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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-25 · Heft 1746 (25.12.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1746 (25.12.1923)
Date
1923-12-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1748 Dien, Dienskag Echem den ntoha irr niedani scheu Glauben an, um sich zu retten. Diesen Scheinmuselmanen wurde nun am Ende des dreizehnten Jahrhunderts die Erlaubnis erteilt, wieder zu ihrem Glauben zurückzulehren, doch sie mußten eigene Tracht anlegen, um sich von den wahren Gläubigen zu unterscheiden. Nach einer großen Judenverfolgung im vierzehMen Jahrhundert nahm der Sultan Jakub ben Abu a l H a k i, der außerhalb der Stadt um seinen neu- «ebauten Palast eine kleine Siedlung gründete, die bis fpat heutigen Tage Neu-Fez heißt, die Juden, welche den größten Teil der Altstadt bewohnt hatten, unter seinen Schutz und gab ihnen eine Gasse zum Bewohnen. So entftonch der Mellaih von Fez, welcher bis heute in der Nähe des Palastes des Sultans liegt. Doch nicht alle Juden wollten die Altstadt verlassen, nur die Armen und Frommen siedelten sich in der Nähe deS Palastes an, die meisten reichen Kaufleute nahmen wieder den Islam an und blieben in der Altstadt wohnen. Dabei behielten sie ihre alten jüdischen Namen. Diese sind noch heute unter chnen zu finden, zum Beispiel die Namen Cohen, Tälfon, Tasi und andere. Im BeÄehr mit den übrigen Juden leugnen sie auch nicht ihre jüdische Abstammung. Diese mohammedanischen Marannen bilden die Handelsaristokratie der marokkanischen Hauptstadt und sind unter dem Namen »Ohel-Fez" (die wahre Bevölkerung von Fez) bekannt, da sie den Grundstein der städtischen Bevölkerung bilden. Ihre Kaste vermehrt sich von Zeit zu Zeit, besonders bei Judenverfolgungen, durch neue Abtrünnige vom Judendun. Diese Lhol-Fez stehen an der Spitze des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Marokko. Ihre Handelsbeziehungen reichen über alle großen Städte Afrikas und ihre Firmen haben Vertreter in Liverpool und Manchester. Sie und die nordafrika irischen Vertreter des Welthandels. Von diesen muselmanischen Marannen stammen auch die meisten Dosiere und politischen Führer der letzten Zeit ab, so die beiden Brüder Al-Tasi, die Wesiere des letzten Sultans Mulai-Hafib. Interessant ist. daß diese Ohel-Fez sehr häufig in kritischen Zeiten die Beschützer der Juden im Ghetto vyn Fez waren. Das französische Protektorat übri- Ms sympathisiert nicht sehr mit den Ohel^Fez, weil sie vielfach die Träger des marokkanischen UnabhängigkeitszedankenS sind. Di«. Juden in Marokko sind physisch ein schöner Typus. Die Mädchen und jungen Frauen zeichnen sich oft durch Mradezu wunderbare Schönheit aus. Geistig sind sie ein Auswahlprodukt aus vielen Generationen aristokratischer Familien, Gelehrtengeschlechtern und Märtyvern. Folllore »er Humors. Tristan Vernarb hieil.1 vor kurzem einen Bortrag über bi» Folklore des Humors und charakterisiert« jedes einzelne Voll durch je eine Anekdote. Aas der Full« des Bovgebrachten seien die folgenden drei Anekdoten wiedergegeden: Der Engländer: In South Chevtam. im Wösten Englands, trottet eine öokokbahn. Der Zug hält, die Reisenden beugen sich zu-m Fenster hinaus. ,MlS ist geschehen?" MichtS," antwortet der Zugsfi'chrcr. „eine Kuh geht vor dem Zug aus den Schienen. Eine halbe Stunde