Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1753 (2.1.1924)
- Date
- 1924-01-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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v. £s»^tt-r T^Rr Veste I ' ——f gch möchte einen Eilbrief Mseben. Da ich nicht nur, meinen „Lieben in der Ferne" mitznikeNen habe, daß wir uns „gottlob wohl befinden und hoffen wir, dasselbe von Euch zu erfahren," hegto ich den unbescheidenen Wunsch, einen Eilbrief arifziigeben. Schließlich kann der an», ständigste Mensch in diese Lage kommen und eine Entschuldigung erscheint mir überflüssig. Da lag der Brief, daneben Marken. Aber da kurz vorher der'neue Tarif in Kraft getreten war, wußte ich nicht, wie viele Marken aufznkleben waren. Also rasch inS nächste Postamt — es ist zwanzig Minuten entfernt — und den neuen Tarif angeschafft. Dir Beamtin wunderte sich über mich. „Den neuen Tarif?" dehnte sie. „Den hoben wir noch nicht." Und schwubbS! flog daS Fensterchen zu, während sich'die Beamtin erhob, um .Lasse zu machen." Da ich auS Erfahrung weiß, daß die Festigkeit dieses Entschlusses auf keinerlei Weife zu brechen ist, trabte ich, unter frommen Wünschen für alle liebenswürdigen Beamtinnen im allgemeinen, die kasscmachende im besonderen, meines Weges. Er führte mich nach Hietzing, und auch dort' erblühte hold an seinem .Rande ein Postamt. Also eingekehrt und bescheidentlech den nenen Tarif verlangt. Die Beamtin betrachtete mich, als wäre ich eine Kuriosität hinter ein^r Museumsvitrine und zählte bestimmt an den Knöpf enmeineZ Ueberrockcs: er liebt mich-vom Herzen-ab. Tann entschied sie sich fürs Imponierend „Noch nicht eingclangt" sagte sie messerscharf, und schwubbs! flog das Fensterchen zu.M'er die Holde machte nicht „Kassa". Wahrscheinlich schien ihr nicht einmal das bei mir notwendig. Mein bescheidenes Klopfen am Cchalterfenster ward zuerst mit einer Kopfbewcgnng, dann mit einem nachdrücklichen „wenn ich schon sag'" glatt erledigt. Zufälligerweise kam der AmtSvorstand deS WegeS, und ich fand Gelegenheit, mein Anliegen vorziitragey. Ter Vorstand hörte mir mit besorgter und teilnahmsvoller Miene zu und bestätige sodann die Angaben der reisigen Maid vollinhaltlich. Der „Postgebührenweiser" sei „halt" noch nicht da. Als ich mich, selbstverständlich immer mit gebotener Beschoidenhcit, erkundigte, ob ich etwa versehentlich in eine Greislerei geraten svi. bewegte der Beherrscher des Postamtes nachdenklich sein Haupt und schien zu erwägen, ob meine * Frage vielleicht eine Amtsehrcnbeleidigung „beinhalte". Da ihm der Fast offenbar zweifelhaft erschien, riet er mir, „halt" in ein paar Tagen wieder anmfragen. Eine Woche darauf war ich wieder zur Stelle. Die Beamtin schubste, der Vorstand krähte und lud mich ein, wenn ich „hak" in eitz paar Tagen — am zweitnächsten Tag erschien ich. Die Beamtin bemerkte: „Noch nicht eingelangt." jeder Fingernagel sagte: „Sekkatur!" Der Herr Vorstand sprach von den .paar Tagen", ich von der Greislerei. Die Wiederholung schien dem braven Mann zu einförmig zu werden. „Na, werd' ich