Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1719 (27.11.1923)
- Date
- 1923-11-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6t«t » MM. N«N»W " _Wiener MovEzerr»««,. ___27. November 1923_Nr. im Llaß diesmal Fra« Steinsieü, deren Bürgerlichkeit eben-- so wenig glaubhaft erschien wie ihre Sehnsucht nach denn Phantastischen. Das Hauptthema des Stückes wurde durch den aufreizend bequemen Sekretär des Herrn Lackner völlig um seine Wirkung gebracht, in dem gar nichts von dem Ttipus des Nachgenießers der Lebensfreude zu spüren war. Alexander M o i s s i ist der Baratt. Er spricht das Wort „Musik" mit zwei „m" und bleibt das Dichterische, in der Don Juan-Gestalt, wie sie Rittner zu zeichnen versuchte. ganz schuldig: Die Verführung Susannens und der Wunsch, sie seinem Leporello zu erzählen, ist kein Bubenstreich, sondern die ewige Oual von Begierde zu Genuß, die »das Ewige im Wesen Don Juans bildet. Hier versagt Herrn Moissis infantil-feminine Art der Darstellung völlig. Das Publikum hielt sich an Moissis Passagen, die es gebührend beklatschte. S. S. Bibelvorleftmq. Frau Annv Resar hält am Montag den Deyembtr, 7 Nhr abends, im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereins, 1. Bez.. Gschenbachgasse 11. eine „Bibelvorlesuna manirlten d'r Deutschlandshilse des Bundes jüdischer Frauen Dentschosterreichs. Aus den Theater«. Burgthe a rer: Morgen, 7 Uhr, „Cäsar und Cleopatra". Diese Vorstellung ist die fünfzigste seit Aufnahme des Stückes in den Spielplan des B-wrgtheaters. (28. März.1912.) Akademietheater: Morgen, halb 8 Uhr, ,ZMfe in der Nacht". Operntheater: Heute gelangt in Abänderung des ursprünglichen Spielplanes „Der Rosenkovalier" zur Aufführung. Bolksoper: Heute ,Mnigskinder". — Morgen Mittwoch. halb 3 Uhr. Schülervorstellung „Der Freischütz" (kein Kartenverkauf). abends halb 8 Uhr, „Der Zigvunerbaron". Im Deutschen Volkstheater gelangt am -t. Dezember, neuinszenieri, Grillparzers „Die Jüdin von Toledo" mit Marie Orska und Alexander Moissi zur Aufführung. In den Kammerspielen findet Mittwoch den 28. d. UM 7 Uhr abends die Erstaufführung von Tristan Bernards Schwank „Der Hühnerhof" mit Hermann Thimig in -er Hauptrolle statt. Im Raimund-Theater gelangt heute zur Erinnerung cm die vor dreißia Jahren erfolgte Eröffnung des Hauses das neu einstudierte Volksstück „Heimg'fuiÄen" von Ludwig Anzengruber mit Willy Thaller zur Darstellung. Helfetde« «otleideude« FudevDeutschlaads Unter dieser Devise veranstaltet der DsUUgJewilh Sporling Elnb unter dem Protektorat des Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde am Sonntag den 2. Dezember um 8 Uhr abends in sämtlichen Olympiasalen, 1. Bezirk, Rothgasse, eine , Programm: ErikaWagner,Dr.JritzLöbner(Bedal, Ferdinand » > Bonn, Oberkcmtor Margnlies, Konzertmeister Zimbler, Doktor >> Bendiner, Ballorchester Dostal, Tanzarrang. Prof. I. Singer , > , Kartkn zu K 20.0*0 an ■ K 30. Neichen Borverkausistelltti, an der ydendkaffe D Restliche Logen im Rmgcase . , Gerichtssaal. Der kritisierende Rechtsanwalt. Der Kaufmann Johann Kopriva obliegt außer dem Zuckerlverkaufen in seiner freien Zeit auch dem Boxsport. Als Kaufmann wacht der Herr Kopriva darüber, daß er an den Zuckerln