Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1737 (16.12.1923)
- Date
- 1923-12-16
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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'Bette S _Mm, Sonnigst äuch bk Ordnung ist Sei Rubinowitsch eine lebensvoll«, nicht nach den Systemen, sondern nach natürlichen Merlmalen des Ortes, der Bodenart, der Jahreszeit ustv. Der Besucher des Museums soll zusanunenfassend übersehen, welche Pflcurzen z. B. für die Umgebung von Petach Tikivah charakteristisch sind und ferner welche fiir den Frühling. für den Sommer ustv. Kurz, neue Fäden sollen zwischen Mensch und Natur gesponnen werden. Rubinowitfch will aber auch den Zusammenhang zwischen palästinensischer Pflanzenwelt und jüdischem Schrifttum wieder Herstellen. In feinem Museum sollen bei den einzelnen ausgestellten Pflanzen alle Stellen in unseren! alten Schrifttum angegeben sein, die auf diese Pflanze Bezug haben, und neue Beziehungen sollen fick bilden zwischen jüdischen Buchgelehrren und palästinensischer Natur. Schon daraus erhellt, daß Rubinowitsch — zugleich kirr ausgezeichneter Kenner unserer Sprache und alten Litevkmr — durch seine Forschungen neue Streiflichter auf unstw oerqanames Geistesleben zu lverfen vermag. Dr. Cb. T. Die Flucht der Bankiers Hajdn. Tie Polizei sehr die Verfolgung oes flücktigen Bankiers Sandor Hajdn fieberhaft fori und erstrecken sich die Reckerrb-en nach allen wichtigen Stadien des Kontinents. Eine nosirir-c Spur ist dis jetzt noch nicht gefunden. Es wurde festgestellt, daß >?ajdn die veruntreuten Wertpapiere, die sicherlich gegen 2,5 M ilI iardcn ivarr sind, bei zwei Banken hot belehnen lassen. Beim Bankhaus Liedig har er sich darau> 950 Aiillionen und bei der Kanstnannsbank 250 Millionen geben leisen. Außerdem zeig: sein Konto im eigenen Bnukh-aus auf seinen'. Namen ein Passiof-aldo von Äll Millionen und unter einer fremden Marke ein Passivsabdo von 250 Millionen. -ajdu war eben daran gewesen, ein Bankhaus in Budapest zu gründen. Das Ehepaar ^ajdu hat bereits wiederholt die Wiener Polizei beschäftigt, ohne daß es zu einem Gerichtsverfahren gekommen wäre. Äm 10. Mörz 1921 wurde der Polizei ang-ezeigt. -daß das Ehepaar Eßbesteck in feinem Besitze habe, das vom Hotel Erzherzog Karl stammen solle. Das du darüber einvernommen, da seine Frau nicht in Wien war, erklärte einen Diebstahl für ausgeschlossen, und meinte, daß allenfalls ein Fall von Kleptomanie vorliegen könnte, da seine Frau vielleicht krankhafte Triebe habe. Die Frau redete sich nach ihrer Rückkehr damit ans, sie habe die Stücke einzeln vom Hotel auf ihr Zimmer cmsgeborgt lmd noch nicht Gelegen« Herr gehabt, sie zrrrückzugeben. Ein zweites Mal er-- itancrc ein Dr. Bela E. gegen Hajdtt eine Strafanzeige wegen Wuchers. Hajdu haue ihn' im September 1921 auf sechs Wochen 10 Millionen geborgt, ihm aber nur 9 Millionen gegeben und sich dafür 770.000 Mark auSbedungrn, was einem Zinsfuß von 12o Prozent entsprochen habe. Ueberdies habe er sich von der Schwester des Dr. E. als Deckung Schmuck um drei Millionen geben lasten und 3400 Franken zinuckbehalten. Auch diese Angelegenheit führte nicht zu einer Erhebung der Anklage. Ein dritter Fall war eine Scheckgeschichte, bei der auch Hajdns Bruder eine Rolle spielte. Hajdn war damals nicht in Wien, und der Prokurist einer großen Firma hatte, dem Bruder, um einen Außensland zu bemänteln, einen Scheck ans .'000 tschech. ä. auf die Böhmische Unionbank mit der Verpflichtung übergeben, ihn