Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1717 (25.11.1923)
- Date
- 1923-11-25
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr'' 1717 _ Mini, Sonntag Ws dann beim Schwiegervater in Zamose. Er schrie ein ruhiyrs, nur den religiöserl Wisseuschafteir ergebenes Kchen, bis finanzieller Zusammenbruch des Schwiegervaters ihm noch verhältnismäßig jung die Sorgen um das-tägliche Bro-t brachte. Er ging nach Odessa, um dort kuusmamnschem Erwerb rwchzugchen; dieses Loben behagte jedoch dein stillen Geiste wen-ig. Durch einen Zufall kam er mit einem Verwandten nach Lemberg, bezog dort Wer Anraten des bekannten AuMvers Scnn-irel Lande die medizinische Fakultät, erlangte das Doktorat und wurde Arzt. Zu StudienHwecken hielt er sich auch in Deutschland ans. Als Arzt, kehrte er nach HamoSe zurück, lebte dort und eine Zertlang auch in Odessa seiner Praxis und verstarb im Jahre 1856. Dr. Salomon Ettinger hatte früh -ein äußeres Ziel -erreicht, welches den Anhängern der. jüdischen Aufklärung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als erstrebenswertes Ideal erschien. Aber das inner« Ideal der Aufklärung war ihm eigentlich stets ftemd. Die Kontinunät der BokkSkultur zu mtevbrechen. darauf ging sein Streben nicht aus, denn er hatte stets große Achtung vor dem. was der Geist deS Volkes geschaffen hatte. So war er auch rm Gegenisatz zu der ganzen Sprachtendenz der Aufklärung seiner Zeit kein Verächter der jüdischen Dolkss-prache, gegen welche die Aufklärer in Osteuropa einen so erbitterten Kampf führten, sondern er betrachtet« die Volkssprache als Volksgut und verwendete nur sie, obwohl er das Hebräische und Deutsche meisterhaft beherrscht«, in Wort und Schrift. Ettinger schrieb außer der erwähnten Komödie F a b e l n, E p i g r a m m e, A p h o r i smen und Gedichte sowie eine größere von Schillers „Lied von der GloK" beeinflußte Dichtung „Das Licht", sämtliche in jüdischer Sprache. -Keines seiner Werke erschien bei seinen Lebzeiten. Darin glich er den übrigen Anhängern der HaÄala -in -Osteuropa, tvekche gegen das Jüdische Sturm liefen, aber doch erusahon, daß sie seiner bedurften, MN ihre Aufklärmr-cisideen in der Masse zu verbreiten. Doch erschienen die jüdischen Werke der Aufklärer gewöhnlich sehr lange nach ihrer Entstehung oder blieben m,gedruckt, da rö unter den MaMlnu grundsätzlich Verpönt war, in jüdischer Sprach« zu schreiben. (Es sei daran ^erinnert, daß die Veröffentlichung eines Fabelbuches m jüdischen VEs-idiom durch -den b«Sau Uten Aufklärer Dlnudel Sara» nower ein heftiges Pamphlet von^obias Feder hervorrü.f.) Erft fünf Jahr« nach Ettingers Tode kam seine Komödie, in Jöhanflisbuvg gedruckt, heraus (daI Manuskript befindet sich im Besitze des jüdischen Folkloristen N. Prilutzki), und erst später folgten in der Warschauer Zeitung, im „Kol Me-wasser" und ist anderen Blättern feine Gedichte und Fabeln, die dann im Jahre 1989. unter dem Titel „Meschulün un Lidläch" ge« sammelt, erschienen. Die Fabeln snch im Jahre 1980 in Warschau neu aufgelegt worden. Tharakteristisch für Elting«rS dichterisches Schaffen ist, daß es fast gänzlich frei ist von der AuMrullgstendeug, ioelche das Schaffen seiner Zeitgenossen anr-egie, beeinflußte und durchdrang. Auch seine Sprache hat -- im Gegensatz zur damaligen Ausklärungsliteralur in jüdischer Sprach« — nie Aufklärungs-endenz durch Beimischung fremden, vor allem deutschen und russischen Sprachgut-es gezagt, sondern sie gibt das VolksAom, wie es wirklich im Volke lebt, lebendig und flüssig wieder. Schon dies ist ein Vorzug des dichterischen. Werkes Ettingers, und «r wird noch erhöht durch wirklich dichterische Beobachtungsgabe und Kraft der Schilderung. Der Aus- 'bau seiner Dichtungel, ist von deutschen Vorbildern, vor allem von Lessiug und