Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1729 (7.12.1923)
- Date
- 1923-12-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Dezember 1923 ^et>2 ö Wien, Freitag Wiener Morgenzeituns. Nr. 17LS Oevsnld. Natuckburschonhaft frisch, mir schöner Beflissenheit Bravour Herr T r e ß 1 e r in Rolle des ToustslssthAerS. Freilich fft er -mchr douvschcr Iü>nHl'iny ols mevi- Amisthes WÄ>dwest-Wut, das diesem rmgoKMen Fanmerssohn und Rebellen wohl zu eigem sein -muß. Eine Meisd'vlvistiurvg Mario Mayers die Mutter des Teufelsschülers. Shaw, der -s-emen Bühnenfiguren R-vKieikemerckung-n, dora-usfchickt, die den SchaulfpiÄevn das Leiben smior machen können, nennt diese Frau .Hervorragend arrmngvnchm" mrd chavccktoriisi-ert ihr galliges Frömmllertium «lifo: ,Dre ist von nngbaMich widerspsnstrg-.'r Hingebung in den Willen Gattes." Man ermesse die Kunst der seinen, herzhaften, edel-anmutigem KünsÄerim daran, daß sie den Forderungen des Dichters durchaus entspricht. Und der Kenner weiß zu wütigem, welche iirbrivnistiige MmMerische Arbeit am W.'rke war, bis sie sich diese Gestalt abArxmg. Herr Dev r iieni steht in der berühmten Rolle des englischem Grmerakls, der so ziemlich der «nmutvgste Raffonnenr und Sloganteste Zyniker m ^aws Werken P, dom Dichter nicht im Wge. Dos bedeutst sehr viel — aber noch lange nicht alles. Doll Verdienst di« Herren Siebert, Pranger und Huber, allzu farvft und gebändigt Frau Aknay. Hertorichs Regie hat Chna-tor. Sie rechnet nicht damit, daß die Lente ans der Schnibank die Bürgschaft" auswendig lernten. Otto Abelrs. Konzert des Hakoah-Vrchdster». Am 17. d. um 7 Uhr abends findet im Neuen Saale der Hofburg ein Kammerkonzert des vollständigen Hatoalh-Orchefbers unter der Leitung des Herrn Prof. S. Braslavsky und unter Mitwirkung von Frau Dr. Lotte Meczes (Gesang) und Frl. JAa Steiner (Klavier) statt. Programm: Händel: Concerto gwsso G-Moll; Mozart: Klavierkonzert A^Dur; Dr. E. Münz: 3 Lieder mit Streichquartett; Hahdn: Symphonie Nr. 27 D-Dur (Londoner). Karten zu 5600 bis 25.000 K. im Sekretariat der Hakoah, 1. Brz.. Diesingerstrahe 11, rafc Buchhandlung Lowit, 1. Beg., Rotenturmstraße 22. Glucks Wiederauserstehen. Im Stuttgarter Opernhaus wurde Glucks Oper „Alkestis". welche im Jahre 1767 in Wien yrr Uraufführung gelangte, in der neuen textlichen Bearbeitung von Professor A Ir« 11 (Berlin) herausgebvacht. Die Gesangschöve und insbesondere der Tanzchor schlugen ein. Der Abend stand auf bedeutender künstlerischer Höhe. Es wäre zu wünschen, daß auch Wien sich an der Neubelebung Meister Glucks beteiligt. Beethoven-Abend in der Urania. Im Rahmen musikhistorischer Sl8-Abende findet Samstag den 8. Dezember um halb 8 Uhr aöerHs im Kleinen Saale der Uvania unter Leitung Pros. Artur Barensfeld ein Beethoven-Abend statt. Theater und Politik. Reuter meldet aus Mexiko: Wegen Ausweisung einer aus Mexikanern bestehenden Theaterarlchpe aus Venezuela sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und Mexiko abgebrochen worden. Ei« bemerkenswerter Vortrag über Cardocei. Die Berliner italienische Kolonie bemüht sich gegenwärtig, die kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland zu befestigen. Zu diesem Zwecke wird eine italienisch-deutsche Monatsschrift „Cultuva" herausgegeben. Auch eine Reihe