nicht im Verkehr zu bringen« Als dann der Scheck in Prag auftauchte, wurde er als nicht gedeckt erkannt, und man glaubte an einen Betrug. Erst als vre Geschichte der Begebung des Schecks aufgeklärt wurde, konnte auch diese Sache bereinigt werden. Schließlich hat auch einmal — im Jänner 1922 — der Umstand Anlaß zu einer Amtshandlung geboten, daß unter den im Bankhause Hajdu vereinnahmten fremden Valuten eine falsche Banknote zu 1000 Dinars erkannt wurde. Es touckde behauptet, daß die Note von irgend einem Kommittenten am Schalter ausgegeben worden ist. Das Internationale Schwimrneetiag der Hakoah. Glanzender Sport, vorbildliche Organisation. Das Meeting der Hackoah war am ersten Tag ein Mrsiter-- beöpiet, wie derartig große BeranstoLtuugen durch^uführeu sind. Bon den Ausländern waren alle bis auf Heinrich erschienen. Es gab famosen Sport. Sommer Mhemrs. Köln) stellte im 100 Meier-Brustschwimmen sine neue Ausländerhbchlilen'tung auf mit 1:19,4 ^früher Rademacher 1:30 L). Die Überraschung des Tages war dir blendende Form der Kölner^ die den Ungarn (U. S. C.) in ollen Kon^nrreMU den Weg zeigten. So gewann Bkamper ivberrasschend leicht die 40o Meter vor dem Ungarmeister Gaborffh. und Barcha, Baum landete über 50 Meter in totem Rennen mit Cajta in 39 Se>k.. Schlenker war Dritter in M,2 Sek. Bei der Konten Austragung macht Eajta Frühstart, der Starter pfeift ab, beide rasen spdoch die S:recke durch und Baum gewinnt trotzdem knapp. C-ajkr dersich.-er auf den regelgsmäß sofort stattsuifindenlden Enstcheidungslauf, Daum bleibt Sieger. Die 3 mal 10v Meter FreMftasiel sah ebenfalls die Kölner als überlegene UeLerroPHungWeger. Sommer holt in 1,10 Sek. gegen Schlenker zirka 2 Meter, S-kamper in 1.075 Sek. gegen Barta weitere 8 Meter, so vaß Baum mit 6 C-ek. Vorsprung vor Gaborsfy landet. In den Rahmenkonkurrenzen zeigte sich die Haikoah von bester Seite, während Plnmanns mit prächtigen Le-isturVe-n das Kurspringen an sich brachte. Dar Meeting wird heute um hcM 8 Uhr im Förgevbod M LebensmMelmSrtte. Das Wochenende brachte im Kleinverkaufe der Großmarkt- Halle eine leichte Preisermäßigung von 1000 bis 2000 Kronen pro Kilogramm für Rind» und Kalbfleisch. Alle Übrigen Fleischsorten, ferner Schweinespeck, Filz und Schweinefett blieben im Preise vollkommen unverändert. Sehr stark beschickt war der Naschmarki. Kartoffel, die in den letzten Tagen im Preise angezogen hatten, gingen infolge der großen Zufuhren im Preise Zuttlck. Im Großhandel wurden 1400 bis IM) ft. vro Kilogramm gefordert, tofthT!»** vorgestern vcijc Die- 1600 M. bezahlt werden mußten. » Wiener Modenzeitung. 16. Dez-em-ber 1928 Nr. 1787 Das Wetter. Tritb. Degen und Schnee. Das Wetter in Oesterreich ist trüb, bei etwas übernormaler Temperatur. Stellenweste sind geringe Niederschläge gefallen. Voraussage: Trüb. Schnee in Regen übergehend. Temyeratnrzunchme, starke nordwestliche Winde, ans den Bergen Schneestnrm. * Eine Ehrung für Hosrat Ehrrnarrn. Hosrat Professor Dr. S. Ehr mann, der weiter einer dermatologischen Abteilung am Wiener Allaemeinen ,ft rankenbanse, wurde von der dänischen dermatologischen Gesellschaft anläßlich ihres 25jährigen Jubiläums' zum kor res pan di er enden Mitglied ernannt. Diese Ehrung ist ein Beweis, wie sehr der Wiener jüdische Gelehrte, dessen Forschungen auf dem (Mebicte bet Dermatologie den Ruf dm Wiener medizinischen Schule in der ganzen Welt befestigt haben, im Auslände geschäht wird. * Der Streik der Hochfchulafsisrcnten beendet. Der