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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-22 · Heft 1743 (22.12.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1743 (22.12.1923)
Date
1923-12-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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9*t. 1748 Sß&tt, SamZiatz Wiener Morgynzettung. §2. Dezember 1923 mk IBBQDI lanai mm iQti^aiiaiiiaaitBBiiBSBBQiiBiiianDaKBqm Dienstag« 25. Dezember -SLLL. ■ ■ « .IBW ■ Sophiensäle, 181., Marxergasse 17! Hitwirkende Kunstkräfte: Oskar Eeregi, Prof. Fr. Buxbaum, J Rosa Hamburger, Valerie Oeser, Albin v, Rittersheim, Filipp Scharf, , Irmgard Thomas, Berry Picea, Otto Waldner, Berta Stvertlin, Prof. ■ Juliusz Wolfsohn.— Am Klavier*. Schriftsteller Dr, Oskar Bendiener, 5 Fritz Mayr. — Conferencier: Rolf Ronay. — Tanzkapelle: J. W. , Ganglberger (36 Mann). — Tanzleitung: Bela Guttmann (Hakoah) ■ Restliche Karten: Im Klubheim des S. C. Hazair-Makakbila, Caf6 Ilion, III., Löwengasse 39, und in den Kartenbureaus. — An der Abendkassa erhöhte Preise ■ II XttM tftf tf 09 MS 9 Unter tm ftteiptefiotiite Sr. khm. des Herrn Sberrabbiner Pros. Ir. H. P. Wales Hebung des Ju>seratenlparagr>a>phen (die sogmannde Kruzelbivst imim>M'g, 8 36) des Preßgesctzes ei n. In dieser Interpellation wird her Vizekanzler ge,fragt, ob er geneigt se>i, die Staatsanwälte mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes vertraut zu machen und ihnen ausz-ntragen, jede lieber-, tvetnnlg des 8 26, P.-G., von mm an uu beugsam zu verfolgen; weiters, ob er bereit sei, eine Untersuchung darüber auzust eilen, wie es kam, das; der Berufungsfenot -es Hof rares Wessely für sine einzelne bestimmte Sache ('BernfungsverhaMnng der „Neuen freien Presse". — Red.) eine neue Zusammensetzung erhielt; schließlich, ob er bereit sei, den Präsidenten des Landesgerichtes auf die I n k 0 m p a t ä b -i l i t ä t des Richters Wessely «nnt der Aufgabe, über Anklagen nach 8 26, P.-G., zu eittscheiden, aufmerksam zu machen, damit dieser Berusniogssenat einen -unbefangenem Vorsitzenden c-chait-e. Die BankenkomnüMn des RMonÄmte». Gestern vormittags konstituierte sich in: Naiiorralrat Mc parlamentarische S 0 n d e r k 0 m m issi 0 n ddr Bankkoimlnssion. Zum Obmann wurde wieder der sozialdemokratische Nationalint Dr. Wilhelm Ellenbogen getpählt. Mgam. Aertaqung der NatioimlbersanmltmA. Budapest, 21. Dezember. Die Nati0ualversammtung hat heute die Beratung des B u d>g c t p r 0 v i s 0 r i it m s unterbrochen und sich bis zum 3. Jänner vertagt. Holm. Bertrimetisvotum fiir Trsbski. Warschau, 21. Dezember. In -der heutigen Sitzung des Sejm wurde die Debatte über die. gestrige Regierungserklärung zu Ende geführt und der Regierung m i t 193 gegen 76 S t i m m e n das V e r t r a u e n a-nsgefprochen. Weiters wurde der von der Negierung gestern ange.kiindigte Entwurf eines Ermächtigungsgesetzes üt erster Lesung angenommen und an den Rechtsausschuß gewiesen. Ministe.rpräsident Grad skr ersuchte den Sejm, das Gesetz bis zum 9. Jänner zu erledigen. Das Ermächtigungsgesetz soll den Staatspräsidenten berechtigen, über Antrag des Ministerrates Verordnungen zur Sanierung der Finanzen und zur Durchführung der Valutareform zu erlassen. Kein oWeller Empfang des Generals Haller m Boston. Aus B o st 0 n meldet I. T. A.: Der Besuch des polnischen Generals Haller in Boston, der Gegenstamd erregter Diskussionen in den hiesigen Politischen Kreisen war, wird wahrscheinlich in dem kommenden Wahlkampf eine