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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-07 · Heft 1729 (7.12.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1729 (7.12.1923)
Date
1923-12-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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■I Wiener Moegerrzettrrng. 7. Dezember 1923 Geil« 8 M. 1729 Wien, FreUäA __ sammlung 234r ölttdj Zwi Kann«: Dr. Heinrich Äiewe 60. — Klosterneuburg r Robert Erber 60. — Kulturgruppe XX: durch Lacher 820, Kwuzah Ebawerim r Saurmlungen 183, durch Raphael Mersel 138, Zionistische Sektion „Proter* r Minjan Gerstl LOOO, Verband russischer Studenten r I. Schereschewskh 80, Stockerau r A. Groß 686, Zeirei Misrachi r Sammlung beim Vortrag Dr. Goldmann durch Friedler-Teitelbaum 263, Zentrale r Edmund Spitzmann 3260. Dr. Kindler 300/ Moses Schwager 200, Dr. Kantor 1tz0; Sektion Zwischenbrticken r Sammlung durch Chaim Kallmann 218. Richtigstellung zu Ausweis Nr. 1: Kulturgruppe XX (Lacher) statt Feuerstein 70, 121. * „Der eherne Besen." Mir haben wiederholt Mer das SalKuroer antffemilstche Hetzblatt „Ter eiserne Besen" berichtet, besten Herausgeber, ein gewisser Sepp Koller, im Arrtisemitenbund eine führende Rolle spielt. Er verband sich mi^ antisemitischen Kauften ten und gab in deren Auftrag das Matt heraus, baß nebst der Ritualmord- und Bopkattzb-tze. Men die Salzburger Mischen Kaufleute sn der schamlosesten Weise Klatsch und Tratsch aus dem Privatleben angesehener SalHburaer Bürger verbffen lichte. Koller sammelte höchst persönlich für diese Sudelzeitung Inserate und wandte dabei Praktiken an. die schließlich sogar eine-m DalKuvger arischen Kaufinann p bunt wurden, so daß er Koller ganz öffentlich als Betrüger bezeichnete. lieber diesen Sepp Koller, der sich zeitweise auch in Vien herumtrieb und in Hakenkreuzilerversammlunigen als Redner austrat, schrieb seinerzei: der Wiener Schuldirektor Karl Daniel: „Sepp Koller ist ein Streber, der trotz seiner Anrüchigkeit auf Kosten anständiger Menschen, die er verleumdet. hinaufkommen will. Sepp Koller ist und war ein Dieb. Sepp Koller hat statt einer zwei Unterstützungen genommen, Sepp Koller behält s i w widerrechtlich die Uhr eines anderen." Das „Alldeutsche Tagiblatt" warf ihm seinerzeit eine anrüchige Vergangenheit vor und schrieb, Koller ist mit Mcksfch am seine bekannt gewordenen Daten politisch und überhaupt tot. Nunmehr scheint er es in Salzburg doch zu arg getrieben zu haben, denn seine engsten Parteifreunde, die Nationalsozialisten, halben ihn jehi fallen gelassen. Sir veroftentli^en in den Salzburger Müttern eine offizielle Erklärung, daü sie mit ihm nicht 8 mehr zu tun hoben wollen. Ob damit bieftS Mu'st-orstilck eines antisemitischen Hetzers endgültig erledigt ist. mag dcchm gestellt werden. Es ist immerhin anzunchmen. daß der anrüchige Herr Koller bald wieder in irgend einer Stadt des Berglländerbundcs auftauckt und daß man ihm die Mittel ge-ben