Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1741 (20.12.1923)
- Date
- 1923-12-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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"VeR'A ' .Wen^ MnwMkst ~ Holar-Postkarteir. Die Expedition wevKs fte frrei F i u g # c u g e verMgen, die Zurzeit aus der DoNuerwem irr Friedrichshafien gebaut werde». Der Flug. wsrde in der Zeit vom Mai f>i$ August ausgeUhrt werden. Hauptteiluehmer an der Expedition Erden außen Amurosen und Davison ein Schiffsreeder Hammer und Oskar Ompcck fern. Ke SrSzekberatnnr im SemeWemt. In der gestrigen Sitzung des Gemei-n-derakes referierte Stadtrcri Speiser über die Personcklattigvlegknheiten. Er ieMe mir, daß das Gesmntpersoiralbtchget für -das Jahr 1-K4 einen Aufwand von 738 Milliarden aufisrrfn Der Per» i[ on a I«'.i stvan d beträat vom GesamthudgÄ rmrtzr ZS Großem, während im Voranschlag für Las Jahr 1K3 der Per« wualaufwand 43 Prozent mrsmomt. Was die Personal'-' stcnrdeszahlen aMlngt, so hatte die Gemeinde am' 1. Ianmr .1923 insgesamt 17.47S VerwalMMsangesteAte KnL 7897 Lchr« verso'.reu. Die Zahl der Pensionsparteien betruig 7402. Der Novemberftand 1928 an Berwal tu n a Sangest eilbetrug 1^313 rmd an Hchryersonen 7M8. zusammen okso S3.S5, Ehrend die ZaA d<r PenkronZparteien 9kW betmg. M ^i'at sich also, daß tw'-dem in diesem Jahre ein Abbau durchgeführt wurde, eine Verminderung d-es Gesamtpersonales nicht e i n p 11 r e t c a ist» was vor allean auf die ll e 5 e ru a h ui e neuer A n si a! t e it -rrückzuMren ist. Der Resererrt sprach fodnnn über die Verwcrl-rrknasrefarm, derni Maßnahmen sich varchans dowährt haben. Die wichtigste Reform sei die Mändermra. des BerrrchmrnpKvrsenS und die Schaffuna eines eigenen KontroNamtes. ^Lessen Tätigkeit sich über die Hopeitsverivallmia und die städtficken Nnternehimrngrn erstreckt. Die zweite Reform war die Schaffung einer ein« heillichcu Srandesprupo« für den mittleren Verwaltunaedremr. Äuck diese Maßnahme habe sich artt bewährt. Writers wurden verschiedene kleiner; Aemter eurfgelassen. >und gleich-- artiae Dienststelle»» und Betriebe Mammenors-aßt. Zn der Debatte bezeichnet« Gemeinderar Doppler das Tragen der Parteiabzeichen im Dienste als einen Miß stand, was der Referent in seiner Schlußrede als gerechtfertigte Kritik oeltmr ließ. Hierauf wurde -regen die Stimmen der Cbristtichsozialen der Voranschlag für eie Pcrwalttmgsgruppe „PersonÄanqelegetcheit«r" nugrrrom« -ne»:. WMjtchrtspslege. T:ao:rar Tandler ersiachete^hierLm das Reserar über Woblsohrts- und GesundlneitLpflege sowie über die Jugend« für sorge. Aus demselben ist zn eutuchrrmr. daß im komnkenden Jahre di« alsivmeme -Fürsorge 2L1.4 Milliarde: tnronen erfordert. Diese starke Erhöhung gegei'über dem Borfahre isr ruf die L>r naussetzrrnq der ErbLlrungs-- b e i t r ä g e zurückzufübeen. Siark gestiegen sind auch die Ausgaben für die Jugendfürsorge. Die Ausoaben für die Waisenhäuser sind mit nenn Milliarde-', für die Kinderverpflepsanstolten mit 29 Milliarden. für die öffentliche Jugendfürsorge mit 31 Milliarde:: und für die geschlossene Fürsorge mit zwölf Milliarden, zusammen also mit 51 Milliarden Kronen veranschlach. Die gesamte Juaendfürforor verursacht Ausgaben von 124 Milliarden, wozu noch die Ausgaben für Gesundheitspflege mit 121 Milliarden rommen. Für den Sanitätsbetrirb betragen die AusgavLn 9,6 Milliarde. Gestiegen sind auch di-e Ausgaben für die Irren Pflege dm» L4 von 84 Mlttarben. Zum erstenmal ist im Voranschlag auch ein Krnderspktal -.'nrhaiteu. Es ist dies Las von der Gemeinde übernommene .ckaro-men-Kmderspital. für das zwei Milliarden in den Voranschlag -ungefetzt wurden. Die Ausgaben für die TuberkulosebekLmpstmg umfassen 35 Milliarden. Der Voa-Msch-lo-g weist also cm veDöt'ec'.'