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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-19 · Heft 1740 (19.12.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1740 (19.12.1923)
Date
1923-12-19
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Serie T5' Wen^ MNwoH Wiener Morqenzeitrinz. 19. Degember 1Y8S ' ' N«. Nils u r S s a a l: YJ Uhr: Architekt Bros. Otmar L e i x n e r : Von deutscher Baukunst. Die Schönheit des deutschen Stadtbilde», Vl. 8 Uhr: Niederösterreich und das Burpenland, X. Prof. Dr. Wolfgang Pauker: Die §kuustgeschichte Niederösterreichs und des BurgenlandeS, II. — KluLsaalr 6 Uhr: VortragSkurS. Leitung: IlniversitätSlektor Ferd. MatraS. Hl. 7,8 Uhr: Direktor Josef N e u m a i r: Faust-Leseabende, VI. — MitroskopiersaalrS Uhrr Univ.-Prof. Dr. Hans L e i t m a i e r: Uebungen im Bestimmen von Mineralien nach Lnßeren Kennzeichen, >X. — Urania-Bücherstube: Von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends geöffnet. — Weib nacht SauSstellung guter, billiger Bücher, Lehrsaal l, von 8 biS 12 und 2 -iS 6 Uhr. Mteilimsen aus dem Publikum. AUF Schützet Eure KBntfer vor Halskranjkhelten Sie können das voi beugen, wenn Sie ihnen LAUS Rücktritt zum Judentum. Ernst Schwarz, geh. 36. Dezember 1898. Wien, 10. B z., Hafengasie 27. Herr Dr. Freund aus Palästina wird aus diesem Wege ersucht, in eine dringenden Angelegenheit beim Palästina- Amt, 1. Beq., Bauernmarkt 34, vorzusprechen. Mm und Kunst. Philharmonisches Konzert. Die bedauerliche Novitätenscheu sollte die Philharmoniker wenigstens zu einer kritischeren Auswahl ihrer Erstaufführungen veranlassen. Noch immer fehlt Schönberg, der sich \a bereits durchgesetzt hat, in den philharmonischen Programmen, und mancher andere Zeitgenosse, wäre einer philharmonischen Aufführung ebenso würdig wie Julius Bittner, dessen erfolgreiche Domäne bisher die volkstümliche Oper war. Nun beschenkte er uns mit einer liebenswürdigen, ehrlich empfundenen Symphonie, die wieder von Bittners gesundem, fröhlichem Naturburschentum erzählt und doch mit ihren wenig prägnanten Themen, mit ihrer harmonischen Dürftigkeit''und ihrer gehemmten, rein äußerlichen symphonischen Entwicklung nicht rechts vorwärts kommt und des höheren symphonischen Lebens ermangelt. In e'nem seiner Oprrnbucher sagt Bittner ungefähr, man sollte jede gute Musik Lied nennen können, und auch diesmal, auf dem Gebiet der reinen Instrumentalmusik, scheint er sich noch dem Hinzutritt des gesungenen Wortes zu sehnen, scheint irgend ein Programm unterschlagen zu sein, dafür spricht das humorvolle, von Bruckner und Mahler beeinflußte Scherzo, das slawisch anmutende Furioso des Finale und das indiskret redselige Programmbuch, in dem „Fagotte hopsen, Trompeten krähen und jammern, Holzbläser lachen, Posaunen wettern" usw. — Trotz der düsteren F-Moll-Tonart kommt Bittners kräftiger Humor in der Symphonie nicht zu kurz und seine allgemeine Beliebtheit äußerte sich in lebhaftem Beifall. Ein jedes Publikum hat eben die Novitäten, die es verdient! — Wir freuren uns, als nach Bittners F-Moll das F-Dur der Beethovenschen Pastoralshmphome wieder in die echte Symphoniewelt zurückführte. Das Werk wurde, gleichwie Webers Eurhante-Ouvertüre, von Weingartner und den Philharmonikern klangprächtig prunkvoll aufgebaut. slb. Hakoah-Konzert. Mit der Rückkehr Professor S. BraslavSkys aus Amerika ist die Leibung des Hcckoah-Orchesters wieder in di« Hönde seines ordentlichen Dirigenten übergegangen. Gleich