Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1746 (25.12.1923)
- Date
- 1923-12-25
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980828--17216-3004200- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
0 4 «PTW TB Men, MenStag Wiener Mnvaen^eriunft. 25. Dezemb-ev 1923 Nr. 174» Kronen verlost wird, welcher gleich den übrigen sehr bedeuten-» den Nebentveffern ohne jeden Abzug zur Auszahlung gelangt und sogar vcm der Emkommensteuer befreit ist. Die Lose, deren Preis pro Stück 75.000 K. beträgt, sind beim Postsparkassenamt sowie bei bei allen Banken, Wechselstuben, Bankiers und dergleichen erhältlich. * Zeitungsfetzerkirta. Der Sängerchor . des Klubs der Zortungssetzer Wiens vermistcrltol am Sonntag den 13. Jänner w Weipls Katharinenhallc: und Alldeutschen! Saale einen Zertungssestcrkirta mit äußerst reichhaltigem Programm. Karten zn 12.000 K. sind in sämtlichen Zcitungsdnlckev.'ien erhältlich. An der Abendkasse beträgt der Eintrittspreis 20.000 Kronen. * Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Men. Samstag den 29. d. im Saale des Humani ä:sverchnes B'nai iomm"n! * Eine österreichische Banknote für das Prager Nationalmuseum. Das Prager Noteninstitut ist im Besitze einer Panknote, die auf 2 0 8 5 M i l l i o n <• n t schecho - slowakischer Kronen lautet und im jedem Ausweis des Bankamtes unter dem Titel: „Guthaben bei der Oesterreichisch-ungarisckwn Bank" geführt wird Als der tschecho-slowakische- Staat von der Oesterreichisch-ungarischen Bank die Giroguthaben und Kassenscheine übernahm, stellte die Oesterreichische-ungarische Bank ihm eine Kumulativbanknote im Betrage von 2085 Millionen Kronen aus. Diese Banknote wird nach völliger Liquidierung der Forderungen an die ehemalige Oesterreichisch-ungarische Bank dem Bestand des Nationalmuseums einverleibt werden. * Amerikanisch-zionistische Mitgliedschaftskampagne. Die Aktion für die Gewinnuna von ordentlichen und unterstützenden Mitgliedern der Zionistischen Organisation ist in New- Aovk und Chicago in vollem Gange.' Auch in Philadelphia sind die Vorhereirungen für die Aktion der Gewinnung von 10.000 ordentlichen und 1060 unterstützenden Mitgliedern bereits beendet. Auch Neuengl-and greift seht in den bis setzt noch nie so intensiv durchgeführten Driwe ein. Alle Kräfte werden in Aktion gesetzt, , um diesem Drive für die Gewinnung von 100.000 Mitgliedern vollen Erfolg zu sichern. Der Zentrale in Now-Dork gehen Berichte aus allen Teilen des Landes zu, wonach die entfaltete Tätigkeit das bsite Gelingen erwarten l-'->ßt. * Die Wohlfahrtseinrichtungen der jüdischen Welthilsskonferenz in der Ukraine. Die jüdische Welthilfskonferenz unterhält in Odessa, Ielsiavethcirad, Tiraspol und Dherson vier Polikliniken, in denen im Verlaufe des letzten Halbjahres 55.679 Kranke behandelt wurden, von denen 1012 operiert wurden. Es wurden 22.704 Medikamente kostenlos verabfolgt. In den 23 von der Welthilfskonserenz veranstalteten und den Freikirchen anoegliedertcn Kindererholungsheimen wurden. seit ihrer Gründung 27.201 Kinder in Pflege genommen, oon