Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-12-14 · Heft 1735 (14.12.1923) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1735 (14.12.1923)
Date
1923-12-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980817--17089-3004062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

MM, MNVF Wiener Morgenzettung. Mica Bukobrankovirs vor dm Oefchmmm Strittet Berhaudlungstag. Nach der Mrvrgezr Bvvh-aM-u.g erbar sich Mtzica Bu«kobrcn:kopies daö Wo« >fu «mer Erln.ttum«. ,^ch :nocht« houtze -ttm ctzwaS Mchsicht bitten. Ich habe die flanke Nach: «gvbrocheir :nrd habe -mich «m Ete-vg-lchlcppt-, we il ich -wivkl'ich n-icht wü-vsche, daß die VevhaM-nng vertagt wird. Ich habe mich gester«. auch «nicht MM richtig mÄgodrückr. Ich HM ^fttcr!, daß »ich m Gesänqnis hungerte -u-nL fror. Ich möchte -nochmals betonen-. -aß ich «iMmt ik^mem -er Herren aus dem LandoSger-icht 2 r'men Vowwtrof nrachen wollte, aber ein @‘c* 'äugn-is :(r kein Sanatorium. Ich war dantals schwer krau? und häti.e Wohl eher m sin Sanarovlum «18 in ein Gefängnis gchör■:. Die GsfanffN'isLoist iomvte ich wicht Mrmtzm, weil ich Vlewengifm'.tg huitt -und alles erbrach. IrMbMbessm habe ich wirklich buchstäblich ^manchmal KchurrzerL. Ebenso war das mit de>m frieren. Die Harren wissen tseHber, daß es m den Amtsrchnne:: kalt ist. auch <m* Somener. Ich habe mir aber irrsolge -er Blcwerg-rfttlrrg a-uch eine starke Bl-ularmnt mfo ekmi Oe- .en-l»r!tz>u-mariÄl:.u» znM^et: nnfc 'daher die «Käste sehr n-nau- -enchm ernpfnn-drtr. Am roeni-gsien nröchte ich dom Herrn Uurersuch-unstbrichrcr einen Vorw'urf machen. Cr war -mt-fle* -ndrt streng, aber er ya: mich immer 'fserc-dit n>nd -uman vehantdZ:. — Pors.: Lomir nW ein -falscher E-m-rnck entsteht, fta-ge ttb Sic: Wuoden Sie von irgend ijrm-anidem >u dieser Er- Därung deeimwßl? — AngaN'.: Nein. Ich baue diese Erlläturrg 'chon gestern abgob-tc wollen, aber Herr Präsiden: werden sich erinnert:, -aß Sie nrich rrnaarbrvch'en. herben. S^ann wurden Ze.rgen einvernommett, die Wer die Peusowlichkei: und idaK Börbchsn der Anstokagkn auKsaaren. DieIAerir.-i.uDr. Dova Te-Ieii. 'die die Äng.fletcpe ans ihrer ärpSLon Wi-rLu-n-Bzer-t -auL der ZchrsrbievuugScnytalL -kennt nw die die AlM^tc als Mädchen Ersucht hatte, bezeichnet Milic-a Bukobrankovirs als -hochmtell-WNs, wi immer st-hr ftrrrcJt ge'wckken-. 468 'ZchAeri-n war sie der Stol, -er Anstalt a.!>: aas^rorvenr-bich delisÄt. . D.>r Zeuge WÄhsstn Küstn-e«^ er.-chpn, oaß c.r gle-iü) zr: Beginn feiner BekanwAchaft mi: Fräwlc-m BuÄchrerrrFovicK mit der Fanriltt SrülpnLgel br' :in .Pi -einer Jause g Jaden war. Dir Mutter Buk-abrrmkovics habe oußerorZt::,«ch gutes BaStverk -vorgeseyk. Der Zeuge er zä hl-. dom:, daß er von Besa'.,;v.-en aus die Borgeischichtr.des Fräuid::ts-V-::L)-brankovicS aufuttvksain gemach: wunde. Als nun die Erkrcn:tt!tvg-en in der Familie Stülpuaatt auftra-t?-::, bade cm einer-, schzoerrn: Ä-amp: utt- 'einem Gewissen schabt, habe aber mit vaetteren Amrßerunü-er: rtewartet, bis die Diaglwss uns LergiftuiU fesr^esrelll war. 