Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1724 (2.12.1923)
- Date
- 1923-12-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nv. 1724 Men, SoMtatz ‘ r Immun: tätsa» As chusses ott, womit die Abgeordneten BobrowSki und Stanczyk ausgeliefert wurde::. Der Antrag der extremen Rechten auf Auslieferung des Abgeordneten Marek wurde zurückgezogen. Ler WWe Mb. Warschau, 1. Dezember. (Del. dev „Wr. Morgenzeitung".) Der jüdische Klub hat sich neu konstituiert. Zum Präsidenten wurde der Abgeordnete Leon Reich, zu Vizepräsidenten die Abgeordneten Färb st ein, Kirschbaum <orthodox) und Dr. Rosmarin gewählt. Dem Präsidium wurde eine parlamentarische Kommission unter Vorsitz des Abgeordneten Grün bäum, welcher Vertreter sämtlicher Gruppierungen des Klubs angehören, beigsgebr::. Abg. Dr. Thon ist als Vertreter der hebräischen Tarbttth-Organisation nach Amerika abgeveist, um dort die. für den Bestand des hebräischen Schulwesens in Polen notwendigen Mittel sicherzustellen. Sikorrll Generalinspektor der Infanterie. AiuS Warschau wird beriichtet: Der ehemMge Ministerpräsident General Sitorski ist zum General- 'jinspektor der Infanterie ernannt worden. Die Schließung Mischer Schnle«. Warschau, 1. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) In der Eejmlommission für Verwaltungsangelegetcheiten besprach Abg. Schipper eingehend die Frage der Schließung der vorn Verein Unsere Kinder erhaltenen jüdischen Schulen. A.ls Grund von Dokumenten weist Redner nach, daß die anläßlich der Schließung dieser Schulet: vorgmommenei: Verhaftungen unzulässig waren. Sämtliche Verhaftungen der Schulvorstcher sind auf Grund eines Irrtums erfolgt. Daher fordere er, daß die Sperrung dieser Schulen sofort aufgehoben werde. Der Vertreter des Innenministeriums erklärte, ans i>et: linken jüdischen Presse sei zu ersehen, daß sich diese Schulerr mit Politik beschäftigen. Der Vertreter der Nationaldemotratetr verlangte die Sperrung der Schulen, weil sie das Jüdische kultivieren und die polnische Sprache vernachlässigen Dr. Schipper betonte, daß die Schulen den pädagogischen Fordcrtutgeu nachgekommen sind und keine Politik getrieben haben. Der von dem Vertreter der Sozialdemokraten gestellte Antrag aus Einsetzung einer speziellen Kommission wurde mit den Stimmen der Nationaldemokraten ab ge lehnt. Zionistische Konfere»; in Warschau. In Warschau wttvde dieser Tage die zweite Session der int Sommer unterbrochenen zionistischen ÄaiMeskonlferenz ckbgehakt-en. Abg. Dr. Grünbaum hielt ein ausführliches Referat Wer die gegetttvärtige Lage im Zionismus und erstattete einen Bericht über die letzte A. C.-Tag:mg. Bei den Wahlen in die neue Parteileitung wurde zun: Präsidenten Abg. Grün bäum gewählt. Die tmter Führung Gottliebs stehende Gruppe „Eth-utvnot" gab die Erklärung äb, daß sie in der neuett Partoileituatg nicht vertreten sein wolle. ’ - ' Behördliche Schließung von sieben jüdischen Arbeiter- Verbänden. Ans Warschau meldet I. T. A.: Die seit der Katastrophe in der Warschauer Zitadelle eingesetzte Verfolgung der jüdischen ArbeitervereinigMMn wird fortgesetzt, obwohl man sich über die Gvundklosigkei^t dieser Maßnahmen schon längst klar geworden ist. Dieser Tage hat das Warschauer .Kveisgevicht die Maßnahmen des RegiertMgswm-missärs, der am Tage 'der Katastrophe sieben Lokale -jüdischer Fachverbände versieget hat, bestätigt. Es handelt sich um den Metallarbeitervevband, Dextilverband, Hotzperband, Handclsangestelltenverein, Dedevarbeitcmevband, Nichtfachlicher Arbeitervevein und Tabakapbeiterverem. Wiener Morgenzeitung. ff e rranmodehaus (SW/e»b rosser cfierienverkauf! Frack oder Smoking aus feinstem engl. Material aus reiner Seide K 2,500.000 Orig. engl. 