Schiller, beeinflußt. Wo dieser Einfluß auch ans das Wesentliche der Dichtung Ettingers übergreift, wie in dem bereits erwähnten „Acht", wird das Werk Ettingers von der fremden Last beschwert und unfrei Ganz entfaltet aber hat sich Ettingers Begabung in seiner Komödie „0crfWe", welche als ein wertvolles, wirksames und 'lebendiges Tlieaterstück anzusprecheu ist. Die Komödie stellt eine Frau, Serköle, in den Mttel- Punkt. Sie charakterisiert gutmütig«satirisch >lnd tbchaglich jene Epoche des jüdischen Le-beus, ivelche von der äußeren Herrschaft der jüdischen Frau, nran könnte sagen, von, Matriarchat bestimmt wird. Serke-le ist di« Herrscherin eines wöl^hcibeu-den Hauses, dessen Reichtum einem Berbrech?n, -das Serk-el« begangen hat, z-u verdaniken ist. Ihre Herrschast ist Tyrannei gegen ihren Mann, -dessen Alter ihrer Lebenslust, und gegen ihre Tochter, de«n Jugend ihren, Liebesbedüvsnis ch, Wege steht. Erst als die Wahrheit au den Tag konnnt, welche Serk-el« mit allen Mitteln der Fraueulisi zu verbergen trachtet, wird ihre Herrschaft gebrochen. Da8 Stück ist als Tharaktevkomövi«;u bezeichnen und bringt neben der Hauptfigur, welche Asivziati-oueu an Tartüff, Malvolio und Lysistrata erweckt,-ein« große Zahl von ausgezeichnet g«sch!l-d».rr«n Typen auf di« Bühn«. Der Dialog ist frisch, de->„ Leben ahgelauscht, di« Sprachmrancierung sehr r«ich und mit allen Finessen der Komödie und Satire verwendet. Das Werk Mt zu den besten,, welche für das jüdisch« Theater geschrieben wurden, vor allem deshalb, weil cs im Vollswefeu mehr als ,n der Literatur wurzelt. Hoffentlich wirb es nun. da ihn, nach hundert Fuhren der Weg zum Publikum eröffnet würbe, den Weg ins Volk ''inden. E. G. Fried. Der neue Präsident deS Kttnstlerhauses. In der gestern abgehacheuen Geueraiver amlung der Genojiensck-ast der bi.deu-. den Künstler Oesterreichs wurde der bekannte Architekt Otto S ch ö n t h a l zum Präsidenten gewählt. Versteigerung einer Kupferstich- und Handzcichnungssammlung bei C. I. Wawra. Mittwoch) den 88. und Donnerstag den 29. d findet in der Kunsthandlung Wawva. 3. Bez., Loihringerstraße 14, die Versteigerung einer 'Sammlung von Kupferstichen und Haudzeichuungen statt. Es kommen unter anderen, Bläter oon A. Dürer, Nembrandl und, verschiedenen Kleittineister» sowie Schabkuustblätrer und Kostümblätler des 18. Jahrhunderts, zum Teil in Farben gedruckt, zum Verkauft Darunter Kupferstiche von Freudebcrg. Lavreinoe, Scorodoonwff, Ward, Bonne, uftv. Die Häuft',eichmm-gssa-mmlnu-g ent», häl, Arbeiten van R. und I. Alt. Braith, G. Decker, F. Eybl, L. Fischer. C. Goebel. Ärottger, te.n Kate, H. Kaufinann, I. Kossak, Petlenkofen, Ri rer usw. (Entgeltlich.) Wiener Morkenzeitunq. 8 18 Uhr abends »um letzten Male! Allen jenen Personen, welche diesen Film uoch nicht gesehen Huben, geben wir htemit Gelegenheit,sich diesen Film anzusehen Kartenvorverkauf an der Kinorasse Normal« TageselrirritiSprrise! . Aus den Aeatem. V o l k 2 o p e r. In der heutigen Auffichruug von i d a" (7 llhr) singt Herr Z a l e S ch i a. G. den Amonasro, Herr F i s ch e r - N i e m a n n vom Operutheater a. G. den Radames. In, Deutschen Bolkstheater wird.TbaddäuS R i t t n e r s Don Juan-Spiel „N n t e r w e g 8" mit Alexander M o i s s i als Varyn heute und Dienstag den 37. b. wiederholt. In, N ai,nuud - The ater spielt Leopoldine Konst u n t i n heute in Molnars Komödie „Ä a s ch i n und morgen in Babrs Lustspiel „D e r S t a r". Im Neue „Wien er Stadttheater findet heute als Nacknnittagsvorsiellung (Beginn V«3 Uhr) eine Aust silhrung von „H ti n s e l 8 u n d G r e t e l s Weihnachtstraum" statt. Wiener K o n, ö d i e n h ans. Heute, */»8 Uhr nachmittags, „D e r I u x b a r o n". Apollo-Theater. Heute, nachmittags 9 Uhr, «Der f i d e l e Bauer" zu ermäßigten Preisen. Abeuds */*B Uhr r Ballett-Gastspiel des Russisch-romantische« Theaters mit ,,G i s e l t e" und „Tempelopfer derAtoraga". . ..A k tlorn 8v r o gr a mm h e 4 B ür a t h e a t« r 8. Als nächste Novität gehen am 6. Dezember Shaws „T e u f e l S sch ft I e xk in Szene, am 6. Dezember findet die Erstaufführung von H e l t a i 8 Lustspiel „Die kleine Konditorei" im Akademtetheater statt. Neu einstudiert soll uoch im Dezember Georg Hirschfelds „AgneSJord an" gegeben werden. CalderonS „Ueber allen ZauberLiebe" «"Großer KonzerthanSsaal) wird in diesem Kalendersabre nur am 80. d. und am 1. Dezember aufg'efüdrt. Spielplan der DolkSoper. Heute (2 Uhr) r „Marth a" (zu bedeutend ermäßigten Preisen). Abends: „A i d a". Morgen Montag: „Madame Butterfly". Dienstag den 37. d.: „K ö n i g S.k i n d e r". Mittwoch den 38. d.. nachmittagsr „Der Freischütz". Kein Kartenverkauf. (SchülervorstellungJ Abends: „Der Zigeunerbaron". Donnerstag den 29. d.r „Cavalleria t«ftic n n fl". „DerBaiazz o". Freitag den 80. d.r „D a S GlückchendesEremite n". Samstag den 1. Dezember t „D « r P r o p h e t". _ Der Auswanderungsügent als Lebemann. Der Agent Isaak Jakob En gl er wurde in, August 1922 von der Cu nard Linie beauftragt, in Gasthöfen und an anderen Stellen, wo viele Frenide verkehren, Plakate mit der Anküirdi-gung über die Reiserouten der Gesellschaft zu verteilen. Nach einiger Zeit meldeten sich zahlreiche Personen, die dem Engler Beträge als Anzahlung für. die Ueberfahrt nach Amerika eingehändigt hatten, bei der CunardgesEchaft aber keine Karten erhielten, weil Engler das Geld nicht abge, liefert hatte. Die Leitung der Gesellschaft erstattet« die Anzeige und teilte zu-gleich dem Gerichte mit. daß Engler zur Einkasiiemng von Geldern nicht berechtigt gewesen sei. Bor einem Schöffensenat unter den, Vorsitz des Hofrates Verasch hatte sich gestern Engler wegen Betruge- Ml'd Falschineldung zn verantworten. Der Angeklagte bezeichnet sich als nur teilweise schuldig. Er behauptet, daß er berechtigt war, die Gelder oinzu'kassieren, da er Forunckare für Empfangsbestätigung von der Direktion mitbekommen habe. Der Auftrag zum Plakatiereu sei nur ein Kniff der Gesellschaft gotvesen, da ihr im Vertrage mit der Regierurdg die AnLwanderungSpropaganda verboten fei. — Bors.: Sie häb«n in Graz in 18 Sin «den 56 Millionen durch gebracht. Graz ist doch kein Sündenbabel. Wie haben Sie das angestellt? — Angekl. twelnend): Hoher Gerichtshof, es gibt Momente im Menschenleben. hier sitzt »deine unglückliche Frau... ich kann nicht weitersprechen. — Der Angeklagte bezeichnet dann seinen Freund als den m o v a l i s ch S ch », d i g e n. da er seine Schwäche ausgenützt und ihn zu den Slusgaben cr+S.in h,,be. Nach dieser Tat ist er nach Wien gereist und woll^o dey Direktion seine Verfehlungen gestehen. Er fand aber nicht den Mut, irrte, dvei Tage umher .und stellte sich dann selbst der Polizei . .. Der» Gerichtshof erkannte den Slngeklagten Engler deS Verbrechl-nii der Veruntreuung schuldig und verurteilte ihn zu f ü n f z >e h n Monaten schweren Kerkers. 36. Nvvember 1st23 - Seite U' Nolkswirt. Gestempelte Krone — VM8L'/. Senümer. Auszahlung Men -°-° v.W88°/, Srntimer. 01/11 00/11 In Zürich notierte 24./11. 23./11. die österreichische Krone. 0.0080*/« 0.0080V, die Ssterr. gestempelte Krone .... 0.0080*/. 0.0080*/* dt« tschechische Krone . ... 16.65 16.67'/, die Mark.pro Milliarde Holland . 317.40 217.90 New-?1ork ... . . 572.87 578.— London . /... 25.02 25.07 Paris. 31.- Mailand .. 24.80 24.85 Belgrad.. 6.55 6.57 •/, Bukarest.. 2.80 2.75 Sofia .. 4.65 4.75 Budapest'. 0.0802 0.0802 Warschau .... . Budget und Börse. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Bor allen, hat in der letzten Woche die Eröffnung deS parlalnentarischen Getriebes mit dem neugewählten Nationalrate die öffentliche Aufmerksainkeit auf sich gelenkt, nachdem die Woche zuvor das Wahlgelriebe die politischen Geister wachgehalten hatte. Die Introduktion brachte dir herkömmliche Programmred« des Chefs der Regierung, die selbstverständlich neben der Präzisierung der politischen Grundsätze der herrschenden Partei dem wirtschaftlichen und finanziellen Sanierungs- Programm einen breiten Raum geliehen hat. Das ist ja der Stolz, die Herzenssache und Herzensfreude des Bundeskanzlers; da kann er sich gehörig hineinlcgen und himinreden, das hat ihm eben niemand vor und uachgemachi; da» ist sein Werk und sein Erfolg. Und wenn die OPPositior,, ivie die Wahlkampagne und die Debatte über die Regierungserklärung es gezeigt habe, es liebt, dieses Strahlen zu schwärzen, so hebt sich der Eindruck und der Glmy der Aktion um so heiler ab in dem ^PeNchwarzw Düster, in welches das deutsche Finanz- und Währungöelend getaucht und gestürzt ist. Uebrigens haben die Gegner des Regin,es das bemerkenswert Bekenntnis abgelegt, daß ihnen die Sanierung au sich ganz recht.ist, nur gegen die SeiPclsche Sanierung sinder, sie manches Haar in der Suppe, und eines haben sie flugs mit der dringlichen Anfrage an den Finanz,ninisber heranSgefischt, wie es komme, daß der Generalkommissär, bei der Flüssigstellung der Bölkerbundskrediie eine so schwere Hand bekunde, die sich überdies recht hart und wuchtig auf die Be» wegliWii in der staatssinanziellen Gebarung lege. . Diese Gebarung aber wurde in ausladender Front ansgerollt durch das Budget und das Finauzgesetz für das Jahr 1924, welches zeigt, daß der Staatshaushalt sich zjvar anstrengt, sich nach der Deck« zu strecken, die ihm das Sanier,,ugs/ Programm des Völkerbundes ans rauhem Stosf gewebt hat, daß es ab«,- doch nicht gelingen.kann, dabei die Contenance und das Gleichgewicht zu behalten. Bald müssen da und dort die Glieder gereckt werden und über di« Deck« hmausragen, so daß das Defizit, das 800 Milliarden übersteigt, aber bloß mit etwas mehr als 146 Milliarden toleriert ist, gestutzt werden uruß, wozu sich die Regierung in eineuc Atem in, Finauzgesetz feierlich erbietet. Sie denkt, wo ein Wille, ist auch ein Weg, mag er auch noch so steil und holperig sich erweisen, der beschritten und überwunden lverden muß, weil es eben die Geldgeber des Völkerbundes nicht anders zülassen. Um die Vorlage des Budgets haben sich noch einige andere wichtige finanzwirtschastliche und sozialpolitische Gesetzesvorlagen geschlungen, die intereffantesten aber stehen uoch anS und offenbar erst bevor, wie der Hauptschlager der Auf- und Umwertung de8 Aktienkapital» und, wenn man den Gerüchten Gehör schenkt, der neue Vorstoß auf die Effekten- und tMdmnsatzsteller. Auch die muen Bankeugefttze, welche die Bankenkommission vinpfiehlt, haben den Ehrgeiz, an den Tisch des Hohen Hauses geladew und.zugelasseu zu werden. Das wiedererwachte parlaulentarische Leben scheint aber auch der Börse nahegegangen zu sein und ihr zum Bewußtseirr gebracht zu haben, daß es sich geziemt, da Regierung und Volksvertretung sich wieder regsam rühren, gleichfalls aus der Apathie, von der sie seit Monden befallen ist, aufzuwachen und die Lässigkeit und Mutlosigkeiet von sich abzuschütteln. Tatsächlich hat es sick» zum Wochenende die Börse noch einmal überlegt und sich zun. Besseren gewendet, eigentlich ohne sichtbare und handgreifliche Motivierung, e8 sei denn, daß sie die gute und billige Geldvcrsorgung und angeblichen Jnterventionskäuse der Geldinstitut' Jüdische Gemeinschaft der westlichen Bezirke. T ''•'-v v.'v ''.fr'.V.-'- ->Ä.Ä Dienst»«, den 87. November, </*8 Uhr abends, im Verbandsheim, VX, Köuigsegsasse Nr. 10 Referent Dr. Nah um Goldmann (Berlin)! „Die Stellung* der Wiener Juden «um Schicksal des Gesamt Judentums“