wird, sein schmutziges Derleumderbandwerk fortzusetzen, wenn er nur weiter seine Imircheklüb>-l über die Juden ausleert. Sepp Koller möge.den österreichischen Antisemien erhalten bleiben, er gehört wirklich zu ihnen. * Kesselexplosion in einer Schokoladefabrik. Gestern vormittags um 9 Uhr ist in der S ch i ch t s ch e n Schokoladefabrik in Kagran eine Kesselexplosion erfolgt, die ziemlichen Schaden stiftete und bei der eine Anzahl Arbeiter verletzt 'wurden. Dies sind: Der 28sahrige Konditor Johann Prutz, Mähringer Gürtel Nr. 122 (Verbrennungen im Gesicht), der lllsähriae Hilfsarbeiter Josef Hruby, Maurichaasse 30 (Verbrennungen am rechten Arm, an der Achsel und an der rechten Wange), die 33jähriae Hilfsarbeiterin Köche Pamesberger. Leopoldauerplatz 45 wohnhaft (Verbrennungen am Nacken und Quetschungen der Schulter) und die 24iähriae Hilfsarbeiterin Käthe Boborowa. Morelligasse 15 wohnhaft (Verbrennungen am linken Ohr und Quetschung des rechten Unterschenkels. Die Nettunasgesellschast leistete allen erste Hilfe und brachte Prutz ins Spital der Barmherzigen Brüder. * Die Verhaftung des Prokuristen Kaufmann.. In der vorigen Woche halben wir über die in Iicin erfolgte Betzhaftung des in Wien ansässigen Pwbnristen der Wiener Wollwaren-A.-G.. Ernst Kaufmann, berichtet. Seine Verhaftung erfolgte unter der Beschuldigung, daß er große Betrügereien begangen habe. Das Einschreiten gegen Kaufmann, der in der hiesigen Kaufmann sw eli sehr bekannt ist'und bei der Firma eine leitende Stellung inne hatte, erregte in Wiener Geschäftskreisen großes Aussehen In Wien ist über die anaMichen Betrügereien Kaufmanns nichts bekannt und seitens der Firma wurde erklärt, daß die Betzhaftung wM nur auf Grund irriger Anzeigen und Informationen erfolgt sein könnte. Seither befand sich Ernst Kaufmann beim Gericht in Iicin in Haft. Bon dort ist er gestern nach Prag eskortiert und dem dortigen Gerichte übergeben worden, das nunmehr die ordentliche Untersuchung wegen der gegen ihn erstatteten Betrugsanzcige führen wird. * Von der Pollzeidirektion. In der jüngsten Zeit sind einige wichtige Veränderungen in leitenden Stellen der Wiener Polizekdirektion erfolgt. Der ehemalige Vorstand des Sicherheitsburcaus Hofrat Dr. Bruno Schultz wurde mit dem Titel eines Polizeidirektors ausgezeichnet. Der provisorisch mit der Leitung de Zentrolinspektoralcs der Sich:rheitswache betraute Hafrat Wladimir Tauber wurde definitiv zum Zentralinspektor ernannt. Hofrat Dr. Karl Paul, Vorstand des Korrespondenz-Bureaus, wurde zum Revisor der Bezirks-Polizeikommissariate ernannt. Zum Vovstand des Stvafregisteramtes (Evidenzbureau) wurde Regierungsrat Alois Sailer nnd zum Vorstand des Redaktionsbureaus der bisherige Stellvertreter des Bezirkslefters des Kommissariates Landstraße Hofrat Dr. Karl Kleeka bestellt. * Fünfuhrtee der „Spitalshibse". Am Frei'og und Sonntag findet in den Räumen des asten Hotel Bristol (Speifrfaal) ein Fünfuhrtee des Wohstätigk-eitsverelnes „Svitalshilfe" staft. * „B'ne Zion." U-uter diesem Namen hat sich vor kurzem eine Gruppe junger Leute acbUdet. die sich zu Palästina. Siedlern vorbereiien wollen Die B'ne Zion werden aber nM nur sich selbst dieser Botzbereitnug für Palästina widmen, sondern auch andere jamqe Leute heranziehen, d'e künftigen Siedlern bei der Verwirklichung dieses Strebens behilflich sein wollen. Den Zielen der jungen Gruppe sollen die berei 8 errichteten Kurse für Htzbräifch und jüdische Geschichte u. a. m. dienen, zu denen noch Vorträge und Uebungen. die die praktische Vordere ilung auf das Leben in Crez Israel und eine genauere Kenntnis des Landes vermiiteln, kommen. Di« Grupp« steht prinzipiell auf dem Boden des Metzes reuen udentums. In.dankenswerter Weife hat die Zionistische ezirkssektion für den 9. Bezirk und besonders ihr Obmann Herr Oberrechnungsrat Weiner, den B'ne Zion Lokal im 9. Bezirk, Liechtensteinstraße 11, Tür 18 zur Verfugnnp gestellt. Dort finden jeden Sonntag von 4 Uhr angefangen die Zusammenkünfte der Gruppe statt, bei denen auch Anmeldungen entgegengenommen werden. * Die österreichische Landesorganisation der „Tarbuth". Am setzten Dienstag erfolgte in Wien die Konstituierung des provisorischen Komitees der österreichischen Landesorganisation Tarbuth. Ter Landesverband/der «in Glied der Weltorganisation Tarbuth darstellt, wird sämtliche hebräischen ^Organisationen und Kulturinstitutionen in Oesterreich repräsentiere» und sie in eine ständige Verbindung mit der Zentral« der Tavbuthorganisatio-u in Berlin bringen. Nach einer em« gehenden Aussprache, an der Herr Dr. Nchum Goldman« als Vertreter des Berliner Bureaus teilnahm, würde folgendes Ko,mite,; gewählt: Oberrabbiner Dr. ChajeS. Präsident; Dr. Isidor Marguliü 8. Vizepräsident^ Z.' D i e s« n a r u ck. Sekretariat; außerdem atzljören dem .Komitee noch die Herren Dr. B a r o n, Dr. G «lv er, M. G ro ß ackd MoseS R a t h an. * Einführung der elektrischen Straßenbeleuchtung. Im Voranschlag der Gemeinde stür dar Iaihr lstS4 wird V« elektrische Btz?c«ucht>mm von 97 Siraßen in Wien, die bi'kh'r Gasveil«,uch!lun.a hattzrn. vorgcheitien. Darunter boftndon sich di« Landrsgerich'-Zstraß.', liniere Au,gair!VnlstvLß>e, Dabar'tMß«, Lgsalleistvaße, llngangasse, EtMvug.ristoaste, InvailDmstraß'e, Zollaimtsftvaße, Prim Tugcn,stvaße. Schönbvulnnevstvaße. Rechte WienstrA«, Wiedner Haiw^traße. Gnmpeudorf rstzvaße, Lerchm» fe-'dcvstraße. NaubcmOgt'el, Lmzerlstwße, Sechslhoaü'erstraß«, Mäuz'traße, MariahWepstraße (14. Benirl'l Im 20. Bazirk die Klöstern luiburgatzstra ßc. Wgll^steiMvaße, Rnusschetzstraß«, Stromistraße, DreWrerst''aße, MavchtfÄ!d^tzcaße nnd die Jägerstraße. * Die vebernahme der Südbahn durch die Bundes» Hahnen. Die Sülbaihn wird .am 1. Jänner kommenden IahveS in den Bairitzb der B>undeslba!hnsn überirommm. lieberncchn'S'ko^'mnissär wutzbe der biShwige konrmrnzielle Viqepräfidem drc DundeSbabn-dtrekrion Wien-West Dr. Desoher bestimmt. Er hat vor allem den