AbschiMreden komrmntieren. was wahre Lachsalven auslöste. Mitt- Es halb 3 Uhr nachts und wir näherten uns der steirsichen Hauptstadt Graz. Zu unserer großen Freude batten sich hier viele Mitglieder unseres Grazer Brudervereins «nt ^EN Bi,zepräftdenten de Menasse eingefundeu. zu denen nch.auch Vertreter des Vereins Zion gesellten. Die wenigen Rsneteunehmer. die geschläfert hatten, wurden aufgeweckt, so daß wir ab^ unseren wackeren Grazer Gesinnungsgenossen ein herzliches Schalom zurusen konnten. Nach kurzem Aufenthalt Een wrr weiter. An der jugoslawischen Grenze entfielen die Zollrevisionen, da sowohl unsere als auch die jugoslawischen Zollbeamten an uns nur sportliches Interesse nähmen. Es wstete dre Reiseteilnehmer viel Aufopferung, mn auf alle gestellten Fragen der Grenzorgane Antwort zu geben. Diese Hinoermsse waren aber auch bald überwunden und so konnten wir endlich die Weiterreise antreten. Um 5 Uhr früh gelangten wir zur neuen italienischen Grenze. Unser guter Freund Herr Latke von dem Maawirim war uns mit dem Vizepräsidenten des Triester Vereins Zion, Herrn Abrahamsohn. bis hierher nach Adelsberg entgegengereist. Wir bekamen, bereits jetzt einen Vorgeschmack von der Bequemlichkeit der künftigen' Reise Die beiden Herren nahmen uns alles ab, was uns beschwerlich werden könnte. So Pässe. Fahrkarten, Revisionen usw. Wir seM hatten uns um nichts mehr zu bekümmern. Auf jedes Ge- Letta Nr. (Bett Nr.); 19. Tebeth d. I." Mittlerweile hatte sich ein neuer Herr singefunden. Der Ehrenpräsident unserer Fimnauer Gesinnungsgenosse«, Herr Mattersdovfer. hatte es sich nicht nehmen lassen, un§ Glück zu wünschen. Seine Rede sowie das von ihm verlesene Schreiben des Jüdischen Jugendveremes aus Fiume Men mif uns einen nachhaltigen Eindruck aus. Und wieder fanden sich neue Personen ein. die uns aber diesmal aus rein sportlichen Gründen ausgesucht hatten. Die Vertreter des Sportklubs Olympia aus Fiume waren erschienen, um uns anläßlich unserer Rückreise für ein Wettspiel gegen ihren Verein zu verpflichten. Wir verwiesen diese Herren an unseren Sektionsleiter Artur Vaar nach Wien, da ihm die Entscheidung über Wettspielabschlüsse obliegt. Mit einer Verspätung von 30 Minuten kamen wir endlich in Nabresina an. Keiner von den Fußballern, die in London gewesen, wagte cs, einen Blick durchs Fenster mit einiger Sorge unserer Seefahrt entgegensah. Nur Fleischer und Eisler zeigten sich sehr mutig, doch war ich der Ansicht, daß auch sie bald klein beigeben würden.'Am Triester Bahnhof wurde uns um halb 10 Uhr vormittags ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Zu unserer großeti Ueberraschring war auch der österreichische Generalkonsul. dessen Nauren mir leider entfallen ist, erschienen und richtete herzliche Begrüßungsworte an uns. Ich dankte für diese Ehrung und stellte mit Genugtuung fest, daß uns das Kimmen dieses hohen österreichischen Beamten den Beweis erbringt, daß wir Oesterreicher auch hier Schutz finden können. Sr. Chrwürden. Herr Oberrabbiner Dr. Zoller, befand sich inmitten zahlreicher Triester Gesinnungsgenossen und hielt an uns eine zu Herzen gehende Ansprache. Ich übersende auch in der Beilage eine N-umncer vom ,^sl Piccolo della Sera di Triefte" vom 27. Dezember, die einen überaus herzlichen BegvüftungsavtÄel für Ms enthält. i'mtti-Tirfw» SBertneter her Trietter ©bnrtiffiiifk« ihvm