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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-11 · Heft 1732 (11.12.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1732 (11.12.1923)
Date
1923-12-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien, DKMag YKachfolgerrde Rochen -iS zu der Rubrik Vereine" sinentgeltlich.) * Lmzinstitut Hermann Braun. 11. Bez., Reindorfgaffe 42, Haute moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abends. Bereine, BortrSge und Bersammlnnse«. Hebräer und Hebräerinnen, welche Inteufie für eine hebräische Bühne haben, werden heute zu einer Besprechung im Saale deS hebräischen Klubs, 2. Bez.. Taborstraße 1, 7 Uhr abend», eingeladen. — Zionistische Kulturgruppe. 20. Bez., Karl Meißlstraße 6. Heute, V»8 Uhr abend», AuSschußfitzung. Donnerstag ",8 Uhr abend», LiteraturkurS. Samstag 5 Uhr abend», Geschichtskur». — Zionistische Bezirkssektion Leopoldst o d t. Heute, 8 Uhr abend», im zionistischen Landeskomitee, 2. Bez., Taborstraß- 2vs, dringende AuSschußfitzuna. — Zionistisch- BezirkSse^Lion Vl/vm. H^ute, Punkt 8 Ubr abend», Vortrag Dr. Max Bernhardt r -Der Jndenknigge"; Philipp Hoffmann t Erzählungen; Fräulein Ada Hubrich-Bart, Sängerin; Rudi Bacher. Humorist. Vorhergehend Wahl der Parteiratsdelegierten. Erscheinen der Mitglieder Pflicht! Urania. Heute: Großer Saal: 5 Uhrr Die Besteigung de» Mount Everest. */,8 Uhr: Kart I. Luther: Bergsport. Skilauf und Natmgrnuß. — KleinerSaalr V*6 Uhr: Tr. Fritz Schulbof: Platzfurcht. '/»8 Uhr: Univ. Doz. Dr. Fritz Hauer: Die Farbenkinematographie und ihre optischen Grundlagen, III. — Kur » saal: '/,7 Uhr: Die astatischen Kunstkreise, IV. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Glück: Westasieu. 8 Uhr: Hoftat Dr. Anton H a n d l i r s ch: Bau der Insekten, III. — Klubsaal: '/,6 Uhr: Dr. Josef Z « t h : Einführung in da» Gitarrenspiel, M. »/,8 Uhr : Dr. Josef Zuth : Lied und Gitarre. UI. — L e h r s a a l III: 8 Uhr: Hoftat Ing. Josef L S w y : Grundlagen der HochfpannnngStechnik, V. Bühne und Kunst. Raimund-Feier im Burgtheater. (Veranstaltung der „Coneordia".) .Fläntzr aus der RaimundM" nennt sich die anmutige musikalische Revue von Johann Strauß, mit welcher der Abend emgeleitet wurde. Vertraute Raimund-Weisen sind in die Ouvertüre verwoben. Dann, statt eines Prologs, das Genrebild „In Guten st ein" von E. Karlweiß. Man steht Raimund sozusagen in der Schöpferstunde, und da dort oben cm Ruheplatz mit der köstlichen Aussicht auf die geliebte Gegend, Willi Th-aller Äs Raimund, Platz nimmt, einer der wenigen Erben Mtwi-nrer MenlschenduanL, wird es einem lesdjt, sich in die Raimund-ZMzuMckzuL-räumen. Es folgte dann — die Ouvertüre hatte darauf vorbereitet — ein Potpouri aus Raimundscher Dichtung. Freilich ist säuberlich auSemanderzuhalten, ob Johann Strauß über Raimund-Weisen phaMaq'ivrt oder ob am Burgtheater ein Quodlibet Ramnerndscher Szenen geboten wind. Es wäre vielleicht würdiger gewesen, den „Barometermacher" (oder etwa die köstliche „gefesselte Phantasie", die man einmal mit Ettlinger und der Wiesenthal sah) endlich dem Burgtheater zu gewinnen und e» wäre wohl eine Aufgabe der „Eon-oordia", solchen Gewinn zu vermitteln, statt die Verantwortung für ein Raimund- Quodlibet zu übernehmen. Immerhin. Es waren Rrimund- Szenen und der Abend bot manche Ueberraschung. Daß die SensattanL bedürftigen, die etwa den Sackt be>i der ,^Kbei,nen Konditorei" in großer Toilettencinstnachung füllten, surch