Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1724 (2.12.1923)
- Date
- 1923-12-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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©Hut, Gontikky Weitet MvtrtenAetzttNff. Dezember 1923 Jlt. ftw ÄMcÄÄ,,Landstrasse« _Wien, »l|., Lgarcngagso SS Mittwoch den 5. Dezember 1933 findet tm Läwenkino, M., Lpwengas^e 33. die Aufführung des OriA'»«!- alästinafilms Das neue jfldisclie Palästina Propagandafilm la 5 Aktes satt 768R York« Tortrag Dr. Walfgaep We'sl (]: ' Anfang '/,tv Uhr abends Karton im Vorrerkanf er lüitlirh dpi: 2'onint'sch* So«tion „Landstraße«*, III., L^wengas«*?S (CafÄ IUqqJ, Kp-m» I! jeesv.l, II, T*hor- ■tra«?« 21a. Jüdischer NationsÜondn, 11., Zlrknsga?«# 33. nad b*l allen A, issehosfim!’gliedern RuMchg«. Mr feie MWe EMerhMW-",. Paris, 1. Dezember. (I. T. A.) Das Aymi'te? der jüdischen Delegationen schreitet nunmehr »jt die Errichtung einer Anzahl von Ländersektisne« der Mischen BölLevömMiga. Zu diesinn Zwecke Hai vor kurzem ein Vertreter des Komitees Litauen besucht, wo die erste jüdische Volke röunldliga demnächst entstehen soll, Erst Delegierter des Komitees öeg'cht sich nach Oesterreich, der Lfchrcho-Slowakei, Bulgarien und anderen Ländern,- um mit den jüdischen Führern der verschiedenen Richtungen Wege» der Errichtung von Ländergruppen der Mischen Völkerbundliga Fühlung zu nehmen. Ae MsSekueSenfommMsn de« ®tR<**tmfea Paris, 30. November. Tie Konrmission des Vö ckermnbes für internationales Z n s a m m e n w i rken der geistigen Arbeiter unter dem Vorsitze B e r g s o n s, dem Frau Curie unch hex holländische PHY'Mr Lorentz zur Seite stehen, Hst seine Arbeiten begonnen. Cs wurden drei Unterausschüsse eingesetzt, und Mar für die Wahrung geistigen Eigentums, für Bibliographie uivd für die Opgapisierung der iutellekruellsn Arbeit. Der erste Urrterausschuß wich über den Schutz von Umvcrsitäts- und professionellen Titeln, wie Architekt, Ingenieur, ALookat usw., über die Scha-sfun-g nationaler und internatiowaler Unterstützungs- und Pensionsinstitnte sowie über die Errichtung eines iniernationalen Küustlerheims auf Capri beraten. Dem Ausschuß sirr Bibliographie liegt ein Antrag der Frau Curie vor über die Organisierung der wissenschastlichen Arbeiten. Ae MerSmische» Hakenkrellzker. Neiv-Vork. 27. November. (Tel. der „Wiener Mvrgenyettung".) Wie der „New Dark Herold" meldet, hat d'e Leitung des Ku-Klux-Klan besKwssen, durch Ausgabe einer für seine Mitglied« verbindliche» Kampsparole aktiv irr den nächstjährigen Wahlkampf einzugreisen. Seine Parole ist: Kampf gegen die Inden, gegen die.Katholrken und gegen die Feinde der Prohibition. Sollte der Schwiegersohn Wilsons, der ehemalige StaalZüic-tär M eAdoo als demokratischer Präsidentschaftskandidat ausgestellt werden, so könne er der Unterstützung eer Klans sicher fein, während Henry Ford als KathoMeirfreund aufs heftigste -bekämpft werde, ebenso Senator ttnoerwood und andere, ibie sich öffentlich als Gegner des Klans zu erkennen gegeben hätten. M Mischer WaWat>-«r i« 8rieche»!««fe. Saloniki, 26. November. (I. T. A.) Die griechische ^.H§ierung ordnete anläßlich der bevorstehenden Wahlen -die An'egung eines eigenen jüdischen Wahlkatasters an, der in der griechischen Beofassung nicht vorgesehen öst. Der größte Tai! der jüdischen Wähler Griechenlands lebt bekanntlich in Saloniki. Es war daher die Judenfckrrft Vieser Stadt, von welcher di« Protestbewegung gegen die Verlesung der Verfassung zu ungutsten der Juden ausging. Dir Saloniker Juden versuchten zunächst durch liebet* reichrrng eines die Rechtsverletzung darlegMden Memoran-- dnms an den Generalgouverneur Lambros. die Äscher Murvg der VersiisinngsvechtslagL hrvbeWführen. Da