Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1733 (12.12.1923)
- Date
- 1923-12-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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€feite 6 Sßwn, Miitttvoch 6ben Hedkn in Moskaus AuS Moskau wird gemeldet: Sven Hedin, der auf der Reffe nach China hier eingetroffen ist, wird im nächsten Jahre Tibet bereisen. Er ist heute vom Minister des Aeutzern Tschitscheri« empfangen worden. * GaS- und Strompreise unverändert. Der Gemen-nderatSansschuß für die stabi'ffchen Unternehnruirge>n in seiner igejffcrlflen Sitzung die Gas- und Swonipreisie für die Ä'blese- Pevwde vom 16. bis 22. d. böstzmrmlt. Es bleiben die Praiße unven-ändert. * Ilnentaeltticher Arbeitsnachweis des Vereins Machsike Hadath. Der Verein MachsNe Habach. 2. Bez., Schbfsamtsgasse 20. 1>o-t eine unentzgeltsickx Arbeitsnachw'iKstelle evWnet, woselbst Mischen Arbeitslosen, ivslche an Samstagen und israelitischen Feiertagen nicht arbeiten wollen. Posten verschafft werden. Da viele Arbeitswillige vorgrrnprkt sind, )ver>den die P. T. Herren Csi-fs höffichst ersucht, sich bei Bedarf cm Arbeitskräften an den Verein w wenden. Die Amtsstunden dimer RaÄlvcisstelle sind jeden Dtmrta-si und Mittwoch von 7 Ä8 8 Mr abends in dw Kanälei des Vereins, 2. Skfi-, Schiffauttsaasie 30. auch das Vorstandsmitglied Herr M. Süß. 2. Be;., s^loMasse?, Tel. 49^3-83, >weift Arbeitskräfte M. Auch jedwede Gelegrucheitsarbeit wird gerne vermittelt. * Lhavukkah-Feier. Die diesjährige Makkabüevfeier der Zionistischen Sektion fiir den 12.. 14. -und 16. Bezirk, welche am 8. d. stattfand, nahm vor zahlreich erschienenem Publikum einen äußerst animierten Verlauf. Die Festrede des Professors Artur Freud und. der Mt d.'s Lichteranstirndens, welchen Dberkantor Margnlies b sorgte, leiteten den 'Abend in würdiaer Werse ein. Den kimstlerischen Teil 'besorgte Brrnaschaufpieter Fr!> Vlmn, der füdische Dichtunsten von Auckermann und Morris Rosenfeld trefflich dortrua. Fräulein Smetanas vollendete Wr:derg»be Grü-ufeldfcher, Chopinscher und Beethovenscker -Maviermusik fand lebbrfte Anerkennung, und Oberkantor Mu.rgulies errang mit seinem vo-rchtvolleu Bortrag indischer, hebräischer und deutscher Lieder stürmischen Applaus. -Der anschließende Tan; vereimgte die Jugend bis in späte Stunde. sNackfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Bereftre" find entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 43. guter und bMger Waren. Zufolge Vergrößerung der Geschäftsräume gelanarn im Kaufbaus B r ü d e r S ch i f f m a n n, 2. Be;., Taborstrabe 48. Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leiuenwareu. Bettwäsche, Regenmäntel sowie original englische Stoffe mr Damen und Herren in enormer Answahl zu unerreicht biffiaen streifen -mm Verkcnrf. Rachstebmd einige Beispiele: Prima Webe.pro Meter 11.000 K. 12.000 K. 12.000 S. 25.000 K. CSiffon „ Streifgradl..... Bett-euee . . Bettücher, 140 Zentimeter breit Matratzen gradl. Blaudruck ........ Etaminr in allen Fattberr . . Damenbemden. Damengarnituren (dreiteilig) . Seideniumver . Kretonbemden (für Herren) . Unterhosen.•.. 18.000 Tovercoats . 39.800 Hnglii'che Schafwollstoffe.. 45.''-^0 Regenmäntel . . . ..126.000 * AU« Sansfroner, rn?«n <m Cbvr: .Die beste Seife ist Kagor." 8.500 K 8.800 _ 14.000 „ 9.800 19.800 28.000 9.800 7.900 19.800 90.OOO 59.000 29.800 Setefne, Portriige und Versammlungen. Jugendverein Ahawath Zion, 2. Be»., Älockengaffe. Heute, *' 8 Ubr abends, Vortrag Prof. Dr. Wilhelm Stein. Thema: „Das Werden deS jüdischen Volkes". Gäste willkommen. — Verein TikvathJehuda, 9. Bez., Bennovlatz 1. Heute, präzise '/,9 Uhr abends, Literarischer Abend. Am VortragStisch Meister Ludwig Hart. Anschließend Tanz. — Zionistisch-akademischer Landesverband. Heute, 7 Uhr abends, Sitzung im Zionistischen Landeskomitee. 2. Bez., Taborstraße 20 A. — I Ü d ii ch e Tischgesellschaft Landstraße. Heute um 8 Uhr abends im Cafe Ilion ÄnSsprache über die jüdische Jugenderziehung. Referenten: Dr. G l a n z, Dr. S l a b e r. Gäste willkommenl — Der Bund Alt-Blan-Weiß und die Elternvereinigung des Blau-Weiß veranstalten Donnerstag den 13. d. um 7*8 Ubr abends im Cafe Metrovol- 9. Bez., Berggasse. Ecke Hcihnoasse, einen Elternab end. Referentiu: Frau Bros. Dr. Martba Hoff mann vom jüdischen Nralavmnanum. Vorder sinder eine Besprechung der Vertreter aller Elternverein irmngen zweck« Schaffung eine« Ellernbunde« für ganz Wien statt. Jnkolge de« Poststreiks ergehen die Einladungen nur auf die'em Wege. OesterreickischeS M u s e n m. Morgen. 7 Uhr abends, Vortraa des Herrn Gustos Dr. Richard Ernst: „Die Madonna de« Stefan von Sierndorf. Ein unbekannte« Hauptwerk bochaotischer Plastik in Oesterreich." Karten beim Portier, 1. Bez., Stubenring 5, und abends an der Kaffe. Urania. Heute: Großer Saal: *',8 Uhr! Schülervortraq: Miir^rrllviele. Jugenbwanderbühne (Hamburg). ') Ubr: Nanuk, der Eskimo. l/?8 Uhr: Dr. Josef Bergauer: Alt-Wiener Theater. — K l e i n e r S a a l: 7^5 Uhr: Direktor Karl Liebleitner: Deutsche Volkslieder für daheim und die weite Welt. I. 7.8 Uhr: Prof. Dr. I. S ch n ü r e r: Ter Mensch und die Bakterien. — K u r s s a a I: 7,6 Uhr: Regierungsrat Prof. Rudolf L a r i s ch: Unterricht in ornamentaler Schrift. VI. 7,7 Uhr: Architekt Prof. Otmar L e i r n e r: Von deutscher Baukunst. V. Ter deutsche Kloster- und Kirchenbau. 8 Ubr: Niederösterreich und das Burgenland. IX. Prof. Doktor Wolfgang Pauker: Tie Kunstgeschichte Niederösterreichs und des Burgenlandes. — KlubsaalrkUhr: VortragLlnrS. II. Univ.