'XI5 m reu -anrmervallrn I,ustnnv des s.urqen Ernit Smipnaff-e! ''ob. hat er dann Fron Äoneei srr von dern ersten Pro-?efic *•:£ Angsklapten mirar.eili. Er er^ähtt. daß er mi: der An» aeklacven auch .über enrrn Twr^ioWen in Bertfli.nunoÄrcn!-- beä'-rrp. den. Dr. Tclekr, .aesprochsnl-abe. Äesellschrrftttchte Verkehr. Der .Ktmirschrüttsre.er Änrrr .A ö ß i e r. -oer m« Stul-pwar beton::: isr und seuner^i: auch enii der Mttiea V-uts» brorrkodics MsellfchLftlicksn Berkchr berechnt über 'eine Beahrncdnnrnaen bei dm dersck'reden-en Inso-m-mentünsttn. E: besuchte mir s/.mer Frau auch Milira BÜlobrankovics in. ihrer Beohnung. Der BerkeHr sei schr anregend und grmür-- ' - -Mvesett. Z«rqe schätzte. Milica als rMffsivÄhnLich i n t t i* f:;• z:t: c, sehr biLbenswurdifle Dame und nur -eines habe ihn und seine Frau bvwsmdet, näEch MtieaZ! Verhallen ',u ihrer M-utter. i 2:; innrichrr mimÄch ent ArmMer allem für sich a-..?'Schlafraum, während -re Mutter draußen -aus eurer Bank schlafen m«ß:e. „Wir hab-n das als unMhörio em-7uniden>.^ bemerkt -er Jena?. — Bernidiger: Was hat denn MiRc-a dazu yriac::? -— Je u o e: Sie erklärre «uns, -aß Kre DLuüer nicht .n ^-siu-mer schlLfen wolle, -veil es focht zu «u-nordemlich ^uswaen würde, und dw Mutter ha: uns rregen-über -assÄbe ge- '0'gi. — Berte: big er: Ihre Mut.-r hat me eben ^dhr der-- bä'üdau. Der- Ieuge owichrer. daß einige Zott nach der Bschaftumt aer Bcilica Äevrn Mutter ihm «inen Brief Äb-erbLachte voll Be.^uernnssn 'der Unschuld M ilicas. In diesem Briefe gab -'iv auch -der Hossn'ung Ausdruck, daß Stülipnagel sich .' »tei nnett wende, an ci-rftm «büsinmnton -Trae in einsm'bk- •'tVutnvtcu Geschäfte 'AroMzucher aekenck:. m halbem Wäre das der Fall, so würde dir Haft über sie soal-gich «.uMchsbea werden. -Der -fsen-M wurde ichbeterr. Herrn Snilp-na^-l/dLr damals Än Lmarsri-wm -krank lag,;u «besuchen, ihn n-wnens M-ilicas zu bnren, er möge doch sein. G edäch:n : s auftrengen, um dis. o>c.wüchchjen Anga-brn qu -machen. Der -Zsuqe hat Herrn Jnr tPuchre! rotsachlich im GM-aronmm Hefticht und ihn i-n dieser AngrlegerHeit untervichtet. i)la.ch Erörwcunq der Linzelneu IufaurrnLnAi-Me urch Xn-rsmge Ächtet der Sta-atsanwE an den Jeuqrn -einige Fragen. Besonderes Gewicht °Kqt er darauf, zu ersrchrLU. ob -rem Zen-gsn anfangs Juli an «der Mrl-ioa nicht seine Wesensänderuna onfgefollen sei. Sie selbst behaupte, <oaß sie sich -darno-ls in einer Au Ansmohmszust-a-nd -eftvnden habe. — Ze-ngr: Mir ist damÄ» allerdings ihr verändertes Wesen ^nsg-Ls-allcn, loenn sie rvar wovlkarg, -erstreu: und dekunde.te wenig I-ntvvesi« -au ohtem Weiiihnachtsspi-eh das ich damals vorttrs. B ericntdiffie-r: Glauben Sir, «daß -er evwcihn-te Brief ben Zweck hatte, Herrn tLtüöpnagÄ in seiner Aussage Wer den Staubzucker zu hssinflussen. -— Der Zeuge schwelgt ncrchoenklich, w-ährenÄdem springt die Angsklaote auf und so«gt: Schuiw an dom Brief trügt