jedoch dieser Schritt nichts fruchtete, farch wir Jta meldet, dieser Tage in Saloniki eine masfttchaft besuchte P r o r e ft v e r s a m m l u n g statt, in welcher dex Präsiden: der jüdischen Gemeinde Leo Gattegno über di« bisher unteruolnme.nen Schritte referierte, die allerÄmgs, wie er ansführte, bis jetzt keinen Erfolg gebracht haben. Die Versammlung nahm eine schgvfe Protestvsssolntion an, in welcher feshgestettt wird, daß die Scha-ffnng eines eigenen jüdischen Wahlkawsters gegen die Verfassung verstoßt gnd dalh Wahlrecht der Juden einschränkt. In der Resolution wird angekmrdigt, daß die jüdische PEkerung im Fall« bcr ÄufwchterhalMng der BsropdkMflg sichrer Ausübung des Wahlrechtes enthalten wird. Die Resolution wuvdö. von 22 jüdischen Organisationen sowie von der Zionist i s ch e n Organisation unterschrieben. . '; “““ Pnn»P<d\ , Die Feste, die d^L Wsche Volk feiert, sind Gedenkstste mntz gleichzeitig.Erziehung^feste. Das ist die Erklärung des Wunders, daß dieses Volk all seine Leiden und hie Verfolgungen des Exils mit jener moralischen Kraft ertragen konnte, die sich immer erneuert. Ein Siobzchnimilliopeipoo.lk, zerstreut unter den anderen Völkern, ange feindet pnid haftbar genmcht für alles Hebel, steht es doch unerschüllLrt im Wurm, und dre Zusannnenhängs zlvrsch^y den einzelnen, das Volk? bewuß t v, Wird immer stärker. Diese? gequälte Volk kann sogar ay die g"oße, historische Awsgahe herantreten. das, ipas es verlor, die Heimstätte, in siiusm GcdurtsbMd wieder zu gewinnen. Auch das erscheint wie ein Wunder, wenn man das Wunder als Nichts peöernatürliches nimmt. Es ist eh.rnsö ein Wunder Wie das Blühen der Blumen, wie da§ Grünen der W'esen, ein Wunder, wie die ganze Naiur dem Auge des Menschen erscheint. Wenn unser Endteil auf der Wände rar ng ym di« ^onne in das Drrnkel des Winters tritt und sich in Schnee hüllt, dann wissen wir, daß es wieder Frübling werden muß. Und so weiß auch das jüdische Volk, baß quf den Winter s:''nes Akißverauügens rin Sommer folgen muß. Der Lichterschein der Mmorah fiel bisher invmer auf die Straße des Ghettos.' Heute leuchtet er auf den Weg z,lr Freiheit, und er sagt un?. baß die Kraft, die einstmals über Syrer und Griechen siegte, noch lebt: daß wie einstmals das ganze Volk hinter die Hasmonäer sich st Hle, auch jetzt die Einigung des jüdischen Volkes zur Erringung seiner Freiheit geschnrievet wird. Damals mit d»n Waffen, heute mit den 'Liutelu der Knltur und der Tonwkrötie. Das Chauukka^-F-.'si fübrt uns in eine Z'it. in der das Volk sein Blut, sein Hab uw Gut für die Verteidigung seines heim'schen HerÄes einges-tzt bat, nur für die Verteidigung, nicht zum Angriff. Es ist stets der Schmuck nn-d die Ehre uns:'oes Dockes, daß es nienrals Freunde unterdrück:, nienmls angegriffen hat. sondern imnior den Frieden als das kostbarste Gut 'der Gemcmsckast g'sncht und gewahrt hat. Wenn wir heute unseren Blick an' Erez Israel cperichtet halten und unser Volk geistig und körper- »l,ch auf die große Ausgabe her Erneuerung rordonat-n, so geschieht arlck> das für den Frieden. Die Makkabäer kämpften für das Recht des jüdischen Volkes auf fein Land und seine Art. D'eses Ziel steht auch heute vor uns. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die Mittel. Nicht geändert hat sich der jüdische Geist, nicht geändert unsere Ueberzerr-gung. daß sich das Judentum seine Erlösung nur selbst schaffen kann und daß sie diese nur darin erreicht, wenn e3 kein fremdes Recht kränkt. Das jüdische Volk lebt setzt fern von seiner Hemmt. Wer untex PöWrrr-M^-eWj.es?.Goft-Mrsr!chstrt hat, leistet es seinen Anteil an der Avheit für die Menschheit. Auf allen Gebieten menschlichen Wirkens, auf den materiellen wie den geistigen, zeigt sich unauslöschlich hie Spur jüdischen Schaffens. Der Haß, dom wir aufgesetzt sind, ist doch nichts arideres als die negative Aperknrnung dieser Tatsache. Der Aufbau der jüdischen Heinrsiätte in Erez Israel soll der schöpferischen Energie, wieder im Dieirste der Gesamtmenschbeit, einen neuen Mittelpunkt geben. Die intensive Tätigkeit für das eigene Vo'k wivd neue Kräfte freimachen, welche allen Völkern zugute kommen sollen und werden. Der Aufbau der jüdischen Heimstätte ist aber auch ein Akt Vökkwevsöhilung. Er gibt uns ein neues Ziel, er errtlastet uns von der unmittelbaren Eimvrvkung des Haffes und er wird in einer Weise erfolgen, hie allen anderen Völkern ein Beispiel gaben wivd, wie man einen Ausgleich von Volk zu Volk durchführt. Das arabische Vo'k, mit dem wir in Freundschaft zusammenleben wollen, steht heute noch im Bannkreis der europäischen Seuche. Es tritt gegert uns auf, weil es nnß nicht kennt. Aber dort, wo es mit unserer Arbeit in Berührung konrmt, dort lernt es unsere zivilisatorischen Fähigkeiten schätzen. Je weiter rmser Siedlun'gswerk in Erez Israel fortschreitet, in demselben Maße schreitet auch die Verständigung mit den Arabern fort. Es hangt nur von uns ab. von unserer Opferfreudigkeil, unserer Einsicht und politischen Reff«, in den: arcvbischen Volk die Erkenntnis zu wecken und zu befest-gen, daß es nur zum Werkzeug einer Gesellschaft herabgewüvdigt wird, die auch ihm Feind ist, daß es mit uns vereint eine neue Kultur bauen soll, die dem asiatischen Kontinent eintz neue Blüte bvingen wivd. Aus denn Orient haben wir. das jüdische Volk, den europäischen Völkern das Licht gebracht. Sie haben sich dieses Geschenkes wenig würdig erwiesen. Wir tragen eS wvchex in den Driemt zurück. Julius L ö w y. Mchmch der Besvvs. Aus Rom wird nnterm }. t gemeldet: Gestern abends konnte mem von Neapel aus einen Ausbruch des Vesuvs bewundem. Der Ausbruch würbe verursacht durch dep Einsturz einer Schichte im Inneru des Kraters. Der Leiter der VesuvbeobachtungZstation versichert, daß keine Gefahr bestehe. Heute Sonntaq den 2. Dezember k. I., y«U Uhr vormittags, findet im Saale des Hotel Continental, H. Taborstr. ein Alt Sprechen wird Ak. ÄN^NW ®0Üftllt0lt!t (Berlin) sasa (i'.hfliiei> drL uimiistischkn AktionS-omitees) jj Ter Carl wird schon unr 10 Uhr geöffnet pp1 "w wI! (i mH!». w»wr«ii'fr»w.iw'w.TOm Las Leitmotiv feer z'MiftWen Arbeit. Helset Erez Israel ausbanen! Für die zionistische Arbeit der letzten Jahre gilt eine Paro'e:^ Jutei sive Tätigkeit für den Aufbau PalästinaL und für die Erhaltung dcs schwer ringenden jüdischen Siedlungswerkes. Diese Tätigkeit hat noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht und jedermann weiß, wieviel noch zu tun Wibt, um die Zionisten selbst und die weiten, außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden jüdischen Massen an die heute vorne h m l i ch st e jüdische Pflicht zu mahnen. In erster Reihe gilt die Sorge der Gegenwart dem großen zentralen Aufbaufonds, dey: Keren Hajes so d, und «in in den letzten Togen veröffentlichter Appell des Londoner Hauptbureaus erinnert die Zionisten der europäischen Länder mit allem Nachdruck an ihre Pflicht. Der Präsident der Organisation, Doktor Weizmann, hat sich soeben nach Amerika begeben, um mit einer neuen, großzügigen WerbekampaMe zu beginnen. Aber der Zustand muß unbedingt aufhören, daß tm Z ioni st e n Europas die Zukunft des jüdischen Palästina hauptsächlich von den Leistungen des amerikanischen Juden tu ms abhängig machen. Ans dem eben zur Beröffenttichnng gelangenden Bericht über die Oktobereingänge des Keren Hajeffod ist ersichtlich, daß die Erträgnisse für Oktober hinter denen des Vormonates weit zurückgeblieben sind. Sie