Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1719 (27.11.1923)
- Date
- 1923-11-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 1719 Wien, Dienstag Wünschen der Kaufmannschaft teiltvsise Rechnung getra^.'n. Zur Annahme von Postanweisungei» nach diesen Ländern sind alle Postämter ürrm6cf)tiflt. Die Postanweisungen sind in der Währung des Bestinumm^slandes an^ustellen, die Einzahlung erfolgt in Kronen zu einem Umrechnungskurs, der jeweils bei den Postämtern zu ctfrapcit ist. Der Höchstbetrag für Postanweisungen nach den oben aenannten Ländern ist analog den für den Inlandsverkchr ab 1. Do?embcr gelterden Bestimmungen mit 10 Millionen deutscki'st^re irischen Kronen iiest gesetzt, wie folgt: Nack Dänemark 810 dänische Kronen. nach den Niederlande 380 holländische Ö'^bm, nach Schweden 550 schwedische Kronen und nach der Schweiz 810 Schweizer Frank"n. Telegraphische Postanweisungen sind ebenfalls zu gelassen. Beznolich der Gebühren Weeden in den nächsten Tagen die näheren Bestimmungen bekanntgemacht werden. Im Verkehr mit Deutschland werden vom 1. Dez"mber d. I. anpe'anaen Postanweisungen aus Österreich nur in österreichischen Konen auszustcllen sein, und zwar ist der Betrag in öst-err-sichisch'i Kronen mit 10 Millionen festgesetzt. Die Auswblnng der Postanweisungen erfolgt in Deutschland im gesetzlichen Papiergeld zum ieweiligen Devistnaeldknrs der Berliner Börse auf Wien, wobei vom Kurs des llmreckmunaswaeS ein mäßiger Abzug gemacht wird. Dcr Vostonweisunasverkchr aus Deutschland bleibt einaesteNt. Diese Bestimmungen bedeuten pc ak isch die teilweise Aufhebung des heute völlig sinnlos gewordenen Kronenansfnhrverbmes, beftchunaswerie der bisher bestandenen Verpflichtung einer Zustimmunaserstärnng der Dwisenzentrale. AllmdinaZ können sie nur als erster Schritt auf dem vom Gremium der Wiener 5baufmanwchaf: geforderten War nach Aufhebnna sämtlicher Zwangsbcstimmungcu im Anhlunasverkehr angesehen werden. Es nmß insbesondere gefordert werden, daß mit den Ländsin, die die Kauvtlics-eranten der österreichischen Wirtschaft darstellcn. wie Tschechien, Anaarn, Italien, irr allernächster Zeit die gleiche Regelung getroffen wird. Die Neuregelung kann auch deshalb nicht voll befriedigen, weil fte die ganz unverständliche Bestimmung enthält, daß ein Absender an einem Tage nur eine Postanweisung mit dem oben bezeichneteu Maximalbetrag aufgeben darf, was die Begünstigung gerade für größere Firmen weniger wertvoll macht. Miüionen-Insolven; einer mährischen Holzfirma. Ans Olmüü wird uns gemeldet: Die chemische Fabrik und Holzimpräanterwerk A. Formaud! in Brode-k, Bezirk Prerau, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraden. Die Passiven betragen 10 Millionen, die Aktiven 9 Millionen Kronen. sDas U»tternchmen, dos sich ha»wsächlich mir der Imprägnierung von T''le»ra!pherl.stonaen bafaßw. uxrr mit Staatsausträgen mt beschaftiat, avbe stete aber trot-d.