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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-25 · Heft 1746 (25.12.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1746 (25.12.1923)
Date
1923-12-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ml idti, MeiiMg Wiener Moeqemeiknngss. SiMr-r lM Nr. 17« Lenin. Herirr Gullbe au x, der bekannte ftanzöstsche wfcifate Sozialist und Schriststriler, ei» Persönlicher Freund LeninS, zeichnet in einer Monographie das Charakterbild dieses außerorderktikhen Mannes mit Liebe und kritikloser Verehrung. lLenin. Von Henri Guilbeaur. deutsche Uebertragung, Verlag „Die Schmiede" Berlin Ä 50.) Cr skizziert Lenins theoretische Anschauungen und politische Taten. Im Grunde enthält da- Buch gar nichts Neues für den, der die Vorgänge in Nußland verfolgt hat und die Schriften Lenins kennt. Aus dem Buche Guilbeaur' geht klar hervor, daß Lenin der entscheidende Mann für die Ausrichtung der sogenannten proletarischen, richtiger kommunistischen Partei diktatur.in Rußland war. Dies macht feine geschichtliche Größe wie seine geschichtliche Verantwortung ans. Aus der eingehenden Charakteristik LeninS läßt.sich erkennen. wo der Bolschewismus feine letzten Wurzeln hat: in einem förmlich zu einer Religion erhobenen extremen Rationalismus. Lenin ist der konsequenteste revolutionäre Marxist schon seit Beginn seiner Tätigkeit gewesen. Bei all seiner Liebe für die Unterdrückten und seiner persönlichen Güte,. die Guilbraux so sehr rühmt und. die jenen zum Abgott -er Massen gemacht haben, ist er bis in die letzte Zeit der une-bittl'chste und rücksichtsloseste Dogmatiker gewesen, der keine Schonung und Gnade für diejenigen hak, die er als rbeoretifche Gegner oder politische Feinde ansieht, wvbei besonders die gemäßigteren Marx ist-n seinen Zorn m südlen hatten. An Lenins Wirken zeigt sich — wie «i:i$ cm denk Robesvierres und anderer Revolutionäre —, baß auch der Dogmatismus brr Menschheitsbeglückirng, wre jeder andere Dogmatismus, die uunatürl'che und daher unmenschliche Seite des erttcmeu Rationalismus nicht verleugnen kann. Lenin ist fit der unheimlichsten Weise reiner Rationalist. Man e-'ahrt von Guilbeaur. daß Lenin leidenschaftlicher Anhängeder En.ttcklovadisten ist, daß er Religion und P h i! o s o ph ie G ifte nannte und sogar in Aden.arius und Mach ,,G'ei.'nnungslumpen" sah! Die E'hrk entspringt für Lenin marristischen Anschauungen. „Sie richtet sich ganz und gar nach dem Kampsiuterekse derer, die arbeiten"; dagegen verehrt er die T-chu^ schrankenlos und als ihn ein Ingenieur v-m Richen der Elektrisierung Rußlands Überzeugt hatte, sagte er: Kommunismus Söwjerrußland pluS E!e'ttifl>iervng. Eine so extrem« Zuspitzung d«S Rationalismus hat es bisher noch Nicht gegeben; hier ist jener von Marr selbst überboten und zu seiner letzten Konsequenz gebracht. Mag auch der Kommunismus LeninS und seiner Genrcken in e-'nsn GesM der Liebe zu den Unterdrückten wurzeln, so ist sein letzter Gedanke der Gleichmacherei ein rein nerstandesmcißiqer, ein nahech mechanlstifch-mathemotischer. Es zeigt sich, daß Spengler, den Lenin, wie all? Ge'chickitsbbilo^phen, verdammt, doch darin recht hat, doch der marristisch» Sozialismus die letzte Konsoguenz einer rein ^o'lisatori'chen Entstolung aller K"ltue ist. Damit soll natü-l'ch nicht bebauvtet werden, daß er undurchführbar sei, wahrsche'nlich ist er sogar der Endpunkt der abendländischen Entw-cklung. Doch