Abbau, beiziehuMSwefte die llobevßi'Ärung des SüPba'bnpevwnals irr den BuindtSbahndienst durclMlfühvn. wird sich also vornehmlich mit Personalfragen zu beschäftige« haben. Der admin-Üslratide BiqrpMdent der Bun-deSbahnüireftion Wien-West Dr. Niedermofer, der sich brsh'r den Personalfragen zu befchast-iigen hatte, tritt von seinem Posten '^nvück. * Die letzten russische« 5triegögesangenen. Die ch'malmen rusiitschen Krieg Sasfanperen. die sich noch im der öftoveichilschm Rchuib'bil außhal^n. werdm aiU'-meM'am aepaacht, daß der letzte Termin zur Anmekdum Kr die kostenilos« HeiimibesöitzderMia nach Rußland stM Mitbeiilung der bevollmächtiigten Vertre.t".vm der Union der S. S. R. in Wien am 31. d. Mäuift. bis m dinsam Tag» müssen di« Anm^Du,ugm bei der genannten Dertrebung, 8 Deg, ReiSnerftvaße 45-47, eiinlicm»m. * Warnung vor AuSwandernna nach Porftwal. In der letzten Z«i^ macht sich eine starke Abwanderung Mischer Arbeiter aus Polen und Deutschland nach Portuaal bemerkbar. Zulosoe der von dort ein treffenden Nachrichten, ist die Lage derseniaeu. die bereits dorthin aus-^ewandert sind, außer« ordenftich krftisch. Es gibt keinerlei Atzbeitsmoalichkeiten und auch keine Orgt'tzisotivn. die den Ginwandernden iroendwi« mit Hffte oder Rat zur Seite sichen könnte. Cs wird daher drinaend abgeraten, nach Portugal auszmvandern. (I. T. A.)^ * 60 jüdische Zeitungen in Polen. La«r offiziellen statistischen Ziffern erscheinen cnft dem Gebiet« der dolnisch-n RepMik 60 Zeitunaen und Zeitschriften in jüdischer Sprache, darunter 41 im früheren -Kongreßpolen, 13 in Gwlizim, der Rest in den anderen polnischen GchietSteffen. * Für die Vollendung von Ben JehudaS hebräischem Lexikon. Der Vorsitzende der Eliezer Ben Ichuda-Vereinigung, Eckonel F. H. Kisch in Ierusalenr. hat einen Aufruf zur. Sammlung eines Fonds für die Fertigstellung des von dcE verstorbenen hebräischen Sprachwtzscher Ben Jehnda begonnenen und unvollendet grlasienen hebräischen Lexikons er» lasten. In dem Aufruf wird mitaeteilt, daß die Manuskripte für weitere drei Bande vollständig und zur Veröffentlichung reff und daß Ben Icihuda auch da8 Material für die beiden letzten Bände, die den Mstbknß des Lexikons bringen sollen, brntenlasten hat. Die Vereinigirng sieht unter dem Protektorat Sir Herbert Samuels. Dr. Ch. Veftmanns und der Herren Professor GinSburgh (New-Oon). Prvfestor Margolis (Phi'la» despbia), Profestor Sobericheim (Berlin) und Man N. Adler (London). — Ein sonderbarer Fall von Telepathie. In Derbindung mit dem Tode des Araber Fabrikanten Markus Weiß in - Budapest hatte, wie aus Arad gemeldet wird, sein sich in Arad aufhaltender Sohn eine sonderbare Erscheinung. Der Fabrikant starb in Budapest an den Folgen einer Operation um hckvb 4 Uhr morgens. Ebenfalls um halb 4 Uhr morgens erwacktte sein Sohn, Ludwig Weiß, da er einen erstickenden Ehloroformg.'ruch verspürt«, der sein Schlafzimmer erfüllte. Die. Lust des Zimmcrs wurde von dem Geruch so schwer, daß Weiß