Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-11-29 · Heft 1721 (29.11.1923) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1721 (29.11.1923)
Date
1923-11-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980803--16930-3003889
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 1T8I Wlen^ Doumrstag S»r«a°n wird Lr. Rahum Goldman« sAerlln) --== (itfUtfllieb deS ttionistischen Aktionökomitccs) Der Saal wird schon um 10 Ubr geöffnet wuiuu^ vv« cvv^vmvvi *« \j»f k/uiy ü uy liiiifriUHV; findet im Saale des Hotel Continental, H. Taborstr. ein Zionistische BestirRssektie» Ceopoldstadt Jeden Donnerstag für Mitglieder und eingeführte Gäste ARON SCHWERTFINUER m«slanl$rnu$ im Julemum Keilte DonncMafl den 29. d., präzise 8 Uhr abends, im (Ulmr Bflmrttti. 1I., Praterstraße 11 berücksichtige und daß es einen förmlichen Numerus clausus, dieses Ausflusses chauvinistischer Ungerechtigkeit, gegen «die Deutschen einführe. Tschechische Abgeordnete, die Zeugen beider Reden waren, verwiesen dann auf den Widerspruch der Anschauungen und meinten, was dem einen recht sei, müsse der andere billig finden. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Aus den Nachweisen über die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in den einzelnen industriellen Bezirkskommissionen ist zu ersehen, daß der Stand der u n t e r st ü tz t e n Arbeitslosen Ende Oktober 7 5.7 7 5 gegen 78.801 Ende September betrug. Somit ist ein Rückgang in der Zahl der unterstützten Arbeitslosen um zirka 3000 Personenzu verzeichnen. Am stärksten ist dieser Rückgang in W i e n, wo die Zahl der unterstützten Arbeitslosen EndeOktober46.6 75 gegen 50.048 Ende September betrug. Auch in W i e n e r- R e u st a d t <8945 gegen 9853) und Salzburg (800 gegen 849) ist e i n R ü ck g a n g zu verzeichnen, während die libriaen mdustriellen Bezirkskommissionen, vor allem St. Pölten (2414 gegen 2094 .Linz 6460 gegen 6098) und G r a z (4544 gegen 4463) einen verhältnismäßig ansehnlichen Zuwach s an unterstützten Arbeitslosen zu verzeichnen haben. Roßbach nicht, in Wien. Die Gerüchte, die von einer Anwesenheit des deutschen Bandenführers Oberleutnant Roßbach in Wien wissen wollten, bestätigen sich nicht. An maßgebender Stelle erfahren wir. daß von einer Anwesenheit Roßbachs in Wien -nichts bekannt sei. Man hält eine solche für unwahrscheinlich. Die gepflogenen Erhebungen hatten ein negatives Resultat.. In der Mensa academica hat keine Versammlung, an der deutsche Offiziere Teilnahmen, stattgesunden. Tschecho-Slowalet Prag, 28. November. (Tel. der „Wiener Movgenzeitung".) Wie wir gestern berichteten, sind die Vorarbeiten für den tschechisch-ungarischen Handelsvertrag vorläufig a bg e b rochen worden. Nach Informationen von informierter Se.ite ist diese Stockung auf das Verhalten der ungarischen Unterhändler zurückzusi'chreri, die den tschechischen Wunsch nach einer Warenaustausch-Konvention mit der Bemerkung ablehnten, daß man darüber erst riach dem Abschluß der Anleiheverhandlnngen verhandeln tönne. Man ist m Prag der Meinung, das; Ungarn auf de,m Umweg über den tschechischen Handelsvertrag eine Pression auf die Tschecho-Slowakei und dadurch auf die kleine Entente versuchen will, um die politischen Bedingungen dieser mit Recht von Mißtrauen erfüllten Staatengruppe aufzuheben. Aus diesem Grunde hat es die Tschecho-Slowakei vorgezagm, die. Verhandlungen einstweilen abzubvechen. _Wiener Morgenzettrrng._ gegen eine Hausse angekämpft worden sei, verwahrte sich jedoch dagegen, daß auch Faktoren der staatlichen Finanzpolitik an diesen Manövern beteiligt gewesen wären. Schließlich versprach der Ministerpräsident Maßnahmen gegen die Winkelbanken. Die Immunitätsaffäve Ulain wurde sodann ans morgen vertagt. 