eine rein philosophische Betrachtung wird askade den lveriellen Tbec-'ien des Leninschen Rodikal'sntus nicht ge-echt, die einle-iig vel'tisch^ö'ouomischer Natur sind. Folgen wir ihm an? d-'eses Gebiet, so entnehmen wir ans Guilbeaur' Buch. daß Len'n selbst, zarr Zeit fc'ticr Reise nach Rußland (in se'nrm Abschiedsbrief an die Schweizer Arbeiter) noch gan» tm Sinne der Marrschen Lehre es für gar nicht möglich ae^olt-n batte, daß in dem Bsuermlkrnde Rußland di? proletarische Revolution sich behanvten könne: „Der Sozialismus XtIXttS- und Stümöbel Sehegene Sessel Ländern tiKporl »ach allen kanir^ nicht direkt und sofort siegen". Es handle sich vorerst um eine Agrarrevolution, d'e „noch keiueäioegS die sozialistische Revolution sein würde. Aber sie würde der Arbeiterbewegung der Welt einen großen Antrieb geben". Hieraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, daß Lenin von den Sozialisten in den ökonomisch fortgeschrittenen Ländern erwartete, daß sie diesen „Antrieb" benützen würden, um in ihren. Staaten betn Sozialismus zum Sieg zu verhelfen. Erklärlich aus dieser Meinung.auch die starke Auslands- Propaganda, welche die Bolschewisten betrieben haken, so muß andererseits festgestelttwerden, daß Lenin, der von der Unmöglich'eit, ein sozialistisches Regime in Rußland aufrechtzuerhalten, au^egangen wgr, und dennoch an einem solchen festhielt, auch als die Hoffnungen auf di« Weltrevolution geschwunden waren, durchaus nsichk der Mann der une.bi tlich ftü er t g scheuKokt'epelz 'st als den h-> Gu'l'eanx und andere feiern. Guilbeaur spricht von „Einheit von Lehre und Tat", gibt jedoch zu, daß Lenin Kompromisse nicht ablrhnt. Aber er schließe nur solche, die keinen „Ovpoetunismus" eiMelten und wenn er auch bereits 1821 die „Rev" (neue ökonomische Pol'tik) empfahl und svater ivtrchführte, durch welche in gewissem Umfang wieder das Privateigentum und öle Privatinitiative zugelassen wurden, so sei er jeden Moment bereit, dieses Zugeständnis wieder zurückzuMhen. wenn es den proletarischen Interessen gefährlich wecdel Hier scheint Guilbeaur di« überragende Einsicht Lenins in die realen Notwendigkeiten doch za ikSitrrschatzen. Lenin, der bis im Jabre 1921 der extremste Dog- Matregewesen ist. der bis zur Revolution in seinen Schriften und seiner Parteitätigkeit um kein Haar breit vmn extremsten Marxismus abgewichen ist. der dann in den ersten Jahren der Sowseiherrschaft rücksichtslos die „Bourgeoisie" ' vernichtete. hat als erster und längere Zeit einziger, es trotzdem vermocht, schnell umzulernen. Guilbeauxx gleitet darüber hinweg, da er anscheinend marxistischer d'tzkt als Lenin 'elbst. aber für denen Charakterbild ist diese Wendung der wichtigste Zug. Es lei deshalb daran erinnert, baß Lenin ' ncch im Dezen^-r. 1A20 an? dem 8. Rätekongreß, die. unbedingte ^estbaltUng. der Zwastgswirtstyaft stt .Industrie,. Kandel und Landwirtschgsi (Ablie'erüug drr ganzen Crnt') verlangt hatte. Aber schon int März 19§1 hat sr 'auf dem kommunistischen Porie'tag die „neue Pol itik" verkündet und g^gen heftige Widerstände durchaesetzt, da er eingesehen Hai'?, daß die kr.Mmttnistischr Wirtschaft n Nhaltbar Diese Umkehr U' einem stören Dogmatiker, der im Besitze einer umMschraukteu geistigen und politischen Herrschaft war, machte seiner Cinncht nttd feinem Charakier Ehr» und e-hebt ihn in den Rang der erster Staatsmänner. Aber es war wahrscheinlich für die Umkehr schon zu spat. Es