Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1736 (15.12.1923)
- Date
- 1923-12-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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[ . »*! . U':!• a :i - * i, ,m ’J i'-j Seite 4 Men, Ssmstag Wiener Morstenzeitung. 15. Dezember 1923 Nr. 1788 Artikel etwas teuerer geworden, was sich im Index mit?,8 Prozent auswirkt. Der Wohnungsaufwand ist »nveräuoert geblleben. Bei der Post Beheizung und Beleuchtung ergibt sich eine Herabsetzung des Erfordernisses uni 4,2 Prozent, hauptsächlich wegen der Sohlen-- Preissenkung. Dke Flucht de» Bautierr Haft«. Tie Flucht des Bankiers Sandor Hajdu macht in Finanz kreisen einiges Aufsehen. Das Bankgeschäft des Hajdui -var weder besonders bekannt, noch hat es, wie auS Bank» kwisen verlautet, einen guten Ruf genossen. Ernste Firmen uuierh selten keine Verbindung mit dem Hause. Es kann nunmehr als gewiß angesehen werden, dgß Hajdu geflüchtet ist und zu seinem, vielleicht schon lange gehegten Plan, den für ihn günstigen Post-und Telegraphenstreik ausgenützc hat. Es ist noch nicht ' ur ersichtlich,!bie hoch der Sch ul de nft and ist. Daß Hajdu zu seiner Flucht die Ostbahn benützt hat, ist ziemlich wahrscheinlich. Nach der: Bildern, die man von ihm har, wurde ec vom Bahnpersoual, das am Montag den 10. d. abends im Osrbahuhos Dienst versah, als ein Fahrgast erkannt, -er mir seinem umfangreichen Gepäck, das aus vier Koffern bestanden haben soll, ziemliches Aufsehen gemacht hat. Da auch nahezu erwksen ist, daß er seine Koffer nach der rumänischen Grenzstation aufgegeben hat, i{l. die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, daß er diese Fluchtrichtung eingeschlagen hat. Die in Betracht kommenden Behörden wurden telegraphisch verständigt. Ebenso hat man auch alle großen Städte des Kontinents und die Hafenstädte durch Telegramme vor: der Flucht Hajdus und seiner Frau Livia in. Kenntnis Lesetzt. Hajdu war in erster Ehe nur der 'Schwester des ehemaligen Gesandten der ungarischen Räterepublik in Wien EZobel verheiratet und ein Verwandter des vormaligen ungarischen Volksbeauftragren Pohany. Auch er ist den kommunistischen Kreisen nahegcstanden. Bor seiner Flucht statte er harmlos erzählt, feilte Gattin wolle nach Budapest, er selbst auf den Semmering reisen. Man Hat auch auS seinem Munde gehört, daß er eine für ihn wichtige Depesche aus Basel erwarte. Die Verfolgung HajduS wird.mit Eifer fortgesetzt. Die Prüfung der Bücher und der umfangreichen Korrespondenzen wird längere Zeit in Anspruch nehmen. ßinrSMer- und guuielenimttion imSorotheum. Der DeMÄ-er dring: auch wä Dorotheum erhöhtes Ieben. Es herrsch: ein stetes Kämmen und GÄyrn, die Beamten und das Personal haben alle Hände voll zu ran nrcb in den Voranzeigen lieft man vor: einer Weihnacht dntz großen und einer Souderwechnachtsauktisn, roÄchr alle auf sm Zuspruch -jener rechnen, die G-eÄ^r.heit suchen, enLft»re° djeröe nn-o preiswerte Geschenk-: zu 'erworben. Im übrigen aber ist nran 'im Dorotheurm schr liberal: man fragt weder bei ÄL'.cfe:n, noch bei jenen nach Nasse und Religion, welch; die Vendästn-isse zwingen, sich von manchem lieben Stück KU -rennen. Heute wird chne Schaustellumg von SÄbevgegenständr'.r und Juwelen, deren Auktion mit Anfang der nächsten WoÄe beginn:, den: PMÄum KUgorvgÄH gemacht; eine wiche Sarnmluug, deren?neistea Stücke aus hochckdeligem Besitz stammen. Für Leute, die überflüssiges Geld in der Tasche naben, b'-ete: sich wiMommene Gelegenbeit, aus diesen Beständen. ihre Auswahl zu treffen. Hrar gibt es Gsbrauchs-- g-egenstaude