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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-30 · Heft 1722 (30.11.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1722 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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iw. mm S_:- t8W) -rTvmag mntttt MoegriizenuAs. 30. November 1923 Seite 8 ÄÜ^k Ullil ^Ultft 1 ^kilungenausdemPublikum. BurMeater. „Der Richter von Zalamea." Die Wie>derauffühvu-ng bringt die Erinnerung an einen vrr Größten des BuvgtheaterS. In jeder Szene muß man an Baumeister denken. Beim pctternden Dialog deS spanischen Bauern mit Don Lope. Beim Abschied von seinem Sohn, -bei der nächtlichen Szene im Walde, da er ange- Vun'den ist, und ganz besonders im Augenblick der Erniedrigung, wenn er dem Entehver seiner Tochter die Füße küßt und ihn anfleht, sie zur Frau zu nehmen. Erinnerung an einen starken, hundertprozentigen Mann, auf sich salbst gestellt aus tiefster Schmach sich hünenhaft aufreckend, wenn es gilt, sein Haus zu schützen. Wenn der Vorhang aufging und dieser alt« Bauer von Zala-mea dastand an einen Baumstamm gefesselt, dann sah man eine knorrige Eiche an eme Tanne gebunden. Seit Baumeister hat sich keiner an den „Richter von Zalamea" herangewagt. Die Pause war lang -und nun kann Georg Reimers bestehen. Ein jovialer, manierlicher Agrarier, der mit Grandezza „poltet, in Augenblicken der Rührung die Träne in der Stimme hat, dessen kultivierter Humor sich aller rustikalen Derbheit entäußerte und der sich — die Spanier siüd geborerre Mimen — auf theatralische Steigerungen und Pointen wohl versteht. Ein« fundierte, höchst respektable Schauspielerleistung — aber man sah Baumeister als „Richter von Zala-mea" . . . Fräulein Wall in der Rolle Isabels ist eine sehr angenehme Begegnung. Die neue Künstlerin des Burgtheaters hat ein edles, dunkelgetöntes Ovgan, das sich im Affekt noch den Dimensionen und der bösen Akustik der Duvg wird anpassen müssen. Man hat Grund, anzunehmen, daß sich späterhin der erste günstige Eindruck bestätigen wird. Ausgezeichnet Herr Hennings als Ritter von der traurigen Gestalt und noch ergötzlicher Herr Kramer als sein Diener. Herr Danegger erweist wieder feine Eignung als Charakterkomiker und erfreut durch respektable Sangesikwnst. Prachtvoll Herr D e v r i e n t als Don Lope. Im Wortgefecht mit dem Ritter von Zalamea führt er die härtere Klinge. Herr H öb-li ng in Liebesvaserei . . . Nun, wir sahen ihn lieber als eifersüchtigen Mohvenfürsten in der anderen Dichtung Calderons, die man im Konzerthaus gibt. Immerhin war dieser Hauptmann amvehmbaver, als sein Sergeant (Herr Be.rnard), der, entsprechend dem Rangesnnterschied, weit weniger genügte. Der gut angelegten Aufführung wäre ein Schuß spanisches Temperament zu wünschen, ferner, daß das Burgtheaier vn die Lage kommt, für jeden Part, auch für den kleinsten, wieder Künstler vom Range Straßnis einzusetzen, der in einer winzigen Episodenrolle außerordentlich ist. O. A. Konzerte. Wilhelm Furtwängler war wleder einmal auf der Durchreise in Men und divigievie Handels Oratorium „Samson" im Rahmen der GeselvschastSkonzerte. Das der große Divigent mit nur spärlichen Proben auS dem Chor herausgnholen vermag, grenzt nahe ans Wunderbare; das