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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-21 · Heft 1742 (21.12.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1742 (21.12.1923)
Date
1923-12-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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•(*' /s*'4(0,-|''V';j<HW« gfr. 1742 - ÄZirn, Fveltag Urania.' Heute: Großer Saal: 5 Mr: Zm Lande der Paqoden und Elefanten. */.,8 Uhr r Die Besteigung des Mount Everest. — Kleiner Saalr '/.6 Uhr< Akgdemifcher -Maler Emmerich Schgffranr Albrecht Dürer, sein Leben,' sein Werk und seine Bedeutung für die moderne Kunst. '/,8 Ubr: Priv.-Toz. Dr. Nudoll Aller«: Erkenntnis und Beurteilung de« Menschen, l V. — KurSsaalrö Uhr r Doktor EugeNie B o rm a n n 7 Tie Philosophie de« Leibni-, I. •/, 7 Ubrr Hpfrat Dr. Max V n n e s a r Geschichte der Stadt Wien, VI. 8 Uhr: Dr. Robert K l n m a k r Einfttbrung in die Astronomie. — KlubsaaIr 6 Ubr r Univ.-Lektor Ferd. M a t r a 8 : Sprechkurs, H. 1.8 Uhr r Schriftsteller Otto G i - a l e r Vom Wesen der Anekdote. — L e h r s a a l kl. 8 Ubrr Hofrat Ing. Josef Löwh: Grundlagen der Wechselstrom-Elektrotechnik. IV. — M i k r 0 sk 0 v i e r s a a l r 7 Ul,r r Direktor Dr. Ludwig A r n h a r t: Die Prapariernng der Biene, Xll. — Urania-Bücher st über Von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abend» geöffnet. - Weihnachtsaus st ellung guter, billiger Bücher, Lehrsaal i, von 8 bi» 12 und 2 bis 6 Uhr. Bühne und Kunst. Mette Guilbert. (Kammerspiele.) Auch wann man den redlichsten Mllen dazu hat, läßt «S sich nicht vermeiden, bei Behandlung deS Guilbert-TlbmdS von jenen Zeiten zu sprechen, di« vergangen sind. Der ganze Saal hat im Konversationslexikon das Geburtsdatum deS berühmten Gastes nachgvschlagrn, alle Welt spricht davon» wie es „damals" gL^en. Avette Guilbert selbst ' versichert mit ihrem klugen Lächeln, es sei genau so wie einst, und wir wären „bis auf ein paar weiß« Haare und Falten" nicht gealtert. Der Abend ist also auf jenes »Damals" eingestellt. Die BergleichSmoaltchkeit fehlt, wer auf den absoluten Eindruck angewiesen ist, wird fick) einer Leisen Enttäuschung nicht erwehren können. „Damals" stand die Kabavettkunst bei uns in den ersten Anfängen und Wette Guilbert brachte den Wilden an der Donau einen Hauch d"S echten BrettlefpritS. Sie ist noch heute eine entzückende, geistreiche Disseufe. eine grundgescheite Frau, die alle Register des Witzes, der Laune. deS Uebermutes zu ziehen weiß. Aber sie ist doch, trotz alledem, kein Phänomen mehr. Sie ist wohl kaum gealtert, weil echte Kunst nicht altert, aber die ganze Entwicklung des deutschen Kabaretts liegt zwischen einst und jetzt. Daß Uvette Guilbert immer noch eine besondere Note bedeutet, muß wohl nicht erst gesagt werden, ihre Charakterisierungskunst ist außergewöhnlich, scharf, klar, unerbittlich, und wenn sie eine imaginäre Nähnadel einfädelt, so ist das eine mimische Kunstleistung, die ihresgleichen sucht. Köstlich das Psalmcdieren des Klosterbruder oder das Staunen der ungetreuen Frau: pourquoi me bats mon mari s-ans cause . . . Das ziemlich kurze Programm gab der Disseuse Gelegenheit, ihren Uebermut und ihre gallische Munterkeit voll wirken zu lasien, vermied jedoch geschmackvoller Meis« die üblichen Pikanterien. Nur den alten MeihnachtsliÄern mit ihren grausam blondlockigen Engeln zeigte sich daS Publikum nicht ganz gewachsen — für diese Sentimentalität biingen doch nur Romane den