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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-23 · Heft 1715 (23.11.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1715 (23.11.1923)
Date
1923-11-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1715 Wien, Freitag Betrieben: Ericsson, Kabel und Draht, Vertex, A.E.G. Union, Siemens-Schuckert, Watt, Elektro-Osmose A.-G. Elen, Brown Boverie, Siemens und Halske, Ariadne, Kow» tqlt, DesrieS. Die Angestellten haben für heute abends eine B otriebsrätekonferenz in Kadrmanns Restaurant im Prater einberufen. Fünf Millionen gigaretten werde« vernichtet. Die Firma A. H. V e i t s ch b e r g e r hat fünf Millionen Zigaretten aus der Schweiz bezogen, die zur Durchfuhr ins Ausland bestimmt waren. Da jedoch die Firma die wiederholt verlängerte Frist zur W e i t e r b e f ö r d e r n n g der im Wiener Zollamt lagerndert Zigaretten nichteingehalten hatte, erfolgte die Beschlagnahme derselben und das Finanzministerium erklärte sie ohne Entschädigung für versa l l e n. Die Firma Beitschberger erbob Beschwerde beim BerwältungsgerichtShof, der jedoch gestern entschied, daß die Beschwerde zurückgewiesen werde. Nach den bestehenden Bestimmungen ist das Maximum für die Verschleißfähigkeit von Zigaretten bis zwölf Monate festgesetzt. Da aber die fünf Millionen Zigaretten, die sich jetzt in der Ottakringer Tabakfabrik befinden, schon jahrelang lagern, werden sie v e ru i ch t e t werden. Ihr Wert beträgt mehrere MilliardenKronen. Srhöhnng der Postnnd TelephonsebLhren Ein Brief — 1000 K., ein ganzes Telephon — 6 Millionen! Wie die Postdirektion mitteilt, werden schon mit Gültigkeit oom 1. D e z e m b e r die Postgebühren in allen Zweigen erhöht, und zwar wird die neue Frankatur betragen: . 1. für einen Brief bis 20 Gramm 1000 K., LiS <0 Gramm 1200 K., bis 100 Gramm 1600 K. usw.; 3. für «ine einfache PostkartebOOK.; 3. für eine Drucksache bis 25 Gramm 100 K., bis 50 Gramm 200 K., bis 100 Gramm 400 K. usw.; 4. für eine GefchäftSpapieriendung bis 260 Gramm 1000 K., bis 500 Gramm 2000 St., bis 1000 Gramm 3000 K. usw.; 5. für eine Warenprobensendung bis %0 Gramm 1000 K., bis 500 Gramm 2000 K. usw. Die Einschreibgebühr beträgt 2000 St. Die Gebühr für gewöhnliche P o st a n Weisungen beträgt bis zu 60.000 K. 600 K., bis 100.000 K. 1000 St., blS 250.000 K. 2000 K.. bis 500.000 K. 4000 St., für ,;e weitere 500.000 St. 2000 K. mehr. Die Erhöhung der Telephongebühren wird sovohl im GespächsverkeÜr wie auch bei den An- ,'chlußgebühren durchgeführt. So beträgt nunmehr: Die A u f n a hm Sgebühr in Wien 1,800.000 St. Die Teilnehmergebühr betrögt in der Netz- '^uppe V! (mehr als 5000 Teilnehmer) für Hauptstellen mit Einzelanschluß mit einer täglichen Rufzahl von höchstens 12 Rufen 1.8 0 0.0 0 0 K., von höchstens 13 bis 2 4 Rufen 8,600.000 von höchstens 2 5 bis 4 0 Rufen 6,000.000 K. Die O r t S i P r e ch g e b ü h r beträgt: 2 00 0 St. für die Einheit des gewöhnlichen Gespräches. Tie 1l eberlandfernsprech gebühr beträgt r auf Entfernungen bis zu 50 Kilometer 6000 St., auf Entfernungen bis zu 100 Kilometer 12.000 K., auf Entfernungen bis