musikalische Minder selbst muß freilich auch bei Furtwängler ausbleiben, wenn der Gastdirigent nicht die Zeit hat, in regelmäßigen Proben den Chor künstlerisch zu erziehen und ihm dadurch den Stempel se'mrr starken Persönlichkeit aufzudrücken. Im Orchester klang manches wie improvisiert, der große dramatische Schwung der bald geistlich versenkten, -bald theatralisch vorwärtsstürmenden Musik war mitunter gehemmt, zudem fehlt« der Aufführung für di« Titelrolle ein streitbarer HM der Tenorstimme. für den der wackere Paul Schmedes trotz Sti-mmkultnr und Musikalität nur einen schwachen Ersatz bot. Mit prächtiger Bewegtheit sang Frau Kiurina die Dalila, Fräulein Kindermann ließ ein« entwicklungsfähige Al,stimme erkennen, warm und erwärmend war der kunstvolle Ariengcsang des Herrn Manowarda. Der jung« Komponist Eduard Erdmann, der gleichzeitig einer der besten modernen Pianisten ist, opfert auch in feiner D-Dur-Simphonie aus dem Altäre der Mulsikinrderne. Symphonien -sind in der Zeit der symphonischen Dichtungen und der allevkleinsten Formen und Formlosigkeiten selten geworden, lbil-det doch für den Tonsetzer von heut« die Fessel der Form ein Hindernis für die freie Ausbreitung seiner Gedanken, und so spürt man auch «bei Erdmann in den ruckweisen v-übergäng-on und in den ülb-evstiürz'-en Schlüssen eine gewisse Unsicherheit gegenüber der symphonischen Struktur. Im übrigen ist seine Tonsprache ungekünstelt lebhaft, mit Richard Gtraußs-chem Schwünge musiziert er vorwärts, und namentlich im Scherzo bestoht er eine starke Talenlpvobe. Es gab lebhaften Beifall für das interessante Work und die plastische Aufführung, die Leopold Reichwein — er dirigierte wie immer austvenidig — vermittelt«. An zwei Abenden riß Walter G ies e k ingdaSeben nicht allzu zahlreich erschienene Publikum zu höchster Bewunderung hin. Wenn er Klavier spielt, so verschwindet der M-echamsmus eines Instrumentes und man vernimmt an Stelle des materiellen KlaviertoneS die zu Klang gewordenen Schwingungen einer lebendigen Seele. Wiein visionärem Zustande fährt er über die Tasten, und sein -unerhört differemzi-ertes Piano wird zum Fernwerke der Orgel, sem brausendes For- Äffimo zum Sturm der losgelafsenen Elemente. Wie «in Na. turl-aut geht «s durch seine schlichten, poetischen Tonschilderun- -gen, die weit mehr bringen als oine Verbindung von Geist und Technik. Mt der melancholischen Erkenntnis, daß die meisten tilbrigen MWodsr der Pianistenzunst trotz allen artistischen Könnens 'doch nur im rein Handwerklichen befangen sind, verläßt man das Konzert dieses ganz einzigartigen Künstlers, den jeder Musikfreund hören t^-te. — In gemesionem M^'ta-nlde KultusuJustiz-Talare u Barette erhalten Sie vorrätig «der nach Ha» bei der bekennten Spezialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, Qrostet Lager feiner Stoffe für Maitbes'ellungea T.i. 48-6-29 WIEN» II. TABORSTRASSE 54 ««gr.ioee von diesem Klavierphänomen darf man Louise Wandel nennen, eine gewissenhaft« Pianilstin, welche Mozarts D-Dur- Konzert -mit gutem Geschmack und fein ziselierter Dechniik vortrug, ferner den russischen Pian-ist-en Serge Bortkiewiez, weicher elegant und mit Sinn für die Pointe aus dem Klaviere plaudert und auch als Komponist dankbarer M-avierstücke die