^n nicht aktiv. Man erwarttt. daß es gelingen wird, die Gläubiger zu einem stillen Ausgleich zu veranlassen. Das Unternehmen bietet 50 Prozent an. Strafen für den unbefugten Bersickxrmrgsdetried. Eine feit letzten Natwnalrm liegen aMiebene Vorlage wurde neuerdiims im Parlament ein^ 'brach:. Sie betrifft die Bestrafung des unhefu^en -Verstchernttgsbetr-ie-d»L u-nd schlägt nn-ter anderem vor: Wer Versicherunasaeschäsie ohne die vorgvschriebne Äonizession betreibt oder einen konzessionierten Geschäftsbetrieb nb?r die von der tz>uft'ia''öbchörde gestatteten DersirberungS- Üwrvge oder -Arten -8, 9 der zitier-am Bewrdnung) ansdehnt, wird von der polst.st'chm Behände erster Instanz mit Geldstrafe bis zu fünf Millionen Kronen o'o^r »niL Arrest bis zu drei Monaten bestraft. Gleiche'Strafe trifft den, der für einen der ün ersten Msatz he zeichneten unbefugten Betriebe oder für eine zum inländischen Geschäftsbetrieb nicht ^gelassen? ausländische Unternvhmnng einen Bersicherunasver-trag als BüvollmächtsMr.abschlststr oder den Abschluß eines Wersicherungsverlrages vermrftekt. - Wiener Mrse. Anhaltend« Festigkeit, Auch die gestrige Börse war von einer festen Tendenz getragen, da nebst Deckungskäufen der Konternnne auch Käufe für das Ausland stimulierend wirkten. Günstigen Einfluß übte nach wie vor der anhaltende flüssige Gcldstand. Wenn sich daS Geschäft im Anfangssiadimn nur auf einKclnen Gebieten stärker belebte, so war dies dem Umstande Zuzuschreiben, daß sich die Spekulation wegen der Lage Deutschlands Reserve anferlegte. Immerhin begegneten Alpine, Staatsbahu und von den Bankenwerten österreichische Kreditaktien stärkerer Nachfrage. Nach mehrfachen jedoch geringen Schwankungen^ erfolgte der Schluß in fester Haltung zu den höchsten Tageskursen. Gegen- Opsfkllck» »VL». -iachdruU verdvlen. Lftdsf8ehnikofI-V<>rl;t«, Rerliit.;!9, AoNsrtzung.) Mel Moses. Roman von Schalom Asch. 11. Esther und AhaschwerosH. Mascha wuchs im Sonnenglanz der Gunst des Onkels Moses aus. Durch sie wurde auch ihr Vater, ihre Mutter, die ganze Bcrwandtschast erhöht. Denn Mascha wurde fcsS ZauberrinHlein, ivelches zu Onkel MvseS Herzen führte. In dem kleinen Mädchen lag etwas, daS Onkel MoseS alle seine Geschäfte und Sorgen vkvgsssen ließ und ihn veranlaßt« nur an sich zu denken. Das zog Onkel MostS so sehr zu dem halben Kinde. DrS Nachts lag er schlaflos auf seinem Bett. In seinem Kops schwirrten Geschäfte, Konkurrenten, Gläubiger. Schuldner durcheinander. Er fragte sich dorwuvfsvoll: Wozu? Für wen? Warum verbringe ich mein ganges Leben mit diesen Dingen? Sowie ihm aber Mascha eiusiel, wurde es heller vor seinen Augen. Er sah sich als jungen Mann, dcr ein Leben und einen Willen hatte. Er sah sich in feinem eigenen Heim vor einem ged. ckten Tisch und neben ihm faß sie, die ihn liebte, die mit ihm lebte und an ihn dachte. Er wünschte nicht mehr, sie möge sein Kind fern, nein... Um ihretwillen behandelte er den Vater gnt erhöhte ihm den Lohn, nahm ihn auö der. Werkstälte ins Geschäft herunter und setzte ihn an di« Kaffe. Mascha hwft er einen Musiklehrer, sorgte für ihre Ausbildung, er übet'» häufte sie mit Geschenken und kam jeden Sabbat nnd Sonn«- tag in die Hopkiiisstrtzöt, um sie zu sühen. Vor allen! sorgte er dafür, daß Maschas Vater eine größere Wohnung bezog, daß Mascha selbst eine reiche Bildung bekam und viel ausging. Am Sabbat und am Sonntag kam Onkel Moses zu Aaron Melmk zu Bemch. Zur -größten Verwunderung cr.ler seiner Leute begann Onkel MrseZ in der letzten Zelt eitel zu werden. Je großer und kiffet Mascha wurde, desto sorgfältiger färbte Wiener Morrieirzeilunq. über dem ktztgemeldelen Staude gewannen Sük' . r... a* töten 21:000 K>, Bankverein 8000 K., Brtt.