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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-28 · Heft 1720 (28.11.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1720 (28.11.1923)
Date
1923-11-28
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Ät. 17» ' Wien, Mittwoch Wiener Morgerizettung. 2'8. November 1923 Seite 8 Aoaphen- und Fernsprechverkehr im Grenzgebiet festgesetzt, bildlich wurde auch der Umgang der beiderseitigen Grenzzonen einvernehmlich endgültig festgesetzt. Die Abkommen unterliegen noch der Ratifizierung durch die beiden Staaten. Zionistische ßezirkssektlon £eopold$tadt Jeden Donnerstag für Mitglieder und eingeführte Gäste zwanglose Zusammenkünfte Der Handelsvertrag mit Belgien. Brüssel, 26. November. (Havas.) Der Ministerrat tz«t den belgisch-österreichischen Handelsvertrag'e." tum rf genehmigt. Sie «MerfiM. Die Wiederaufnahme der Vorlesungen an der Wiener Universität ist gestern früh erfolgt. An allen Eingangstirren standen Pedelle, welche die Eintretenden zur Ausweisleistung aufforderten. Auch das Farbenverbot wurde strenge gebandhabt. Die Vertreter der völlischon Studurtenschast ersch'euen gestern vormittags beim Rektor Dr. D ö l I e r und üb erbrachten ihm fo'gendes Schreiben: „Tie Kamm.'r der deutschen Studentenschaft Universität Wien, bestätigt den Erhalt der Antwort des hohen akade-mischen Senates vcm 26. d. Auf Grund dieses Schreibens sah sich die Kammer der deutschen Studentenschaft. Universität Wien, auß.-rstande, die Belange der deutschen Studenten'chaft der Universität Wien weiterhin zu vertreten, nnd' hat daher in der Sitzung vom 26. fc*. j h r e n R ü ck t r i t t be ch! ss?n." Ter Rücktritt der Kammer ist nicht gleichbedeutend mit einer Auf'ösnng der deut'chen StndenUenschast.?as Kre'samt der deutschen Studentenschaft Testerreichs wird vielmehr einen Kress beauftragten bestimmen, der d'n> lau'enden Geschäfte zu sn^"?n Hai. Es sollen annerdem )!er..wählen für diese Kammer ausgeschrieben werden. Die HandekverkmKZverhKLLlWgM «nt Anmrn». Prag, 27. November. Wie die „Prager Presse" erfährt, sind die Vorarbeiten für den tsck-echo-lowau'chunaarischen Handelsvertrag v o r l ä u f i g a b g e b r e ch e n worden, da die ungarische Regierung den Wun'ch a äßert har den Abschluß der Verhandlungen um einige Monate bis zur Ausarbeitung des ungarischen a u t o-. nomen Zolltarifs hinauszuschicben. Polen. Mn Beatn!:n':MtteU? morgen Donnerst ia den 29. d., präzise 8 Uhr abends, im Wiener Bür«ercaf$, ll., Praterstraße 11 VOßTBAG AARON SCHWERTFIäGER Messianismus im Juden um anderem berührte er ausführlich die Praxis der S'enerbeamten gegen die Juden und stellte fest, daß man bei Juden nicht nur zweifache, sondern auch dreifacheSleuern einhebe. Aus diesem Grunde allein könne der Jüdische Klub einer Valorisierungdör Stenern nicht zustimmen, obzwar er i m Prinzip für ein solches Gesetz eiutreten würde, weil er cs für seine Pflicht halte, für die Sanierung der Staatsfinanzen einzutreten. In derselben Sitzung bekämpfte Aba. Rosmarin d'e Zusammensctz ug des Finanz rat es. den er als partei'sch bezeichnete, weil in ihm nur die Vertreter der Regierungsparteien sitzen. Beim Unterrichtsminister G ra b s k i intervenierten Aha. Tr. H a u s n e r im Namen des Jüdischen Klubs und Abg. Daczko im Na inen des Deutschen Klubs in Angelegenheit d r Unterdrückung des Schulwesens der nationalen M'.n"r'tä!en und verlangten die sofortige Aufhebung des „berühmten" Erlasses des früheren Unterrichtsministers (LM ombinski