denen 1431 durch tie Aerzte der Heime behandelt wurden. Es wurden in 10.560 Fällen Medikamente ausyegeben. Die in den Freiküchen der Welthilfskonserenz gespeisten Kinder werden, sobald der untersuchende Arzt es für erforderlich hält, in Sanatorien geschickt. (Jta). * Der König unter Zensur. Vor seiner Abreise nach Italien hielt König Alfonso von Spanien in Valencia eine Red.', deren Inhalt. p-m Blättern in Madrid übermittelt wurde. Ein Blatt schickie den Text 'der Rede zur Zensur, die rinige Sätze aus der königlichen Ansprache strich «und dann die Leröffentlichung in allen Zeitungen verbot. Selbst die Ankündigung der Rede in -der Inhaltsangabe der Zeitungen und der Kopf -der Rede über der iveistgebliabenen Stelle wurden gestrichen. Natürlich ist man doch dahinter gekommen, was der König gesagt hat. Er erklärte nämlich, das heutige Regime in Spanien werde ebenfalls eines der Gerechtigkeit sein, unterscheide sich aber von jedem anderen durch die gerechte Strenge, bie notwendigerweise bei der Bestrafung bestimmter Politiker angewendet werden muffe, die Strafe der-' dienen. * Ehaim Nahum Effendi Oberrabbiner von Aegypten. Der frühere Oberrabbiner der Türkei, Chaim Nahum Er feudi, der bekanntlich mit Kemal Pascha sehr befreundet ist und von demselben mit Friedensau fgaben 'betraut worden war. hält sich jetzt aus seiner Reise nach Angora in Konstantinopel auf, wo er Besprechungen mit Regierungsvertretern haben wird. Von Angora wird er nach Kairo reisen, um dorr als Oberrabbiner von Aegypten feinen dauernden Wohnsitz zu nahmen. Es ist schon längere Zeit der, seit die jüdische Gemeinde von Kairo Rabbiner Nahum Effendi' einstimmig eingeloden fyrf, den Oberrabbmerposten in Kairo zu übernehmen. Erst setzt hat sich Rabbi Chaim Nahum entschlossen, dieser Einladung Folae zu leisten. <I. T. AI * Fortschreitende Verminderung der jüdischen Bevölkerung in Rußland. Die Moskauer fudisch-ko-mmunsitsiche Zeitung ,^mes" bringt -die folgenden statistischen Mitteilungen der jüdischen Abteilung: Von den vor dem Kriege in ganz Rußland wohnenden Juden sind nach dem Abt raten der Randgebiete bloß 48,5 Prozent im Sowjetstaat - verblieben. 51,5 Prozent kamen aus die abgetretenen Gebiete. Die relative Höhe der jüdischen Bevölkerung in Sowjetrußland hat sich -von 4,2 Prozent auf 2,4 Prozent gegenüber >drr übrigen Bevölkerung vermindert. Während die Zunahme der allgemeinen Bevölkerung in den Jahren 1897 bis I960 29 Prozent beträgt, haben sich die Juden in dieser Zeit bloß um 11 Pro.zent vermährt. In diesem Zeitraum sind 1F)0000 Inden aus ganz Rußland ausgewandert, davon 600.000 allein aus dem Territorium des jetzigen Rußlands. Während der Pogrom- und Banditenwette sind laut den Nachrichten der jüdischen Abteilung 70.000 Menschen getötet und 500.000 Personen um ihr Hab und Gut gebracht worden. 