aller Arc, von: Becher und Löffel bis zu dem vrachrvoll gearbeiteten, reich geziertem Samowar, den PrunEdaitrn DarÄauffätzen, Grrarwolen, Jardstrirren und Servicen in flauer oder Mer grivirbensr ALbeit, die sich Kau? geputzt und gleißend den: Beschauer darbiten. Es sind Dinge in allen Preislagen vorhanden, bei \o manchem schweren Stück wird der -Käufer wohl ries in die Tasche greifen umsftn, doch gibt es auch Gsgerchätchr, die auch für schmälere Portefeuilles in Bcrrachr kommen. Das gleiche gilt auch vor: den Juwelen, die -fl stchzeitig .zur Bersteig-errrng gelangen: stllhvsu, Ringe, Do'«!? rawie Frauenschmuck aller Art. Den Clou dieser Er« volttwn bildeein yvachtvoüetz Billant-rnkollie-r m-ü einem!N.-oßru Solitär, dessen Ausru-stmgspre-is die Mesn-igkvi-t von 1 CO Millionen beträgt, während ein aus zwölf Perlenschnuren bestehendes Kollier, die Schließe mit vielen Brillanten geziert, mü „nur" 1b0 Millionen angeschrieben ist. Es ist für die verschiede-nsten GchchmacksvichtANgrn - -gesorgt -und Wer Manm-l an Auswahl kann man sich jedenfalls nicht deilagmi. Mira Bukobrankovirs vor den Geschimmen. Milderung der gnseratenabgabe. Dir Vertreter der Gewerkschast der graphischer: Industrie --.uo der Zeitung sauge fr eilt an verwiesorr in einer gLmeiusamen Vorsvrache bsim städtischen Finanzrefsren» reu ans die wenig günstige Lag: das Gewerbes und gaben ihre,: Bas-orgnissen wegen einer Rückwirkurr-g der geplanten ErhöhiMg der Inscratenabgäbe Ausdruck. StÄdt-nat B i •: i: n e t erklärte, daß die Gemeindeverwaltung divsi Verhältnisse keineÄvegs verkenne und ihnen dadurch Rechnung l-ragLn wolle, daß von jeder linearen Erhöhung abgesehen werde. Dadurch beiden die gesamte Fachpresse und alle Wochen» und MormtJblätter mit verschwindenden Ausnahmen sowie auch ein erihaMche^ Teil der Tagespress: von der Stvig.'-lung der Abgabe rmberÄhrt. F'vuer soll eine erhebliche Er>leichter u ug dadurch «n-folgen. daß b'r S t r l l e n g o s n ch e im Kleinen Anw'wer von der Gleich zu Beginn der Verhandlung lohnt der Verteidiger die Gefchwn'me, die Schriftstellerin Berta Pauli, die während der Verantwortung der Angeklagten und während der Zeugenaussagen verschiedene Ze ichcn von Unwillen und Erregung gezeigt hat, wegen Befangenheit ab. StacntS-' anwalt Dr. Sacher wendet sich gegen diesen Antrag. Der Verteidiger öogründet seine Stellungnahme damit, daß ein b efangener Richter nach dem Recsttsgefüstl nicht richten dürfe. Der Gerichtshof gibt diesem Antrag nicht statt. Es wird sodann noch die Bedienerin Magdalena Stadlherr einvornommen, die wegen ihrer infolge der Vergiftungen ersoilgten Erkrankung Evsatzansprüche von zwei Millionen Kronen stellt. An das Zeugenvechor schloß sich das Gutachten der Chemiker, die in neun Mehlsäckchen Bleiweiß feststeillten. Insirlge einer Kontroverse der Angeklagten mit den Sachverständigen kommt es wieder zu einer Szene. Der Vorsitzende wird energisch. Angek!.: Ich möchte den Herrn SachveMMgen bitten, nicht auch nochmir gegenüber Staatsanwalt zu spielen! Vors, (in größer Erregung): Das geht doch schon wirklich zu tvoit, die Sache wird mir doch endlich schon zu dumm! Das ist^Lck. Noch eine solche Bemerkung und ich lass« Sie abführen. An ge kl.: Bitte! Dann springt Mrlica VnLobvankodies auf nrch verläßt den Verhandlungsfaal. Nach dem Gutachten der Sachverständigen kommt die AngeLlagte wieder in den Saal. Zwischen dem Sachverständigen und chr entspann sich eine Debatte. Daö medizinische Gutachten. Gerichtsarzt Prof. Dr. Haberda stL»! in seinem Gutachten an. daß es unzweifelhaft feslstche, daß