-ung. Bank, welche ex Dezugsrecht mit einem rechnungsmäßigen Abschlag von 50.000 K. gehandelt wurden, erhöhten sich um 16.000 K , ferner profitierten Oesterr. Kredit 12.000 K., Ungar. Kredit 40.000 K., Deposstenbank 8M) K.» Anglobank 16.000 K, Länderbank 17 000 K., llnionbank 14.000 K., Staatsbahn 28000 St., Alpine 88.000 s K., Felten. 80 VW K., 5krupp 86.000 St., Skoda 39 000 K., Waagner 83.000 K., A. E. G. Union 10.M K„ Siemens 1ÜOOO Ä, Timber-Holding 40.000 St., österr. Hofherr 14.000 K, ung. Hosherr 85.000 K., Karpathen Petroleum 85 OOO K. und Semperit 81.000 K. So^vte in der Kulisse war.auch im Schranken eine ausgesprochen feste Tendenz borwaltend, durch die namentlich die schweren Effektengaltungen mit größeren Kurssteigerungen bedacht wurden. So erhöhten sich von den Petroleumwerten Apollo um 65.000 ,K., Fanto um 800.000 K., Galicia um 2.160000 K., Naphtha um 86.000 K. und Schodnica um 65.000 K. Aus dem Transportmarkte gewannen Damp'schiff 80000 K., Nordbahn 600.000 Ä., Graz-Köflacher 66.000 K. Mehr Beachtung fanden auch Bauwerte, von denen Unionbau 40.000 K., Wiener Bau 27.000 Ä-, Golleschauer 40.000 K., PerlmovsLr gernent 106.000 Ä. und Zigg Ziegel 20.000 K. profitierten. Auch die Aktien der Brauereien und chemische Werte sowie Cisenaktien wurden höher bewertet. Bezugs rechte: Brit.-ung. Bank 45.000 bis 62.000, Sierszaer Montan 90.000,- Gesia 1000» Lurnen 6000 und Landeis 600. Der Anlagemarkt lag fest. Sowohl Renten als auch Prioritäten zeigten höheren Preisstand.. Von den Exoten notierten: fetböf 44 500 bis 50000, Jriag 890000 dis 306.000, Mraznica 174.000 bis 180.000, Schubert u. Co 16.000, T-epege 79.000 bis 84.000, Universale 61.000 bis 55.000, Wiener Waffen 20.600 bis 21.000. Sie Warenmärkte. .(LigenbenHr der „Wiener Morgenzeitung".) M« ««d Stahl. Die englische Roheisenerzeugung im Oktober weift eine Erhöhung von 592.600 Tonnen gegenüber 668.600 Tonne»! im September nnd 431.800 Tonnen im Oktober 1922 auf. Dabei ist die Zahl der unter Feuer befindlichen Hochofen um 2 ans 188 Ende Oktober gesunken, seit Mai v. I. ein Rückgang um 35. Leicht »vekter gestiegen ist auch die Erzeugung von. Stahl von 665.100 Tonne!» im September auf 703.100 Tonnen im Oktober, bleibt aber hinter der Rekordproduktion im Mat d. I. noch um rrmd 120.000 Tonneü zurück. Hali die bisherige durchschnittliche Monatserzeugung auch, im Dezember an. so wirb die Iahreserzeugung 1923 80 Prozent rneyr als 1922 betragen. Die Preiskurve ans dem französischen Eisen- und Stahlmarkte neigt immer.noch nach unten. Zurzeit bedingen Hämatit 440 bis 450 Franken, PhösphorhaltiaeZ Roheisen - 400 bis 410 Franken. Englisches Roheisen ist infolge deS Rückganges der französischen Preise nur noch an den nördlichen Küstenplätzen konkurrenzfähig HandelSwaftvwdukte