Streitfrage bilden. General §flHer hat das Rathaus nicht besucht, weil der B ü r g e r m e i st e r C u r l e 1) es unterlassen hat. \n den Bahnhof entert Vertreter zu dessen Begrüßung zu entsenden. Der Bürgermeister war bei dem zu Ehren Hallers gegebenen Diner nicht zugegen. Im ganzen fiel der Empfang sehr stimmungslos ans; Legionsbcamte und Pv'lizeiorgane waren zur Abwehr etwaiger Angriffe ausgerückt. Alt dem Diner nahmen von 600 Eingeladenen 150 Personen teil, darunter war kein Jude. — Wie man sieht, hat Herr Haller in Amerika nicht allzuviel Ehren eingcheimst! Rundschau. Amerika und die Hilfe Kr DeuWlaud. Ein Antrag des jüdischen Kongreßmitgliedes Celler. Aus Washington meldet I. T. A.: Das jüdische Kongreßmitglied Emannel Celler, Abgeordneter des zchnten Naiv Yorker Distrikts. hat seine Resolution wegen der Dentschlandhilfe Amerikas tunt doch im K 0 ngreß eingebracht. In der Resolution wird die amerikanische Negierung aufgefordert, dent notleidenden Teil der deutschen Bevölkerung zu Hilfe zu kommen. Bekanntlich hat das Kongreßmitglied Celler vor kurzem erklärt, da ein Teil dc.s deutschen Volkes in so ungerechter Weise die jüdischen Mitbürger verfolgt, könne er als Jude seine prodeutsche Resolution nicht e mb ringen. Jetzt erklärte er dem I. T. A.-Vertreter: „Ich bin zu der Ueberze.ugung gekommen, daß die unschuldigen Opfer des Hungers in Deutschland durch die Sünden unverantwortlicher Agitatoren nicht leiden dürfen." Sugland totrb (eine Truppen noch Afghanistan senden. London, 21. Dezember. (Wolfs.) „Daily Expreß" teilt Mit, wenn nicht von seiten des Emirs von Afghanistan Genugtuung für die Enuordwig britischer Offiziere und ihrer Frauen durch Ausliesernng oder Aburteilung der Mörder gegeben werde, würden die diplomatischen Beziehungen zn Afghanistan abgebrochen werden. Atrf die Zurückbeförderung englischer Frauetr aus Kabul nach englischen Gebieten würde dann die A b b er u s u n g des b r i t i s ch e n Vertreters in Kabiil und die Schließung des Khaiber Passes für jeglichen Handelsverkehr mit Afghanistan folgen. Es bestehen keinerlei Absichten, Truppen n a ch Afghani st au 3 tt e tt t se « b c n. Der dipl 0 matrs ch e Druck würde als wirst'mner angesehen. Die abessinischen Anden und der BMerbnnd. Aus London wird uns gemeldet: Am 15. d. fand hier eine Sitzung der Vertretung der englischen Judenheit (Board of Dcputies) statt, aus welcher die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern erörtert wurde. Der als Gast anwesende Minister für jüdische Angelegenheiten in Litauen Dr. N 0 se it b a u ut erstattete Bericht über die Lage der litauischen Juden. Aus denn vom Außenausschuß (Joint Foreign Committee) erstatteten Bericht geht hervor, daß sich dieses unter anderem mit der Ritualmord- Propaganda in verschiedenen Ländern befaßt habe. Das Komitee hat beschlossen, an den Völkerbund mit dem Ersuchen heranzutreten, die F a l a s ch a (abessinische Juden) im Hinblick auf die vor kurzem erfolgte Aufnahme Abessiniens in den Völkerbund unter den Schutz des M inoritätenver träges zu stellen. (Die Falafcha sind der Stamm jüdischer Ureinwohner von Abessinien, welche, jahrhundertelang jeder Berührung mit der übrigen Judenheit entbehrend, dennoch ihre jüdischen Traditionen zu betoahren wußten. Sie hatten große Bedrückungen zu erdulden und sind an Zahl infolge der Zwangsbekchrungen stark zurückgegangen.) Tagesbericht. Infolge der Weihnachtsfeiertage erscheint die „Wiener Morgenzeitung": am Montag den 24. Dezember mittags, am Dienstag den 