Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-11-28 · Heft 1720 (28.11.1923) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1720 (28.11.1923)
Date
1923-11-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980802--16919-3003877
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Pr. 17W Men, Mikivoch Me Lebenrmlttelmiirkte. Rindfleisch wieder teuerer. Ohzjwar das Angebot an Fleuch den Bedarf bei, ioeibr-m Abersteigt, halben sich gestern mit Rücksicht ans die Erhöhungen aus dem Rinde rmarkte in St. Marx die Preise für mittlere und mindere Qualitäten von Rindfleisch im Großhandel nur 1000 K. pw Kilogramm verteu-er-l. Die Nachfrage U infolgedessen schwächer geworden. Im Meinhanldel blieben die Preise noch unverändert. Auch -ans den Gvünwarenmavkten entwickelte sich nur schwacher Verkehr. Kartoffeln waren in größeren Mengen -anaeLommen. auch die übrigen Artikel lvaren in bedarifdeckeniden Quantitäten vorrätig. Die Preise -lieben im großen und ganzen unverändert. „ Butter und Eier kamen gleichfalls in ausreichenden Mengen auf die Märkte. auch hier blieben die Preise unverändert hoch. _ Unverändert. Auch gestern blieb es m Oesterreich größtenteils trüb. In Wien und Graz brach zeitweise die Wolkendecke auf. Die Mittagst eniperaturen tvaren im Durchschnitt mnt 4 Grad tvämer als vorgestern. Luvz hatte mittags Regen. Boraussage: Herrschender Wettercharakter ohne wesentliche Aenderuug andauernd, Temperatur tagsüber über Rull. * Keren Kajemeth L'Israel (Indischer Nationalfonts). Morgen Donnerstag, 6 Uhr abends, im Bureau, 2. Bez., Zirkusgasse 93, Sitzung der Landcskommission. * Ein fast völlig erblindeter jüdischer junger Mann, der innerhalb kurzer Zeir viermal operiert werden nrußte, steht vor der Gefahr, sein Augenlicht gänzlich zu verlieren, wenn es ihm nicht in kürzester Zeit möglich wird, nach Meran zu kommen. Durch seinen gegenwärtigen Zustand völlig erwerbs- und mittellos, ist der Genannte 'unfehlbar dem furchtbaren Los der EvWndung ausgesetzt, wenn nicht mildtätige Menschen sich seiner aunehmen. An sie ergeht der Rus zur Hilfe. Spenden nimmt die Ortsgruppe Leopoldstadt der „Bereitschaft", Cafe Fetzer, 2. B-ez., Praterstraße, entgegen. * Wieder ein vermißtes Mädchen. Seit dem 35. d. ist die 17jährige Anna Gallos. 2. Bez., Am Tabor 14, aus dem Elternhause verschwunden. Die Gallos war in einer Trafik -angestellt und hatte vor einigen Tagen dort für sich einige Handtäschchen von einem unbekannten Manne gekauft, die, wie sich nachher herausstellte, von einem Diebstahls hervührten. Anscheinend hatte das Mädchen Furcht, durch diesen ahnungslosen Ankauf Unannehmlichkeiten zu haben, und ist deshalb von den Elternhause fortgegangen. * Unveränderte Gas- und Strompreise. In der gestrigen Sitzung ds Stadtfenats wrvrden die Preise für Gas und elektrischen Strom für den Ableseabschnitt vom 1. bis 7. Deizeimiber bestimmt. Sie bleiben unverändert, so daß ein Knikmeter Gas 1900 K. und eine KüktMattstunde Lichtstrom -190 K. und Kvaftstrom 270 K. kostet. * Städtische Beratungsstelle für Geschlechtskranke. Die Gemeinde Wien eröffnet am Montag den 3. Dgzömiber eine. Beratungsstelle für GeiiMechtskranke. Sie ist im städtischen Gesundheitsamt, 1. Betz., Raihausistraße 9, 1. Stock, nntevgeibvachit. Die Beratunigslstimden für Männer -finden jeden Montag und für Fraiuen jeden Donersdag von Wb 7 bis halb 8 Uhr abends statt. * Freie Aerztestelle. Itn Krankenhaus der Stadt Wien in Lainz wird am 1. DetMilber die Stelle eines Abteilungsassistenten an der Zweiten mcktiginÄschen Abteilung für Tuberkulose beisetzt. Die mit den enüspr-cchonlden PersonatldMulneuton u>nd ZeviM-isfen versehenen Gesuche sind bis -pcilüstens 30. d. bei der DircAion des Kraukonhaufts der StM Wien emzuveichen. Vom Wiener Hechaluz. Am 26. d. fand inr ChaluKeim Kaihlie-n'bengerdors die Genenciilverfaimnilliung des Hechaliug statt, dem jetzt auch die sich für Palästina vorbereitenden Mitglieder des Blau-Weiß, der Menorah und der Awoday (Speising) boigetreten sind. Der Delegierte des. Zentralausschusses -des Gha'lutz in Berlin. Herr Schapiro, rc-ferierte über die Entwicklung und Bedoutung des Eha.!uz. Dr. Beu Shem wies ans die Wichtigjksit der Teilnahme der Wiener Jaden an der CihBivzorganiisation hin. Es wurde.ein W>aad von fünf Mitgliedern gewählt, um die orgianifatovische und evzi-cherifche Arbeit in der durch die neuen Eintritte verstärkten Wiener^ Chalu^gruppe in die Wage zu leiten. * Ein Fasttag der Münchener jüdischen Gemeinde. Der Münchester Rabbiner Dr. Ehr ent reu hat mit Rücksicht auf die traurigen Erlelbnisse in der Münchener Mischen Gemeinde einen Fasttag eingesetzt. Weiter hat er an-geordnet, daß in Zukunft der 1. K i slew. an welchem Dajge die Juden-. Heft Münchens in besonders großer Pogroongeifahr geschwebt hat,zunächst auf zchn Jahve, im Gottesdienst besonders her-, vorgchstben werden soll. (I. T. A.) * Wintersportzua Wien—Mürzzuschlag. Die Bstriebsdirekt-ion der Donan-Save-Adriabahn (vorm. Südbahn) teilt mit, daß die beschleunigten W-mtevsPirtMe Nr. 33 (Wien- Südbahsthof ab 6 Uhr 10 Min., Mürzzuschlag an 9 Ufa 12 Min.) und Nr. 94 (Mürztzuschlag ab 18 Uhr, Wien-Südbahnhof an 20 Uhr 57 Min.), solange das gegenwärtige günstige Spovtwolter anhält, ieden Sonntag in Verkehr gelangen werden. Im, Falle aber das Wetter vor einem Sonntage Plötzlich umschla>gen sollte, so daß eine genügende Frequenz der beiden Züge nicht zu erwarten wäre, behält sich die Betriebsdirektion vor» den Verkehr derselben ohne weiteres aufzulassen,^ in welchem Falle dann den Touristen noch immer die unbedingt verkehrenden fahrplanmäßigen Züge 31 (Wien-Südbahnhctf ab 6 Uhr 16 Min., MÜMillschlag an 9 Uhr 47 Min.) und 48 (MÜMuschlag ab 17 Ufa 24 Min., Wien-Güdbchnhvf an 20 Uhr 54 Min.) zur Verfügung stehen werden. * Ae»tderungen rat Verkehr aus der Franz Josefsbahn. Mit Gültigkeit vorn 3. Dezember d. I. werden die Züge 43. ab Wien 11 Uhr 55 Min., 29, ab Wien 20 Ufa 5 Mm., 48, an Wien 13 Uhr 50 Min., und 146, an Wien 21 Uhr 6 Min., ausgelassen. Ebenso unteMeibt der an Sonn- und Feiertagen und »-deren Vortagen verkehrende Zug 47, ab Wien-Franz Iosefsbahuhof um 12 Uhr 50 Min. An Stelle des Zuges 29 verkehrt der ab Wien-Franz Ios-cfs'bahnhof um 19 Ufa S Min. abgehen.de Zug 143 bis Si'gmundsherberg. ab Tulln in den Verkchszelten des Zuges 29. (Nachfolgende Notizen vis zur Rubrik Vereine" sind entgeltlich.) Reelles Angebot guter und bMger Waren. Infolge Vergrößerung der Geschäftsriimne gelangen im KaufhMS Brüder Schiff m a u n, 2. B e z., Taborstraße 46, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leinenwaren, Bettwäsche, 8kegenmäntel sowie original englische Stoffe für Damen und Herren in enormer Auswahl -u erreicht billigen Prellen -um ggTcwt? Morgenzenild_ Mitteilungen aus dem PublikUM. PELZWAREN. aller Art, für Damen u. Herren, in eigener Werkstätte feinst ausgcftllir* Wb* su billigen ElnfUhrungsprelseii AJeitler,ll.,Schmelzga$se6 Modernisierungen pro vpt und billig! 