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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-02 · Heft 1724 (2.12.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1724 (2.12.1923)
Date
1923-12-02
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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I Nr. 1724 Wien, Sonntag PHOTO-AUFNAHMEN für W^ih pa cMs- und Neujahr s-Qesch pnke! . j& PSiawerWÄ«. Photo-Atelier Bmt THOLT) Bt KG Jur 1. Frans Joftefstmi Kr, f (bei Urania) Ulf f| 11 fli und Seide e Ww M « 11? sfapfflü falUlt; OARNHANDLMNO L. KSss* «Hg» VM.,Westbahns'rasae NUR IO R du^ch den neuen hygienischen flk flp E E Strumpfschonar ifHUVI9 Sla ersrniMW »gif und Ge 8dl AH einige Erzeugung und Genera (vertrieb: SICH Ges. Wien, IV. Lwietfner Hauptstrasse 69 » Telephon 54-2-47 , reiftwas e^iiuSiäu iüabibura IV —. -W^^EMRWWWR!»»!»» , »I -eu-i'u.s: l... w. w.^sja 4 Telephone : 6339 und 4316 Uebernahnrstellen in s&ml.Bez. Autos befahren lä»I1e!i alle Bes. Stfickgarantie wird jre'eistet. yn, r.'"epe " * “ >>• ' utw. Vil. Bur 8a»MWeld«rf*l k ‘TAZHZimS'Tl'TU'r Josef Ehrlich /■ ROTGASSE 3 * MODERNE TÄNZE Arbeitsmänte! Schlosieranziige, Arbeitsanziige, Windjacken, Gummimäntel CINADÜR «£ «Co. XVI., LerohenfeldeigÜrtel 29. Tel.31-2-11 . 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Dilisdlbe miß mit einem Kernsprnch unterzeillmet und von einem g.'Mossenen Brief begleitet sein, der den Namen des Aneors enthaft nmd denk lben Sprulli auf dem Umschlag tragt. Die Generailversemmlung der Gesellschaft im Jahre 19R wird das Urieil des Vorstandes bekanwgebrn. Der preisgekrönten Arbeit wird eine Summe von hundertfünf zi g h ö l l 8 n d i s ch-e n Gulden zuellkanNt. Die Adresse des Schriftführers ist,Dr. für. Itzak Pr ins, Slirphaftitmat Nr. 52, Amsterdam- Nur dm Amtmi. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, Shakespeares Lustlviel »Biel Lärm um nichts" mit der Musik von E. Wolfgang Korngold. Dienstag, 7 Uhr, „W i l h e l m T e l l". B 0 l.k 8 0 v e r. Mattia B a t 1 i ft i n i absolviert am 4. Und 6. d. sein Gastspiel, und -war Dienstag in „T r a v i a t a". und DoUnerStatz in »Tose a". Theater an derWieu. Max Palleubera hat sein Gastspiel bis 15. d. verlängert. Raimund-Theater. Leopoldinr Konstantin tritt heute in der Titelrolle von Hermann Bahrs Lustspiel „Der Star" Und Dienstag in Molnars Spiel „Fasching" ans. Neues W i e n e r Ct a d t t h e a t e r. Heute nachmittags, '/,ll INir, das Marchenspie! „H 8 n i c I u u d G r e t e j". Wiener Kornödienbüns. Montag den 9. b. findet die 25. AusMrnng der Operette „Der Hampelm a n n" unter persönlicher Leitung des Komponisten in der Premierenbesedung statt. A ü d i s ch e B ü h n e (2. Be-.. Taborstrüße 12). Heute und die folgenden Tage gelangt R. Goldl'ergs erfolgreiche Komödie „Inder S 0 m m e r f r i s ch e" zur Ausführung. Modernes T h e a t e r. Lncie K i e s e l h a u f e n wurde von der Direktion fiir die Mstudieruug der Tänze in. der Eröfftinngsnovität „L'A m 0 u t masqN 4" engagiert. Apollo-Theater. Sonntag nachmtttags gelangt „Der f i d e l e B a « e r" zur AnffübiuNg s3 Nbr). Abends V-8 Uhr, Ballett-Gastspiel des Russisch-' R 0 m a Ntischen Theater-. Freitag den 7. d. Uranfführung der Operette „Der süße Kavalier" von Schanker und Welisch, Musik von Leo Fall. S p i e l p l a n des D e 11 t s ch e ü B 0 l k 8 t h e ater. Sönntag Nachmittags „Mutter Sorge", abends „D e r A r z t 8 m S ch e i b e w e g" (Giist'plel Moisft. Montag „T a i f u n". Dienstag „D i e F ü d i n v ö u T o l e d 0" lGastspiel