Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1719 (27.11.1923)
- Date
- 1923-11-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980801--16905-3003862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Pinsk 1× ep/1045440
OCR text
Wiener Morgenzettnng. 27. November 1923 9hr. 1710 Lohnkampf der Ergebnislose Verhandlungen. Seite 2 Wien. Dienstag Politik sind ohm seine Wirksamkeit mvderckbar. Die Balfour-Deklaration, diese von den Weltmächten gefertigte un- I evschüttevliche Grundlage der englische!: Palästina-Politik, in welcher derzweitausendfährige Schrei eines Volkes nach seiner Heimat die? weltpolitische Beglaubigung erfährt, San Nemo und das darauffolgende Palast: na-Mandat — sie sind die großen Meilensteine einer Entwicklung, welche Weizmann in entscheidender Weise beeinflußt hat. Man könnte finden, daß die Umstände und ein« beshnmnte Konstellation der Dinge seine Erfolge besonders begünstigt haben, aber in der geschichtlichen Entwicklung ist es immer so, daß manches als Zukall erscheinen mag. was ohne das Eingreifen bedenterider Persönlichkeiten undenkbar gewesen wäre. Weizmann ist kein geschulter Diplomat und vielleicht nicht einmal ein Politiker von besonderer Begabung. Aber seine Erfolge erklären sich nicht ans besonderen fachlichen Fähigkeiten, es sind vielmehr die Erfolge eines von der Idee erfüllten und unbeirrbar die stille Flamme dieses gesammelten Idealismus ankstrahlenden Menschen, der gerade dadurch auf jene zu wirken versteht, mit denen er in Berührung komntt. < Auch ihm ist der Erfolg nicht leicht geworden und sein Führerweg führt durch dorniges Gestrüpp. Die Größe der Idee stößt sich an den harten Wirklichkeiten des Alltags, noch gilt es, schwere Widerstände zu überwinden, und die Sorge um die Erhaltung des bisher in: Lande der jüdischen Zukunft Geschaffenen drückt mit ihrer größten Schwere ans den verantwortilchen Führer. Chain: Weiznranns schwere Aufgabe ist noch lange nicht zu Ende. Er weiß am besten irrte weit wir noch vom Ziele entfernt sind und wie mühevoll die Straße ist, welche ein jüdischer Führer zu gehen hat. Im, der beule den Zenith seines Lebens erreicht hat und in der dollsten Kraft seines Schaffens steht, entbieten alle Zionisten, alle Freunde des jüdischen Wiederaufbaues von Herzen kouunerwe Glückwünsche. Sie en ihm Bestärkung in der Arbeit, die er hoffnungsvoll cd unermüdlich im Dienste der jüdischen Volkssache tut.. Weizmarnrs Le^ens^auf. Dr. Deixinann ist am 27. November 1873 in einnn kleinen Ort rn der Rahe von P i n s k geboren, aber in Pinsk aufgewachsen und erzogen worden. Ec hat später in Deutschland Chemie st Wien, wo er auch in Berlin ein Mitglied des ersten russ.ich-zionistischen Srudentenveremes war. Rach Beendigung seiner Dl".ü>i?i, wurde er Priva dozrnt in Genf und von hier später an die Universität in Manchester berufen, wo er sein Lehramt ausübte, bis ihn seine politische Aufgabe zur Uebersicdlnng nach London zwang. Dr. Weizmann hat in der Zionistischen Betvegung frühzeitig eine hervorragende Rolle gespielt. Er war ein führendes Mitglied der demokratischen Fraktion, die auf dem 5. Kongreß gebildet wurde und eine stärkere Bä- . tonung des volkstümlichen Elementes, eine Beschäftigung mit der jüdischen Gegenwart und den jüdischen Realitäten tw£> vor allen: die Deck-mvg u<nö Pll ge der prolduUiven Kräfte