Abwesenheit glänzten, war auch eine und man empfand sie nicht einmal unangenehm. Eine große Freude war der erste Akt des „B a r ometermachers". Blonde Romantik und nachdenkliche Parodie, sanfte Traumewi u>nd schbagenlder Witz schlin-gar in dieser Jonberposte einen entzückenden Reigen. Mozarts „Zon-berMte" und Offenbachs ,/Orlphsus in der U-n-ter.vÄt" sind hier gleichsam zu einem Kunstwerk gebunden. Frau P i n k ö s d h, sehr aufgeräumt, macht alle guten Wiener Geister lMrvig und Herr Häiufsermann Äs Dutu P ein überaus lustiser, niit lLlück pnrod'ereud-er Beherrscher der ZauÄermsol. Dianka G1 o s f y weiß ihr Couplet ausgrzerch« net zu pointieren und Herr Wa-wra als Barometermacher kann sich sebeu lasse:-. Nicht minder die Inszenierung Franz Hewerichs. Dann folgtztn Szenen aus dem Repertoiüstück des Burgcheawrs „Der Bauer a!ls Millionär" und der dritte Akl aus dem „Verschwender". Mit Freude melden wir, daß Loire Medelsky nach vielen Abewden des Unbehagens als Rosa im „Verschwender" wieder die groß« unvergleichlich: Mcdelsku war. Und wenn wir unterstreichen, daß Herrn Hvbling im einlei-enden Ge'.'rebiD die Rolle des Menschewse-Mrr s durchaus glückte, so ist wohl gestattet, den Wunsch zu vermerke::, er rnöge den Flottwell nicht spielen. Außerordentlich im ersten Brück und in den folgenden Bruchstücken Herr Straf-, nv, voll Verdienst di« Herren Mayer« Hofer, W a w-r a uud Hu f>er. (sin äug c >shrnd. Doch, daß im Burglheattr aus Anlaß iiwir Rair.'.U:'.".Feier statt Rai"-und- Klänge ein voller prier :sta>iimiUnd-Al<ord hätte LrÄi-ageu müssen, -bleibt .wohl iU.Nibtstrieten. O A. .PotafÄ und VMNEer" ü: der PrsSer. Wche. Nachtvorstellung im Carl-Theater. Die Nsw-Dorker jüdische Firma „Pottasch und Perl- «irutrer" hat sich nun, nachd:m sie im Stadttheater nicht hatte reüssieren können, in der Pmtevstraße etabliert. Die Chefs sind jetzt Herr Lackner und Herr Sima. Bei-de recht ergötzlich, besonders Herr Sima hat mit kühl-streitsüchtigem Temperament den mundartlich ,LSvstemmacher" genannten Typus ausgezeichnet getroffen. Sein Kompagnon, gaivz in Fett der biederen Denkungsart getaucht, hat einige Mühe mit dem Tonfall. Das dürfte sich geben, in der Pvaterstraße läßt sich das erlernen. Ganz und gar Genius loei Frau Helseh als Pobajchens pokernde gBfeiteg Morsen-ettims. " Gattin. Sie ist geradezu auf di« Bühne projiziertes Eavl- Theater-Parkett. Ueber diese Sphäre hftvaus künstlerischer Höhepunkt Lina W o j w o d e als müdenzeichnendeS, schließlich in die Firma ehnherratendes Fräulein Goldschinidt. Herr Jwald gab einem New-Porcker Advokaten einige Züge penetranter Gevissenheit. Da8 nicht allzu zahlreich erschienene Publikum nahm den leibhaft abschnuwenden Gang der Ereignisse mit Verständnis innigem Behagen auf und schluchzte gerührt, wo von der bevorstehenden Pleite ans edlen Motiven die Rode war« S. S, Sotto Rekmamt. (Misch- Biihl»., Das jüdische Ensemble in der Tabovstrvhe gibt jetzt den schr amüsanten Schwank ,Hn der Somanerfrische" und Jona Reißmonn, der unvergleichliche Komiker, tragt ihn. Er spielt einen Ehemann gesetzteren Alters, der das Unglück, ein böses, zanksüchtiges Wevb fein eigen zu nennen, mit einer Uebevlegenheit trägt, di« für den Zuschauer einfach nicht zu ertragen ist — so kräftig wird er nämlich immer wieder von Lachkrämpfen geschüttelt. Dom alten Sokrates Haff seine Weisheit Wer die Jahve hinweg, die er neben Fantippe verbringen mußte. Jona Reißimann hat in diesem Stücke zwei