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Der Kongreß versichert die Banernvölker. die innerhalb der polnischen Grettzen ivohnen, seiner Svmpachie und erklärt, daß die Parteien für deren vollständige Gleichberechtigung und Freiheit eintreten. Bon der jüdischen Minorität erwähnt die Resolution kein Sterbenslvort! GrevMommen M Rußland. Bukarest, 1. Dezember. (Del. der Wiener Movgenzeitung".) „Viitornl" zufolge, wurde zwischen der rumänischen und rns'sisch-en Delegation in Tiraspol eine Konvention abigeWossen, durch die in Hinkunft militärische Konflikte au der russisch-rumänischen Grenze der mieden iverden sollen. zuriWehum der Vertreter des Waad Leu«! aas der zionistischen Exekutive. Wie I. T. A. aus Jerrtsalein meldet, ist dort von der Zionistischen Exekutive aus London ein Schreiben singet rossen, in welchem cmtzeordnet wird, daß die Vertreter des Waad Leumi (Nationalrat der Juden Palästinas) nicht mehr an der Palästinensischen Zionistischen Exeknttve teilnehinen sollen. Der Waad Leuini hat daraufhin seine Vertreter aus der Exekutive zurückgezogen. 2. Dezember 1923 ' Seite 8 Wie I. T. A. erfährt, war sich die Palästinensische Zionistische Exekutive über das Recht der Bertveterschafi des Waad Leumi in der Exekutive nicht klar und habe deshalb wiederholt! die Londoner Exekutive zu einem end> gültigen Beschluß in dieser Frage gedrängt. Der im September 1921 abgehcrltem zwölfte Ziontstetdkongretz hatte beschlossen, daß zwei Mitglieder des Waad Deumr au der Palästinensischen Exekutive teilnehmen sollten. Daraufhin ernannte der Waad Leumi die Herren A. Kalvarisky und I. Mejuchas zu feilte)® Vertretern. Der 33. Zionistenkongreß hat keinen endgültigen Beschluß in dieser Frage gefaßt, wodurch das Recht der werteren Teilnahnre der Vertreter des Waad Leumi an der Palästtrensischen Exekutive zweifelhaft geworden ist. / Das Gemeiichebudget von Tel-Awiw. Wie uns berichtet wird, beträgt das Gemerndevermögen von Tel-Awiw 36.000 Pfund und das Budget für das Jahr 1923 22.500 Pfund. Die Zahl der Häuser beträgt 888 im Werte von über eine Million Pfund und die der noch unbebauten Baugründe 2000 im Werte von 600.000 Pfund. Die Jcchvesmieten nrachen 106.000 Pfund aus. 220 neue Palästina-Wanderer. In Haifa sind mit dom Dampfer ,Mmatria" 180 Einwanderer aus Rumänien, Beßarabten und Polen angekommen. Fünfzig von ihnen gingen in Haifa an Land, während der Rest nach Jaffa weiterfuhr. Der Dampfer „Uin>br>va" brachte vierzig Einwanderer aus Konstantitropel. Fintzszchn von chnen landeten in Haifa, der Rest fuhr weiter nach Jaffa. 6000 Touristen in Palästina erwartet. Aus Grund der dem I. T. A.-Vertreter tzorgelegtert Zahlen ist zu ers'chen, daß während der nächsten Saison mit einem Besuch von mindestens 6000 Touristen in Palästina zu rechnen ist. Ein Gedenkstein für Dr. Chazanowrtsch. Die jüdische SlatiotraMbliotheL in Jerusalem wendet sich an die jüdische Oefsentlichkert mit der Bitte, zu einer Sammlung für einen Dcnfftein auf den: Grabe des Gründers der Bibliothek Dr. ChMnowiüsch beiMsteuern. Dr. ChaMtrowstsch' Grab l>>- siudrt sich in Jekater ino slaw. Es soll ein Denkmal ans einem Jerusalemer Stein hergestellt und nach Je'katerinoslaw bLsördert werdert. (Jta.) Jüdische Cisenbtchnbeamte und Sabbatarbett. Aus Haifa meldet J.T.A.: Den jüdischen Eisenbahnbeamten wurde von der Eisen'bahrtiverwallnng ^bükannl gegeben, daß