üb r den Numerus clausus und die Unterdrückung der MiuUerhcits-ebnlen. Unterrichtsmin'ster G-'rbski ver'rr-ach, d'e Wünsche der nationalen Minderst.. en einem gründlichen Studium zu unterziehen. Die ArHtsbeschräNkuKM der Men. W arschau, 27. November. (;Tc.i der „Wiener Morgenzeitung.") Ter jüdische Klub brachte in der letzten Sejm-« sitzung einen Dringlich'eitsantrag' in Angelegenheit der Zu ri'i ckz ieh n n g des Projektes über die Aufhöbung der Beschränkungen der Juden ein. Darin wird sestgestellt, daß die Zurücknahme des Gesetzes Projektes gegen die Verfassung verstoße, da im Sinne der Verfassung und des Verfall er Minderheitsvertrages sämtliche Beschränkungen aufzuheben sind. Die oftgalizifche Httachduth-Partei. Warschau, 35. Novvmlber. (Del. der „Wr. Movgenzerruug".) Im Laufe der BechanÄlumigen über die Bildung ein s Koaili't'wnska>binetls umer Witos evk>arten die SvlZiaiidamokvaten, daß sie an einer solchen Kombination nur dann tertnehinen, wenn ihnen di>- pevsönlich.' Zrrfainmcnlsetz'nng des Kabinetts früher beLaiintgegeiben werde. Jedenfalls vevlan''en sie, daß dom neuen Kabinett wider Korfanty noch Kucharski oder deren intiimeven Parteigänger angeihöven. Eine ähnliche Stellung nimmt auch die Wyzüvo l e n i emid die D o m b 8 k i-Gruppe ein. Angosich's dieser Erklärungen wird die Einsetzungeines Be a m te n kab in e t1 § in Aussicht genomimen. Im Zusammenhang damit ivopden auch die Ram-en der Generäle S i k o r s k i und Sosnkowski genannt. Die Existenz des gegenwärtigen Kabinetts ist woyl nur eine Frage von Tagen. Außenminister Dm-owsk, erklärt, daß or seinen Wertewerbleih in diesem oder im nächsten Kabinen von dom Weitewerbleib des Finanzministers Kucharski aibhängig mache. Die Auston her Mksparteien. Warschau, 27. November. (Del. d'er „Wiener Morgenzeitung".) Unter Teilnahme von vielen Tausenden von Delegierten fand hier eine Bereinigung der polnischen L i nt spa r te i e n zu einer großen Partei behufs energischen gemeinsamen Kampfes gegen die derzeitige Rechtsregierung statt. Es handelt sich zunächst um eine Vereinigung der Parteien mit der Demski-Parte i. während die Sozialisten sich formell nicht angeschlossen, aber durch ihre Vertreter ein gemeinsames Handeln versprochen haben. Die neue Vereinigung nahm eine Reihe von Beschlüssen an. Der erste schließt mit den Worten: „Wir fordern den schleunigsten Rücktritt der gegenwärtigen Reg erung, warnen zum letzten Male vor G e w a l t- Proben, denn wir kennen nicht nur unsere Rechte, sondern auch unsere Macht in Polen." .Hinsichtlich der Minderheiten droht eine weitere Entschließung mit energischen Schritten gegen die Bedrückung der Weißrussen und Ukraine r, beziehungsweise der Deutsche n und I u d e. n. Ein dritter Beschluß nennt K u ch a r s k i s Budget gefälscht. lügenhaft und demagogisch. An P i l s u d s k i wurde ein Begrüßungstelegramm gerichtet. Nach Schluß der Verhandlungen fand ein S t r a ß e n u m z u g vieler tausender Delegierter mit Bannern unter dem Gesänge des bekannten Spottliedes „Ehre euch, ihr Herren M o g u a t e n" statt. Finanzpolitik and Fndrnfrage. Warschau, 25. November. (Tel. der „Wiener Morgeltzeitung".) Der jüdische Abgeordnete Dr. Hausner unterzog in der Fmanzkommiffion die Finanzpolitik der Regierung einer scharfen Kritik. Dank der Politik, die nur auf die Unterdrückung der Minderheiten berechnet sei, konnte die Regierung im Auslande keine Anleihe. erhalten. Unter Aus Lemberg wird uns gemeldet: Die infolge des Beschlusses der fZionistischen