später VleM der Zug wieder stehen. Mas ist denn wieder loS?" fragen die Passagiere. «Nichts". antwortet der Eisenbahner.,-jetzt ha! der Zug die Kuh emgchott." Der Russe: Der Herr deS Hauses kehrt nach langer Abkvojenheit fye-'mt. Mas gbbt'S Neues?" fragt er einen seiner Diener. »MchtS. Das heißt doch ein« Neuigikki-t. Die Katze der gnädigen Frau ist krepiert." «Krepiert?" «Ja. Damals als die Pferde verbrannt sind." Mas? De Pferde sind verbrannt?" Much der Stall ist nänÄich niedergekbranM." Mer Stall ist niedergebrannt?" «Ja, auch das HauS." «DaS HauS auch?" MS nämlich die alte Gnädige -auiMbahrl lag, hat sie von einer der Bahrkerzen Feuer gefangen." «Ist denn meine Mutter gestorben?" ,Ja, die Arme, sie hat es sich so sehr zu Herzen genommen, daß die Gemahlin deS gnädigen Herrn mit Bjrem Freund durchgegangen -ist. . Der Franzose: Während des Krieges besuchen Journali-sterr.die Front, vo sie von einem .Hauptmann deS Generalistabes durch die Schützengräben geführt werden. «Jetzt bitte, nach links . . . jetzt nach rechts, kommandiert dar Offizier mit leiser Stimme. Auch die Journalisten sprechen rm Flüsterton, noch leiser M der Hauptmann. ,/Dind denn dir Deutschen so nahe", fragen die Berichterstatter mit Zähneklappern, kaum hörbar. ,-Sie dürften fo etwa dreißig Kilometer von hier stehen", hauchte der Offizier. «Ja, warum sprechen Sie dann so flüsternd, bitte?" ,Jch bin erkältet, bitte", antwortet der Haupt-mamr, „wahnsinnig erkältet. Meine Stimme ist hm." ,Jst'S wahr?" zweisalten die Journalisten. Und sie flüstern weiter ... . foftotnenaeitmtn. üa interessanter Fund zur Wallenstc - Frage. Zwei alte Urkunden in Prag entdeckt. Der „Egerer Zeitung" wird aus Prag gemeldet'. G..rwtz deS Friedensvertrages von Saint-Germain ist der österreichische S'.aat verpflichtet geweserr, die auf die Nachfolgestaaten bezughcrbenden Urkunden, Dokument, Schriftstücke, und zwar auch alle jene Uurkunden, di« bisher streng geheim gehalten wurden, anszuli eisern. Auch aus die Tscheche-Slowakei entlfiel natürlich ein großer Teil dieser Urkunden, und zwar in emem derartigen Umfange, daß vor längerer Zeit zwei Waggons Urkunden nach Prag rollten. Mit der Sichtung dieser Urkunden wurde in Prag alsbald begonnen und jetzt wurde ein überraschender Fund gemacht: Unter alten UurAruden fand man auch zwei bi Her nicht beachtete Dokumente, die sich bei näherer Prüfung als ein Fund herauSslellten, der zur Lösung der Wallenstein-Fvage ebnen außerordentlich wichtigen Beitrag liefert. Diese beiden Urkunden beweisen nämlich einwandfrei, daß Mallenstein Hochverrat begangen hat, um sich in den Besitz der böhmischen Krone zu setzen. Diese Annahme ist ja früher schon wiederholt ausgetaucht, aber ein einwandfreier Beweis ließ sich darüber nicht führen. * » Daß die Mörder nicht von politischen Erwägungen geleitet waren, staud Avar lange fest; jetzt erfährt man in allen Einzelheiten die rein geschäftsmäßigen Verhandlungen zwischen dem Hofe und den zum Teil sehr hochgestellten Schandgvfellen. Die vereinbarter! Preise wurden nach vollendeter Tot vom W:ener Hof genau ausgezahlt, und zwar verteilte sich der Blutlrhn folgendermaßen aus die Vollführer und Helfer: Oberst und ein Haus in Prag, Hcmptmaun Devcroux 100 tfchech. Kronen und die Herrschaft Doxy mit Pernstyn urÄ> Deftna, Oberstleutnant Leslie 860 tschech. Kronen und