ist von Jnle-efse, daß GiiAbeanx mit keinem Wort von den wirtschaftlichen Dingen spricht, sondern nur von brr Größe Lenins als Theoretiker und Politiker. Die Entscheidung über die Zukunft des Bolscheivismus wird aber m»Vi wWinirtmiwpaCT«»'——mwa—<—»—Xewnwn——a—— aus dem Gebiete der Wirts chaft fallen. Allerdings was auch aus politisch-so-ialem Gebiet die Räteherrschaft setz, bald genötigt gewesen, um sich -u behaupten, die Thearke zu vergewaltigen und aus einer proletarischen Diktatur eine Diktatur der kleinen kommunistischen Partei ü b e r die Pro-' letarier zu machen, wie Otto Bauer einmal dargrlegt haL Mit schärfstem Zwang wurden die Arbeiter angehälten, in stark verlängerter Arbeitszeit und bei elender Ernährung produzieren. Aber das hat den Brrfall der Wirtschaft nicht aufgehalten mtb selbst nach Aufhören der Bürgerkriege mit ben Weißgardisten zeigte sich keine Besserung. Lassen wir die amtliche ho^schewikische Statistik sprechen. ES betrug nach ihr der Wert der Gesamtproduktion innerhalb der Grenzen des heutige» Rußlands kn Millionen Goldrubelr ISIS. . ..68M,2 (too*/,) 1920 . 835,8 (13A*) 1921 . 870.0 (14,4%) 1.982. Wll.ft k1S.0»',> Die Besserung ist nahezu N«N und sie ist erkauft durch riesige finanzielle Unterstützung der Industrie durch dw Staatskasse, du — und dies ist fürs entscheidend« — die amt-, lich festgesetzten Verkaufspreise tief unter den ProdukUonSkosten bleiben, aber doch fo hoch find, daß di« Dauern sich nicht die nötigsten Jndustrieprodukte kaufen können. Uebee die,PrsduktionSkostm gab ein unparteiischer Berichterstatter, Fritjof Nansen, interesiante Ziffern: Im Juni 1923 kam die Förderung von 1 Pud Kohle aus 62.060 Rubel zu stehe», doch mußte es an die Eisenbahnen mit 28.000 Rubel geliefert werden. Die Förderungskosten sollten pro Pud zirka 17 ^loldkoveken betragen, waren aber im August 1922 fast 40 Kopeken. Die Industrie zehrt daher heute ihre alten Bestände« und ihr Betriebskapital auf. Die Verluste an Betrieb--, kavita'l schätzt Nansen z. B. bei der Metallgewinnungsindustrie auf 90 Prozent. ' Aber auch die Landwirtschaft befindet sich tos, Verfall, trotz der Aufhebung de- RequisitiensfystemS und der Einführung einer Naturalsteuer, bis auf welche der Dauer fein Getreide frei verkaufen kann. Nach dem ofsizie'len Bericht wurden bebaut in Millionen Deßjatinen:, 1913: 87,4; 1916: 79.2; 1920: 62,3; 1921: 64,9* 1922: 49,2. Infolgedessen find die Erträge an Getreide stark zurückgegangen und die Zahl der Erwerbslosen und Hungernden ist nach osfizielier Angabe derzeit zirka 6 Millionen (zitierin Nr. 9 des „Oesterreichifchen Volkswirt"). Ekeuso ist ans dem Gebiet der Währung der Versuch,' trotz der. Riesenbesizjte von EtaatSsinanze» und Wirtschaft,! eine stabile Gelbwährung einzuführen, gescheitert. Der „Tfchermoneh" wurde thesauriert und seine AuSgab« ist bereits sist'ert worden. So ist nicht verwunderlich, daß bereits , vom. einer we'teren Nückb ldung des kommunistischen Wirtschaftssystems!