Fast sämtliche Vertreter der Triester Sportklubs warnt ebenfalls zu unserem Empfange erschienen und luden uns em, auf unserer Rückreise ein Wettspiel gegen die Lüttster Städtemann-schast auszu-trage-n. Auch diese Herren wiesen wir an umseren Artur Baar. Unter der Führung der Tvicister Herren Dr. -Kolb irnd Dr. Glücklich gingen wir in die Stadt, während Freund Latke den Trasport unseres Gepäcks aus das Schiff überwachte. Drei Stunden standen uns zur Besichtigung von Triest zur Verfügung. Schl'ieUich war aber doch die Stunde gekommen, in der wir uns einschiffen mußten. Der „Helonan" nahm sich ganz stattlich aus, aber schließlich bewegt er sich doch nur auf dem Wasser! Um der Wahrheit die Ehre zu sieben, stelle ich fest, daß wir uns das Schiff keineswegs'-so wundervoll eingerichtet vorgestellt hatten. Wir bezogen uirsore Quartiere, die verdächtig viele „Anhaltspunkte" aufwiesen. Je vier Reisende waren in einer Kabine untergebracht. Alan konnte also schwer kontrollieren, wer eigentlich die Traditionen der Londoner Reise zu Ehren hat kommen lassen. Földes vrsrkierte, Fleischer und Eisler waren auffallend ruhig geworden und auch das Mee.r schien seine antisemitische Gösinmmg abgelegt z»l haben. Der Herr Kapitän — diesmal vont Schiff — .pfiff und das Match kannte beginnen. Mt Genugtuung machte ich die Feststellung, daß sich Äefe Reise mit meiner letzten nach London nicht vergleichen ließ. Sämtliche Innenorgane befanden sich noch in Ruhestellung, so daß wir frohgemut unsere Mähhzeit oinnahmen. Die Porlionrn waren Kein, aber dafür teuer. Da wir zu unserem Fahrzeug nun bodj schon einiges Vertrauen hatten, nahmen wir eine gründliche Besichtigung unseres großen schwimmenden Hauses vor. Nach diesem Rundgcmg fanden wir uns wieder alle auf dem Deck ein. Ein alter Freund von mir, Dr. Rosenberger, hatte den ärmlichen Dienst übernommen und dieser Herr zog immer einen ganzen Schweis Hakoahner mit sich. Letztere hatteanscheinend zu. ihrer Seofestigkert wenig Vertrauen, so daß sich, immerhin eine Hilfeleistung durch Dr. Rosenberger als notwendig erweisen konnte. Tatsächlich änderte das Meer seine Gesinnung, daß schon mancher RoftettzAnchm« —^ rechtes „Hakenkreuz" -hatte. Der humorvolle Hunter, der eiime glänzenden Platz fidr das Äauftvairnng fand, machte den Bo» schlag, einige Sprints zu ttnpvovisiewn. Sichzchn Mai« gingen an oen Start, doch wirkten ihre sportlichen Darbiewwgen nur komisch, da man höchstens' von einem Wettwackell«. aber nicht von einem Wettlaufen sprechen konnte. Um 5 Up abends befand sich das Mvsr in einem respeLtMon .Aichpch«. Run wurde das Minchagebet obechalten. -- Fleischer. Eisler, FAdeS und alle dwjvniaen. die nicht in London waren, holten sich bei den Seefesteren TW. Die guten Ratschläge halfen über wenig, und unter der W rmng von Heß zollte eine kleine Gruppe von Reisende» der mißgünstigen See ihren Tribut. Gott sei Dank, bestand ab« kerne Gefahr, daß ein Sturm im Anzüge sei. GS handele sich nur um «inen ziemk'ich scharfen SchiroKK. Den Abend verbrachten die meisten im Kan-evkfastl bsii Sowvorträgen und Tanz. Sämtliche Reisenden, die nicht W unserer Gesellschaft gehörten und unter denen sich der HnM von Spoleto und Ahmed Zstlpear Pascha samt Frau befandest, hatten mit uns gute-Freundschaft geschlossen. Wrr begaben uns bald zur Ruche und die Nacht veMf zur vollsten