von Vorträgen findet statt. Großem Interesse begegnete ein Vortrag des italienischen Botschafters Graf Bosba'ri über den italienischen Dichter Tardueci. Der Botschafter erwies sich als gründlicher Kenner der italienischen und deu:schen Literatur und wußte seinen Bortvag sehr mtevessant zn gestalten. Nur de« Theater«. Staatsoper. Wegen Indisposition des Herrn Kammersängers Slemk gelangt im Operntheater morgen (Samstag) um 7*7 Ubr abends statt der angekündigten Vorstellung .Der Prophet* zu erhöhten Preisen .Die Königin von S a b a* zur Ausführung. — Fräulein Lotte Lehmann ist erkrankt. An ihrer Stelle hat Frau Schumann die Mieaela in „C a r m e n", Frau Achsel die Elsa in „Lohengrin" (Sonntag) übernommen. JmRedoutensarl wird morgen (SamStag) »m '/,3 Uhr abends als Vorstellung der OperntheaterZ zu ecköhten Preisen „DerBarbiervonSevilla* aufgefithrt. Burgtheater. Morgen um 2 Uhr nachmittags .FlachSmann als Erzieher". Abends um 7 Uhr .ö i e s i r a e". Akademietheater. Morgen um 7,8 Uhr abends .DiekletneKonditore i". V o l k S o v e r. Hrute „DerBarbier vonSe- Villa*. Morgen (Samstag) um 7,3 Uhr nachmittags „D i e Entführung aus dem Gerat l". Abends ,T r ist a n u n d I s o l d e". Corl-Tbeater. Samstag den 8. b., 7,11 Uhr nachts, findet im Rahmen der ständigen Nachtvorstellungen die erste Aufführung der dreiaktigen Komöoie .Pottafch und Perlmutter* statt. Scnnstaa nachmittags um 7.3 Uhr gelangt das Kindermärchen mit Gesang und Tanz .Schneewittchen unddie sieben Zwerge" bei kleinen Preisen zur Aufführung. Sonntag den 9. d., nachmittags 7.3 Uhr, rät dir Leo Falttche Operette .Der s i d e l v B a n e r" mit Ernst Tautenhayn in der Titelrolle in Szene. . Johann Strauß-Theater. Die Sängerin Marie E s ch e r von der Berliner Staatsoper wurde für die nächste Novität des Johann Strauß-Theaters verpflichtet. Im Raimund-Theater beendet Leopvldine Konstantin morgen (Samstag) und übern:argen (Sonntag) als Lona Ladir.ser in dem Lustspiel .D e r S t a r" ihr diesjihriqes Gaslspiel. Dienstag den 11. d. gelangen Hauptmanns „Die Weber" zur Darstellung. Mittwoch den 12. d. wird Slings Lustspiel „Die Erwachsenen" mit Willy T h a l l e t wieder ins Repertoire ausgenommen. — Max Pallenberg beginnt sein diesjähriges Gastspiel im Ratmunb-Theater Dienstag den 18. d. im Lustspiel „D i e D ampsmaschine* von F. T. Svoboda, in der deutschen Bearbeitung von Robett Michel. Dieses Werk erlebt gleichzeitig seine deutsche Uraufführung. Wochenspielvlan desDeutschenBolkSt h e a t e r 8: Samstag den 6. d., nachmittags l/,3 Uhr r „D e r Pfarrer von Kirchseld", abends 7 Uhrr i e I ü d ttn von Toledo" (König Alfonso r Alexander Moifsi, Rahel: Maria Orska). Sonntag den 9. d., nachmittag- 7,3 Uhrr „S a p p h o", abends 7 Uhr: „Die Jüdin von Toledo" (König Alfonso r Alexander Moisii, Rahel: Maria Orska). Montag den 10. d., abends 7 Uhr: „Der Arzt mit Scheidewege* lLouiS Dubedatr Alexander Moisii). D^Stag, Donnerstag und Samstag, abends 7 Uhrr i « Jüdin von Toledo* (König Alfonso: Alexander Moisii, Rahel: Maria Orska). Mittwoch den 12. d., abends 7 Uhr: .Der lebende Leichna m" (Fe'ojci: Alexander Moisii. Freitag den 14. d. abends 7 Uhr: „H a rn l e t* (Hamlet: Alexander Motssi). Mitteilungen aus dem Publikum. ^... " .. s 277. Knustanlction tob C. i. Wawra