'Wi$sens:chafr.i ich er'pr.o br! Memdwasse Zahr* V/tr.K;u,n q unübe'r Tröffer.v 276. Kanstanktion von 6. J, Wawra 1 Wien, III,, Xaothrlngeratrass* 14 276. Kanstanktion von 6. J, Wawra 1 Versteigerung einer Kupferstichu. Handzeichnungssammlung aus dem Nachlasse eines alten Wiener Sammlers und aus Privatbesitz Heute Mittwoch den 28. und morgen Donnerstag den 29. November 1923 ab 3 Uhr Kupferstiche,Radierungen, Holzschnitte vonH. Aldegrever, Ardell, Barbari, Eartolozzi, Beauvarlet, H. 8. Beham, Beljambe, L. M. Bonnet, Dagoty, Deraarteau, A. Dürer, Huet, N. Lavreince, A. Legrand, Parizeau, RembrancJt, J. Smith, R. Thew, W. Ward. Handzeichnungen und B Aquarelle von R. F. und J. Alt, A. Braith, E. Eybl, A. Grottger, Ten Kate, H. Kauffmann, J. Kossak, L. Munscl, —^ E. Peter, A. Pettenkofen, E. Ritter etc. 5 ^smamBmntmmmummuBammsasBsmssas^ Nachstehend einige Beispiele: Prima Webe. ..pro Meter 11.000 K. 8.500 K * Ehrffon.. 12.000 K. 8.800 „ Streifgradl„ 14.000 „ Bettzeuge.„ 12.000 K. 9.800 „ Bettücher, 140 Zentimeter breit 19.800 ¥ Matratzengradl.. „ 28.000 „ Blaudruck.- « 9.800 „ Etamine in allen Farben .... „ 7.900 _ Dämenheinden.. 25.000 K. 19.800 J Damengarnituren (dreiteilig) . . . . Seideniuinver. 59.000 „ Kretonhemden (für Herren) .... 29.800 Unterhosen '.• . 18.000 „ Covercoats. 39.800 „ Englische Schaflvollstoffe. 45.000 Regenmäntel. 125.000 „ * Tanzjnftttuk Kermann Braun, 14. Bez., Deinöorfgasse 42. * rllle Haussranen rufen Im Chor r „Die beste Seife ist Kagor." Bereine. BortrSge und Versammlungen. Zionistischer Block. Donnerstag, 1jil Uhr abends, L e i t u n g s s i tz u u g. 8 Uhr abends, Plenarsitzung. C h u g I w r i, B r i g i t t e n a u. Sonntag, l!S Uhr, 20. Bez., Karl Meißel-Straße 5, Zusammenkunft. Gäste willkommen. — JüdischeTovndeehalle, 20. Bez., Denisgasse 83. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag. Professor Dr. Oswald Rossi: „S exuelleErziehungderJugend". Jugendliche unter 16 Jahren haben keinen Zutritt. — I ü d i s ch e T t s chgesellschaftLandstraße. Heute, 8 Uhr abends, im Cafe Ilion Vortrag. Thema Vorbehalten, — Z i o n i ft.i f ch e Sektion B r e i t e u s e e. Heute, lkS Uhr abends, im Cafe 3iudolfsh5he, 14. Bez. Hütteldorferstraße, Ecke Johnsträße, Vortrag des Herrn Siegmund Jonas über „S o z i a l v r o b l e m e vom Standpunkte der Bibel". Diskussion. — I u g e n d v e r e i n A h a w a t h Zion, 2. Bez., Glockengasse 30. Heute, Vs Uhr abends, Vortrag des Herrn Professor Dr. W. Stein. Gäste willkommen. Urania. Morgen r Großer Saal: V»3 Uhr: Schülervortrag: Japan. 5 Uhr t Die Besteigung des Mount Everest. V-8 Uhr: Dr. Josef Berg au er: Alt-Wiener Theater. — K l e i n e r S a a l: '/,6 .Uhr: Direktor Karl Liebleit n er: Volkslieder ftir daheim und die weite Welt. V. V-8 Uhr: Akademischer Maler Em. S ch a f f r a n: Der Gardasee. — Kurssaal: V,6 Uhr: RegierungSrat Professor Rudolf L a r i s ch: Unterricht in ornamentaler Schrift. IV. Vs7 Uhr: Architekt Professor Otmar L e i x u e r: Von deutscher Baukunst. III. Deutsche Rat- und Bürgerhäuser. 