..:'aspolnisch produktiver» Ausgaben eine Summ; von 259 Mlkliarden und an rein Humanitären, also bovölkerunaspolitisch ''.nvrrduknven Ausgaben 286 Milliarden aus. An Las Referat knüpft sich eine lange Dcbarte, in welcher die Opposition wieder alt« Beschwerden vorbringt, die ichou bei früheren Anlässen von Professor Tandler wiederholt mi: Erwl.a zurückgewiesen wurden. Da Gemeinderätin Frwt Motzko (christlichsozial) in längere: Rede die Aktionen der Gemeinde kritisiert und den Nutzen oer Woblsahrispslene bestreitet, erNärt Stadtrat Dr. Tand« icr: Ich werde Ihnen die offiziellen Ziffern ^-ur Berfüguno stellen, ich verlange aber, daß Frau Gemeinderätin Mou ko dann in üssentlicher Sitzung die Erklärung^abgibr, daß ihre Anschuldigungen falsch sind. Ich bin eS müde, auf wahrheitsgetreu« Argumente immer die Antwort zu bekommen. „das glflirbe ich nicht", unter solchen Umständen ist eine D'skussion wohl überflüssig. Gruppe 3 wird dann mit den Stimmen der Mehrheit angenommen und die Fortsetzung der Debatte auf heut« vor« mittags orrkagt. die kletttWrnmg der Stadtbahn. Abschluß der Vertrage. Vor Beginn der Berat-u-ng über den Voranschlag in 'der -cachmitiaassihnng erteilte Bürgermeister Seitz dem Bizebüraermeister Emmerling zu folgenden Ausführungen das Wort. In den Notstandsprogrammen wurde »mt-er anderem ein Projekt zur Mledebelebung des ruhenden Stadkbcchnver» kehres ausgearbeitet und der Kommission für Ver8chrSanlaHen der Aniro^ gestellt, der Gemeinde Wien die Stadtbahn in den Betrieb zu übergeben und diesen Betrieb vollständig auf ihre .''kosten zu führen. Die Dauer der Betriebsführung durch die Gemeind-; Wien sollte aus einen Zeitraum von 80 Jahren sestgeseh: werden. Die BerhaMungen sind nun so weit ge« Lichen, daß in DNde ein fixer Vertrag zum Abschluß gelungen wird. Die beziiglichen Gesetzwerden durch Bund, Land und Gemeinderat geschaffen werden. Es wurde ftstgelegt, daß alle Linien, mit Ausnahme der Vororteliuie, der Gemeinde zu übergeben sind, die auf diesen Linien einen elektrischen Schnell» bahnverkehr führen wird. Bis zum Sommer sollen vor allem die jetzt vollständig ruhenden Linien wieder in Betrieb gesetzt werden. Redner l>e» antragt: Der Abschluß eines Vertrages wegen Ueberlassnug der vorewahtNen Stadtbahulinlen an di« Gemeinde Wien«stadtir'che Straßenbahn und der Abschluß des Anschlußvertrages für die Mitbemitzrmq des Dcchrchof-es HeÜlbgenfta-ar wird genehmigt; di? Direktem der städtischen,Straßenbahn wird ermächtigt, hinsichtlich der Bahnhöfe Hüttetdors-Hacking und Hauptzollamt analoge Anschlußverträge obzuschließen. Ferner: Dw ^Bedingungen und M.odaWL:«n über di« Durchfi'ch-vung des An» botes der Gemeinde Wien betreffend die Uebernahme der er- Wiener Moräerr^eitung. CiEOROIBü H (CLUSBUSBAD) IX., Cluslutgasse U H | m~ neaerSM *m | 8 Dampf- Mi AonneMüer a i Iftitfisthci Pampffbscg 1 I umgebaut und neu elngorlcfito« i Wt Ab' Für Damen sind die russischen Steinschwitzßm ■gl bäder jeden Donnerstag nachmittags geöffnet ~98(3 tim trtfdini Betrieb, werden zustimmcnd zur Knrntnis genommen. Der Bericht wurde ohne Debatte angenommen. Die WeMeurerlaulbM »es BlmüwtW- Wchers Rabbst. Das Haupt der in Preßbaum verhafteten Danknvtenfälfcher, der angebliche Dr. Josef Nassir, hat gestern endlich n ach langem Leirgnen zugegeben, der viel gesucht« Ban'knotenfälscher Gabriel R«bbat zrr sein. Rnbbat hatte seinerzeit mit seiner Bonde holländische Noten gefälscht und wurde deshalb vor: den holländischen Behörden eifrig gesucht. Rabbat füh::e im Abenteurerleben, über das er folgende rocht interessante Eiuzechysten erMlä. Er ist im Jahre 1883 in Damaskus geboren, dahin znständiF, und von Beruf Seidenwarenhändler. 