des Volkes forderte. Weizmann hat nach Herzls Tode eine immer bedeutendere Rolle gespielt. Nach der Lösung des U g a n d a - K o n f l i k t e s wurde er der Vorkämpfer jener Richtung, die, ohne die Bedeutung der politischen Aufgabe zu unterschätzen, eine stärkere- Betonung der praktischen Arbeit in Palästina forderte. Auf dem 8. Kongreß im Haag führte er mit einer berühmt gewordenen Rede diese Richtung zum Siege. Er war es, der gegenüber der damaligen Begriffsscheidung Misch an politischen und pEilchen Zionismus die Veröle der Synthese ausgab. die dann zur Bezeichnung feines Programmes als ,synthetifchen Zionismus" führte. Die allseitig anerkannte Führerrolle Dr Weizmanns tum rein äußerlich darin zum Ausdruck, daß er crwf den letzten Kongressen der FrisdentzM stets zum PräsM?nten des Permanenzaus'Husf-.'s gcwÄstt wurde, der das wichtiiüs-e parlanwnrarische Organ der Konigwsie ist. Auf dsm Wiener . Kongreß im Jahre IMS hat Dr/ Weizmann das bekannte Rvfevat Wer die hebräische Universität gehalten, die überhaupt zu seinen Lieblmgsideen gehört. Doch es war Dr. Weizmann bestimmt, eine noch weit bedeutendere Rolle in der Geschichte des Zionismus zu spielen, als man damals ahnen konnte. Als während des Weltkrieges der Zusammenhang der Zionistischen Organisation notwendigerweise gelockert war, und die Arbeit, die nicht nur der Sorge um die Erhaltung des Bestehenden, sondern auch den Möglichkeiten der Zukunft gelten mußte, in mehreren politischen Zentren gleichzeitig zu leisten war, gelang es Dr. Weizmann, die öffentliche Dteinung in England und vor allem eine Reihe von maßgebenden englischen Politikern für die Idee der Lösung der Judenfrage durch den Zionismus zu gewinnen. Die politischen Bemühungen, die Weizmann damals mit Hilfe einer Reihe von Freunden einleitete, führten dazu, daß die englische Regierung schließlich das zionistische Programm der Schaffung einer öffentlich-rech^ch g «sichersten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina sich offiziell zu eigen machte. Sestern!?. BerMrfte Lppssilion i« Nationalrat. Die Sozialdemokraten find mit dem Kabiimt Seipel schon seil langem unzufrieden, sie fordern, namentlich di-e Entfernung des Ministers für soziale Verwaltung Schmitz und des Vizekanzlers Frank aus der Regierung. In Schmitz wollen sie einen Agenten des Jndustriellenverbandes erblicken, während sie den Vizekanzler Frank für die ihnen nicht genehme Spruchpraxis der österreichrchen Gerichte verantwonlich machen. Der schwere Konflikt in der Metallindustrie f;':t bei ihnen überdies den Verdacht erweckt, d.:ß die Industriellen es auf einen SiEvalanaritt gegen die Gr- In der Metallindustrie ist euch gestern noch keine endgültige Entscheidung über Krieg oder Frieden gefallen. Die Lage muß noch immer als au ß e ror de n tl i ch gespannt bezeichnet werden. Gestern wurde den ganzen Tag vertändelt, doch haben die Besprechungen zwischen Vertretern der Arbeiter und Angestellten und den Unternehmen zu ke i n e m E rge b n i s geführt. Es kam lediglich zur nochmaligen Präzisierung der beiderseitigen Standpunkte. Von einer Entspannung zu sprechen ist jedenfalls verftüht. . Einige Firmen der Elektrizitätsiirdustrie hacke:: die Betriebsräte verständigt, daß sie sofort bereit seien, den Betrieb in vollem Umfang wieder aufzun e h m e'n sobald eine für bi« Betriebsführung