betragen im ganzen rund 19.360 Pfun d, von denen 8960 auf die Bereinigten Staaten entfallen. Holland erscheint mit 9606, die Tscheche-Slowakei mit 961, Polen mit 805, Oesterreich m i t 810, dje Bukowina mit 901 Pfund beteiligt; Summen, welche, wie man sieht, enter bedeutenden Steigerung bedürfen. Es wird vielfach ins Treffen geführt, daß di« Erfolge des Keren Hajeffod eine systematische Erziehungsarbeit der jüdischen Massen zur Voraussetzung haben; aber gerade darum muß diese Propaganda mit größter Intensität betrieben werden, weil das Palästina-Werk nicht warten kann. Gleichzeitig muß aber daran erinnert lverden, daß es npch manche arthere Möglichkeit gibt, um den jüdischen Palästina-Willen durch die Tat zu beweisen. Eine der populärsten Institutionen auf diesem Gebiete»stellt der jüdische Nationalfonds dar (Keren K^liemeth l'Jfrael). Seine Parole ist von einleuchtendster Einfachheit: Er smnmelt Geld für die „Erlösung des Bodens^, er stellt das Erdreich, auf dem der jüdische Landmann den Grund des künftigen nationalen Heims bereiten sott, und jegliche Gabe, auch die kleinste, ist ihm willkommen. Es ist klär, daß diese Sammelarbeit, wenn sie nur mit Eifer und Lieb« geschieht, die bedeutendsten Resultate zu zeitigen vermöchte. Aber ihre Ergebnisse bleiben weit hinter den Möglichkeiten zurück und stehen in betrüblichem Mißverhältnis zu der großen Popularität, welche sich dieser Fonds in der jüdischen Gesamtheit erworben hat. Die Eingänge des laufenden Jahves ergaben in Oesterreich ritte durchschnittliche Monats summe von 80 Millionen, ein Betrag, der keineswegs als beftiedtgend angesehen lverden kann. Diese Erkenntnis kam auch auf der diesjährigen Landeskonferenz des Jüdischen Nationalfondszum Ausdruck, welche in der ersten Novemberhälfte stattfand und die nach einer Aussprache über die Probleme des Nationalfonds eine Kommission mit Bdolls B o h m an der Spitze einsetzte, welche prüfet! soll, ob das den österreichischen Zionisten angebotene Areal in Palästina für die Schaffung einer Siedlung geeignet fei und ob nicht eine Erweiterung dieser Bodenstäche notwendig erscheine. Aber der Rechenschaftsbericht, den Dr. Tartakower erstattete, weift keineswegs darauf hin, als ob man in Oesterreich alle Kräfte anstrengen würde, um die östermichische Kolonie in Palästina möglichst schnell zu verwirklichen. Die Praxis lehrt, daß dis Spendeneingange, welche da§ Konto der einzÄnen Sektionen und Gruppen aufzuweisen habe, in den meisten Fallen zufällige Resultate sind und nicht dos Ergebnis einer systematischen Aktivität. Darum mußte das Bureyu wirklich aktiven Gruppen und auch Einzelpersonen Kontingente vopschreiben, die auch wirklich aufgebracht werden. Mit Anerkennung sind dic Leistungen der Gruppen Bar-Kochba, Chawcrim, der NationalfondS-Kommissäre Wechsberg litt), Gerstl, Wittlin, ' Bartseld (Prater), Steiner (X), H e r z b e r g dV*V) hervorzuheben, in der Provipz Hinz und Mödling, zuletzt auch Graz. Durch ihre Arbeit haben sich di« Herren Z. K a n n e r, F. O a l p e r n, Tr. I. Aohn (Badgastein), H. Rost, Rabbiner Sal. Friedmann verdient gemacht. Versagt haben die Sektionen!, II, IXf X£, ebenso der Blan-Wesß und die Hakooh. lieber Antrag Fleischmann wurde beschlvffen, alle Gruppen namhaft ztl machen, die für den Natima-ffottdS nichts aufgebracht haben; speziell hie jüdisch-akademischen Verbindungen s' .TO,/«»c»>«Biu«wpi mit -mnuanae^rnfm & Das Jüdische Fest der Saison findet heute statt! VePdäiUjpien Sie nioht, die heute um $ Uhr abends stattfindende TOURS JEWflSH SPORTiHS CLUB-SOIREE - •«/ Auftreten hervorragendster Wiener Künstler, der bekannten Damenriege des Makkabi 9 Ort: Olympiasäle, %. Dass,, Kotgasse Ende 8 Ohr ■to tn»nw»*ruafr w ** - 1