bedmgen 600 bis 650 Franken ab Werk. I»n Äu8f»»hchandel soll snun- »mhr nach langer» Verhandlungen ein Auftrag von 20.000 Tonnen Schienen für Marokko' zustandekommen: Seid«. Der Mailänder Markt litt hauptsächlich än sehr starken Kursschtvankungen. Die Politik trägt die Hauptschuld am schlechten Gang der Geschäft«. Daß keine großen Aufträge von New-Aork.trotz der eingeiretenrn Kursverbesserung gekommen sind, »st -nur m der unsicheren Lage Europas zu suchen. Die innere Marktlage hat sich nicht geändert. Obschcm die Spekulation die Kokon's »,nm«r noch hoch hält, hüben die Spiunrrihre Preise nicht in die Hohe gesetzt. Der Hyuptkäufer blieb auch in den letzten Tagen Lyon. Die Preise jedoch sind istark' umstritte»!. Zahlreiche Spinner sind überhaupt außer Verkauf. Man spricht auch davon, daß einige große Spinnereien schließen- »vollen, bis di« Prtisbüsis toieder höher sein wird. Tatsächlich, sind die Preise so weit gesunken, daß »nan nun aus den Äi»nrien vor der japanischen Katastrophe angelangt ist. 87. Novambe r 1923 Seite 7 Ocle und Fette. In ber letzt?.»» Zeit, b»s 26. d., wurden de»n Markte jptgesührt: Koloööl 1 weiß zu 17.200 K.. Kokosöl-Fettsäure 98 69 zu 16.?00 K., .holl. Leinöl zu 17 300 St., Rübol dopp. raff, ft» 13.700 K., Elain sap. zu 17.600 K., Rindertalg zu 15.r00 K., Knochenfett rast. 97*88 Prozent z»i 13.350 K., wanzösischeS Sesaniöl 1. Pressung zu 19.000 K., Speisetafelöl (Agmi) zu 16.7500 K., ^tokossveisefett in Fässern zu 18.500 K. Am Hamburger Markte hat sich die feste Stimrnung auch auf pflanlliche Oele übertragen. Im allgmneinen waren, die, Vorräte beschränkt, die Nachfrage etwas lebhafter. Die Londoner Auktion in Talg war »vieder tun 6 Schilling teurer. Von ausgestellten 1716 Fässern »vurden 1086 untcrgebracht. Bon dem ziemlich großen Angebot rn schwimmender Ware ist-ebenfalls ein ansehnlicher Teil bereits verkauft. Sovabohnenöl wurden die Forderungen der Ablader fast täglich erhöht. Bezüg^-cki der Sovabohnenerntc wurden ungünstige Nachrichten gemeldet. Abladungsware »vurde mit 42 Schilling, Lokoware mit 41 Schilling angeboten. Für Leinöl wird von den holländischen Märkten ein lebhaftes Geschäft gemeldet. Der Markt ist znrieit auüer''rdentsich fest, der Preis ist für prompte Abladung 63 holl. Gulden. In Kokosöl nnd Palmkernöl entwickelte sich ein reges Geschäft. Die Vorräte der inländischen Müblen sind nicht sehr reichlich. Die Angebote der holländischen Müblen in KokoSA roh, mar. 3 Vroze»ft, freie Fettsäure lauten für prmntfte Abladung .66 holl. Gulden, für Palmkernöl 43 Pfund 16 Schilling. Wiener Schlchbörse. lEiaeubeticht der „Diener Moryknzeibung".) B-ei der gestrigen Schuhbörse war d?r Besuch zufricben» stellend und infolge des emgot-reienen Miners machte sich auch bessere Nachfvage' noch Winievtvare geltend, in welchen Gattungen -einige Mchlüffe zustande kamen. Es no!i«en: Herrenstiche! Makay genagelt Boxcalf rmd Ehcvrea?! schwarz 190.000 K>, Rindsbor schwarz 180.000 K., Nttt-nrleder und schwarzes Kuhleider 170.000 K., Draunileder 195.000 K., Goodyearr Welt und ban-drahmengenäht -Boxcailf nnd Ehevreau schwarz 230.000 K., Boxcabs schwarg