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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-16 · Heft 1737 (16.12.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1737 (16.12.1923)
Date
1923-12-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Wiener MvkOMzeitung. 16. Dezember 1928 Seite 7, Kr an Wien, DlMttwT WEIHNACHTS- (yfjf 7) XX WallojisIeJnsh\ tß ^-^$3Cv (Twfcfl*: XE>voriUtosir.<)dHl5Ö ly$k\ datmmLfEit) V. *SchSnbrviuier<sl:vl03rA;*/V); Reklameverkauf Preise 10 bis 20 Prozent herabgesetzt. Garantiert echte ttaMorfei Velour-Bettvorleger. .k 132 Garantiert echte MiffersMti Boucle-Bettvorleger,hochkein.K OO Boucle Bettvorleger, k»mp,ett,K 35 Biesenlager in modsrnstea Besonderes Angebots Kiinsilcrvorbängcn Bfarbig, 90 breit.. . . K 33 5 farbig, 70 breit AM pracMie Velo ur-Teppiche 2/Z. . k 1150 MMe Boucle-Teppiche 2/3. . k 330 Garantiert echtes Korklinoleum RR m2.K 00 Mvoiie Hochflor Ve!our-Tepprche. onn 2/3.Kl 290 (•rachtvoitsdeutsche Hochflor Axminster Kl450 B sonders herabgesetzte Preise in Perser Verbinhngssticken MMitfobelin-Ueberwürfe. ■ -x 198 McMieKaraman e-Ueberwürfe ... sehr schwere Ware.. frachWB Gobelin-Wand schöner franzcs.. . lv 90 Garantiert echtes WACHSTUCH U in allen Farben per m2. . . 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Finanzreferent Stadtrat B r e i t n o r führte demgegenüber aus, daß die Gemeinde Wien bei Erstellung ihres Voranschlages, dessen zeitgerechte Einbringung ohne das Hilfsmittel eines Provisoriums das Merkmal einer geordneten Verwalt u u g sei, auf dem Boden der geltenden Gesetze stehe. Abzuwarten bis ein vom Finanzministerium eingebracht's Gesetz erledigt sei, durch das der Gemeinde nicht weniger als 266 Milliarden Kronen einfach aus den Kassen genommen werden sollen, liege gar keine Veranlassung vor. Dies um so weniger, als gar niemand wissen könne, ob die Beratung dieser Regierungsvorlage noch im Laufe des Jahres 1924 überhaupt beendet werden könne. Da der Bundesfinauzminister bei seinem nächsten Geldbedarf, allenfalls schon bei der dritten Etappe der Besoldungsreform, sich auf dieselbe höchst einfache Weise wieder zu helfen suchen werde, daß er eine weitere Kürzung der Anteile der Länder und Gemeinden cm den gemeinsamen Steuern beantrage, so könnte Wien, gegen das derartige Anschläge sich in allererster Linie richten, überhaupt nicht budgetrsren und wirtschaften. Sollte wider Erwarten dieser Verrat an den Wiener Interessen doch gelingen, so werde dies keineswegs die Ausarbeitung eines neuen Voranschlages bewirken. Der Plan der christlichsozialen Bundesregierung, die Gemeinde Wien aus diese Weise zur Kürzung des Wohnbauprogramms zu zwingen, werde jedenfalls durchkreuzt werden. Für diesen Fall und einzig und allein nur chr diesen, könne schon jetzt die Hinaufsehung der Fürsorgeabgabe zur vollen Deckung des Entganges angekündigt werden. 'Die Gemeinde habe es sorgfältigst vermieden, an dieser Steuer zu rühren; sie sei gewillt, auch die sich ergebenden Mehrauslagen für das Personal ohne Erhöhung der Fürsorgea b g a b e zu be-decken. Hingegen müßte unweigerlich diese sehr unerwünschte Maßnahme ergriffen werden, wenn im Nationalrat mit Hilfe der christlichsozialen und großdeutschen Städtevertreter ein solcher Vertragsbruch gutgeheißen würde. Wenn Bundesfinanzminister Dr. Kienböck glaube, daß der Bund bei dem von derselben chvistlichsozial-großdeut» schen Mehrheit