Wien, III., LothrlnirerntmMe 14 Versteigerung von Gemälden moderner und alter Meister Miniaturen und Kunstgewerbe aut dem Nachlasse von zwei Wiener Sammlern und PrivatbesCtz sowie Bestände aus dem Nachlasse des Malers F» Eybl Dienstag den 11. und Mittwoch den 12. Dezember ab 3 Uhr nachmittags im Saale der Kunsthandlung €. J. Wawra, III* Lothringerstrasse 14 Besichtigung daselbst von Samstag den 8. bis inklusive Montag den 10. Dezember 1923 von 9 bis 6 Uhr ciA9izi^iscnTuci Josef Ehrlich l ROTGASSE3 * MODERNE TÄNZE Kultusu, Justiz-Talares. Barette erhalten Sie vorrätig «der nach Maas bei der bekaantea Spedalfirna RUDOLF GOLDSTEIN, SSÄ"-'*?* firouts Lager feiner Stoffe fflr Saiibu'eihtagon Tel. 48-6-29 WIEN, H. TABORSTRASSE 54 0*«r. 1866 Fiiipp König1 größtes iileirferiiiiiis der uestileben Bezirke XV., Mariahüferstrasae 1V9 bietet die grüBten Vorteile m ANZtGE RAGLANE Winterröcke K ESO bis 1400 K 350 bis 1400 K«50b:slS00 Prtiie li Tiimino Pelzsakkos II Separate ManabMilnaf /, Peirraglane WWWWWWUbkorgoa, ffeivttag, d« gsaum Tag geSUaet WDWWWWW Wiener KomöbienhauS. In der am Samstag um 7,3 Uhr nachmittags stattfindenden 1000. Aufführung des .S p e r r f e ch f e r l r* bringt Liktor Hsim im Rahmen der Gesellschastrszene dir IN. Bildes unter Begleitmw von Direktor Max H e I l m a n n Wiener Lied« von Robert S t o l z und Leo F a l l zn« Bortrag. Apollo theater. Heute, morgen nachmittag» und abend» .DerfideleBaner", edeussSonntag nachmittag» und abend». Gerichtssaal. Kaisers SrMlaaae«. Der RekgionSweÄler ÄS Kuttuscmgestellter. Gestern fand vor dvm Richter des StDafbeFivkSgevichties 1 (ObeÄüMSgevichtLvcrt Dr. Bencsch) btt Bechcmldlwvg über eine Klaize statt, wÄche Gememderat Dr. Äeopvkd P'ko s chk e s gvgen den Be-armten >v."r isvaslttilsch-en KidlbuSgomencke Richapd Kaiser a-nMtrewgt hatte. Es hcmÄel'tt sich mn den von Kaiser in einer sozialdemokratiischen VWerwevsaitmnl'uaag erhobenen Vorwurf, Dr. Plaschkes hckde s-ilogm, er sei cktn imvpertinowber, infamier LLgner. Der von Dr. Oskar Treb itsch vevteidiyte Gchch«Üdngte gab den Borivuvf btt Lüge, be-iehulNysweÄse der bewußten U«- wcchcheit zu und erbot sich hierüber zmn WohvheitßibeweiS, «vdsm er anfichrte: Dr. P'atschves habe im Ichve IWv.cmlatzlich der Wahlen in dtt KuLtusysmemde bei evner Versarnm- Lung erMrt, er werde sich für dir anstMtdiige Bssogwin-g vc<r GemeindeanychtMon einsetzen; als jedoch zur Ostern 1808 für diese gerechte BesMuang d.-r Streik prvKanriert wuÄ>», habe Dr. Waschtts pechö^ich gegen diesen Streck Sttllmrg gekommen. Hievaws erwiderte Dr. UaqchTes sofort, er halbe im Jahve 1680 p^wsönilich tmd nam-ens semer Pavtei guigchagt, für die «awständitze BesM.:m>g der jüdischen Gemeindeangest-ellton za wirken. Obwrchl seme Pawtti bei den Wcchlen ttr der Mmderhnt blieb, haben er rrnd s-c-iirr Pavb.'iyenossen erreicht, baß die KuiltuSgemeiusoe umter dem schwirr iysten fttr-rmMellen VerhÄtn'issor zunächst den ReiligionÄehvevn und dann auch den Wrjgen Anigestellben di»? auito'm-at'ische Glsichstellunig rruit dem Angestellten der Gemeinde Wien gswähnte. Damit sei den berechtigten FoSderungen der Angeisttüterschast R-echnirmg gttvayen worden. Beim Streck iw Märtz 1683 habe es sich aber bctw«t gehandM, daß die Gememdeantzestelld n dtt unibevechtigee Fvrdevwmg