das erste Kammerkonzert, das im Neuen Saale der Hofburg stattfand, legte für Braslavskys starke und echt« Dirigentenbegabung und für die Disziplin, Spielfreuds und das gesteigert« künstle rische und technische Können der Havoahner klingendes Zeugnis crb. Denn man bedenkt, daß diese Amateure, die manchem mittelmäßigen Berufsorchester an Pri^ision und Klangfülle überlegen sind, trotz der Mühen des Erwerbslebens noch Zeit finden, fleißig zu proben und sich unter BraslavÄys Mbewußter Leitung in den Geist «der Meisterwerke der Tonkunst zu versenken, so.ist dies em schöner Beweis ihres Idealismus, welcher der tatkräftigen Unterstützung der gesamten Mischen Bevölkerung würdig ist. — Das geschmackvoll zusammengestellte Programm des letzten Abends bracht« sein abgetönte- Aufführungen eines ,Moncerto grosso" von Handel und einer der schönsten Londoner Symphonie« von Hatdn. Ms Solistin trat Fräulein Jl-ka Steiner, eine Schülerin Paul Weingartens, ans und spielte ein Mozartfches Klavierkonzert mit warmem Ton und perlender Technik. Gerne erneuern wir das Lob, das wir der begabten Pianistin gelegentlich ihves eigenen Konzertes im Vorjahre gezollt haben. Frau Lobte Menczes fang mit schöner gepflegter Altstimme, die sich infolge der Jugend der Sängerin seelisch noch nicht doll entfalten konnte, drei Lieper mit Streichquartett von Dr. E. M ü n z. In ihren Weltschmerzlichen Betrachtungen, welche durch die Ausführungen des Streichquartetts noch verdeutlicht werden, blicken die Gesänge, welche sich auf die schöne melodische Linie verstehen, gelegentlich ein klein wenig nach Gustav Mcchler hin und nehmen, ohne originell sein zu wollen, durch die Wärme der Empfindung für sich ein. — Dirigent und Komponist, Solisten und Orchester wurden mit herzlichstem, wohlverdientem Beifall ausgezeichnet. fib. Sie neuesten Wiener Primadonnen-AffSren. Wir haben gestern darüber gemeldet, daß Jda Roland in der Renaiffancebichne mit dem Direktor, insbesondere aber mit dem Klavierspieler hinter der Szene gar sehr aneinandergeriet. Dem Klaviermeister sollen Noten an 'den .Kopf geflogen «ein und die erregten Aeußernugen der Frau Roland sollen ein gerichtliches Nachspiel erforderlich machen. Die MontagaiuWHrung vou Kaltnekers ,/Die Schwester" entfiel, was aber m'.t Rücksicht auf den obligaten MontagSbesuch der Theater und auf die Wetterratostrophe für die Direktion aller Wahrscheinlichkeit kein Verlust war. Man wird aus dem weiteren Verlauf der Affäre zu erkennen haben, inwiefern die sensationelle Ereignung als ernstlich« Differenz oder vielleicht doch nur als Reklame zu werten ist. Hingegen ist die von uns gemelde-te Angelegenheit der Frau Massary beigelegt. Es verlautet heute, daß sich USchweizerHiistenpastillen gehen. Unentbehrlich für Jedermann, insbesondere für Kinder. Verlangen Sla in allen einschlägigen Geschäften Gratisproben SeneralrepiKeBtanz rnd froaliüer Kami©! & Glück ■am Wien, V., Zentagasse 3, Tel. 37-2-3G an iAdizmscricruci Josef Ehrlich l ROTGASSE 3 * MODERNE 7ÄNZE di« geschätzte Künstlerin tatsächlich nur einer yrringstigiMN Operation unterziehen mußte und in einigen Tagen wieder in den „Perlen der Cleopatra" zu sehen und zu Höven sein wird. Gastspiel des Burgtheaters in Prag. Aller Voraussicht nach dürste das Wiener Brirgtheater im Frühjahr oder Sommer in Prag gastieren. Gleichzeitig verlaufet, daß das tsch«chische Nationaltheater nach Wien kommt. Da die Staatsoper fürnniae Wochen noch London gebt, ist nämlich