notwendigen Mnt auf. Die Zwischennummern wurden von sechs munteren Französinnen unter vielem Lärm. Harmlosigkeit und Händeklatschen net und anspruchslos besorgt. Ob sich im reichen Schatz französischer Kinderlieber nicht Bedeutenderes gefunden hätte als die vorgetragenen, muß dahin gestellt bleiben. Ern wenig Abwechslung im Stil hätte dem Abend nur zum Vorteil gereicht, sind wir doch vom Kabarett an Buntheit gewöhnt und verbinden die Vorstellung Kleinkunst'von vornherein mit dem Gedanken der Vielheit. Nippes dürfen nicht zu einheitlich fein. DaS Publikum dankt« der Künstlerin mit reichem Beifall. Aber auch dieser Beifall klang mehr distinguiert als begeistert, mehr erinnerungsbeschwert als frelkdig. Nicht der Krieg, der dazwischen liegt, gab die Dämpfung, aber das „Damals" . . . Warum man es unterließ, den französischen Kenntnissen der Anwesenden durch Verkauf der Texte nachznhelfen (mitunter zeig'« daS Fchlen deS Beifalls, daß die Nachhilfe wohl am Platze gewesen wäre), ist nicht cinznsehen. Die Programm« enthielten nur die Titel. Dafür kosten sie 6000 Kronen. K. M. AuslandegaMiel der valSstinenUchen hebräischen Theater». Wie I. T.,A. meldet, weilt gegenwärtig in Berlin eine HMativgrupPe des „Theatron Arzi IIsraeli" (Hebräisches Theater Palästinas), bestehend aus den Mitgliedern Frau Bevustein-Kohon, Frau Weinschal, den Herren Gor, Kuitai, Oxenbcrg und anderen. Diese Gruppe hat sich mit dem auS Moskau eingetrosscuen Herrn Gnesin. einem der Gründer der Moskauer „Habima>h", zu einem Ensemble verbunden. Unter der Direktion Gnesins wird die Truppe in den kommenden Monaten eine Tournee durch Deutschland, Frankreich, England, andere Länder Europas, wahrscheinlich auch durch Amerika, unternehmen und eine Reihe hebräischer Stücke zur Aufführu-ng bringen. Gegenwärtig ist di« Gruppe mit der Zusammenstellung deS Repertoires beschäftigt. i Um di« Passah-Zeit will die Truppe ihr« Tätigkeit in Berlin mit der Aufführung deS Dramas ,-Belsazar" von Heule R 0 ch e beginnen. Die Dekorationen stellt der jüdische Maler Mindjin her. Die eingelegten assyrischen Tänze werden von der bekannten Tänzerin Jutta Kl amt arrangiert. Aus den: weiteren Repertoire sind hevvorzuheben: „Meschiach Ben Josef", Legende von Steinmann und ,M a b b a t a j Zewi" von Zulawsky. Zu diesen Stucken haben moderne jüdische Komponisten die begleitende Musik geschrieben. Nach Beendigung der Tournee wird sich die Truppe unter der Leitung >deS Direktors Gnesin zurück nach Palästina begeben, um dort in enger Zusammenarbeit mit der l>ebräischen Universität den Plan eines ständigen nationalen hebräischen Theaters zu verwirklichen. Die Gesellschaft hofft, auf der Tournee die nötigen Mittel für die Begründung eine» ständigen Theaters in Jerusalem aufzubringuu. Wiener WoHenzeltuirs. Mtsilunsen aus dem Publikum. ciAZKzizHßcncruci Josef Ehrlich 1. ROTGASSE 3 * MODERNE TÄNZE -^nrnrnMomiaammmmaer > mmmmmmmm feefische- Karpfen Fischkonserven lebend« in den Filialen der Deutschen Damvffischerei »NORDSEE« ft. Dezember 1023 Seite 5 von Rudolf Nellon , statt. Das Ensemble de» Berliner Nelson- Theaters absolviert in dieser Operette ein Gastspiel. V 0 l k 8 0 p e «. Heute „Madame Butterfly". Im L u st s p i e l t b e a t < r sindet heute um */*8 Uhr die Erstaufführung des Schwankes „Der N a ch t p 0 r t i e r vom Maxim" mit Josef I a r n 0 in der Titelrolle statt. A v 0 l l 0 - T h e a t e r. In der Sonntag den 29. d., nachmittags 9 ttbr, stgttsindenden Aufführung „D i e F l e d e v> maus" deputiert Fräulein Rita G e 0 r g als Adele. Johann Strauß-Theater. Morgen Erstaufführung der Operette „Bajazzos A b e n t e u e r" von Ludwig Stärk und Adolf Eisler, Musik von Michael K r a u S z. _ Gerichtssnal. Sie Geheimnisse der Weisen von Zion. Der Fries an der Rathenau-Villa. 