Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1744 (23.12.1923)
- Date
- 1923-12-23
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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/ I Efcifc 8 Men, Sonntag Evtener Morpenzellung. 23. Dezember M3 Nr. 1714 Reelles ««gebot guter und Mflistr Warm. ftitfbTge Vergrößerung der Geschäftsräume gelangen tat ftmfbml« BrüderSchiffmann, 2. B « ,., Tabortraße 48, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner leinenwaren. Bettwäsche, Regenmäntel sowie original englische ktoffe fiir Damen «nd Herren in enormer Auswahl zu unrreicht biNiqen Dreilen gnm Verkauf. Nachstehend einige Beispiel«: trima Webe.pro Meter 1 1.900 ft. 0 Chiffon.. m 1*2.000 St. Etreifgradl.. # stettrenge vottücher. 140 Zentimeter breit Ratratzengradl.. . ölaudruck.. ßtamine in allen Farbe» . . kamenbemden. damengarniture» (dreiteilig) . keidenimnver.. llretonbemden (für Herren) . < änterbvsen. . . lovercoatS.• , , Englische Schaftvollstoffe. . . Kegenn,Sütel. 12.000 St. 25.000 St. 8.500 ft 8.800 , 14.000 , 9.800 . 19.800 . 28.000 „ 9.800 „ 7.900 „ 19.800 „ 98.000 . 29.800 n 18.000 „ 89.800 _ 45.«W) , 125.000 . * DaS SchuhhauS Dorn, 2. 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Halb 8 Uhr: KammermEkabend. — KurSsaal: Halb 8 Uhr: Dr. Gustav R offenst ein: Parteiwesen und Wahlen in soziologischer Beleuchtung. Halb 8 Uhr: Generaldirektor Dr. An.on Lederer: Naturgeschichte einer Kerze. 3, — Klubsaal: 6 Uhr: Robert Obermann: Vortragsabend. Halb 8 Uhr: Ingo Kloß: BntragS« abend. Leopoldstädter Bolkshetm, 2. B«., ZirkuSgaste 48. IbsenS „Peer Ghnr", Musik von E. Gr leg. Einleitende Worte und Vorlesung Dr. I. Mens. Klavier Gustav Weiha. Gesang Ninetta Hihary. Karten bis 8000 K. Bühne und Knust. „Jer Nachtvortier vom Morim." Schwank von Dves Mirande »nd Ouinson. — Lastspieltheater. Osten gesagt: man unterhält sich recht gut, trotzdem m ]$ es gibt allerhand Trotzdems. Dieser Nachtportier, der es versteht, dnrch zwanzig Jahre vor seiner Frau (!), seiner Tochter, seiner ganzen Umgebung als ehrsamer Kaufmann zu gelten, und die sich aus dieser Situation mit Natur- und Schwanknoiwendigkeit ergebenden Mißverständnisse, Verwicklungen. Enthüllungen, die Zufalle, durch die im zweiten Akt die männlichen und weiblichen Stammgäste deS „Marim" irw Bürgerhaus, im dritten die Familienehrbarteiten im „Maxim" zusammenkommen, die ganze Posssntradition, die wieder einmal aufgerollt wird — das alles sollte einem wirklich den Geschmack an dem Stück verderben. Es ist auch überflüssig, die Handlung zu erzählen. Die Tochter des Nachtportiers kriegt schließlich doch den MarquiS, damit ist eigentlich alles gesagt. Im ersten Akt wird sieißig Trinkgeld eingesteckt, im zweiten hält man die Kokotte Toloche für eine hochgeborene Baronin, im dritten wird das D-ürgerstöchterchrn in die Geheimnisse des Nachtlokales eingeführt. Der Versuch einer ernsteren soz-a^n Schilderung, der Versuch, in den Jammer und das Elend des Kokottendaseins Einblick zu geben, der sicherlich in dem Stück unternommen wird, scheiterte an der Verständnislosigkeit der Ueberfetzung. der Darstellung und des Publikums, das sich fest entschlossen zeigte, alles heiter auftusasten. Aber da ein Hauch echten Parisertums die Vorgänge umschwebt, da die Stimmung, das Kolorit der Nachtwelt vortwfflich wiedergegeben ist und eine flotte Aufführung die