Ihnen halt meinen geben," me nie er versöhnlich. Also erstand ich den amtSvorständlichen „Postgsbührenwoiser" (zn deutsch: Tarif) und vertiefte mich in das Studium. Mühelos erfuhr ich die Gebühren für Blindendrucke, für gewöhnliche und sperrige (?) Pakete, für Pakete im Werte von 15 Millionen nach Erythrea, die FlugPostmschlägS, die Selbstverzollborwerkgöbühr Und was man sonst eben alle Tage braucht. Mer dfe Eilbriefgebühr fand ich nicht. Ich suchte unter „Expreß" — umsonst. Schließlich entdeckte ich bsim brüten Leien: Eilzustell gebühr für ein Paket (bis zu 6, über ß, bis zu 10, über 10 Kilogramm ustv.)» - für einen Wertbrief (wieder allerhand Schnörkel), für Postanweisungen, endlich „für eine andere Sendung. Ob ein Brief eine „andere Sendung" ist. weiß ich nicht. Warum er nicht „Brief" genannt wird, noch weniger, wenn ich nicht annehmen will, daß man sich bemüht, dem Publikum den Inhalt des „Weilers" tunlichst geheim zu halten. (Bezeichnungen wie: Verfügungsgebühr für Uebcrmittluna dos Verlangens der Zurückforderung" bestärkten.mich in dieser Annahme.) Ta mir keine andere Auflösung der Postgebührenweiserrätsel einsallen wollte, beschloß ich, ein Brief sei eine „andere Sendung", versah den meinigen mit Marken und beförderte ihn in den Briefkasten. Die Sache hätte sich natürlich wesentlich rascher erledigen lassen, wenn ich mit dem Brief in der Hand selbst nach Triest, seinem Bestimmungsort, gereist wäre. Mer erstens schrecken mich die Kosten, zweitens verbietet mir mein Sinn für Ordnung, daran zu glauben, daß man einen „Eilbrief" überrennen kann, und drittens wollte ich doch feststellen, wie lange es braucht, bis bei den Wiener Postämtern jene Drucksorten eingelangt sind, deren Ankauf dem Publikum zur Pflicht gemacht werden müßte. Tiefe letzte Probe ist allerdings gründlich mißlungen. Tenn ich bin überzeugt davon, daß der Gebührenweiser beim Hietzinger Postamt noch immer nicht eingelangt ist. Mer selbstverständlich getraue ich mich „hallt" doch nicht mehr hin. K. M. ZA STJ^ta Basar van Stanüiü. Reisenottzen von Gedalia Bublik. Rtzöm der Hayia Sofia in Konst^artincpel beffmdet sich der große Platz, mif welchem sich Kaiser Kmistansin feinen' königlichen Palest errichten ließ. Dieses »KonigMiloß bestecht wohl schon längst nicht mehr, aber in 'Manchen der GebäiL«, von denen der Platz umrahmt ist, leben noch die Erinnerungen an das KönigÄschlaß fort, in dem die boqankmschen Herrscher Molt a«sch,'ihre gemacht haben. Alles 'ist hier Rom nachJrHrldet. Da lag der Hippodrom. Mitten auf idom Platz stcht e'n großer Obelisk, dessen Hierog.lyphoninfchrift besagt, daß Pharao Thutmosis der Dritte im sünMMen Jahrhundert vor der chvbMchen Zioiirochnnng geldbt und dieses Derckmal errichtet hat Kaiser Julian brachte den Obelisken nach Konsta-ntmopel und seine Ausstellung dauerte 32• Tage. Aber nicht nur aus Aegypten holten sich die. Kaiser von Bhzanz den Schmuck für ihre Ha-np:p!ä':e, auch anderen Ländern wurden Mopnmente .und S'.atuen zur. Verschönerung Konstantino-pels entlohnt. Neiden den LböliMen steht bl« Schlanger.isäu-l«, »in« Kupfersan.'