Streik der Hockschulassistenten wurde gestern beendet. Vorgestern wurde di? Novelle, welche ihre Besoldung regelt, parlamentarisch erledigt, und die Assistenten wollen gegen da? Gesetz, wenn auch ihre Forderung nach Gleichstellung mit den Mittelschullehrern nicht Voilenos berücksichtigt wurde, nicht kämpfen. Doch wollen sie im Jänner, anläßlich der neuen Gehaltsragnliorung, ihre Forderungen anfnehmen und für deren Durchsetzung kämpfen. Auf den .sXckschnlen beginnen heute die Weihnachtsfe.rien und dauern bis znm 7. Jänner. * Kein silberner Sonntag. Der Magistrat bat dem Ansuchen des Gremium» der Wiener Kaufmannschaft, den D<- tailverkauf analog toie am 23. d. auch am 16. freimgebcn, nicht entsprochen. Es gelten sonach auch für Sonntag den 18. d. die gleichen Ruhsvorschriften wie für alle übrigen Sonntage, das heißt, es ist lediglich demLcbensm i t t r l d e t a i! h a n d e l in der $eit von 8 bis 10 Uhr vormittags das Osfenhülten der Geschäfte ohne Verwendung von Persona-gestattet. * Repatriierung tschccho-'lvwakischer Staatsangehöriger. Am 31. Dezember 1023 läuft Mt- Frist prr Einbringung von Gesucken tschechischer unbemittelter Staatsangehöriger um Uebersiedlung in die Heimat auf Staatskosten ab. Parteien, die aur diese Begünstigung reflektieren, haben ihre Gesuche bis zu diesem Zeitpunkte beim ischecho-sloNmkisckeu Generalkonsulat (Wien. 13. Bez., Vonzingerstraße 11) vorznlogen. Die bereits .bewilligten Revatriierunaen können auch noch im kommenden Jahre vurchaeführt werden. * Für hübschen, vierjährigen Knaben, von der Mutter im Stiche gelassen, dessen Baker. Agent, außerstande ist, das Kind zu betreuen, wird in jüdischem Hause. eventtiell gegen mäßiges Entgelt. Unterkunft gesucht. Unsere Redaktion ist gerne - bereit, freundliche Zuschriften wcnerzuleiten, um den bekümmerten Vater, der sich an uns um Hilfe wendet, von einer drückenden Sorge zu befreien. * Ein Sammelwerk jüdischer Aezzte in Ungarn. Anläßlich des zehnjährigen Amtsiubiläums des Professors der Medizin Dt. Heinrich Beuedier als Primarius und Direktor der Krankenanstalten der Budapest er Kultusoemeinde hat der Budapester Ku^rusVorstand unter dem Titel „Benedict- Jahrbuch" ein Sammelwerk heransge>geden. das ,in fachwissenschastlichen Kreisen die größte Aufmerksamkeit erweck! hat. Zn nicht tveniger als 24 Aufsätzen behandeln die hervorragendsten jüdischen Aerzte Ungarns streng willenfchaftliche Fragen neben Würdigung der Bedeutung Professor Benedicts als Arztes, Dpitalsleäters, Gelehrten und Menschen. Man kann diese S-ammlung ernster wissenschaftlicher Arbeit jüdischer Aerzte als die tvürdifli'te Demoirstrarion jüdischer Akademiker gegen den Numerus clausus ansehen. der Ungarn schon bis heute moralisch. kulturell :ntd auch wirtschaftlich so großen Schaden zugefügt hat. Es ist in Aussicht genommen, dieses Sammelwerk auch in fremden Sprachen erscheinen zu lassen. OT'iüM *lßeit£ner Vl*f MnvlaMlfevstrnsae 108 I V.. Wiedtier Hauptstrassc 10 (annchliesaend Kärntmratraaae) VI., Ma Hahllferstrussc 08, Schwamme Vr orzllsf Uclio Teppich« aus reinem Wollmatorial, Gröss« 2X3 . . . . ..K Ä95 OröSB« 250X860 ........ . . K 800 Plüsclitepnlelie, beste Qualitäten, Grösne 2X8, K 1140 bis b' 1840 Bett^aruilim'n, gestickt, (8 Stücke) . . . , K 100 HtoiTvoriiüiiue, gealicfct, lltoilie.K 93 Fensterschilizer, hübsch tambouriert,K 58 «. K 95 Bottvovltger, 60X120 gross.. . . K £9 Maschinknüpfer ....... K 188 .. achte Felle . . 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