'OO-GOo Waisen sind verblieben. Kleine WroM. — Eine „archäologische Schule" in Karthago. Aus L o nbon wird geschrieben: Als ein „gewaltiges Freilichtmuseum", in dem die Ueberreste vergangener Zivilisationen aus mehr als zwei Jahrtausenden noch emporragen, bezeichnet Graf Byron de Prorok Nordafrika, dessen archäologische Stätten. durch eine Expedition unter seiner Führung untersucht worden sind. In einem Vortrag vor der Londoner geographischen Gesellschaft erzählte der Gelehrte von diesen „toten Städten", in denen nacheinander Phönizier. Karthager. Römer. Griechen, und Numider, Byzantiner, Bawdalen, Spanier und Araber ihre Kultur entfalteten. Der Mittelpunkt all dieser Forschungen ist die Ruinenstätte von Karthago. Man hofft, in der nächsten Zeit in Karthago mit Genehmigung der Franzosen eine „Archäologische Schule" zu errichten, ähnlich wie in Rom und Athen. Die erste englische Expedition galt den römischen, karthagischen und byzantinischen Ruinenstädten des Atlasgebirges. Die zweite Fahrt führte zu den Städten an der Grenze der Wüste Sahara im äußersten Osten von Tunis. Un^r diesen befiwdet sich G ig i t h i, die einzige griechische Ruine von Tunis, gegenüber der Insel Ierba. dem sagenhaften Lande -er antiken Lotosesser. Dann ging es nach Tebessa, der größten byzantinischen Festung der Welt. Hier hatte die dritte römische Itegion unter Augusius ihr Standquartier, um die römischen Provinzen Afrikas gegen die kriegerischen Wüstenstämme zu schützen. Man betrat die Stadt durch einen großartigen Triumphbogen mit reichem CLulplurertfchrnuck, und von dios-em Bogen führte die römische Straße, ein Bauwerk von besonderer Großartigkeit und Festigkeit. 500 Kilometer lang, bis nach Karchaao. Die Meilensteine stehen noch heute gerade so wie vor 2000 Jahren. Hier befinden sich auch die Ruinen der größten bekannten Äasil.ika, deren Fassade und Mosaiken vortrefflich erhalten sind. Wenn man die frübestcn Kirchen der Christenheit sehen will, muß man nach Nordafrika reisen. Eiire eigenartige Anlage ist die Königsstadt Bulla Reggia. Die Bewohner dieser Stadt sollen im Winter über der Erde, gelebt und so die Sonne und das milde Klima der kalten Monate genossen haben. In der Hitze des Sommers aber, so wird behauptet, traten sie ihre Erholungsreisen nach ihren unterjrdffchen Palästen an, die immer kühl und angenehm waren. Jeder dieser unter der Erde liegenden Paläste hat seinen Namen nach dem Gegenstand der Hcnlptmofaikdarstellungen. wie z. B. „Palast des Bären", „Palast der Pfauen" usw. Die nächsten Aufgaben bestehen in der Ausgrabung des Tempels der Tanrt. — Das Beten auf den Bahnen. Aus Warschau wird uns geschrieben: Die in der letzten Zeit mehrfach vorgekommeneu lieber griffe der Bahnorgane gegen jüdische Passagiere, welche während der Reisezeit ihre Gebete'verrichteten, haben das Eisenbahnministerium veranlaßt, ein Zirkular an die Bahnbehörden zu richten, in welchem darauf hingewiesen ' wird, daß auf Grund der Staatsgrundgesetze Gebete während der Eisenbahnfahrt nicht gestört werden können, sofern dadurch die öffentliche Oordmmg nicht gestört wird. — Di« jüdische Landwirtschaft in Rußland. Nach den letzten Meldungen der Gesellschaft „Ort" hat sich die Zahl der jüdischen Landwirte in Rußland von 60.000 im Jahre 1913 auf 76.000 im März 1923 vermehrt. Der von