beschlossenen Abgabenteilungsgesetz zu kurz gekommen sei, so könne namens Wien neuerlich erklärt werden, daß es ohnvweiters bereit sei, »beit alten Zustand wieder herzustellen. Die Gemeinde Wien würde damit ihre volle Autonomie wieder zurückbekommen und es hätte auch die unangenehme Bindung wegen der Bezüge der Angestellten ein Ende. Ueberdies sei sicher, daß Wien nicht ungünstiger ab- Ischneiden würde, als es derzeit der Fall sei. Mit den Zuschlägen zu den Erwerbs- und Getränkesteuern, mit der Luxuswaren ab gäbe und der Wien auf Grund der damaligen Zusagen zumindest zur Hälfte gebührenden Banken« Umsatzsteuer könne Wien auf die Abgabeuertvagsanteile und Personalznschüsse des Bundes ruhig verzichten. Vizebürgermeister Hoß habe auf die ungünstigen Finanzlage des Bundes verwiesen, auf die Wien Rücksicht nehmen solle. Es müsse aber demgegenüber sestgestellt werden, daß es noch eine Reihe anderer Wege gibt, die notwendigen Bmideseinnahmen zu beschaffen, ohne einen Kasseneinbruch zu begehen. Vor allem unterlasse es der Buudessiuan y.imüitct geflissentlich, die Tatsache zu berücksichtigen, daß Ende 1924 die Personalznschüsse des Bundes überhaupt aufhören. Dies bedeutet für den Bund Ersparnisse von einigen hundert Milliarden Kronen. Durch die vollkommen gesetzwidrige Freilassung der Taggelder von der Bankemnnsatzsteuer entgehen dem Bunde ungezählte Milliarden. Eine B ö rsengewinnsteuer würde mehr'als das Doppelte dessen einbringen, was jetzt den Ländern und Gemeinden weggcnommen werden soll. Die Erfassung der geltenden Stenern überhaupt ist beim Bunde eine miserable. Es gehen alljährlich Hunderte Milliarden verloren. Wenn sich das Verhältnis zwischen Bund und Gemeinde geradezu vollkommen unleidlich gestaltet HM, so \\i ausschließlich Schuld des Bundessiuanzministers. Vor Dr. Kienböck gab es ja auch christlichsoziale Fin^ minister. Immer sei es aber doch schließlich nach noch so irtfu rigen Auseinandersetzungen gelungen, eine mittlere Linie zu finden. Wenn ViMürgermeister Hoß gemeint hat, daß man doch über das Ztzbgabenteilungsgosetz ehestens verhandelt solle, so sei sestgestellt, daß es der christlichsoziale Bundesfinanzminis:er nicht einmal der Mühe wert erachtet hat, die gewöhnlichen H ö slichkeitsformen etuzuhalten und Wien zu verständigen, daß er ein derartiges Abänderungsgesetz einzubringen beabsichtige. Im Rathaus habe man, erst aus den Zeitungen erfahren, daß eine Kürzung der Gemeindeeinnahmen um 266 Milliarden Kronen geplant sei. Gegen diese GewaltmetHoden gebe es nur den denkbar stärksten Widerstand und an dem wird es gewiß nicht fehlen. Ler Hauptvoranschlag im Gemeinderat. Da der StadtseMt gestern abends das S t a d t b u b g c v genehmigt hat, wird es dem Gemeinderat zur endgültigen Beschlußfassung vorgelegt werden. Zu diesem Zwecke wurde der Gemeinderat für Dienstag den 18. d. einberufen. Die Uebernahmr -er Stadtbahn wird den Gemeinderat anläßlich der Beratung des Voranschla- | ges für die Gruppe der städtischen Unternehmungen beschäfn- 1 gen. Im Zusammenhang mit den Budgetberatungen wird der I Gemeinderat ferner auch als Landtag eine Sitzung halten, in der die mit der Stadtbahn verknüpfte Gösetzesvorlage über die Kommission für Bevkehrsanlageu und die neuen Stenervorlagen erledigt werden. MjT ’. ‘ Pelze ttstll. Öralität, epifitrpct WWmg! III. .Arltzlstz? (ScttnufsfjflQcii: jtltffioti 54=3=91) Zentrale: IX. »ierpfe 11. M'äi