2er gnnenininister kündigt strenge Beftraf««g der Bombenwerfer an. Budapest, 28. November. Minister des Innern Ilvan Rakovsky erklärt im „Nyole Orai Ujfag": Marffy und Genossen, die das Bombenattentat gegen die französische Gesandschaft versucht hatten, haben anläßlich ihres Verhörs über das Motiv ihrer Tat angegeben, sie hätten auf diese Weise die Aufnahme einer Ausländsanleihe verhindern wollen, um dadurch der Regierung zu schaden. Eine solche Hypertrophie der Böswilligkeit stehe bisher rn der ungarischen Geschichte ohne Beispiel da. Die Regierung werde Exempel statuieren, damit man sich in Hinkunft im Lande nicht zur Verübung solcher Verbrechen organisieren könne. Polen. Mn nnttsemittscher Hirtenbrief. Krakau, 28. November. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) „Glos Narodu" veröffentlicht einen Hirtenbrief des Krakauer Bischofs Sapieha über die letzten Vorfälle in Krakau. In diesem bedauert der Bdfchof, daß viele Christen „dem Beispiele der Juden gefolgt sind und wie sie großen Gewinsten 'nachjagen". Der Hirtenbrief schließt mit der Aufforderung, nicht an Haß und Rache zu denken, da diese Begriffe dem Christentum ferne sind, und das Bild des gekreuzigten Christus nicht das Banner derjenigen, die Christus gekreuzigt haben, anerkenne. In derselben Zeitung veröffentlichte der Adjutant des Staatspräsidenten, Rittmeister Puslowski, einen Aufruf an die polnischen Legionäre, in dem er sie zum Kampfe gegen den jüdischen Materialismus und die internationale ,Iavmulka" (Judenmühe) auffordert. Der Staatspräsident hat daraufhin seinen Adjutanten vom Dienste suspendiert und auf Urlaub geschickt. eine merkwürdige Interpretation der ..Staatsbürgers-. Warschau, 28. November. (Tel. der ,Wiener Morgenzeitung".) Wie bereits gemeldet wurde, hat A-bg. Grünbaum vor längerer Zeit eine Interpellation eingebracht, in der gefordert wird, daß der Sejm eine klare Definition der Begriffe „P o l e" und olnischer Bürger" erlasse. Mimsterpräsident Witos übermittelte jetzt an den Jüdischen Klub eine Antwort auf diese Interpellation, in der erklärt wird, daß die Polnische Verfassung beide Begriffe, sowohl den der ,Dürgerscha ft" als auch den der „Nationalität" vorsehe. Die Verfassung sichert jedem Bürger einer nichtpolmschen Nationalität die Möglichkeit seiner nationalen Entwicklung. Daraus sei zu schließen, daß die .Forderung der Interpellanten, wonach jede gesetzliche Bestimmung auf „alle Bürger ohne Unterschied der Nationalität" anzuwenden wäre, falsch sei. (?) Gewisse prinzipielle. Verordnungen, die die allgemeinen Pflichten und Rechte der Bürger regeln, betreffen sämtliche Staatsbürger. Es existieren jedoch gewisse Bestimmungen und Verordnungen, die nur „bestimmte Kategorien von Staatsbürgern, die von ihrem Alter, Beruf und Nationalität abhängen", betreffen. Deshalb