2. EnnSgaffe IS 2. Karmelitermarkt 9. Großmarktballe 9. Nennweg 87 9. Kard. Naglplatz 4. Naschmarkt 6. Siebenbrunnengasse 6 6. Wiedner Hauptstraße 140 6. Kollergevnqasse 6 (gegenüber Leßner) 7. Neubaugürtel (gegenüber Wimbergerd 8 7. Bnrggasse, Markthalle S. Nußdorferftraße, Markthalle S./18. Währingergürtel, Viadukte 112,165 10. Viktor Adlervlatz (Eugenpl.) 12. Phliadelphlabrücke 12.'14. Lobkowitzbrücke 19. Hütteldorferstr.l Meiselmarkt) 19. Linzerstraße 69 14. Schwenderoasse 4 16. Ottakringerstraße 149 16. Avvenplatz tGroßmarkt) 20. Hannovermarkt 21. Floridsdorf. Am Spitz 1 Was nicht jeder weiss — ist, dass Ich ausser meinem Fpezlalrrtikel (Valero) die e’egfanteste Herren* robe (Zivil, Sport, auch für Damen. Uniformen) sowohl aus eigenen als auch aus mitgebrachten Stoffen seit 39 Jabren erzeuge. RUDOLF GOLDSTEIN T.I.4S4-S9 Wien, II. TASORSTRASSE S4 o.gr. 1308 Interessant ist, daß die Gesellschaft in Gemeinschaft n:vt Jabotinsky an der Schaffung einer eigenen hebräischen Bühnensprache unter besonderer Pflege der Dokalisation arbeitet. Gesellschaft zur Forderung einer hebräischen Bühne. Die Gesellschaft zur Förderung einer hebräischen Bühne in Wien, hat die Gründung eines Vereines zur Erhaltung der „B i m a h Iwrith" (Rerie: Leo Holpern) beschlossen. Dieses Theater' ist in Dien wiederholt vor das Publikum getreten und bereitet für di« nächste Zeit weiter« Aufführungen vor. Der Verein soll für regelmäßige Aufführungen und deren entsprechende Ausgestaltung und Darbietung sorgen. Die Gesellschaft fordert all« Freund« der hebräischen Kulturarbvit auf. dem Vereine beizutreten. Anmeldungen Dienstag und Freiter. von 7 bis 9 Uhr abends im Klub Iwri. 2. Bez.. Daborstraße 1. Streit um Paul Morgan. Der bekannte Schauspieler Paul Morgan, der ietzt von Berlin nach Wien zurückaekehrt ist, wird hier viel umworben. .Gegonlwärtig streiten um ihn das Etablissement W-iesen hal, dem er. sich-für 14 Taae verpflichtet hat. und das Kabarett .GimpliMimus". in welchem Morgan jetzt austritt. Das Gewerbegericht. dessen Enll!be.idun>g auaerntf'n wurde, hat bourteilt. daß der Vertrag MovganS mit dem Etablissement Wiesenchal-zu Recht bestehe untd Moraan ve r o t e n wird, im Simplizissimus-Kvtbarett in den ersten vierzehn Tagen auzutreten. Da nichtsdestoweniger Morgan täglich im »tAmPlizisiimus" anftritt, will das Etablissement Wrosenthal Schadenersatz geltend machen und einen Haftantrag gegen Morgan stellen. Sicnkiewicz' Gebeine werden nach Polen überführt. In Warschau hat sich ein Komitee gebildet, welches die Ueberfübrung des Sarges mit den sterblichen Resten deS berühmten polnischen Romanschriftstellers Henryk S i e n k i e w i c z, der 1916 in Vevev gestorben ist. nach Polen veranlassen will. Der Sarg soll im Dom bei der alten Wawelburg in Krakau oder in einer Warschauer Kirche beigesetzt werden. Josef Grob, der humorvolle ostjüdische Schriftsteller, hat soeben eine erfolgreiche Vortrogsreise beendet, die ihn nach Polen und Neurumänien führte, Ueberall wurdm seine Vorlesungen ans eigenen Werken mit großem Beifall ausgenommen. Grob wird demnächst wieder vor dem Wiener Publikum am VortragStisch erscheinen. Eine Adolf LooS-Ausstellung