seinen christlichen Nutzen hat. und da in seiner unmittelbaren Nähe der Kaufmann Simon S e g a l auch Zuckerln verkauft und sich mit einem geringeren Nutzen zufrieden gibt, hat der Herr Kopriva einen Mordszorn auf seinen Konkurrenten. Also begab er sich eines Tages zu Segal, rief ihn vom Zuckerlverkaufen fort und hielt chm eine Rede, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Fein war sie nicht. „Ich'boxe Sie nieder, Sie polnischer Saujud, Sie, bis Sie hin werden!" Dann folgte noch eine Aufforderung zur intimen Würdigung seiner Rückenpartie. — Gestern stand der boxlustige Zuckerlverkäufer vor dem Oberlandesgerichtsrat Dr. Nehoda wegen Ehrenbeleidigung. Nach durchgeführter Verhandlung erhob sich der Richter und verkündete das Urteil: „Ter Angeklagte Johann Kopriva wird schuldig erkannt und zu einer 48stündiaen. mit hartem Lager verschärften Arreststrafe verurteilt." — Nach dem Worte Arreststrafe machte der Verteidiger des Angeklagten. Rechtsanwalt Doktor Alois Blümel, leise, aber deutlich die Bemerkung: „Unerhört!" Man merkte, daß der Richter dieses Wort Mhört hatte, aber sich vorerst in seiner Urteilspublikation nicht unterbrechen wollte. Er ging zur Begründung des Urteils über: „Was den Ausdruck: „polnischer Saujud'" anlangt, so ist in diesem Ausdruck die Verspottung einer ganzen Rasse gelegen." Weiter kam der Richter nicht: denn abermals machte der Verteidiger eine Bemerkung, man hörte wieder das Wort „unerhört" heraus. Das war dem Richter doch zu viel. Er erklärte, er werde das Urteil mit der Begründung schriftlich bekonntgeben. Gegen den kritisierenden Rechtsanwalt, der es unerhört fand, daß sich in Wien endlich einmal ein Richter erhob, der eine Beleidigung des Judentums exemplarisch bestrafte, wird die Anzeige an die Advokatenkammer erstattet. In die Suppe gespuckt. Frau Therese Neumann ist als Vermieterin gerade keine besonders angenehme Person. Das haben ihre Untermieter, die Eheleute Josef und Lotte Schnapp, erfahren müssen. Frau Neumann gab nämlich ihrer Abneigung gegen ihre Mieter in einer Weise Ausdruck, die mindestens unappetitlich genannt werden muß. Sie hat der Frau Schnapp nämlich in'die Suppe gespuckt. Nicht etwa im Sinne der Redensart, sondern tm wörtlichsten Sinne des Wortes. Als Frau Schnapp eines Tages dabei war, die Suppe zu kochen, kam Frau Neumann, hob den Tovsdeckel, machte den Muno hübsch weit auf und spuckte in die Suppe. Gestern stand sie wegen Vieser höch t unappetitlichen Meinungsäußerung vor dem Richter, weA sie durch ihre Handlung sie Gesundheit der Eheleute Schnapp gefährdet habe. Denn Frau Neumann ist lungenleidend. Nachdem der Richter sich von der Richtigkeit der Anklage überzeugt hatte, verurteilte er di« Spuckerin zu 200.000 K. Geldstrafe wegen boshafter Sachbeschädigung. Mitteilungen aus dem Publikum. Kultus-uJustiz-Talare«. Barette «halten Sie vorriUi* oder naeh Maas bei dar bekannten Spezialßrma RUDOLF GOLDSTEIN, SffiÄ“""*7« Srettei Lager feiner Stoffe für Maiibeitetlunoen Tel.4S-«-i» WIEN, II. TABORSTRMSB 54 «>gr. 1<M Westen in im «(kniet LeW K 146.000 Wollkleider lejtnenelet Ms in K MW M.Holzer,Mariahllferstr.ÜS (»»->> w««»«.» 