die Familie Stülpn-agel an Bleivergiftung gelitten habe. Me fest- Mellten Symptome deuteten darauf hin. Die Krankheit der Familie Stülpnagel war eine schwere Vergiftung, die einer schweren Körperverletzung im' Sinne des Strafgesetzes g l e i ch g n st e l l e:: sei. Eine Lebensgefahr in dem Sinne, daß ein tödlicher Ausgang zu befürchten war, •:-ft nicht cinejetreten. Denn als die Krankheit erkann.! war, war eine Rettung durch ärztliche Kunst gesichert. Uebrigens ist es auch notorisch, daß Bleitveiß vom Körper sehr schwer a u f g e n o m m e n wird. Theater. Zu einem erregten Austritt komm: es auch, Äs der Vorsitzende den Gefangenenaufseher r:ber seine Wahrnehmungen in bezug auf die Angeklagte einvernehmen will. Gegen drese Beweisführung durch den Ge-songenenaufseher, -daß die Beschuldigte schauspielerische Fähigkeiten te* sitze und Krankheitszustände dorzutäufchen imstande sei. sprach sich der Verteidiger entschivden aus. An ge kl. saufliprnrgLnd): Ich bitte, die Sache war so... -—Bors, (unterorechend): Bäte. lassen Sie das, Sie werden noch Gelegenheit hcwen... — Angekl. Geftia): Nein, ich will sprechen, ganz kurz. Ich war auf der Klinik Wagner- IaurM. wo man eokanur hat. daß ich schwer nervös und hystrrsich bin. Wer einmal im Landesgericht war, der geh-t nicht so leicht wieder hin. Ich war oft der^ lt. Ich bin in ein Delirium verfallen und habe getobt, ich in diesem Zustandbei Sinneöverwirrung begangen das will mir nun der Aufseher dorwerfen. Bors.: Sprechen Sie nicht weiter, was Sie hier aufführ«ii ist ein Theater! irnergisch) Jawohl. Sie haben Theater gespielt (zum PublÄum gewendet) nur Theater! Die AnMIagte setzt sich. Staatsantvalt Hofrat Dr. Sacher: Wenn DgMbeu wird, daß die Angeklagte damals wie so oft unflätige Reden und schamlose Ausdrücke gebraucht hat, so Ziehe ich meinen Antrag zurück. Dann rritt die Mittagspause ein. Temperamentvolle Briese. ldn -l Uhr rrachmittags wurde die Verhandlung wieder aufgenommen. Der Vorsitzende verlas zunächst eine ganze Anzahl, von Briefen, die dazu dienen sollten, den Eharakter der Milica Bnio-ür-clnkovics zu schildern. Unter anderen: auch ein Schreiben «n den Kardinal P iffl, in tvelchem sic um seine Intervention in der Angelegenheit mit Schnlinspektor Piffl bat. In diesen: Briefe erging M-ilica VnkobrankovicZ sich in Verdächtigungen und Beleidigungen verschiedener Personen, die ihrer Ansicht nach ihre Feinde waren. Auch aus der Hfl: hatte die Angeklagte «ine ganze Anzahl von Briefen geschrieben, in welchen sie in außerordeMich schar- An Heilverfahren gegen die Mckenmarkschwindsacht. Die Entdeckung eines deutschen Gelehrten. Aus München toird gemeldet: Der Gründer der deutschen Jovschungsanstcrlt für Psychiatrie, Gcheimrat Doktor 'Kraepelin, gibt bekannt, es sei chm gelungen, die Entsteh u n g Z b e d i n g u n g e n der N ü ck c n m a r k s ch w i n dsatch t zu ermitteln und a n a t o m i s ch die grimld'.ätzliche Frage ihrer Heilbarkeit zu lösen. Sie LebeasmiUelmörlte. Ter Streik der Post-, Telegraphen- und Delephonänqesteilten hatte glücklicherweise keinen Einfluß aus die Approvisionierung Wiens und so ist auch die Mschickuug der Märkte bedorfideckend ausgefallen. In der GroßmarkOalle waren gestern 17 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen äugekommen. Die Preise: erfuhren gegenüber dem Letzten Markttage keine Veränderung. Auf den Grunwarenmärkten war die Beschickung schwach ausgesallen, doch reichten die zur Berfügung gestandenen Mengen durchaus für den Konsum. Der Verkehr war flau. Die Preich konnten sich für die