aufftellten, um 311 Prozenit mchr an GchaLt zn bekommen als die Amgestellten der Gemeinde Wien. Den $ut Durchs'tzung dttser ^orderm-mg eingetleitetem Streik haben PrivatawkiaHer und seine Parteigenossen bM-mpft. da sie mx berechtigte Fopd-evunyen un>t-eos1ützen, wicht auch umborechrigte n.nd frivole. Der Beschuldigte fiihrte Werber au», Dr. PLc^chLes habe im Cafe ReichShoj während einer WähierbechmsmLiq» |s den Natioiralrat»wählen behauptet, daß die KulbuSangslstelkt« da jüdischen Gsure-mdr bcfft-r gestellt seien ÄS die Aivgesdeltte« der Gemeinde Wien und daß alle AngÄstellben seinoL Wisse«» Zulagen bekommen, und pm anlüUich der jüdischen Feiertage, welch: vtt Angestellten der Gemeinde Wttn «ich erhalten. Der PvivattmiAÄger stellt« amtn Beweis, daß tatfächich gnSa 46 Prozent der Angestellten, vor allem die KuktmSangestellten, Nebeneinikünste habem, welche dem Gehalt gileichkommen oder chn noch wes«Mich übersteigen, daß sein und seiner Pavteiyvnoflen Kamips gegen diese unwürdig Wirtschaft seit Jahren fruchblos sei und in der letzten Zett — knapp vor dem Gelingen — von den soziaLdemakvätisch ovgcmisttrtc« Angestellden, darmrdtt dem V.schuldügten, verhindert, beztehunysweise veryetteLt wurde. Es sei <nlch richtig nnd Werda bewiesen werdm, daß die anderen Anigestellten anlätzliich verschiedener Feiertage ZuL-agen erhalten haben, >weilche dvn Awgestellten d.'r Gemeinde Wttn nicht zuckamon. Dr. PlaschkeS habe auch, wie der BevreidvgLr weidsr anSfühvte, bei einer VerjvimmLung davon gchpwchen, daß die Herren Gomemdeväte Be rm a nn' nnd Dr. Grün aattatzlich der Universitätsska^baile «Inen Drinylichkeitsantvag feiner Partei verhindert haben. Er sei von Berman« zur Rede gestellt worden und habe dies geleugnet obwohl es wahr gewesen sei. Dr. PkaWes erwiderte, er hckbe in einer VertswmanMNg bei der „Schäle" und auch in anderen Dersamim>bunyen tarouf hingewiesen, daß der sozialv.mtvkricrtische GemoindwrtskbuL Dringiichkertsan'tvwge der jüdischn Gemvenndevät« g.yr« die HaGvickrou^er nnd AntitfomÄenbüM-?r «ich uMersertigen wollt«, und an dmn Vongehen der Gomeinderät« Benmann und GrünsÄd Kritik geübt, die während der Wahl ails P><M»dejuden auftraten <wnd frischer nichts gegen die H^enikvenzfler und für dtt Urvtevfer'iiigunig der Dr iniglichke itsemwage getan haben. Den Namen d.L Gsmeinderates Dr. Goün halbe er vivmatS im WahAampt tzenaunt. Kaiser bracht« auch vor, Dr. Plaschlkes halbe in einer Berjammplunig in der Konigsegga.ss« im Jahre 1860 erklärt, daß Gameindevat Bermaam die gionistisch KuLtuSkandidaiMiste rmtspsttützen werde, «und das sei wich wahr gewesen. Hier-wuf pellt« PvivatanAager unter Bpwe'is, Bevnlonn habe nicht nur «rülävt, daß er persönlich -und seine engeren Fnvtlnlde die zionistische List« wählen, sond rm auch nachträglich vor Zsuzen versichert, daß er dies« Liste gewählt habe. Schli«hlich bchauHt«t« Kaiser, PrivadanUager habe in eintt Bersammvung im Cafe Reichsholf erzählt, daß g.'