Moisii. Mittwoch „N n t e r w e g s" 1 Gastspiel Moissi). Donnerstag „D i e . I ü d i n von Toledo" (Gastspiel Moissi und Orska). Freitag „D e r l e b e n d e L e i ch n a ill" ' tfth' .. ' ‘ ‘ ' Gerichtssaal. PolM im Gericht,saal. Gestern st.md der erst ^jährige Hochschüler Ernst S p iH. Redattcur der „Roten Fahne", wegen öffentlicher G<« w a l t i ä t i g k e i t v<-r twn i^in^e>i r i6!er Hof rat Dr. Ho rte».' An'lLhs'ich einer Anbei tsloscu'deme'nftratwn hat per An^klagte den Kommandanten des PoftzeiguMbqts, Hcftat. L 0 s i g, an der Dchufter gvpockt und niedevzuWagen .versucht .Er war derhalf°e! worden. In der BerhaMun-g erklär:e der. Anaeklaigte/ kein bürgerliches Gericht anzuerkennen und xichier befttigc Aus« fälle gegen Staat, Polizei und Gericht. Auf die lfnmohming deS Richters erwidert der Auaeglagte er habe nichts anderes gesag: als das, was der AHa. tzeisfer gestern im Par» lament gesagt habe .Nun machte Hofrat Hotter folgende bemerkenswerte Sleuhcrungr .„Der Abgeordnete Eisler .weiß, d.aß das,.wa.S er gest ern gesagt hat, wenn er sich auf Ehre und Gewissen selber 'fragt, eine Unwahrheit isü Sie.mache ich archm^erffam: Hier gibt eS keine De magogie, lassen Sie diese scharfen Redensarten, foulst werde ich mit den schärfsten Dis- Minarmitteln Vorgehen und allenfalls auch die V-erhaMuntz, wie e8 mir das Gesetz gestattet, in Ihrer Mwesenheit durchführen. Ich sitze hier 26 Jahre auf diesem Platz, achte jedermanns, Ueiberzeugung und Auschauunig, ober ich bin viel zu alt und Sic.viel zu jung, .als daß ich. mir Ihre weiteren Attacken dieser Art gefallen ließe. Ich bitte sich danach zu halten. Nach durchgeführte^n Doweisverfahren, wobei die als Jeugen eindernommenen Polizeiorgane die Richtigkeit der Anklage bv'tätigen, wurde. Ernst Spitz zu zwei Monate« schweren Kerkers, verschärft mit Fasten und hartem Lager, verurteilt. (Gastspiel Moissi). SamSlag üaäimittngs „D i e Brüder von S t. P e rn h a rd". Mnbs „Di e .Z üd i-n von Toledo" (Gastspiel Moissi und Srskar Deutscharische Weltanschauung. In einer gestern beim S'rafbezirls-'dricht 1 durchgeführten Verhandlima erfuhr man, daß die deutscharischen Studenten unter anderem auch eine Weltanschauung haben. Die Weltanschauuna des Hörers^ der Hochschule für Bodenkultur Franz Hauffek kam eines schönen Tages am Graben dem indischen Kaufmann Karl B e rl gegenüber in besonders rüpelhafter Form zum Ausdruck. Als nämlich Herr Beel den Jüngling mit oer Weltanschauung höflich um Feuer bat, sag'e dieser: „Saujuden gebe ich kein Feuer!" Diese Bemerkung beantwortete Herr Berl mit den Dorten: „Sie arischer Twltel" und „studentisches Aas!" Nun fühlte sich der Student beleidigt. Ein Wachmann wurde herbeiacrnfeu, um den Tatb"stand festzuhalten. Gestern stand Herr Berl als An^cklaater vor dem Landesgerich srat Dr. Arie wegen Ehrenbeleidiaung. Der Wachmann, der damals interveniert hatte, gab als Jenge «n, daß die beiden vor ihm zur Feststellung des TsPestandes die Beleidigungen wiederholt hatten. Als Herr Berl die Bemerkung des Studenten „Sauürden gebe ich kein Fmer" wiederholt, sagte der Hauffek: „Das find Sie auch!" Noch geschlossenem Beweisversahren forderte der Klagevertreler Dr. Kilcher die strenge Bestrafung des Angeklagten und erklärte, daß es eben der Weltanschauung der arischen Srndenwn entspreche, einem Juden kein Feuer zu geben. Der Kläger habe damit keineswegs provozieren wollen. Der Nickfter verurteilte den Beschuldioten zu einer Geldstrafe von 20.000 K. bedingt mit einer einjährigen Bewährungsfrist. In der Begründung des Ur'eils führ'« d«r