unbedingt notwendige Zahl von B.'amtcll zur Verfügung steht. Daraus geht deutlich Herbor, daß es sich keinesfalls um Aussperrungen der Arbeiter handelt, sondern nur um eine Maßnahme, die aitä. Sicherheits- und Gesundheitsgründen unbedingt notwendig, war. Die Gemeinde hat allen Betrieben, die von ihr Aufträge bekommen habe«:, mitgewilt, daß jene Firmen, die die Arbeit wicht rechtzeitig mtb Vertrags maß igserlig- |tekle u, in Zukunft von der Gemeinde keine Auf-- trage erhaltem Ae Mittülnnaen der Unternehmer. Der W i e n e r I n d u st r i e l l e n - B e r b a n V teilt uns mit: Ueber Einladung des Wiener Jndustriellenverbandes fand gestern vormittags zwischen der GewerkschaftSkomnriffion und dem Präsidium des Wiener Iwdustriellen- DerbandeS eine Aussprache über die durch den Streik der Angestellten der Elektroindustrie geschaffene neue Sachlage statt. Die Aussprache hat eine Ueberbrückung des Gegensatzes in der Frage der gefordertem allgemeinen Erhöhung der Löhne und Geheckte nicht herbe igeführtdagegen wurde ststgeftellt, daß sich die Differenzen bezüglich der Erhöhung der Atindestlöhne voraussichtlich werden beseitigen laffen. Das Präsidium des Wiener Jndustriellcn-Verbarides übernahm es. die Entscheidung in der Frage, ob eine allgemeine Lohn- oder Gehaltserhöhung gÄvahrt werden kann, der Dclegiertenversammlnug zu unterbve.itsn. Nach oingehen-dw Erörterung der wirtschaftlichen Lage der Metallindustrie, und zwar sowohl vom Standpunkt des InlandsMarktes als auch des Exportes, erklärte die Deleg'erterwer.samMlung, eine allgenveinc Erhöhung der Löhne und Gehalte nicht zuge-ftehen zu körnten. Hmgegen :mhm sie den .Bericht , des Derhandlungskomitees über die bisher gerechten Zugeständnisse zustinrmend zur Kenn tn i s und errnächtigte es, um doch eine Einigung zu er-. maasammmemmmmmmmmmammmmmmammmmmmmammm werkschaften der Arbeiter und Angestellten abgesehen haben, und sie glmrben der ,Regierung auch nicht jene Objektivität zutvauen zu dürfen, der die Regierung als unparteiische Bermitt. lerin in dem schweren Arbeitskonflikte erscheinen ließe. Schon auf den: sozialdemokratisen Parteitage wurde, als man sich über die Aussichtslosigkeit des Verlangens nach Teilnahme an der Regierung klar geworden war, die verschärfte Opposition beschlosien. In Verfolgung dieser Taktik hat die Fraktion zunächst über eine Reihe von Regierungsvorlagen erste Lesungen verlangt mW gestern wiederum, um die erste Lesung des Dudgetprovisotiums zu verzögern, eine dringliche Anfrage zur Verhandlung gestellt, so daß zum Bundesvoranischlag nur ein Redner, der Sozialde:nokrat Dr. Ellenbogen, sprechen konnte, der denn auch bis zum Beginn der fünften Nachmittagsstnnve sprach, um welche Zeit nach der -Geschäftsordnung unbedingt dringliche Anfragen in Verhandlung gezogen werden müsieu. Die Taktik der Sozialdemokraten scheint den Zweck zu verfolgen, die Verabschiedung des Bundesdoranlschlages zu verzögern, so daß der Mehrheit nichts alleres übrig bleiben wird, als selbst einen Antrag auf Bewilligung eines dreimonatigen Budgetprovisoriums zu stellen. In Fortsetzung der ersten Lesung des Bundesvoranschlages erklärte Dr Ellenbogen die Behauptung für unrichtig, daß die Sozialdemokraten gegen die Sanierung seien, es sei ihnen nur der Preis, der für die Kredite gezahlt wurde, zu huch. Dr. Seipel habe den