A6.000 St., Braunleder 285.000 % Sporftirsel mit Lederfntrer 2-90.000 K. Damersttirse! Mackap Boxcal'f 180.000 K.. Rindsbox Naturleder und schwarzes Ztzu hleder sc 170.000 Brau wieder 200.000 K., Goodvear W.'lt Bvxcaff 240.000 K.. Brannleder 300.006 K., Sportsti'sel mit Ledersutter schwarz 260.000 K., DamenhaW» schuhe Box und Thiwreau schwarz 1 bis 8 Spangen 176.000 K., GoodvHar Weilt 210.000 K., Knarbenschiche 36 bis 39 Makay RindSbox 170 000 K.. Braun-leider 180.000 K., Goo-dtzear Wett Boxeal-f?00.^M K., R-mdsbox schwarz 190.000 K-. Kinderschuhe Ä» bis 80 Makatz Borcals 88.000 K., Govdveor 110.000 Mädchsnsch'che M bis 35 Makay Goxeal-f 104.000 K., Gaody.'ar 130.0W St., SvoD'stresel Herren-Gosterer 215.000 St., Damen- Goiserar 210.000 K. r Wiener Hohbikrse. Maeubcrich' der ..Wiener Morgenzeitnna".) Der schon einige Male anyekmtdi-cfte öisfentliche Barkauf von 25.000 MrÖicknwtrr Holz findet «ndgAtig am 28. d, unr IZttlhr stat,!. Biebmörkte in 8t. Marx. lEigenberrcht. der „Wiener Morgtznzeitung".) R i n d etnis 111. Der Auftrieb aus dem gestrigen Rinder» markte belief sich aus 726 Stück inländisches, 398 Stück ungarisches, 11 Stück tschecho-slotvakisches, 708 Stück jugoslawische? und 776 Stück, rumänisches, zusammen 2619 Stück Schlachtvieh, worunter sich 1883 Stück Mast- und 736 Stück Beinlviey befanden. Der Gattung nach waren 1794 Ochsen. 266 Stiere, 664 Kttße und 6 Büffel. Im Vergleiche zur Vorwoche wie» der Austrieb einen Ausfall von 1075 Stück auf, da ein Teil der erwarteten Transporte ausqeblieben ist. Angesichts deS reduzierten Angebotes sind die Preise gegenüber dem vorigen Montag um 1000 dis 1500 K. bro Kilogramm se nach Qualität gestiegen. Stiere haben sich in vielen Fällen bis zu 200« K. vro Kilqoramm verteuert. Ter Verkehr jedoch vollzog sich schwerfällig, da der Fleischabwtz am nahen Monatsende zu wünschen übrig läßt. ES notierten: Ochsen vrima 14.000 bi? 18 509 (19.500) K., sekvnda 12.600 bis 19.800 tertia 10.509 bi8 12.000 Stiere 11.000 m. 16.000 (17.000) K.. Kühe 10.500 bis 16.000 K. und Belnlvich 3500 bis 10.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. sich Onkel daS Haar, rasierte sich pieinl ch sMber, kleivete sichisti-KeMich «W öMnn sogar Parfümluft zu v-rbreilen; nll dies h«its bisher montand an l Mofts bemerkt. Di« Qual, welche es Onkel MoftL bereitete, wieder jung zu werden, rief bei allen, die es sahen. Midvekd für ihn hervor. Hinter seinem Rücken steganti inan Wer ihn zu lachen und zu spotten, was früher nie vorgekomnt-en war. In Onkel Moses* Gegenwart freilich herrschte die alte Ehrfurcht und ntan tat, als merEe man nichts.i - Onkel Moses aber sah gar nichts. Er lebte ein zweiies Leben, ein Phaniasielebe«. Äs war, als Hütte Oukel MostSsein Leben verkehrt gelebt. In seiner Jugend hatte er sich nur mit Geschäften befaßt Und sein Herz war tot wie das eines alten Mannes. In seinem Alter aber wurde Onkvl MvftS jung und begann erst jetzt feine Jutzend zu leben, die er versäumt hatte. Onkel MoseS lebte gar n'cht mehr für sein Geschäft, für daS Ansschnßtuch und für d>'.