25. Dezember ftüh. Das Mittwochblatt fallt aus, so daß dann die nächste Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung" am Donnerstag den 27. Dezember, früh, zur gewohnten Stunde herauskommt. Sine Ramses-Statne als MelbeWigimg. Die Ausgrabungen in Beth Schau. Die archäologische Expedition der llniversity of Pennsylvania, welche Ausgrabungen in Palästina vornahm, ist nun, wie aus Philadelphia berichtet wird, zurückgokehrt. Ihr Leiter Dr. Clarence S. Fischer teilt mit, daß die Expedition in Beth Schau eine Statue Ramses dos Zweiten gefunden hat, welche die Bibelcr zählung *itder die Sklaverei der Juden in Aegypten bestätigt. Das Steinmonument wurde, wie Dr. Fischer mittoilt, in einem kleilten Gelaß einer Festung gefunden, welche von der Expedition in der Nähe von Beth Schon aufgedeckt wurde. Aus dem Monument befindet sich eine Hiervglypheniuschrift, in welcher Ramses der Zweite knndtnt, daß ein semitischer Stamm für ihn Städte am Nil gebaut habe. Die durch die Ausgrabungen entdeckten Festungen und Städte sind Volt großer Bedeutung, da sie aus die Geschichte der Siedlungen in Palästina vom frühen Mittelalter bis in die ältesten Zeiten ein neues Licht werfen. Das Ramsts-Monument, welches die Erzählungen der Bibel über den Bau der Jttdeu an den /Städten Pithom und Ra ms es in Aegypten bestätigt, soll wie Dr. Fischer weiters mitteilt, nach Amerika gebracht werden. 8i»e Aansmn-AWre in Sadapest. Mit Hilfe aefälschter Einfuhrerlavbnisse wurden Textilwaren für mehrere hundert Millionen eingestihrt. Aus Budapest wird gemeldet: Die Polizei I>at, wie „Magyarorszag" meldet, beit Beatuten Tibor Kovacs des Landesvereincs der Textilindustriellen unter der Beschuldtgnn'g verhaftet, mit Hilfe von gefälschte n E i tt f u h r e r l a u b n i s s ch eine n Textillvaren im Werte von m e. h r e r e n h u n d e r t M i l l i 0 n e n K r 0ne n eirtgeschmirggclt zu haben. Gegen 30 Budapester Kawfleute, die angeblich dntse gesälschtetr Einfuhrerlaubnisscheine benützt haben, ist das Verfahren eingeleitet tvvrden. Ae ClektrMermg der ötadtdah«. Direktor Spiingler bespricht im Grmeinderate die technische Seite des Projektes. In 2er -gest.r.igen Nachmittagsberainng über das Bu/ge gclan-gte a.uch die technische Seite der Eleltri!fizi.or'tut.g der S:adtbahu z't-r Eröruernug. Pizebürgernieist-er E m m e r l i » g besprach die Ci-uzelhriten des Projektes und' beantragte den Kostenbetirag rwrt 185 Atilliardett zu bewilligeu. Hieraus c-chält Str.aßen'bahndire!wr 2 p ä tt g l e r 'aas Wort zur L-echn-ischm- AnÄ-rtnstsert-atiuttg. Direktor Splingierführt ans: Wir rvollett ritten s ch nc l l ba h u m n ßi g c tt S c r a ß e n b a y u b :. r : r b entführen. Wir iverden vovanssichtlich in kürzeren Intervallen fahren Äs früher die Stadtbahn und vre Bevotkertntg wird dics.'Ibcn Porterie haben, wie bei dem sri'.heren Stadrbahu.- beeriob. Der einzig wirkliche Grund, weswegen man bisher vor der GÄektvifiztorttng der Wücn-er Stadtbahn Mrückschreckta, waren finanzielle 'Ichwievigkei'non. Die Kosten der Elektrifizieruttlg litte so hoch, daß sie angesichts den.