guten UmgangSfonwen des Chopinscheu Salons wahrt. , Rudolf Kolisch, der nach einer Verletzung der bogenführenden Hand zum Linkshänder der Geige wurde, spielt« mit gvoßer Bravour die flotte Wn-ema-Pihawtaisve des radikalem Jumgfranzosen Milhaud, ein etwas weitschweifiges Geigenstück, das voll Humor die Gebrechen der Kinonmstl veruM, die erfahrene Geigerin Mary Dlckenson-Auner brachte im Vereine mit der tüchtigen Pianistin Berta Jahn- B e e r an drei Abenden Beethovens Vwlinsonaten mit schönem Gelingen zur Aufführung. — Der Pianfft Steuermann und der Geiger Rothschild find in Men als treffliche Musiker hinlänglich bekannt. Mit ihnen vereinig*« sich -der junge, Joachim S1 utsche-w Sky, der Beisitzer eines war-men, runden, vollkl-ing-enden Cellotons und einer leichtflüssigen Technik, zu einem Trioaiben-d, welcher dank des feinfühligen Zusammenspiels in Werken von Reger und Beethoven zu einem vollen Erfolge führte. flb. Moskauer Kunstspiele. Eine russische Künst'Ierschar, vom ,Manen Vogel" herkommend, hat sich nunmehr in den Räumen des ,,P a tt" in der R'Evgasse eingemistet und beabsichtigt ein dauernde8 Verweilen. Was an diesen Rusien, deren Kleinkunst sich längst ihre Geltung erobert hat, immer wieder fesselt, ist die naive Freude am Spiel, die eigenartige Mis-chumg zwischen einer rm Volkstümlichen wurzelnden Kindlichkeit und künstlerischem Raffinement, das sich noch im letzten Detail kundgibt. So ist jede ihrer „Nummern" auf Gesamtwirku-ng gestellt, die sich aus den Elementen Farbe, Licht und Aktion ergibt, welche eine künstlerische Regie harmonisch zu verbinden weiß. Am stärksten -stellt sich jene Wirkung dort ein, wo aus dem heimischen Element geschöpft wird» für dessen Darstellung die Rusien in der Kvltschewskaja eine ganz hervorragende. Kraft besitzen. Die kleinen Szenen.,Bäuerinnen von Kursk", „Dunjascha", oder „Der russische Paris" sind.denn auch mit ihrer humorvollen Dvastik meisterliche Stücke echtester Un mittelbarkeitswirkung. Daneben noch eine ganze Reihe ergötzlicher und feiner Sachen. Charakteristisch für die Feinheit ihrer Darstellungskunst die. reizende Szene „Spitzen" oder die trefflich gestellten „Grenadiere". Ausflüge ins Deutsch-Literarische wie „Schach" sind trotz der prächtig entworfenen Figurinen zu widerraten. Ein Kapitel für Jimvllawien monatlich. Deulichland monatlich Rumänien monatlich Holland monatlich . . Italien monailich . . Schweiz monatlich . . Frankreich monatlich Deiaien monatlich . . Snaland monatlich. Amerika monatlich. 'ich bilden Dekorationen und Kostüme, in denen sich ei« frisch zu greifendes Künstlertum aufs Glücklichste auÄebt. _ T. d. Keine gnterestengrmeinschaft zwischen Volks« theater und Burgtheater. Der Blvndestheaterkommisiär, Herr Ministerialrat Dr, R e n k i n, hat gestern einem Vertreter des Deutschösterreichischen Bühuenvereines die Erklärung abgegeben, daß die Frage der Schaffung einer Juteressengemeinschaft zwischen Burgtheater und dem Deut sch enBolk stheater oder einem anderen Theater nicht mehr aktuell ist. Verein Freie jüdische Volksbühne. Sonntag den 9. Dezember um halb 3 Uhr nachmittags findet in der Jüdischen Bühne, 2. Bei;., Taborstraße 18. eine Abführung von Schulen, Mejchoms „Stemp en ju" für die Mitglieder des Vereines statt. Karten sind -allcvbmdlich im Bureau des Arbeiterhsnns. 