8- Uhr: Mederösterretch und das Burgenlanb.' VII. Hofrat Doktor Max V a n c s a: Die Geschichte Niederösterreichs. — K l u bs a a lr V-6 Uhr: Dr. Egon. Stuart Wi l lf o rtr .Neugestaltung der musikalischen Erziehung. */,8 Uhr: Direktor Josef Neumair: Faüst-Leseabende. — Lehrsaal H: 8 Uhr: MÖBELHAUS 1 ANTON SCMLE5INUER übersiedelt inden 1. Bezirk,Wa!lnerstr.3(Tel.l4-21/lV) nächst Kohlmarkt. ssi V^ohnun§8einricfttun^6n / lnnendeicorationen ' KeickL88ortiei-te8 Lag^r / Billigste Einführungspreise 28. SttVellMr.1928 SM 8 .——- 1 ...... ..“"“‘«S. Ingenieur Josef Mieglr Die Pfadfinderei als ErziehungSq fystem. IV. — M i k r o f k o p i e r s a a lr. 8 Uhri Dr. Hans L e i t m e i e r r Hebungen im Bestimmen von Mineralien nach äußeren Kennzeichen. VI. O e st e r r e i ch i s ch e S M u f e u m. Morgen Donnerstag, 7 Uhr abends, Bortrag des UniversitätsprofefforS Dr. Emanuel L ö w y: „U e b e r P h i d i a s." Karten beim Portier, 1. Bez., Stubenring 5, und abends an der Kasse. Kurse für hebräische Stenographie. Die Bibliothek Zion, 2. Bez., Glockengasse 90, eröffnet Kurse für hebräische Stenographie. Unterrichtsstunden jeden Sonntag um 2 Uhr nachmittags im Vereinslokal. Einschreibungen im Verein täglich zwischen 6 bis 8 Uhr abends. Regiebeitrag minimal. Zuhörer willkommen. Bühne und Kunst. „Zeder Frau» Berlmg." (Gastspiel Henriette Schnitzer. — Jüdische Künstlerbühne.) Dies-cs elende Machwerk omeviikanischer Pvovenieng wich durch das Spiel einer Mischen Schauspielerm geadelt, die hier ihre Kunst zur höchsten Diriuasttät steigert. Henriette Schnitzer gestaltet ein Weib von so-lch glühender Imrigkeit und hcheiisvollenr Schmerz einer gebrochenen Seele, daß man Mitunter diesen erbärmlichen Dheatersaal vergaß und sich in die Burg der Blütozeit mit der Meibtreu oder an einen Abend mit der Dnfe versetzt dünkte. Eine Frau, die sich an der Seite eines gesetzesaber nicht liebesbeflissmen Advokaten vereinsamt MlÜ^rennt mit einen: Liebhaber durch. Das cheliche Kind, das sie mit sich in das uneheliche Lieibesnest nimmt, wird zum Blitzableiter der Brutalität des Geliedten. Er sinkt indessen in dcn Sumpf des Alkohols und Lasters, versucht die Geliebte mit sich in den Ab- Mund zu zerren und wird noch rechtzeitig durch ihre Kugel davon abgchalten. Ein Ibsen-PvoWem mit eiriem knatternden Beiwerk aus Broadway. An diesem Kitsch verschwendet die Schnitzer ihre Kunst. Ms strahlende Schönheit gerät sie ans die schiefe Ebene, als zusammengeschvnn'lpfte, von maßloser B-erzwvijflung anfgepeitsche Mätresse, die zur Mörderin wird, beschließt sie ihre Laufbahn. Die Liebe ist doch kein leerer Wahn! Durch ihre überragende Individualität^ sprengt - die Schauspielerin den Rahmen dieses »^Dramas", ihre Haltung, Gebärde und eine Stimme, die vom zitternden Lispeln einer Sehnsüchtigen bis zur höchsten Wnt einer Betörten sich steigert, atmen Leben. Zum Lvbe unserer einheimischen Künstlerschar sei gesagt, daß sie hinter dem amerikanischen Star nicht zurückblieben. Vor allem Isaak Deutsch, maßvoll und lebenstreu in seiner Zu'hälterrolle. Sehr gu>t auch die Leistung des Fräulein Kiw e, die mit Anmut und Innigkeit das Kind gab. Herr