-Lektor Ferd. M a t r a 8. V,8 Uhr: Direktor Josef Neumai r: Faust-Leseabende. L e h r s a a l II r 8 Uhr: Ing. Josef M i e g l: Die Pft-ösinderei als Erziehungssystem. VI. Mikroskoviersaal: 8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. HaaS Leitmeier: Uebungen im Bestimmen von Mineralien nach äußeren Kennzeichen. Vlll. Urania-Bücherstube: Bon 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends geöffnet. Briefkasten der Redaktion. „Aiereu eideru" Wenden Sie sich mit einem Gesuch an die israelitische Kultusgemeinde in Karlsbad, welche in dieser Sache zuständig ist. — Ignaz XV», Ein Mittellosigkeitszeugnis ist unbedingt nötig. Sie erhalten «8 ohne viel Zeitverlust. — „Maolrabj." Nichts gezogen. — Zionist» Prag. Sekretariat ' r ' -‘r^, 1. B?'.. Wiesingerstraße 11. _Wiener Morgenzeituns»_ Bühne md Kunst. Wncham Morewski tat Film. Der bekannte jüdffchr SchMchplÄvr Abvahaar Morewski, denn Wiener PmtbMvm durch sei«« meistochafie DrchtelliuNig des Mn'vopoljvr ZaVdÄ m An—istir ,L)yibuik" vom Ga-MiÄ dec Wiluaer Truppe her ch: ibejster Erinnerung hat sich der FiiLndcn^tcllulrg sugÄnemdot. In dem jMschm FKm ,-Das alte Geisetz" der M DeM« «reift Ernst. Deutzisch, Maryavete Schile>ge'l «umd anderen bsdewtendou Schafuispielvm ftrtnMlsb.'Üt wuüde, gibt Morewski emen Rabbi, der feinen Sohn (Evnist Demifch) an das Theater verliert. Der Wbm fft »uch dadurch «interessant, daß ein Teil im Wiener Burtztheate« lfp'M. Jüdische Bühne. Der Gpi'e^m: für die wachsten Lage lMptot: Haute Mnbtwoch ,/Dse OpseriMg JffaakS". Dimni:rKi«g der SoMnerfvifche", ^wi-rag wAde Msutsch" (I.rüf. ÄwmSvvnlst>elllU'wa), SamSiag bis onEchl'beßlich Monbag ,^Jn der Svnvmeafrifche". Vergnüglicher Abend HanS Reimann. Hcvns Reinrann als venkUender En'.Hüller der sachsifchr:: .MeniaHtüt" von Dagmer über Friedrich Anvonsst -und >KäÄ May ibrz gnr Courths^Mahler bekannt qab üm S?.?effiansstral'r einen hergrmy-en Adens, dessen WAlaflpiha« schon deZhaiL vevpnÄKich war, weil «rann lEt ohne Zeramorrii.Ä des Himrors. mÄ dom sich Hu!>m<r.'!fton io gem i-n S',«ere iseAen, v« Sache oiUiny. Mt eugöj-Pich.w BoiiäiH'Nj?ei-t er,Mlte er von dar sächsischen Ge» nimitait und Mrlstriierte sie mi^ fairnen Gchchichtchrn. Werm er dann di-e Schauer «Kavl Marffcher N durch ein da -und dovt oiwoefftrisutes Komma Mvf Vas rich 'M Maß brachte und dm Schmel-', Couv!hS-Mah<^-Gichtima in Ton und Geste sichbor machte, war es -schon nicht mehr Äoß vevqnÜAlich, sond-mn ^Mn SchrÄm §rstsst«z. Es gad viel nnd wirMch Vevgnücftm V-rvfall. —tz. Fritz v. llnnchs neueste Bühnendichtmra. Im Darmistadt geianipde das um«? Dvaima U-nruhs. tvr auch dom Wiener P-'ftM'.M durch die der Dvomren ,/§i«n Gchchlecht" u-nd ,,PriwA S&rfidtat von Greußen" WRcimtf Kt,?jut lNranWhruw'g. ,-R ofengarvem" bejstxcht ou5 ffwöff Gilbem, ilst sbewso sbachs-iq -und schwer vealtäM>'.ch wie die an* deren Worbe Unvuhs, enMft <cher moste dichterische Schönheiten uin«d der Wurf des WsrA-?8 lmohnt wiederum an keimen geridren Äs Kleist. Der J-rchÄt, soffevn er sich faffm lätzt, ist »«waefälhr fo->?nder: Dietrich, der HM» des Stuckes. stlM^t ams vw Astt. Die Rister vom Ivl:<mn.rt1>ew>Ordem versonpvn, dast er aibschwovi, was er beischwomn hast: Arbckt für den Waltfoieden, Worchmacherer «und MswschrniSiÄe ÄS vbevsteS Gesetz. Da er dies wicht tom will, v-MLMfft «ihn die Feme ywm Tode. Sie «treffen «der imr bloß fckn WovL mcht chn seW. denn -statt seiner «wird sin cmdever erschossen. Gle-ichist er «Her em»?n andaren Gefahr «ntwowreen. Die Boffchewiöen wklanriaviM chn für sich mstd wo Den. daß ar de« letzten Schritt #u «ihnen Mit. Er beffvit sich «uch vcm diiefen FessÄn, denn auch ihr Mcmn Smm « nicht fei«. Ans dem Stür-mer und Dväreffer wird -ein eiresamvr Dichter. Das «?