'Sem Bater Josef Rob'bot und seine Mutter wohnen noch heute in Bflymtt. Dort hatte der Bater eine große Srideryp'mnerei und Än Bankgeschäft. Rabbat gibt an, er habe fehlten Bater durch Bvrsanspelulationen vollkommen ruiniert, ihn um Fabrik und Bank gebracht und ihn zu einem armen Mann gemacht. Er will acht Klassen Gymnasium in Bayruch besucht, daun an der ftanMiscben J-esurtenunversität in Bayruth vier Jahre Jus studiert haben und -im Jahre 1913 zum Doktor der Rechte tzromoviert worden sein. Dann war er vier Jahre im Geichäste seines Vaters tätig. Europa hm er noch als Jl'rngling zum crffeit Mal« besuch!, als er mit seinen. Lorten im Jabre 1900 dr-? Weltausstellung in Paris besuchte. In der Schweiz chatte er di« Witwe Avonne Lambert kennen cstlern: und sie nach Deutschland mitgenommen. Nach dem Scheiter» des TabÄgeschästes befaßte sich Rcrbbai m Dresden mit dem Hand«! von Bruchmekall. Don Dresden reisten Rabbat und di« Lanrbert nach Berlin. Im gleichen Hotel wohnte auch ein Ingenieur Karl Bretter, mit dem Rcrbbat bald bekflnn! wnrds. Eines Tages zog Greller de» Rabbat ins Vertrauen, daß er die Mbsich: habe, Dankroten nachzuahmen. Rabbat will die Idee gerade zur damaligen Zeit sehr willkommen gewesen sein. Und nun setz! das Märchen mit der in Aussicht genommenen nickten Brau: ein. Mit vorgetäuschtem Reichtum will er schon damals die Absicht verbunden haben, durch Derinrttlung seines Sck'wagerS, der in reichen Familien im Orient Zutritt hatte, eine reiche Parti« u-nier den Tüchern des Landes zu macken. Und um seine Lage besonders glänzend erscheinen zu lassen, wolle er ihnen den Besitz einer großen Lumme Vortäuschen. Dieser Plan habe ihn damals bewogen, dem Vorhaben des Ingenieurs Gretter näher zu treten. Sie befaßten sich nun eiwgshmd mit dem Plan, und es wurde auSgemocht, daß holländische Banknoten im Gesamtwert« von fünf Millionen holländischer Gulden horgestettt werden sollten. Rabbat will auch jetzt noch glauben machen, daß bei dem Prvstlt auöbedungen war, daß die falschen Banknoten nicht in Verkehr gesetzt, sondern mrr dazu verwendet werden sollten, dem Schwager und der Schwester Saud in die?lugen zu streuen; ftrner, daß Rabbat das Unternehmen finanzieren und ©rettet seine -Frau während der Fabrikation der falschen Banknoten erhalten sollte. Aus seinen Reisen bedient« sich Rcrbbat auch vielfach Mcher Nam-rn und nannte sich ^Bankier Kabrane Ra bah", „Gharles Michel". „Noussa Georg Sursek", wahrend sich Gretter den Namen eines Chauffeurs Alfred Diese beilegte. In Dresden mochte Rabbat auch die Bekanntschaft des Photographen Emanuel Herzog, der bei den Psun-dnoteu-Fälschunge-n die Rolle des technischen Fachmannes spielte. Gretter wurde späterhin in München verhaftet. Auch Rabbat wurde in Berlin verhaftet, will aber nach fünfmonatiger NnetrsuchunigWaft frei-gelassen worden sein, lieber diesen Punkt sind die Erfahrungen noch im Zuge. A« LebensmittelmSrtte. Auch gestern war -von'einem lebhaften Verkehr aus den Markten noch nichis zu bemerken. Die Käufer verhalten sich vorläufig sehr zuruckhallru-d und^ verschieben ihre Einkäufe. Vorräte an Fleisch, Gefli'lgel, Fischen, Südfrüchten aller Art stehen in großen Mengen zur