den jüdischen Landwirten in Rußland bearbeitete Boden umfaßt 140.000 Dcßjatinen. Im ganzen sind in den Jahren seit der Revolution in verschiedenen Gouvernements etwa 300 neue jüdische Kollektivsiedlungen mit zusammen 26.000 Deßfatinen Boden entstanden. — Jüdisch und Enqttsch. Herr Johann Gartenberg schreib: uns: Es ist bekannt daß es in Hinsicht auf sprachliche Entwicklung AnÄoairn zwischen dem Jüdischen und dem Englischen gibt; beide Sprachen sind durch Einwirkung verschiedener fremder Elemente auf die Grundsprache entstanden. Ms an ihren Traditionen mit Liebe hängende Völker haben Juden cibonso wie Engländer Sitten und Gebräuche, aber auch Sprachnormen aus dem Altgermanilschen. beziehrrnaswesie Altdousichen bewahrt, die im Neuhochdeutschen bereits ftark verändert oder gar ganz daraus verschwunden sind, wie zu-m Beispiel: Eng!.: their, jud.: seir, deutsch: ihr (3. P. pl.); engl.: thry, jüd.: sei, deutsch: sie (3. P. pl.). Personen, die des Englischen und des Jüdischen mächtig sind, wird vielleicht auch folgende Aehrrlichkeir <r. Gefallen sein: Enal.: to harter, jüd.: baten, deutsch: tauschen, wechseln. Es wäre für Etymologen nicht uninteressant, nachzufavschen. ob die A-ÄnrlWeit in diesem Falle am den gemeinsamen Stamm der beiden Sprachen zurückzuführen ist oder ob hier ein Zufall voÄjegt. Die enmsiche Sprache dürfte das Wort „to barter" nämlich nicht aus dem Anglosiächsffchen. sondern aus dem norman-no-fran-ösischen „barater" (tauschen, wechseln, täuschen) übernommen haben, was aber immer noch nickt ausschließen würde, daß es trot-dem aus dem Germanischen sta-mmt; denn einmal waren die Normannen ja Mndinavisch-gevmaniscker Herkunft und halben erst nach der Eroberung der westfranzösischen Küste die französische Kwltur angenommen, und zum anderen find auch in der fvanzössicken Sprock« Elemente cms dem fränksichen und arideren deutschen Stammen bewahrt, wie ,chaie" Hecke, ,-balcon". Balken und Viole andere. Es ist mir nicht gelungen, herauszuf'mden. ob das novinanrio-fvarnofsiche „barater" auf einen gemeinsamen Ursprung mit dom jüdischen baten" (.-barten"?) tzurückzuführcn ist. Da ich aber an Zufälle bei sprachlichen Uobereirsitimmungon nicht glaube, wende sch mich an die Leferfckcsii Ihres geschahen Mattes. Vielleicht gelingt es, hier einen Zusammenhang nachzuwesien. — Der Schmerz einer Mutter. Ein« Frcm ans Buray (Departement Seine et Marne), deren einMer Sobn im Krieg gefallen war. konnte den Gedanken nicht ertraoen. daß das Denkmal zum Andenken an die Gefallenen der Gemeinde gerade vor ihrem Haus errichtet wurde, tza sie dadnrck iedrsm<A. wenn sie zum Fenster bnauSsah, an ihren urten Sohn erinnert wurde. Deshalb hat sie seit dem Monat Anmsit. wo di« Fundamente;u dem Denkmal geleckt wurden, zu wiederholten Malen nachts di« anaefangeuen Arbeiten zerstört. Es wurden mehrere Verweise an sie erteilt, als sie ccker sortft'hr. die Arbeiten zu stören, wurde sie von der Gemeinde f-estgenommen imb in das Gefängnis nach Fontainebleau eingeliefert. Doch sit es nicht wahrscheinlich, daß sie bestraft werden