-me-insom mit Wahlaufrufen eines Komitees von Religionslehrern und AujliduSgomeiwxdeamten auch ein Zettel verttÄt worden ft.ii, worin di«. Wähler EfgesoMri werde», konfessionslos zu werden. Dadttrch habe Dod'or Plaschkeö das Ansehen der ReildgionÄehrer henahgesetzt .und die Bchauptu.ng sei unwahr gcwksen. Dr. PLaschbes entg gnete, er habe dttlse BchauptiMlg allerdinys authAchellt, und zwar in einer Vevstmmriung. in wacher m Gegenwaut der Dovsitzenden von Bers<mrmilimigS'teiruch'ner-n knapp vor Beginn somer Rede Vi« beide« Ze>tb< mit dem Bemerken überreicht worden seien, daß diese jetzt gameinsam ansgeteilt werden. Gr habe evKürt, es sei nicht bloß nneckhdr:, von den jüdischen RelMmSlchrevn und den Mischen GomeirrdeanyestelL«, einer Partei anguychöreu, die pvogrammgemäß di: GlultttSgomeilnde zerstören müsst:, es sei auch eine Dummheit von chmn, durch Werbwng für di« Konfessw'NAlosigkeit d-r Juden sich den Ast abzutsäyen, aus dem sie sitze», denn irur so lange es Juden gibt, cvuS der KtcktilZtmnemde nicht ausgetreten sind, -arm eS eine Exiist/nMvögiickckeit fiir jüi^ische StekvgiorÄchver und Mifcke Gemei-ndeanHchellts geben, in: ülbrigm sei es höchst bedeMich, daß Mische Extern ihre Kinder von solche« Lehrern Mvterricht.er lassen müssen. Am Durchsührrmg der beiderseits awgebotemn Beweisanträge wurde die BerhanAuug vertagt. Wir sind fthr nerrgttriig, wie sich die AnMtelltem der Kultusgomomde aus der Afiäre ziehen werden., di« ihnen Kaistt emgebroSt hat. Der wackere Mawn, der bereits Jude, dann Protestant Augsburger DokeunitmsieS, dann konsefsionlo» war und jetzt wieder Jude ist, als m:S dem Judentum AnSgervetEr « Dienerstelluny Aur KultnAgameinde kam und jetzt Beamter ist, der feit dem Jahve 1W0 nack^monid.^ Iwwist und jüdischer Mandatar, dann Kormnrinist und jetzt enragttrter Sozialdemokrat ist! HaLon dies« Herren Pick, Kaiser :md Gonosirn noch nicht genug an dem WährhütSbk'weiS bezügkich chxer „Taten", den wir ihnen jüngst erbracht haben!? Wie la«ge wird der KwltuÄvorstand diese Herrschaften noch duldeu?1 Der liebe Adolf. Frau Katharina St. ist 23 Jahre mit ihren: Neben Adolf verheiratet. 26 Jahre sind eine lange Zeit, inttb eines schönen Tages mußte Frau Katharina zu ihrmn Leidwesen entdecken, daß ihr lieber Adolf onf verbotenen Liebeswegen wandle. Adolf hatte sein alterndes Herz der Fvau Anna L. sieschenkt. Als Frau St. von den Johannistrieben ihres Gatten Kenntnis erhielt, giuq sie hin und klagt« die glückliche Nebenbuhlerin wegen Ehebruchs. Gestern trafen sich die drei vor dem Richter. Die Geliebte des Herrn Adolf spellte jede Schuld in Abrede. Es sei rickstig, daß sie Herrn St. einmal deö Nachts bei sich empfangen habe, der Gmnd aber fei nicht der, den die beleidigte Gattin annimmt. Gott bewahre. Sie habe den lieben Adolf nur empfangen, um ihm einen Deidenjumper. den sie mit Adolfs Gelde aus dem Versatzamt ausgeläst hatte, p: zeigen. Daß dies« JnnilpervOchti« aung — vielleicht hat Adolf auch noch etwa» anderes dabei besichtigt — ausgerechnet in später Nachtstunde stattfiwoen mußte, wollte dem Richter nicht flul ein!suchten. Es kamen übechäupt merkwürdige Dir:ge zutage. Die Zeugen, erzählten nämlich, daß Adolf bei der Frau L. zu jeder TagrSitnd Nachtzeit au» und ein ging, daß sie von chm nicht anders, als von „ihrem Adolf* sprach. Da Wolf aber vorläufig noch seiner Gattin gehört und das Beweikversahren die Nichtigkeit der Anklage bestätigt«, verurteilte der Richter die Angeiklagte zu 1» Tagen Arrest. Der liebe Aloolj aber wird nun reumütig wieder in di« Arme der Gattin (iurückschrei: trud sich wieder an Hausmannskost gewöhnen müssen.