die Herrschaft Opocno, Gras Schlick 1100 tschech. Kronen, die Herrschaften DeliS und Stare Hrady und die Gutsbositze Plosloviee und Svbemee. Gras M. Gallas 2860 tschech. K. und die Herrschaften Friedland, ReichenLerg, Smirice, Horincves, Sadova Zizoleves und ein Haus in Prag, Haup'mann Devcroux 100 tschech. Krönen, die Gutsbesitze Döbrovitow, Chlum und Krokhlebe, Graf Piccolomi 500 tschech. Kronen und die Herrschaft Nachod, Graf Jfolano 400 tschech. Kronen und die Herrschaften Böhmifch-Aicha und FrieÄstein, Graf Aldvingen 260 tschech. Kronen, die Herrrschaft Teplitz und ein Haus aus dem HrÄdschin. Im ganzen kostete die Ermordung Wallensteins außer den Herrschaften und Gutsbesitzen 7600 tfchech. Kronen, dann das Vermögen, das Wallenstein bei seiner Ermordung in (Sger bei sich hatte, zahlreiche Titel und schließlich 3000 Seelenmessen, die Kaiser Ferdinand der Ztoeite für die Seele des Ermordeten lesen ließ. Bekanntlich befinden sich eine Reihe von FamAien heute noch in Böhmen im Besitz der Herrschaften und Vermögen, zu denen die Mordprämien den Grund gelegt haben. verschollene Wische HochzeitrbrSuche. Di« Memoiren der Glücket von Hameln, welche in deutscher Uebertragung, mit guten Bildbaigaben versehen, soeben in vierter Auflage*) erschienen sind, werden gern von der „gemütvollen" Seite betrachtet und besprochen. Weit weniger wird jedoch auf ihren jüdycherr°echrro>graphrschen Wert hingewiesen und auch die Bedeutung, ivelche dieses Doknrnent aus dem 17. Jahrhundert für die Geschichte des jüdischen Volks-- idioms hat, ist viel zu wenig gewürdigt. Auf diesen letzten Punkt seien die jüdischen Philologen aufmerksam gemacht; hier soll aus einige ethnographische Besonderheiten, welche die Glücke! erzählt, hmgowiesen werden. Bei der Beschreibung einer Hochzeit Mt die GlückÄ an, daß das Brautpaar oder feine Eltern (genau ist dies aus der Textierung der Stelle nicht festzustellen) „auf dem Spinnholz Waren". Der Ausdruck ist ungewöhnlich nmd heute verschollen. Das Wort „Spinnhol;" bedeuett wohl ./Spindel" imfo es muß sich um eine metaphorische Bezeichnung handeln, welche die Spindel mit der Würde der Hausfrau in Beziehung bringt. Aus einer Darstellung, über das Leber: der Judengemeiude in Fürth geht hervor, vag es bereits c»n Ende des Mittelalters und im Anschluß daran bis in das 18. Jahrhundert hinein bei .den Juden in Deutschland üblich war, an dem Freitagabend, der der Hochzeit voranging, ein Fest zu Ehren de^ Brautpaares zrr geben, das „Spmnholz" — eben mit Beziehung auf die künftige Hausfrau, deren Würdeattr.ibnt die Spindel tvar — genannt wurde. Aus der Darlegung der Glücke! scheint herivorzugehen, daß die N-eberreichung der Hochzeitsgeschenke bai dieser Spimcholz genannten Feier erfolgte. Dieser Brauch ist bei jüdischer: Hochzeiten in Deutschland völlig verschwunden, ihn Osten besteht in rnodifizierter Fornr bei nranchen jüdischen Hochzeiten noch heute eine Dorfeier am Freitagabend. Der Name Spmnholz «st völlig, in Vergessenheit geraten und im Jüdischen heute nicht mehr gebräuchlich. Auch oin anderer jüdischer HochzevtSbvcruch, dessen die Glücke! Erwähnung tut, verdient besonders hervorgchoben za werden. Die Ateste Tochter der Glücke! heiratet den Enkel des Mordechai Gumpel, der durch seine Verbindung mit der kirrbrandenbnrgischen Regierung m der Grafschaft Cleve großes Ansehen