ein Gastspiel der tschechischen Künstler in der Oper in Aussicht genommen, dem eine italienische S t a g i o n e folgen soll. Wagner - Festspiele sollen irr^enb der Abwesenheit des Ensembles der Wiener Staatsoper .t unserer Oper abgehalten werden, die man mit einer Auslese reichsdeutscher Opernkünstler besetzen will. Ein Theaterskandal in Wels. Aus Wels wird berichtet: Bei der Aufführung des Schwankes „Abenteuer in MaroKo" kam es zu Demonstration sversuchen einiger DeutschvöKrscher, die pfiffen und schrieen. In den Zwischenpausen gab es erregte Zusammenstöße mit Beschimpfungen und Ohrfeigen, so daß die Wache mehrmals einschveiten mußt«. Die wenigen Demonstrant ten wurden entfernt und die Vorstellung könnt« zu Ende geführt werden. „Deutsche Kunst" in Amerika. In NewDork wird dieser Tage mit deutschen Theateraufführmrgen begonnen werden, und zwar zweimal wöchentlich im Deutschen Theater am Irving- Pla«. Ob aber mit diesen Aufführungen die deutsch« Bühnenku-nst würdig vertreten sein wird.. ist füglich zu bezweifeln. Es gelangen nämlich vorläufig bloß Operetten von der Qualität des ,H>amierl", des ,r ' ^arzwaldmädel" und d«r .Lanzgräfin" zur Darstellung. A ngs wird in der Vorankündigung versichert, daß „später... " auch literarische Neuigkeiten ist den Spielplan ausgenommen werden. — I.denfalls in für absehbare Zeit die deutsche Theaterckunst in Amerika durch Aufführung von Erzeugnissen der famosen Wd'ner nnd Berliner Opevetten-Industrie eher kompromittiert als gefördert. Ei« Rasputin-Stück. Im Konrgsberger Schauspielhaus« übte ein Stück von Alfred B r u st» dem Dichter aus Menvelland, starke Wirkung. Sein 7' W „Ostro m" behandelt den Kamps d.'s Papsttums um die fische Orthodoxie. Ein Bauernpope, der Züge Rasputins trl g:, rettet russisch« Ursprünglichkeit vor der westlichen Kultur. Das Stück behandelt eine höfische Intrige. in welcher di" Treibkraft des Bauernblutes über das Raffinnement der Buhlerin des Zaren siegt. Die. Anlage des Bühnenwerkes ist zwar skizzeichaft, a'ber das Aneinand-ttgeoaten des ursrünglichen Ostens mit dem dekadenten Westen ist lebendig gestaltet. Aus der Werkstatt des Malers. In Berlin ist ein interessanter Film angefertigt worden, der bedeutende Maler während der Arbeit zeigt. Die Aufnahme diese- Films wurde vom Institut für Kulturforschung veranlaßt. Er zeigt Großaufnahmen der Hände beim Zeichnen von Liebermann, Corintch, Slevogt, Käthe Kolkwitz. Orlig u. a. Dieser Film dürste später historischen Wert haben. Aus den Theatern. Morgen um 7 Uhr „Der „D i t Burgt'heater. £ e u f e I81 Ä ü t e t\ Akademietheater. Morgen um 7,8 Uhr kleine Konditorei*. VolkSover. Heute „Der %r.o•«badour Morgen Donnerstag „Boheme". In den K a m m e r s p i e l e n findet h'eut-> ^'sitwoch um 7 Uhr abends das erste Auftreten Mette Gu il r t 8 und ihres Pariser Ensembles statt. Die nächsten JEtav. nigen der Künstlerin beginnen sämtlich «um 1Ö , en d S. Morgen Donnerstag um 7 Uhr gebt zum »HM »'MMl- Sacha G.ui tr y s Komödie .Mein Bäte r' Pat:.g eh a b t", mit Hugo und Hermann T h i mig in denHauptrollen, in Szene. Im Raimund-Tbeater entfällt die für heute nachmittags angesetzte Sckülcrvorstellung „H e i m g'f u n d eda da? Ensemble mit Willy Tb aller in Graz gastiert. Die bereits gelöste« Karten köMen für Samstag oder Sonntag nachmittags zu derselben Vorstellung umgetauscht werden. A b e n d s um 7,8 Uhr spielt Max Pallenberg in dem Lustspiel „Die Dampfmaschine" Theater an derWien. Frau Fritzi Massary