^ gesprochen wird, der Aushebnng des Außenhandelsmonopols. Aus alle Fälle ist wirtschaftKpolitisch das kommunistische System gescheitert. Ob sich auf die Dauer, nach seiner schrittweisen Aufgabe, das politische System der' Bölschewiken wird halten können, ist fraglich. Jedenfalls aber hat es sich erwiesen, daß manche radikale, aber nicht dogmatische Sozialsten, die, wie KantSky von Lenin in der heftigsten Weise angegriffen und beschimpft wurden, tn bezug auf die Wirtschastsfragen doch die besseren Marxistens gewesen sind. KagtSky hat in feinen Broschüren über den Bolschewismus scharf betont, daß die Bourgeoisie, anders! als es die Feudalherren waren, di« von den franzäsischen Revolutionen expropriiert worden sind, nicht wie diese, einei das schwere und gar oft kleinliche Ringen erkennen, das er um die EristLnz des „Haschilaach" uud seines anderen literarischem Sorgenkindes des „Achiasaf"-Betlages in literarischer und rnater'elier Hini'cht führen mußte. W!e oft hat er an denr Gelingen beinahe verzweifelt, und wie oh war er versucht, die Flinte ins Korn zu werfen. Düs Elend des Rcdakteurberuses, den Mitarbeiter und Mittel febeir Zeit im St'che zu las'eu drohen, geeist ihm tief ans Herz, und oft beKennt er beinahe reuevoll, daß es ein Fehler war, diesen Berus zu «rnreisen, der ihm auch in seiner eigÄ!e.n schriftstellerischen Wirksamkeit hemmend in den Weg tritt Anderen ist es seicht, wenn sie der Geschäfte überdrüssig siüd, zur L-.erat'.tr zu gehen, aber „m^hin soll Achab Heam, der sich m»f mit L'teratuv büschä'tigt. fliehen?" ^Vn Mordechoi ben Aillel Hakohen. S. 70.) sind trotz allem wissen wir, dost Achad Haam der hervorragendste Redaf^eur der bebräischeu Literatur, den wir kennen, gewesen ist, allerdings e'n R-dikreur d-^n eigenartiger Prägung. '^icht weniger?c'fc!*ih als das B/iid des Schrlststgsters und Avedaktenrs Achad Hagm, das mir ans Briefen gewinnen, 'st das, mal m'r. freilich meist BekanntsS beftüt->eud, über lein VegbültN''s zum Zionismus eesab^en. Arbad b-tr^ck'tet die Dinge und Personen nicht mit Vornr'e'l. er wägt und wartet ab, eba er entsche^ak. A^er v'elr P-r-ommn'sfe fordern di-ekt die Kritik hewus. So bemänaett er. daß zum ersten «Kongreß nur L i l i t« ö i ti m "p^'-Znl'ch e'noelaben wird, nicht aber an^e'e b^rvorra^euds Munter aus den.Re'ben der Ehowsw--Zi'"t, daß das vorberei^nde Kongrest^vm'.tee ei"chi jckngen Stndet^-n schickt, um d'e (sb^n-e-Zion mr Fntfe-rdung Mrt Mt-t'onen utth /um Anschluß «n d e O chaursütiou zu bestimmen, anstatt baß in jeder Stabt Zirkulare derbre^'-et werden, durch welche sich niemand -urü^eketzt fühch-!' könnte. ^An Dr. l^brenpreis. S- 1l?/st.) Rach seiner Ansicht laßt man. van Dien aus fdiatt mit Rücksicht aus den dc-litssche» Ghgraktec des Kongresses b-n vöt-aen Takt im Verkehre mit den Russen vermissen. Daß er selbst keinck persönliche Einladung erhalten hat, ist für ihn völlig belanglos. Er erblickt in dem Kongreß eine bedeutungsvolle Sache, ohne den sieberschätznngen anderer folgen zu können, Soviel er auf den ersten Blick urteilen kann, sieht 'er im Kongreß zu vielt jungen Leute, d't den Problemen nicht gewachsen sind, und er fürchtet, daß es dem Ä. E. in Wien an Krär'teu mangeln, die Dür^ei zu sehr auf die Kclvnisation aufmerksam werben und vielleicht „b'estw Kongreß nur die letzte .Hoffnung ttnseres gegilätten Volkes" gewesen svin wird. T'efen Eindruck macht ans ihn Nord ans große Rede. Wie sehr er sich, ünaeachtst der ..Ausschalmnq der Alten" durch d>'e „Bewegung", von Uebertrechungen ^ruzuhal'eu sucht, ze'gt er vur--b die entsch'edene Zurückweisung der Nehanvtung Bernfelds, die Zwnisteu wollten das Fnbentnm für einen Fetzen Paplev zerstören. Auch er wünscht praktische Arbe't, deren Anhänger er ja von jeher gewescn ist. nur forbe-t er gew'sse Bo:1"cht im Hinblick ans die Börhültni^e der Türkei. Und er fordert weiter die Vorbereittmg de? (st hat nicht, wie