«« Merk wurde afuSgeqoichnet aEesAhr-t — oder dar PM«um stand -sinam SMnchaal von MistsÄn lgocpreülber. Der LebevÄavf eines JoermÄifte». In Berlin starb. 83 Jahre alt. der Ssreior des Vereins N?M««r Presse 8W»3f Elcho. ^cho. ein oiSiwtiifler Rhein«!»»-»«:, hatte «in bewvgteS ÄÄen hmbvr sich. Er «war «n ßeüvrr Iw^nd tn oi-w'm belgischen GißeMvevk, wutde ßpäterchi-n GoMaldi-MmPf« in Italien «und machte in AmenSa als RetiiverckNstior d«n Kv'og <tsg;n die lK<won!bÄtze-ndon Staaten mit. Später wurde er Schcrufpivler, bsdätiigt« sich dann orfo^voich otS Row^nfchviStfteller, dir er m Arfforvg der siehztzaer Jahve feine Laufbahn Ä4 Dheateckritiker «und FeviUivtomedatt«« üggaem. Er war Mtz'ebsnS vm «kfrechter Monn «pd stvcmnheypger Mensth »und wähnend schwer Jouvrealistonlsichr« eine Zioide Vak Journa- AsionjstawdeS.. _ A«r den Theotern. Deutsches Dolkrtheater. Sonntag de« lv. d.. V,S Uhr nachmittag», LeffingS Lustspiel „Minna von B a r n h e l m". Im Johann Strauß-Theater wird al» nächste Novität .Bajazzo» Abenteuer-, von Karl Bachmann inszeniert, zur Aufführung gelangen. JmWienerKomödienhau» absolviert demnächst Hella K ü r t y dom Theater auf dem Nollendvrsplad in Berli« ein kurzes Gastspiel in der Operette «Der Hampelmann. _ Gerichtssaal. Der Sylllemer Hakeurrevr-Feldzus. Bor dem ^Kreis^richt Kornendurg fand gestern die Verhandlung gegen fünf junge Leute, Mitglieder der nationalso^!«affstis<hen Partei in Mion, die an den blutigen Ereignissen in Ssiillern beteiligt waren, wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttä-igkeit statt. Die Beschuldigten, die auS der Haft voryeführt wurden, find Hans Strobl, Rudolf Eigel, Eduard Künast. Rudolf May und Leopold Koscher. Die Anklage lautet dahin, daß die fünf Angeklagten am 29. September d. I. in Spillern, und zwar Hans Strobl durch daS Komruando: „Borwärts! Habt acht! Feuer cfcet Sturm!" die übrigen Angeklagten dadurch, daß sie auf dieses Kommando scharfe Schüsse gegen politische Gegner abgegeben hatten, den Tod des Hilfsarbeiters Franz K 0 w a r t f und eine leichte Verletzung des Rudolf Wimmer herbeigeführt hatten. Der Beschuldigte Hans Strobl« welcher Anführer der Hakenkreuzler war, leugnete zwar, das erwähnte Kommando erteilt zu haben, wurde aber durch die Angaben seiner eigenen Parteigenossen überwiesen. Eigel, Künast und Koscher waren geständig, aus Notwehr scharfe Schüsse abgegeben zu haben, behaupteten jedoch, in die Lust geschossen zu haben. Der Angeklagte Rudolf M>ay leugnete, übechanpt geschossen zu haben, luirö jedoch durch das Gutachten deS SechverftäMgen