777 Falnwaschanatait «eewei vi. wann»«« 4 Telephone: 6339 und 4316 Uebernahmsstellen in sämtl.Bez. Autos befahren tiglich alle Bet. Stückgarantie wird geleistet. Eigene Stlrkwä*che-Abteil«ng. Habsburg UM Stklutttiiziii VII. Büros. 81 BerufekleMerfabMk 725 IL, OBERE DONAUSTRASSE 91 GiAsetei itreag e»taurant unter Aufsicht des Ebrw Rabblnats der Sctrffscliul Volkswirt. «eftemvelte Krone --- 5.0081 ßenftmes. Auszahlung Men ----- 0.018(17* Centimes. In Zürich notierte ' 26./11. 24/11. die österreichische Kroue . . . 0.0080«/* 0,0080V* die österr. gestemvelte Krone . 0.0081 0.0080V* die tschechische Krone .... 16.72V. 16.66 die Mark.pro Milliarde tpdfTnttb * * * * 218.26 217.40 Rew-Pork......... 572.50 672.87 London 26.01 25.02 Paris .. 31.15 30.95 Mailand ......... * m 24.82 24.80 Belgrad.......... 6.60 0.55 Bukarest ....... . . . 2.77 2.80 Sofia . . . 4.45 4.66 Budapest.. » . . 0.03 0.0802 —.— . Clearlngknrse der Österreichischen Nationaibank vom 26. November 1928. Devisen (Schecks und Aus« z, gahlungen) faß QeM Ware Kura vom 23. Nor, Qtld Wer* Amsterdam f. 1 holl. Gulden; 4 27150.— Agram 1 lue. Kronen .... 5 8n3.— Belgrad t Dinar .. ß 803.— Berlin* 1 deutsche Reichsmark . 9 7.7o Brüssel 1 heleisehe Franes . . 4*1, 3284.- ßudapeat I ungarische Kronen . fi 3.88 Bukarest I Lei.8 353.— Chrlstlanla 1 norwee. Kronen . 5 10180.» Kopenhagen t dflnfsche Kronor . 5 12330.— London 1 Pfund Sterling ... 3 309300.— Madrid I Pesetas ...... 57, 9130.— Mailand 1 Lire ....... R 3054.— New York 1 Dollar...... 4 70935.— Paria 1 Francs ....... 5 3867.— Prag 1 tschecho-slow. Kronen . 5 2057.— Sofia 1 Lewa ....... 7V, 338.— Stockholm 1 schwedlscheKrotior . 4'/, 18370.— Warschau** 1 polnische Mark. . R 200,— Zürich I schweizerische Francs; 3 12375.— 27250.- 27150.- «7.- 8*1.- 807.- 803.- 8.30 8.70 3296.- 3314.- 3.78 3.68 333.- 35V.- 10220.- ini80.— 12570.- 12380,— 310300.-319306,- 9170.— 9130*— 3936.^ -¥54.- 71185.- 70935.- 3883.- 3857.- 2067,— 2057.- 342,- 568.- 10430.- 18370.— 240.- 220.— 12425.-12365.- 27230.- 807.- 807.- t 9.30 3326.- 3.78 35*,- 10220. - 12420.- 310300.- 9170.- 3098.— 71185,- 3873.- . 2067.- 572.— 18430.- ' 260,— 12415.- Noten Amerfkan, Noten v. 5 Dollar aufw, „ . kleinere . . , Belgische Noten 100 Franes . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . * ,"i 1 * ' „ , kleinere. . . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten*. ...... » * 199 * » , kleinere* . . Engl. Noten von 5 Livrest. aufw. » „ kleinere . .. . . Französische Noten 100 Franca . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. , . kleinere . . . Jogosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar!» » » » 100 , * . . kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner 7 Polnische Noten **.. . » . kleinere** . . . Rumlnlsche Noten zu1000u.500Lel , „ kleinere . . . Russ. Noten (Roman,>cu 500 Rubel a ■ » » 100 .. . . kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.1000 aufw, „ , kleinere Ungar. Noten (neue Em.) zu lOOQKr. . . zu 10.000 Kr. . . . . . kleinere 70563.- 70960.- 70560.— 70960.- 70660,— 70460- 70860.- 3240.- 3270.- 3270.- 33^.- 516.- 524.- 346.— . 554.- 49ß!— öm!- 5»!- 534*— <2380. - 12460.- 12170.- 12250.- 7.23 7.90 7.70 t 8.30 6.20 6.80 "7!^ * 7.80 307500.- 309100.