wird. — Ein Drnkmal für die „italienische Mutter." Im kommenden 1. Jänner wird in der Kirche Santa Crvoe in Florenz ein Denkmal zu Ebren einer „italienischen Muster" einaewe'ht werden. In derselben Kirche liegt Dante begraben. Das Werk wird von den sechs größten lebenden italiensichen Künstlern einHeweiht werden. — Der Wunder-Spanier. Nach spanischen Bkättermelüntrpen besitzt der in Madrid lebende Margnis San steara angeblich di« Fähigkeit, durch licht undurchsichtige Gegenstände zu sehen. — Marquis Santacara vermaschte die Stellung der Zeiger ein« Uhr, die hinter mehreren esiernen und Meipllatten anfgehängt war. zu erkennen und genau anzugsben. San'acara wird demnächst in Paris die Versuche vor einer Kommiffron von Gelehrten wiederholen. — Rettung Berfchütteter durch Radiotelephonie. Ein« Mexikos einyokuhrt wcÄ>m. Dil» -r>inffa!hven^en Ben^eutt rcha^^ eine Minen, eigons lonstruierten Radioappavat, ewa v n der Größe einer gewöhwlichm Pho.Mravibischc-n Handkamera, der 'i: instand setzt, im Falle einer G-ouibenkatastvoiPihe durch Ans- -udiung dvaihtzloser Bolschgiftim sich müj der Außemwölt m Ber- >in^nnig M setzen und die Stelle amu^igen, cm welcher sie ^cmchüttst wurden, so daß das Rettnnasiweuk sofort in der erfordevlichen Richt.una einsetzen-taun. Die von dem mexikanischen Aribeitsamt durchgeführten Versucke mit dem neuen Apparat, der ohne Antenne und ohn«e Bevbindiuing -mit der Erde funktioniert, sollen durchaus b'friedigsnd -cmZgctfaUM sein. — Ein Rieseneinbruch in Triest. Vor . einigen Tagen wurde nachts bei der Firma BrmmerS Sohne in Trieft eingebrochen urch Waren -im Wewte von bemalh? «-wei Millionen Lir-e entwenldet. Die Eitzbrecher fanden drei Kasßm vevschveden-or Größen, konnten aber nur die mittlerer Größe mit «m-em falschen Schlüssel öffnen, die anderen Kaffen gelang es ihnen nickt zu erbrechen. Ans der Kaffa entnahmen sie Mtien der „Bcmca commerc'ale Triestina" und der SckUahrtsgesellschaft „Eosulich" im Werte von über einer Million Lire, weiters Schmuckgegeristände im Wert« von 100.000 Lire und die in der Kaffa vo-r-bandenen 16.000 Lire Bargeld. Es wurden 20 000 Lire als Belo-Hnt'ng für die Eruierung der Täter au8->e° schrieben. Gemeldet wurde, daß ein Junge die gestohlenen M'ien vollzählig in ein Paket gebunden auf der Straße gefunden hat. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. — Das Berlobtenschsif. Unter den zahlreichen Passagieren. die der Dampfer „Regine" der White Star Dotninion- Linie atsi einer seiner letzten Reisen im Montreal landete, befanden sich nicht weniger als 17 Dräust, die von ihren/ in den kanadischen' Prärieprovinzen ansässigen Verlobten fehnfüchtig erwartet wurden. — Heiratsfähige Frauen gesucht. Mährend fast allt zivilsiiertert Staaten einen Frauenüberschuß cmiswesien. herrscht in Australien Mangel au heira sfähigen Frauen, den die Regierung durch sooben bofchlossene^ Ein>wanderungsmaß.nahmen beheben will. Man will einer Viertelmillion heir-atSfcihiAer Frauen in Australien Gelegenheit goben, sich in den landwirtschaftlichen Betrieben gegen freie Station