2. Bez., Bl-uma-nergasse 1, Tür 2, zu, haben. Die Mitglieder werden hiermit auf-gefordert, für -den zahlreichen Besuch der Vorstellung zu werben. MakkabLer-Abend. Zugunsten des Vereines Jüdische Kinderfrennde und des JsraM-ischen Bliivdeninstttntes Hohe Warte findet imZeremoniensaale der Hofburg am 6. Dezember «im Makkabäer-Feier statt. Es wirken mit: Oberkantor Matthias (Anzünden der Lichter), Oskar Beregi (Rezitationen), Dr. Otto Abeles (Ansprache) Professor Julius Wolfsohn (Klavier) M Direktor Isaak Dentsch (Jüdische Volkslieder). An unsere PT. Abonnenten! Am. 1. Dezember 1923 beginnt ein neues Abonnement auf die .Wiener Morgenzeitung*. Wir ersuchen, die Bezugsgebühren rechtzeitig einzuzahlen, beziehungsweise das Trafikabonnement rechtzeitta zu erneuern, damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. BezugsgeMren ab 1. Sezcmber 1923: Abonnement för Wien (zum Abhole« tm Exoevtt ober in den DerschleltzfteHe») monatlich.. . . Sk. 28.00st.— Sonn, »md Mochenlagsnummer.Sk. 1.000.— Wonkngsnummer ...... 700.— Das Abonnement wolle gefälligst rechtzeitig in der nächstkieaenden Derschleißstelle erneuert und die BezugSgebühr gleichfalls bort^elbst erleai werden. Oetterreick» mvnaltieh . . .... ..Sk. 28.000.— Tscktecho-Slowakei monatlich.... tschech. 5s. 17.— Volen monatlich ....... Ssterr. Skronen 22.009.— ölf. Aus de» Theater«. Bnrgtheater. Morgen, 7 Uhr, .Anna Kare* »i n a". Akademtetheater. Morgen, */,8 Uhr, inderNacht-. Als Veranstaltung des Burg-theaterS im Großen Konzerthmtssaal, morgen, 7 Uhr. „UeberallenZanbern d i e L i e b e". Kartenvorverkauf an der Kaste der Bundestheater, 1. Bez., Bräunerstraße 14, und an der KonzerthauSkasse, 8. Bez., Lothringerstraße 29. K a m m e r f p i e I e. Heute um 4 Uhr nachmittags und 10 Uhr abends die Vorführungen Paul P o i r e t 8. Samstag den 1. Dezember um 4 Uhr nachmittags findet noch eine Vorstellung Poirets statt. Der Kartenverkmf z« dieser Vorstellung beginnt heute. VolkSoper. Heute aü Glöckchen des Eremiten*. DeutscheSVolkStheater. Dienstag de» 4. Dezember „DieJüdinvonToledo*. Raimund-Theater. Heute »Zwei glückl i ch e T a g e" mit Willy T h a l l e r. L.« st s v i e l t h.e a t e r. Uebermorgen, Uhr nachmittags, als Kindervorstellung das Märchen „Rübezahl*. ModerneSTHeater. Direktor Robert Bl«« hat in Paris S a ch a G u i t r y und dessen Gattin Dvonne P ri n t em p S mit einem Ensemble, ferner L o n i S V erneu i l, ebenfalls mit einem Ensemble, engagiert. Diese Gaststriele werden im Marz und April k. I. stattfinde«. Die Ausstattung für die EröffnMgSnovität des Modernen Theaters .L'A monr MaSquL" wird in Paris ängefettigt. jm 1. Bez., Fleifchmartt 10. Ab heute Freitag de» 20. November bis Montag dev S. Dezember: - Wie sage ich'r 9 ♦ meinem Kinde ♦ Beginn der Vorstellungen: halb 5 Uhr, 7 Uhr und halb S UhA Begleitmusik einer erstklassige« Äünftlerkapelle. Dinar <0.- .Oller*. 51 28.000*— ....... Daß 90.