« billige Konstttien. Er lebte für ein junges Mädchen, das aufwuchs und sich vom Kinde zur Fra-n entwickelte. Cr beobachtete, jede Bcrandc.rung, die neit Mascha vovging . . . Wenner sie nach einer Woche wiedcrsah, betrachtet« er sie genau uittf glaubte zu erkennen, daß ihre Haar« wahrend'dieser Woche dichter geworden, ihre Zähne schärfer u-nd fester waren. Er freute sich zu sehen, wie sich ihre Figur entwickelte, ihr Wuchs emporschoß und ihr Körper sich ssillü. An jedem Sabbat bemerkt« er etwas Neues an ihr,-entdeckte an ihr einen neuan Reiz, der vorher nicht zu sehen gewesen »rar. Onkel Moses wurde b-ss«r zu seinen Leuten». Seine Angen' wurdenklarer und tratst« aus den» wuchigen Fett seines Gesichtes hervor. Er lernte, lächeln und »vynil einmal jemand feinen Pflichten nicht ganz geh-Ärig nachkam. so lächelte Ouk'l Moses statt loögu-sahren. Niemand bcg-risf di« Verättider-'ng die in ih»n verging. Ab«r a.le fühlten und spürt«»»-, die Ursache dieser Aen>«rnng sei Mascha u-nd sie nutzten auch Mascha zu ihrem Borte-it aus. S-o' wie einmal di« Jude»! Esther dazu benutzt haften, um bei Ahaschwerosch eine gut« Belxlndlung zu erlangen, so nützten die Kusminer Landsleute Mascha bei Onkel Moses. Menu einer eine Schiftskartt für seine Angehörigen brauchte so wurde Mascha zu Onkel Moses geschickt, zum Zu bitten. Wollte einer seine Tochter verheiraten, brauchte er Goldplomben oder mußte er sich operieren lassen — um alles wurde Mascha zum Onkel geschickt. Mascha schlug her Onkel nichts ab. Wenn sie vor ihn hintrat, wurden seine Augen Heller, das Ftztt seines Gvstchtes versteckte sich .und blieb dort, wo es hingehörte. Sein ganzes Aussehen bekarn etwas Menschliches und fein Gesicht, das sonst unverständliche Maske »var, lag offen und jedermann verständlich da . .. Da Mascha bei On-kel Mrfts alles ausrichten konnte wie einst Esther bei Ahaschwevosch, gaben ihr die Kusminer auch -den Beinarnen Estber; fcn Onkel Moses nannten, sie Ahaschwerosch und Aaron Melnik -- Mordechai . . . Zwei Tote bereiteten sich zur Re'-st in die andere W-^lt vor. Der ein« war Onkel Moses' Pater, der alte M-elnik, der andere Oitke! Berft Beide'bercite.ten sich zur Reize nach Knsmin vor, um d'rt zu sterben. Onkel Berk hatte nichts aus d'estr Welt zu tun. Er fühlte, daß der Palast, welchen er sich in der anderen- We.ft erbaut hatte, für ihn fettig stand und diese Welt rhu nicht mehr wollte. Er wurde krank, spuckte Bkut und konnte nicht m-chr arbeiten. Seine „Kostgänger" hatte er verloren — die Kinder hatten geheiratet. Onlkel Berl und' sein« Frau bemerkten eines Tages, daß sie ohne „Kostgänger" geblieben »varen und daß eigerrtlich n-ienrand da war. um das „Haus" zu erhalten. On>kes B?rl wollte .unbedingt in die- Hei>n:at fahren, seine letzten Tage im Bet^am'.drasch von Kusm-in verbringen, Psalmen saaen und aus dem Friedhof VSn KuSmin begraben werden. Se-ln« Frau Gerrendel aber sagte, ihr „Kusmin" fei dort, wo ihre Kinder seien und wenn cs nach 120 Jahren so weit wäre, da Wille sie dort liegen, wo ihre Kinde»: wären. Sa schieden den-n Mann und Frau noch kt Lebzeiten —- Onkel Berl fthrte \kch Knkm-'n Zurück, nrn zu strrli-en, nnd ft ine Fmu bli-c.b in AmerftaO (st-orrsetzung foljit.r