nur das schlechte Gesetz, Iba8 ovm «Mtersuchungshäftlmg vevb ietet, awit schn-e-m Benpc'Wgrr zu sprechen. Dl«eSe Dummheiten würdest nticht Mchchen, wenn der -Häftling sich mit dvm Verteidiger beraten könnte. Ich selbst hätte «damals manches gestanden, so wie seht, wo der V-erte^i- ,-rer mir puredet, zu gestehen. Dftftn Brief bedaure ich, weil er Line Unanständipleit gegenüber dem llnters'uchunasrichter darstellr. den: «ich dankbar sein muß. Eo rf.: Bäben Sie von -dem Bebhültnis Mischen StAkp- ■ijßil und der Dulolbrmttovics cimi gewußt? — eVo-ufle: Erst durch den Brief bekam ich die erste Mitteilmvg, aber ge- .chrku.ht habe 'ich nicht daran. — Bors.: Beide waren oben gute Schauspieler. Bei «mir war nicht SchanUpftierei, b.->ß «ich das -Liobe8vechÄt»iS vsrscbwiegen HWe. svuc ,nei-b--ich- Srbarn. Doch 'das Mmrn Si-e u-ich: vsrffreben. Der Hausarzt. Der »Bausarzt der Familie Sdüdpnagel L r. Bi -a r i r> s .otvo wie'ssr vor-gerufeu: -?r bestreite: die Ausfa-ge tStülpn-age!s. daß Mischen ihn: e:nd -SnüGnaael ein telep'honifches Gespräch sratt-gr-f-u-n-dru ha re, dcs Inhal :s, die vuMc-lm Lebensmittel aus 'der «Spe-scfainm'k-.- zu emsernom Er habe Mischen tm A. Imri -un- 12. Mi teilten Bchrch Lei der FamÄi.e StülpnagÄ gemach:, wie -au» Zeinen Äuf^ichn-uivgen hervovgche. SchliMich gibt Doktor Ma-vkus Wer die ALöglichkeit zr:. daß diese AuMchmmasn nnWmru sind. — Brr te ib-iger: Es ist sch-r wickft'ig, 'ftMustellen. an welchsm Cd damals der ÄmtILlue Büsite bei Stülpuapels -gemacht hat. Es war -nä-mlich der Tag, au dem dir -AngeNagte drinq-ed gerate-n «und ersuch : h a t, di r v e r g i f i e ton Le b e n b m i 11 e l - beäseiit zn fch«affen und nicht zu verwenden, und sie bchau-ptet, daß sie die erste gewesen ist, die darauf oedwn-gt hat. (Zu Dr. Markus.) Haben Sie semals den Rat erteilt, daß die LdbeuÄniitel beiseite gesckprff: -werden? — Zeuge: Ich kann mich Äbsolu: nicht daran erinnern Der B o r s -i h e n d c stellt -aber fest, daß der Zeuge eineil ähnl-icheu Mt gegeben hot. — -B o r (. «zunu f^e:Mn): Sie haben ein fchwacheö. Gedächtnis. Es ist ja ksiM Schande, rvenn Sie selbst d:e Bte^v^eßvergrft ung nicht arkarmt habe::. Sagen Sie uns -unge-nie-r-t, ob Sie ftlbsr barcmf^kommen sind, oder ob Sie saman-d auf- MVvlsam darau-f gemacht hat. — Zen ge: Ich habe es selbst geftm-don. — Zeuge Rößler: Herr Sttiilpnagol hat mir «damastz or-Zähtt, daß ihn der Buchdr-uck-er Rais s er em-fmorks-am HMwcht bar, er leid.' an -densolbe-n Erscheinungm, an Blciper- Mun-g. wie sie sich häufig bei «Setzern einstelle.' — Bors.: Ha: Ihnen 'Sttttpuaget erzäbl:, daß ihm die Angekiogte -vom VlLichst MirEung Mnacht hat'? — Zeuge Röß«ler: D»8 nicht. — Vors.: Das doäve eben dar lspringend-e Punkt. Ge-geik L llhr trat die Mittogspanse ein. Die Nachmittagüverharrdlnng. In. aer vGäMiitagsverihandlmrg wurde -Revaneue T-vttor -Heinrich Roseu-f-e-ld als Zeuge vernommen, der Im Verlag Konegen eine Broschüre erscheinen ließ und «hierboi häufig mi: Stülpnagei und der Bukobrankovirs gu ru«n hatte. — Bors.: Was für Beobachtungen -hatten «Sie an dem Fräulein g-.'ma-äu? — Z-eng-e: «Sie tvar überaus dienstei-frig. — Verteidiger: Ihre Umgangssorm? -— Zeuge: Jur Verkehr mit Stülpnagel toar sie stets korrekt und äußerst iakivoll. Anfangs Juli IE haue ich wieder ftn Verlag :g, um und da fiel mir ihr schlechtes Ausstpen ans. Ich führte dies auf ll-etst'r-- -arbeittma zurück. Der nächste Znug-e, Dr ttMyrig-e 'Montist Karl Schneider, war früher Gefeyäftsdienor bei «S-rülpuag-u und ,uiU oer Bukabrankodics üas best-e Zeugilis aus. — e'lir Fräulein Bu-kobraukoviceim Dezember 10*21 kraut war, -haben Sie ne in der WW.".'.n:g besuch:. Dabei sollen «Sir eine besondere Be obachiung gemacht haben. — Zen ge:?lu: Cisest lag rin Buch, au den Tirel kann ich mich nicht mehr genau erinnern, -es war -etwas mi: Psychologie oder Physiologie. —- Vorst: Vielleicht „Die Psychologie des Giftnwrdrs"'? Z e u ge: Vielleicht hat es so geheißen, genau weiß ich das nicht mehr. — Der Vorsitzende -weist dem Zeugen das -genannte Buch von Staatsanwalt Wulfsen vor. doä) der Zeuge weiß nicht, ob es dasselbe Buch war. „Es tvar in anderen Leitern gedruckt, glaube ich, sagt der (stuge. — Bor s. Jur?lugeklagten): Haben Sit das Buch Jamals am Tisch liegen gehabt? — Ana-ekl.: Gan', gewiß nicht, ich -habe das Buch niemals besessen. Nur einmal, nach dem Jahre ttllst habe ich mx. dieses Buch, das in meinem ersten Prozeß eine so unselige Rolle -gegen mich -gespielt hat. von Dr. Seifert gun Lesen ausgeiiohen, habe es aber bald guoückgegoben. --- Verteidiger: Herr Zeuge, wie kamen Sie auf 'das Buch pu sprechen? 7- Zeuge: Als ich pi-m Umersuchu-ngsrichrer kam, har er mich sofort geiragt, ob ich vielleicht das 'Buch bei ihr gesehen habe, und ich habe ja gesagt. --.- Verteidiger: Das ist ein suggestiver Zeuge, von rem man hären kann, was mau will. — Vors.: Lassen Sie sich das gefallen, Herr Zeuge'? So eine AroHuldigung brauchen Sie sich nicht bieten lassen. — Zcn g e: Vas soll ich daraus erwidern? Verteidiger: Ich touftatiere: Fräu-leiu. Vu-rv- 'brmikopics wurde unerwartet auf der Straße -verhaftet, stach der Mrhaftung fand sofort eine Hausdurchsuchung statt, das Buch Wer wurde bei ihr nicht gefunden. Vars. Zimt Zeugen): Drei Monaw später erkrantten Sie selbst an Lungeir-spitzrukatarrh. da besuchte Sie Fräulein Vu-kobraukovies uns verlangte die Pillen van Ih.i-en, die der Arzt -verschrieben hatte. Wozu? — .Zeuge: -Es waren ist-.w,. phntinpillen, und sie sagte, -sie wirb --einen. Arzt fragen, ob bi« Pillen für mich gm sind. — Bor f.: Haben Sic sich das nicht irgendwie gLdeutet? — Zer:ge: Nein, ich habe es w gehalten, wie das Fräulein es gesagt hat. Bors.: Dieser Zeuge hat also manches vorgebrachi, was Ihnen unangenehm sein könnte. Glauben Sie. daß auch er Ihnen feindlich gösinut ist? — Auge kl.: Nein, aber es find schon mehr Leute, denen ich Gutes erwiesen habe, 'ber suggesttveu Kraft der ersten Polizeinachricht -erlegen. Ein Ge-schworner: Angeklagte, hat Sie dieses Buch -von! Wirlffeu wirklich IrrbcxepjiertV — Auge kl., (eifrig): Aber! — natürlich. Nach dem Prozeß hatte ich hoch ein großes Interesse daran, das Buch kennen zu lernen, -das -als Beweis gegen mich geführt wurde. Ja, ich habe es gelesen. — Bors.: Nun endlich! An ge kl.: Herr Hoftat, tvemc eine Kochm einen Apfelstrudel machen will, kaust sie sich ein Kochbuch, sie wird sich aber kein Buch „Die Psychologie der Köchin" katrsen. (Heiterkeit.) Wenn ich eilten Giftmord plane, würde ich mir dtmentischvechend ein Buch über Gift, aber nicht über „Psychologie des Giftmörders" kaufen. (Bewegu-ng.) Nu.n wird Ernst Stttlpuagel noch emmcA vorgerivfen. Der Vovsitzeiwe fragt den Z.ug-ei:. ob er etwas über einen Selbstmordversuch der Angeklc^ten -'weiß. Der Zeuge erzählt, daß er eines Tages in die Wohnung der Vnkobrankov-ics gekommen fei, habe sie sehr niedergeschlagen . vorgefunden, die Handgelenke waren mit «mein Verband umgeben und auf seine Frag« erfuhr e-c, daß sie sich in ditce ' Badeanstalt mit einer Nagelschere stark verletzt hätte, hierbei um gefallet: ttnd vom Arzt, der sie verbunden hatt-e, nach .Hause «gebracht worden. — B ors.: Was war die Ursache dieses -Selbstnrordvarsuches nach Ihrer Meinung? — Zeug«: Das Fräul-eii, Bulobrankvvics -befand sich damals, im April glaube ich, war es, tu der ärgsten Gennttöverfasjung. W hatte tagsüber wieder Auseinandersehnngen gegeben Wege:: ihrer schiefen Stellung, wie sie sagte. Bors.: Es -ist auch darüber. gesprochen worden, daß -Fräulein Bu-kobrankopics gemeint hätte, es Ware doch Widcrsinnig gewesen, die 'Tat gu begehen, um etwa in da» Geschäft hineinzukommen, dctm das t^eschäft ist damals schlecht gegangen. --- Zeit ge: Ich glaube, daß dem Fräulein, Vukobrankovics ganz andere Partien zur Bevs-üguug gestandet: Wären -wen,-', sie einen Ehtgeiiz in dieser Nichtnng gehabt hätte. P c rr e i d i ge v: Hälle sie nicht auch einauLkÜrmn-" liche -Slelluttg erhalteu. auch 'ichuc saß sie Fra«: Stülpnngel g/- ' Worden wäre? — Zeuge: G'-nnift- T4. Dezember IW SLr. 1785 Noch -einutol komiust der Zeuge auf ldas wlephömsche Äc» «sprach mit dem A-rst am 8. .Ful>i zu sprechen. Er mvmt, «er wisst es nicht genau, ob Fräulein BtikoboankovicS die Anragung gegeben hat, die Ldäensmiitel -zu bese-it-iaen. -und ob er auch mit dem Arzt über die LLegrärunung dieser veMchbigen Lebens' mittel gesprochen habe. Angotl.: Ich möchte hoch Herrn SttilpuaM bitten, sich au das zu «rimte-rn, daß ich ihn: 'dmnal? sagte, er mögt «die Lebensinitel wdgrüu-me-n. Z e ng e: Ich glaube mich r’,u eeiimern. Auge k-l. (heftig .zum Zeuzzeu): Sw wollvu es nicht sagen. Es ist ein baries Wort, aber a-n w etwas «muß -man sich -erinnern. Nun fottuui c» ,-vu cine-L äußerst bewegten Anseinandersesung zwischen oe-:>: Verteidiger und den: Vors: tz " n'd-e 0. Än-terj-uchungsrichter Dr. F-ischer, «der die Bor-nmersuchnng gegen- Milica Bukobrankovics geMr: lM, ist nänttich während der ganzen Zei! in: Saale anwüsend und macht sich stw: '.vicd.