Mleisten Gattun-gelt fest behaupten. Las Mne Wetter Mt an. Das Weiter in Oesterreich ist mild mrd trüb ohne wesentliche tisiederschläge. flu der Höbe wetzt schwacher Nordtvestwind. Ein Hochdrnckgürtel liegt in tvestöstlicher Erstreckung über dem europäischen .Kontinent und verspricht vorderhand Andauern des I herrschenden Weiter^. Voraussage: HerrschenderWettercharaktsr anh altrnd. . Viert« Berhandlmgrtag. fen. oft beleidigenden und beschimpfenden Ausdvücken gegen der» schiedene Personen Stellung nimmt. So spricht sie in einem Briese von den Richtern als von ^Hunden", über einen Arzt äußert sie sich „ein solches Hornvieh von einem Arzt". Alle diese Beweismittel verbisst der Vorsitzende mit einer gewissen absichtlichen Schärfe im Ton. Er wird bei der Verlesung mehrmals von der Angeklagten durch, Zwischenbemerkungen unterbrochen. Das psychiatrische Gutachten. Hierauf folgt die Verlesung des psychiatrischen Gutachtens. Das Professorenkollegium der Wieucr Universität über de« Geisteszustand der Angeklagte«. Da die Verte,diguna den Standpunkt vertrat, daß -die GcrichrSpsychialer den GeisteKzusta^> der Vukc»k»rankovic8 nicht verstehen, haben sich die Professoren der medizinischen Fakultät mir der Angeklagten beschäftigt und über sie ein Fakultätsgntacksien abgegeben. Sechs Monate dauerte das Studium der Äerzte, sein Ergebnis war die Abfassung eines ganzen Buches, besten Verlesung gestern nachmittags einigt Stum den in Anspruch nahm. Nachstehend ein Auszug aus dem Gutachten: Die Beschuldige komntt am 8. Juli Ovecks Beobachtung an die psychiatrische Klinik, klar u-nL georouet rnib durchaus -nchi-ger Stimmungölage. Sie erklärt den dienstihckbenden Arzt zunächst bestimm:, auch hier den Hnmgerstreik durchfuhren zu ivollen. Auf die Möglichkrir der Ernährung mrttelst Schlund« sonde aufmerksam gemacht, entschließt sich die Beschuldvgtc sogleich eure Tasse Milch, späterhin die Abendmahlzeit eiuzu uchmen. Sie beh.irsch: das Gespräch, zeigt sich aber da keiner wrgs frei von Irrttrmern und vorgefaßten Ansichten; von einer umfassenden, allgemeinen Bildung ist keine Rede. Das Gutachten führt auch als bemerkenswert an, daß die Beschuldigte nicht über ihren Kreis hinauSstvebte, sondern beit bescheidenen Berus einer Lehrerin ergriff, für den sie besonders geeigne: zu sein schien. Trotz einer ihr zugeschriebenen angMickien Verlogenheit hat sie an kein Hochstaplcrleben -gedacht. Seitdem sie zum erstenmal unter psychiatrische Beobachtung kam, tauch: bezüglich ihrer Person das Wort Hysterie, auf. lieber eine Störung des Trieblebens läßt sich nichts sicheres angebcn. Als sie chr Verhältnis begann, tvar sie sechsu,nd.zwanzlg Jahre alt geworden: sie halte gtwiß schon früher und leichter Gelegenheit gebabt. dazu mit einem Manne, der ihr m Jahren näher gestanden. AIS Erklärung für ihre Handlung brachte sie ihre Schwangerschau, beendet durch eine Fehlgeburt, vor. Das reich: aber nicht aus, eine böhergradige seelische Störung zu beweisen, und für eine Geiftcsstörunq fehlt jeder Anhalts Punkt. Nun komuren wir zu der Frage über die Echtheit der Liebe der Angettagten. Durch die Än'netzme einer intimen Beziehung mit Stülpnagel konnte sie-vielleicht einen Einfluß auf den Mann erwarten, den sie fönst nicht gehabt hat. Aber auch dir andere Möglichkeit soll berücksichtigt werben, daß sie Herrn Stülpnagel wirklich liebte. Mit der Tatsache der.Elpgattin hatte sie sich,ckbgsfunben. Ms sie aber sehen umßte. daß ihr Was ■ttu'i: •a Reize, ihre Hinga-'ve dem Mann nicht genügen, daß er nc v? trog, begründet.' das gewiß eine Leidenschaftlichkeit, die üch in gewalttätiger oder hysterischer Form entladen konmr. E-e iii wahrscheinlicher, sie hätte aus schwerer Enttäuschung, aune. letzter Fran'nehre, aus Eisersucht das Giftatienta: v.: weit weniger wahrscheinlich ist, daß sie überlegend di- \£'' gattm Stülp-nagr-l aus dem Wege räumen wollt.:. Die medizinische Fakultät setzt ihr G'nlachren, mi :?