— .... holl» fl« ....... vir« Schweizer ffrattfieit . . franz. Kranken . . . belg. Franke» ... . Stbilling ....... Dollar Die BeruaSgeb^'hren fü'- ^olen kSnnen auch ln Rolenmark entrichtet werben. Der entfallende Gegenwert ist nach aenmrer Umreckniwa zu der Kronennotierung in Warschau am EinzahlüngStag frftzustellen. w Selkerreichische» Dvllsparka'fenkoneo 180.898. Tschecho-llowakifches Poflsparkafsenkonlo (Prag) 89.881. Polnisches Woilspark asten Konto (Warschaus 190.227. Deutsches Postfchechkonlv (Berlin W 7) 108.722. Rumünien «nd Bukowina! Ostbank A. G. und deren Mlialen. Schweiz r Schweizer Dvlksbank in Sl. Gallen. Jugoslawien: Poslfporkollenbonto (Zapreb) 40.088 Italien r Svetela di Credtlo Lvmmetetale Trieste» Dla Mazziui 30. Sie Verwallung der „Wiener Morgenzeitung" Wien» U.i T^hoestratze L—S Telephon 44.038, 48.819. Gerichtssaal. Aufgehobene Abschaffungen. Der VerfasiungSgerichtshof vexkünvete gfftern das Urteil über die Beschwerden der Privat« beamtin Wilhelnvine Spitz und des Comptoiristen Friedrich Grüntvald, welche, obwohl im Elternhaus« lebend, vom Wiener Magistrat als politische Landesüchörde wegen einmalL- - ger Abstrafung wegen Diebstahls auS Wien abaefchafft wurden. Beide hatten wohl durch Option die österreichisch« Staatsbürgerschaft erworben, aber noch nicht das Hsim-atSrecht in einer österreichischen Gemeiwoe erlangt. Der Magistrat war der Ansicht, daß solche heimatslof« Bundesbürger abgeschasft werden können. Der Berfassungsgerich^shof (Vorsitzender Präsident Dr. Bitorell«) teilte diese Anschauung nicht und entschied, daß durch die berden Abschaffungen daS verfastungsmäßig gewährleistete Recht auf freien Aufenthalt verletzt wurde. Zugleich wurde die Abschaffung als verfastungswidriig ausgchoben und der Magistrat zur Zo-hlu-ng der Prozeßkosten von je einer Million Kronen verurteilt. Di« Begründung lautet dabin, daß Bundesbürger nur mit der Verweisung in die Zuständigkeitsgemeinde abgeschoben lverden können. Da aber eine solche Zuständigkeit für die beiden Beschwerdeführer nicht besteht, können sie mich nicht abgeschafft werden. Die Gefährdung der öffentlichen Jnteresien a-ber, auf die sich der Magistrat berufe, sei gerade in Wien minder groß als sonstwo, da die Beschweroesührer in Wien bei ihren Eltern leben. Das vierte Gebot. Eine alte Frau von fast 72 Jahren stand kürzlich als Angeklagte vor dem Stvafrichter d:s Bezirksgerichtes Fünfhaus (Landesgerich^srat Dr. Wein lick)), um sich wegen eines gegen ihren Sohn geführten Messerstiches zu verantworten. Die Frau heißt Antonie Nowosat. der Sohn Karl Nowosat. Zwischen Mutter und Sohn herrscht steter Unfrieden. er will, daß sie die Wohnung räumt, sie ist ihm zu viel. Am 7. September, als er gegen 10 Uhr nach Hause kam. gab eS wieder Streit zwischen Sohn und Mutter. Karl Nowosat gab bei der Polizei an, seine Mutter hätte ihm während des Wortwechsels mit dem Messer über dem Auge eine Schnittwunde versetzt. Bei der Verhandlung belastete der Sohn seine Mütter und gab der „H o s f n u n g" Ausdruck, daß seine Mutter ihr« Tat im Arrest büßen werde. Die angeklaate Greisin beschrieb den Vorfall folgendermaßen: „In dem Streit, den wir gehabt haben, hat er mich schlagen wollen, ich Hab* eine Abwehrbewegung mit der rechten Hand, in welcher ich das Messer gerade gehalten habe, gemacht und da ist er in dasselbe hineingerannt. Herr Richter, ich bin über 70 Jahve alt und mein Sohn schlägt micki fall ieden Taa." Ter Richter svrach die Angeklagte frei ■ " 1 i' VijpwQM»! ■fBgOTiwsw

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