sie an den Santstagen arbeiiert müssen. Sollten sie an diesem Tage die Arbeit nicht aÄjs'nohmeu, würde ihnen der Lohn für zwei Tuge abgezogen tverden. Das Haisacr Rabbinatsamt Hai bei 'der Re-- gieritng gegen diese Besttrmnung protestiert. Ern jüdisches Spital in Haifa. Wie der ,/Doar Hcrjout" tnitteilt,/soll demnächst mit dem Bau eines jMschen Spitals in Haffa begonnen werden, und zwar ans dem Bauplatz, den die Baronin Rothschild für diesen Zweck noch vor dem Kriege zwischen den Siedlungen Jechiel und Nachalcch erlvorben hat. Die Gesellschaft ,Manch-ll" will den Wau gegen Ratenzahlung übernehmen. Einen Teil der Bansumnte wird die Baronin Rothschild zur Verfügung stellen, während' der andere Teil von den jüdischen Einwohnern Haifas aufgebracht tverden soll. Die Elektrizitätsversorgung Jaffas. Die Stadtverwaliung von Jaffa hat die Vorschläge Ing. Rnthenb-rgsffür die Clekiri« zitätsvevsorgung der Stadt akzeptiert, nachdem der Widerstand der Araber aufgegeben worden ist. Äm 16. November erstrahlte die Stadt frwm 'erstenmal in elektrischer Beleuch'ttrng. Die BrvölkentW von Jaffa hat diesen Fortschritt der StM mit großer Befriedigung ausgenommen. Bernrteilutrg eines arabischen Hetzredakterrrs. Ans Jerusalem ureldct I. T. A.: Der Herausgeber des Organs der .palästitrettsisch-araoischett Exekrtlive „F e l o st i n" wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er in seiner Zeitung eine die öffentliche Ordnung störende Judenhehe betrieben hat. kaufen Varn!!., Taborstrslte 48 Telenhon 47-1-78 Be» gros tn delaU Die Flucht der MaAbSer. Vo>tr Otto Abeles. Zu Awbeiginu — dies ist sestzuhuilte-n zahttetr die MaMbäer Fersengeld. „Die Re-bellem hatten auf dem Abarktplatz zu Modim das Zeichett zum Aufftcrnd gÄgeheu mrd rmrßteu sich vor der überrnächtigen Reaktion in d'ie unzugän'glichen Schluchten des Ephravnr-GebiWs zurückziehen, um dort die Befreiung des Vatevlaindes vsrn gräco-sy rischen Fo>ch vorzupeveiten," berichtigt mich der Politiker. „Was faselst du von AkaMtlbäern?" Mt der Historiker hinzu. „Als der greise Laudpriöster Mathatias hinging uind jewerr Irtderr evsWug, der die symlboikische HaMung des Abfalles vor dem versaimmckten Bolke zu voHiehw sich anischickte, als dann, begeistert drrrch die Tat eines hUnderjähvigen Jnngjlings, ein Fähnchen Erweckter hinging riud unter dm Schergen der Unterjocher ein Mutbad anrichtete, gab es noch gar keine „MaBkaM^. Weißt drr denn nicht, daß nach dieseint Ausbakt, der Aoß ein Anlaß war, aber noch lange kein Anbeginn, die Nelbellw in den Bergen sich ividerslanidsilos hinschlachtetr ließet:? Erst bis es Mathatias mrd se-'men Söhnen geglückt war, den unheilvollen Einfluß der Affidäer zu brechen, beganu die Aera der „Makkabäer". „Völlige Ber'bvnmvrrg der Situation'." uMet sich geri>tig!jchätzig der Taktiker. ,Me ergriffen die Flucht? -- Nein. Sie zogen in die Freiheit! Nach jenem Worischen- AngeMick aus dom Marktplatz zu bNod'mr reckte sich Mathatias, der MakkabaeEater, ans und rief bokamttlich: Wer bet: Bund Mt, zu mir! Daun erfolgte in anschwellendem Zuge — die Behörden von Modim waren dirrch den Putsch wie gelähmt — die Sezession der mwu Stoßtruppe, die sich tt-u < cv der Parole „in ihvamvoS" Ma»r:nelt hakte. Was du KduKt trennst, lva-r , ".h r * •k Ich aiber bleitöe dabei und sehe bewundernd dieses Bild: Die ersten Makkabäer auf der Flucht. Ja, sie ffohen, die Erstear, die Anverderbteu, die Primitiven — sie flohen anVstvvftMt ans diosem gefährliche \t Bezirk der hellenistischen Dialektiker, die ihnen mit dem Maulwerk weit