Landeskonferenz ausgeschiedenen Delegierten der Hitachduth hielten eine außerordentliche Konferenz ab Es wurde unter anderem die Herausgabe einer eigenen Wochenschrift beschlossen und ein neues ZentraUomitee unter dem Vorsitze Dr. Rosenzweigs gewählt. — Für den 2. Dezember wurde die Landeskonferenz der w e st g a l i z r s ch e n zionistischen Organisation einbe rufen. Palästina Die arabWm Extremisten oegen das Rathenberg'Proiett. Aus JernsaLmn meldet I. T. A.: Die musebnanischchristlichie Geist llisHaft überreichte der Regierung eine schriftliche Forderung, die Konzession an dm Jngmiour R n >t h e n b e r g wegen Ausbeulung der Wasftvkrälfte PaliWn-as zu annullieren. Vierzig arabische NotabÄn aus der Gegend des Flusses Jarmuk sendeten an die Regierung einen telMioiphischcn Protest gegen -die Absicht der DenmrkationskoMnisfiou, eine Sw'cke Landes neu JavimWuß fürdie Errichtung einer Ruchenbeog-Äulage in Ansipvnch zu nchnr.ru. Die Hifenfrnir. Ans Jerusalem meldet I. T. A.: Ter von der palästinensischen Regierung e'ngeladcne Sachverständige Palme r, der die Aufgabe hatte, die Lage Palästinas im (Hinblick auf den Bau «eines Hafen s zu studieren, hat in seinem Bericht an die Regierung vorgeschlagen, den Hafen in H a i f a zu bauen. Nach seiner Schätzung wird der Bau eine Summe von 1,500.000 Pfund erfordern. Wauen. krWnmg der ersten istdischr« National- Versammlung. Aus K o w n o wird uns gemeldet: Die erste Session der Jüdischen Notionalversanlmlmlg wurde unter Vorsitz des jüdischen Ministers Rosen bäum feierlich eröffnet. An der Eröffnungssitzung nahmen auch Vertreter der Regierung, der Stadt und der übrigen nationalen Minderheilen m Litauen teil. In seiner Eröffnungsrede entwarf Minister Rosenbaunk einen historischen Uebetblick über die Entwicklung der nationalen Autononne der litauischen Jndenheit, schilderte das Arbeitsgebiet des Jüdischen Natwnalrates und skizzierte das Progralnmder Tagung. Er betonte die Wichd'gkeit dieser ersten auf Grund von allgemeinen W a h l c n z n s a m m < n b eruienen Nationalversammlung und erwähnte mit besonderem Nachdrucke, daß die Nationalversaulmlung sich auch mit der Frage der Vertretung der litauischen Judenheit in der I c w i s h A g e n c y zu beschäftigen haben wird. Nach seiner Begrüßungsansprache übermittelten verschiedene Delegationen der Nationalversamnrlung ihre Grüße. In: Namen der polnischen Minderheit sprach Abg. L n t y k und betonte, daß auch die in Litauen lebenden Polen das Bestreben haben, eine ähnliche nationale Repräsentanz wie die jüdische zu schaffen und hoffen, demnächst in die Lage zu kommen, hre nationale Repräsentanz zu bilden, die dann im Einvernehnren mit den Juden und den übrigen nationalen Minderheiten für die Sicherstellung der Miaderheitsvechte kämpfen wird. Anr Schluffe seiner Rede betonte er, daß zwischen den Polen und Juden in Litauen gute Beziehungen herrschen und gab seiner H-fsnung Ausdruck, daß dieses Zusammenleben für beide Völker nutzbringend sein wird. Nach den Begrüßungsanisprachen wurde die feierliche Eröffnungssitzung geschlossen. In der Nachmittaassitzung erfolgte die Konst'tuierung der Nationalversammlung. MildfchM. Dir englische Wahlkampagne. London, 27. November. (Tel. der „Wiener Morgen« zritung".) Gestern wurden im ganzen 1443 Kandedaten angemeldet, darunter 34 Frauen. Bei den letzten Wahlen zählte inan 1483 Kmrdidaten. In 50 Äahlkreiscn wurde nur e i n Kandidat ausgestellt, der also automatisch als gewählt gilt. Unter, diesen Kandidaten