zu 300 Kilometer 20.000 K., auf Entfernungen über 300 Kilometer 28.000 K. für die Einheit deS gewöhnlichen Gespräches, das Dreifache für die Einheit des dringenden Gespräches, das Neunfache für die Einheit des Schnellgespräches und das D r e i ß i g f a ch e für die Einheit des Blitzgespräches. Lröb, Regen, Schnee. Im Westen Oesterreichs war es gestern trüb, nur Vorarlberg hatte heiteres Wetter. Am Alpenostrand fiel morgens Schnee, tagsüber Regen, vermischt mit Schnee. Die Temperatur stieg über Null. Voraussage: Vorwiegend trüb, Niederschläge, in Fallage» meist Regen, ans Len Bergen Schnee, Temperatur nahe dem Nullpunkt. _ Die LedeiwmittelmSMe. DaS Nachgeben der Rindfleischpreise. Die schwächere Tendenz des letzten NindermarkteS in St. Marx «nd die günstige Beschickung der Großmarkthalle mit Fleischsendungen — gestern 18 Waggons — bewirkte ein Nachlassen der hohen Preise für Rindfleisch. Gestern find auch im Kleinhandel in der Großmarkthalle die Preise um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm heruntergesetzt worden. Dieser Preisnachlaß beschränkte sich jedoch vorläufig bloß auf mittlere und mindere Sorten. Der schwächer« Konsum und die weiter günstig lautenden Meldungen über frische Ankünste lassen erwarten, daß die Preise noch weiter zurückgehen werden. Die Grünwarenmärkte waren trotz des schlechteren Wettergut beschickt nnd wiesen lebhafteren Verkehr auf. Die Kartoffelknappheit ist zum größten Teil wieder behoben. Wohl sind gelbe Kartoffeln schwächer vertreten, dock sind rote und weiße Kartoffeln in mehr alr bedarfdeckenden Mengen angekommen, so daß nirgends Mangel besteht. Besonders reich sind die Ankünfte an Weißkraut. Die Preise blieben so ziemlich unverändert, nur Spinat zeigte etwas steigende Tendenz. Butter und Eier sind gleichfalls gut vertreten, trotzdem ziehen die Preise weiter an. * Ein jüdischer Archäologe in Palästina gestorben. Der bekannte Schriftsteller und Archäologe Samuel R a f f a e l i ist in Jerusalem gestorben. * Ein Jude Bürgermeister von Kowno. Aus Kowno wird uns Ter Sw'dtrat v-.n Kowno hat bei ferner -Konstunrernnq den bekannlen indischen Abgeordneten Wolf .ptt Bürger.iieister erwählt. Für das Amt eines Bizobüvg-er meiste? 8 wurde ein Pole bestell:. * Jüdisch« Tischgesellschaft Innere Stchft. Im Rahmen der allwöHiaen Vortragsabende sprach Pros. Artur Freud it'&et die Mische Presse uwd ihre Bedeutung Kr das Palästina- Werk. Er ging vom zweifachen Begriff der jüdischen Presse aus: der jüdischen Presse", welche sich mit bcn Mischen Problemen befasse und den Interessen deS jüdischen VoÄcS diene» einerseits und der sogenannten »Iudenpresse" -andererseits, welche zufällig von Juden gemacht und von Juden gelesen, werde, den jüdischen Fragen gegenüber aber Indifferenz bewahre. Die mit der allgemeinen Berufsschichtnng der Juden zusammenhängende stärkere Bcteiligilugi am journalistischen Beruf werde von antisemitischer Seite, teils in bewußter Ver- Mchum» dar Tatsachen, toil« .M suaaerierler BeMeviduna. rum Wiener Morsenreitung. Kultus-uJustiz-Talareu. Barette «rha'toa Sie vorrätig oder nach Mobs bei der bekannten Speiialflrma RUDOLF