II ton 515 Dr. Weizmann in New-Dork. Aus New - Nork wird gemeldet: Am 2. Dezember traf der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Doktor CH. Weizmann, begleitet von Dr. Artur Ruppi n, Ml Bord der „Aquitania" in Now-Aork ein. Eine Anzahl führender Zionisten, unter ihnen Louis Lipsky, Rabbiner Meyer (Berlin) und Morris Rothenberg, fuhren ihm in der Amtsjacht des Bürgermeisters von New-Aork entgegen. Unter >den Klängen der „Hatikwah" stiegen sie an Bord de.r „Aquitania" und geleiteten Dr. Weizmann und Dr. Ruppin in das Boöt des Bürgermeisters. Eine große Menschenmenge erwartete Dr. Weizmann an Land und bereitete chm einen begeisterten Enrpfang. Am 9. Dezember hielt Dr. Weizmann seine erste Ansprache. vor dem.neuen Keren Hajessed-Rat. An: 10. Dezember sprach er aus'dem ihm zu Ehren veranstalteten Empfang im Hotel Astor, an dem unter anderen Louis M a rfhall, Oskar Strauß, Samuel Untermyer, Irving Lehman und Professor Richard Gottheil teiluahinen. Abgesehen von der Arbeit für den Keren Hajessod wird Dr. Weizmann noch mit führenden amerikanischen Inden Besprechungen über ihre eventuelle Beteiligung an der J ewish Agency abhalten. Dr. Ruppin wird besonders bemüht sein, Privatunternehmungen für eine Beteiligung in Palästina zu gewinnen. De Lieme Präsident des Niederländischen Zionistenbundes. In der am 9. Dezember in Utrecht stattgehabten außerordentlichen Generalversammlung des Niederländischen Zionistenbundes «wurde Herr Nehemia de Lieme zum Präsidenten des Niederländischen Zionistenbundes gewählt. Das Bundesbureau wurde nach dem Haag ve-rlegt. Ir. Paul Weisengrün schwer erkrantt. Wie uns mitgeteilt wird, ist Dr. Paul W e i s e n g r ü u. der namhafte jüdische und soziologische Forscher schwer erkrankt. Ausstellung palästinensischer Flora. Die Ausstellung des palästinensischen Forschers Doktor Rnbinowitfch wird heute um 11 Uhr vormittags eröffnet. Die Ausstellung bleibt täglich von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Der Eingang erfolgt durch den F e st s a a l des Hotel Continental- Taborstraße. Dr. Rubinowits ch, der erfolgreiche Erforscher der palästineusischelt Pflanzenwelt, ist kein lvbensabgewandter Gelehrter; er strebt durch feine Forschungsarbeit die Entwicklung des jüdischen Natursinnes an und jenen alten jüdischen Gelehrten nach, deren Ideal es war, ihr Wissen stets der Masse zu vermitteln. Jener Typus der jüdischen Gelehrten, die in den frühen Stunden des Wintermorgens oder arr Sabbaten und Feiertalgen die Männer ans dem Volk um sich scharten, ist das von ihm angebetene Ideal, das er ins Naturwissenschaftliche übersetzen will. Ihm schwebt ein einfacher und dabei großer Gedanke vor: Er will die Wissenschaft der palästinensischen Pflanze durch das Volk ansbauen lassen. Der Weg ist ihm klar vorgezeichnet: In jeder Kolonie, in jeder Siedlung sollen Männer aus dem Volke, nachdern ihnen die Angen für die Natur geöffnet worden sind, die PflanzemoeÜ ihrer Umgebung samnwln und studieren. Älche Menschen werden durch Beobachtung lernen und die wahre Wissenschaft bereichern. Die Stelle des.leblosen Buchstudünns soll das lebendige Lesen im Buche der Natur einnehmen. Er will lokale botanische Museen schaffen, in denen die Pflanzenwelt des Ortes, respektive der Umgebung, durch die Ortsbewohner ^jaMurelr und üeovduet. tetita Preis« In Tausendern, 710233

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