- -crbötig. -einige Ergänzuuget: vorzuibvingcn. Bert erdiger: Ich spreche mich -daaeg-tu aus, -e-aß der Horr llut-ersuchungsrichter i-urmer -aus -dea» Saale hervorspricln und Ergün.zungeu hier -macht. Ich bin «der Anschauung, daß hie: eine vollendete Arbeit vorlstg t, die nicht durch G edäch: n-i -st fetze» des 'Nn i ersuch-:! n g s r ich-: er s ergänzt werden kam:. Vor s.: Ich glaube, daß das ttwfetz -in keiner -Weife da-m . -verlern ist. Haben Sie. Herr ÄuwaU, -etwa Beden!'",! gegen die Person des Nntersuchungsrichters. — Verteidiger: stich: -im geringsten. — Vors.: Haben Sie ein^J-ntercss , daß die Wahrheit gefunden werde? — Ve rLc-idiger: Ja, ic!) . halte seine Person für vollkommen integer, Eber eS ist aegen das Gesey. daß eine Person, tzie wälst-eud der ganzen Lstrhan-d- «lung im Saale onwes-end ist, -immer wieder -aufstningi n n Lücken zu ergänzen. Der S t ua : s-a u-w a l 1 sprich: jLu; t ü r bk V-er-n>a -m-uug des ll N-W chlchmc-gs-r ichrc r s -aus.?t-uf Arnrag des Bert ei dl gers zieh: sich hierauf der Gerichtshof zur B e r a: -u n g über .die toeii-ere Z.ulassnng des ttn.i-ersuchungsr-ianer? als Zeugen zurück. Der Vorsitzende echtär: n-ach kurzer Be-rattt-ng des Gkr-ich-tstzofos, «daß beschlossen, '.oudde. weitcre Fragen an -den Ulucr-suchun-gsrichrsr zu stollen. Der Vo r s•? tz v u drichtet nn-u mehrere Fratze-u ui: che Ange-ttagt-., eie st-onstatierutzgeu outtz-e-ru?l?t verlangt. Die Bukabrankovics sceht oinrge A'.cgenbs'icke später -auf und sagt: Here Präsiden:, darf ich eine Frage stellen? — Vars.: An wen? Ängebl.: An Sie, Herr Vorsitzender: iw uftP«!.- n-n. eine einzige Frage stellen. Vors, zerstaun:): An. rinch'? Angekst: Iätvohl. Ich möchte -.tämt'ch fragen: Häng es mit drm A bd-a-n .ztlfannusn-, daß der Vorsitz e nd-e auch die Geschälte des '2-ra-a: s-a-n'wa-l-tg s hstorgt? iHrb' haste Heiterkit.) Ehe noch die Augeklagt-e ausgespr-och-enhat, Winkl der Hofra' Härdtl mit e--r H-aud ab und sagt: ,/Setzen «Sie lick." Die Mutter ale- Zeugin. Hietaus wurde die Mutter der Ange-klagian -vorgc-rtl-sen. D:-e A-ue-eklaa!e verläßt vochvr den Saal. All a r i e V f 0 b r a u 4o v i c s, «die 5'Whr-ige tüte der Milica, ist eine schinttke, hochpewachse-nc Dame, die in -e.te-’ aanter schwarz. / .-i'laitmng, mit haMttrzont PelMl-curtZ und -schivarzem. rundc-.u Vcl.chui vor die Zev-genharre tritt. Sie erklärt, anssagen zu wollen und gibt die Antworten mit ganz leiser Stiutme ab, so daß der Präsident sie den Goschworn-en wisderhott. V 0 -r -s : Fiel Ihnen feil Jänner 1922 dne B-ero-n-beru-irg bei Ihrer Tochter auf? — Z-e-ug -i n: -Meine Tochter ha-t, sch'- schkchr cf.'sgcsehet:, was ich für eiu-e Folge von Uebevar-boitu>ng kielt. Dann louv;-; es besser, späte: sah sie wietdrr sehr schlecht mir. Sie aß nichts an.der-w -als M-ilch und war -sehr nervös. Vors.: Wie haben Sic sich «denn mit ihr vertragen? - Zeugin: «Sehr gut, sie war immer ein liebes und gutes Kind zu mir. — Vors.: Wir finden es aber für l-kbl«oL, daß die Tochter allein das «el-caaute Zmt-mcr dewolMe, währeucdie M 0 i: e r i -na V 0 r z' tu m 2 r s ch l a s -a n mußte. — Z c u g i n: Ich bitte, das war nur meine Schuld. Ich wollte dsm armen K-in'd. dav so v:el ut-iMmacht batte, den .