GOLDSTEIN, ÄS**i Qrottei Uger feiner Stoffe für Naubea‘stlungen Tel. 48.6.29 WIEN, II. TABORSTRASSE 54 «»ge. «666 Nachweise für die geheimen Mächte des Judentums verwertet. Derartige Verkernungen sind die Folge der unaufrichtigen, mimitrv'haften Einstellung .dieser Presse zur. Judensrag«. Es sei Sache der Volkserstehung. der jüdischen Maste die Bedeutung einer wirklich jüdischen Presse, welche die PMstina-Frage als Versüngungsprozeß des jüdischen Volkes und als Menfchheitsproblem behandle, einzuprägen. "Hibräische Konferenz. Die anaekündigle Konftvvng w'rd nnfolg? der großen Zahl der AninekuEn in den separierten «Saal des Theatercrses. 2 Bez.. Praterstvatze. 33, verlegt. Di- «Kc-nferrnz wnL- '?? n a : ag itn: viertel 8 Uhr' abNiids -eröffnet. * Die Eheschließungen im dritten Vierteljahre. Vom 1. Juli bis 30. September 1923 wurden in Wien 5286 Ehen geschlossen. Nach Glaubensbekenntnissen geordnet entfielen davon 3595 auf die röniisch-katholische Kirche, 441 Trauungen erfolgten nach dem evangelischen Glaubensbekenntnis, 382 nach dem jüdischen. 181 nach dem altkatbolischen, 68 nach dem evangelischen helvetischen Bekenntnis, 12 nach dem griechisch-katholischen und 9 nach dem griechisch-orientalischen Glaubensbekenntnis. Vor der politischen Behörde fanden 610 Trauungen statt. Im gleichen Zeitraum des Jahres 1922 fanden in Wien 6806 Trauungen statt, so daß ein Rückgang von 1520 Eheschließungen zn verzeichnen ist. * Gedächtnisfeier für den Prälaten Gießwein im Ungarisch-israelitischen Kulturverein. Unter Vorsitz von Dr. Marzell Baracs haben, wie uns aus Budapest berichtet wird, der Ungarisch-israelitische Landeskulturverein und dessen sämtliche Institutionen — Studententikch, Kulturheim, Klub der Kunstfveunde, Lehrlingsheim, Bibliothek und Lesesaal. Kinderübersommerungsaktion, Literarische Sektion, Aerztliches Ambulatorium und Landesbund der Ungarischen israelitischen Frauenvereine — eine Direltionssißung gehalten, in der Oberrabbiner Doktor vevesi in warmen Worten des jungst verstorbenen päpstlichen Prälaten Dr. Alexander Gieß wein gedachte, des eifrigsten Apostels der Menschenliebe, des Friedens, des komfeffioMlen Verständnisses und der Opftvberertschaift eines Mannes, dessen soziale und charitative Tätigkeit alle Welt verehrte und bewunderte. Er hat nie einen Unterschied gemacht zwischen Menssch nnd Mensch! er war überall zugegen, wo es der segensreichen Hilfe und Unterstützung bedurfte. Auf Antrag des Vizepräsidenten Dr. Weiller wurde beschlossen, das Gedächtnis des Verblichenen protokollarisch zu verewigen und das Beileid des Ungarffch-siraelitifchni Landeskulturvereines und seiner Einrichtungen sowohl dem Ungarischen Friedensvervin als auch den Angehörigen Gießweins auszudrücken. * Ein herausgelockter Fabriksanteil. Der Notar Ral- «bowski in Budapest war - Teilhaber einer Fleisch- und WuOwavenlfaibriik in Bouck-Naudors, deren Mitlirchaber Jakob Schön seid unld Konrad Danzig or waren. Nach dem vor einigen Monaten erfoügten Ableben lde§ Notars glmg sein FaIbrUSant>eÄ im Erlbiwege auf die hochbetvgte, völlig yelschLf'tsunknluid'iige Witwe über. Zn diesivr kam vor Minister