Versüaung. In der Großmarkthülle waren 13 Waggons mit verschiedenen Fbeischgattungen angekommen, die -Preise blieben unverändert. Auch auf dem Naschmarkt blieben die Preise für Gemüse, Obst, Bittter und Eier so ziemlich auf der Hohe der Vortage. Bcriinverllch, windis, tatt. . In Deutschland wehen, auf der Rückseite einer südostwärls ziehenden Depression stürmische nordwestliche Winde. Ein Niederschlagsstreif-tn erstreckt sich von den Karpathen bis Litauen, ein heiter von der Adria bis Estland. Zwischen beiden ist die Bewölkung gering. In.Oesterreich sind nur mäßige Niederschläge gefallen. Voraussage: V e r ä u de rl icheS Wetter, Temperaturabnahm«, starke westliche Wsttde. ** Zionistisches LandeökowltLs um 7 lUir abends Sitzung. '20. ScjÄt WS Rr. Mr * Amtsjubiläum des .OberrMinorS von Sarajevo. Wie man uns aus Sarajevo meldet, hat König Alexander dem OderrabbinLt Dr. Wpissel. &u dessen AmtkgMläum d e r sö n l i ch seine Glücktvönsche ausgesprochen. °l' Auch die spanische Regierrmg beschenkt die Jerusalemer Bibliothek. Wie gem-rtdet wurde, hat die französische Regierung der Jüdischen Natron-a-kbibliotchek in Jerusalem 10.000 Franken siir den Ernkauif frau,Mscher Bücher zur Wrrfügung gestellt. Nun melLen die palLstimnsischen Zeitlupen, daß dieser Tag« auch von der span'scheu Regirrung ' eine ansehnlich« Büchersendung beim spanischen Konsul in Jerusalem für dt« Bibllothok eingAroffen ist._ (Nachfolgende Notizen Ui zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich,) * Weisen Sie mir »ach, daß Sie noch irgendwo einen erstklassigen Ngplan in 3 Farben, aus festem Doublestosf zum Preise von uwt 400.000 K. oder einen Pelzrock zum Preise von nur 600.000 K. bekommen. Mit diesem spottbilligen Angebot ist es mir geümgen, die gesamte Konkurrenz zu unterbieten und dem P. T. Publikum einen wirkich reellen rmd preiswerten Einkauf;u sichern. Beachten Sie mein« Ankündigung im heutigen Inseratenteil des- Blattes und Sie werden mehrere, für Sie passende Gelegenhertskärcke finden. KleiderhauS „Zur West« bahn'', Emil Gowstein-, 1b. Doz.. Mariahilferstvaße 182. Tanzrnstitut Hermmm Bram», 14. Bez.» Reiudorsgasse 4$ Heute moderne Perfektion. Beginn halb? Uhr abends. Vereine. BorttSge und Versammlungen. Zionist ricke Kulturgrirptze Brigittenau 20.;&tir Karl Msißlstraße 5. Heute um V,6 Uk>r abends Lireraturkurs. Samstag den 22. d. m» 0 Uhr abends jüdischer Geschichlsknr«, Referent Blum. Anschließend Diskussion. — Mrsrachr, BezirkSgrsppe Leopold st ad t, Sprengel 2. Heute um 7 Uhr im Restaurant Barichak, 2. Bez., Große Schiffgasse 5, dringende AnSschußsitzung. Tagesordnung : Die Delegiertenkonferenz. — BukowinaerZentralverband. Sonntag um b,9 Uhr vormittags im großen Saal des Hotel Stephanie, 2. Bez, Taborstraße 12, Generalversammlung. Eintritt mir gegen Vorweisung der Mitgliedskarte. Um 7 Uhr abends findet das Gründungsfest mit Akademie in den Festsälen des Hotel Continental, 3. Bez., Taborftraße, statt. Urania. Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Die Besteigung des Mount Everest. */,8 Uhr: Direktor Josts Neumai rt Deutsch-Cüdttrol. — Kleiner Gaalr-^ Ubrr Dr. Helene A n d 111 e : Physiologie und Hygiene der Frau, V. %8 Uhr: Raimund Zober: Weihnachten im Volksleben. — Kursfaal: 5Ubr: Dr. Josef G r o g o rr Theaterdekoration in alter und neuer Zeit, l. % 7 Uhr: Dr. Fritz Z e r n e rt Größe rmd Ban des Weltalls.?I. 6 Uhr: Uviv.