in Paris. Der in Wien so lange bekämpfte große Architekt Adolf LooS ist im Auslands seit geraumer Zeit schon eine anerkannt Kapazität. In Wien ist er aerade erst zur vollen Geltung gekommen. In Frankreich aber bringt man seiner schöpferischen Eiaen>ort solches Interesie entgegen, daß in Parias eine Adolf Loos-Ausstellung vorbereitet wird, die seine gesamten Arbeiten des letzten Jahrzehntes umfassen soll. Josef Markus, der verdiente Prager Musikpädagoge. der durch lange Jahre Orchesterdirektor des tschechischen Nationaltheaters war, ist 70 Jahre alt geworden. Seinen berühmten Kunst- und Zeitgenossen S m e t a n a und D w o r z a k ist er als ausübender und vermittelnder Künstler bei der Aufführung ihrer Werke zur Seite acstanden und auch mit F i b i ch war er enge befreundet. Anläßlich der Feier von Markus 70. Geburtstage erinnern die Prager Blätter an eine heitere Anekdote. ÄMon'n Dwormk begegnete seinen Freund Markus eines TageS auf der Straße, stürzte auf ibn zu, en'wand die glimmende Zigarre dem Gehege feiner Zähne und fchleub''rte sie mit den Worten zu Boden: „Da soll man mit dir arbeit°n könn'n, wenn du dich mit die>sem Giflstengel nervös machst!" Markus erfreut sich in weitesten K'eisen der Künstlerschaft und der Prager Ge-sellschast großer Beliebthstt und Verehrung. —Unter der jün^erm Generation Prager Künstler zählt Franz Werfel zu seinen Schülern. Ans de» Theatern. B u r g t b e a t e t. Morgen um 7 Mr „F aschin g". — Weeen Unpäßlichkeit der Frau Medelsky gelangt heute statt „Antonius und Kleopatra" „Der Richter von Z a l am e a" zur Aufführung. Anfang 7 Ubr. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen um */,8 Uhr „D i e kleine Konditorei". O p e r n t h e a t e r. Wegen technischer Schwierigkeiten entfällt die für Dienstag den 2ö. d. Erster Weihnacht»- feiertags angesetzte Balletsoiree im Redoutensaal der Hofburg. Im Deutschen Volkstheater beginnt die heutige Erstatt'fübrung der dramatischen Phantasie „D e r w e i ß e H e i l a n d" von Gerhart Hanptmann mit Alexander Moissi als Montezuma pünktlich um 7 Ubr. In den K a m m e r s v i e l e n findet im Rahmen der Na chtvor st ellung Sonntag den 30. d. die Premiere der dreiaktigen Operette ,D i e D c m e tt vom Olymp" Wir haben uns schon zu wiedecholtenmalen mit Ven famosen „Geheimnissen der Weisen von Zion" beschäfti-gt und den Beweis der Fälschung dieser angeblich aus dem Jahre 1897 stammenden Protokolle des ersten Ziomstenkongresses öffentlich geführt. Das Buch hat auch zu einem Prozeß de.r Mutter &§ ermordeten Ministers Rathenau Anlaß gegeben, weil bvhauptet worden war, daß sich an der Borderwand der Rathenauschen Villa in Berlin ein Fries befinde, der 06 aibgeschnittene Fürstenköpse darstelle. In der ersten Verhandlung gab der Angeklagte, der Hauptmann Müller v. Hausen, der als Herausgeber des vo«n einem Gottfried zur Beck zusammengsstettlen Buches fungierte, der Frau Rallhenau eine Ehrenerklärung, die er dann jedoch wieder zurückzog, weshalb ein« neue Verhandlung angesctzt werden mußte. Inzwischen hatte der Schriftsteller Dr. Johannes Stanek gegen Müller v. Hausen öffentlich die Beschudigung echoben. er wisse genau, daß das Buch ein Schwindel sei. Haufen klagte und in dieser Woche kam es vor dem Schöffengericht Schönoberg zur Verhandlung. Stanek bot durch seinen Verteidiger Dr. Brau da ch dvn Beweis an, daß dem Verfasser des Buches ein schon vor vielen Jahren erschiemnes Buch eines Franzosen als Vorlage gedient habe. Die angeblichen „Geheimnisse der Weisen von Zion" seien, wie er aus etwa 140 Stellen drs Ter es Nachweisen wclle. eine freche Fälschung. Zu der Behauptung über die vermeintlichen Königs-köpse an der Rathenauschen Billa führte Stanek aus, daß der Architekt ein königstreuer Mann und frommer Katholik sei. Was das Buch als abgeschnittene Fürstenihaupter bezeichnet, seien Masken und B l a t t o r n a m e n t e, die der mit der Anfertigung des Frieses betraute Bildhauer nach einem italienischen Kunsüwevk der Renaissance kodiert habe. Müller v. Hausen . bestritt, seM der Verfasser des Buches zu sein. Die in den ersten Auftagen als „Prctokolle", in den späteren als i chtli n i e n" bzeichneten Abschnitte seien auS einem russisch«» Buch übersetzt chorden, und zwar von einem Regierungsrat. der n i ch t g e n a n n t s e i n wolle, weil er sonst seine Slelbung verlieren könnte. Nur Teile davon seien jenem älteren französischen Buch entlehnt, das gebe man jetzt zu. und auch die Annahme, daß es sich um „Protokolle" handle, habe sich als „i r r i g" herausgestellt. Verfasier dieses Buches, das außer den aus dem Nrlssischen übersetzten Abschnitten eine eigene Einleitung und einen eigenen Schluß enthält, sei n-cht jener Regierungsrat, sondern ein Mitglied des von dem Kläger geleiteten Vereines gegen Ueberhebung des Judentums. In der mehrft-ündigen Verhandlung, die über die Vernehmung des Äug»!!aa>u nicht hinaue-kam, sordert-r der Kläger wie der Angeklagte immer wieder V e rtagung, weil die Sachverständigen beider Parteien hier nicht sofort würden entscheiden können, clb das Buch eine Fälschung sei. Der Angeklagte hatte als Sachverständigen den Geschichtsprofe"or K a r st e d t aus Göttingen geladen, der rechtsgerichtet und antisemitisch ist. Auch er werde aus dem dorzulegenden Beweis material die Ueberzeugung gewinnen, daß „Die Geheimnisse der Weisen von Zion" eine Fälschung seien. Das Gericht kam nach langem Hin und Her schließlich doch wieder zu einer V e r tag u ng.^Erst danach prüfte es noch die Frage, was man von dem Sachvovstanidnis der von dem Kläger vorgeschlagenen Herren Reventlow und Mahlaut zu halten habe. Graf Reventlow wurde für zulasiungs'würdig erklärt. Profesior Mahlaut aber wurde abgelohnt, weil sich ergab, daß die Einleiwng des Buches auch einen von ihm verfaßten Beitrag enthält. Verfasser des Buches zu sein, bostritt er. Eine Krim'malafsSre kn Berlin. Di« Frau des Chefs erschlage«. Aus Berlin wird uns gem-Älbet: Dar außevordenilllch feTtetw. Fall, daß ein Jude unter MovdaMa-ge steht, baschäftzgte das außeivordeinkliche SchwuMricht des B-evlmer Landgerichts. Seit über 50 Jahren ist in Prsußen kein Fall vorge-kom-neu, wo ein Ju^de unter Mordan-Aage stand. Der Platzmeister Lövensohn, «der aus Polen stammt, in feiner Heimat S-okveiär bei Gericht und Nota>ria.rsl»eamtar gelvesen ist, wird beschuldigt, die Ghöfraiu seines Chefs, Freu Fanny F ö r st e r, Überfalls e>!ne Jüdin, ermordet zu halben. Gr will die Tat in einer M.ürklär!lich"n Aufwallung begangen haben, die dadurch ', enilstaitdon -ist, daß Frau Förster ihn angeblich umgeve-chter Mvise einer betrü-gorischer Manipulation beschuldigt hat. Nach der Evinorduwg der Frau Förster eilte er -in die Wohnung und versuchte dort» das Nsähri'ge Dienstmädchen zu erdrosseln. Er wurde spLtvr im Norden der Stadt in einem Hausflur auf gefunden. Er bühauptei«, dort überfallen worden zu fein. Dis , "■ fj l M. ,4 „ (. u-jr \

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