können die Begriffe „Personen nichtpolnischer 'Nationalität" und der Begriff „Pole" mit dem Begriff „polnischer Staatsbürger" nicht im Sinne -der Interpellanten identifiziert werden. Es wird, in jedem Falle notwendig sein, zu eruieren, ob der Gesetzgeber diesen oder den anderen Begriff im Sinne gehabt habe. Rumänien, 89. November 1923 Seite 8 fl e rrcnmo dehaMS am@r rosser $erienverkauf! Frack oder Smoking aus feinstem engl. Material aus reiner Seide K2,500.000 Orig. engl. Herrenanzug nach Mass K 1,800.000 Orig.engl.Raglan,fertigu.nachMass K 1,200.000 Seidenhemden.K 250.000 Abendhemden mit franz.Piquebrust K 120.000 fa. weisse Rayfehemden.K 110.000 Engl. Wollwesten.. . . K 170.000 Herrenhüte, beste Qualität . « * K 130.000 Ia. Florsocken.18.000 Seidenkrawatten.K 40.000 NUR E 1 AM G E TAGE, Von der Berliner polnischen Gesandtschaft wird nun nritgeteilt: Nachdem die Intervention des Generalkonsuls bisher erfolglos gebkeben ist, habe sich die Regierung -zu einem neuen Schritt entschlossen und durch Bermittlrmg ihres Berliner Gesandten beim Reichskanzler über die Mißhandlungen und Plünderungen, denen polnische Staatsbürger jüdischen Glaubens am 5. d. in Berlin ausgesetzt waren, formell Beschwerde erhoben. In der Beschwerdenote wird angeführt, daß über 100 Protokolle vorliegen, ans denen sich ergibt, daß die Polizeibehörden die Angegriffenen nicht nur nicht verteidigt, fordern die Plünderer durch ihr Verhalten sogar zu weiteren Ausschreitungen ermutigt haben. Die polnische Ziegievwug fragt an, in welcher Meise die schuldigen Beamten bestraft worden sivd. Schließlich wird für die geschädigten polnischen Staatsbürger Schadenersatz gefasert. Besprechung der Konnnnnkftenkrawalle im preußischen Landtag. Berlin, 38. N-oventber. In der hmitiWn Sitzung des ÄMldtages verlas Präsident Le inert ein Schreiben der Somm'unliiMchn Fraktion, worin gegen die Vechalftunig -er geordneten Frau Wolf sie i n bei der gestrigen DeanonsiraÄM iim Lustgarten protestiert wird. Die Beschwerde wuride am den Minister des Innern wÄt'Svgeigeben, der darauf erwidert Hab.', Frau Wolf sie in sei nach PoBitzeMchen Angaben bei Begehung einer strafbaren H-aMiung verhaftet, ihre Jnvin-unität otDfo nicht verletzt worden. Die Demonstration fsi a>uf Bofchl der Moskaner Exekutive verunstaltet worden. (Widerfprnch bei den Kommunisten.) Minister Seve-ring verlas zum Beweis dessen einen MfgcsanWnen Brief der Moskauer Exekutive, worin besohlen wird, daß nach Zusammentritt des Reichstages die kommunistischen Abgeordneten durch Lävmtzenen ihre gewaltsam« Enfferimnig aus dom Saal provozieren mtd daß im Anschluß daran ein bewaffneter Aufstanv pro- Vamiiert werde. Minister S e v e r i n g eMärt, es halbe sich um eine Generaiprolbe für einen großen bewaMoiien Ausstawd gehandelt. Als die KanMvnisten Varaius mit Geilächter antworteten, rief der Minister: ,^Jch bitte, eimige W a f s e n auf den Drsch des Hauses zu l.'lgen!" Mchrwe Diener jcM-c^pteu schwere Mas chinengewehre, Gewehre mD Karobin er herein. Der Minister erklärte we':ler, vom 16. November bis h.mte seien mehr als 4000 M a ri e rp istol c n, 500 Karabi ner, zwei Dutzend Maschinengewehre nni) viele andere bei Kommunisten öeschsagMhnrte Waffen aufgeMiden worden. Budapest, 28. November. (Tel. d. „Wierier