Angehörigen der bürgerlichen Klasse endlich klar gemacht, daß Schlagworte wie „legitimer Handel", „Schieberei", „Los von Rom", „Antisemitismus unb nationale Gesinnung" Dinge sind, die man dann und wann in Volksversammlungen verwerten' kann, die aber an Wert und Bedeutung vor der einen großen historischen Aufgabe der Angehörigen der bürgerlichen Klaffe vevchwmden, nämlich sich als Mitglied dieser bürgerlichen Klasse zu fühlen und die Interessen bia er bürgerlichen Klasse mit alle:: Mitteln gegenüber den Forderungen des Proletariats zu verteidigen. Die Regierung hätte den Weg nach Genf nicht gehen müssen. Am Ende des JahreS 1922 hat der' Wert der österreichischen Aktien 694 Milliarden betragen. Seit dieser Zeit sind die Aktien ungeh.'uer oufgewertet worden. Zum Beispiel die Aktien der Alpinen und das 198sache, der Bodenkredtta n st a I t um das 16 8 f a ch e, der K r e d i t a n st a 11 um daS 262fache, der Länderbank um das 285fache, der U n i o n b a n k mn das 3 8 6 s a ch e, der S i m nt e t i n 0 c t Waggonfabrik um das 841sache und der Neusiedler Papierfabrik um das 626fache. Denn man da einen Durchschnitt von ungefähr einem LOOfachen dieser Papierkronenwerte nimmt, so ergibt sich f. eine Aufwertung von über 29 Billionen. I Eine ßciwutc Nachrechnung Aktie für Aktie ergibt, daß es tatsächlich 21,6 Bill tonen sind, die dieselben österreickiückre? m-öglichen. hinsichtlich der Mindestlöhne und Min-deftgehtklle über ihre bisherigen Vorschläge hinauSzugehen. - Die Delegiertenivevsamm'luna war der Akeiwung, daß die auf dem Gebiete der Mindeftlöhne und Mindestgehalte bereits gemachten und noch in Aussicht genommenen Zugeständnisse im Zusammenhang mit der im Z:lge befindlichen individnellen Ne-g.ulieruug der Beamtengehalte das äußerste Maß der zulässigen Belastung der Industrie bedeute, aber mich geeign-er sei, die Diclrstnehmer zu befriedigen. Die Arbeiter stellten, ime verlautet, den Industrieller: ein bis morgen abends befristetes Ultinratum. Für heute nachmittags 8 Uhr ist die Betrieb sr ä t e k o n f e r e n z der Metallarbeiter einberufen, die über das Ergebnis der gestrigen Verhandlungen beraten wird. * Linz, 26. November. Gestern tagte brer, wie das „Tagi blatt" meldet, eine Konferenz der sozialdemokratischeu Betriebsräte und der Bertrauensniänuer des Kreises Oberösterreich-Salzburg, bei der ruitb 3000 Angestellte durch 150 Vertreter vertreten und zu der auch Vertreter der G erverkfchaftskommisfion uitd der Metgllarbeiterschaft erschiene:: war. Eiir Antrag, ohne weitere BerhaMnngen abzuwarten, schon Dienstag in den Streik zu treten, wurde fatlengclaffeu, dagegen eine Resolution angenommen, worin sich die Konferenz für den Fall einer neuerlichen Ablehmubg der Forderungen des Bundes der Jnidustrieangestelltsn mit den Wiener Kollegen solidarisch erklärt. 8s seht Herrn Tihmitz nichts an. Geradezu unverständlich und merkwiivd'ig ist das Verhalten der Regierung, deren Standpu:ckt Bnndestninister Schmitz in der einzigen Sitzung, die auf seinen Antrag sdattfand, folgendermaßen dargelegt hat: „Es ist im allgemreinen nicht Aufgabe der Regierung in L o h nkämpfe eiuzugreffen, dem: das sind die Kämpfe, in denen sich gegenüberstshende Kräfte rncsse::. Wenn in diesem Falle die Regwrrmg doch eingreift, so hat das den besonderen Grund, daß es sich hier um einen Lohnckampf von