- 307500.- 3T9|00.— 307300.- 308900.- 307300.- 308900.— 3920.— 3850.- 38t0,— 3840.- 26950,— 27150.- 20950.— 27150.- 3020.— 3040.- 3020.— 3040.— 3000.- 3020.- 3n«o.- 3020.- 799,— 805.- 798.- 8*4.- 789.- 795.- 718.- 794.- 1V080.- 10130.- 10030,- 10130.- 200.- 240.— m- 260.- 190.— 230.— 210— 230.- 348.- 352.- 3«.- 350.- 328.- 332.- 336,- 330.- -I- I816Ö!- 182ßo!- 1816Ö!- 18260*.- 12260,- 12340.- 12^50,— 12330.- 9010,- 9090.- 9SI0.- 9090.— 2034.- 2050.- 2034.- 2050.- 2029.- 2045.- 2029.- 2045.- 2.04 2.24 2.12 2.32 iM 2I19 2IÖ7 Ü27 »All Mwimd! Marl, — für 10.000 Pol». Marl. Wirtschaftsnachrichten aur Pal Mna. Jaffaer Import und Export im September 1923. Die Gesamtmenge der im S e p t e m b e r nach Jaffa importierten Waren beträgt 8234 Tonnen im Werte von 172.341 Pfund, was eine Zunahme um 95 Tonnen und um 18.728 Pfund gegen den Vormonat bedeutet. Gegenüber September 1922 hat der Export um 1197 Tonnen abgenommen. An'Zöllen kamen insgesamt 23750 Pfund im BerichtSmrmat ein, gegenüber dem Vorjahre um 2000 Pfund weniger. Von der gesamten Exportmenge stammten 1615 Tonnen für 42.628 Pfund aus Aegypten, 1536 Tonnen im Werte von 25.068 Pfund aus Syrien, der Rest für 104.642 Pfund iß an§ verschiedenen anderen Ländern gekommen. Exportiert wurden im Berichtsmonat 1161 Tommr im Werte von 28.750 Pftrnd, gegenüber dem Vormonat «m 12 Tonnen weniger, aber um 3461 Pfund an Wert mehr., Gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahves hat dev Export um 114 Tonnen abgenommen. Die Schokoladenfabrik Raanan. Der Leiter der Schokoladen- und Konfektfabrik Raanan ist aus dem Auslande nach Pailastina zurückgekehrt und Hai neue Maschinen mitgebracht," um die Produktion nach den neuesten Fortschritten der Technik auszugestalten. ES ist der Gesellschaft gelungen, ihr Grundkapital um eine bedeutende Summe zu erhöhen. Sie tritt jetzt an die Erweiterung ihrer Anlagen und die Erhöhung ihrer Produkte heran, nachdem feststeht, daß in Palästina selbst ein recht großer Markt für ihre Waren vorhanden ist und daß auch der Export in die Nachbarländer sich lohnend getalten dürfte. Portland Cement Company „Nesher" Ltd. in Haifa. Die obige Gesellschaft ist nunmehr mit einem Kapital vor 125.000 Pfund eingetragen worden; sie hat bereits ein Kapital von 300.000 Pfund gesichert. Die Gesellschaft hat gegen 3000 Dunam (nahezu 760 Acres) Land sieben Kilometer im Osten von Haifa gekauft, das den für die Zementfabrikation nötigen Lehm (aus der Niederung) und Karbonat (aus dem Hochland) liefern wird. Das lokale Rohmaterial ist im Ausland einer Analyse unterzogen worden und für befriedigend befunden worden. Die Jahresproduktion wird ruf 30.000 Tonnen geschätzt die möglicherweise auf daß Doppelte anwachsen kann. Die Verwendung der BermSgensndgabe. Der Vorsitzende der Kommission' zur Kontrolle der Verwendung der Vermögensabgabe. M. W. B e ck, hat dem Nationalrat am 20. d. seinen dritten Bericht überreich^ der den Zeitraum bis einschließlich 15. d. umfaßt. Die Barzahlungen einschließlich der Kontokorrewb* zinsen der Banken für gestundete Vorauszahlungen sowie der Barersätze für fehlende Zinsscheine und die Gutschrifte« der Finanzierungsinstitute betragen nach Abzug der barm Rückvergütungen