aufstand, um daS Fenster zu öffnen. In demselben Zimmer schlief aber noch jemand, der von dem «kalten Lnjftzug erwachte und Weiß fragte, was er tue. Weiß sagte aufgeregt. ob denn der Schlafgenasse den drückenden Eliloroformqeruch nickt fühle? Die Luft war gb:r vollständig rein. Mittags kam das Telegramm an. in dem dem Sohn mitgeteilt wurde, daß sein Vater um halb 4 Uhr morgens an den Folgen einer Op.'ration gestorben sei. (Nachfolgende Notizen dis zu der Rubrik „Verelue" find entgeltlich.) * „Mikado Kassee-Melangen" in plombierten Paketen mit Rabattmarke sind die besten. i * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Dez.. Reindorsgaste 42. * Eröffnung eines rituellen Bades (Mkwah) in Favoriten. Eine der heiligsten Pflichten, die das jüdische Religionsgeseh der jüdischen Frau vorschreibt, ist die zeitweise Benützung des rituellen Natoes. Bibel (3. B. Mos. Cap. 15) und Talmud (Traktat Niddah) weisen emdringlichst auf die Erfüllung dieses Gebotes hin. desien Ausübung zu dm wichtigsten Obliegenheiten der jüdischen Frau zählt. Don diesen Motiven geleitet machte sich in weiten Kreisen des gesetzestreuen Judentums das Bestreben geltend, in Anbetracht der zwei für großstädtische Verhältnisse unzulänglichen Institutionen. ein« Vermehrung derselben womöglich in desi äußeren Bezirken in die Wege zu leiten, ein Projekt, das aber der enormen Herstellungskosten wegen, trotz vielfacher Bemühungen nicht verwirklicht werden konnte. In dankenswerter Weise haben nun Herr Wilhelm Rosenfeld in Wien, 8. Bez.» Florianigaste 28, u. Ko.. Besitzer des Favoritenbades, 10. Bez., Gudrnnstraße 165. den Wünschen dieser Schichten der jüdischen Bevölkerung Rechnung getragen und einen Teil ihres mustergültigen und mit allem Komfort moderner Hygiene ausgestatteten Bader für diese Zwecke zur Verfügung gestellt und diesen unter Beobachtung der religionsgesetzlichen Vorschriften unter Leitung und Aufsicht des ehrwürdigen Herrn Rabbiner- Mayersohn zu einer Mikwah umgestalten lasten, die nicht bloß rin Notbehelf zur Entsprechung des religiösen DM'rrfnisses ist, sondern auch gleichzeitig alle Annehmlichkeiten eines modernen Bades bietet. Die Eröffnung findet Sonntag den 12. d. statt. * Der Humanitätsverein der Trehitfcher in Vien veranstaltet im Hotel Continental, 2. Bez., Taborstuaße, Ecke Praterstraße^ eine Silvester-Feier mit vorzüglichen Vorträgen und Tcntzkränzchen und ladet alle seine Fremide und die gesamte Landsmannschaft hierzu ein. Karten im Vorverkauf äu 25.000 K. bei allen. Vorstandsmitgliedern und beim Obmann Spiva, 7. Bez., Siehsnsterngaste 1, zu haben, an der Abendkasse 36.000 K. Die Veranstaltungen dieses Vereines erfreuen sich immer «ineS regen Zuspruches. Vereine. Borträge und BersamMNWM. Die Zionistische Frauenorgauisation sürdie io n * » fr « * r t * veranstaltet SamLtaa den 8. d., 8 Uhr nachmittags, im Festsaale „zum grüne» Baum 6. Bez., Mariahilferstraße Nr. 66, eine große Kindes C h a n u k k a h - F e i e r, zu der