befinden sich 35 Konservarive (darunter auch der Premierminister jBaldwin), 11 Liberale, 3 Mitglieder der Arbeiterpartei und 1 Nationalist. Bet den letzten Wahlen betrug die .Zahl der alltomatisch Gewählten 57. Im ganzen gählte man gestern 495 korrservative Kandidaten, die noch der Wahl unterworfen sind, 440 Liberale, 432 Mitglieder per Arbeiterpartei und 21 der übriMin Parte'e-n. > Lloyd Georg e hielt gestern in Newcastle eine Rede, worin er 'lebhaft für den Freihandel eintrat, der England gestattet habe, die größte Kriegs- und Handelsflotte der Welt zu bauen und damit im Weltkriege dm Sieg zu erringen. ' Abba« bei der NeParationÄsmmWM. Paris, 27. November.!(Tel. der „Wiener Morgen» zeitung".) Die Reparation skom mis sio n wird, wie der „Matin" mitteilt, demnächst beschließen, den Bestand ihres Personals e i n z u schränken «und die Gehälter herabzusetzen, um mit den vorhandenen Besolduugsgeldern länger auszukommen. Die Kommission hat sich bis Freitag vertagt. Die kleine Entente. Paris, 27. November. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Nach einer Meldung des „Matin" aus Belgrad roerdelt die Vorberatungen für die Konferenz der k l e inett Entente zwischen «Belgrad, Bukarest und Prag eiftig fortgesetzt. Hauptsächlichster Werhandlnngsgegenstaudist die Festsetzung einer gemeinsamer: Politik der Länder der kleinen Entente gegenüber D e u t s ch l a n d und Rußland. Ferner soll mit Polen ein Aükömmen. getroffen werden, um dieses Land für eine gemeinsames Aktion zu geivinnen.! Was die Reparatiousfrage janbelangt, werden die Regierungen von .Belgrad, Prag und Bukarest fordern, in Zukunft an lallen Bergtungen der Großmächte teilznnchmen. Wie uns aus Warschau berichtet wird, wird Pole» au dieser Konferenz nicht teiliwhmeir. KomnnnWsche BsrskMNlMMR in Berlin. Berlin, 27. Novenrber. Nach Schluß der Betriebe und nach der Beendigung von Erwerbslo se;i r.c\ frmmlungen in den Vororten Weißensee und Liechteuoerg zogen aus verschiedetmr Stadtteilen Tnchps von Demonstranten nach dem Lustgarten- Etwa 1060 Demonstranten gelang es, bis nun Lustgarten vorzudringen, wo sie die Internationale sangen und Hochrufe auf die deutsche Räterepublik ansbrachten. Hier kam cs zu kleineren Zusammenstöße u, wobei die Schutzpolizei zunächst zwei Schüsse abgab. Da die durch' starken Zuzug allmählich auf m e h r e r e tausend P e r-! sonen angewachsene Menge die Aufforderung, den Platz zu räumen, mit Niöder-Rnfen auf die Schutzpolizei beantwortete und aus der Menge Schuf fr auf die Polizei fielen, gab die Polizei einige Schüsse ab, durch die anscheinend niemand verletzt wurde. Es gelang der Schutzpolizei, die M' ge tzu zerstreuen. Etwa 3600 Personen, die sich ans den Küstrinerplatz angosanune.lt hatten, um von dort zum Lustgar'en zu murschieren, wurden von der Polizei mit G u ul in i f n ii 11 •* t rt auseinaudergetrieben. Ein Polizeiwachtmeister und mehren Demonstranten wurden verletzt. Zwei Personen wnrd'u verhaftet. Die Ansammlungen an anderen Stellen der Stadt wurden mühelos aufgelöst. Scrotmis filier die BesetznngsWe«. London, 27. November. (Havas.) Eine Sachverständigem beiprechung befaßte sich heute mit der neuen Lage im Ruhrgebiet und insbesondere mit der Frage der Bezahlung der Be«, satzungskosteu. Bradbnry wird mn Freitag der Botschafterkoniftrenz das Ergebnis der Poiisung mitteilen. km besten u.bHflssten«: kaufen lüstenim [Schiffmann II., TaborstraSe 48 Talenhon 47-1-79 ' En gros En tieisll

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