und Verköstigung einzu'leben. ihnen überdies eine Veraütung in Bargeld m sichern und nach der halbfristigen Zeit der Unterwesiung freie Wclhnungswahl zubilligen. Durch diese Bovbildttmsmc Hobe hofft die Negierung, den Farmern und Landwirten schnell und sicher die brauclibare Eheaefährtin zri beschaffen. — Eine Anekdote über den neuesten Akademiker. Vor kurzem hat die Französifie Akademie einen der hervorragendsten Advokaten der Hauptstadt, Henri Rolbert. in ihre hohe Veriammlnng gewÄlsit. Man erzählt sick über diesen gläirzenden Pariser?ldvokaten allerlei humoristische Anekdoten; hier folyt eine solche: Henri Robert verteidigte einJft — es war im Jahre 1880 — einen Mann, der seine Frau umgebracht hatte. Es war das banale Liebesdrama. Henri Robert, der damals noch jung War, verteidigst seinen Klienten mit Leidenschaft und rief zum Schluß aus: „Mein Klient betete ,seine Frau an; er 'bedauert ttu-r eines, nämlich, daß er sie überlebt hat. Er wollt« zuerst sich selbst töten und t)«nn sie . . ." Der Erfolg dieser eigenarti-fen Verteidigung, die eine schallende Heistrkeit heroorrieif. war gut, der DLörde-r kam mit einer leichken Strafe Weg. Die nackten Knie der Studentinnen. Aus Ncw-Aork wird uns gemeldet: Die korserva'.ive u-nd dl« liberale Fraktion des Aussichtsrates der -Vassar-Mädä)>cn-iUn üverfttät haben sich nach langen und hitzigen Debatten dahin geeinigt, daß die D aqe, o.b die Sttldon>tt.n.ilen mit nackten Knien und Pumpho' n Hofe und in 'b»err SpeiseiAen erscheinen dürsten, dam Geck der einzelnen Studentinnen überlasten werden soll. Es >oar vopher der Versuch gemccht worden, die nackten Knie uu'str fcilie strafbaren Beraebe.n, wie Mn Betsipiel Schwindeln bck Prüfungen nslw.. eMureihen. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Brmm, 14. Bez., Reindorsgaffe 4L Heute moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abends. * Alle Housirauen rufen tm Eyor r ,Die beste Seife ist Kagor." BerriKe, Vorträge und Versammlungen. Das Zionistische Lokalkomitee bringt den ihm angecrliederten Sektionen, Ortsgnrppen und Verem-en nochmals in Erinnerung, daß ihre für di« Vevöffeutllichrmg in der „Wiener M o r g e n z e i t n n g" bestimmten Ankündigungc« von Borträgen nn Wege des Lokalkomitees »n erfolgen haben, und bittet, das Lokolkomit?.? von der Abhaltung eines Vortrages oder einer Versammllung einige Tage vorher zu veriständigen. Lehrerberatnng. Donnerstag den 21. d. um ctit* viertel 7 Uhr albends im Lokal >der Bezirksovaausiation, 9. BeZ., Liechtensteinstraße 11. Tagesordu-u-ng: 1. Elternvettband für Oesterreich. Referent Dr. Kl aber. 2. Jugendzeiffchrift: Referent Lancze ner nutz B anmga rt en. 3. Jngendavbeüt. Zionistische Sektion Landstraße. Heut« . um 10 Uhr vormittags Aussch-ußsihung im Cafe Ilion. Miialieder der Keren Ha-iessommission-Veranstal^ing und des Finanzkomitees werden ersucht ebenfalls zu erlscheinen. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Morgen, Mittwoch um 8 Uhr abends gemütliches Bosiammensein. Gäste willkommen. Cafe Ilion. Urania. Heute, Großer Saal, halb 3 Uhr: Der Wiener Malier. 