alle Kinder dieser Bezirk» herzlich eingeladen werden. — Handelsvertreter unk Kommissionäre Fachsektion im Gremium der Miene; Kaufmannschaft) Samstag de» 8. d., '/»8 bis 5 Uhr nachmittags, im Klublokal des Caf6 M ü l l e r, 1. Bez., Schottenring Nr. Wahlbesprechung für die ordentliche Generalversammlung. -* Verband zionisiischerStudenten auSRuß, lan d in Wien. Heute, l/s8 Uhr abends, im CafS Kampta^ S. Dez., Spitalzaste 26, Besprechung des Delegiertentages dm „Judäa". Referent r Koll. Lifschütz. Gäste willkommen. Urania. Heute: Großer Saal: 6 Uhr r Dn Beisieigung de» Mount Everest. i/t8 Uhr: Elsa, Berta, Martha Wiesentbalr Kammer-Tanzabend. — KleinerSaal! '/,8 Uhr r Privatdozent Dr. Rudolf A l l e r 8 : Erkenntnis unt Beurteilung des Menschen. II. — Kurssaal: 6 Uhr> Eugenie B o r m a n nr Die Philosophie beS Leibniz. l. ft,7 Uhr'» Hofrat Dr. Max D a n c s a: Geschichte der Stadt Wien. IV 8 Uhr r Dr. Robert K l v m a k r Einführung in die Asironomtc vil. — Klubsaal: ft,6 Uhrr Hausvorlesung. Leitung! Univ.-Lektor Ferd. M a t r a 8. 7*8 Uhrr Probleme der Philosophie. XII. Dr. Egon Oberhummerr Das Wesen de, Metaphysik. — L e h r s a a l li: 6 Übr r Hofrat Ing. Joses L ö w v r Grundlage» der Wechselstromelektrotechnik. N. — Mikrosko piersaal:7Uhrr Direktor Dr. Ludwig Arm h a r t: Die Pröparierung der Biene. X. Technisches Museum. CamStag den 8. b. Vov 9 bis 1 Uhr vormittags geöffnet; um 10 Uhr vormittags Mhrun; durch daS Erdgeschoß. (Führer r R. B o r o e v i c.) — Sonntag den 6. d., 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Lichtbilder- Vortrag von Direktor Ing. Hugo Bruckmann: Tie Holzbearbeitungsmaschinen. An beiden Tagen ist der Weihnachtsbüchermarkt für gut« naturwifsenschafiliche nnd technische Bücher frei zugängig. Kinder-Chanukkah-Feier. Der Iüidifche Elternverein veranstaltet Sonntag den 9. d., 8 Uhr nachmitagS, in den Sälen der Cafö City, 9. Bez., Porzellangaste Rr. 1, eine Kinder- Chanukkah-Feier, zu der sämtliche Kinder eingeladev sind. Leopoldstadter Tempelverein „Aeschel Awtohom", Wien, 2. Bez., Pazmauitengaste 6. Sonntag den 9. d., ft,6 Uhr abends, veraustaltet der Verein unter Leitung des Oberkantors I. Müller i und Mitwirkung der vereinigten Tempelsanger lChordirigent I B. Hirschmann) eine Chanutkah-Feierzugunsten d.er notleidenden Juden in Deutschland. Gleickzeitig hat der Vorstand beschlossen, sämtliche Thoraspeuden am SchabboS Chanukkah (Samstag den 8. d.) den notleidende» Brüder» in Deutschland zu widmen. Bühne und Kunst. Shaws „Ser Seufebföfilet". Vurgtheater. Das tzawKiWe Sduck, um Shaüv in bemtschen, -Landen einJUführen. Ich Aaube, das ,Melodram" wind nirgends verstänldnisinn-Mr aufgsnMMm-on. Der Zufall, (der sich öokammAch «ccutf lgefftvolbe Motria veristcht, sekuimdirrt vieHnM dem pchpÄtz wsen Humor Shaws herrlich. In dmtischen Landen, wo Schillers ,-Bürgschaft" mtz den Kindesbeinen emgeisog<n wird. Dom douffchen Dheatergalst muß sich geyen den Schluß hm <M einer (schon mvber