«, drei rn emarLer vwMungeine Schlangen darstellend. Konstantin soo'st bracht« sie aus der griechischen Stadt Delphi. Raub und SlegeSbeute waren ja ständig Grund und Sinn der Politik *und der Dezi-ehunIen eines Landes znm anderen, und nichts erfüllt« so sehr den Stolz Das iapanische Kabinett behant auf seiner LeuMon. London, 1. Jänner (Tel. der ..Wiener Morgrnzeitung". Die „T i m e s" melden.auS Tokio, daß trotz dringenden Wunsches de8 Prinzregenten, das gegenwärtige Kabinett zum Blsiben zu veranlassen, dieser auf seiner Demission bestehe. Diese Haltung des Kabinetts wird von der Presse und Oeffentlichkeit allgemein gebilligt. Der Vater deS Attentäters auf den Prmzregenten hat seinen Sitz äls Äitglied der Parlaments niedergelegt und sich auf feine Landbesitzung zurückgezogen. Stinues gründet den vierten Pekalemtrnst. Paris, 1 Jauner. (Tel. der Mr. Molyei'^ai mn!g".) Vit« der ^ntresigeant" aus Zürich melüet, wurde von St'mues der viert« Petro loumtrust der Wett gemundet. Er umfaßt folgende Gchellischaiften: Die A. G für- Petroileu.w.snk'ellstvr«, die Re* berffchen Man'«werke und die A. G. Hugo S'iameS Mbevfeehandel. Andere dänische Pot-roLeumLonzerne haben sich diesem deutsch Konzern anWsch'offen. des Landes, als dor Hinweis aus di« Siege sbautze aus dem besiegten Land, die dann zum ewigen 'Ruhm des Singers aufs öffenMche Platze gsstellr wurde. In einem Winkeil dieses histovischrn Platzes bsfindet sich ein kleines, ober sehr schöner, neues GeDäude. Der Brunnen, den Wilhelm der Zweite seinem Freunde, dem Sultan Abdul Hamid, zum And:oben an seinen Besuch in Kansta'ntinopel im Jahre 1398 zum GescheiÄ gemacht hat. Ein über dem Brunnen ervichteter, wunderschöner Pavillon enthalt Wilhelms Namen neben dem des Sultans. Daneben besagt noch eine besondere Inschrift, dieses Geschenk halbe D-ilholm der Zweite, bewls'5er Kaiser, Abdul Hamid, dem Herrischer der O8mamn, znm' Geschenk gemacht. Aber von dem ganzen Berlin» Dagdader Weltherrschas: straum ist niebts anderes nbvig geblieben als der schön« Konstantinopler Brunnen, - Rings um dioscs ZeMrum von St-ambul befinden sich dl« Gobäude' und di« Pyramiden der Su'tan«. Hier rosid'erteu sie bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, bis sie von da nach Talma Busche übersiedeln mußten. Wer noch sieht man die Mauern urrt den Gittern der verlassenen Harems und . der Anblick diriser Kasamarten, in d:n.»n Men'chen gefangen saßen, auKZe-lies-ert den Leidenschaften von Herrschern und Despoten. erweckt sonderbar« Gedanken an eine Kultur, welche trotz aller Idealisierung sv ^nche eines Pierre Lori und anderer europäischer Schriftsteller dadurch charrkrerisiert erscheint daß. sie infolge der Vi^wribeo« ihres Fundanronts, der Familie,, entehrten. - Stam'b'.'L rt der Stadn.'rl, drr -'oft durchaus :sirkr.sch ffr.. Die Firmentaf^n, di« bemckl^n Laden^chiDer weilsrn durchwegs türkische Motive, türkisch« Aufschriften auf. Da breiten sich auch die GrünFeugmÄrEte ans. Die Türken essen viel Gemüse urd Wurzeizeug. Der