Morgenzeituug".) Die Nationalversammlunig setzte heute die Debatte über den Bericht des Imnmillitätsausschusses in der Affäre Ulain fort. Abg. Lendvay von der rechtsradikalen Opposition erklärte in seiner Rede, das; die Juden Ulain in eine Fall« gelockt Men. (!) Abg. RnPPerl (Demokrat) verlas einen Brief Lendvay s, in welchem dieser die ungarische Räterepublik verherrlicht. Er besprach dann den Fall Alain vom juristischen Standpunkte aus und forderte eine strenge Qualifizierung seiner Strashandlnng. . Der weitere Verlauf der Sitzung war Interpellationen gewidmet. Der Abgeordnete Temesvari richtete eine Anfrage an die Regierung bezüglich der Börsenlage un-d der angeblichen Machinationen der Kontermme an der Bndapester Börse. Ministerpräsident Graf Be Ihlen erwiderte, ob an der Börse Hausse oder Baisse ist, gehe die Regierung nichts an. Immerhin beobachte sie die Vorgänge an der Börse von dem Standpunkte aus, ob dort' keilte Mißbräuche getrieben werden.' Der Mimsterpräsident gab zu, daß in der letzten Zeit mit künstlichen Nutteln Me Mchtlingssrage. Bukarest, 28. November. (Tel. der „Wiener Morg-enzeitung".) „Monitorul oficial" Publiziert eine ministerielle Verordnung, wonach seit 27. März 1918 nach Rumänien gekommene russische Flüchtlinge unverzüglich Rumänien verlassen müssen. Ausgenommen sind in Beßarabien geborene Russen, deren Eltern ihren ordentlichen Wohnsitz in Beßarabien haben, sowie Russen, die auf Grund des Pariser Vertrages die rumänische Staatsbürgerschaft erworben haben. Kn zweiter diplomatischer Schritt der polnischen Regierung wegen der Berliner Pogroms. Berlin, 28. November. (I. T. A.) Vor einiger Zeit hatte der polnische Generalkonsul in Berlin im Aufträge seimr Regiermrg in dev Angelegenheit der am 5. d. im Berliner Ostjudenviertel vorgekolnrnetden pogrolnartigen Ausfchre-itnngen interveniert und dabei erklärt, eine große Anzahl von Inden polnischer Staatsangehörigkeit habe bei diesenr Pogrom Schaden au Leib und Gilt erlitten. Berlin,'28. November. (Des. d. „Wr. Movgenzeitung".) Der sozialdemokratische Parteiansschuß hat beschlossen, jede organisatorische und politische Vereinbarung mit der kommunistischen Partei Deutschlands a b; u l e h n e n, ba die Kommunisten aus B e f c h I Moskaus den gewaltsamen Angriff aus die republikanische deutsche Versassuug vorbereiteten. - Graz, 28. November. Alls Belgrad wird der „Tagespost" gern-eVet: Nachrichten, die aus Nordgriecheuland eingetroffen sind, besagen, daß in Griechenland die R epublik proklamiert worden sei. Der Chef der Regierung General Plaürras ver suchte, den in Paris weilender! B e n i s e l o s zu überreden, nach Athen zurückzükehren und die Präsidentschaft der Republik su übernehnrerl. Uebersiedlung des Königspaaves nach Nizza? Bukarest, 28. November. (Tel. der Mienvr Morgenzeituug".) Königin Maria hat Auftrag gegeben, ihre Villa in Nizza empfangsbereit zu machen. Der (könig von Grieche"- kand und seine Gemahlin, einv Tochter der Königin Maria von Rumänien, dürsten dorthin übersied.'ln, falls die Ereignisse sie Zwingen sollten, Griechenland zn verlassen. kaufen Warenßrii im es!!., Taborstraße 48 T«!e«hon 47-1-79 Engros En deial i!' I f i i l M Bar^-T^7TT?rs«57?.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.