Reißmann und Frau Deutsch erfüllen wie stets ihre Aufgabe mit Lie!be und Verständnis. Ebenso die Herren Kl-inger, Seli nger, Mestel, Bell, Waldberg sowie die Damen K. Waldberg und K. Meisels. Z. F. F Berns« - der zuMMe Bmsttzealerdireltor? (Zur „Sanierung" des Birrgtheaters.) Geflissentlich nehmen wir an der Verbreitung von immer neuen Sensationsnachrichten über die Entstaatlichung der Heiden Staatstheater und die Verbindung des Burgtheaters mit Privathühnen nicht teil. Gestern erschien jedoch in einem Abendblatt eine b-enr erkensw erte Er klärung des Direktors Bernau vom Deutschen Volkstheater, welche eind e u t i g ist. Man hat Herrn Direktor Bernau seitens der Bundes-theaterverwatnua den Antrag gestellt, Burg- und Deutsches Volksth eater unter seiner Leitung zu vereinen. Dies würde lbedeuten, »daß Bernau Burgtheaterdirektor wird und das Deutsche Volkscheater weiterführt. Bernau hat emgewilligt, aber nach seiner Mitteilung istvon der Burgtheaterverwaltung noch keine Erledigunfl herabgelangt. — Weiß Direktor Herterich von dieseni Angebot? Gronemanns „Tohuwabohu" aus der belgischen Bühne. Das bereits in Holland mit großem Erfolg gusgeführte Drama „Der Sederckbend" von Fafaizrus, welches bekairntl-ich eine Dramatisierung des Romanes „Tohmvabohn" von S. G r o n cmann ist, hat, wie uns aus Antwerpen berichtet wird, dortselbst bei seiner Erstaufführung -im Publikum und Presse durchschlagenden Erfolg erzreilt. A«r den Theatern. Volksoper: Heute „Der Zigeunerbaron". Deutsches Volks th eate r: Sonntag den 2. De»' zember, nachmittags halb 3 Uhr. als Gedenktag für Rudolf Hawel das Volksstück „Mutter Sorge". Der Spielplan wurde dahin geiändert, daß morgen Tolstois Scha-uispiel „Und das Licht scheint in der Finsternis", und Samstag den 1. Dezember, halb 7 Uhr, Schillers „Don Carlos" mit Moissi zur Aufführung gelangt. Jüdische Bühne. Samstag den 1. Dezember gelangt zur ersten Aufführung die erfolgreiche Komödie „In der Sommerfrische" von N. Goldberg. In den Hauptrollen treten die Damen Fräulein Mackowa, Frau Deutsch und Frau Grat die Herren Reißmann, Deutsch und Klinger auf. Gmchtssaal. Aus dem Elternhaufe herausgeholt und abgeschafft. Zwei Beschwerden, die gestern vor dem Verfassungsgerichtshofe zur Verhandlung gelangten, betrafen die Abschaffung von jungen Leuten, die noch im Eltcrnhause verpflegt werden. Die 22jährige Privatbeamtin Wilhelmine Sp., die durch Option die österreichische Staatsbürgerschaft erworben aber noch nicht in einer österreichischen Gemeinde ein Heinmtsrecht erlangt hat, wurde im Anschlüsse an eine Verurteilung durch das Strafbezirksgericht 1 wefl'en Uebertretung des Diebstahls von der Polizeidtrektion ftir fünf Jahre ans Wien abgeschafft. Der Magistrat bestätigte die Abschaffung, worauf die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof wegen Verletzung des Rechtes der Freizügigkeit ergriffen wurde. In der Beschwerde wurde darauf hingewiesen, daß oie Beschwerdeführerin noch im Elternhause lebe und nicht bestimmungslos sei. Erst durch den Bollzng der Abschaffung würde sie beftimmungslos werden. Als Bundesbürgerin könne sie aus dem Geltungsgebiet nicht abgeschafft werden. In der Gegenschrift des Magistrats rnfab geltend gemacht, daß die Mschaffum ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.