Türke ist fthr genügsam: Ein Lakb5'.:n Brot und etwas Gemüse genügen seln:n Sulinarischen Bedürfnissen. Und hat er auch noch e'miye Kupfermünzen, dl« ihn dazu berechtigen, sich vor eines der Cafes zu fetzen, an fetett Narpileh zu sanken, oder den bitteren Mokka $u schlürfen und stundenlang vor sich hin zu sinnen, dann g))t «s wrhl keinen glückl-icheren Menschen auf Allahs Erde als ihn. Di-eser.schweigende Türke auf dem niederen Sofa ist der fondeobarfte Kontrast, der mir jemals in einem und domr-elben Menkfberr be* gegnet ist-. Führt dich ein Tütck« ans dem Boot,>mackst du mitihm sin Geschäft, so schreit er sich hcii'er und betäubt dich mit seinen Gürgeillauten, Siehst du ihn dann im Cafe, so glaubst. du, einen StoLter vor dir zu haben, der durch nichts aus seiner Seelenruhe zu wißen ist. Eines der Wunder von Gta-mbul ist der große Basar, der, größt« Basar der Welt. Er besteht aus einer Reihe von einander kreuzenden Gaffen, di« alle, mÄ bogenfor-migen Dächern bedeckt, mit sin-anider verbunden sind, so, .daß der Fremde die Empfindung hat, in ein Laby-rinth geraten zu sein, aus fcem es keinen Ausweg gibt. Und. in diofen sibviduchten Gaffen ist alles Vo.vha.ndrn, ist alles käuMH, was Menschengchirn« zu ersinnen vermögen. In den ei-nzo'nen Läden, die wie in Felsen.gehauene-Löcher aussehen, liegen neben billigem Tand, die herrlichsten-, kost- - barsten ErzeuWiffe orientMcher . Kunst, Es gibL in. diesem- Basar eigene Gaffen für Tepvick«, für IrÄoelsn nvfy GoWrokaten, für. Kleider und Kochgeschirr, für Obst und Sandalen, für Tücher und Schals, für alles Md jckdes. Mrf dem sch.nvtl-sn Pfad, der zwischen den halH^mÄe« B'.'don für die Paffaoe frÄ-Llasstn ist, drängt sich eine schau- und kauf.ustige Menge, bctLM von dem Lärm' in all-c« Sprachen, der Welt. Da siehst du deinen stc-i^ck'«« Türken in g>7'Ni) anderer GostM wüoder: den schwicuden, f-ei'schkudc« Orientaben, der dich mit Gesten, mit adgcschackten Sätzen in den verschiedensten Sprachen gewikmen. übepze-Ugrn, doine Widersta>ndskvaft besiegen will. Dir w-illi't Mchten» möchtest wirder ins Freie gelangen, aber du hast dich i« den Jrvganycn der» love-n umd Wich veozwoifelt, wenn sich, nicht ein Führer" drivex. erbarmt und dich gegen gutes TrenkgÄ» aus diese« Wirrsal herausführt. Andanernde Kälte. Der heftige Shm-eesturm, der m der N-enjahrsnacht wütete, ließ in den Morgenstunden d.s. gestrigen TagcS nach und 'auch der scharfe Wind legte sich. Der Frost hielt stdoch auch gestern an. Die tiefste Tag.stempevatm:-ließ sich durch eine Anfrage bei der für derartige Angs-legercheUe« zuständigen, Stelle leider nicht' ermitteln, da die gestrige Tages.emperatirr erst heute früh ftsigestellt wird. Im Freien erreich:« die Kälte bis 15 Grad und macht« vielen Wintcrjportlern die Ausübung des Sports unmöglich. Wogen der großen Kalte wnrde der Skisport von vielen im Saale auSgeLbt oder auf den Somm«» verschoben. Unfälle. Die öljähr'W Private Susanne Kokoschka wurde gestern früh vor ihrer Wohnung im Prater im Schnee liegend ganz erstarrt aufgefunden. Sie verfiel alsbald in Dewußllosigkeit. Wahrscheinlich hat sie die ganze Nacht im Schnee' zu gebracht. — Die Private Christine Pichler stürzte am 31. Dezem'ber nachmittags auf der Pötzleinsdorferstraße infolge Glatteises zu Bod.n und brach die linke Kniescheibe. Lawinensturz. Airoko, 31. Dezember. (Schweig. Dep.