insgesamt 51.101,397.681 K. Wie aus dem zweiten Bericht der Kontrollkommissivtt vom 23. Dezember 1922 hervorgeht, sind bis16. Dezember 1922 aus den Bareingängen der Vermögensabgabe Schatzscheine im Gesamtnennwerte vo« 16.947,667.000 K. mit 16.936,361.666 K. rückgelost worden. Inzwischen sind weitere fünfprozentige Schatzscheine am jeweiligen Fälligkeitstage zur Einlösung gelangt im Betragt von 27.301,681.656 K. Der Rest gegenüber der oben ausgewiesenen Summe dm Barzahlungen und Gutschriften von 51.101,397.681 K., daS ist der Betrag von 23.799,816.025 K., erlag am 15. b. auf den zur Sammlung der Barzahlungen auf die Bevmögensabgabe bestimmten besonderen Postsparkassenkonto der Staatszentralkasse. Anlangend die Schuldtitel (Staatsanleihe 1918 uni Kriegsanleihe), welche als Abstattung auf die Vermögensabgabe eingingen, sind zu den im vorjährigen Bericht ausgewiesenen, im Gesamtnennwerte von 4.886,585.300 K. bi8 10. d. noch weitere 73,473.400 K. hinzugekommen. Somijj wurden bisher (abzüglich der Rückvergütungen) insgesamt Schuldtitel im Nennwerte von 4.960,068.700 K. als Ajb!- stattung auf die Vermögensabgabe verwendet. Bon dieser Summe wurden der Vernichtung zugeführt 1,123.761 Stück im Nennwerte von 4.768,983.750 K« Gemäß einem seinerzeit gefaßten Beschluß des ständigen Ausschusses der Kontrollkommission wurden 34.000 Stück 3. Kriegsanleihe und 17.100 Stück 5. Kriegsanleihe ver4 schiedener Stückelung im Nennwerte von zusammen 151,400.000 K. für Zwecke der Verwechslung, die jeweils unter Ueberwachung des Rechnungshofes als Staatsschulden- Kontrollkommission erfolgt, der Staatszentralkasse überlassen. Es erübrigt sonach von den eingegangenen Schuldtiteln im eingangs erwähnten Zeitpunkte noch ein Rest von 39,674.950 K., wovon 27,633.650 K. beim Postsparkassenamte zur Uebernahme durch das Bundesministerium für Finanzen und durch den ständigen Ausschuß der Kontrollkommission behufs Vernichtung bereit liegen, während der Rest von 12,041.400 K. sich noch bei den Banken befindet^ Die Einzahlungen auf die Vermögensabgabe bis 30. Oktober 1923 belaufen sich auf insgesamt! rund 55 Milliarden 44 Millionen. Hievon entfallen auf Wien und Niederösterreich allein 40 MMarden 431 Millionen. Auf Ersuchen des Finanzministeriums wurde im März 1923 von der Kommission beschlossen, von der weitereq Rücklösung kurzfristiger Schatzscheine vorläufig abzusehen. Bei den Einhebungsämtern bcsteheunoch recht namhafte Zahlungsrückstände, die in Wien allein rund 19,7 Milliarden betragen. Nach dem Stande der Bemessung und Einzahlung kann noch mit einem sicheren Eingang von 26 bis 30 MiNiarden gerechnet werden. Insgesamt können noch 46 bis 60 Milliarden Kronen aus dem Erträgnis der Vevmögensabgabe teils zur Einlösung von Kriegsanleihen, teils zur Tilgung anderer Staatsschulden Verwendung finden. Die noch zu re ärtfteu^en Ei"le'e:mwei in Kriegsanleihe dürften! kaum 200 Millionen Kronen übersteigen. Das Kronenaussuhrvcrbot im Postanweisungsverkehr aufgehoben. Mit Wirksamkeit vom 1. Dczeinbcr d. I. wivd der PostaMveisungsvarkehr nach Dänemark, nach den Nrederlanben, nach Schweden und nach der Schweiz tojtAtt ausgenommen und damit den wieldecholt voraebrachten. § 829