Zeit der LLsährtzge HaMLsaivgestellte Hermann Grossinger und machte ihr unter der VovMeg?eLiing, die Fabrik sei völlig vernachläMt und außer Betrieb, das Angebot, sie «rüste Hm Hven. Anteil um 26 Millionen Kronen verkaufen. Die Frau schmlkte den Angaben Grvstmgers Glauben und verkaulste ihm ihren ÄnteA. Zwei Dage nachher wurde die ganize Fabrik von den WviWMeibenen TeÄ- «habern um eineinhalb Miililiarden einem gewissen Äosenbevg aus Budapest verkauft. Ms die Witwe RMowAi davon erfuhr und erkannte, daß sie um 500 Milli-nen Kronen geschädigt wnvde, erstattete sie die Stvalfantieäge gegen Grostinger. der auch verhaftet wurde. Es ist «amtzunchnven, daß bei diesem Betvuia Grossinger nur der Strohmann war. Der Kauispertrag mit Roisenberzi wiuvde ger ichtilich storniert. * Poincare für die jüdische Nalionalbibliothek in Jerusalem. Der ^an..wsi'ä>e Premiermmister Poincare ließ dem smuflösischen GenevEkonfuks in PcilWina die Instruktion M* »gehen, die Mische NattonMibliotihÄ in Jerusalem in jeder Weise zu fördern. Gleichzeitig hat Poincare bestimmt, daß aus drnl Budge'.sonds zur Verbreitung franMijscher Literatur «im Ausland e-inr Geldsunrme zur Auschaffnng franMscher Gücher für dir Iernsakemer BibltoHek bereitpestellt wcvde. Cste'e Bücher sollen dem in Paris existierenden Komitee Pro Vübliotbeca Judaica übergeibenwerden. (G. T. A.) * Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden. In einer Sitzmqg des Ausschusses des Preußischem Lamdesverbamdes Wischer Gemeinden wurde sestg.'stellt, daß nunmchr 112 Gemeinden mit etwa 410.000 Seelen dem 'FanideSverba^nd ariiggschlossen seien. Somit umsaßt der Landesveriband Mit Ausnah.ne eines geringm Brnchtsiles die gesamte pveußffche Judenhett. (I. T. A.) * Cm Großrabbiner in Juaoslawien. Aus BelMd wird telegraphiert: Isaak Alkalap ist zum Großrabbiner Kr das gange Gebiet des jugoslawischen Königreiches ernannt worden. Durch diese Ernennung eines GroßraMners ist zugleich die Frage der jüdischen Glaubensgemeinlcha ft im Königreich >gereaelt worden. Demnächift solll ein jüdisches Seminar errichtet werden. Mine Chronik. — Eine Steinschneider-Anekdote. Moritz Steinschneider. der berühmte Orientalist in Berlin, konnte in Berlin we>dgr in seiner Lanfbahn bei der königlichen BiAiothek vorwärts kommen, npch gelang es Hm trotz feiner großen wissenschaftlichen Verdienste, eine Uuiversitätsprosessur zu erhalten. Erst mit 78 Jahren wurde ihm vom preußischen Unterrichtsministerium der magere Titel Professor guterl. Kurz vorher widerfuhr dem alten Herrn aus der Straße das Mißgeschick, daß er unter die Räder eines Wagens geriet. Er tarn nnt einer leichten Verletzung davon. Als man ihn mit verbun-. denem Skvvf, und etwas hinkend seiner lieben Frau ins H-aus brachte, schrie diese aus nnd fragte entsetzt, wie das nur habe geschchen können,. Der Bernnglückte antwortete schmun;elud: „Mein gutes Kind, ich bin in meineni Leben schon so oft übergangen worden — es war höchste Zeit, daß ich auch einmal üb er »fahren wurde." — Baron Rothschilds Flohsammlnng. Wie -vor kurzem gemeldet wurde, hat Baron N. Charles R o: h s ch \lb ' in einem Anfall von TrMnn