wird von Samstag den 22. d. an in der von ihr kreierten Rolle der Operette „Die Perle« derKleopatra" jeden Abend . wieder auftreten. Im Lustspieltheater findet Freitag den 21. d. die Erstausführung des in Paris über hundertmal gespielten Schwankes „Der Nachtportiervom Maxim" („Le chasseur de chez Diaxims") von AveS Mlrande und Quinwn statt. Joses Jarno spielt die Titelrolle. Wegen Vorbereitungen bleibt daS Theater heute Mittwoch und morgen Donnerstag geschloffen. DaS Apollo-Theater veranstaltet mn 81. d. eine große Doppelfestvorstellung unter der Devise „Sin Empfang Leim süßen Kavalier". Zur Aufführung gelangt die Leo Fallsche Operette „Der süße jkavallier" in der Hauptbesetzung. Für diese Vorstellung hat Kammersänger Leo S l e z a k, welcher an diesem Abend zum ersten Male als Komiker auftrttt, seine Mitwirkung zugesagt. Außerdem wurden folgende Mnstler verpflichtet: Charlotte Waldow, Fifi Mars, Bela Laszky, Max Hansen, Josef König, Max Drod, Eugen Günther usw. tzerichtssaal. Kn Shrenbeleldignngrprozeß des deutsch« Kaiser». Dortmund, 17. Dezeaüber. (WM.) xWegen deS früheren Kaisers hatte sich der Ghefredakieur deS ^Dovtt mu-ndor Generalanzeigers" von der Haydt vor dsw Schöffengericht zu verantworten. In einem Artikel im ,MneraHanz^iHer" war ei» angebe licher Vorgang auf der ,Hohrnzvllev^ ans dom Jahre 1886 davgestellt >und ldadrirch dem früheren Kaiser der wuvf gemacht, an dem angeblichen Selbstmord der Oberleutnants zur See Grals«« Hahuke die SchEd zu tragen. Bizeadmirail a. D. Graf PIaten-Halllerurund, der sich zur Zeit de>S bohaupt'oten Vorfalles auf der ,Hohrnzolleon^ als wachthabender Offizier befunden hadve, bekundst« eLenfo wie die protolkallavisch eiMernommenen Zeltgen von der ,^Hohengollern", daß der Oberilontuant mit k»em Kaffer bis zmn letzten Augenblick in guidem Ednvorneihnvsn gewesen sei nnd keinen Zusammenstoß mit dliefem gehabt habe. Gras Hahnke habe an dem fraglichen Dag das Schiff vetlasien. Später >«1 ans der ,^Hoh:nzollern" ein« Au-Kwechflung der Rauchzüge erfolgt. Hierboi habe dem über das Prannenwdedeck gehenden Kaiser eiM Leine ins Auge geschla-vn. so daß der Arzt einen Verband anllegvn mußte. Am Nachmittag desfÄben Tages sei Qbevlsutnant Hochnke mit KamMaden auf elmen Devg bei Gotebovg per Rad gefckhven. Infolge der ftaibm Steigung sei Graf Hahnke mit seinen Gonoss-rn von den: schmalen Pfad än die See ge st ürzt. Dafür seien vevschiedem: Norweger Äs Ze-ngen vorhanden. Das Gericht vernweii?!« de>n Angeklagten zu 300 Goldnravk. Kuen Hlckenkreuzlrr in Notwehr erfchoffe«. Bor dem SchNsengericht in Gotha fand dieser Tage die VerhaMung gsgeir dm Ka-ufman>n Pommer aus Arnstadt statt, der 'boschuüdigt war, den Techniker Strauß vorifatztich getAet zu haben. Pommer befand sich irr ei-nom Lokal, wo aattifemihifche Studenten das Habenkrsuzlerbied s-angsn. Als er das Lokal verließ, wurde er von denn Techniker Strauß and zwei anderen angegrifs-sn und zu Boden geschlagen. Pommer gab erst zwei Schreckschüffe <rn die Luft und dann einen weideven Schuß ans Strauß ab, der Eich getroffen wurde. Der StaatsanwE beantragte, Pommer des Totschlages Ar schuldig zu erklären. Die Bevteidiger des An>g2klagt«n wiesen darauf hin, daß Pommsr im Felde gewesen sei und das Eiserne Kvmtz erworben habe, während die Techniker, die ihn angapSbelt haben, bisher für das Vaderlawd noch nichts geiliefftet hätten. Es sei kern Zwsifell, daß Pommer in schwerster Notwehr die Schüße Abgegeben halbe. Die GesHwovnen verneinten säuvtliche Schüds-raaen, wova>uf der MgeKagte, der 18 Monat« in Untechrch^ungs-haft geseffen hatte, freigesproch en wurde. Ausgerechnet — Brathuhn. Bor eimiaen Tagen ia.