überwiesen, daß aus seiner Schußwaffe Schüffe abgefeu<rt wurden. Die Anklage führt aus, daß das Vovgchen der Ange-kl-agten sämtliche Merkmale dcz Verbrechens der öffentlichen Gewalttät’ißfeit iraoe. Dir Angeklagte» haben au- Bosheit 13. Dezember 1938 _ Nr. 17» -handelt. Von einer Notwehr könne nicht gesprochen werdet da kein tätlicher Angriff der Gegner vorlag. Der Gerichtshof ist zusammengesetzt au8 dem Obe»« lastdeSgerichtSrat Dr. Sander als Vorsitzenden, dem £*w landeSgerichtSrat Dr. Wallner und dem LandeSgerichtSrat Dr. Nigg als Beisitzer. Die Klage vertritt der erste Staatsanwalt Dr. Dominger, als Verteidiger der Angeklagten interveniert Dr. Franz Blümel. Zur Derhandlrmg firch 30 Zeugen voryeladen. Um dveivvertel 1 Uhr nachmittags wurde nach AuS» losung der Geschworenen die Verhandlung eröffnet. Auf dem GerichtStksche liegen, in Rucksäcken verpackt, Stahlhelme und Gummiknüttel, ferner die Pistole, cucS welcher der rötliche Schuß gegen Kowarik abgegeben worden sein soll. Die Angeklagten sind bis auf den wegen Übertretung des Waffenpatentemit 100.000 K. vorbestraften Rudalf May unbescholten. Der Angeklagte Strobl schildert die Vorgänge bei der Dersanmüung der Ncrtionaffozialisten in Spillern. Die Sozialdemokratien seien gegen das BersanrmlunigÄMrl gestürmt. Darauf wurde die Versarmrvdrng nicht albgehalldeu und die Wiener Hakenkreuzler seien geschloffen zum Bahnhof marschiert. Unterwegs vnnden sie beschimpft und mit Stermn beworfen, und schl-i-r glich fiel in der Bahrchoffkraß«, wie der AngeklaHw sagt, ans den Reihen der SoziatdeMoSraten ein Schuß. In der davauffolyenden PanÄ unter den Nationalsozialisten seien einige Schüffe in die Luft abgegeben worden. Nrrn sei von den «Sozialdemolraten aus den Häusern geschosfeu worden -imid plötzlich sei Kovarik zusammen«gestür§t. Der Angeklagte will mich nichts davon gckvrißl haben, daß seine Kameraden bei rhwm Ansflug nach Spillern belvaffnet waren. Er leugnet, daß er das Kommando zum «Schießen «gegeben habe. Auch der zweite AngeK-agte Rudolf Eigel schildert die Vorgänge wie Strobl. Auch er hat nichts gewußt, nichts gesehen und nichts get«an. Selbstverständlich hat er auch nur in di« Duft geschaffen. In Ähnlicher Weise verantworten sich auch di« übrigen Angeklagten. Hieraus wurde mit dem Zerrgrnvechör begonnen. Der erst« JeaW ist der BÄrgerrneifter von Spillern Karl Gratzl. Er gibt an, daß er rm Gasthause plötzlich voin den Haken«kveuzl>wn umringt worden sei und daß em 16- oder 17Mriger Bursche mit einem Gummiknüttel ans ihn losg«- gega ngem sei. Daraus habe er die Gendarmerie verständigt, um di« BerftnmnLung zu schließen. Von der Schießerei selbst hat Bürgermeister Gratzl nichts gaschen. Der nächste Ze-uge Johann Kral, Eisenbahner m «Spillern, ist Obmann der nationaffpzialist-schen Partei in «Spill-ern, die 48 Mitglieder zahlt. Der Zeuge «gab an, daß die Wiener Nationalseyialfften unter dem Schutz« eines (Stertdarmerie^InstPstorS vom VerfanmiÄm-gslakal