soinem Leben ein Ende genmchr. Der NerstoÄMe. der betanntlich einen großen Teil seiner ' ZF. November 1923 Seite ö Zeit naturwissenschaftlichen Studien widmete, hat dom Britischen Museum seine berühmte Kollektion von Flohen^ die ungefähr 70.000 Me»nplare uuvfaßl, hinierlassen. Baron Rothschild M ftine Mühe^ ün-d Kosten-gescheut, um dies« Sammlung aujizubringen'. die in ihrer Art einzig 'dastcht. Vereine. Bortriige nnd Versammlmge«. Zionistische BezirkSsektion Leopold« st a d t. SamStag den 24. d., 8 Uhr abends, im Klubheim bei Hakoab (Wiesingerstraße) dringende Ausschnßfltzung. — Zionistische S e >! t i o n P r a t e r. Samstag den 24. d., 7 Uhz abends, Plenarversammlung: Wahlen in den Parteirat und dag Lokalkomitee.' Vorher Ausschußsitzung. — Chug Jwri, Brigittenau. Heute, lIS Uhr abends,' im Vereinslokale, 20. Bez., Karl Meißlstraße 6. Mitgliederversammlung: Vorlesung der Herren Silberbusch und Kühn aus eigenen Schriften. Nachher wichtige Besprechung. Gäste willkommen. —Jüdisch-akad. Philosophen verein. Heute, '/*8 Uhr abends, findet die Gründung einer jüdisch-akademischen Historikersektion statt. Ort r Mensa, 9. Bez., Zkmmermanuplatz 8. Alle jüdischen Historiker find eingeladen. — Verband zioni st i scher Stu. deuten aus Rußland. Heute, V-0 Ubr abends, in» Caf6 Kamptal, 9. Bez., Spitalgasse 25, Generalversammlung. Urania. Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Die Besteigung des Mount Everest. lft8 Uhr: Tanzabend Elliiro» T o r d i S. Mitwirkend Maru K v s j e r a. Kleiner S a a lr 6 Uhr: Hermann Neubacher: Siedlung nnd Bau- Wirtschaft. V. >/28 Uhr: Prof. Dr. Robert Klumak: Ein. fühnmg in die Astronomie. 7-KnrSsaalr 6 Uhr: Dozens Dr. Felix H e a ch: Phpsiologie der Ernährung und des Stoff« Wechsels. V. y,7 Uhr: Hoftat Dr. MaxVanefar Geschichte der Stadt Wien. II. 8 Uhr: Hofrat Ingenieur Joses ö w h' Grundlagen der Starkstromtechnik. I. — Klubsaal: 8 Uhr« Univ.-Lektor Ferd. M a t r a s : Sprechkurs. Xl. '/«S Uhr; Probleme der Wilysophie. X. Dr. Franz Wolfgang Garbe iS' DaS Kausalproblem. — Mikroskopiersaal: t Uhr? Direktor Dr. Ludwig Arnhart: Di« Präparierung dK Biene. VIII. Verbvsd hebräischer Lef rer. Bei der am 18. d. aßge« haltenen Generalversammlung deS hebräischen LehrerverbandeS hat sich der bisher bestandene Lchrerverband nen konstiwiert, wo, bei der Ausschuß durch Aufnahme einiger neuer Kräfte vergrößert wurde. Gewählt wurden die Herren r zum Obmann MoseS Rath, zum Vizeobmann I. Küh n, zum Sekretär David Zwi 3Vern« stein, zum Kassier H er zb e t g, zum Bibliothekar M at. f e I b, zum Kulturreferenten Ungarfeld, zum Leiter de» Vermittlungsstelle Schächter. — Im Rahmen des Verbandes wurde arrch eine Vermittlungsstelle für he« bräifcheLebrer erSffuet. ES werden alle Lehrer, die in VerbMde noch nicht organisiert sind, ersucht, im eigenen Jntereffj ihren Beitritt zu vollziehen und sich zu diesem Zwecke an der Sekretär D. Z. W e i n st e i n, 2. Bez., Stuwerstraße 50/14, z> wenden. Sitz und Amtsstunden der erwähnten Vermittlungsstellt werden demnächst bekmmtgegeben. Serichtssaal. ötadttat Vreitner gegen das „Nene Men« Fonrnal". »Fm IM d.!F. erschien