Unmöglichkeiten mildert, amüsiert man sich — trotzdem. Der Uvbersthung ist nicht allzu viel Gutes nachziisagen; wer, auch im Vorspiel, für „noces" keine andere Uebertragung als „Hochzeit" weiß, sollte von solch gebrechlichem Spielzeug lieber die Hände lassen. Auch ist der -Herr ,Firchenvorstsher" bei uns eine unbekannte Persönlichkeit, und wenn wir auch wissen» was ein Oberuie Ingenieur ist, dürften die meisten dem „Unbermgerneur" doch mit Staunen begegnen. Daß die Leistung JarnoS vortrefflich war, muß eigentlich nicht erst gesagt werden. Di-^ Herren Kammauf und Hörbiger sekundierten ihn^ wacker, die Damen trugen entzückende Toiletten und sahen insgesamt reizend aus. Darüber hinaus bekundete Frau Waldner noch viel Geist und Temperament. Die englischen Grotesktänzer fanden reichen Beifall, den ihre (ta wandt heit und Gelenkigkeit auch sicherlich verdient. Ueber den Tanz von Hahn und Henne, der au Deutlichkeit nichtzu wünschen übrig läßt, seine Meinung abzugeben, erübrigt sich. Der gute Geschmack ist gegenwärtig sehr biegsam. Die Novität fand freundliche Ausirahme. — Nach dem ersten und zweiten Akt verzeichnet der Theaterzettel eine größere Pause. Die 18 Minuten währende Panse vor Beginn war nicht vermerkt. Da auch die beiden anderen gewissenhaft eingebalten wurden, dauerte die Vorstellung, bis bald elf, worüber im nächtlichen Prater manche Mißfallenskuudgebung erscholl. Liederabende. Sängerinnen ovs New-fffork, Stockholm und Hamburg haben zum ersten Male mit Erfolg in Wien konvertiert. Die amerikanische Primadonna Luella M e l n i S besiegt vor allem dnrch ihre außergewöhnliche Koloraturbegabung. Ihre tadellosen Gesangsmanieren und namentlich die beispiellos« Leichtigkeit ihres ,Ftacccrtv" wurde vom Publikum gebührend gewürdigt, das immer neue Proben dieser wahrhaft amerikanischen Singstimmakrobatik begehrte. Die Hamburger Sanaerin Jenny Jungbauer ist noch eine Werdende, die Mitrellage ist mitunter verschleiert, die Höhe freilich hat schönen Glanz. Vergnügt jongliert die Künstlerin m der dreigestrichcnen lö-ktav und hält sich tapfer im Wettkampf mit der begleitenden Flöt«. Di« blonde Jngeborg Holmgreen auS Stockholm fwl mit dem Ansatz und der Atemtecknik noch kleinere Konflikte zu bestchen, nach deren Ueberwindung ihre schlanke, hell«, warme Stimm« ein ganz wertvolles Mozart-Instrument werden konnte. Neben dieftn Gästen bestanden in Ehren unser« heimische Lieder- und Oratoriensängerin Emilie Rutschka mit ihrem empfundenen, kukÄvierten Schubert-Gesang, und namentlich unser Meistersänger Hans D u h a n. der auch deuer zu einer Reih« von .Konzerten seine zahlreiche Gemeinde versammelt. Ern klassischer und ein altita-lrenischer Abend fanden den Künstler im Bollbesthe der technischen Mittel und eines verfeinerten vertieften Vortrages, die reiche Skala feiner Empfindung hat er durch liebenswürdige Schalkhaftigkeit vermehrt. Sein Vortrog Bachscher Kantate führt in das Allerheiligste der Musik ein und selbst ein so schwaches, gewundenes Stück wie Mä^rrtS „Freim-aurerkontate" wird im Munde Duhans zu einem kraftvoll überzeugenden Bekenntnis zur Menschenliebe flb. MtsilMMk aus dem Bvbllkvm. tfeppichhaus üftöbelkaus ^/o/ehßln^ 9ktefon:63m5m30Jerfe TÜien,l!Bauermnarktl2’44 SfEwe Fiualen m wen! JlaJkm&l&im bCs&kjtbd&geo/fnQt* Billiger als überall- 6»?«! Eiseiden« n. 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