chzogen, während et noch Hause gehen wollte. Er habe plötzlich das Kommando: ,^>cklt! Kchrt euch! Feuer!" gehört, gleich daraus seien drei Schäfte «nchgeblltzt. Bors.: Ist von beiden Seiten geschoffen worden? — Zeug«: Das weiß ich nicht. Ich habe nur geseben, wie ein gewifler Schindelka, der vor einem Haufe gebückt stand, geschoffen hat. — S t a a t S an w a l t: Schindelka behauptet, daß er nicht geschoffen hat, daß aber Sie geschossen haben. — Dorf.: Wiffen Sie, ob das Kommando von sozialdemokratffcher oder von nationÄsozialistischer Seite erteilt wurde? — Zeug«: Das kann ich nicht sagen. Ich Hab' a Bissel Ehrgefühl in mir und will Niemande« beschuldigen. Auch die folgenden Zeugen bestätigen, daß der Schußbefehl von seiten der Hakenkreuzler gefallen sei und daß von foziÄdemokratffcher Seite keine Schüffe abgegeben wurden. Der Bertveter der Prwatbeteiiigten brache unter Berufung auf «ine Nottz in der ,/Arb-^evzeiung" vor, daß der Verteidiger Dr. BI« m «t rm Namen des Reichskommandos die zu dem Prozesse geladenen Zeugen seiner Partei kurz vor der Verhandlung in die Vereinskanzlei eingeladen und mit ihnen gesprochen habe. Dr. BlÄmel erwidert«, daß er wohl mit einigen Zeugen gesprochen halbe, diese aber in Liner Weise bveinftußt habe. Rach Einvevarchme weiterer Zeugen, Verlesung mehrerer Protokolle der gerichtlichen Gutachten Wer den Tod Kowarik» und deS Gutachtens der Schießsachverständigen, wurde da» Beweisversahren geschlossen. Dir Bngekfaote« sreigefproche«! Der StaaüSANvalt Hofrat Domingo und der Bert, freier der Familie Kowarik Dr. Blatt oppell^rt«m o<n die Geschwomen, sich bei Fällimg DerdUvon jeder PairteipolMk fem^chaletn «nd bszügff-ich säEcher AwMagten die auf das Bsrbrechrn der öfftnwichen Gewalttvt-igke'i't Mellte Hauptfrage zu bejahan. Der Tad «eines hoffm:nysvolle>n Knaben müsse eine SMne finden. Die Venoit'igcr Dr. Blüimel und Dr. Spielvogel führten aus, daß an dem Magischen, gewiß b ldave-olichev Tod des junion Kowa-rik nicht die NationalsoM'ilst'en, sondevn die So^ia'damokvaten und deven Terror schtckd sei-m und beantragt an Fwi» spvechmvg sämtlicher Angokl-agte-n. Rach e«instundiger Beratung verkündigte der Obm>anu der G».'s<^v»r«nen das Verdikt, «r-it welchem die erste aus das Verbrechen der öffont'licho» Gowatttatngkeit gestellt« Hauptfrage bezüglich fam-tzl-ichor A-nge» Sloyder «imt zchn gagvn zswai Stimmen verneint wurde, weiter eine zweit« HompHrage» lautand «aus die Uebertretnng gegen die körparüche Scherhoit, mit neu« gegen drei S'.immen verneint wurde und lediglich dtze bezüglich der Angellogt« May, Künast «mW Ei gei wegen U«bert»tmreg de» Waffe«. Patents gestellt« Frage einstimmig bejaht wurde. Diese drei AngeKagton wuvdan wog«: U«bertvebu«g de» Waffenpaldmts zu einer Geldstrafe von je hunderttausend Kronen vvvurteÄt, diese Strafe jedoch durch die Untersuchungshaft als verbüßt evstürt. Qm Übrigem wurdvn siimttiche Angeklagte freigesproche« «ch iiafoNt «enthaftet. mmmmmu üster?