im „Neuen Wre ULi Jom r n L'I" uut-ev der Ueiberschr-ift .Korruption, in - der Gemeinde Wien" mit dem UntHrtitel ,ß>k wahre BrüderNchkoki" ciw Avt-M, m welchem dom Jinantzrcforonten der GlMreindc Wien Stadtrat Hugo Breitner der Vorwurf wurde, daß er seinem Bruder zMiove von der Phorphyrit - Mierügeisellischaft, deren Mien Nonvaleurs waren, für die <Gemeii>e Wien Aktien um eine Milliarde Kronen erworben halbe, wodurch , die Geirveiude siMnziell schwer geischädiigt worden sei. StMrat Breitner brachte darauGin Men den Herausgelber und gegen dem verMtworÄichen Redakteur des Mattes dsim Landesgcrichte eine Klage wegen Bergchens gegen die Sicherheit der Ehre ckr. In der Unrersuchung eErteu beide sie hakten den betveffeuiden ArtKÄ wsde-r. verfaßt noch Jim Drucke befördert, ihn nicht Aicheu und auch auf sein Evschemel: keinen EinPuß gearonvinen. Siadtrat Br ei tu er echoib daher die Preßklage beim Strafbezickksgevicht gegen den vsrantzwovUbichtz» RÄMour des Faunals Mfted Schück- Markrnau wegen Beruacirläsiigung der psilichtgsmähen Obsopge. Der Devtreter des Gesagten srMärt-e bsi der gestern stattgeftmdervM Verhandlung, daß er den Wahrheitsbeweis nicht an trete. Der Richter veruvteilte dm Beschuldigten im Sinne der Klag-e z» s'mer Geldstrafe von 300.000 Kronen, vverttueA 48 Stunden Arrest, ferner im HmWck daraus, daß der mkrünmierte Artikel von schr Violen Zeitungen Dernmn-meu wurde, zur Verossentlichnng d-es Urteils im eigenen Blatte, in der „Arbei:erzeitung", „Ne'Hspost" und Dienen -Freien Presse". Der Dert-eidiger mieklldcte gegen die Höhe der Strafe und wogen der verhängten Mbenstraifen -die B erufnng an. Gefährdet eine Demonstration gegen den Terror die öfsenkliche Ordnung? Die Partei der schwarz-oelben Legitimistrn in Wien hatte am sechsten Jahrestage der Ermordung des Miniftevpräsildenten Stnrgkh mit der Begründung, daß die politischen Moöde der letzten Jahre eine Ausklärmugspropaganda großen Stils notwendig machen, eine Versammlung vor dem Rathause abhalten wolle»:, die jedoeh von der Polizeidirektion mir der ^Motivierung, das; eine solche Bersa»un»luug Zusammenstöße mit gegnerischen Parteien Hervorrufe und fomir das öffentliche Wohl gefährden könnte, verboten .wurde. Dieses Verfammluitgtzverbot ivnrde mit der gleichen Begründung vom Magistrar Wien mtd vom Bundesministerimn des Innern bestätigt. Nun hat Oberst Gustav Wolf als Obmann der Partei der schwarz-gelben Legitimisten die Beschwerde beim Versassungsgerichtshof wegen der Verletz ung des Gesetzes der Versammlungsfreiheit erhoben. In der Beschuierde-wird ausgeführt, daß nur selche -Vevsannnlungen behördlich uutersagt werden^ können, deren Zweck dem Strafgesetz zuwiderlauft oder die öffentliche Sicherheit und das öffentliche Wohl gefährden. Der Zweck der von der Partei einbernfemn Versammlung aber sei die Stellungnahme gegen politischen Mord und Terror, sonnt die Einhaltung gesetzlicher Schranken im politischen Kam-psc gewesen. Die Verhandlung vor dem Verfassrmgsgerichtshose findet -am 5. Dezember statt ürü> dalk' Urteil »vird am 7. Derember verkündet werden»

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