>.- fifulanrnten: 1. Mrlica Dtckobraniovics ist nicht geisr es! r - bietet aber Zeichen von^Eharakterentartnng. L. Sic war zur kritischen Zeit körperlich leidend. nntergekommen, stand unter dem Einfluß vor: schweren schäften. Eine Trübung oder Aufhebung de.-, wutztseins ist jedoch für!cine hre r Ha ndl:: n gr u beweisbar. ’l Es liegen Gründe vor, zu vermutcu, daß es irrt, re: der Beschuldigten um triebhafte Momente Handel:. Welche Schuldfragen bekommen die Geschworneud DaS Beweisv er fahren wird hieraus ge f schloffen. Zur Fragestellung <nt die Geschwornen benmrag: der SiaatSanwalr außer der Hauptfrage mtt ver suchten Giftmord, auch noch eine Evcntnallfrage auf Gefährdung dcr öffentlichen .Sicherbei! durch Bosheit zuzulast-en. Der Verteidiger Lnwt, die Frage rcach 8 nicht znzn'lassen; sollte diese Frage doch -m: lassen werben, so ersucht er um die Gventualsrage ans fahrlästige Tötung. Außerdem verlangt er die Hauptfrage auf schwere Körperschqdigmrg. Für alle Haupt- 'und Everttua!« fragen -verlangt cr außerdem dir Zusatzfrage auf Sinucs- Verwirrung. Die Verhandlung wivd hierauf cnrf heute vertagt. * Nenkonstitinerung des Zionistischen Lokcklkomitees. In der Sonntag den 9. d. angchaltenen Sitzung hot sich das Lolalkomitee neu konstituiert und wurden die Herren Ing. Freu ndlich zum Owuann, Hans Kon dl ^mn Obmann-Stellvevtreter und Oskar Keßler zum Schriftführer gewäWt. An der Sitzung, die lebhaft verlief und inlcressMtte Anregungen bot, nahm seitens des Landeskomitees Dr. Waldmann teil. Es wurde unter aniderem beischlossen: Die Sitzungen finden bis aus Widerruf jeden Sonntag vormittags um 11 Uhr im Sitzunasi saale des LandeSkomitces. 2. Boz., Taiborsttaße 20a. statt. Die Ankündigungen der Organisationsgruppen, die dom Lokalkomitee unterstehen, und für die VeröffenttlichtNP in der. „Wiener Morgenzeitung" bestimmt sind, erfolgen im Wege des Lokalkmnitees. Zu diesem Zweck wird das Lokal?Eitee einen Versammlungsspiegel einrichten, so daß die Ankündigungen von Borträgen, Versammlungen und Beranlstattungrrl lediglich nur durch daS Lokallomitee erfolgen. — Es soll eine Mt ton f>nv Pflege des jüdischen Volksliedes eingoleitet nrrd in den vinzelnen Bezirken sollen jüdische ValkSlicideralbende veranstaltet werden. Die Vereine und Gruppen tvcrden ersucht, ihre diesbe-züglichen Wünsche dom Lokaskomitee bekanntzugeben. —- Es »vird den Bereineil in Erinnermrg gebracht, daß 10 Prozent von den Einkünften aus ihren Veranstaltungen dem Nal-ionalfond? ab Zuführen s-inb. * Ausstellung von Pflanzen ans Palästina. D^: vom Schöpfer und Leiter des Botanischen Museums in Palästma, Dr. Rubinowitsch, arrangierte Ausstellung wird Sonntag vormittags 'eröffnet und bleibt bis 9 Uhr abends offen, Montag von 9 bis 1 Uhr. an allm übrigeil Tagen von 1 bis 3 Uhr tmd von li bis 9 Uhr. -Samstag bleibt die Ausstellung geschlossen. Die Ausstetllmg dauert bis zum 23. Dezember. — Wie -bereits gemeldet, hält Dr. Rubinowi-Isch heilte Samstag um halb 8 Uhr im miitiTcit Saale des Ingenieur- und Architektenvereins, Eschenbachgasse 0, einen durch Lichtbilder unter« stützten Vortrag über: „Die palästinensische PflansenwM stn Äeben M>. m M W jüdischen 77AM4L«..-'' «Mwmwww'igWTy «*" -7 mm