Är^u4 eines e-chenen Äohucamues nicht mhmcn. Aas Vrftageu des V-erteidigcrs -erklärt die ^st-ugiu, strtz L'-rlica sich für W-a h r s a g-r r-e-i stn'te-rcsfkrle, obcs-oich sie G immer wieder bestrittet«, bat. Ihr Vater ist an P-ara-lvs-e gestorv'n. D-esgle'-cd.-.-: ein-- H-a-!!d-schwerer d.'s V-c>.i-ers u-nd derctl üö-chtcr und ein Cousin, letzterer an Größenwahn. -- Verteidiger: Alst, die ganze Fannlie dtlrchseucht. Vors..- Ihre Tochter ist ein Siebenmonatk-ind uub ha alte Ätul-derkratckheii-en durchasm-acht? — Z e u g i -n: Ja. In «der Schule war sie imlm-er eitle der -ersten, sie war sobr f-lvißig -und Hot außerdem teicht -aufaeziaßt. -B cr te-i di gvr: Wie -etklären Sk es, daß dieses hoch begabte Mädchen ' zum zweiten 'Male im Schtourgerichtssaale erscheint? Zeugin: Weil sie!um£ ist. Verteidiger: In welcher Ar-r trank? — Zcua i n: Ist An Trieb nicht Kcaurheii? V -e r i e id ig e r: Haben Sic be-i^ Ihrer Tochter impulsive Handltittgen lnunerkt? — Zsttgin: Gewiß, sie gleich: darin ihretu Papa. Vors.: Er har den Eindruck -eines Blöchiinügen gemucktz. was man von Ihrer Tochter wohl nicht behauptet: kann. Zeugin: Seit einund.zwan.stg Jahren lebe ic't in Angst, das; Milica wie ihr Vater in geistige Umnachtung fällt. Wem: sie sich aufrogte, utcrkte ich, daß das rechte Auge ab weicht. E in -Bo taut: Frau Zeugin, tute war beim Ist-' Mann vor seiner Krankheit? War er auch so intelligent wie seine Tochter? — Zeugin: Nicht im entferntesten. Ein Geschworner: Der Zeuge Sckmeider «Hai uns gesag!, daß er in Ihrer Wohnung das Buch „Die P!ycho!ogi/ des Giftmordes" gesehen hat. Strnnni das, gnädige Fra»? - - Zeug i-n: In meinem Hause war das Buch nie. — V 0 n;: Ihres Wissens nickt, aber es war doch in Ihre nt Hanse. Dir Angeklagte gibt das selbst zu. Die Wahrsagerin vor Gericht. Die nächste Zeugin ist die G'.-aPl)ologft: miD Ehirouiami-u Marie -Meie r. du alilich-es Fräulein «in altmodischelu Kostüm, ttt-il mächtigem Hut, über den zwei große schwarze «Straußsedern 'weit hervorra-gen. Sie iä«>Wlt vor der Zeugenbarr-e herum, dreht sich neugierig nach allen,Seiten mit imd zeigt sich so vergnügt, daß das Publikum in st ü r m i s ch e Heiterkeit ousbricht. Ein Geschwornerst bittet den Vorsitzenden, Nn-he herzustettert, da mau sonst nichts versteht. Vors.: Sie kennen die Angeklagte'? — Zeugitt: Sie war einige Male bei mir, n-m sichIochrsagen zu lassen. --- Vors.: Warm? - - Z e u g t tt: So- -etwa vor vier Jahren, als mau von der cr-flctt Sache noch nicht gewußt hat., — jß ors.: Ist Ihne.: etwas an ihr ausgefallen? — Z en emt: Si«»- loar jo schrecklich zurückhaltend, gardz furcht-baic.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.