Helfer: Das Fläschchen und die Schadenfreude. Sein liebevolles, freudig erregtes . Duett mit den Gläschen, wenn ihm das Gezanke der Alten über die Hutschnur geht, ist in den hundert Variationen, die Reißmann ungefucht findet, unsagbar erheiternd. Und die Aeußemng seiner Schadenfreude wirkt m ihren Steigerungen auf die LachmuSkeln des Publikums einfach katastrophail. Durch eine Kette von Verwechslungen (zum Exempel) erhält die 'Gattin einen LiobeÄbriof, der einer jungen Schönheit M, und in welchem die Vorzüge ihrer Körperlichkeit gepriesen werden. Man muß nun Reißmanns stummes Spiel sehen und in seinem Antlitz das Gemisch von Verwunderung, soufzendom Besierwissen und barbarischer Freude über die baldige Enttäuschung des närrischen Liebhabers, während er in recht weitem Kreise um seine bessere Ehehälfte hevumgcht und sie betrachtet: Auch der Augenblick, da ihm eine Abfindungssumme angeboten wird, wenn er in die Scheiduivg willigt, ist einfach zum Schreien. Die Novität wird flott gefpieÜ, ist von Direktor Deutsch — soweit es der Dühnenevsatz gestatlet — vortrefflich inszeniert und manches Mitglied des Ensembletut sich durch bemerkenswerte Leistungen hervor. Ganz besonders Herr Waldberg und Frau Weißberg. Fräulein Markowa verfligt über glänzende äußere Orralrtäten, vergreift sich aber im Ton. Sie hat keine Kokotte von Beruf zu spielen, sondern ein frisches, freies Ding, ein Blitzmädel, das Kr jeden Spaß zu hoben ist, aber an beftirmnten Grenzen Halt macht. O. A. Konzerte. Paul von K len au, der schon manchen Beweis feiner schönen Begersterungsfähigkeit und seiner sicheren Dirigententechnik erbracht hat, blieb auch Beethoven» „Missa ScklemniS" an Schwung und Klarheit der Linienführung nur wenig schuldig. Der Chor der Singakademie sang mit erfreulicher PräzWon, die Philharmoniker stellten da» Orchester, Lotte Leonard, mit ihrer noch nicht ousgereiften aber vielversprechenden Sopran stimme, und Hennine Kittel, die Herren Gallo» und Mahr waren ein vorzügliches Soloquartett, Herr. Malrecker spielte mit Innigkeit, nur mit viÄ zu materiellem Klange, da» Biolinsolo. Die Aufführung schien gründlich vorbereitet und doch spürte man nichts von dem gewalttgen Feuergeist, von der dramatischen Kcvmpffttmmung diese» einzigartigen geistlichen Chorwerke», das schon in den ersten Takten mit knappen Trompetenstößen eröffnet und immer wieder bis zu den Kampffanfaren des „agnuS bei" die tragischen Konflikte des kämpfenden und leidenden Menschen ausschöpft, der mit seinem Gotte ringt wie Jakob mit dem Engel. Nicht ohne Grund hat Beethoven über das Ende der Meffe, die ihn gleichzeitig mit seiner „Neunten" beschäftigte, die Worte gesetzt: „Bitte um inneren und äußeren Friedens Kapellmeister Klemens Krauß ist mit der Tonsprache Josef Marx' wohlvertraut und so darf man anrvehmen, daß seine Auffassung der .Herbstsymphonie", die er schon mehrfach mit Erfolg dirigierte, Anspruch auf Authentizilität hat. Auch diesmal fand das Werk eine gemischte Aufnahme: Der Fachmann weiß seine Vollsaftigkeit, die poetische Idee, die reichen Farben und die satten Melodien zu schätzen, der Laie erschrickt ob der riesenhaften Dimensionen, der U Übersättigung und der Aus- und Abschweifungen in klanglicher und mottvischrr Hinsicht. Immerhin ist es erfteulich, daß das schwierige, an Erfindung reiche Werk sich im Konzertsaale zu behaupte» vermag und wachsendem Interesse begegnet. — Im Konzertverein dirigierte Ferdinand Löwe, von schwerem Leiden