genoß. (Mordechai Gumpel ist übrigens der ©tarnnv» Vater der bekannten jüdischen Familie Gomperz.) Dieser Hochzeit wohnte Prinz Friedrich von Brandenburg, der spätere Kinig Friedrich der Erste von Preußen, ferner der damalige Statthalter von Cleve, Fürst NLo-riz von Nassau, foei. Gkückeil erzählt nun: ,Me nun die Vornehmen von den Konfekten und Früchten gegessen und auch wohl von den Weinen ge- Inucken hatten, hat man den Tisch abdecken laßen und hinaus getan. Daun sind verkleidete Deute hineingekommerr und haben 9 Denkwürdigkeiten des Glücke! von Hameln. Aus dem JüdischDmtschen übersetzt, mit Er- Liutevungen, herauSgvgebcn von Dr. Mfved Feilchenfad, Jüdischer Verlag, Berkin. 26. Dezenrber 1928 __ _ Sette 7 sich gar schön präserrtiert und allerhand Posserr. genrach, dii zur Ergotzlichkeit gedient haben. Zuletzt haben die Vevll-ride^^ einen T o t e n r a n z aufgeführt, der schr rar gewesen ist. ' Die Darstellung der G'lückel führt also an. daß es drrn..ll; nicht nur am Purim, sondern auch bei Hochzeiten Brauch war tll Verkleidung oder im Maskena-nzug zu erscheinen. Es muß freilich in Betracht genommen werden, daß es sich hier um sine HockMÜ handelte, welche durch die Anwesercheit von ftivst« lichen Personen ein besonderes Gepränge erhielt und daher auch Außerordemliches, sonst bei Hochzeiten vielleicht reicht Uebliches geboten wurde, um die Gäste zu ergötzen. Daran! weift auch die Bemerkung Glückels hin, daß der Totentapq, den die Verkleideten auMWen, sehr rar gewesen sei. Rar -bedeutet im ^damaligen deutschen und auch jüdischen Spvachgebvauch weniger etwas selten Vovkommendes, als vielmehr et-waS ganz Ausgezeichnetes. Die Erwähnung dieses Totentanzes als Hochzeitsbrauch ist nun ganz besonders merkwürdig. Totentänze sind im späten Mittelalter aus Frankreich nach Deutschland gekommen. Es sind -dramatische Aufführungen, in denen die Macht des Todes über das Menschenleben allegorisch dargestellt wird. Diese Da-rftellungen sind bekanntlich auch in die bildende K-umst ubevgegangen. Die Aufführwn-- gen solcher Totentänze erfolgten vielfach in den Kirchen, wie denn die ganze Idee des Totentanzes in enger Bezichung mit der damaligen kirchlichen Lebensauffassung stand. Es ist nun 'bemerkenswert, daß trotz der strengen Scheidung zwischen den Juden und ihrer Umgebung Totentänze bei einer jüdischen Hochzeit ausgeführt wurden. Hier ist . die Einwirkung der Kultur der Umgebung auf die Juden ebenso deutlich erkennbar, wie in der starken Verwertung deutschen Kulturgutes im Mischen -Volkslied und in der jüdischen Vollssage. Ebenso wir dort, ist auch hier das deutsche Kulturgut erst verhältnismäßig spät in das jüdische Leben eingedrungen. (Totentänze Waren in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im christlicher: Deutschland eigentlich rricht mchr üblich.) Es wird sich Wohl auch ::m eine von der jüdischen Weltanschauung beeinflußte Modifizierung dieser Totentanzauffuhruing. gehandelt hadert. Daß ein solcher Totentanz gerade btt einer jüdischen Hochzeitsfeier anfgeführt wurde, entspricht auch der noch jetzt im jüdischen Hochzeitsörauch -herrschenden Anschauung. Diese wenigen Beispiele sollen daraus hinweisert, daß die DenHwübdigkeiterr der Glücke! eine über das diesem Werke, gegenüber so gern angewandte gemütvoll-familiäre Niveau weit hinausreichende Bedeutung haben. E. G. Fri«^ Mer Stil »egen neue« SK. Chaos im russischen Kalcnderwesen. Aus Moskau wird uns geschrieben: Emen Bück hinter die Kulisien des diplomatischen Spiels, des Bairkans wegen Einführrrng eines einheitlichen Kalenders und in werterer Folge zur Beilegung des Schismas gewährt der Vorfall, der gegenwärtig in Rußland nicht geringe Aufregung verursacht. Vor etwa zwei Monaten verfügte Patriarch Tichon die Abfchaffung des alten russischen Kalender st ils und die Einführung der Kalenderrechnung nach neuem, westeuropäischen Stil. Die Verordnung wurde durchgeführt und der neue Kalenderstrl hatte sich auch bereits im gesinnten öffentlichen und geschäftlichen Leoben vollkornmen dnrchgesetzt. Plötzlich wurde die Oefferrtlichkeit vor einigen Wochen durch einen neuen Erlaß des Patriarchen überrascht, durch ivelchen die. frühere Verordnung aufgehoben, der neue Kalenderstil abgeschafft und die Zeitrechnung nach dem alten russisch-orthodoxen Stil wieder e-ingeführt wird. Dieses Hin und Her hat in dem nrsii-schen Kirchenleben ein rrnheimliches T-ohutvabohu angerichtet. Die Feiertage und Fasttage, waren bereits nach der neuen Zeitrechnung angesetzt, und da der Patriarch später die -Gegenorder erließ,. daß Feiertage, die nach dem neuen Stil abgehalten wurden, nunmehr ivach der alt-neuen Kalendevvechnung zum zweiten Male gehalten werden nrüssen, kam es in manchen Gegenden zu blutigen Auseinanöersetzrmgen zwischen den Massen und dem vor>geschrittemn Teil der städtischen Bevölkerung. In politischen Kreisen legt man das .Hauptgewicht' auf die Feststellung der Ursachen dieser Verwirrung. Das Patriarchat. laßt hierüber, folgendes verlautbaren: Patriarch Tichon habe nrit seiner Verfügung vor zwei.Monaten eine Verordnung der orthodoxen Patriarchen-Synode in Lkonstantinopel befolgt, die ihn: durch die Sowjetregierung zugestellt worden war. Vor ioenigen Tagerr mm erhielt Patriarch Tichon direkt aus Konstantinopel eine im strengen Tone gehaltene Anfrage, wie er zu dieser eigenmächtigen Abschaffung des alten Kirchenkalenders gekommen. fei. Gleichzeitig wurde ihm rrnter Androhung kirchlicher Strafen aufgetragen, seine frühere Verordnurrg zu widerrufen, den alter: Stil wieder zu Pvoklamieren und alles aufzubieterr, damit die kirchliche Arttorität wieder hergestellt werde. Die in dieser seltsamen Angelegenheit gepflogenen Erhebungen sollen nun ergeben haben, daß den: Patriarchen Tichon eine durchaus gefälschte Verordnung dos Konstantin opler P a t r r a r ch e r: unterschoben worden ift Formell benrüht sich die Regieruna. irr diesem ®tr^ eilte neutrale' Haltu ug zur Schau zrr tragen, in Wirklichkeit jedoch tun die Sowjetbehörden alles, urn die Wiedereinführung des alten Stils in der Praxis zu verhindern. Sie nehmen in allen Fällen, in denen die alte u:rd dir neue Richtung aneinarldergeraten, geger: das Patriarchat Stellung. So wurden in jüngster Zeit mehrere dem Kreise des Patriarchen Tichon angohöreude Porsönllchke-iten, unter arrdeven auch Bischof H y l a r i o n, wegen seiner zu enevg-ischen Propaganda für den alten Kalender verhaftet. Hinter dieser ganzen Angelegenheit aber steht die Frage, wer «in Interesse davarr besitzt, das kirchliche Leben in Rußland in Verwirrung zu bringen, und durch eine Fälschung die. Autorität des Patviarcher: zu untergraben.

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