Aufnederchett. Ms der Morgen astbrach und die Hakoahner auKqeruht > am Deck «rfchttnsn, war die italienische «Küste in Sicht. Hunter M es sich nicht nchmsn, ein Traisting zu veranstalten. Im SchjMinneren hielt Herr Ing. Dr. Lrndestbaum den; „Wiener Mrgenzeitung"; SamStagaotteSdierrst ab. Auf denr Deck ging es darin sehr lebhaft «». Trümmer wall von ,-Seiner Hoheit Ahmed Zulpoar Pascha" nicht bringen. Er besichtigte mit ihm die aus dem Schiffe lbefinvkichen M sein eigenes wer blldeten selbst- An den Unter« Haltungen konnten leider Primarius Dr. AGaSrch, Dr. Kleiner ustd Frau Iellineknicht terlnchmen, da sie es nicht wagten, den Kopf von der SchiffSbvüstung zurüchpUiichen. Dr. Suchsftov, Frau Dr. Knöpftmacher, unser „Gttschl" Md seine Frau studierten fleißig für heute abends Lieder ein. Kurz, olle waren guten Mutes. Die Freude war umso größer, als wir nun in Brindisi anlarvgten und wieder festen Boden unter den Füßen fühlten. Dchälom! Dr. K ö r n e r. Die Brenna in Paris. Sieg über die Holländer 5:0. Paris, 1. Jänner. Am ersten. Tage der MtLrna'.lioualek Fußhallmatchs im Stadion BuMo trat.der Frist Menna Fmtt-. ball Club gegen die holländifchK - Mannschaft Wichelmina an. Die Wiener siegten mit 5:0. Dom Spiel wohttte sin überaus zahlreiches Pubilikum boi. das die Q-üsterveichcr lrbhaf: cMamierte. Auch'Vertreter des französischen Außenmini sterinms und der österreichischen Gosa-Mfchaft waren -ugsgen. Paris, 31. Dezeniber. Das Sportblatt ,,8'Autv" hobt her> twx, daß die Wiener Fuhballfipieller un-der den fontinenMen Sportgruppen ersten Ranges stehen und teilt .weiters arttätzlich seines Berichtes über den feffMichen Empfang, den der Präsident des internatiionalen FußballverbaudeL, Rimet, zu Ehren der Wiener vovcmstaltete mit. daß die Leitung der Olympischen Spiele beschlossen habe, zum Beweise dafür, welchen Wert man auf die Toilnahm-e der österreichischen Sportgmppen lege, ab gvfehnr von der allgemein bereits ergangenen Einlobirng emt besondere Einladung an fckden siiHÄuen östövroich isch^n Sportverband zrt richten. Sore«. Der Boxsport in Sowjetrußland verboten. -Der Boppori ist in Sowijebüußland .Zoogen dm mit feiner -nt »n-- bilstdenerl kapitalistiischm Auswüchsen" verboten- Aus den Vereinen. Hakoah. -Heute, 8 Uhr abends. Äliubleätunsissivung. Die Herren worden gebeten, bestimmt zu «^scheinen. v!Z1TL» UuU Buratbester: Anna Karenina flkaäcmie-Cftcatfr: Wölfe in der Nacht Ltastroper- Lakme vasirroper: Tannhäuser venncdervolirrtßesler: Tie Züdin von Toledo flsiAUkck-Tßester: Die Dampflnaschine Ulf. lsLwmerrplese: Mein Vater hat recht s.ebcbr - Tic Tarnen vonk Olymp flensttrsucr-8üßne r Die Erwachsenen Neue Uficner Büftne: Pksi-Phi Ukf. Stadttftcstcr: Das 23eib in Purpur garlfbeater: Glück bei Frauen erster SR fler mies: Tie Perlen der Cleopatra lllt. Bürginhester: Das verwunschene Schloß 7r»tza«R S^auM-Chester: Bajazzos Abenterrer Äk. lfomöAievßSur: Ter Hampelmann- «vlsNti'LÜßRe: Ein Fehltritt llvjtrpicttdester: Der Nachlportter vom -ip-No-rdester: Der süße Kavalier x?L.?s!srt-siina (II., Tobvrstraßc 1): Moderne Laster 7, 7*9 BeteRlurw-Blno (I., Fleischmartt 1): Liebeslift i 7-6, 7*8, 7*9 üromöbel! Schreibmaschinen Leop« Steinhart Wien, I«, Biberstrasse 9 .74-1-07. 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Fischerchovgqste i 64

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