kaum hergestellt, voll nimmer müden Pflichtgefühls Bruckners „Dritte" mit schwachen physischen Kräften und um so höher einzuschätzender seelischer Anspannung, welche den Künstler im Dienste Anton Bruckners niemals veÄäßt. Altnmster Mattia Battistini wurde in seiMM ausverkauften Konzerte mit südlichem Enthusiasmus gefeiert. Er sang — abgesehen von der Ueberflüssigkeit einiger Schumann- Lieder in italienischer Sprache — fast durchwegs italienische Opernarien, mit j^nem wunderbar vollendeten Kunstgesang, der gleich dem großen Stil des heldenhaften Wagner-Gesanges immer seltener wird. Fast ohne Unterbrechung rechte sich Arie an Arie, eine D'raufgabe folgte der anderen, unermüdlich faszinierten die Tonfarben und zuckenden Rhytmen, sprühten die Temperamentsfunken dieses bald siebzigjährigen Troubadours, mit dem vollen Herzen und der sieghaften Stimr.ke eitles Dreißigjährigen, der auch ohne lveiße Handschuhe ein Kavalier der Tonkunst und vielleicht der letzte Ritter deö italienische« KunsigesangeL bliebe» flb. 11. Dezember 1923 Rr. 178» Ein neuer HoffuumnSthal. Im Deutschen VaMcheatee ttnrd ein nktzvor Einakter Hugo Ho^fmannSthals ^Movmdo", qm Uvcmf.fÄhruwg qeibanqsn. Dve Hanptrvlle iist Mexanlder Moi'ssi Wgeldacht. Die DichbMg soll noch tat Degsmiber -in Stzerre gchen. Für die -weil« Makkabäa-So-ivee Mgunsten der notLMewden Juden DmiWandS. vi-e am 25. d. in dm Sodihmrsäle» unt-er d m llHvenipro>t>e>V!ovat Gr. Mnwürden, deS Horm ObertKS&fe'iiwer» Prost Dr. H. P. Chaje» statchmde-t, fömzn dir Mt» emnäßiig'ten Preis «tÄgilich van 7 dis 10 llihr «albend» im Cqfe aKüder dsS S. C. H^ir-MaWckbüa ihre GbntrittsLarten Mn «fl«»», 8. Bqz., Amengaffe, bchebm. Auch wenden dortifeAlst Ddudentenkavton «mrSgegeA.m. „Die Truppe." das mtiet Lavinmg BvvtaG Viertels Ssnde BeÄliincr EWSmdle, wiwd in Witz.» em Gastspiel abivren, «und zwar vowuSsichMch «im Ranmund^DbSÄt-'«. ppe" wird «andaram Haim'smrS „Vom TemM gchollt". Küsters „Re-benenurnder" -und M«ufW .Mngenß und W> Frenndin k»:dnrbondtt Männer" uüffühven. Am de« Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, *2) t« Fahrt 1 n » Bla « e". Akademietheater. Morgen, %8 Uhr, a D stärkereBand". In den Kammerspieleu findet morgen (Mittwoch), 10 Uhr, im Rahmen der Nachtvorstellungen die deutsche Urauft Mrung de» dreiaktigen Schauspiele» e d a" von Anatoli KamenSky statt. Die Titelrolle spielt Warwara Kostrowa (Staatliche Theater, Petersburg. DolkSoper. Heute „HoffmannsErzLhl« n g e n". Morgen (Mittwoch) „R i g o l e t t o". Johann Strauß-Theater. Samstag den 22. d. gelangt „Bajazzos Abenteuer", Operette i» drei Akten von Ludwig Stärk und Adolf Eisler, Mnstk von Michael K r a u ß, zur Uraufführung. TheateranderWien. Heute 25. Aufführung der Oskar SttcmS'schen Operette „Die Perlen der Cleopatra" in der Premierenbesetzung. Im Renen Wiener Stadttheatrr findet die letzte, gleichzeitig hundertste Aufführung de» Melodrama» „DiewunderlichenGeschichtendeS Kapellmeister» Kreisler" Sonntag den 16. d. statt. Von Montag den 17. bis Freitag den 21. d., an welchem Tage die Novität „D a 8 W e i b im P u r p u r" von Jean Givbert zur Erstaufführung gelangt, bleibt da» Theater geschlossen. Im Raimund-Theater beginnt nächsten Dienstag Max Pallenberg febte für zwei Monate in AuSficht genommene Tätigkeit in der deutschen Uraufführung de» Lustspieles „D i e D a m p f m a s ch i n e" von F. X. Svoboda. Al» zwette Rolle spielt Pallenberg Molnar» „L i l i o m". Die Inszenierung beider