Richter aus. daßobjektiv der Tatbestand der Ehrenbeleidiaung durch Beschimpfung erwiesen sei. Nach dem neuen Strafoeseheutwurf hät'e der Kläger allerdings infolge seines herausfordernden Benehmens das Recht aus Gesetzes schütz verwirkt. Ob der Kläger auf das höfliche Erfüllten des Zlngeklagten unt Feuer die Worte: „Einem Saujuden oder einem Juden gebe ich kein Feuer", g-'bmucht habe, sei belanglos, denn iede dieser Bemerkungen enihalte eine schwere Beleidigung des Angeklagten. Bei der Strafzumessung wurde daher.dre bearündtt« und berechtigte Äusreguug des Angeklagten über das herausfordernde Benehmen des Klägers als besonders mildernd angenommen. Bei-de Teile hielten sich zur Ergreisun-g von Rechtsmitteln Bedenk^zert offen. Ja, so a Räutcherl... Der Eisenbahner Rudolf Sale sch ek ist ein trinkfester Mann. Leider liebt er es. nach dem Genuß von zehn Litern Wein Scherze zu machen, für die andere nicht das richtige Verständnis aufbringen. So drängte ct sich auf der Fahrt von Wien nach Lundenburg an die Privat« Dora Spitz heran und schnitt ihr in der Dunkelheit — die österreichischen Bahnen sind ja saniert — ein großes rundes Loch ins. Kleid. Darauf wurde der Saleschek verhafte^ und als er sah. daß Frau Spitz ihm den Spaß verderben woll'e, wurde er grob und drohte ihr mit seiner Rache. Bor Gericht gab er an. betnmken gewesen zu sein. Zeugen erklärten, daß Saleschek beint „Schnapsen" nicht weniger als zehn Liter Wein getrunken hatte. Trotz dieser immerhin beachtenswerten Tr'mkleistung sei er aber vollkommen nüchtern gewesen, was auch Frau Spitz bcstäria'e. Darauf wurde Saleschek zu zwei Monaten Artest verurteilt — wegen ftebertrrtiing der Trunkenheit. Bon der boshaften Sachbeschädigung und anderen Delikten wurde er fremcsprochen, wogegen der Staatsanwalt berief. Der Oberste Gerichtshof hob den Freispruch ans und ordnete eine nochmalige Verhandlung an. Frontkämpfer und Ordner. Der Aitberter, Ftanq L o rtzyr winde w^.'N dcs Verbrechens der KfftuMchsn Güwcvfttätia.kait und 11■Äwrireiwiw der leichten körperliche n L es chäd iguuig uwd des Wa s s e n pa te n r s. der^ Arbeiter Ioisaf Schmied'! tvoaeu Ncibertretunig lioichter Kry A.icher Beischädiguna u-nter A-nkliaige gestellt. Lovbe-r will) boM'diot. auiläßtlich eines ZuIsmnEirstoßes -ivihch.'N F r o n t t am Pf e r n und Ordnern, der sich am 17. Imnti im 2. Bisirk oWielte, Widerstand g.igeit seine Bechaftu.N!g geiisistH! und sich am Dachnrauu Vcvqrifscn zu haben. Auch sei in steinmr Besitz ein D r a h t k n ü ü 4 -e t Munden wolldon. Sllmt\> A da-eoien soll einen der Frontkä-mipfer leicht verletzt balbi-n. B.'dde AugeMgle -eMren sich nicht s ch u l - i a. Sie seien im svziaidemokrali-- schen Partei!Äa!l in der Ennstgasse beii^em'r BciDrechmivg geweftn. Sie btzkrim.'-n bie Nachricht, daß die Fron Esinnpfer m einem M^Mogeuen' GMcruS mll-ttorchiMche Jillder iiu-gen, ließen sich ab r dadurch ie'cht stören. Darin ckber markchiertett fti-nif nniifomriert« FrontkÄugufer damonst-rar iv üver dir Straße verteil, a-nif dos Pari>eill'Ml M. Es en>Wnv eine Schlägerei, weil man b^ den FronMinWer-n an:er dem Mantit ver'- bmH.M DkchM-it'^en gchutDc« ha-rte. Lorber bestreitet, an dieser SchiiMerrü Übe'.hm'p!!ell^M0:r>m> n zu haben. Aehwlich ist die BeriaitMvrftM Schuirs. Nach dirrchyllMrier Zttt' geueiuvevliaihn-e wurde das B.w»iHvtvfthten geschlossen. Lor^ ber wurde ui e i n e m Monat schweren K e r k e r s k\\ schü.-.'t eu-u.);!;• st.rr.eß Lager, verurlMt, Schnv i p r o vt:. u . _; riU 040 49968295

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