-Ag.) Durch einen L-awincnsturz sind 15 Häuser teilweise schwer beschädigt worden. Der Gosamtschaden beträgt etwa 300.000 Franken. Mensche» sind nicht zu Schaden gekommen. Am 30. Dezember trat starker Sch neefall und Frost ein, so daß airgenblicklich die Gefahr behoben ist. Unfälle beim Wintersport. Zwei Touristen, Jos. S i e r k y tt urvd der Buchhalter Willy W i n d h o l z, unternahmen noch vor Eintritt der Frostperrode gemeinsam eine Touristenpavtie m dar Wechselgebiet und werden seither vermißt. Nun ist die Meldung eingetroffen, daß Herr Srrkhn bei Mönnichkirchen' als Leiche geborgen wurde. Mindholz. wird noih immer vermißt, und man mutz annehmen, daß auch er tödlich verunglückt ist. — Beim Rodeln auf dem Roten Berg erlitten gestern die Arbeiterin Florentine Stunner durch Sturz eine Wunde am Unterschenkel, der Büraerschül.'r Franz Schuh ausgedehnte Rißwunden am Oberschenkel. * Profellor Salomen k« Parnguah. Aus Afnneio« wird uns b"r'ck>tet: .Der. an. der Universität frf^r bekannt« Syeri^list für Diabe-cs, Pvoveffor Dr. Huao Solomon. bar sich n^mmehr,.nachdem er e'nia« Zsit m Avoertmien verbracht, nach ^M'^ldet. D"r" fw* er inkola? seiner Dorträoe das höchste Jn'^r^^e d^ F^5l*rei!se herv^raeru^n. Di« Berufung des B.^e-siarZ ^x. S^l-mon als odentl-icher Pwstllor -der Nniversi^ch in As-wncwn steht bevor. * Für Fanny- Wekkowiez auS Eiferstadt ist beim Zioniftrfchen Landeskom'tce ein Scheck aus 20 Dollar eingelangt. Genannte walle sich beim Zionistischen Laud"skomktee. & Bez., Talwrftraße 20 a, unter Vorlage ihrer Dokumente diesen Scheck abholen. * Das Fnßballmatch der. Vfenna in Paris. Paris, 1. Jänner. (Havas.) Das Meckch. rwitschen dom First Menna Foo^iball Civb und dom französtschen FuftballMrb Red Sic« endete 2:2. Kleine kkrontt. * Sterbekall. In Tev^tz-Schön-air ist am §7. Dezember freit L'.;-)w-i'a Steiner, Cd cs de'- Firma M-wih S^'ner, imt 70. Lehmsfabre aest^rbeu. frerr Steiner gehörte durch la>nge Jahre dem Bov^and des Te-Wtzer zwnü'tM'n Bevrin-'s an. * Frithfof Nansen und dle ruffi'ch'isidischen Flüchtinge. Aus Montreal meldet I. T. A.: Der hier weilende Oberkarnmiffär des ^ö'lker^und^s für das F^üchibinaswefeu äußerte sich in einem Gespräch mit den jüdischen Politiker» Doktor Leon C o h n und Narlamentsruitoliied A. W. Jacobs sehr lohend über den Entschluß der kanadischen Regierung, die aus Rumänien ausgewiesenen fnd'schen Ukraine- Flüchftinge in Kanada mrsmnchmen. Diele Flüchtlinge, sagte Dr. Nansen, können nicht mehr nach Ruülaud mrückkchren. /auch wenn sie cs wollten. Er. Dr. Nansen, habe sich bei der ruffksch-n Regierung bemüht, daß sie tausend Flüchtlingen die Rü^kehr nach Rußland acltatte. Die S"wiet-R"gierustg erllär^e. sie muffe zuerst untersuchen, ob nicht diese Fli'cbtlinae politische Feinde des Sowiet-Staates sind. Die rumänische Reg'ernng weigerte sich aber, eine ruffische Kommiffion hereinzulaffen. * Der strterd'ewte Einstein. Man «ckreidt der „Boffüchrn Zeitüng": Vor einvam Jahren, als die Relativiwrscheori" db?n be-"Mtt, das. aroß« Aufffthest m erregen, und of§ man sich anschick!