außerordentlich großer Ausdehnung handelt." Bei solchen Ansichten eines Ministers ist eß freilich erklärlich, daß von seiten der Regierung fast nichts geschieht, mn das Unheil eines ungeheuren LobnVamPfcs, von dem die ge< samt« Bevölkemng mitbetroffeir werden müßte, abzuwewden. Wir aber sind im Gegenteil der Meinung, daß es eine schr wichtige Aufgabe der Regiemng sei, in Lohnkänrpse einzugreifen und alles zu Mn, um soziale mck tvirtschaftliche Erschütterungen unseres Staatsweisetls fernzuhalten. Mien, die am Ende des Jahres 1922 600 Milliarden ivcrt waren, heute wert sntd. Wem: sich nun eine Regierung enrschlosscn hätte, den wenig beliebten § 37 des Gesetzes über die gemeinschaftlichen Unternehmungen anzuwenidrn, d. h. von jeder Attiengesellschaft anläßlich chver Grüiwung oder Kapitalsvermehrung die Hälfte des Mienbestandes zu dem niedrigsten. Kurse, zu dem sie gehandelt weoden, anzufordern, so hätte dar am Ende des Jahves 1922 3 0 0 Milliarden gekostet; dann würde heute der Bundeskanzler über die Hälfte der Aufwertung, d. h. über 10P Billionen verfüge::, ohne daß er einen Finger gerührt, ohne daß ec eine Reise unrernommen und die entsprechenden Kosten darauf verwendet hätre. Der Bundeskanzler hätte bei diesen: Geschäfte noch einen Rer ng etzo i n n von d r e i B i l l i o n e n und hätte das Defizit eines Jahves damit bedeckt gehabt. Redner führte weirers Klage über die zu große Belastung der Avbeitvrlschast mrt Steuern. Bei einem Maschinengehilfen der Papierindustrie mache die Steuevbelastung vier MonatseinkommM aus. Dieses Budget und diese Sanierung, die die Reportgelder schont, die Arbeiter aber Msplündert, die die tauende Vermögenssteuer venneidet, aber Jnvalidenhäuser, Schulen und Tuberbckoi'enheime sperrt, trägt den ausgesprochenen Charakter der L'klassenges etz ge bung an sich. Was Sie von den Regierungsparteien und vm: der Regierung im Leben der Organdsationen mit ihren Haken kreuz mord buben leisten, was Sie auf dem Gebiete der Justiz mit Schandurteilen gegen sozialdemokratische Ehrenmänner leisten, was Sie auf dem Gebiete der Wehrmacht mit schamlosen SeKaturen sozialdemokratischer Wehrmänner sich leisten, dasl'elbe' suchen Sie im Budget mit der Ausrottung aller für das Proletariat lebenswichtigen staatlichen LeisMngen zustande zu bringen Abgeordneter Pölzer begründete schließlich eine dringliche Anfrage betreffend die Beeinflussung de: Rechtssprechung in Sachen der Anwendung des Mi et enges etzeS auf di« ländlichen Inwohner. Diese müssen in manchen Gegenden siebzig Arbeitstage für ihre Unterkunft opfern. Das Bezirksgericht in Haugsdorf habe die Feststellungsklagen, daß die Inwohner unter die Bestimmungen des Mietengcfehes fallen, abgewresen, die Rebrrse beim Kreisgericht Korneuburg und beim Obersten Gerichtshof seien ebenfalls abgewiesen worden und der Gerichtsinifpektor habe dem Haugsdorfer Bezirksrichter geraten, alle weiteren Klagen, a limine abzuweisen. Darin erblicken die Anfragesteller einen ungerechtfertigten Eingriff des Gerichtsvorstchecs in die Rechtspflege. Vizekanzler Dr. Frank erwiderte, daß der Gerichtsinspckktor in diesen Fällen keine Weisung erteilt, sondern sich nur gesprächsweise zum Haugsdorfer Richter über die-fe Angelegenheit geäußert habe.. Damit war dieser Verhandlungsgegenstand erledigt ^tüchste Sitzung heute um 11 Uhr vornrickag^