- verhältnismäßig kleinen Frequenz der Stadtbahn einen viel zu großen Anteil an der Verzt.nf-.lngs- und Thlgungsq-uode gehabt hätten. Der Stndt'bahnbetrieb litt auch unter dent llebel, daß man für den Sonmagsverkchr einen großen Wagenpark beveithalten ntußte, der hohe Kosten verursachte und bei den relativ schwacheti Verkehr an Werktagen keine Verwendung 'finden konnte. Aus die Frage der Fernbatnthöse kann ich mich nicht eiullassen. Ich kann nur sagett, daß die Schaßsitng neuer Fernbaihuihöse so große Kosten verursachen würde, daß ntatr nicht daran denken kottte. Wenn ntan bei einer innerstädtischen Bahn einen ersolgreichett Perkohr bieten will, ist es unmöglich, auf einer solchett Bahn auch noch einen Fernverkehr abzuwichsln. Die Bundesverwalk-uing hat das >cuuch erkannt und aus diesem Grttnde unsere ut Projekte zugcstimmt. Achnlich verhält es sich mit den: Fra ch ten verkehr. Einen solchen hat cs auf der Stadtbahn nie gegebcat. sZwischenrufe bei dm Chvistlichsozia/en: Aber doch! In den Nachtstunden!) Die Nachtstunden sind bei ean-r Schnellbahn notwendig, um die dringendsten Repara:n..u'. am Bahnkörper durchzuführen. Die Schwievigkeiien dos!' m - steig Verkehres werden wer «iger an fecav Werkt ago n, r s an den Sonntagen suhl bar sein. Eine ivsnerc eaotara^ ziernng über Heiligenstadt >und Hütteldorf hinaus ist;t: oh: mögl i ch. Ich kann ruhigen Gewissens versichern, daß alles aenyodtu wird, um die größttuögliche Beiriebssicherhett zu gewähr - leisten. Wir fahren auf Sich:, tu den Tunnels werken S i g n a l v 0 r r i ch t et n g e:t angebracht und die Borsickt: v.-i diesem Betrieb muß weitaus größer sein, ails auf der Straßenbahn. Was die finanzielle S eite anlangt, so hossou nur, mit den 185 Milliarden ans; -u k 0 m tu e u. Unsere Berechnungen wuvdcn nrit der größten Sorgsalt vorgenvinnten. Auch die Berwalruug der ewt.aüsiziert-.'n Stadtbahn wird durch die Einführung in den Straßenbahuve rieb einheitlich sein. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, daß ab es 'geschehen ist, -rnn für die Zukunft der Wiener B<Aö'l'ker-Ujtg 0 tuen guten Verkehr zu schaffett. (B>eisall.) Bei der Mstimmnug wird der Referenwnatttraa mit den Sttmimen der Mehrheit angenomtnen. Bürgermeiister Seitz: Durch diesen Beschluß sind die. Vorarbeiten für die Elektrifizierung der Stadtbahn abgeschlossen und es kann ein großes Werk begönnet', werden. Der Bürgermeister dankt sodann dem Direktor Span gier und den übrigen Mtkarbeit'ern an den Entwürfet!, woran' er die Angelegetcheit der Stadtbahn für erledigt a Sie LcbemmittelmSrlle. Preissteigerungen. Obwohl die Nachfrage auf den Markten gestern uock ntdn besonders lebhaft war, setzten doch schon für die meisten Artikel, die für den Feiertagsbedarf in Betracht kotmuen, Preiserböbuugen ein. Lebhafter gestaltete ficb bereits die Nachfrage nach lebettden Karpfen, die sich auf 36.0(10 bis 42.000 K. pro Kilograntut stellten. Geflügel aller Gattungen hat sich gleichfalls bedeutend tut Prelle erhöbt. So wurden für steirische Voulards schon Preise bis 60.000 K. pro Kilogramm gefordert. Auch Kalbfleisch bat sich int Kleinhandel in der Grostmarkthalle um 2000 K. pro Kilogrannn verteuert, für Schnitzelfleisch betrug die Preishinaufseßtm g sogar 4000 K. für das Kilogramm. Andmernder Frost. In aanz Europa hält sich eine kalte Nordströnmnq. Im Westen Oesterreichs ist es trüb, im' Osten wolkenlos. Die Schneeperbältnisfe für den Wintersport dürften in den inneren und nördlichen Voralpen in mittleren Höben (1000 bis 2000 Meter) sehr g ü n ft i g sein. In Tallagen dürfte vielfach ungenügend Schnee liegen, in freien Höhenlagen infolge des vergaugenetl stiirtnischen Wetters bedeutend ungünstiger als vergangene Woche. Voraussage: Wechselnde Bewölkung, im Osten Oesterreichs meist heiter, im Westen zu leichten Schneefällen neigend. Frost andauernd. besten u. hilli rnmmm kaufen Schiffmann BHmnaaaai . 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