überlegen waren. Sie rannten ohne. Mcksicht darauf, daß dies be-ftinrinÄ keinen heroischer: Eindruck machte, rmch der herrlichen Ereignumig aus dem Marktplatz, da sie die Verräter mrd SRtven des Tyrannen gezüchtigt hattet: — sie ranutem aus der Stadt mit keuchenden Ltmgeu Äs in.die verbor- .geltlstea: Bergschluchlen. Fort, fort, fori! — D>itz hier kriegen wt8 wieder nutet, denen hier sind tvir nicht gewachst! Die erzMeu, in woWgLsetzten «und rruwiderleglichen Reden, nran rnüsse doch nicht in geistiger Befchränktrheit vetZüurmern, tmn brauche doch nicht ,,Baribal x,n bileibm, man solle doch ,-mit dein: Forbschritt" gehm., und sich zur helleuischLn Kttttur dnvchvmgen. Es sei doch aLtsgchchlossen., daß sich ein differeuzierterer Hebräer von diesen uutgHoibelten, u.ngMldeten Prov'mzjl-evlt, von diesen groben Ba,uernfäutste'tr einschüchtevn lasse, von diesen verbohrten Fanatikern, die mit ihren Qnerköpfen tntrcf> die Wand teutteu wollen. Auf die Schrift, auf den „Bmid" 'berufen sie sich? — Wir kenuetl die Schrift auch. Halben etwa Mvcchcvm, Isaak und Jakob, die mau doch Staurmväter ueu'nt, halben sie etwa in allen Stücken den „Bund" gchaltM mrd sich nicht gegen das Gesetz vergangen, das (angeblich) Gott dsm Judenvolke am Sinai gab? Ja, "die Hellenisten, die sich in den Ghrimasien den Leib salbten und öcrülk'E spotteten, daß Mir Tvmpeil keim Strusen sührerr durften, auf daß keine Bloße.des Körpers sichtlbar werde — die hatten griechische Logik gelertrt, die lvaren in der Diaittkt'ik zu Harrs-e, gegvn die war nicht anfzn-komnrru. Uu<b die anderert, die mir NtgeMerd'vchen rmd .tränender Ltlü^maldtartau erste Buch der MaMbäer hat ihr-e Rede verewigt): ,/Loßt uns einen Bund rnachen mit den Heiderr rmnher trnd ihre Gottesdienste an-mhmen, denn wir haben viel leiden nrüsierr, feit der Zeit, da wir u«3 von den Hoidetr abgesondert halben...", wie korrnttn die ersten Makkabäer nüben diesen gewitzigten, gefintelten „Bolksfrennden" bestchen, neben diesAr jovialen Klerikern, welche der: ftüher streng gehaltenen Hebräerinnett den Anblick des nackten- Gricchensports gönnten? Was hätte es gefruchtet, aus Diebstahl n-nd Ber-fchlop- Mr-g der Tsrnpelgeräte, ans Derungilimpfttng der teuersten Heiligtümer hMWtwdisen, wenn andere Männer ausstaudeu uwd mit Emphase auf ihr „Mutopser" hinwichett, aus ihrer Schande crvtien Ehrontttel machten nud arrspofartutetr, sie hätten eine gewisse Operabion an ihrem Leibe voll ziehet: lassen, rmt tmter Schmerzen zu eöwÄsen, mrch Hebräer seren der HellenenAtttur Würdig geworden... Wie konnten diese Bi-euschrötitzen mit deut . lmneren Herzen, diese Emipörtti: Mit der schweren ZuuFe, treben deu geschicktert Phraseur-vn, den geM-en Diplonraten mit den Mett DeMMtiNgen lbüstchen, welche den Unterbvnckern beibrachten, nran nmsse Mit Stumps und Stiel die lächerliche Miutdecheit der LarckeAverräter vernichten, die verhüridern wollen, daß die Juden drtrch griechische Ginbürgerrmg endlich Mr SittlWott und Menschenwürde erhöbet: werben! * Nein, da war nur die Wucht aus der verpesteten AtmoWire am Platz. Das Hmausvenuen nach der ersten Evschüttermtg. in die veiine Lust der judäiischen Berge. Dort konttt-en -thtteu die hmtdertmäl Merlegenen AssimÄauettr nicht nahe kommen. Dort erhob sich aus chver Mitte Ichuda MaAabi, ^der,Hämmerer", dort vollendete sich, ba£ Geschlecht der Heroen, das dann mit aisevnem Besen den Unistat aus dsm Larrde fegte. Und siehe, dort erhöhten sich die Seelen Über das glvltzvnde ftu-illriouistllsche. GeMwätz der Hellettisttu d c& ensiand das Bick*