-Doz. Dr. Kurt Ehrenberg: Die Fossilien in Sage, Volksglaube» und Wisienkchaft. — K l u b i a a l: l'.6 Uhr: Samillo Hornt Harmonielehre, ltt. V,8 Uhr: Alte und neue Erzähler. XU. Mirjam Schnabel-Hoeflichr Erzählungen des Orients. Urania-Bücher st vbe: Von 8 . Uhr früh bis 8 Uhr abends geöffnet. — WeihnachtSaaSstellung guter, billiger Bücher. Lehrsaal I, von 8 bis 12 und 3 bis 6 Uhr. Nachmittagsvorstellungen im Zirkus C. Hagenbeck. An Sa-mstagen wie auch an Sonn- und Feiertasten und selbstverstanLlich auch au beiden WeihnochtSfestnagen finden im Zirkus Ha-genbeck RachmittapSvorstellungen st-cUt, die um Z Uhr ihren Anfang nehmen und um 6 Uhr beendet sind. Bei diesen NachmrttastSvorstellunsten gelmistt das stesamte Abendprogramm zur Vorführung, doch wird besonders darauf Bedacht genommen, daß daS Progr-cumn der Nackmitta^svoc-- stellungen für Kinder oerechnet ist. Karten für die Nachmtttags- Vorstellungen sind rm Vorverkauf während der stanzen Woche an den TagrÄasien rm ZirkuSgebaude wie auch in den Theaterkartenbureaus in der Zeit vom lg bis 12 Uhr und von 3 bis 5 Uhr -erhältlich. Für diese NachmittastSvochellunsten eurpfrehll es sich, die Sitzplätze im voraus an der Tageskasse zu lösen, da hier keinerlei Vorverka-ussgebühren zu entrichten sind. Die Preist für di« Nachmittagckrorstellungen sind ermäßigt. Bühne md Kunst. PaLeaberg als „Vampfmaschiae". Ruimnnd-Theater. Wenn diesmal Pattenberg die Szene betritt, geht zurrächst ein Hexensabbath los. Sein Hausbesitzer Josef Mälik (sein Josef Malik — denn die Gestalt von Pallenbergs Gnaden ist der des Autors gewaltig überlegen), hat tausend Dinge in der Mimtte zu vollbringen und sämtliche Familienmitglieder in Atem zu halten. Er ist: Haustyrann, Pedant, rasender Ordnungsmacher, Staubabwischer, Möbelpolierer, Uhrenkontrollor, Tapezierer, Quacksalber in einer Person — rmd dies alles, bedenket, ist Max Pallenberg. Dem Küchentrampel eine Strafpredigt halten, der Gattin die notwendigen Tischreparaturen aufzählen, eine Weckuhr ganz machen, den Sohn examinieren, der Tochter einen Bräutigam diktieren und einen wackeligen Sessel zusammenklopfen —i dies und manches noch mehr wird in einem vollbracht. Begreiflich, daß die pustenden Geräusche, welche diese „Dampsimaschiue" verursacht, von dem Fortissimo-Gelächter des Saales verschlungen werden. Pallenbergs Hausbesitzer Josef Malik, ist nämlich bei all diesen auf das Ergötzlichste ineinander verschlungene»! Tätigkeiten. Komrnauovrufen, Predigten und meckernden Stoßseufzern ein uiwrhört linkischer Herr mit steifem rechten Bein, der in dem vonichm'i'ti» mit allerhand schönen Sächelchen ausgestattcten Alt-Wiener Familierrzimmer sich uintut, wie ein Stier in Porzellanladen. * Aber Pallenbergs Hausbesitzer Josef Mali! ist ein gutartiger Narr und von jener naiven blauäugigen Eitelkeit, wie sie nur Einfaltspinseln ohne Harm zu eigen ist. Dieserkennt Herr Dolansky, der heimliche Geliebte eirtür oer Malik-Töchier und kuriert ihn. Er zeigt den» gestrerigei» Familieuherru zunächst, daß man sein Haus auf den Kopf stellen kann, ohne daß er es merkt und der geschätzte Les.tt mag sich Pallenberg, den gewaltigen Charakterko»nikcr, vow stellen, wenn er rnit hochgeschrvellter Brust Anerknnung fordert für die unbedingte Gefügigkeit seiner Leute, in einen: Augenblick, da sich soeben iuft alles in seinem Hause ab" spielte, was er verboten hat. Im dritten Akt — ahnte der Autor, Herr F. X. Swoboda, daß einst.Pattenberg diese Rolle spielen wird! — sitzt der Hausbesitzer Jvsef Malik, eine ansgestopfte Pnppe mimend, aus einem Rollstuhl utw läßt sich von Gattin, Töchter und Söhnchen die bittersten Wahrheiter» sagen. Alles ist starr an ihrn, nur .die. Augen bewegen