5 Uhr: Wild-Afrika. Halb 8 Uhr: Dr. Josef Bergaiuer: Alt-Wiener Theater. — Kleiner: Saal, halb 3 Uhr: Kalif Storch. — Der Fischer und feine Frau. —■ Marlion-rttenkrieq. Halb 6 Uhr: Opernfragmente 9. Leitung Prof. Artur Barensfeld. Madame Butterfly. Halb 8 Uhr: Lautenlieider-ÄblLnÄ Else H o ß ° He n ni nge r. — K.u r ssa a l, halib 6 Uhr: Max Iaffe: Botzlestabend Fritz Renner. Halb 8. Uhr: Eduard Golias: Wege zum Le«b?n. — Klubsaal, 6 Uhr: Hilda Weaner: Vorlesung Strindbeva. Halb 8 Uhr: Univ.-Lektor Dr. Felix Trojan: Phantastische Dichtung. — Morgen. Großer Saal, halb 3 Uhr: Unser Sali'Lammeraut. 5 Uhr: Nanuk der Eskimo. Halb 8 Uhr: Humor in der Musik. — Kleiner Saal, halb 3 Uhr: Franz Schrrbert und feine Fvennde. Halb 5 Uhr: OpernkonHerte. 11. Leitung Dr. W>olf Günzburg: Der Evangelimann. Halb 8 Uhr: Direktor Karl Jäger: Heitere Dovlesnng. — Kn r ss a a l. halb 6 Uhr: Prof. Dr. .Karl Haas: Die Erzälblungen der Marie Ebner-Eschenbach. Halb 8 Uhr: Prof. Dr. I. W e i^ß: Adriafahrten. — Klubsaal, 5 Uhr: Evich Mann: Heiterer Dov> tvagsabend. Austritte aus dem Judentum. Burger Friedrich, geb. 27. Jänner 1899, NeuVistri-, Uhrmacher, 14. Bez., Grimmgaffe 2t. N e u f e l d Ernst, geh. 26. September 1907, Michalkowitz, 2. Bez., Erlafstraße 6. A u f- Werber Emilie geb. D r e x l e r, geb. 15. August 1888, Kritzendorf, 2. Bez., Praterstraße 42. A u f w e r b e r Friedrich, geb. 18. Juli 1672, Weißenkirchen, 2. Bez., Praterstraße 42. Müller Stephanie, geb. 16. Juni 1899, Pozega, Studenti«, 18. Bez., Hofstadtgasse 16. G l a u b a u f Fritz, geb. 10. Juni 1601, Graupen, 18. Bez., Colloredogasse 21. Brüll Oskar, geb. 23. Oktober 1923, Gasa, 2. Bez., Nembrandtstraße 30. Z e w y Dtarie geb. Bauer, geb. 20. August 1859. 4. Bez., Belvederegasse 30. Sommer Ludwig, geb. 15. März 1888, Amstetten, 2. Bez.. Roten Sterngaffe 22. Mahner Rifka, geb. 13. März 1879, Czernowitz, 1. Bez., Eßlinggaffe. E 'd e lst e i n Josel, geb. 20. Marz 1900, Kaperora, 6. Bez., Gumpendorferstraße 63 g. Singer Jobanna geb. T u r e k. geb. 9. Aprll 1881, Wolin, 6. Bez., Mariahilferstrahe 55. Doktor FuchS Bruno, geb. 7. Zluguft 1887. Jglau, 2. Bez., Obermüllerstraße 5. Blum Leo. aeb. 11. Februar 1886, Brünn, 2. Bez., Erlafstraße 6. R a j n a Renee, geb. 13. März 1890, Budapest, 2. Bez., Novaragasse 49. Mchereinlauf. A ch a d :ö a a m: „2lin Scheidewege", Band I, NeuauS«- gabe. — Bergelso ::: „Das Ende vom Lied"; „D e u t» Würdigkeiten der Glücke! von Hamel n", 4.Auflage. — N o rdau: „ZionistischeSchriften", 2.erw.Auflage. Sämtliche I ii d i s ch e r Verlag, Berlin. Josef Popper-Lynkeusr „Ueber Religio»E, Verlag stt. Löwit, Wien. AndorNagy: „Wirbelsturm", Roman, Konstanz, Sen- Verlag. D r. P a u l N e t t lr „Alte jüdische Spielleute und Mnsiker", Verlag Dr. Josef Flesch, Prag. — A r n e N o v a kr „Dib tschechische Literatur aus der Vogelperspektive". Ebenda. OskarWessetzkyr „Jenseits", Gedichte. Gloriett»» Verlag, Wien. ,^Der blaue Äinderkalender", Rikola-Verlag, Wien, non: ..Neit-Oesterreich", Verlag Eitgeu DiederichS, Jena. <