«. ihre Rich-ügkert bei G-lea-mhert der nächsten Sonnen» f-mstevn-is zu prüf'», wurde Einstein na'ürsich mal oon Ansfraöem beimiüeswckt. C'ner *n :!>:r die Fraqee „Was werden Sie t»n. Herr Pm?-'.ffor. wenn sich s)hro Theorre bestätigt?" Einste-'n übirirgte kein» Sekunde und sagte: „Ich werde mich lehr wundern" - * Alfred DZklkn über den Palastina-Film. Im „Bvcwer T<uM-rtt" schreibt dev Berliner F<"'ill«wnfft Äffre-d Dost'^n: „Ich sah einen zionist'.lch'n Film: R-e'.fe durch P^ösima 1923, aus dem zionistriHm Nation^''st>vds. Mit Freite fab man die berrAch,-» und di« wüst«» L-a-ndsch-asten. Da war sin^l ein stolzes, krie^evisches Bv-lk. Es zevteiil-te sich. Große NaFibarftaä^en orifsen es an. Pr-opb^ten und An^hrer hje-lren das D->-lk. desi«n Städte man. «ruderte, dessen Massen man wogführte, einige Jah"bundcr!e. -Zuletzt er^a-a es {’prtu: ferne HaniptftcÄrt wurde um-e-baut zu einer r^m'i'che^ .Kol-Eie. Sest da flattiert das Volk dr'rch Europa. Seine Iu-gu^d hat.sich erhaibrrr, Be«hyla-n'«r. Assyrier, Römer sind, bin: btt» Iu-^n^ dioses Vö^keS ^!tu-t wieder cm dem alten, verfallen Land. Ich s^e: Hell! Eine Henm-at lachen sie für d'e sserden. verw-rüwlesten Massen hinter sich. Güte, lebrt Svinoza, kommt nur a>us der Frckhort. Das alte Volk mro« frei wetzdeu nnd sich roau'vvieren 7 tirsYtteS picht.' w>' me-trf« andere« -BöM. die Fpriheit nur um ihrer stobst willew suchm." * Die jüdischen Generrke in der französischen Armee. Aus Paris wird uns berichtet: Anläßlich der zu Neujahr erfolgten Beförderungen in dev französische» Armee wurden auch vier J"d:n m Ganerä-len ernannt. Der Br>adsgen-naak der Reserve Cam'll« Levi rückte . zum D'visianSg'r'eral vor. Lev: war bei Kviegsbeginn Oberstleutnant. Tie übrigen jüdischen Generäle, und' zwar General Carvallo, General der Infanter'ö de^ Kolomaltruppen Ruef und General der Kavallerie Moog gehören dem Aktivstand an?lußer diesen bekleiden noch etwa zehn füdische Offniere den Generalsrang. Die bekanntesten unter ihnen sind Tidisionsgeneral A l c* xandre, Korvskommandan t von Metz. Gereralindeni-amt Levy in Algier. General Franck, Kommandant einer Jnfanteriebri^ade und andere. * „Ter Jude". Eine Monatsschrift. Heransgegeben von Dr. Martin Buber, im Jüdischen Verlag, Berlin NW. 7, Dorath eenstraße 35. Das 12. Heft des Vll. Jahrganges ist soeben er« schienen und hat folgenden Inhalt i Hermann Glenn, Tie KolonsiatkonsvoliLik der Jewish A^encv; Jolef Prager, Der« drangung und Durchbruch in der Milchen Seele: Siegfried Var P r a a g. Alexandre Weill : Julius L e v i n s 0 h v, Saul - Samuel Napvavort. AuS dem religiösen Leben der Ost^ litten; Hugo Rosenthal, Der Sabbath; MartinM ub er, Cbasiidischo Schrisideutungen. — Bemerlnngen. — Umschau.