-n eil. fuuger Mann, Viktor Fric, im -Ostbahnbofe an und örgab sich in das Ba'hnbof8Desta.Mant. Fvic ist sine elleganie Erschein mwwg, schwarzes Haar, feines Gelsicht, gut gepÄegt und vorlwehme Haltung — kurz, am distin>auier>"«r Fremder. Er nahm im Restauran-' Platz, in vsipettvoller EntfvM'ng stand dor Kellner die Befebi"« des Herrn erwartend. Dieser ließ dm Zeigefinger der rechten Hand aus die Speisrnlkarre fallen und ,Xraf" das Brathuhn. Der Kellner faßt« dies als Bestelli,m-q auf. A18 es zmn Zählen kam erklärte Frie ksrnrn Heller Geld zu besitzen. Er wurde dar Pol'izei übergeben, diese brachte < ibn ins BezivkSaericht Favorttsn. wo «r^sich gestern weaem B«° tradgos zu verantworten hatte. Richter: Was sind Sie von Beruf? — Anaett.: Schn«idergeselle. — Richter: Wie konnten Sie ohne Geld in riu« Restaurant gehmr,, — Angekl.: Ich hatte Hunger, Herr Richter! — R echter: Den Hunger hätten Sie mit einer billigeren Speise ^stillen können. Warum uwfyte es denn gerade ein Brathuhn som, ein Gulasch oder sin Stück Wurst hatte Ihnen auch den Humger ^sE. — AnaeVl.: Ich habe das Huhn nicht befteillit,. er war ein Mißverständnis, mein Finger ist auf da» Huhn gesaNen. — Der Angeklagte erhM drei Tage Arrest. Poftdieve. Vor einem Schöfferffenat unter VoLrh des Hof- «weS Hotter ha-tten sich in zweitägiger Dechandlmrg zwanW Postangestellte, Dsamte und Dimer, weoen Mßbrauchs der Amtsgewalt und MbstMs zu veranttwortm. Nahe-u wer Ichve -hindurch haben die Beschwldiatsn Ausländsbriefe en-twendet und dm Irchaisi, der e'men Wert von vielirn Millionen hatte, sich angeeignei. Bis zwm Jahve 1Y16 vvichon dies« Postdk.bstähbe zurück, die bis zu ihrer Ausdeckuna im September 1W3 fortgesetzt wordsn waren. Ms Rädelsfübrer und Haupt dieser Die>bSgesMchaft ist der PoftMM Icmaz Berger anzusehen. Er ist geständig, in der Zeit von 1980 bis 1923 etwa 4500 Briefe amtevschlagon und einen Gewinn vmr ettva 16 Ml« lio wen Kronen erzielt zu haben. Ms sich im Jahre 1983 da) Stahlen eiwzei"ner Briefe infolge scharfer Komvolle alß m nwsflüch erwies, wurden ganz« P o st b e n t«l erttwmdat' Unter den Angeklagten bef-anden sich acht Beamte, und zwar der schon gewärmt« Ignaz Berger, dann Michael Bockl, Ivhann Auer, Franz Mnhlhauser, Johann Wooi^?, Karil Oesterreicher. Karl Mistellbaner nnd die Be« amtin Amra Winkler. Der Schaden, der durch dm D^. lstähbe verursacht wunde, laßt sich nicht oiwma'l annähernd mW festfftellen, doch betrug er zweksGoS vielte Millionen. Der m vicht Shöf vevurteifte nach durchgeführtem BtzweiÄvenfahrW Ignaz Berger zu achitzehn Monaten. Heinrich Gübck Al fünf« zehn Monaten, Josef Köck zu zahn Monaten, Josef Bninecker zu acht Moar-atvn, Michael Böckl zu zchn Monaten, KvÜ Boussk zu oiuem Jahr schweren Kerkers. Iohann Auer bed^ zu Mel Monaten strengen Arrests, Seopoltd Puvirmer zu seht iMonatsn, K>aäl Dounecky zu acht Monaten, Franz MtuWhauser A-n-tM Kbement und Johann WodttS zu i« lechz Monaten Franz Skala zu fünlfzchn Monaden. Karl Knollen M Mo maien, Ludwig Sieiner zu vier Monaden, Karl Mfftclbauer ) sechs Monaten. Rudolf Ratay zu drei Mänaten schwmtz «.Kerkers ltck» Karl Oesterreichsr zu drei Monaten strengen An \ rcsts. Die Angeklagtem Franz Naiwrat'rl und Anna Mime würbe« fve'i'geiipvochen.

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