Stücke leitet Dr. Rudolf Beer. Apollotheater. Tie heute stattsindende Premiere der Operette „D e r s ü tz e Kavalier" von Leo Fall beginnt präzise 7 Uhr. Cerichtssaa par Bolksbeveivungsamt. Der Direktor der Wirtschaftsstelle des VolksbeAeÄnlngKamtes RegierungSrat Hugo Frankfurter ntä> der Kaufmann Kommerzialrat Steinhauer sind, wie seinerzeit berichtet wurde, im März dieses Jahres zu dreimonatlicher Kerkerstrafe, und zwar Frankfurter wegen Ge^chenkannahme, Steinhauer wegen Verleitung zum^M iß brauch der Amtsgewalt. Gegen das Urteil brachten beide die Nichtigkeitsbeschwerde ein, weil nach Ansicht der NichtrgkebSbe>schwerdewerbLr der objektive Tatbestand der vom Erstgerichte angenommenen Delikte nicht vorliegt. ES wird de8 Näheren in den Nichtvgkütsbeschwerden angeführt, daß Regierungsrat Frankfurter crlS Direktor der WirtschaftSstelle des BoKsbelleidungsamteS nicht als öffentlichlicher Beamter zu qualifizieren sei. Der oberste Gerichtshof als Kcissattonshos entschied nun gestern in eintägiger BerhaMung, daß das Urteil bezüglich beider Angeklagten auf zu heben und die Sache zur neuerlichen Verhandlung an die erste Instanz zurnckzuverweisen sei. Die Entscheidung wurde damit bi's^rändet, daß zwriseilo» sowohl Frankfurter wie Steinhauer Beamte waren, die Geschäfte der Regierung! gU besovgen hatten. Allein der Kassationshos fand das Urteil lückenhaft sowohl in der Frage, ob die Beschnödigten sich des Amtscharakters bewußt wareu, wie bezüKich des subjektiven BerschrrldenS Fmniksurter in der Frage der Begünstigung StomhauerS. Der Spillernrr KrieKMg der Hstksnkreuzlsr. Die Nuttaerr Ereimmsse von Spillern Äs Folge eines Ausmnmem'toße» Möschen soziaGemokvatischen Avbeiltern -und Wi-'ner Hakenltreuzbern, w«l-ck>en ein Arbeiter qu-m Opfer fiel, werden hmir vor dem Korneulbuirger tKveiS^richt als Schwurgericht verhandelt. Anläßlich ciiner für den R. Scytember im Gaschaufe Kotter in Ctziillern geplanten von nationcrlfsM'istiisckien Ovtsangchsvigerr hatten sich in Gt>illern etwa 30 Wiener Hattnlkren^kr eino-rsimden, nm eine svenckuiell« Störung Ku vechindcrn. Auf dc-m O-^mwege der Wioner, NalionMo^ialisien kam es vor dem Mchntnffe in S^illern Zwischen letzteren und den Solzm^rnokraten gu einem Zufmnrncnstoß. Aus den Reihen der ist geschsossenenn Zrrqe^ marschierenden HakenkreMec erscholl ein Kommando ruf: H r l t! K eh rt euch! Feuer! U>rr.in'ftieU>ar danarrf dachte eure Ssöve. der Witte der Sozialdenrokr-attu tmrr-den fftvei Arbeiter Miroffen, daonnt-sr -drr 17'iähriVe Fckbr rl'sa vberrer >rvang Kow<irik t öbl ich. Wer den rövlichen. Schnß ahMeueck hatte, konnte nicht eruier! tverden. Des Resulat der Untersuchung wuc. daß gegen si'urs Eestuucn, Ll-ng'-hörige der naiconalksstÄMschen Partei, und )frc.ox sMen den cklchhrigen, Spanglergrviffen Hans Strob', ferner aogrn Rndalis Ergel, A Jahr« alt; Mmarh St ü n a st, 17 Ich«: Ät. .^dolf May, 21 Jahre alt und den 21jährigen Le^old Koscher we Anklage wegen Verbrechens der i>sienrlichet: GevMLtattmen Erhoben wurde. Den Vorsitz in der Verltandlnng. die flir Kvq Loge anbernmnt ist, führt Ober'landesjstrrchtsrat Dr. Sander. Die Anklage vertritt der eilte StaarSanwatt Hofrat D o m i n a o. ES sind zur Vechcmdlimg 36 Aeugen au» Spille«! und aus Wien vorge'laden. Seiten» der Polizei und richte» sind umfassende Borbehrrmgen zurAuf recht Hatz t u ng der Ordnung iw und vor dein GevtchtssM getvofft» Mtorden» aiiMitaiiMi

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