man ihm »Nterstell'-e, erklärt, daß d'e'^uden eine Mission bö'tten und deshalb keinen Iube^staat brauchen, fnndern daß auch e'n Staat dis Fu^nfra^e in ihrer Ganze n'cht läksn würbe. Daraus zu schließen, daß ein Zentrum in Pal^st'na nicht nö'sa w're. Bvv+eii nur d'e modernen Zion'st-n, die Kinder des Antisemitismus, und lischt b'e alten Ebawewe-ZioN, die in E^ez Israel außer ber Lökuna der ^„beusi-age in ö'n,,om!schsr und politisier H'ttsich! nach ast'e s? skstreien. (B l. zu tem Ge'a jten S. 12g, 133/5, 158, 157/8.'» Roch wehr als aus dem Vorstehenden erkennen wir aus dem Verhaken Achad Hagms nach dem erstatt Konareß. ftr's »"recht au ihm Rar bau m't seiner überaus scharen Kritik sy^er ächan^-lt hat. Er selbst erklärt, durchaus mit f^ua und Recht, b-^st er kein Geouer des Zionismus sei. So taktvoA und .zurückl^l'eud alsnbt er venahreu zu socken, daß er es ablehnt. sich mit Herzl, dessen diplomatische' stkäbigkeUmt er hoch anschläot. aber l'eber nach innen als nach außen veruwrtet zu wissen WÜnschch in eine Polemik wegen der Wirkungen aus die Ziouisteu einzulasseu. Er berieidet ihn n'cht, wie man fälschlich unterlegt, um seinen Ruhm, sondern will nur kritisch wägend seine .Handlungen beurteilen. HerzlS Versprechungen und die Besprechung^ mit der Pforte sind nach seiner sieberzeugung mit Vorsicht Sufzunehmen, und er bringt Beweise dafür, wie sehr durch/ Erioeckung übertriebener Hoffnungen und Behauptung nn-' richtiger Tatsachen die Sache leiden mußte. Es genügt nicht,, wie viele Chmrewe^Zion meinen, wenn ein großer Mann an der Spitze steht. Herzl, der Achad HaamS abweichende Meittttngeu ungefähr kannte und sie im stillen vielleicht; fürchtete, scheint während des zweiten Kongresses eine Begegutkug möalichst ^u vermeiden gesucht zu haben. Mer der Zufall fügte es, baß sich diele Aussprache auf einem Svaz'ergauge nicht verms'beu ließ. Achad idaam stellte unter Äerusung aus die Pflicht, den Ehomewe-Zion Rechenschaft ablegeu zu müssen, die was Barzl getan habe, um die Türkei zu aewiuneu und woraus er seine .Hvsfnungtzu stüde. „Dann erschlossen sich die Schleusen der Diplomatie, und da hatte <ch genug." Achad Haam war natürlich auch kein Gegner der Borhandlungen mit den Mächten. Aber' er schätzte die Dinge schon richtig ein. wenn er meinte, daß der de:itsche Kaiser, die e'aentliche Antwort nicht den Zionisten, sönbern beu deutschen Kokauksten gegeben hgt, uni» wein et weiter die Entwicklung vom ..Zudenstaot" zu den „össentl-ich-r^chiltchen S'cherunaen" stststclkte. und die Erlanattui der Kouzessianeu durch die Bank im Bereiche de§^ W'gklcheu hielt. k)fseu und ohne Dipkomalie Hot Achad' .Haaw stsiw abweichende Stellung vertreten. Gr verschmäht^ es, durch Schweiosu zu -emonstr-erou, und gab se-uer Meinung sre-en Ai'Zdrnck. Gerne öfsnet er auch Vertretern anderer Ansichten, w'e N^rdan, d'e Svalten deS ...Haschsioach". (Vgl. S. 170/5. WWO, M/y, Wft, mfl, 2Mf*. ff.) -7nch eine Zi-Ülle von überaus knteressauteu Deiails zur Beleuchtutti von Diuaeu und Personen, zur Charakter!- s-'e>ung der Persönlich"e't Achad .HaamS enthoiten d'ese nue tsi er drei Jahre s-ch erst'-eckenden Br-'ese. Wer den Mensche« Achad .Hoam, d'e'e erhabene, sittliche Perföulkch*eit wirklich kennen lernen will, der muß diese seltenen menschlichen Dokumente selbst gelesen haben. Er wird mit Ungeduld ihrer Fortsetzmrg harren. .... iMiSii. itSämtfUL

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