dem Gallgen stcht mud ian ietztzn AwgM<»lick von dem richtögen Dslinquonten abyelvlst wird, wonach dcr Henker die lbeidrn Todeskandidaten zuan FriDstzück emliÄdet) an dieises und jow:S -AöflülgÄte Wort der Schiller,schon Ballte erinnem. A-uch dem lschwechalliHoren Geilst wird imn die gesellschafMritffche Absicht deS AntorS zugänglich «und wtvofpekftp erkennt er die gange ergötzliche Komödie in chvvn visffÄtvgon Bozichlmyv». Für dmtsche Dheaterdwiktoven ober ist di« AMffuhvMg des ^sufelsschülers" «ibvn dämm run so gefährlicher. Demnwenm das liebe PulbliLwm «Mn-nt hat, Wie's gomeint war, vechtÄ «S ollsogl.nch mit dvm SipieElsvter mrd weiß sofort Vovzudringen, diese Szsne sei gp schwer ge-MMmion worden, jeme zu olegijsch MSgofallem «u-nd Äbechaupt: man mäste Shaw -mtders spiöl.-n. Dank der weiten Detzbveidumg von Schillers ,Mpzschcvft" wrrdrn — sretz'.ich «pst nach den letztem Szenen — göwiß auch die B-uvgthvaterbvsincher. am der Awffühvrvwg hevuimdoliemr. UnS scheimt sie indessen i>n Hier MohHompwiertheit durchaus geglückt. Und wer sich ÄHfen ließ, dem yffchcch's recht. Diese Komödie, wie die meisten Werke Shaws, aus berßcndam SpM und siMichor EntrülsbMg, aus ve-ißerffchen Schlager« und zarteste« tSfhtidbm, <tu8 Postenmotziverr umd himmpsbliamer Poesie ge'wtzben, muß auch ohne Relmin'lHxTmzev an die ,^Sürgschalst" evfatzt und dolächeilt werden. Di« kvMichlsie Figur scheint ums Judith, die Plostvrs» gatzt-m, zu sein. Ein blondes Weid, bvav und wavm. Nur daß diase beiden Eigvchchaften einander bekämpfen. Wem» sich ihre. Bravheit anÄ-ebt, beimrichigt sie fwuiliches Betzchr-m, wenn die Warme entspr-ech-'-nd gchiagem ist, steht ihr, ach, die Bravheit hindernd im Woge. Sie hat sich in den „Teuif-ellsschüler", einen Keril wie SaWt und Seide, der gur En-trüstung seiner puri-ionischer: MiübüMr keine Nsli-gion hat, ermfMch verguckt. Ihr braver, apsbänÄig.'r, «ber tänigst nicht »nähr se-uriger Mann soll von der: Entzlänidern lha-s Stück spielt mr amerikanischeu B«' froiumgskampf des Jahres 1777) geiMgongermmimsu mH au st geknüpft werden. Statt \t'wm wird der Terff-olsschMer evwffckt, mrd da ihm am dem Leiben nichts l'i.igt, bleibt er der, für den man ihn HW. Nun enübrsmlt bk längst bMEuhigic Fvarr Iwdiiüh in Lie-lie .zum TeusÄchchüler. Jl>r Gatte war geflohen, awg'Mich. rvm mit einer Rebellewschar zuriückzukchvcn und von TMfölSschU-er xn bafreien. Frau Judith gMt nicht daran, ihre LiedeHglnt für den Tc-NfelKschüÜoc steigt. Ihr ©albe kchr: in der er»vÄhnt'ün GallgemWne als fefch.r Rä-uberha>uptn'.'ann zurück nnd lost die Schlinge, die bereits um dem Hals das DeuifÄ-Kschuilers gslegt ist. Höchstes Glück und höchstes Unglück für die b.'cnrde, üvap-e. warme Vürgersfvau. MS Pastorsgatlin enitschÄdet sie sich natürlich für d>n Geinahl. Fmu Ätoh>> gemuth war durchaus «n Platz. 'Schön, sesliisch fchtnerfäMg und nicht ohne Humor 'den Zwietspalt m chver Gvust vcöt'u WWSWMMWi

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